Aktuelles aus dem Sommer 2014

Liebe CityFarm-Freunde,

Rudbeckia (Sonnenhut)

Rudbeckia (Sonnenhut)

in diesem Jahr zeigt sich der Sommer von seiner wechselhaften Seite. Erst bekamen wir eine regelrechte Dürre zu spüren, sodass unsere Obstbäume ihre Früchte abwarfen und nun erinnert unser Sommerwetter an tropische Gefilde mit schwülwarmen Gewitterwetter. Doch zum Glück haben wir wenigstens darauf keinen Einfluss und müssen unser gärtnerisches Können immer wieder erneut unter Beweis stellen. Da lernt man wenigstens nie aus.

So geht der CityFarm-Sommer ebenso turbulent ins Land wie unsere Witterung und fordert uns nicht minder einiges an Nerven und Arbeitskraft ab. Nun wollen wir euch mal wieder auf den aktuellen Stand bringen, denn leider lässt unsere Zeit es gerade nicht zu hier regelmäßig zu schreiben.

Sollte sich jemand berufen fühlen uns dahingehend zu unterstützen und kleine Artikel oder Videos zu verfassen, der solle sich bei uns melden. Wir sind für jede Hilfe dankbar! Gern kooperieren wir auch wieder mit Medien- und Geographiestudiengängen der Universität oder der Fachhochschule Augsburg in Form von Praktikas oder Seminarpartnerschaften!

.

Grundstückssuche

Leider gibt es da nichts Neues zu melden, außer den vielen Absagen. Es stellt sich als wahrhaft schwer heraus ein neues Gelände für die Farm zu finden und zeigt was für ein Glück wir vor drei Jahren hatten, unser aktuelles Grundstück zu finden. Es bleibt nun noch ein halbes Jahr bis wir unser Gelände verlassen müssen und die Zeit rinnt uns durch die Finger wie sandiger Möhrenboden.

Calendula officinalis

Wo wird sie nächstes Jahr blühen unsere Calendula officinalis?

Wir sind bisher an Bauspekulanten, bauwütigen Amerikanern, Böden mit Altlasten, ungeklärten Besitzverhältnissen und dem Behördenapparat der Stadt gescheitert. Es bleiben leider kaum mehr Möglichkeiten übrig und ohne Unterstützung der Stadt ist es fast unmöglich etwas geeignetes zu bekommen. Zum Glück haben wir an einigen Stellen Unterstützer sitzen, die für uns kämpfen und nicht wollen, dass das CityFarm-Projekt in Ermangelung einer Fläche beendet werden muss. Aber auch stadtintern wird um Flächen gerangelt und da hat es so ein kleines Projekt wie wir schwer. Doch aufgeben kommt für uns nicht in Frage – noch ist Zeit.

Es stellt sich eher die Herausforderung wo wir unsere Tiere vorübergehend unterbringen können, falls sich bis Februar 2015 noch nichts Neues gefunden hat.

Unterstützt werden wir auch vom Lifeguide Augsburg, der Plattform für ein nachhaltiges Augsburg.

Die Journalistin Cynthia hat uns besucht und sich die Farm und ihre Zwei- und Vierbeiner angeschaut. Mittlerweile zählt sie zu den regelmäßigen Besuchern und ist ein gern gesehener Gast! Ihre Erfahrungen und Interviews mit uns, hat sie in wunderbare Artikel gepackt. Darin kommen auch andere CityFarmer und Besucher zu Wort.

Hier geht es zum Artikel

.

Öffnungszeiten und Veranstaltungen

Endlich sind Sommerferien, was uns ebenso freut wie alle Schulkinder und nach den letzten Wochen, haben wir uns die Pause redlich verdient.

Drei schöne Gartenfeen. Die Schulgartengruppe der Kapellenschule zu Besuch auf der CityFarm

Drei schöne Gartenfeen.
Die Schulgartengruppe der Kapellenschule zu Besuch auf der CityFarm.

Allerdings bleibt wegen unserer Hochzeitsvorbereitungen die Farm bis einschließlich 15. August für Besucher geschlossen. Am Samstag den 16. August könnt ihr uns dann wieder zur gewohnten Zeit von 13 bis 18 Uhr besuchen.

Auch von Mitte September bis Mitte Oktober nehmen wir uns nochmal eine Auszeit und genießen unsere Flitterwochen. Auch in diesem Zeitraum bleibt die Farm geschlossen. Wir bitten euch um Verständnis.

Die nächste Veranstaltung findet am 06. September statt und ist ein Workshop zu alten Konservierungsmethoden. Wer Interesse hat zu lernen wie man Kräuter bis zum Winter frisch hält oder klassische Senfgurken einlegt, der ist an diesem Tag genau richtig! Anmeldung bitte bis zum 03. September per Email. –> muss aus familiären Gründen leider ausfallen. Wir bitten euch um Verständnis!

Das nächste und letzte Fest auf dem Gelände findet am 25. Oktober statt. Gemeinsam wollen wir für die reiche Ernte danken und die letzten Früchte aus dem Garten ernten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Ende Juni feierten wie ein wunderschönes Sonnenwendfest. Das Wetter war uns hold uns zog einige Gäste auf die Farm, die vor dem Fussballwahn in eine ruhige Oase flüchten und ein entspanntes Fest feiern wollten. Geschmückt mit Kerzen und Lichtern verzaubentführte uns die längste Nacht des Jahres in eine Zauberwelt mit Glühwürmchen, Lagerfeuer, Musik und Gesang.

Auch an diesem Tag war Cynthia vom Lifeguide dabei und hat ihre Eindrücke für euch festgehalten.

Das CityFarm-Feeling.

.

Prachtvolles Gartenchaos mit Baumspinat, Borretsch, Tagetes, Ringelblumen, Chili, Paprika und Roter Gartenmelde

Prachtvolles Gartenchaos mit Baumspinat, Borretsch, Tagetes, Ringelblumen, Chili, Paprika und Roter Gartenmelde

 

Garten

Das warm-feuchte Wetter bringt unseren Pflanzen in diesem Jahr eine gute Wachstumsvoraussetzungen.
Wir wollen euch nun noch ein paar Besonderheiten aus dem Gemüsegarten zeigen, der an sich schon eine Besonderheit ist. Viele Kleingärtner würden sich wohl die Haare über das Durcheinander in den Beeten raufen. Doch unser grünes Chaos hat durchaus System und ist dieses Jahr besonders prächtig.
In Misch- und Reihenkultur nach guter und schlechter Nachbarschaft getrennt, gedeihen hier:
Russische Honigzucchini (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina) neben Wirsingkohl (Brassica oleracea convar. capitata var. sabauda L.) neben Baumspinat „Magentaspreen“ (Chenopodium giganteum), der seinem Namen alle Ehre macht!
Halb unter dem Baumspinat versteckt sich eine Reihe Paprika „Roter Augsburger“ (Gattung Capsicum) voll behangen und dadurch recht kopflastig und daneben gedieht die Buschbohne „Frauenbohne“ (Phaseolus vulgaris var. nanus). Dazwischen drängeln sich überall verschiedene Tagetes-Sorten, Borretsch (Borago officinalis) und Ringelblumen (Calendula officinalis) ans Licht.

Ildi versucht den Mais zu retten.

Ildi versucht den Mais zu retten.

 

Auf der anderen Seite des Gemüsechaoses stand bis vor 2 Tagen die Mischkultur Milpa, die drei Schwestern mit dem roten kolumbianischen Mais (Zea mays), Kürbissen (Cucurbita moschata und pepo) und Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris L.) in voller Pracht.

Süße Schwarzenbeere (Solanum burkanii)

Süße Schwarzenbeere (Solanum burkanii)

Noch niemals haben wir Maispflanzen gesehen, die 3 Meter in die Höhe schossen, prachtvolle und starke Pflanzen waren das! Naja, sie waren es bis zum Gewittersturm am Montag. Dieser fegte in derartigen Böen über die Farm, dass die Hälfte der Maispflanzen entwurzelt oder angeknickt wurden. Dabei liegt das Beet schon im Windschatten! Ärgerlich vor allem wegen der außergewöhnlich schönen, blutroten Maiskolben, die Ildi nicht nur genießen, sondern auch für die Saatguttauschbörsen vermehren wollte.

Positiv überrascht haben uns aber die Pflanzen der Jal-Tomate, Süße Schwarzenbeere (Solanum burbankii) und der Miltomate. Was jetzt rot und saftig nach Tomaten klingt, sind nur Verwandte der klassischen Solanum lycopersicum (Tomate) und bringen kleine schwarze Beeren hervor. Im Phänotyp sind die Pflanzen etwas gewöhnungsbedürftig, denn sie erinnern an heimische Giftpflanzen aus der Gattung Solanum. Doch unsere Variationen sind natürlich Kulturpflanzen und ungiftig. Die reifen Beeren sind etwa ein Zentimeter groß und hervorragend für Kuchen, Marmeladen und Chutneys geeignet.

Unreife Jal-Tomate

Unreife Jal-Tomate

.

Die Jal-Tomate wie auch die Miltomate wurde auch von Arche Noah ins Sortenhandbuch aufgenommen.

Hauptzweck des ARCHE NOAH Sortenhandbuchs ist die Verbreitung seltener und gefährdeter Sorten von Kulturpflanzen, die im Handel nicht oder nicht mehr angeboten werden, mit dem Ziel ihrer Erhaltung.“ Arche Noah

Jal-Tomate und Miltomate

Passiflora edulis f. flavicarpa Foto: B.navez

Zuletzt wollen wir euch noch eine tropische Besonderheit zeigen. Die meisten von euch kennen sicher die Passiflora, auch Passionsblume genannt. Die Früchte der Passiflora heißen Maracuja und stellen eine besonders leckere tropische Frucht dar. Die Kultivierung der Passionsblumen erfordert etwas Fingerspitzengefühl, denn die Pflanzen fühlen sich trotz gegenteiliger Angaben in Büchern eher im Halbschatten von Bäumen und nicht in der Vollsonne wohl. Gern ranken sie kleine Bäumchen ein oder benötigen mindestens ein Rankgerüst. Auch das Gießen ist nicht einfach, denn es muss zwar jeden Tag aber immer nur ein Schlückchen gegossen werden. Einen Gewitterguss verkraften die Pflanzen besser als eine ganze Gießkanne voller Wasser. Daran sieht man wieder, dass auch jede Pflanze ihren eigenen Charakter hat.
Steht die Passiflora besonders günstig, dann kann es passieren dass aus den wundervollen Blüten Früchte entstehen, was in unseren Breiten außerhalb des Glashauses eine Seltenheit ist!
Eine unserer Passionsblumen, die in einer Kiste zusammen mit Estragon, Pfefferminze und einer Litschitomate gedeiht, trägt drei kleine Maracujas. Zwar ist unsere Vegetationsperiode wohl zu kurz, um diese ausreifen zu lassen, dennoch sind die Früchtchen eine Freude für das Auge – zeigen sie doch, dass es der Pflanze sehr gut geht!

Essbare Frucht der Passiflora edulis f. flavicarpa

Essbare Frucht der Passiflora edulis f. flavicarpa

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s