Archive for the ‘Gedanken’ Category

Einmal Luft machen bitte

Im Garten

Im Garten Sommer 2016

Heute morgen quälte ich mich mit Bauchweh aus dem Bett und wenig später zu den Tieren. Denn diese interessiert es nicht, ob es mir gerade gut geht oder nicht, sie wissen nur um ihren Hunger.
Da heißt es Zähne zusammen beißen und durch. Glücklicherweise habe ich früh einen zeitlichen Spielraum bevor ich zur Arbeit muss. Dies beschert mir momentan den morgendlichen Fütterungsdienst, da alle anderen noch im Dunkeln zur Arbeit müssen.

Die kurze Tageszeit bringt am Nachmittag ähnlich Probleme mit sich. Während ich es unter der Woche selten schaffe vor dem Dunkeln auf die Farm zu kommen, hat unser lieber Rachmed noch bei Tagesstunde Feierabend und versorgt die Tiere. Für andere Dinge bleibt jedoch keine Zeit.

Jetzt fragen sich sicher einige unter Euch, worauf ich hinaus will. Dies werde ich Euch nun berichten:

Als ich heute gerade dabei war, mit klammen Fingern das Kaninchenfutter herzurrichten, meldete Kira Besucher am Tor. Zwei Herren begrüßten mich freundlich und zückten sogleich ihren Ausweis. Polizei stand darauf geschrieben. Ich ahnte aber noch nichts böses, denn ab und zu wird hier hinten im Eck nach dem Rechten geschaut und das ist auch gut so (ich erinnere an unseren Ärger mit den Junkies im Sommer).

Hallo, ich bin Lolek!

Hallo, ich bin Lolek!

Doch diesmal ging es wirklich um uns, denn besorgte Bürger hatten die netten Herren alarmiert.
Allerdings nicht, um ein Pennerlager im Biotop aufzulösen oder eventuelle Einbrecher davon abzuhalten unsere Eier zu klauen, auch nicht weil unsere Ziegen die Bahnlinie unsicher machen oder irgendwelche Deppen Müll vor unserer Türe abladen.
Nein, die pflichtbewussten Bürger fühlten sich in ihrem deutschen Ästhetikgefühl verletzt. Von Verhau war die Rede und ob wir das überhaupt dürften hier ästhetisch mangelhafte Hütten hinzustellen.
Zum Glück waren die beiden Herren vom angenehmen Menschenschlag, hatten aber leider keine Zeit sich die Farm von innen anzuschauen.

Mich stimmte dieser Vorfall erst wütend, dann nachdenklich und zum Schluss traurig. Ich fragte mich was für Leute das waren, deren Auge wir beleidigt hatten. Uns kennt jeder hier im Eck, wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu näheren und entfernteren Nachbarn, alle regelmäßigen Spazier- und Gassigänger kennen uns und wissen was wir tun.
Vielleicht jemand der mal eben den jährlichen Friedhofsgang absolvierte und danach in die falsche Richtung lief? Da drängt sich mir die Frage auf, aus welchem Grund diese Mitmenschen den Weg nicht bis zum Ende liefen?

Willkommen liebe Gäste, tretet ein!

Willkommen liebe Gäste, tretet ein!

Spätestens dort hätten sie an unserer Tafel erkannt was der „Verhau“ hier darstellt. Es steht sogar für Notfälle meine Telefonnummer angeschlagen, sodass jederzeit, auch wenn niemand vor Ort ist, nach einem Gespräch gesucht werden kann. Und ein Notfall schien es ja gewesen zu sein, wenn gleich die Polizei gerufen wurde.

Ja, wir wissen, dass gerade vom Weg aus der Blick auf das Gelände eher abenteuerlich anmutet. Bei den Meisten weckt aber genau dies Interesse, sie kommen, lesen und suchen das Gespräch. Vielen davon begegnen wir auf unseren Festen wieder.

Ja, wir wissen auch, dass die Uneinheitlichkeit, Buntheit, die verschiedenen Bau- und Werkstoffe unserer Hütten nicht dem deutschen Ordnungsgefühl entsprechen. Das geht auch gar nicht, denn unsere Mitfarmer kommen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus: Madzedonien, Kasachstan, Rumänien, Griechenland, Bulgarien, sie haben Wurzeln auch in Ungarn, Türkei, Kolumbien und Russland.
Alle diese Menschen bringen eine unterschiedliche Auffassung von Ästhetik und Ordnung mit aber auch viel Wissen, Erfahrung und Inspiration. Wir reden nicht über Integration und ein nachhaltiges Leben, wir machen einfach!
Aber das bringt auch seine Probleme mit sich, unter anderem verletzte Ästhetikgefühle.

Foto: Laura Matthews Steingärtchen

Foto: Laura Matthews
Steingärtchen

Dazu kommt, dass wir ein kleines Projekt im Rahmen eines gemeinnützigen Vereines sind.
Was das bedeutet?
Es heißt, dass wir unter chronischem Geldmangel leiden und alle neben der Farm arbeiten gehen. Übriges Geld (meistens von uns privat investiert) wird in notwenige Dinge wie z.B. Heu, Stroh und Tierarztkosten investiert.
Selten bleibt da etwas übrig um Dinge wie Farbe oder neues Bauholz zu kaufen, mit der wir allen Hütten baumarktliche Einheitlichkeit verpassen könnten, um das Auge von Spaziergängern weniger zu beleidigen.

Es tut uns auch leid, dass eben gerade Winter ist und der Bauer seinen Mais schon geerntet hat, welcher unseren „Verhau“ wunderbar über den Sommer tarnte. Und dann auch noch die doofe Hecke, die im Winter ihre Blätter abwirft und den Blick ins unordentliche Hühnergehege und hinter die Kaninchenställe preis gibt!
Es tut uns nicht leid, dass wir aus ökologischen Gründen keine Thujahecke pflanzen und den Hartriegel vor sich hin wuchern lassen. Dafür gibt es bei uns Rotkehlchen, Spatzen, Zaunkönige, Blaumeisen, Goldammern und Grünfinken! Auch unser Gemüsegarten ist wild und er soll es bleiben! Wir geben den bösen „Unkräutern“ Raum, denn sie sind nicht nur Futter für die Bienen!
Das alles mag ja des Klischee-Kleingärtners Auge beleidigen, bereichert aber die ökologische Vielfalt um uns herum, denn diese macht den wahren Wert der Natur aus.
Wir sind gegen Thuja- und Golfrasengärten, die zwar sauber und klinisch rein wirken aber ökologisch betrachtet Todeszonen sind!

Mjammjammjam, Unkraut ist unsere Leibspeis'

Mjammjammjam, Unkraut ist unsere Leibspeis‘

Ja ich rege mich gerade zu sehr auf und steigere mich etwas rein aber ich empfinde das als so traurig und das macht mich schon wieder wütend! Wohin ist unsere Gesellschaft gekommen, wenn ohne einen Kommunikationsversuch und sichtlich ohne Nachdenken gleich die Polizei gerufen wird? Und warum???? Denn die Begründung leuchtet mir nicht ein! Ist die Verletzung des Ästhetikgefühls ein krimineller Tatbestand?

Was sollen wir jetzt tun? Alles abreißen? Oder uns einigeln und abschotten, die Zäune blickdicht machen, damit ja keiner mehr reingucken kann?
Eigentlich nicht das, was wir im Sinne hatten.
Wir wollen doch, dass die Leute zu uns kommen und an unserem Experiment teilhaben.
Denn etwas anderes ist die Farm nicht als ein Experiment, der Versuch einer handvoll arbeitender Menschen ihrem Drang nach Naturnähe, Selbstbestimmtheit und einem Ort abseits der hektischen Stadt näher zu kommen und zwar in einer Gemeinschaft!
Wir teilen unser Grundstück nicht in Parzellen, auf denen dann jeder den Vorschriften in Sachen Rasenlänge, Anbauplan von Gemüse und Vereinsgemeiere nachkommen muss. Klar ist es dann einfacher mit dem Finger auf jemanden zu zeigen und zu sagen: „Du bist schuld! Dein Garten ist hässlich und entspricht nicht den Regeln!“

Unser schönstes "Unkraut" im Garten.

Unser schönstes „Unkraut“ im Garten.


Statt dessen versuchen wir mit möglichst wenig Regeln unseren CityFarmern die Leidenschaft für das was sie tun zu erhalten. Darum sagen wir auch, dass wir kein Konzept mehr haben, da jeder Neue in der Runde das Gesicht der Farm und der Gemeinschaft verändert.

Ein schlauer Mann hat mal gesagt: „Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muß man sich verdienen.“ und „Nur was ich selber denk und tu, traue ich auch andern zu.“
Nun kann man darüber spekulieren was dies über jene besorgten Bürger aussagt. Mir hebt es auf jeden Fall die Laune wieder, sodass ich mich nachher noch einmal aus dem warmen Haus bewege, um ein Quentchen Sonne auf unserem experimentellen Verhau namens CityFarm Augsburg zu ernten und von der kommenden Saison zu träumen.

Um Euer Auge nicht zu beleidigen, habe ich euch die im Text schöne CityFarm-Bilder rausgesucht.
Nun wünsche ich Euch allen ein besinnliches Weihnachtsfest, Gesundheit (!) und inneren Frieden.
Eure CityFarmerin Ildi

P.S. Denkt an unser Crowdfunding für das erste CityFarm-Buch „Urban Gardening mal anders“.
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Foto: Laura Matthews

Foto: Laura Matthews

Der erste Blick ins Bienenhaus! – Video Teil 3

Spannende Zeiten auf der Farm! Letzte Woche haben wir zum ersten Mal das Bienenhaus geöffnet!

Die Bienen waren ganz friedlich und haben nicht ein einziges Mal gestochen. Dafür haben wir weder Schutzanzüge noch Rauch benutzt. Ildi und Benni erzählen im Video sehr viel Interessantes rund um diese tollen Tiere, die unseren Kameramann hörbar ins Staunen versetzen.

Auf Youtube sind schon einige kleine Diskussionen entstanden, auch ihr seid gerne zum kommentieren und weiterverbreiten der Videos aufgerufen.

Viel Spaß!

Was geht voran?

Ich denke erst einmal muss ich mich bei euch entschuldigen, dass wir solange nichts mehr von uns hören oder lesen ließen. Die Gründe reichen von einer dringend benötigten Auszeit, einer Verletzung meiner (Ildi´s) Hand und tausend anderer Dinge die erledigt werden wollten.

Deshalb bitte ich euch es uns nachzusehen, dass wir den Blog etwas ruhen ließen.

Sicher fragt ihr euch was mit der CityFarm jetzt im Winter los ist, wie es den Hühnern geht und ob es sonstige Neuigkeiten gibt. Diese Fragen wollen wir euch heute beantworten, weshalb der Artikel über die industrielle Legehennenhaltung etwas verschoben wird.

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Neues von der Nackthuhnbande

Die Nackthuhnbande entwickelt sich großartig. Leider verstarb eine der schwächsten Hennen schon in der ersten Woche. Die beiden anderen Sorgenkinder jedoch haben sich gut erholt. Liegt bestimmt auch an der Fütterung, denn täglich gibts die feinsten Leckerein!

Jeden Tag andere Leckerbissen, von der Wassermelone bis zum Granatapfel.

Jeden Tag andere Leckerbissen, von der Wassermelone bis zum Granatapfel.

Mittlerweile verhalten sich die Hennen auch wieder wie es sich für Hühner gehört. Wir haben einmal den Pickversuch gemacht und eine handvoll Körner auf den Boden gestreut. Das Interesse der Tiere an den Körnern war zwar vorhanden, doch wussten sie nicht so recht etwas damit anzufangen. Eines der Tiere folgte dem Instinkt zu picken, bewegte sich dabei jedoch nicht von der Stelle und pickte nur wie verrückt auf einem Punkt herum.
Eine andere Henne folgte der Spur der Leckerbissen und pickte mal hier mal da, doch ohne ein einziges Korn zu erwischen. Die anderen standen mit fragendem Blick am Rand und wussten sich gar nicht zu helfen. Nun nach einigen Wochen finden alle gezielt die Körner, sie baden im Sand und benehmen sich wie Hühner!

Als wir ihnen das erste Mal Salat anboten, waren sie fast geschockt – was soll das sein, kann man das fressen? Heute sind sie für jeden grünen Bissen dankbar, wenn auch nicht so radikal wie unsere Gackerbande auf der Farm.

Doch auf die Stange traut sich immer noch nur eine Henne, die anderen haben wohl noch nicht entdeckt, dass sich Hühner auf Stangen sehr wohl fühlen.

Wagemutig auf der Stange.

Wagemutig auf der Stange.                                                          Die Federn sprießen schon und der Kamm ist nicht mehr farblos.

Im Vergleich zu unserer Hühnerbande hinken sie aber noch weit hinterher. Zwar sprießen schon die ersten Federn und die Tiere nehmen an Gewicht und Muskelkraft zu, doch es wird noch einige Wochen, wenn nicht Monate dauern, bis sie sich von ihrem qualvollen Dasein in der Legeanlage erholt haben.

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Es ist schön ein CityFarmer zu sein, auch mit kalten Fingern!

Jeden Morgen, sobald einer von uns halbwegs aus den Augen schauen kann, gleitet der erste Blick zum Fenster unserer Wohnung. Denn das tägliche Wetter ist für uns von elementarer Bedeutung, selbst in der Stadt. Ein Leben mit den Jahreszeiten. Ob Regen oder Schnee, ob Sonnenschein oder Sturm oder ob die Welt untergeht – die Tiere wollen trotzdem etwas zu futtern.

Wintermärchenland auf dem Weg zur CityFarm am morgen.

Wintermärchenland auf dem Weg zur CityFarm am morgen.

Noch bevor der Gedanke an Kaffee aufkommt, wird im Kopf schon die Kleidung für Mensch und Hund sowie das passende Rad ausgesucht. Die letzten 2 Tage sah das so aus: „Oah Schnee, schon wieder! Dabei wollt ich heut die Beete abharken. Warme Unterhose oder dicke Schneehose anziehen und keine Gummistiefel, Ronja anziehen, heißes Wasser für die Hühner mitnehmen, dickes Bike nehmen, um durch den Schnee zu pflügen. – jetzt Kaffee.“

Für jene die es nicht wissen, wir wohnen nicht auf der CityFarm, wie es auf einem normalen Bauernhof auf dem Land der Fall wäre. Wir wohnen in einer kleinen Wohnung ca. 1km von der Farm entfernt, sogar in der selben Straße aber die ist echt lang.

Was? Schon wieder Schnee? Da bleib ich lieber hier.

Was? Schon wieder Schnee? Da bleib ich lieber hier.

Jeden Morgen steht einer von uns mit der Sonne auf, schlürft einen oder zwei Kaffee, nascht etwas selbstgebackenen Kuchen und radelt, wenn es dann richtig hell ist (naja, so hell wie es an einem verschneiten Wintertag eben wird) zur Farm raus. Dabei bevorzuge ich (Ildi) den unbefestigten Weg hintenrum zwischen den Gartenanlagen hindurch, parallel zur Wertach. Benni dagegen radelt lieber die Straße entlang, er will nach alter Fahrradkuriermanier schnell ankommen.
Ich aber genieße den Morgen, halte unterwegs noch ein Schwätzchen mit dem alten Gärtnermeister Ernst, lasse Ronja mit den Hunden unterwegs spielen und liebe es die frechen Spatzen in den Hecken der Kleingärten zu beobachten.
Der Weg selbst ist verziert mit vielen Schlaglöchern, sodass ich sowieso nicht schnell fahren könnte. Außerdem erinnert mich der Weg an die Straßen meiner Heimat.

Vor allem aber wenn es geschneit hat verzaubert einen der Weg zur Farm und das frühe Aufstehen ist schnell vergessen.

Schon am Tor der CityFarm hört man Kaspar-David-Friedrich im Hühnerstall empört krähen. Da hat mein Schwätzchen wohl wieder einmal länger als die Geduld der Hühner gedauert. Also Hühnerstall auf und … keine Hühner. Nachdem eines der frechen Araukana seinen Wuschelkopf aus der Klappe gestreckt hat, ist selbst den Gackerfreunden ganz hinten klar: es liegt wieder Schnee.

Salli hat mittlerweile vor den Hühnern resigniert.

Salli hat mittlerweile vor den Hühnern resigniert.

An solchen Tagen lässt sich nur selten ein Huhn außerhalb des Stalles sehen, denn der Schnee zählt zu ihren verhassten Wetterlagen, wie Sturm und Hagel. Nur wenn Salli und Mario Freigang bekommen und ich mit Schubkarre und Rechen bewaffnet Kaninchengehege und Stall säubern will, zeigen sich plötzlich alle sieben Stück. Unauffällig schlüpft dann die Hühnerbande aus ihrem Gehege, unter der Schubkarre hindurch, ohne ein goack von sich zu geben, fast unsichtbar. Erst wenn alle im Kaninchengehege sind, geht die Party los – egal ob ich schimpfe und versuche die Bande hinaus zu jagen. Da wird gescharrt, Salatreste zusammengeklaubt, gegackert, sandgebadet und frech der Kaninchenstall auf den Kopf gestellt. Und wehe ich vergaß die Kiste mit Gemüse nach oben zu stellen. Innerhalb kürzester Zeit mutiert die Kiste mit Kaninchenfutter zum Schlachtfeld. Da fliegt die Petersilie, der Salat wird zerfetzt und es werden tiefe Löcher in die Kakis gehackt.

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Es ist eine Freude den Hühnern zuzusehen wie sie sich jetzt im Winter auf alles Grüne stürzen und gierig runter schlingen. Klar gibt es auch kleinere Rückschläge. Zum Beispiel sollte man bei Minusgraden keine Eier draußen vergessen, die frieren nämlich durch und platzen. Oder wenn eines der Kaninchen aufs Nachbargrundstück ausbüchst und wir eine geschlagene Stunde damit beschäftigt sind, den Frechdachs wieder einzufangen. Oder eben, wenn Ildi sich am Morgen aus mangelnder Wachheit das Taschenmesser in die Handfläche rammt.

Niemals Eier im Frost liegenlassen!

Eier und Frost sind schlechte Partner.

Anstrengend? Klar! Aber glücklich!

Auch wenn es vielen Menschen stressig erscheint jeden Tag wegen der Tiere zeitig aufstehen zu müssen, 2mal täglich zu füttern, immer Futter heranzuschaffen und und und, ist es doch für uns immer wieder eine Freude. Es ist schöner für uns im Regen zur Farm zu radeln, als jeden Tag in ein tristes Büro zu gehen und dort seine Pflichtstunden abzuleisten.
Es ist schöner sich mal die Finger bei Eiseskälte am Morgen abzufrieren, als einen Job machen zu müssen den man hasst. Das ist jetzt keine romantische Träumerei vom idyllischen Landleben, denn es gibt auch Zeiten in denen die Arbeit uns über den Kopf wächst und wir ohne unsere Mitmacher auf der Farm ganz schön aufgeschmissen wären.
Aber ich weiß wovon ich rede, denn lange genug musste ich in stickigen Büros sitzen und durfte die Sonne nur hinter dem Fenster sehen. Ich weiß wie es ist jeden Morgen mit Bauchweh zur Arbeit zu stapfen und abends mit hängendem Kopf nur noch ins Bett zu wollen.

Erfolgreiches Containern Tag für Tag.

Erfolgreiches Containern Tag für Tag.

Deshalb bin ich dankbar, dass ich meiner Hände Kraft entdeckt habe und sich und hier die Chance bietet, etwas anders machen zu können. Ich liebe die morgendlichen Rituale mit den Tieren, die Arbeit mit den Kids an den Schulen und ebenso liebe ich es, nach einem harten Arbeitstag auf der Farm schläfrig am Lagerfeuer zu sitzen und später todmüde aber zufrieden in die Kissen zu sinken.
Es hat nie jemand behauptet Selbstversorgung sei leicht aber es macht von innen heraus glücklich!
Der Lohn ist kein theoretischer Gegenwert in Form von Papier.
Statt dessen belohnt mich der Gang in den Keller mit den Regalen voller Eingemachtem und unser überquellender Erdkeller, die täglichen grünen Eier und die Hühner, die mir im Garten hinterherlaufen. Ebenso die Kaninchen, die jeden Morgen erwartungsvoll auf mich zu hoppeln und natürlich das Lachen der Kinder.
Vor zwei Wochen zum Beispiel schrieb eine unserer Gruppen des Sozialpädagogischen Förderzentrums Christophorus Schule einen Test über unsere Exkursion zum Biberpfad – die ganze Klasse schrieb eine 2! Ich hätt vor Stolz auf die Kids platzen können!

Im Groß und Ganzen können wir uns die Zeit frei einteilen. Das ist ein Privileg in unserer heutigen Zeit, wo sich der Bewegungsfreiraum normalerweise auf das Wochenende beschränkt. Vor allem jetzt im Winter beschränkt sich die Arbeit auf der Farm aufs Füttern und ein paar Bauarbeiten. Mit Start der Gärtnersaison sieht das Ganze schon wieder anders aus und wir werden jede freie Minute im Garten verbringen. Nicht, dass es uns stören würde, im Gegenteil es ist wundervoll zu beobachten wie sich im Laufe der Gartenarbeit das erste Grün aus der Erde schiebt und du weißt: Yeah, in 2 Monaten erntest du die ersten Tomaten und nächste Woche den ersten frischen Salat des Jahres!

Warum ich euch dies erzähle? Nun, in letzter Zeit häufen sich die Fragen, wie wir mit unserem Experiment der Teil-Selbstversorgung klar kommen, ob es nicht zu viel körperliche Arbeit ist, warum wir das alles tun und ob wir glücklich damit sind.

Salat, Schnittkohl und Sibierischer Kohl wachsen schon im Februar.

Winterkopfsalat, Schnittkohl und Sibierischer Kohl wachsen schon im Februar.

Die Zeit ist im Wandel, das haben sicher schon viele bemerkt. Unsere Generation muss andere Wege gehen, als unsere Eltern es taten. Wahrscheinlich sind wir auch die erste Generation die weiß, dass sie nie wieder den Wohlstand und den Lebensstandart der Eltern erreichen wird. Deshalb heißt es andere Lebensmöglichkeiten suchen und ausprobieren, es wird Zeit Verantwortung zu übernehmen. Sei es für die Kaffeebauern in Afrika, sei es für gequälte Tiere der industriellen Fleischproduktion, sei es für die Energieproduktion und sei es für alle die nach uns kommen und auch noch eine lebenswerte Welt vorfinden wollen.

Blos keine kalten Füße bekommen!

Nur keine kalten Füße bekommen!

Bis vor wenige Jahren wurde eine solche öko-hippie Einstellung belächelt und sich auf dem erreichten Wohlstand ausgeruht. Nun aber ist es an der Zeit zu hinterfragen woher dieser Wohlstand stammte und auf wessen Rücken er aufgebaut wurde. Ich jedenfalls will nicht mehr, dass die arme Näherin in Bangladesch ihre Kinder nicht ernähren kann, weil sie keinen ausreichenden Lohn erhält. Ich will nicht, dass wegen meinem Kaffeekonsum in Südamerika Kinder auf den Plantagen arbeiten müssen. Ebenso will ich nicht mehr das absurde System der industriellen Nahrungsmittelproduktion unterstützen, die das Ökosystem, unseren Lebensraum völlig zerstört, nur damit alles billigbillig ist. Ebenso will ich nicht mehr daran beteiligt sein, dass jedes Jahr genauso viele noch gute Lebensmittel weggeworfen werden, wie verbraucht werden – so viele um alle Hungernden der Welt satt zu bekommen! Wir sind privilegiert schon allein deswegen, weil wir in der „westlichen Welt“ leben. Gejammert wird hier viel, auf höchstem Niveau, wie man so schön sagt. Aber wir haben doch alles: ein Dach über dem Kopf, jeden Tag mehr Essen als wir verzehren können und sogar Trinkwasser sprudelt aus der Wand.

Wer schon mal in Indien oder Afrika war, der weiß dass die Selbstverständlichkeit mit der wir dies alles hinnehmen, keine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Vielen Menschen wird eben dies bewusst und der Wille entsteht, andere Wege zu gehen. Auch hier in Augsburg wächst das Bewusstsein dafür. Allein in den letzten 2 Monaten hat sich so unglaublich viel bewegt! Es sind Gruppen und Initiativen entstanden, die Menschen finden zusammen und überlegen gemeinsam was getan werden muss, um einen postfossilen und ressourcenschonenden lokalen Weg einzuschlagen. Vom Contact in Augsburg und Transition Town mit der Idee des Ökodorfs, die Gruppe welche sich nach dem Film „Ökonomie des Glücks“ zusammenfand, über Donauwandel bis hin zu kleinräumigen Nachbarschaftsaktionen geht es voran in unserer Stadt.

All diese Menschen inspirieren uns jeden Tag aufs neue, geben uns Kraft und Mut weiterzumachen, denn manchmal scheint uns der Kampf gegen die Windmühlen zu groß. Aber dann steht plötzlich jemand auf der CityFarm, strahlt uns an und erzählt von seiner Idee ein Stück Wiese im Innenhof umzugraben, um für die gesamte Nachbarschaft einen Gemüsegarten anzulegen. Oder die Aktion Donauwandel, einer Art Thinkcamp für nachhaltige Ideen und Initiativen, die in Zusammenarbeit mit der Umweltstation Augsburg die CityFarm besuchen wollen!

Das ist großartig! Es geht voran! Danke euch allen!

Besinnliches und Köstliches

 

Wieder ist ein Jahr ins Land gegangen. Wieder finden wir uns an Weihnachten zusammen und verbringen mehr oder weniger besinnliche Stunden. Für viele Familien ist das Fest leider zur Materialschlacht geworden, Mehr-Größer-Teurer sind zu oft das Motto unterm Weihnachtsbaum. Aber ich will nicht schon wieder über das Schenken schreiben, das tat ich vergangenes Jahr schon.

Dieses Jahr will ich mich mit unserer Weihnachtsvöllerei beschäftigen.

Der Brauch verbreitete sich von Deutschland aus in den Rest der Welt, der Weihnachtsbaum.

Wie jedes Weihnachtsfest gehört das große Familienessen zur Tradition. Es wird aufgetischt wie an keinem anderen Tag im Jahr. Und zumindest bei uns ist es so, dass nichts übrig bleibt und nichts weggeworfen wird.

Wie viele andere, wollen auch wir wenn es um unser Essen geht, keine Abstriche machen. Supermarktware kommt nur in Ausnahmefällen auf den Weihnachtstisch.

Da Opa keine Hühner mehr hat und unsere momentan Legepause haben, gibt’s Eier wenigstens aus Freilandhaltung. Das Fleisch (es gibt Reh, Rind und Kaninchen) stammt aus familiärer Eigenproduktion oder vom Demeterbauern 2 Dörfer weiter, auch Obst und Gemüse sind ohne chemische Giftrückstände der Agrarproduktion und das Ganze natürlich aus der Region!

Regional, Lokal, Saisonal sind zu wichtigen Schlagworten geworden und liegen in der Gewichtung oft noch vor Bio-Produkten, auch bei uns.

Warum?

Ganz einfach, die Nahrungnsmittel müssen keine weiten Wege zurücklegen was Transportkosten spart und die regionale Wirtschaft wird gestärkt. Da steht bio erstmal hinten an, denn bevor die Bauern des Umlandes auf ökologischen Landbau umstellen können, müssen sie sich erst einen Kundenstamm sichern. Erst dann kann der Bauer langfristig biologisch angebaute Nahrungsmittel produzieren. Doch für die Bauern ist die Umstellung alles andere als einfach.

Leider ist es noch immer so, dass industriell betriebene Landwirtschaft ca. dreimal stärker gefördert wird als Öko-Landbau. Das wird sich auch nicht so schnell ändern, da nur wenige große Agrarkonzerne den Markt in der Hand haben und leider auch viel Macht in der Politik besitzen. Kleinbäuerliche Strukturen werden gezielt zerstört und biologische Landwirtschaft nur als eine Art Alibi gefördert. Das Ziel der Regierung ist eine komplett industrialisierte Agrarproduktion, die billig und auf Masse produziert.

Hier ein paar Zahlen dazu:

Eine Studie von 2006 der Berliner Humboldt Universität fand heraus, dass kleinbäuerliche Familienbetriebe ca. 30% ihres Jahresgewinnes über Subventionen erhalten. Klingt ja gar nicht schlecht, oder? Leider nur solange, bis wir uns die Großbetriebe anschauen. Dort besteht der Jahresgewinn zu 70% aus Förderleistungen der EU.

Die Agrarindustrie wäre also ohne die Zuschüsse nicht überlebensfähig, da sie wirtschaftlich weniger effektiv als Kleinbetriebe arbeiten. Um diese Ungerechtigkeit auszugleichen, müsste sich die EU-Agrarkommission einem ideologischen Wandel unterziehen, was aber Scharen an Agrarlobbyisten zu verhindern wissen, denn diese besetzen hohe Posten in der Politik.

Maschinen industrialisierter Landwirtschaft. Foto: Martin Pettitt

Maschinen industrialisierter Landwirtschaft. Foto: Martin Pettitt

Wen das Thema weitergehend interessiert, dem empfehle ich, sich mit Anette Schavans „Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ zu beschäftigen. Dahinter steht eine enge Zusammenarbeit mit den Gentechnikkonzernen BASF, Monsant, Bayer, Saat AG, KWS, Syngenta, Dow und Dupont. Unsere Regierung ist der Meinung, dass nur die Gentechnik die Probleme unserer Welt lösen kann. Diese Vision basiert nicht auf der Realität, denn die Nachteile der Gentechnik wurden mittlerweile weitreichend ermittelt und belegt, dass keines der Heilsversprechen eingetreten ist. Dazu gibt’s Infos hier: Weltagrarbericht.

Im Gegenteil, denn statt weniger Pestizide bei GVOs (genetisch veränderten Organismen) einzusetzen, erhöht sich die Menge jährlich sehr stark.

Das liegt u.a. an Resistenzbildungen bei Schädlingen und Krankheiten, Bodenzerstörung aufgrund derer die Erträge sinken aber auch an der Abhängigkeit der Bauern von den Konzernen. Denn ohne Knebelvertrag ist der Anbau genetisch veränderter Pflanzen nicht möglich.

Die Bauern dürfen auch kein eigenes Saatgut mehr produzieren, was vor einigen Jahrzehnten noch als „The Farmers Privileg“ galt! Zudem sind sie verpflichtet die passenden Chemischen Mittel zu erwerben ohne die der Anbau nicht funktioniert. Die Chemikalien sind hochgradig toxisch und lösen bei Anwendungsfehlern schwere körperliche Schäden aus. Kein Wunder, betrachtet man die Mittel genauer. Das auch bei uns hochgepriesene und viel verwendete Roundup und Roundup Ready der Firma Monsanto, besteht zum Großteil aus dem Breitbandherbizid Glyphosat.

Glyphosat, Roundup, POEA (und AMPA) schädigen

menschliche Zellen und führen zu deren raschem

Absterben, selbst bei Konzentrationen wie sie in der

agronomischen Praxis auftreten können; außerdem

wurden anti-östrogene und anti-androgene Effekte

beschrieben, die zu endokrinen Störungen führen.

(http://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/gentechnik/studien/nabu-glyphosat-agrogentechnik_fin.pdf Seite 11)

Das ist nur ein sehr kleiner Auszug des Nabu-Berichtes, der auf verschiedenen Studien beruht.

Wollen wir das wirklich essen? Wir nehmen es nicht nur direkt über Gemüse zu uns, auch im Fleisch aus konventioneller Massenproduktion sind Rückstände zu finden, da dort seit 1996 vorzugsweise Gen-Soja verfüttert wird. Nicht nur Glyphosat, sondern auch das noch toxischere POEA und das Abbauprodukt AMPA gelangen in unsere Nahrungsmittel.

Auf den ersten Blick scheint die ganze Situation recht ausweglos und ja, auch deprimierend. Auf der anderen Seite entdecken immer mehr Konsumenten ihre Macht selbst etwas zu verändern (Buchtipp: Die Einkaufsrevolution von Tanja Busse).

Wer hinterfragt und sich mit seinem Essen auseinander setzt, ist auf dem richtigen Weg.

Doch gelangt man bei Bio-Lebensmitteln an, kommt die nächste Enttäuschung: auch hier wird der Kunde hinters Licht geführt.

Bio ist längst nicht mehr Bio, ist längst nicht mehr unbelastetes Essen für ein gutes Gewissen. Ein Bio-Schwein hat nur 0,9m² mehr Platz, eine Bio-Kuh sieht nie die Sonne und auch die Haltung bei Hühnern gleicht eher den Sardinen in der Dose. Zwar gibt es einige Höfe die nach strengen Vorgaben echte Bio-Qualität produzieren, wie z.B. Demeter und Unser Land. Dort ist die Bauernhofidylle noch Alltag! Doch vor allem ist bio aus dem Supermarkt nur Vorspielung falscher Tatsachen.

Gemüse der Wintersaison: Rübchen, Möhrchen, Köhlchen und Wintersalate

Doch sind diese Produkte für viele Menschen nicht erschwinglich. Gute und gesunde Nahrungsmittel sind teuer. Verständlich, denn die Herstellung ist aufwändiger, da weniger billige Chemikalien (z.B. Pestizide) und Arzneimittel (Z.B. Antibiotika) eingesetzt werden und den Tieren ein möglichst artgerechtes Leben ermöglicht wird. Gute Nahrung hat Zeit zum wachsen und wird nicht mit allen Mitteln in möglichst kurzer Zeit möglichst billig produziert.

Sie sind im wahrsten Sinne des Worten „mehr wert“ und kosten daher mehr.

Wenn wir als Konsumenten nun die Bauern unserer Region unterstützen und sagen was wir kaufen wollen, wird es langfristig mehr ökologisch produzierte Nahrung aus der Region geben. Und sie wird auf Dauer bezahlbarer sein als industriell Hergestelltes.

Nehmen wir einmal an der Ölpreis steigt weiter und die Transportkosten werden auf die Verbraucher umgelagert. Was dann passiert ist klar: Knoblauch aus China wird ebenso unbezahlbar wie das Lammsteak aus Neuseeland. Statt dessen gewinnen regionale und saisonale Nahrungsmittel wieder an Wert. Kennt ihr denn das Lechtal-Lamm oder das Augsburger Huhn? Wisst ihr was in unseren Breiten so alles wächst und den regionalen Speiseplan im Winter ausmacht? Da seit der Industrialisierung jederzeit alles billig verfügbar ist, haben das leider viele Menschen vergessen.

Vielleicht wird es wieder Zeit sich darauf zurück zu besinnen, da mittlerweile klar ist, dass die u.a. Giftstoffe in industriell produzierter Nahrung viele Krankheiten auslösen können und auch die Umweltbelastungen bei der Produktion unseren Lebensraum zerstören.

Wen das Thema interessiert, dem kann ich von Richard Rickelmann das Buch „Tödliche Ernte“ empfehlen. Es ist zwar etwas populistisch aber sehr gut recherchiert und gibt einen umfassenden Überblick.

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Es gibt aber noch andere Alternativen, statt auf hochpreisige Bio-Lebensmittel zurückzugreifen: Gemüse selber anbauen!

In der großen Bewegung des Urban Gardening ist diese Erkenntnis in den letzten Jahren um die Welt geschwappt. Überall beginnen Menschen sich wieder selbst um ihre Nahrung zu kümmern und nutzen in der Stadt oft kreative Lösungen.

Ortschaften wie Havanna oder Detroit versorgen sich schon seit Jahrzehnten selbst mit Obst und Gemüse und zeigen, dass lokale Lösungen funktionieren können! Auch in Europa integrieren erste Städte das Urban Gardening in ihre Stadtentwicklung (z.B. Andernach oder Green City e.V. München) oft in Anlehnung an die Transition-Town-Bewegung für eine postfossile Gesellschaftsentwicklung (wir berichteten euch schon einmal darüber).

Anderswo schließen sich Menschen zusammen, um auf Brachflächen Gemeinschaftsgärten anzulegen oder interkulturelle Gartengemeinschaften zu gründen. Schaut euch doch mal in eurer Nachbarschaft um, vielleicht gibt’s da schon einen? Oder eine Brachfläche die nur nach Beeten und liebevollen Hobbygärtnern schreit? Manchmal reicht auch schon ein kleiner Rasensteifen im Hinterho (gell Phillip? 😉 ).

Doch vielen Stadtbewohnern fehlt ein Fleckchen Grün und oft auch das Knowhow, um sich selbst mit Gemüse zu versorgen. Bei uns auf der CityFarm könnt ihr schon einen guten Überblick erlagen, was es für ausgefallene Gemüsesorten aus Zeiten unserer Vorfahren gibt und worauf es beim Anbau zu achten gilt. Schon so Manchen hat beim Kosten und Probieren in unserem Gemüsegarten das Gärtnerfieber gepackt. Doch wohin nun mit der Energie und Begeisterung, wenn im Wohnumfeld einfach kein Platz für Gemüse zu finden ist?

GemüseSelbstErnte Augsburg

GemüseSelbstErnte Augsburg

Da haben wir einen Vorschlag für euch: Die GemüseSelbstErnte Augsburg! Wir arbeiten eng mit dem Projekt zusammen und deshalb liegt uns das Fortbestehen auch 2012 sehr am Herzen!

Die beiden Gärtner Peter und David von Dohlen verpachten in der Hirblinger Straße im Bärenkeller Parzellen zum Gemüseanbau. Das Prinzip: halbe Arbeit – ganze Ernte.

Im Frühjahr kümmern sich die von Dohlens um Bodenbearbeitung, Düngung und die Aussaat verschiedener Gemüsesorten. Natürlich alles nach ökologischen Maßstäben und Bio-Zertifiziert!

Alles Weitere wird von den Teilnehmern selbst in die Hand genommen. Hier kann man nach Herzenslust hacken, jäten, gießen und leckerstes Biogemüse ernten! Auch für die Kids ist das Gelände ein Freiraum zum spielen, toben und ausprobieren. Mit dem eigenen Anbau von Gemüse entsteht ein Verständnis für die Kreisläufe und Zusammenhänge der Natur. Es entwickelt sich ein Gefühl der Kompetenz und Daseinsberechtigung dadurch, dass wir unser wichtigstes Grundbedürfnis selbst erfüllen können: das nach Nahrung.

Unser Essen erhält wieder mehr Wertschätzung, denn ein selbst angebauter und selbst geernteter Salat schmeckt viel besser als anonyme Supermarktware, von der keiner weiß was wirklich drinsteckt.

Zu pachten sind 60m² Parzellen. Zwar sind diese als Single-Parzellen ausgeschrieben aber bei kontinuierlicher Ernte, Nachpflanzung und Pflege können mit diesem Stückchen bis zu 7 Personen mit Gemüse versorgt werden!

Für eine einzelne Person ist der Ertrag sogar viel zu viel, wie einige dieses Jahr feststellen mussten, sodass es sinnvoller erscheint Partnerschaften zu schließen. Sucht euch ein oder zwei oder drei Freunde und teilt euch eine Parzelle. Damit reduziert sich für alle der Preis (bei 4 Personen nur noch 50 Euro de Saison!) und ihr könnt Biogemüse für ein Vielfaches dieses Preises ernten!

David beim Bestellen der Parzellen

Die Pflege der Parzelle nimmt im Schnitt nur 2 bis 3 Stunden pro Woche in Anspruch. Auch gießen müsst ihr nicht jeden Tag, selbst im Hochsommer nicht. Der Trick ist ganz einfach: gleich von Anfang an nur spärlich wässern. Dann bilden die Pflanzen tiefe Wurzeln aus und versorgen sich selbst mit Wasser. Wer viel gießt, zieht sich Flachwurzler heran, die sich nicht selbst versorgen können! Die wichtigste Arbeit ist aber das Hacken, was 1x pro Woche gemacht werden sollte. Auch wir hatten dieses Jahr den direkten Vergleich auf unserem Feldchen: unsere regelmäßig gehackten Möhren wurden doppelt so groß wie nebenan, wo die Hacke nicht zum Einsatz kam!

Wenn ihr euch für eine Parzelle entschieden hat, bekommt ihr bei der Beetübergabe Jungpflanzen gestellt und eure erste Aufgabe ist es, diese zu setzen. Vielleicht sehen wir uns dort, denn Ildi hilft sicher wieder bei der Pflanzenausgabe mit.

Immer Samstags stehen euch Peter und David für Fragen zur Verfügung, bringen euch das ökologisch und menschlich verträgliche Gärtnern bei und haben viele Tipps für die Lagerung der Ernte oder auch mal eine Rezeptidee. Ihr müsst also keine Vorkenntnisse mitbringen! Weiterhin gibt es Aushänge am Bauwagen und regelmäßige Tipps über erntereifes Gemüse sowie Ideen zum Nachpflanzen und nachsäen.

Der Saisonbeitrag für die Nutzung von ca. Anfang Mai bis ca. Mitte November beträgt:

  • für eine Single-Parzelle (ca.60m²) 200 €
  • für eine Familien-Parzelle (ca.120m²) 390 €

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Anmeldung bis Ende Februar 2013!

selbsternte@biogemuese-augsburg.de

Oder melde dich telefonisch an unter:

0175 2426133 oder 0163 9208986

Weitere Infos findet ihr auch hier auf dem Infoblatt.

Für uns von der CityFarm ist das Fortbestehen der GemüseSelbstErnte ein wichtiges Anliegen, denn es bringt den Gedanken einer langfristig lebenserhaltenden Gesellschaft voran. Wir bemerken, dass sich immer mehr von euch kritisch mit Themen wie Konsum und Nahrungsmittel auseinandersetzen und Alternativen suchen.

Auch die Vernetzung der verschiedenen Projekte und interessierten Menschen liegt uns am Herzen. Die GemüseSelbstErnte ist eine Möglichkeit dem System von unten neue Inspirationen zu geben. Wie wir euch berichtet haben, wird sich wohl agrarpolitisch in näherer Zeit nichts ändern, deshalb lasst uns unser Essen wieder selbst in die Hand nehmen! Fragt doch mal Oma und Opa wie es früher war und ihr werdet sehen, dass Ernährungssouveränität kein Relikt des Mittelalters ist!

Was hat das nun mit Weihnachten zu tun? Sehr viel, denn schaut euch mal an was bei euch auf dem Tisch steht. Fragt euch woher es stammt und wie es angebaut wurde. Was ist aus der Saison? Was wurde im Sommer konserviert und kann jetzt im Winter gegessen werden? Ist was eigenes dabei?

Der GSE-Bauwagen

Der GSE-Bauwagen

Und vielleicht ist eine Gemüseparzelle bei Peter und David ein gutes Weihnachtsgeschenk?

Darüber dürft ihr euch nun selbst Gedanken machen. Vielleicht entsteht sogar die ein oder andere angeregte Diskussion über das Thema mit eurer Familie. Bei uns ist das so, weil wir noch mit einer Teilselbstversorgung ausgewachsen sind und uns Qualität sehr wichtig ist.

Wir wünschen euch auf jeden Fall ein wundervolles, besinnliches Fest! Genießt die Weihnachtstage im Kreis der Familie und bewertet Heiligabend nicht nur nach dem Preis der Geschenke!

Frohes Fest euch allen!

Genießt eure tollen Weihnachtstafeln und tut jemandem der es brauchen kann etwas Gutes! Wir haben schließlich ein christliches Fest der Nächstenliebe! Unser westlicher Egotripp ist zwar ganz nett aber nur Teilen befriedigt wahrhaft.

Alles Gute euch allen und guten Rutsch ins neue Jahr!

Wir sehen uns 2013 auf der CityFarm Augsburg!

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Vorferienzeit 2. Teil

Erdkeller

Helfer Svetlo in unser hier noch halb fertiger Erdkeller.

Helfer Svetlo in unser hier noch halb fertiger Erdkeller.

An einem heißen Sommertag, als unser Kaninchenfutter vom Supermarkt einmal wieder unter der Schwüle litt, kam die Idee eines kühlen Lagerraumes auf – oder besser: die Idee eines Erdkellers. Schon länger beschäftigten wir uns mit der Frage wie und wo wir unsere Ernte im Winter lagern könnten. Die Suche nach einem alten und unbenutzten Erdkeller verlief leider Erfolglos, sodass nur eine Möglichkeit blieb: selber bauen.

Sogleich machte sich Benni mit Hilfe von Svetlo ans Werk. Ausgewählt wurde ein Standort im dunkelsten Eck der CityFarm, versteckt hinter Mangold und Topinambur. Innerhalb von 2 Tagen war ein ca. 1,50m tiefes Loch ausgehoben. Dieses verkleidete Benni mit alten stabilen Bohlen und krampte gegen Mitfresser alles mit Drahtgeflecht aus. Tipps und Ideen zur weiteren Umsetzung holte er sich bei Menschen der Generation, die auf solche Vorrichtungen noch angewiesen waren. Eine große Hilfe war uns Ernst Bucher der Biogärtnerei Bucher.
Aus alten Türen baute Benni den oberen Abschluss. Ein Belüftungsrohr sorgt für Gasaustausch und die Erdbedeckung der linken Seite für gespeicherte Kühle und Luftfeuchtigkeit. Ein sehr einfaches und effektives Prinzip zur Lagerung von Lebensmitteln. Dennoch ist es kein richtiger Kühlschrank und auch eine Milch hält sich nur zwei Tage darin, doch es verlängert die Haltbarkeit unseres Gemüses um ein Vielfaches. Die im Keller vorhandene Temperatur und Luftfeuchte sind optimal für Kartoffeln, Möhren und anderes Lagergemüse geeignet.

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 Krautertreffen

Seit ihrer Diplomarbeit über die kulturelle und pflanzliche Vielfalt im Interkulturellen Garten Augsburg, ist Ildi im Gärtnerforum Kraut und Rosen aktiv. Dort tummeln sich viele Profi- und Hobbygärtner, unter anderem auch jede Menge Augsburger.

So ergab es sich, dass sich am 22.Juli die Augsburger Krauterbande auf der CityFarm zu einem regionalen Stelldichein versammelte.
Schon Tage vorher buddelte, schnippelte und pflanzte Ildi aufgeregt im Garten, um alles so schön wie möglich vorzeigen zu können. Denn wer hört nicht gern ein Lob über seinen Garten? Zumal wenn er so ungewöhnlich gestaltet ist wie der Unsere, in Mischkultur mit vielen alten und seltenen Gemüsesorten. An dieser vielfältigen Pracht hat auch das Krauterforum einen großen Anteil, denn viele Samen seltener Pflanzen fanden über die Gartenfreunde der Internetplattform ihren Weg auf die CityFarm.

Krautertreffen auf der CityFarm

Beliebter Schattenplatz im Topfgarten

Es wurde schließlich eine bunte, fröhliche Zusammenkunft mit leckerstem Essen, wunderbarem Sonnenschein, vielen spannenden Gesprächen und massenweise Pflanzen und Tipps für den Garten der Farm. Während am Lagerfeuer bei anregendem Geplauder Stockbrot gebacken wurde, machten es sich andere im Topfgarten, vor den Kaninchengehegen oder in der Bohnenlaube gemütlich.

Krautertreffen auf der CityFarm

Biggi und Harry im Schatten der Bohnen

Am frühen Nachmittag trafen die ersten Krauter ein und abends gegen 20 Uhr verließen uns die letzten Gartenfreunde. Keiner bemerkte das schnelle Verfliegen der Zeit, was für uns ein Zeichen ist, dass es allen gefallen hat!

Schön dass ihr so zahlreich erschienen seid! Es war ein spannender Nachmittag mit euch!!!!

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Alles nur ein Trend? Überfluss und Erntegedanken

Kartoffelsorte Blauer Schwede.

Kartoffelsorte Blauer Schwede.

Der Spätsommer ist die Zeit des Überflusses im Garten. Ob eigener Garten, Balkongarten oder Parzelle – keiner von uns kauft zu dieser Zeit Obst oder Gemüse im Supermarkt ein, denn so viel Bio und Gesund gibts an keiner Kasse zu kaufen!

Im Gegenteil, es wird endlich wieder vermehrt eingekocht, entsaftet und natürlich Marmeladen produziert. Uns freut diese Entwicklung, die sich scheinbar um die ganze Welt zieht. Immer mehr Menschen entdecken den Wert des Althergebrachten und des Wissens und Könnens unserer Vorfahren. Fast vergessene Konservierungsmethoden werden wieder hervorgeholt und die ältere Generation mit Fragen überhäuft. Dass sich dieses neue alte Interesse des Selbermachens nicht nur im Garten und in der Küche bewegt, zeigen Initiativen und Projekte wie die Bike Kitchen und das Garnhotel im Grandhotel Cosmopolis in Augsburg. Die Menschen nehmen ihr Leben wieder selbst in die Hand: Selbermachen, Gebrauchtes und Altes wiederverwenden sowie Weggeworfenes neuen Aufgaben zuzuführen liegen mehr als nur im Trend. Doch ist das alles nur wieder eine Mode, ein Trend?

Wir denken nicht, denn wer sich damit beschäftigt entwickelt einen langfristig einen nachhaltigen Lebensstil und übernimmt Verantwortung für sein Leben. Natürlich ist es einfacher sich hübsche Klamotten billig im SSV zu ergattern. Doch das ist es nur, wenn man die Augen vor den Konsequenzen verschließt. Giftige Stoffe im Stoff, die sich erst nach mehrmaligem Waschen lösen, Kinder- und Frauenarbeit und die Entlohnung der Arbeiter auf Ausbeutungsniveau werden mit solchen Billigangeboten gefördert. Es ist eine moderne Form der Sklaverei, nicht nur im Textilwesen! Es greift noch weiter, vom Kaffee bis zum iPhone. Zumal vor allem Elektrogeräte der geplanten Obsoleszenz unterliegen, was bedeutet, dass sie geplant nach Ablauf der Garantie sowieso kaputt gehen. Wer mehr darüber wissen will, der solle sich die Dokumentation „Kaufen für die Müllhalde“ ansehen oder einmal hier reinlesen: Murks? Nein Danke!

Daher ist Selbermachen gleich Verantwortung übernehmen, für sich selbst für andere und für die Zukunft. All diese Facetten der Teilsubsistenz gehen einher mit dem Gedanken der Transitiontown-Bewegung wie auch mit der Philosophie der Tiefenökologin Joanna Macy. Diese streben Alternativen zu unserem bisherigen zerstörerischen Lebensweg und Lebensstil an. Doch hier wird nicht nur Theoretisiert, es wird angepackt und einfach gemacht. Schon ganze Ortschaften haben sich selbst umgekrempelt, um eine nachhaltige Basis der Existenz zu finden. Eines der bekanntesten Beispiele ist wohl die Stadt Todmorden. Eine Revolution von unten?

Auch in Augsburg geht es voran, wie ein Artikel in der Neuen Szene zeigt: „Stadt im Wandel – Wandel in der Stadt?

Immer noch nur ein Trend? Wohl eher nicht, denn all diese Initiativen und Projekte haben das Ziel einer langfristig lebenserhaltenden Gesellschaft, in welcher gegenseitige Hilfe und die Abkehr vom Konsumwahn die Menschen verbindet. Schon allein dies widerspricht des Modegedanken:

Mode (aus dem Französischen mode; lat. modus ‚Maß‘ bzw. ‚Art‘, eigentlich ‚Gemessenes‘ bzw. ‚Erfasstes‘) bezeichnet die in einem bestimmten Zeitraum und einer bestimmten Gruppe von Menschen als zeitgemäß geltende Art, bestimmte Dinge zu tun, Dinge zu benutzen oder anzuschaffen, sofern diese Art, etwas zu tun, nicht von großer Dauer ist, sondern im Verlauf der Zeit infolge gesellschaftlicher Prozesse immer wieder durch neue – dann als zeitgemäß geltende – Arten revidiert wird, sofern sie also zyklischem Wandel unterliegt.“ Wikipedia

Für uns ein Grund mehr sich über die eigene Ernte zu freuen. Da schau sich nur einer den Benni an, so viel Arbeit und Liebe steckt in diesem Hokkaido. Das nenn ich wahre Wertschätzung! Vom Samen bis in den Mund – alles selbstgemacht!

ohne Worte

ohne Worte

Der Kürbis endete übrigens als leckerer Blätterteig – Parmesanauflauf in einem Schlemmerfest.
Neben Bohnen, Karotten, Mangold, Braunkohl, Salat und co mussten auch schon die ersten Kartoffeln aus der Erde. Denn leider macht sich in unserem Garten die Braunfäule breit, sodass einige Kartoffeln schon frühzeitig ihr Erdbett verlassen mussten. Damit fällt auch der Ertrag sehr mager aus und nur wenige große Kartoffeln konnten wir ausgraben.

Aus der Ersten Kartoffelfuhre konnten wir aber einen leckeren Kesselgulasch über dem offenen Feuer zaubern.

Sicherlich wird es noch viele gemeinsame Kochabende auf der CityFarm geben, vielleicht sieht man sich ja mal an der Feuerstelle bei leckerem Eintopf!

Original ungarischer Kesselgulasch auf der CityFarm.

Original ungarischer Kesselgulasch auf der CityFarm.

Einbruch auf der CityFarm

Liebe CityFarm-Freunde,

Heute morgen entdeckte ich etwas Schockierendes: Auf der CityFarm wurde letzte Nacht eingebrochen und einiges gestohlen. Ein Spaten, Grabegabeln, und allerlei Krims-Krams für den Hobby-Handwerker. Viel schlimmer waren aber die offenen Hasenställe und die ausgerissenen Pflanzen.  Den ganzen Morgen damit zu verbringen entlaufene, verschreckte Hasen vor bereits lauernden Katzen zu retten und Bäumchen sowie Sträucher wieder einzugraben macht absolut keinen Spaß! Einen Hasen haben die Diebe versucht mitzunehmen, da er auf der für Hoppler unerreichbaren anderen Zaunseite kauerte. Es sind zudem einige Sachen demoliert worden die wir  noch gebraucht hätten. Zum Beispiel unser Heuaufhänger

Alle Werkzeuge sind mit unserem Logo ,ein schwarzer Fußabdruck auf orangem Hintergrund, markiert und eindeutig identifizierbar. Wem also ein so beschaffenes Arbeitsgerät ins Auge fällt der möge sich bitte bei uns  melden oder es demjenigen wegnehmen und uns wiederbringen 🙂

Für diese Art von Vandalismus haben wir keinerlei Verständnis!  Die CityFarm ist kein Sozialkaufhaus oder Gartenausstatter sondern ein Begegnungs und Lernort für Kinder, Familien, sowie Junggebliebene. Es sind glücklicherweiße keine der teuren Geräte entwendet worden wie Akkuschrauber und Sägen sondern nur Gartengeräte für den täglichen Bedarf.  Schlimm genug.

Es tut uns sehr Leid liebe Unterstützer, dass Teile eurer wunderbaren Gaben jetzt in Händen von Einbrechern sind. Wir haben heute aber Sorge getragen, dass so etwas nicht mehr geschehen kann. Mein Schlüsselbund wiegt jetzt undgefähr das Doppelte und mein Geldbeutel nur noch die Hälfte. Schlösser und Ketten habe ich heute im großen Stil angebracht und montiert. Zusätzlich habe ich beim Schrotti nebenan noch Panzerketten bestellt.

Noch etwas erfreuliches: Unser Mamma-Hase die Maja hat gestern einige kleine, süße, faltig-rosane Kaninchenwelpen auf die Welt gebracht. Sowohl der Mamma als auch den kleinen geht es sehr gut. Sie säugt fleißig und hat einen gewaltigen Hunger und Durst.

Schöne Pfingsten wünscht euch euer

Benni

grrrrrrrrrrrr

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Ein Mann, seine geliebte Motorsäge und Gedanken zum Schenken

Lange überlegte ich was sinnvoll wäre Benni zu Weihnachten zu schenken. Es sollte nützlich sein und nicht durch den Einkaufpreis beeindrucken, es sollte auch nichts Überflüssiges sein, sondern etwas, dass er wahrhaft gebrauchen kann und was ihm sein Leben lang nützt. Harte Kriterien für ein Weihnachtsgeschenk wo doch die meisten Menschen dem Konsumrausch verfallen mehr teure als nützliche Dinge schenken. Klar ist auch ein neuer Bildschirm irgendwo nützlich aber warum einen neuen kaufen, wenn´s der alte noch gut tut? Müssen wir immer die neusten Dinge besitzen, um jemand zu sein? Ja, wenn man der Phantasiewelt der Werbung glaubt, die den Zuschauern vermittelt es sei das Wichtigste modern zu leben, also den oktruierten Moden zu folgen und nur nicht nachzufragen wo was herkommt und wie es hergestellt wurde. Ist das das wirklich wichtige? Sind unsere selbst gemachten Geschenke deshalb minderwertig? Freuen sich unsere Lieben deshalb weniger darüber?

Oft werden wir momentan wieder mit der für uns mittlerweile sehr skurrilen Welt des blinden Konsums konfrontiert: Geschenke kaufen Geschenke kaufen, Geld fließt in Strömen, teurer größer mehr. Und dabei geht der Sinn des Schenken wie die vielen Jahre davor völlig unter. „Weihnachten wird unterm Baum entschieden“ – diese Werbung hat mich doch erst mal erschreckt. Warum versuchen sich die Leute mit ihren „Weihnachtsgeschenken“ derart gegenseitig zu übertrumpfen, sodass sie jegliche Relationen zu Sinn, Nutzen und Wert aus den Augen verlieren? Von ethischen und moralischen Werten ganz zu schweigen. Kaufen die Menschen um sich die Menschen zu kaufen? Wäre es nicht eher im christlichen Sinne wenigstens einen Teil des Geldes denen zu geben die gar nichts haben? Was ist aus dem Urgedanken des Weihnachtlichen Schenkens geworden? Sind wir heute alle nur noch Ebenezer Scrooge´s?

Benni und die Lizenz zum Sägen.

Nun jedenfalls fiel der Groschen zu Benni´s Geschenk dann doch noch. Family und ich legten zusammen und überraschten Benni mit einem Motorsägekurs bei Motorgeräte Wüst in Bobingen. Natürlich mit der eigenen Motorsäge. Diese erstand ich zu einem Schnäppchenpreis. Nein, sie ist nicht neu, war nicht teuer und ist eine 10 Jahre alte generalüberholte Stihl 009. Das Interessante an diesen alten Geräten ist, dass sie noch über keine Sollbruchstellen oder Ähnlichem verfügen. Dies bedeutet, dass trotz des Alters die Geräte seltener kaputt gehen als die neusten hochtechnisierten Geräte, weil die geplante Obsoleszenz noch nicht den Markt beherrschte (wer das nicht kennt, soll sich unter News die Doku „Kaufen für die Müllhalde anschauen“). Ein weiterer Vorteil ist, dass man sehr viel selbst dran machen und reparieren kann.

Die zwei Tage Motorsägenkurs begeisterten Benni, er lernte nicht nur mit seinem Baby umzugehen, sondern auch das A und O des Baumschneidens und natürlich den Arbeitsschutz.

Wo es nun etwas zu scheiden gibt, ist Benni mit seiner Motorsäge vor Ort. Auch auf dem Grundstück mussten schon der ein oder andere Baum fallen. Nun schreit mal nicht gleich auf ihr Baumschützer, denn auch wir fällen einen Baum nicht gern und nur aus Spaß. Aber wenn wir unsere CityFarm realisieren wollen, brauchen wir auch Platz für unsere Bienenvölker und die Beete. Als Ausgleich werden wir aber auch viel neues Leben geben in Form von Pflanzen und Tieren.

Zudem möchten wir dem Grünordnungsamt in Augsburg, besonders Herrn Seidel danken. Durch ihn erhielten wir mehrere Kopfweiden in der Wolfszahnau zu pflege. Eine Vorraussetung war, dass Benni mit der Motorsäge umgehen kann und sich für die Kulturlandschaftspflege interessiert. Als „Lohn“ für die Mühe des Schneitelns dürfen wir die Weidenstecken behalten. Diese werden wir nutzen, um in der Kita Ulmer Straße einen Weidentunnel auf dem Spielplatz zu bauen. Vielen Dank!

Der Ahorn nahm dem Apfelbaum das Licht und den Bienen den Platz.