Die große Suche

Alle tollen Ideen und auch der Hühnerstallbauplan nützt herzlich wenig, wenn uns nicht bald das passende Grundstück unter die Finger oder besser unter den Spaten kommt. Was sind wir schon Stunde um Stunde durch Augsburg geradelt und haben potentielle Flächen in Augenschein genommen. Es gäbe sogar das perfekte Stückchen Land für uns! Doch leider ist es seit Kurzem in Besitz einer Investitionsgemeinschaft, die kein Interesse hat zu vermieten oder zu verkaufen und sogar darum bemüht ist ihren Namen geheim zu halten. Sind wir da auf ein mysteriöses Geheimnis gestoßen? Spannend wäre es schon zu wissen was mit dem Gelände geschehen soll, vor allem da wir traurig jeden Tag vorbei laufen und mit einem tränenden Auge die saftigen, überreifen Früchte zu Boden fallen und verfaulen sehen.

Man ahnt gar nicht wie viele eingewachsene Grundstücke es allein hier im Oberhausener Raum gibt. Ein zweites, von der Größe und Obstbestückung her perfektes Stückchen Land, gleich ums Eck bei Benni, wurde kurz vor unserem Interesse an die Stadt verkauft. Dort soll nächstes Jahr ein neuer Kindergarten entstehen. Na wenigstens ein Garten, wenn schon kein Gemüsegarten.

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Von idyllischsten Fleckchen bis hin zum Urwald haben wir schon alles gefunden. Die skurrilsten Geschichte jedoch ereignete sich aber als wir das Angebot einer alten Gärtnerei erhielten. Schon vorher wussten wir: viel zu groß und viel zu teuer. Doch hat einen die Entdeckerlust erst einmal gepackt, dann schaut man sich auch finanziell unerreichbare Grundstücke an. So radelten wir los in den Norden von Augsburg, Hund Gino freute sich über den Auslauf und wir uns über das perfekte Wetter für eine solche Aktion. Später wollten wir noch einen Apfelpflücker kaufen…ja, genau DER. Das Grundstück lag sehr versteckt und war von einem auf den ersten Blick unüberwindlichen Zaun umgeben (zumindest für mich und Gino, Benni kann über jeden Zaun fliegen.  😉 ). Doch dann öffnete sich plötzlich ein kleines Loch unter einem Busch und schwubs wir waren drin. Nicht dass ihr denkt wir hätten Hausfriedensbruch begangen, wir hatten die ausdrückliche Erlaubnis vom Besitzer alles zu begutachten. Unsere kühnsten Träume sprangen uns als alte Gewächshäuser und Kleinviehstallanlagen entgegen. Es war der Traum jedes CityFarmers! Hier könnten wir die Beete anlegen, dort die Außenküche und in den Gewächshäusern wäre Platz für alle Chilipflanzen der Welt! Unsere Herzen quollen über vor unerreichbarem Glück und träumerischer Freude. So schlichen wir durch die Glashäuser und malten unseren Traum. Dann erreichten wir eine Tür die irgendwie anders aussah als normale Türen in einem Gewächshaus. Zudem standen auf dem Boden und auf jeder verfügbaren Fläche dunkle, halb niedergebrannte Kerzen. Gleich hatten wir den Gedanken einer düstere Messe im Kopf und ahnten noch nicht wie nah wir der Wahrheit damit waren. Die Türe öffnete sich schwerfällig und wir drückten uns durch einen engen Spalt hindurch. Fassungslos belustigt schauten wir uns um. Wir standen vor einer schwarzen Bühne mit einem Fesselstuhl über dem an einem Seil ein schwarzer Pranger im Luftzug schwankte. Eherne Kerzenständer zierten den Raum und zwischen ihnen dekorierten diverse Fessel- und Folterwerkzeuge den Raum. Irgendetwas sagte uns, dass diese Gerätschaften definitiv nicht nur Dekoobjekte darstellten. Na wenigstens hatte man nach der letzten SM-Party geputzt, wobei dem Geruch schon etwas wortwörtlich anrüchiges anhaftete. Die Scheiben waren zur Hälfte verdunkelt und Stiefelbilder zierten die Wände.

Irritierend war, dass draußen der Garten sehr „normal“ aussah. Bänkchen, Brünnchen, Kitsch. War dies nun ein privates Spielzimmer oder trafen sich hier am Wochenende Augsburger Fesselmeister? Da von unserem Standpunkt nicht zu erkennen war, ob im anschließenden Haus jemand lebte (nach Angaben des Besitzers zumindest nicht) zogen wir uns diskret mit einem fetten Grinsen im Gesicht wieder zurück.

Später fanden wir den richtigen Eingang zum Hof, der sich uns vorher zum Glück nicht offenbarte. Von hier aus konnte man im Garten, der natürlich von eine hohen Hecke umschlossen war, ein spinnennetzartiges Gebilde aus silbernen Ketten erkennen. Zufälligerweise in der Größe eines Menschen? Zu sehen ja aber noch immer niemand. Scheinbar wohnte doch keiner hier im Haus. Über einer Eingangstüre jedoch prangte ein großes Schild eines Sportfreunde-Vereines. Nun ja, für die einen ist es Sport und für anderen Kunst …ja, was auch immer.  😉

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