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Ernte

Die Erntezeit schreitet voran und wir haben insgesamt schon locker eine Tonne Äpfel und Birnen geerntet. Natürlich nicht alles für uns, denn wir sammeln noch für unseren Mosterei-Termin im Oktober damit die Fahrt sich auch lohnt. Opa aber war sehr glücklich darüber, dass wir seine Äpfel ernteten, denn irgendwann fordert auch das Alter seinen Tribut und mit der Baumkletterei ists vorbei. .

Diese Zeit des Jahres ist geprägt vom Überfluss, den Erntefreuden und einem traumhaften Altweibersommer. Wobei die Ernte selbst ja nur einen Bruchteil der Arbeit einnimmt, denn die meiste Zeit wird in die Verarbeitung gesteckt. Hier haben wir ein paar Fotos zu diesem Thema für euch, wir haben schon viel eingelegt, entsaftet und gemußt.

Auch haben Flo und Benni einen fantastischen Trockenschrank gebaut und leckeres Beef Cherkey produziert! Gute Arbeit ihr beiden! Der Schrank besteht aus alten Kartons, Klebeband, einer Glühbirne und ein paar Weidenstecken. Die Glühbirne erhitzt die Luft im Inneren ausreichend, sodass eine Thermik entsteht, die warme und feuchte Luft nach außen transportiert und kühl, trockene Luft ins Innere Zieht.

Flo und Benni bauten aus alten Kartons, Gaffa und einer Glühbirne einen Trockenschrank. Darin trockneten sie eingelegtes Fleisch zu Beef Cherkey, dass viele Begeisterte Esser fand!

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 Grundstückssuche

Letzten Freitag hatten wir einen Termin mit einem Vertreter eines sehr großen Augsburger Unternehmens. Die Firma ist im Besitz eines Grundstückes im Riedinger Park Gewerbegebiet, welches genau unsere Anforderungen erfüllte. Größe, Lage, Ausstattung, Erreichbarkeit, keine direkten Anwohner – alles perfekt. Voller Aufregung flehten wir also den Tag des Termines herbei, denn er könnte das Ende der Suche bedeuten.

So besichtigten wir das Gelände, knabberten einen Apfel vom Baum und legten dem freundlichen und aufgeschlossenen Herrn unser Konzept dar. Er schien durchaus angetan von der Idee diese Fläche für ein ökologisch-pädagogisches Projekt zu nutzen, statt ein neues Parkhaus zu bauen. Doch da er leider nicht entscheidungsbefugt war und als Vertreter des Gebietsverwalters zu unserem Termin erschien, bat er uns um eine Woche Geduld, dann könne er uns Näheres mitteilen. Mit einem guten Gefühl und schon wieder voller Ideen, was wir aus dem Fleckchen Land machen könnten, verabschiedeten wird uns. Die Wartezeit wurde uns indes dank harter Arbeit bei der Obsternte und dem Vorbereitens des kleinen Familienhofes für den Winter in Ildi´s Heimat verkürzt.

Gestern nun, Mittwoch kehrten wir mit einem Auto voller Äpfel, alter Gerätschaften, neuer Literatur und neuer Energie zurück in unsere Wartestellung. Doch lange mussten wir nicht warten und schon am Nachmittag erreichte uns der Anruf des Unternehmens. Mit klopfendem Herzen und kaum zügelbarer Aufregung in der Stimme erwarteten wir ein Ja oder Nein. Der Herr am Telefon teile uns mit, dass er recherchiert habe und auf eine ca. 5 Jahre alte Bodenanalyse gestoßen war. Der Boden des Grundstückes ist stark mit Schwermetallen wie Blei und Kupfer verseucht. Bevor man dort Beete anlegen könne, müsste der Boden mindestens 50 cm abgetragen und als Sondermüll entsorgt werden. Für die Arbeit mit Kindern daher sehr, sehr ungeeignet. Wir dankten ihm für die Recherche und legten traurig auf. Dies war ein unabänderbarer, unverhandelbarer Grund gegen die CityFarm auf diesem Stückchen Land, dass so unschuldig grün inmitten von Betonflächen Leben versprach. Wiedereinmal brach das Glashaus unseres Traumes kurz in sich zusammen. Und wir ahnen, dass uns stark belastete Böden noch öfters einen Strich durch die Rechnung machen werden. Die heimliche Sorge, dass gerade auch dieser Garten davon betroffen sein könnte lauerte schon länger in unseren Herzen, doch wer will so etwas schon gern wahrhaben?

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Gewächshaus

Als sei es an diesem Tag nicht schon genug der Rückschläge, ereilte uns kurz darauf die nächste Hiobsbotschaft. Vor einigen Tagen ersteigerte Ildi ein gutes, solide gebautes Gewächshaus für lau. Wir freuten uns sehr, denn es war zu dem Zeitpunkt ein weiterer großer Fortschritt für die CityFarm und natürlich für Benni´s Chilipflanzen, die dringend ein frostsicheres Winterquartier benötigen. Es war nicht eines jener Fertigbau-Gewächshäuser aus dem Supermarkt, sondern eine Anfertigung vom Schreiner für eine Liebhaberin. Also organisierten wir für Sonntag Aron und Flo, die beide unser fehlendes handwerkliches Know-how beim Abbau ausgleichen sollten und ein Auto mit Hänger. Der Termin war vereinbart und das Gewächshaus bezahlt. Wir ahnten ja noch nicht, dass wir in einen Besitzerstreit geraten würden. Scheinbar wurde der Hof, auf dem das Gewächshaus steht, verkauft. Doch die Besitzverhältnisse schienen nicht so klar zu sein wie gedacht, denn es traten unvorhergesehene Probleme auf, die uns aber im Grunde nicht weiter belasten sollten. So schrieb ich eine Mail an den neuen Besitzer, um den Termin zu bestätigen, der mit dem alten Besitzer ausgemacht war.Zurück bekamen wir eine bitterböse EMail, die uns zeigte wo die Grenzen von Menschlichkeit und Freundlichkeit liegen, wenn es um Geld geht. Um der sehr sympatischen alten Besitzerin keine zusätzlichen Probleme zu verursachen, habe ich die Mail wieder rausgenommen.

Vermutlich war auch hier einmal wieder zu viel Habgier und Missgunst im Spiel, die verhindern, dass Menschen oder einfach nur zwei Parteien sich vernünftig unterhalten und einigen können. Es gibt da ein schönes nepalesisches Sprichwort:

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Die Feinde Gier, Hass und so fort,

sind ohne Arme, Beine und so fort,

sind weder tapfer noch weise.

Wie können sie uns nur zu ihren Sklaven machen?

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Wir sind traurig, dass es sich so entwickelt hat, wir nun doch kein geilo Gewächshaus bekommen und wir wieder einmal an den menschlichen Fehlern scheitern. Ich will niemandem etwas vorwerfen, jeder hat seine Gründe zu tun oder zu sagen was er will. Natürlich überrascht es uns nicht, dass die Menschen so sind wie sie sind und auch immer sein werden, wir selbst sicher nicht ausgenommen. Niemand ist von Grund auf nur ein guter Mensch, wenn er sich in seiner Existenz oder Gier bedroht fühlt.

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Kein Grundstück, kein Gewächshaus. Reset-Taste. Also nochmal von vorn. Eine Tür fällt zu und eine andere geht auf. Nun müssen wir die neuen Türen finden…

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Zwei kleine Lichtblick erhielten wir aber trotzdem an diesem Tag. Es schien fast, als wolle uns das Schicksal nach diesem Tag der Rückschläge ein wenig trösten. Die erste und größte Freude ist die Unterstützung unserer Freunde. Wir dürfen fröhlich verkünden, dass es die ersten Hühnerpatenschaften gibt! Lida und Benni D. werden die Paten unserer ersten Hühner werden! Danke euch! Falls es euch interessiert: dies Bedeutet die Anschaffung des Huhnes mit Futter für ein Jahr zu übernehmen, ihm einen Namen zu geben und sich ab und an ein paar frische Eier zu holen. Wer Lust hat kann seinem Patenhuhn natürlich auch Kunststücke beibringen und es knuddeln. 😉

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Die zweite kleine Freude fanden wir am Abend in Lida´s Händen und auf dem Müll. Lida fertigte für den Trockenschrank einen sehr stabilen Gitterrost aus Weiden und Draht. Danke Lida!

Zudem fanden wir zwei riesige, handgearbeitete und handgeschmiedete Kupferkessel. Scheinbar wurden sie länger als Pflanzkübel verwendet und der alte Besitzer verkannte den Wert dieser uralten Gefäße und stellte sie an die Mülltonne. Den kleineren werden wir von einem Kesselflicker reparieren lassen. Wer also einen solchen kennt, der soll sich bitte bei uns melden! Der andere ist nicht ganz so gut in Schuss und wird wohl weiterhin ein Pflanzkübel bleiben, in den aber mindestens 4 Tomatenpflanzen passen! Und Kupfer hilft nebenbei auch gegen Kraut- und Braunfäule.

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