Das Augsburger Huhn

Zu allererst muss ich euch eine traurige Mitteilung machen: das Huhn Martha ist verstorben.

Vor ca. einem halben Jahr hörten Opa´s Hühner, unter anderen auch Martha, auf Eier zu legen. Die Familie wälzte Bücher und versuchte den Grund herauszufinden. Jetzt, ein halbes Jahr und ein Huhn später wurde die Ursache bekannt. Die Schar brach eines Tages als keiner zu Hause war aus und vergnügte sich auf dem nahen Getreidefeld. Leider waren die Pflanzen auf dem Feld für die Biogasanlage bestimmt und daher mit hochgiftigen Mitteln behandelt. Die Hühner vergifteten sich am Getreide und stellten das Eierlegen ein. Seit wir dies wissen, sind wir froh, dass es keine Eier mehr von den Hühnern gab. Aufgrund ihres doch recht hohen Alters erlag Martha der Vergiftung und verstarb anfang des Monats.

R.I.P. Martha

Martha wir werden dich in Erinerung behalten und zu deinen Ehren ein anderes weißes Huhn auf der CityFarm aufnehmen.

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Auch in Gedenken an Martha bestellten wir, als wir erfuhren, dass unsere Gebete endlich erhört wurden und wir eine Fläche für die CityFarm hätten, ein paar Hühner. Das klingt nun so leicht daher gesagt, ist es aber wie immer nicht.

In unserem Konzept steht, dass wir Wert auf alte Gemüsesorten und alte Haustierrassen legen. Also muss auch unsere Hühnerschar diese Ansprüche erfüllen. Aber nicht nur eine alte Hühnerrasse sollte es sein, sondern auch eine regionale. Was könnte da symbolischer sein als das Augsburger Huhn.

Die Rasse steht sogar auf der roten Liste, ist also vom Aussterben bedroht. Es existieren nur noch wenige hundert Tiere.

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Mittels diesem Video könnt ihr euch ein Bild der Augsburger Hühner machen. Unter Blogthemen gibts noch eins drauf.

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Was das Besondere am Augsburger Huhn ist und welche aufregende Reise die Rasse hinter sich hat, erfahrt ihr unter Themen oder wenn ihr einfach auf den LINK klickt. Es lohnt sich mal reinzuschauen, denn auch uns hat die Geschichte arg verblüfft und uns in der Entscheidung bestärkt.

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Es gibt nicht viele Züchter dieser Rasse, da die Nachzucht einigen Aufwand bedeutet. Daher werden unsere ersten Augsburger nicht gegessen und wir konnten schon Patenschaften dafür vergeben.

Die Rasse ist sehr brutfaul, was bedeutet, dass sie von allein nicht anfangen zu glucken und zu brüten. Der Züchter muss die Eier somit in einem Brutautomat ausbrüten. Genau dies macht auch unser Züchter Anton Schneider aus Friedberg. Erfreulicherweise hat er beide Zuchtformen der Hühner (mehr dazu unter Themen).

So bekommen wie zu Ostern die ersten sechs Küken des Jahres, die wir natürlich selbst aufziehen.

Wir werden den Tieren auf unserem Gelände zwischen 100 und 200qm zur freien Verfügung stellen, je mehr Auslauf desto besser. Die Augsburger Hühner lieben es sich ihr Futter selbst zu suchen, also von Samen bis zu Regenwürmern alles aus dem Boden zu picken. Früher sammelten die Kinder Maikäfer und warfen sie den Hühnern zum Fraß vor. Dass diese begeistert verschlungen wurden ist wohl klar. Leider gibt’s kaum mehr Maikäfer aber sicherlich andere Insekten die unser Gemüse vertilgen wollen und die den Hühnern schmecken.

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Nun noch ein paar Worte zur Haltung. Unsere Hühner dürfen sich in einem umzäunten Areal frei bewegen und tun was Hühner halt so tun: scharren, picken, kacken, sandbaden, …

Sie lieben Gebösch und Sträucher unter denen sie im Sommer Schatten und Kühle finden. Nachts bleiben sie im gesicherten Hühnerstall. Gesichert ist dieser vor diversen Hühnerräubern wie Füchsen oder Mardern.

Allerdings wissen wir aus elterlicher Erfahrung, dass Hühner ganz gewitzte Tierchen sind, die gern irgendwelchen Schmarrn anstellen. Beliebter Hühnerschmarrn ist die in den Augen der Menschen sinnlose Zerstörung des Gemüsegartens. Hühner lieben Salat und anderes schmackhaftes Grünzeug. Allerdings rupfen sie nicht nur ein Stückchen davon ab, sondern zerpicken und zerstören die Pflanzen vollkommen. Ich erinnere mich noch lebhaft daran, dass wir früher panisch die Hühner vom Gemüsegarten fernhalten mussten. Hatten sie es erstmal kapiert wie man über den Zaun gelangte, gar es jeden Tag mehrere Male „Hühner im Gemüse“ – Alarm. Auch lieben die Hühner Kompost- und Misthaufen. Irgendwie logisch, denn die Haufen bieten den Tieren einen reichhaltig gedeckten Tisch. Also entweder heißt das für uns den Komposthaufen Hühnersicher gestalten oder ihn einfach den Tieren zu überlassen und so zu umbauen, dass nicht alles beim wilden Scharren daneben landet.

Das andere Hühnerfreude auch solche Probleme haben, wollen wir euch in dem kleinen Video vom Ralf zeigen. Sowieso ist seine Seite immer einen Besuch wert:

http://neulichimgarten.de/blog/

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One response to this post.

  1. Vielen Dank fuer die Erwaehnung

    Aber ihr habt schon recht. Huehner sind ein ganz eigenes Voelkchen. Die tuen grundsaetzlich nicht das, was man gerne haette. Bauen wir ihnen nette Legenester, dann nehmen sie diese nicht an. Einige weigern sich haertnaeckig am Abend in den Stall zu gehen und muessen jeden Abend hineingetragen werden.

    Und ins Gemuese duerfen sie wahrlich nicht kommen. Da bleibt nichts uebrig. Ich habe mir schon mal ueberlegt, ob ich nicht einen separaten kleinen Kaefig bauen soll, vielleicht so 6 m2 und diesen auf freigewordene Beete stelle (wandernd). Darin einige Huehner rein, da bleibt kein Unkraut stehen. Ausser Brennesseln. die fassen sie nicht an.

    Dann mal viel Spass mit euren neuen Mitbewohnern.

    Gruss RR

    Antwort

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