Benni´s Zoobericht

Nun, als halbgarer, angehender Zoobegleiter und Freund des Augsburger Zoos will ich euch, meine lieben Leser, an den Erfahrungen, die man so im Zooalltag macht, teilhaben lassen und ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern.

Die Vielfalt, der ich im Augsburger Zoo begegnet bin, spottet jeder Beschreibung. Bei 300 verschiedenen Tierarten und einer Unzahl unterschiedlichster Individuen ist es nicht leicht den Überblick zu behalten. Hinzu kommen die einzigartigen Eindrücke von Fellbeschaffenheit, Düften, Geräuschen, Verhalten der Tiere und vielem mehr. Denn nicht nur die Bewohner des Zoos haben bei mir immer wieder Erstaunen ausgelöst, sondern auch die Menschen denen man begegnet hinterlassen bleibende Spuren. Sowohl das eigenwillige Volk der Tierpfleger und die netten und aufgeschlossenen anderen Zoobegleiter als auch unsere kompetenten Betreuer werden noch lange in meinen Erinnerungen bleiben.

Anfangs eine kleine Frage: Was ist eine Seerobbe? Sind „Seerobben“ die niedlichen kleinen Meeresbewohner welche in Massen auf Sandbänken lümmeln oder sind es die großen schwarzen 200 Kilo schweren Ungetüme im Gehege nebenan? Diese Frage stellt sich vielen Besuchern im Augsburger Zoo.
Nichts dergleichen. Es sind Fabelwesen! Dabei gibt es doch so viele See-Tiere:
Seeschnecken, Seewölfe, Seeadler, Seeigel, Seeelephanten und Seepferdchen. Warum dann keine Seerobben? Die Wissenschaftler haben anders entschieden. Was landläufig dafür gehalten wird, hat so wohlklingende Namen wie „Südafrikanischer Seebär“ oder „Europäische Ohrenrobbe“. Machen Sie bitte nicht den gleichen Fehler wie ich und lassen das Unwort „Seerobbe“ einen Tierpfleger der Gattung Penipelia (Flossenfüßer) hören. Es sei denn sie wollen gevierteilt, geköpft und an die „Fleischfresser“ verfüttert werden.

Oh pardon! „Fleischfresser“, ein weiteres Unwort in der Zoogemeinschaft, die werden ja Beutegreifer genannt. Erkennbar an den nach vorne gerichteten Augen und den nach hinten gerichteten Schneidezähnen lässt man lieber keine Kinder mit ihnen spielen, sondern beobachtet aus angemessener Distanz diese wehrhaften Jäger. Unter dem Motto: Fleisch ist mein Gemüse reihen sich dabei Löwen, Tiger so mancher Mähnenwolf, Hyänen, drollige kleine Nasenbären und die noch viel drolligeren Schleichkatzen namens Erdmännchen in die Liste um ein Stückchen Fleisch ein. Im Ganzen verfüttert, bietet eine alte notgeschlachtete Ziege ein Spektakel für Zuschauer und Tiere. Ob Nasenbären die besagte Ziege zerfleischen, sich Erdmänner über einige tote Küken hermachen oder Pelikane sich mit ihren rießigen Schnäbeln usedomische Rotaugen einverleiben, spielt dabei keine Rolle.Die Faszination bleibt die gleiche. Der Kreislauf von fressen und gefressen werden wird selten so deutlich erkennbar wie im Zoo. Nicht umsonst ziehen im Moment 40 fleischgewordene Löwenträume auf Augsburgs Afrikapanorama ihre Runden. Kamerunschafe! Manchmal mehr, manchmal weniger, bei Geburtenraten von 20 Lämmern pro Jahr nicht immer nachvollziehbar, bilden sie eine Grundlage des Zookreislauf.

Nun es gibt Geschichten über ungewollte Ausflüge von Elefantendamen, Geschichten über Tonnen schwere Nashornbullen, die sich einen Spaß daraus machen Betonpfeiler zu zerstören und Geschichten über unausgeschlafene Konzentratselektierer mit rießigen Herzen und einem sehr, sehr kleinem Gehirn. Wie ihr seht liebe Leser sprengen die Beschreibungen meiner Erfahrungen im Zoo diesen kleinen Rahmen und viele Fragen bleiben ungeklärt. Deshalb besucht uns doch auf der CityFarm oder kommt in den Augsburger Zoo, der im Winter übrigens auch wunderschön und viel ruhiger ist als im Sommer, und lasst euch vom halbgaren, angehenden Zoobegleiter Benni ein wenig von der wunderbaren Welt der Tiere erzählen.

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One response to this post.

  1. Posted by Camillo V. on 8. Februar 2012 at 15:40

    Hey Brüderlein und Ildi,

    verdammt cooler Artikel, selbst Ich hab ihn ganz gelesn xD

    Go Ahead

    Lg

    Antwort

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