Ein guter Start in die Saison und eine erfolgreiche Lämmerzeit

Hallo liebe CityFarm-Freunde,

wie immer im Frühjahr und Frühsommer schwappt eine Welle der Arbeit über uns her. Nicht nur der Garten will bestellt und gepflegt werden, auch diverse Bauarbeiten müssen dringend vor Saisonstart erledigt werden. Nun kam mit unseren neuen vierbeinigen Mitbewohnern natürlich weitere Arbeit hinzu, sodass unsere Webseite eine Weile brach lag.

Aber nun wollen wir euch von Neuem und Neustem berichten.

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Blühender Sommer auf der CityFarm mit viel Klatschmohn .

Ein Blick aus dem Fenster bescheinigt, dass die Wetterkapriolen noch nicht vorbei sind. Die Nachrichten sind voll von Bildern die Überschwemmungen, Hagel- und Sturmschäden zeigen.

Auch momentan, während ich hier schreibe schüttet es wie aus Eimern und am Tag kommen schonmal über 20 Liter auf den Quadratmeter zusammen. Lech und Wertach haben Hochwasser, gestern dagegen noch Sonne satt, Hitze, Schwüle, Sommer!
Doch wir wollen uns nicht beschweren, denn so ist es uns lieber als wieder eine Dürre wie im letzten Jahr durchstehen zu müssen. Die schwersten Unwetter zogen aufgrund unserer glücklichen Lage fast immer vorbei und ergossen sich im südlichen Teil der Stadt (das war letztes Jahr der Dürreauslöser, denn jeder Gewitterguss zog an uns vorbei und wir konnten den Regen nur aus der Ferne bestaunen).

Vielleicht erinnert ihr euch auch an das Problem mit unserem schweren Lehmboden, der noch immer arbeitete, sich setzte und in dem sich bei Trockenheit tiefe Risse bildeten, während wir bei Regen im Schlamm ertranken.

Die neue Pergola.

Die neue Pergola gebaut vom Rene und Max.

Nun, mit zunehmender Pflanzenbedeckung (vorn eine Wiese und im Garten jede Menge Beikraut auf den Wegen, ebenso im Hühnergehege) hat sich das Problem recht gut eingependelt. Durch die Durchwurzelung des Bodens versickert das Regenwasser gut und wird durch die Beschattung auch länger im Boden gespeichert. Nun zieht uns der Schlamm nur noch an wenigen Ecken die Stiefel aus, wenn es wiedermal Unmengen regnet.

Bevor die Gartensaison richtig losging, musste aber dringend noch etwas gebaut werden, ein neues Gewächshaus. Die beiden älteren Modelle hielten der Windbelastung nur schlecht stand, waren zu klein und schlecht begehbar.
Im Zuge der Baumaßnahmen entstand vor dem Wohnwagen auch die herrliche Pergola, an der nun Hängesessel und -Matten zum Rumhängen einladen.
Das Material konnten wir dank einer Förderung der
Anstiftung & ertomis kaufen.
Am Gewächshaus fehlt im hinteren Teil zwar noch die passende Folie, doch es schützt schon jetzt zahlreiche Tomatensorten vor Regen und Braunfäule.

Der Garten ist nicht wieder zu erkennen im Vergleich zum letzten Jahr! Das Grün konnte sich dank reichlicher Wasserversorung explosionsartig entwickeln und wuchs uns an einigen Stellen schier über den Kopf. Das schönste Beikraut in diesem Jahr ist der Klatschmohn (Papaver rhoeas), der herrliche Farbtupfer überall auf der Farm säet und den Insekten eine Freude ist.

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Frisch geschlüpftes Hühnerküken.

Wir haben uns vorerst darauf verlegt die Gemüse- und Beerenbeete frei von unliebsamen Kräutern zu halten und allen anderen unerwünschten Wildwuchs erst nach und nach vor der Samenreife zu entfernen.
Besondere Freude am Dschungel im Garten haben die Laufenten, denn im feuchten Dickicht verstecken sich bevorzugt die glibbrigen Leckerbissen, die Schnecken. Mit den Gemüsefressern haben wir dank der Laufenten keinerlei Probleme mehr! Auch gehen die Laufenten nicht an das Gemüse, was am ausreichenden Platz liegt. Diese Unart entwickeln die Tiere meistens nur, wenn der Platz zu klein und damit zu wenig natürliches Futter verfügbar ist.

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Die zwei kleinen Mädchen das erste Mal auf der Weide.

Unser Entenpärchen war dieses Jahr der Meinung zu brüten und es schlüpften auch einige Küken. Doch leider hat der Herr Erpel zwei davon selbst auf dem Gewissen, sodass er ins Hühnergehege umziehen musste. Dort läuft er den ganzen Tag am Zaun entlang und schnattert mitleidserregend seiner Familie hinterher. Aber, selbst schuld und eine Weile muss er auch noch dort bleiben!

Ebenso traurig ist unser Kampf gegen die Natur, wenn es um die Jungtiere geht. Ein äußerst dreistes Krähenpaar hat sich in der Nähe eingenistet und einige Jungtiere (sowohl Hühner- als auch Entenküken) zum Frühstück verspeist oder ihren eigenen Jungen gefüttert.

Leider sind die derart schlau, dass unsere Versuche sie zu täuschen oder abzuhalten alle kläglich scheiterten. Die Hühnerküken leben seit dem in einem der alten Gewächshäuser, während die Entenkinder nun groß genug sind (und hoffentlich nicht die Aufmerksamkeit des Bussards auf sich ziehen) und dem Beuteschema entfallen.

Nebenan auf der Schafweide hat sich auch etwas verändert. Hohe, durchdringende Bääääää-Laute zaubern allen CityFarmern ein Lächeln auf die Lippen. Die Lammzeit ist vorbei und 5 tapsige, verspielte Lämmchen toben sich mit Kiki und Peterle auf der Wiese aus. Ein Quell der Freude diese putzigen Schäfchen! Die ersten Tage verbrachten die Kleinen mit Ihren Müttern im Stall und für eine Woche galt: anfassen verboten! Schafe sind da recht eigen und verstoßen auch mal ein Lämmchen, wenn der Menschengeruch zu aufdringlich an ihnen haftet. Doch alles gut gegangen, die Schafkindchen sind wohlauf und einige schon zutraulich, sehr zur Freude der Menschenkinder.

Lolek der Erstgeborene gerade ein paar Stunden alt.

Lolek der Erstgeborene gerade ein paar Stunden alt.

Zweimal brachten die Mütter Zwillinge zur Welt. Lolek und Bolek, zwei weiße Böckchen kamen zuerst. Danach zwei Mädchen, eine Schwarze und eine Fuchsfarbene. Dies ist etwas ganz, ganz Besonderes bei Skuddn und kommt bei 100 Lämmern nur 1x vor. Rein genetisch betrachtet ist die Farbe übrigens weiß.
Zuletzt erblickte ein schneeweißes Mädchen das Licht der Welt und fügte sich gleich gut in den Kindergarten ein. Es ist herrlich die Dynamik der Herde zu beobachten, welche Mutter gerade Aufsicht hat, wann zur Milchbar geladen wird und wie die Kleinen auf teils noch wackeligen Beinchen über die Weide hoppeln und spielen.

Bienenfang auf Russisch. Die Bienen haben Viktor erwählt.

Bienenfang auf Russisch. Die Bienen haben Viktor erwählt.

Auch die Bienen lud das Wetter zur Vermehrung ein. Gleich alle drei Völker schwärmten und konnten glücklicherweise recht schnell von uns eingeschlagen werden.
Der viele Regen und die warmen Perioden dazwischen, geben der Vegetation ordentlich Schub, sodass es überall grünt und blüht. Da freuen sich natürlich die Bienen über Nektar und Pollen. Die Jungvölker sind derart fleißig, dass die Beuten schon fast voll mit Brut und Honig sind!

Vor Kurzem brach ein wenig Panik aus auf der Farm, das Veterinärsamt kam zu Besuch. Ich sag euch so sauber und geschleckt sah die Farm selten aus! Daher ging auch unser Tag der Offenen Tür ein wenig unter aber wir hoffen allen Besuchern hat es trotzdem gefallen!
Zum Glück gab es keinerlei Beanstandungen, nur dass die Schafe und Ziegen noch Ohrmarken bekommen müssen.
Puh, da fiel uns aber ein Stein vom Herzen und es ist ein gutes Gefühl, wenn das Amt sagt: alles Bestens bei euch!

In den vergangenen Tagen, als die Sonne uns mit Sommer verwöhnte, begann unsere Heuzeit. Zumindest solange, bis sich die Gewitter mit viel Regen wieder einstellten.

Schaf- und Ziegenhüpfburg mit Baumimitation

Schaf- und Ziegenhüpfburg mit Baumimitation

Wie vor 100 Jahren mähten wir von Hand mit der Sense den vordere Teil der Wiese und wendeten das Heu 2x am Tag. Am Abend wurden Haufen gemacht, um das Futter vor der nächtlichen Feuchtigkeit zu schützen. Morgens nach Abtrocknen der Wiese dann wieder das Gleiche Spiel. Heu ausbreiten und 2x wenden.

Würde sich das Wetter an den Wetterbericht halten, hätten wir drei sonnige Tage hintereinander gehabt, genau die richtige Zeitspanne. ABER, naja, ihr wisst ja wie es gerade ist….
Also musste der trockene Teil des Heus schon am Abend des 2. Tages eingefahren werden. Da aber leider Labkraut und Wicke nicht so schnell trocknen wie Gräser, verblieb der noch feuchte Teil auf der Wiese, abgedeckt mit einer Plane und wartet auf sonnigere Tage zum Nachtrocknen.

Nun haben wir euch in Kurzform das Neuste vom Neuesten berichtet und wollen euch zum nächsten Tag der offenen Gartentür einladen.

Nächster Tag der Offenen Gartentür:

25. Juni 2016

14 – 18 Uhr


Wir sehen uns auf der CityFarm Augsburg!

Zum Abschluss ein kurzes Video von Augsburg TV, die waren nämlich auch zu Besuch. Im letzten Drittel geht es um die Farm.

 

 

Gemüse ohne eigenen Garten ernten

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