Vorferienzeit 2. Teil

Erdkeller

Helfer Svetlo in unser hier noch halb fertiger Erdkeller.

Helfer Svetlo in unser hier noch halb fertiger Erdkeller.

An einem heißen Sommertag, als unser Kaninchenfutter vom Supermarkt einmal wieder unter der Schwüle litt, kam die Idee eines kühlen Lagerraumes auf – oder besser: die Idee eines Erdkellers. Schon länger beschäftigten wir uns mit der Frage wie und wo wir unsere Ernte im Winter lagern könnten. Die Suche nach einem alten und unbenutzten Erdkeller verlief leider Erfolglos, sodass nur eine Möglichkeit blieb: selber bauen.

Sogleich machte sich Benni mit Hilfe von Svetlo ans Werk. Ausgewählt wurde ein Standort im dunkelsten Eck der CityFarm, versteckt hinter Mangold und Topinambur. Innerhalb von 2 Tagen war ein ca. 1,50m tiefes Loch ausgehoben. Dieses verkleidete Benni mit alten stabilen Bohlen und krampte gegen Mitfresser alles mit Drahtgeflecht aus. Tipps und Ideen zur weiteren Umsetzung holte er sich bei Menschen der Generation, die auf solche Vorrichtungen noch angewiesen waren. Eine große Hilfe war uns Ernst Bucher der Biogärtnerei Bucher.
Aus alten Türen baute Benni den oberen Abschluss. Ein Belüftungsrohr sorgt für Gasaustausch und die Erdbedeckung der linken Seite für gespeicherte Kühle und Luftfeuchtigkeit. Ein sehr einfaches und effektives Prinzip zur Lagerung von Lebensmitteln. Dennoch ist es kein richtiger Kühlschrank und auch eine Milch hält sich nur zwei Tage darin, doch es verlängert die Haltbarkeit unseres Gemüses um ein Vielfaches. Die im Keller vorhandene Temperatur und Luftfeuchte sind optimal für Kartoffeln, Möhren und anderes Lagergemüse geeignet.

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 Krautertreffen

Seit ihrer Diplomarbeit über die kulturelle und pflanzliche Vielfalt im Interkulturellen Garten Augsburg, ist Ildi im Gärtnerforum Kraut und Rosen aktiv. Dort tummeln sich viele Profi- und Hobbygärtner, unter anderem auch jede Menge Augsburger.

So ergab es sich, dass sich am 22.Juli die Augsburger Krauterbande auf der CityFarm zu einem regionalen Stelldichein versammelte.
Schon Tage vorher buddelte, schnippelte und pflanzte Ildi aufgeregt im Garten, um alles so schön wie möglich vorzeigen zu können. Denn wer hört nicht gern ein Lob über seinen Garten? Zumal wenn er so ungewöhnlich gestaltet ist wie der Unsere, in Mischkultur mit vielen alten und seltenen Gemüsesorten. An dieser vielfältigen Pracht hat auch das Krauterforum einen großen Anteil, denn viele Samen seltener Pflanzen fanden über die Gartenfreunde der Internetplattform ihren Weg auf die CityFarm.

Krautertreffen auf der CityFarm

Beliebter Schattenplatz im Topfgarten

Es wurde schließlich eine bunte, fröhliche Zusammenkunft mit leckerstem Essen, wunderbarem Sonnenschein, vielen spannenden Gesprächen und massenweise Pflanzen und Tipps für den Garten der Farm. Während am Lagerfeuer bei anregendem Geplauder Stockbrot gebacken wurde, machten es sich andere im Topfgarten, vor den Kaninchengehegen oder in der Bohnenlaube gemütlich.

Krautertreffen auf der CityFarm

Biggi und Harry im Schatten der Bohnen

Am frühen Nachmittag trafen die ersten Krauter ein und abends gegen 20 Uhr verließen uns die letzten Gartenfreunde. Keiner bemerkte das schnelle Verfliegen der Zeit, was für uns ein Zeichen ist, dass es allen gefallen hat!

Schön dass ihr so zahlreich erschienen seid! Es war ein spannender Nachmittag mit euch!!!!

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Alles nur ein Trend? Überfluss und Erntegedanken

Kartoffelsorte Blauer Schwede.

Kartoffelsorte Blauer Schwede.

Der Spätsommer ist die Zeit des Überflusses im Garten. Ob eigener Garten, Balkongarten oder Parzelle – keiner von uns kauft zu dieser Zeit Obst oder Gemüse im Supermarkt ein, denn so viel Bio und Gesund gibts an keiner Kasse zu kaufen!

Im Gegenteil, es wird endlich wieder vermehrt eingekocht, entsaftet und natürlich Marmeladen produziert. Uns freut diese Entwicklung, die sich scheinbar um die ganze Welt zieht. Immer mehr Menschen entdecken den Wert des Althergebrachten und des Wissens und Könnens unserer Vorfahren. Fast vergessene Konservierungsmethoden werden wieder hervorgeholt und die ältere Generation mit Fragen überhäuft. Dass sich dieses neue alte Interesse des Selbermachens nicht nur im Garten und in der Küche bewegt, zeigen Initiativen und Projekte wie die Bike Kitchen und das Garnhotel im Grandhotel Cosmopolis in Augsburg. Die Menschen nehmen ihr Leben wieder selbst in die Hand: Selbermachen, Gebrauchtes und Altes wiederverwenden sowie Weggeworfenes neuen Aufgaben zuzuführen liegen mehr als nur im Trend. Doch ist das alles nur wieder eine Mode, ein Trend?

Wir denken nicht, denn wer sich damit beschäftigt entwickelt einen langfristig einen nachhaltigen Lebensstil und übernimmt Verantwortung für sein Leben. Natürlich ist es einfacher sich hübsche Klamotten billig im SSV zu ergattern. Doch das ist es nur, wenn man die Augen vor den Konsequenzen verschließt. Giftige Stoffe im Stoff, die sich erst nach mehrmaligem Waschen lösen, Kinder- und Frauenarbeit und die Entlohnung der Arbeiter auf Ausbeutungsniveau werden mit solchen Billigangeboten gefördert. Es ist eine moderne Form der Sklaverei, nicht nur im Textilwesen! Es greift noch weiter, vom Kaffee bis zum iPhone. Zumal vor allem Elektrogeräte der geplanten Obsoleszenz unterliegen, was bedeutet, dass sie geplant nach Ablauf der Garantie sowieso kaputt gehen. Wer mehr darüber wissen will, der solle sich die Dokumentation „Kaufen für die Müllhalde“ ansehen oder einmal hier reinlesen: Murks? Nein Danke!

Daher ist Selbermachen gleich Verantwortung übernehmen, für sich selbst für andere und für die Zukunft. All diese Facetten der Teilsubsistenz gehen einher mit dem Gedanken der Transitiontown-Bewegung wie auch mit der Philosophie der Tiefenökologin Joanna Macy. Diese streben Alternativen zu unserem bisherigen zerstörerischen Lebensweg und Lebensstil an. Doch hier wird nicht nur Theoretisiert, es wird angepackt und einfach gemacht. Schon ganze Ortschaften haben sich selbst umgekrempelt, um eine nachhaltige Basis der Existenz zu finden. Eines der bekanntesten Beispiele ist wohl die Stadt Todmorden. Eine Revolution von unten?

Auch in Augsburg geht es voran, wie ein Artikel in der Neuen Szene zeigt: „Stadt im Wandel – Wandel in der Stadt?

Immer noch nur ein Trend? Wohl eher nicht, denn all diese Initiativen und Projekte haben das Ziel einer langfristig lebenserhaltenden Gesellschaft, in welcher gegenseitige Hilfe und die Abkehr vom Konsumwahn die Menschen verbindet. Schon allein dies widerspricht des Modegedanken:

Mode (aus dem Französischen mode; lat. modus ‚Maß‘ bzw. ‚Art‘, eigentlich ‚Gemessenes‘ bzw. ‚Erfasstes‘) bezeichnet die in einem bestimmten Zeitraum und einer bestimmten Gruppe von Menschen als zeitgemäß geltende Art, bestimmte Dinge zu tun, Dinge zu benutzen oder anzuschaffen, sofern diese Art, etwas zu tun, nicht von großer Dauer ist, sondern im Verlauf der Zeit infolge gesellschaftlicher Prozesse immer wieder durch neue – dann als zeitgemäß geltende – Arten revidiert wird, sofern sie also zyklischem Wandel unterliegt.“ Wikipedia

Für uns ein Grund mehr sich über die eigene Ernte zu freuen. Da schau sich nur einer den Benni an, so viel Arbeit und Liebe steckt in diesem Hokkaido. Das nenn ich wahre Wertschätzung! Vom Samen bis in den Mund – alles selbstgemacht!

ohne Worte

ohne Worte

Der Kürbis endete übrigens als leckerer Blätterteig – Parmesanauflauf in einem Schlemmerfest.
Neben Bohnen, Karotten, Mangold, Braunkohl, Salat und co mussten auch schon die ersten Kartoffeln aus der Erde. Denn leider macht sich in unserem Garten die Braunfäule breit, sodass einige Kartoffeln schon frühzeitig ihr Erdbett verlassen mussten. Damit fällt auch der Ertrag sehr mager aus und nur wenige große Kartoffeln konnten wir ausgraben.

Aus der Ersten Kartoffelfuhre konnten wir aber einen leckeren Kesselgulasch über dem offenen Feuer zaubern.

Sicherlich wird es noch viele gemeinsame Kochabende auf der CityFarm geben, vielleicht sieht man sich ja mal an der Feuerstelle bei leckerem Eintopf!

Original ungarischer Kesselgulasch auf der CityFarm.

Original ungarischer Kesselgulasch auf der CityFarm.

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