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Kulturpflanzenvielfalt

Wie vor einiger Zeit versprochen, möchten wir euch heute einen Auszug (Text leicht verändert) aus Ildis Diplomarbeit zeigen. Das Kapitel behandelt die sinkende Agrobiodiversität (Vielfalt der Kulturpflanzen und Nutztiere sowie ihre Zucht- und Haltungsweisen).

Mit Beginn der industrialisierten Landwirtschaft im 20. Jahrhundert und speziell dem überregionalen Saatguthandel, ging ein Verlust der weltweiten Kulturpflanzen- und -tiervielfalt einher. Die für diese Agrarform auf hohen Ertrag, Gleichförmigkeit und fehlende Samenfestigkeit (gleiche Eigenschaften und Gestalt wie die Muttergeneration, Samenproduktion, Zeugungsfähigkeit) gezüchteten Nutzpflanzen und -tiere verdrängten innerhalb kurzer Zeit regionalspezifische Arten und Sorten mit oft kulturhistorischem Wert. Dabei ist die Vielfalt von Nutzpflanzen und Nutztieren das Ergebnis einer Zuchtarbeit, die über Jahrhunderte regional angepasste Pflanzen und Tiere hervorbrachte. In der Vielfalt unserer gezüchteten Pflanzen und Tiere spiegelt sich immer die jeweilige Produktionsweise und Lebenskultur der Menschen wieder. Die kleinbäuerlichen Strukturen waren stark in den regionalen Markt eingebunden und brachten eine große Vielfalt an Arten, Sorten, Rassen und innerhalb dieser eine hohe genetische Varianz hervor. In einigen Regionen hatte jedes Dorf seine eigenen, auf die dort herrschenden Umweltverhältnisse angepassten Nutzpflanzensorten wie zum Beispiel der „Esslinger Salat“ (fast ausgestorbene Pflücksalatsorte).

Esslinger Salat auf der CityFarm

Esslinger Salat auf der CityFarm

Mit der industriell betriebenen Landwirtschaft reduziert sich die Agrobiodiversität jedoch dramatisch, viele Sorten und Rassen sterben aus ohne dass es jemand merkt. Angaben der Vereinten Nationen besagen, dass täglich zwei Nutztierrassen unwiederbringlich aussterben.
Wo vor einigen Jahrzehnten noch eine bunte Nutzpflanzenvielfalt unsere Kulturlandschaft schmückte, wie beispielsweise der Lein (Flachs) das Allgäu, dominieren heute homogene Sorten das Landschaftsbild. Auch auf der kleineren Ebene der Nutzgärten reduzierte sich die Vielfalt in den vergangenen 50 Jahren enorm.

Woran liegt das? Was können wir dagegen tun? Mehr dazu im Artikel aus der Diplomarbeit unter Blogthemen: hier klicken…

Wer sich gern näher mit alten Salatsorten beschäftigen möchte, dem empfehle wir diese schriftliche Dokumentation über die Vielfalt alter Salatsorten.

Die CityFarm und die Agrobiodiversität 

Diese Problemtik liegt uns auf der CityFarm besonders am Herzen. Wir wollen keinen Hybridsalat aus dem Gartenmarkt anbauen, der keine Samenfestigkeit besitzt oder Hybridhühner, die zwar im Jahr gut 300 Eier legen aber sich nach 2 Jahren sprichwörtlich “totgelegt” haben und nicht mal mehr als Suppenhuhn taugen. Wir wollen in der Vielfalt der Sorten und Rassen aus den Vollen schöpfen, unser Gemüse selbst vermehren und die Samen im nächsten Jahr zu prächtigen Pflanzen heranziehen. Ebenso wollen wir alten und vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen einen Ort zum (Über)Leben schaffen. Dabei darf aber nicht außer Acht lassen, dass die Haustierrassen als Nutztiere gezüchtet wurden und auch als diese erhalten werden müssen. Diese Tatsache wird von verschiedenen Vereinen und Organisationen wie SlowFood und der Gesellschaft zur Erhaltung alter Nutztierrassen e.V. unterstützt. Hier ein Zitat der Nutztier-Arche:.

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„Die Rückkehr zu traditionellen Nutztierrassen bedeutet auch aus kulinarischer Sicht einen Gewinn: Statt des in wenigen Wochen produzierten geschmacksarmen Fleisches aus der konventionellen Tierproduktion wächst das Fleisch der alten Nutztierrassen langsamer und ist damit mit der geeigneten Fütterung und Haltung auch intensiver im Geschmack. So trägt der Genuss vom Fleisch alter Haustierrassen dazu bei, sie auch in Zukunft zu erhalten“ (http://www.spelsberger-kotten.de/nutztier-arche.html).

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Unser kleiner Rahmen des Geländes der CityFarm umfasst mittlerweile 2 alte Kaninchenrassen und 2 alte Hühnerrassen, die wir euch ja schon vorgestellt haben. Auch wächst auf den Beeten unseres Gartens eine Vielzahl schmackhafter, seltener und teilweise fast vergessener Gemüsesorten, die oft auch optisch ein Genuss sind wie die wunderschöne rote Gartenmelde.  

Atriplex hortensis var. rubra - die Rote Gartenmelde

Atriplex hortensis var. rubra – die Rote Gartenmelde

Diese Gemüsepflanze zierte seit vielen Jahrtausenden fast jeden Hausgarten. Schon die alten Griechen wie auch die Römer wussen diese Pflanze als Heil-, Färber- und Zierpflanze zu schätzen. Die Verbreitung der Gartenmelde reichte von Europa bis in den Himalaja. Ursprünglich stammt die Wildform aus Vorderasien, wurde wahrscheinlich dort kultiviert und gelangte über Handelsrouten in die Gärten der Welt.  Leider verlor die Pflanze in der Epoche des Barocks (ca. 16. Jahrhundert) ihre Bedeutung, da Spinat als neue Modepflanze in die Gärten Einzug hielt. Die Gartenmelde wie auch andere Blattgemüse (z.B. Guter Heinrich) wurden letztendlich vom Spinat verdrängt. In Botanischen Gärten, Pflanzenzüchtungsanstalten und Liebhabergärten hat die Gartenmelde überlebt. Auch bei uns auf der CityFarm wachsen einige Exemplare und geben dem Gemüse- und Blumenbeet mit ihren roten Blättern ein wunderschönen Akzent. Bei einer so schönen Pflanze fällt auch Ildi manchmal das Ernten schwer. Sie kann sich dann nicht entscheiden, welche Blätter im Kochtopf landen sollen, da jedes Blatt eine besondere Zierde der Pflanze ist.
Der Anbau gestaltet sich sehr unkompliziert, wie es auch bei anderen Gänsefussgewächsen wie Spinat oder Mangold der Fall ist. Die Gartenmelde hat keine besonderen Bodenansprüche und gedeiht sowohl im Halbschatten wie auch in praller Sonne. Ob Vorzucht oder Direktsaat am März ist egal.  Wir haben sie vorgezogen und als Jungpflanzen im April ausgepflanzt.
Die Blätter können kontinuierlich geerntet werden. Ein Zurückschneiden bei ca. 20cm fördert erneutes Austreiben, einen buschigen Wuchs und damit mehr Blätter zum Ernten. Die jungen Blätter können als Salat verwendet und die größeren wie Spinat zubereitet werden. Lässt man die Blätter nur kurz im Topf, behalten sie ihre rote Farbe. Bei längerem Kochen löst sich der Farbstoff im Wasser.
Unser Tipp: Roter Kartoffelbrei. Dazu braucht ihr zwei Hände voll Blätter der Roten Gartenmelde, die mit ein paar anderen würzenden Kräutern (z.B. ein paar Sauerampferblätter) püriert und dann unter den Kartoffelbrei gemischt werden. Danach ist normaler Kartoffelbrei langweilig!

Unser Gemüsegarten Ende Mai

Unser Gemüsegarten Ende Mai

Weiterhin können wir euch 10 verschiedene Kürbissorten, verschiedene wilde und alte Tomatensorten, Indianermais, Inka-Gurken und noch viel mehr Außergewöhnliches bieten. Da soll mal einer sagen ein Gemüsegarten könnte nicht spannend sein! Wenn ihr uns besuchen kommt und mehr wissen wollt, dann sprecht Ildi einfach an. Sie wird euch gern durch den Gemüsegarten führen. Kostproben natürlich inbegriffen, denn die Besonderheit der alten und seltenen Nutzpflanzen liegt nicht nur im Aussehen, sondern ganz besonders im Geschmack! 

Cylanthera pedata - Scheibengurke oder Inkagurke

Cylanthera pedata – Scheibengurke oder Inkagurke

Mit dem Verlust der Kulturpflanzenvielfalt, gehen uns leider auch viele kulinarische Freuden verloren. Ein Salat aus dem Supermarkt ist nun mal nicht vergleichbar mit dem wunderbar mild schmeckenden Ochsenzungensalat oder die Inka-Gurke, die es aber leider aufgrund der Sortenzulassung (siehe Blogthemen) niemals im reguläen Handel geben wird.
Von wilden Erdbeeren kennt jeder das Phänomen des intensiveren Geschmacks. Dagegen schmecken selbst die besten Kulturerdbeeren wässrig. Genauso verhält es sich mit wilden oder halbwilden Tomaten. Die Pflanzen tragen oft viele kleinere Tomaten mit unterschiedlichsten Farbeinschlägen. Neben dem intensiven Tomatenaroma sind die Pflanzen auch resistenter gegenüber Krankheiten und Schädlingen und damit fürs Freiland geeignet.

Ist da nicht schon allein der Geschmack schon Grund genug eine alte Sorte zu erhalten? Wir denken schon und geben uns alle Mühe für das kommende Jahr genügend Samen unserer Gemüse zu ziehen, damit auch euer Garten ein Zufluchtsort für alte und seltene Gemüsesorten werden kann!

Geheimnisvolles Tomaten-Blumenkohlbeet

Geheimnisvolles Tomaten-Blumenkohlbeet


Neue Fotos

Hallo liebe Freunde der CityFarm Augsburg!

Nun ist soweit und wir können euch neue Fotos der CityFarm zeigen! Auf einem kleinen Rundgang zeigen wir euch, was sich alles in den letzten Monaten getan hat. Unter Gallerie könnt ihr weitere Fotos sehen!

Die neuen Gehege 

Für die Kaninchen bauten wir 2 neue Gehege, eines für Maja unsere Kaninchenmama und ihren neuen Wurf und eines für Sally, unsere Deutsche Riesin die wir von den Erzieherinnen Elli und Sabrina der Kita Ulmer Straße zur Einweihung geschenkt bekamen.

Sallys Gehege im Bau

Sallys Gehege im Bau

Leider ging die Zusammenführung der beiden Mädls schief und Sally trug eine Wunde an der Nase davon. Deshalb wohnt sie momentan in Bennis Wohnung und stellt den ganzen Tag viel Blödsinn an. Am liebsten knabbert sie unsere Kürbis- und Chillipflanzen an. Aber auch Ildis Lederschlappen und herumliegende Handys sind beliebte Spielzeuge.

Sally

Sally

 Pate für Sallys Compadre gesucht!

In der kommenden Woche lassen wir einen der 4 Monate alten Jungs  kastrieren. Er soll Sallys neuer Compadre werden. Wir vergeben für den Kleinen eine Patenschaft. Diese wird 30 Euro kosten und ihr dürft einen Namen für den Kleinen wählen. Dadurch entgeht er dem Schicksal seiner Brüder, die wohl das ein oder andere Weihnachtsmahl abrunden werden.
Das Gehege erhält dann ein Schild, auf dem die Paten von Sally und dem Kleinen genannt werden. Das Geld kommt direkt dem Kaninchen zugute, denn davon bezahlen wir einen Teil der Tierarztkosten. Die Kastration ist notwendig, da Sally nicht schwanger werden soll aber dringend einen Hoppelgefährten braucht.
Wenn ihr Interesse an der Patenschaft habt, dann meldet euch bitte bei uns.

Hühnerstall

Endlich haben wir einen tollen Hühnerstall! Früher war die Hütte Bennis Spielhäuschen in dem er viele Ritterschlachten geschlagen und sein Indianderdorf gegen die Cowboys verteidigt hat. Nachdem wir das Sägezelt am 1. Mai abgebaut hatten, eröffnete sich ein wunderschöner Dom aus Apfelblüten über uns. Dort unter dem Apfelbaum wird das Hühnerhäuschen unseren Hühnern ein Heim bieten. Wir sind bester Dinge, dass wir in der kommenden Woche endlich unseren kleinen Biperle bekommen!

Der Hühnerstall

Der Hühnerstall

 Gemüsegarten

Auch unser Gemüsegarten wächst und gedeiht. Die ersten Salatekonnten wir schon verschenken und uns selbst die ersten Mahlzeiten vom geernteten Gemüse kochen. Täglich kommen neue Ideen dazu. Sogar eine Badewanne konnten wir schon als Beet anlegen. Vielen Dank an die Bikekitchen-Jungs, die die Wanne mit einem selbstgebauten Fahrradtieflader zu uns transportierten!

Unsere erste Ernte

Unsere erste Ernte

 

Besuch von den Ökokids der Kita Ulmer Straße

  Die erste große Kinderaktion auf der CityFarm mit den Ökokids der Kita Ulmer Straße!

Endlich war es soweit, wir durften die erste Kindergruppe bei uns willkommen heißen!

Besuch auf der CityFarm

Am letzten Donnerstag, dem 19. April, besuchte uns die Ökokids-Gruppe auf der CityFarm. Nach einer kurzen Einweisung buddelten 21 Kindergartenkinder fleißig an ihrem Beet. Die Gruppe ist die Erste, die ein Beet auf der CityFarm anlegen darf. Hinten am Zaun, gleich neben dem neuen Hochbeet aus alten Bohlen, werden bald Zucchini, Bohnen und andere leckere Gemüse gedeihen. Das Gemüse wird  vor den Sommerferien  zur Abschlussfeier mit den Eltern zu einem bunten Mahl verkocht.

Mit viel Eifer und Spaß am Wühlen in der Erde, befreiten die Kids ihre Fläche von Wurzeln und Steinen.

Fleißige Beetbuddler

Das freie Bewegen auf der CityFarm erfreute unsere kleinen Gäste sehr. Die einen hackten und buddelten, andere schnipselten Holz für das Hochbeet klein und wieder andere versenkten Karotten im Teich (Samstag entdeckten Besucher die roten Möhren im Wasser. Amüsiert angelten wir sie heraus und verfütterten sie an die richtigen Tiere).

Wer Futter in der Hand hat, ist automatisch der Freund unserer Kaninchen.

Natürlich begeisterten unsere Hoppler die Kids besonders. Doch keine Angst vor zu viel Stress bei den Kaninchen, denn die Tiere sind Besuchern gegenüber sehr aufgeschlossen. Schon als kleine Kaninchenknirpse wurden sie regelmäßig mit Kindern im Gehege konfrontiert. Schnell gewöhnten sie sich an die Besucher und wurden handzahm. Mitte April wurden die Tiere auf die CityFarm in Gehege umgesiedelt. Setzen wir nun jemanden ins Gehege, kommen die großen Kleinen neugierig angehoppelt und untersuchen den Besucher gründlich nach Fressbarem. Momentan sind Möhrchen total angesagt, nachdem die Begeisterung über frischen Löwenzahn wieder nachgelassen hat. So freuten sich auch die Kinder über die niedlichen Kaninchen und wollten gar nicht mehr raus aus dem Gehege.

Als Abschluss entzündete Benni zusammen mit den Kindern ein Lagerfeuer. Nun wurde Stockbrot gebacken und das Lunchpaket geöffnet. Sehr zur Freude unserer vierbeinigen Freundin Ronja, die natürlich wieder mit von der Partie war. Sie kennt die Gruppe schon und weiß leider auch welches Kind sie mit großen Augen anschauen muss, damit zufällig ein Stück Wurst zu Boden fällt. Aber liebe Kinder, so süß die Ronja euch auch anschaut, bitte gebt ihr nichts zu fressen. Sie bekommt zu Hause genügend Futter und soll doch nicht kugelrund werden.

Ein Feuer, Stecken und Stockbrot macht Kinder glücklich.

Insgesamt hat es allen viel Freude bereitet den Vormittag auf der CityFarm zu verbringen, vor allem da die Sonne uns frühlingshafte Temperaturen schenkte.

Vielen Dank an die tollen Erzieherinnen Elli und Sabrina (+ eine Mama) und an unseren super Fotografen Jens Börner!

Das Lieblingsspiel der kleinen Rabauken: "Benni fällen".

Die Hängematte unter Zwetschgenbäumen hatte ständigen Zulauf.

Arbeitsreiches Frühjahr

Hallo liebe Leser!

Sicher habt ihr euch schon gewundert, dass wir so lange nichts mehr von uns hören ließen. Aber jeder der einen Garten besitzt, kann verstehen dass gerade im Frühjahr viel Arbeit ansteht. Vor allem auf der CityFarm!

Vielfalt statt Einerlei

Auf dem Gelände der CityFarm soll ein Gemüsegarten bunter Vielfalt entstehen. Die Beete wurden zum Teil schon angelegt, besät und bepflanzt. Vielen Dank den viele Händen beim umgraben und Brennsesselwurzeln entfernen. Nun fehlt uns noch eine Kräuterspirale und ein Blumenbeet. Benni baute zudem aus Weidenstecken einen wachsenden Zaun um den kleinen Tierfriedhof. 

Bennis Weidenzaun

Bennis Weidenzaun

 

Zentrum des großen Beetes. Im alten Korb dürfen Topinambur wachsen und sind so im Herbst leicht zu ernten.


Einen Großteil unserer Samen ist schon in Vorzucht. Dabei haben wir viel Wert auf alte und seltene Nutzpflanzensorten gelegt. Wer hat denn schon einmal von der Paprika „Roter Augsburger“ gehört oder ihn gar schon einmal probieren können? Diese Paprika ist über traditionelle Züchtung speziell an die Klimaverhältnisse Augsburgs angepasst. Auch die Stangenbohne „Schwabenland“ zählt zu diese besonderen Sorten. Als besonderen Gartenclou hoffen wir euch im Sommer den bis zu 1,80m hohen Braunkohl in Form einer Palme präsentieren zu können. Weiterhin haben wir ca. 20 verschiedene Kürbissorten über den Winter gesammelt. Wir sind gespannt wie viele davon an unserem neuen Zaun (deshalb wurde er extra stark einbetoniert) hoch ranken werden.
Uns ist die Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt sehr wichtig. Sie zählt zu den wichtigsten Ressourcen die der Mensch besitzt. Mehr dazu wird es für Interessierte bald als Auszug aus Ildis Diplomarbeit über Nutzpflanzenvielfalt zu lesen geben.
Hier ein paar gute „Adressen“:

VEN (Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt)

Dreschflegel-Saatgut

Besonderen Dank geht an die samentauschfreudigen Hobbygärtner im Gartenforum Kraut und Rosen und natürlich Bantam, die uns eine samenfeste Gemüsevielfalt spendete! Eine der Gärtnerinnen im Forum schenkte uns eine große Kiste Samen mit vielen alter und seltener Gemüse, Kräuter und Blumen. Vielen lieben Dank dafür!

Vielen Dank an den Spender des Gemüsepaketes, welches Benni heute morgen vor der CityFarm fand!  

Igelhäuser

 

Sicher erinnert ihr euch an unsere Igelhaus-Bauaktion im Rahmen des NANU! e.V. (Netzwerk Augsburg für Naturschutz und Umweltbildung). Diese mussten wir leider auf den 3. April verschieben.
Im Vorfeld recycelte Ildi wunderbare naturbelassene Bretter, die uns der Rainer von
Bambus-Augsburg zu Igelhaus-Bausätzen zusägte. Danke nochmals Rainer (Kaktus) für deine Hilfe!
Diese fünf Bausätze wurden dann letzten Samstag Nachmittag, bei herrlichstem Frühlingswetter auf der CityFarm zu richtigen Igelhäusern zusammengebaut. Dabei halfen uns drei pfiffige Jungs und ein paar Erwachsene. Es wurde fleißig gehämmert und geschraubt. Auch unsere kleine vierbeinige Freundin Ronja war begeistert mit von der Partie und freute sich über unsere kleinen und großen Besucher. Eines der Häuser ist für die CityFarm übrig geblieben und bald darf ein Igel aus Ildis Keller dort einziehen.

Juhu, jetzt darf der Igel einziehen.

 

Das Igelhaus hat der Noah mit seinem Papa gebaut, da staunt sogar die Ronja.

 

Wiederentdeckung der Brennnessel

Klar kennen viele von Euch Brennesseljauche für den Garten. Es gibt nichts besseres als Dünger, Spritzmittel und als Suppe. Wir entdeckten diese Dokumentation, sehr gut recherchiert und umgesetzt!

Geheimnisvolle Pflanzen – Die Brennnessel

Gleich darauf hat Benni tapfer 3kg Brennnesseln im Mindeltal gepflückt und als Jauche für den CityFarm-Garten angesetzt. Vladi aus dem Jugendhaus Lehmbau betreut beim aktuellen Osterprojekt mit Kindern den Bauerngarten (mehr zum Osterprojekt kommt bald). Zur Unterstützung bekam er einen Kanister mit Bennis frischer Jauche geschenkt. Auf dass alles wachse und gedeihe! Nun brauchen wor nur noch Regen!
Weiter wirklich spannend ist, dass die Brennessel trocken ca. 40% Eiweißanteil besitzt (mehr als Soja) und 7x soviel Vitamin C wie in Orangen enthält. Da verliert das böse Kraut doch gleich seinen Schrecken.


Das Mantra

Was ist das Matra eines guten Bio-Gärtners? „Mehr Pferdemist, mehr Pferdemist, mehr Pferdemist, mehr Pferdemist …“.

Benni und der Wintermisthaufen

Benni und der Wintermisthaufen

Es gibt kaum einen besseren Dünger für Kürbis und Co. wie gut durchwachsener Pferdemist. Jeder Klein- und Großgärtner kennt die alljährliche Pilgerfahrt auf der Suche nach gutem Mist. Zum Glück liefert uns eine 24jährige, alte einäugige Dame und ihre ebenso alte Freundin jeden Tag zuverlässig eine ganze Schubkarre voll. Da sammelt sich im Laufe des Jahres ein dicker (manche würden sagen: stinkender) Haufen an. Für uns duftet dieser aber herrlich nach Kohl, Kartoffeln, Lauch und Kürbissen. Vor unserem geistigen Auge erblüht der Misthaufen zu einem herrlichen Garten mit üppigster Ernte! Unsere Freude über Pfersch… kann wohl nur ein Gärtner oder Gartenfreund nachvollziehen. Nun hieß es am 2. März: ran an den Mist und raus auf die CityFarm damit! Den ganzen Vormittag standen wir bis zu den Knöcheln wortwörtlich in Pferdekacke. Besondere Freue bereitete diese unserer kleinen vierbeinigen Begleitung Roja, die sich freudig nicht nur drin wälzte (was ihr abends eine Dusche einhandelte), sondern sie auch genüsslich verschlang.

unser Düngerproduzent Schnuti

unser Düngerproduzent Schnuti

Gegen 14 Uhr hatten wir 4 Hänger voller Mist an verschiedenen Stellen verteilt. Zwei Hänger Stroh landeten auf unserem Sommermisthaufen in Bergheim, einer im Interkulturellen Garten Augsburg und eine (die beste mit 90% reinen Bollern) auf der CityFarm. Damit der gute Haufen bis zum Arbeitseinsatz schön vor sich hin gärt, wurde eine Plane darüber geschlagen. Schließlich sollen die Bakterien auch später im Mistbeet fleißig arbeiten.

Gemüseselbsternte in Augsburg

Wie ihr wisst, liegt es uns sehr am Herzen den Menschen aus der Stadt den Gemüseanbau etwas näher zu bringen und auch bei den Kleinsten schon die Begeisterung für den Garten zu wecken. Die Resonanz war bisher sehr positiv und wir stellten fest, dass es recht viele Leute gibt die sich und ihre Familie gern mit gutem, selbst angebauten Gemüse versorgen wollen.

Dazu gibt es im kommenden Jahr einige Veranstaltungen, da 2012 Ernährung als Kampagne der Akteure des Qualitätssiegels Umweltbildung.Bayern.de und Projekte zu Natur findet Stadt von der Umweltstation gefördert werden. Unter Veranstaltungen 2012 könnt ihr unser Angebot dazu einsehen. Wir versuchen dabei das eine mit dem anderen zu verknüpfen.

Eine Hummel die ich im Garten beobachtet habe.

Ein Garten bietet zum Beispiel aufgrund seiner außergewöhnlichen Artenvielfalt auch vielen Wildtieren einen Lebensraum: Schmetterlingen, Wildbienen, Igeln und vielen mehr. Somit sind Gärten, die naturnah und ökologisch bewirtschaftet werden ein wichtiger Faktor im Umweltschutz des Stadtbereiches. Zudem bietet der Garten auch uns Menschen Lebens- und Ernährungsraum. „Nur ein dummer Bauer kauft was er selbst anbauen kann“ heißt ein altes Bauernsprichwort und es spricht auch uns aus der Seele. Zwar bedeutet ein Garten einen gewissen Aufwand aber das ist Ansichtssache, denn unserer Meinung nach kann man nirgends auf eine so spezielle Art frei sein wie im eigenen Garten. Man hat sein eigenes Gemüse, gestaltet und formt zusammen mit der Natur und die Entspannung kommt in einem Garten auch nicht zu kurz, alle Sinne werden angesprochen. Zudem können Gärten auch Treffpunkte und Begegnungsstätten sein und sie bieten unseren Kindern die Möglichkeit zur freien Entfaltung und gleichzeitig einen Ort des Lernens im Kreislauf der Jahreszeiten. Leider kennen viele Menschen diesen Freiraum nicht mehr, da sie zwischen Beton und Straßen keinen Platz für sich und ihre kleine Freiheit finden.

Die Anregungen die wir geben können, bewegen sich auch eher im verdichteten urbanen Raum. Zum Beispiel wie man selbst Betonflächen nutzen kann, um ab und an einen frischen Salat oder eine Zucchini zu ernten. Hätten wir den Platz, würden wir bestimmt so vielen Menschen wie möglich ein Stück Beet abgeben. Aber leider wird unser Gemüsegarten nur etwa 70 Quadratmeter groß.

Daher freut es uns um so mehr euch ein außergewöhnliches Projekt hier in Augsburg vorstellen zu dürfen. Es setzt genau an diesem Punkt an und bietet Platz für Gemüse und Blumen, für Kinder und Begegnungen, für Entspannung und ein Stück Freiheit in Form von sonnengewärmter Erde unter den Fingern. In Berlin (Bsp: Die Bauerngärten vom Max) und München (Bsp: Krautgärten im Grüngürtel der Stadt) sind Projekte solcher Art schon mehrere Jahre sehr erfolgreich am laufen. Wir sind sehr froh, dass das hier mal jemand in Angriff nimmt, denn auf eine gewisse Weise ziehen wir am gleichen Strang!

  http://www.biogemüse-augsburg.de/selbsternte.htm

Peter und David von Dohlen sind seit vielen Jahren erfahrene Biogärtner und wollen den Augsburger Menschen nun ermöglichen ihr eigenes Gemüse zu ernten. Das Projekt heißt GSE – Gemüse Selbst Ernte. Die Parzellen dazu befinden sich auf ihrem Feld im Bärenkeller, zwischen der B17 und der Hirblinger Straße.

Peter von Dohlen

David von Dohlen

Das Ganze funktioniert so: Peter und David bereiten im Frühjahr die Parzellen vor. Dazu zählen Bodenbearbeitung, biologische Düngung, Aussaat und Pflanzung von Gemüse. Ab Mitte Mai können die Teilnehmer dann ihr Beet hegen und pflegen oder einfach nur in der Sonne sitzen und den Bohnen beim Ranken zuschauen. Mitmachen kann jeder, auch ohne gärtnerische Vorkenntnisse. Die Geräte für die Gartenarbeit werden gestellt, so auch Wasser zum Gießen und Informationen zum aktuellen Gartengeschehen. Einmal wöchentlich sind die beiden vor Ort und helfen mit Tipps und Tricks weiter.

Wer also gern eigenes Gemüse ernten will aber in der Stadt keinen Garten findet, der kann sich im Bärenkeller eine Parzelle mieten und im Sommer reichlich Gemüse ernten und leckerste Sachen daraus kochen.

Wir wünschen Peter und David auf jeden Fall viel Erfolg! Es wäre schade, wenn ein solches Projekt hier in Augsburg nicht auf fruchtbaren Boden fallen würde, wo es doch sogar in München hervorragend funktioniert. Wenn ihr also jemanden kennt der gern ein Beet möchte, dass gebt die Infos weiter!