Es summt und brummt!

Liebe CityFarm Freunde,

Die Honigbar ist eröffnet.

Die Honigbar ist eröffnet.

ein turbulentes aber hoffentlich erfolgreiches Bienenjahr erwartet uns. Der erste Anlauf unsererseits einen Schwarm zu erjagen, scheiterte unglücklicherweise an einer massiven Betonwand. Nicht den geräumigen Rollokasten, sondern die in den 30er Jahren errichtete Hohlziegelwand erwählten unsere geflügelten Freunde als neues Zuhause. So endete diese Metzgersfahrt, mit einem liebevollst und neu zusammen gezimmerten, aber leeren Schwarmkasten. Nach dem Fiasko letzten Herbst als Bienenwolf (Philanthus triangulum), Varroa Destructor und Hornissen (Vespa crabro) unserem zarten Jungvolk den Todesstoß versetzten, war unsere imkerische Zuversicht kurzzeitig gebrochen. Doch sowohl mit dem erwachenden Frühling, einiger im Winter verschlungener Lektüre und einem weiteren Demeter-Imkerkurs kehrten unsere Bienengelüste zurück und veranlassten uns wieder auf Hautflüglersuche zu gehen.

Also liebe Feuerwehrleute, Imker, Schädlingsbekämpfer, Gartenbesitzer und Cityfarmer sollte euch zu Ohren kommen, dass eine reife Bienentraube im Garten, am Baum, an einer Stoßstange oder auch im Rollokasten hängt, bitte ich euch uns schnellstmöglich zu informieren unter:

0157/34003658 oder 0157/84866734

Wir lassen dann alles stehen und liegen und machen uns auf zum Traubenpflücken. Vielleicht erbarmt sich auch ein Imkerkollege und tritt uns ein kleines aber feines Völklein ab, damit jung und alt wieder den Spaß und die Möglichkeit haben nicht nur am Flugloch sondern auch am extra eingebauten Sichtfenster den Bienchen näher zu kommen und ihre Scheu zu verlieren. Im Moment nennen wir zwei Oberträgerbeuten unser eigen, in denen die Bienen ihr Nest im Naturbau errichten dürfen.

Perfekte Organisation unten den geflügelten Ladys. Naturwabe ohne Mittelwand und Rähmchen.

Perfekte Organisation unten den geflügelten Ladys. Naturwabe ohne Mittelwand und Rähmchen.

Als Benni diesen Artikel schrieb, ereignete sich ein Abenteuer, welches eines unserer Bienenhäuser mit Leben füllte. Nach der Pleite mit dem Rollokasten radelte Ildi am Mittag mit einem Liedchen auf den Lippen von zu Haus Richtung Farm. An der Biogärtnerei Bucher traf sie die Imkerin Lydmyla und fragte gleich, ob diese ein Volk anzugeben hätte. Leider habe sie selbst nur zwei der Völker hier, aber Ildi könne sich den Schwarm da hinten am Baum einfangen. In Rock, Trägershirt und nur mit einem Imkerhut auf, stürzte sich Ildi mit Lydmylas Hilfe in den ersten Schwarmfang ihres Lebens. Zum Umziehen blieb keine Zeit, denn der Schwarm konnte sich jeden Moment einen neuen Ort suchen und dann unerreichbar sein.

Endlich, die Königin ist im Kasten!

Endlich, der Schwarm ist gefangen und die Königin im Kasten!

Auf 3 Meter Höhe hatte sich ein beeindruckend großer Schwarm mit ca. 50 000 wimmelnden Objekten unserer Begierde gesammelt. Mutig kletterte sie mit Schwarmkasten bewaffnet den bedrohlich summenden Stechimmen entgegen. Unglücklicherweise war die große Menge Bienen für den kleinen Kasten ein wenig zuviel und gleich einem überlaufenden Fass, purzelte eine Heerschar der possierlichen Tierchen herab und erwählen Ildi als neuen Versammlungsort. Im ersten Schreckmoment geschah was unsere Heldin noch einige Tage beschäftigen sollte. Pieks- Stech- Schmerz! 7 Stiche! Doch ein wahrer Imker bleibt beherrscht klettert sowohl mit Bienenkleid als auch Schwarmkasten den Baum hinab und freut sich trotz allem über den geglückten Fang. Denn alles was zählt: Die Königin war im Kasten! So würden ihr bis zum Abend alle Anhängerinnen folgen. Ildi musste jedoch nicht bis abends im Bienenkleid stehenbleiben, sondern Lymyla beherzt fegte ihr die nun wieder ruhigen Bienen vom Körper. Interessant war, dass die Bienen ausschließlich in den drei Sekunden stachen, als Ildi gegen die Angst kämpfte. Danach hatten die Tierchen kein Interesse mehr am Stechen.
Am nächsten Tag zogen die Bienen in ihr neues Heim und brachten 2 Tage später auch schon die ersten Pollenhöschen (Futter für die Larven) nach Hause. Ein gutes Zeichen für eine gesunde, starke Königin.
Nun steht nur noch eines unserer Bienenhäuser leer und wartet auf neue Bewohner.

Ein neues Heim für den Schwarm.

Ein neues Heim für den Schwarm.

Ein letztes Anliegen hätten wir noch, dann geht es zum spaßigen Teil über. Der Neubau von Bienenkästen ist ein sehr kostspieliges und zeitaufwendiges Hobby. Falls ihr einen Opa habt der die Imkerei aufgegeben hat oder bei euch ein überflüssiger oder auch kaputter Stock in der Garage steht wären wir froh, für einen kleinen Obulus, ein Tauschgeschäft oder auch gerne für ein wenig Hilfe im Garten diesen Bienenstock zu übernehmen. Uns ist egal ob Zandermaß, Deutschnormal oder Marke Eigenbau. Hauptsache wir geben unseren Honigbienen wieder eine Zukunft.

Einzug ins Bienenhaus

Einzug ins Bienenhaus

So will ich euch noch ein wenig aus dem Leben unserer 50 Millionen Jahre (einige Male Menschheit) alten Ameisenverwandschaft erzählen. Denn als Königin hat man es nicht leicht mit seinen Untertanen. Ständig stopfen sie einen mit Essen voll und bauen Wabe um Wabe die es zu bestiften gilt. Manchmal 1500 Stück am Tag! Soviel Gewicht in Eiern wie ich selbst wiege, kommt da an einem Tag zusammen. Stellt euch vor wieviel ich dafür essen muss. Leider geht diese ganze Fresserei zu Lasten meiner Figur. Denn im Frühling bevor wir als Schwarm zu neuen Gefilden aufbrechen, unterzieht mich mein Hofstaat einer rigorosen Abspeckkur. Tagelang schubsen und kneifen sie mich, damit ich in Bewegung bleibe, denn noch bin ich zu fett zum Fliegen. Die Höhe ist, dass, wenn ich ein wenig in die Jahre komme und nicht mehr in der Lage bin so opulent zu stinken wie in meiner Jugend, werde ich ermeuchelt und durch eine Jüngere ersetzt. Doch vergleichsweise mit meinen männlichen Artgenossen habe ich ein langes und arbeitsreiches Leben. Erfüllen Männer ihr Lebensziel, meine Befruchtung, wird ihnen der Geschlechtsapparat aus dem Leib gerissen und sie flattern sterbend zu Boden. Gelingt ihnen dies nicht, werden sie spätestens im August von meinen Arbeiterinnen ausgehungert, gepiesackt und zu guter Letzt erstochen. Dafür haben sie sogar eine extra weiche Stelle am Bauch, in die unser Stachel ohne Gefahr eindringen kann. Die Jungs sind stachellos, ausgehungert und vergleichsweise dumm, deswegen haben sie in der Drohenschlacht keine Chance und unsere Frauenpower obsiegt gegen die männliche Desorganisation.

Riesige Pollenhöschen als Futter für de Brut im Stock.

Riesige Pollenhöschen als Futter für die Brut im Stock.

Doch hat es meine arbeitende Bevölkerung nicht minder schwer. Putzen, füttern, pflegen, sammeln, sterzeln, bauen, abdichten und kämpfen sind nur einige der Aufgabenbereiche. Wegen ihrer enormen Arbeitsleistung werden meine Untertanen im Sommer nur wenig mehr als vier Wochen alt. Doch im Winter werden sie zu wahren Methusalems. 6 Monate hocken wir zusammen bei Eiseskälte, Sturm und Schneegestöber im Stock und überdauern aneinander gekuschelt den Winter. Dies funktioniert nur, wenn im Sommer genügend Heizmaterial und Medizin, der Honig, eingetragen wird. Wird uns sämtlicher Honig weggenommen und wir ausschließlich Zuckerwasser futtern müssen, haben wir kein Mittel gegen Erkältungen und bekommen oft schlimmen Durchfall, weswegen wir unser schönes Zuhause verunreinigen und damit unseren Feinden und Parasiten Tür und Tor öffnen.
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Andere Artikel zum Thema auf unserer Seite

Im letzten Jahr 2013 drehte Jan zwei kleine Videos mit uns, die hier auf der Seite erschienen. Im folgenden Filmchen könnt ihr unsere Bienenhäuser sehen:

https://cityfarmaugsburg.wordpress.com/2013/06/19/ein-sommer-auf-der-cityfarm-video-teil-2/

Und dieses Video gibt einen Einblick in das Bienenleben auf der CityFarm Augsburg:

https://cityfarmaugsburg.wordpress.com/2013/07/03/der-erste-blick-ins-bienenhaus-video-teil-3/
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Andere Links:

Greenpeace gegen das Bienensterben:

http://www.rette-die-biene.info/

Eine Horrorvision für uns und ein Traum für die Industrie. Wir dürfen es niemals so weit kommen lassen!!!!

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