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Was blüht im Oktober

Blüten Topinambur

Endlich ist er da, der goldene Oktober. Der Herbst wäre kein guter Herbst, würde er uns nicht wenigstens ein paar güldene Tage schenken.
Aus der Idee an einem Sonntagmorgen mal eben schnell die letzten Blüten im Garten zu fotografieren, wurde eine blumen- und hummelreiche Stunde mit sehr vielen Fotos. Wir waren selbst überrascht, wie viele Wild- und Kulturpflanzen noch im Oktober auf fleißige BestäuberInnen warten.
Bevor wir Euch unsere bunten Entdeckungen zeigen, ein kleiner Exkurs zu den wohl puschligsten und beliebtesten Hautflüglern, die auch im Herbst noch zu beobachten sind: den Hummeln (Bombus).

Der Erdhummel trifft man auch im Oktober noch an.

Die Bedeutung der Hummeln für das Ökosystem wurde bisher sicherlich unterschätzt, denn die Tiere können auch noch bei niedrigen Temperaturen (Arbeiterinnen ab 6°C, Königinnen schon ab 3°C) und regnerischem Wetter ausfliegen.
Für Gartenfreunde bedeutet das: sie sichern einen gewissen Grad der Bestäubung, auch wenn das Wetter im Frühjahr bescheiden ist.
Im Vergleich, Honigbienen (Apis) fliegen erst ab einer Außentemperatur von 12°C.
Aufgrund der Flugtemperaturen sind bei Regenwetter im Oktober-Garten eher Hummeln als Honigbienen zu beobachten
.

Wen interessiert warum es in den Tropen keine Hummeln gibt, dafür aber eine Art, die im Gletschereis nistet, der darf sich auf der Seite Aktion-Hummelschutz einlesen. Ein überaus spannendes Thema!

In der Regel endet das Hummeljahr im September. Die, im Vergleich zur Honigbiene, kleinen Völker sterben und nur die Jungköniginnen überleben.

Die Nektartankstelle Herbstaster bietet reichlich Futter.


Bevor diese Prinzessinnen jedoch ein geschütztes Winterquartier aufsuchen, fressen sie sich ordentlich Winterspeck an und füllen ihren Magen randvoll mit Honig. Die Damen der meisten Hummelarten befinden sich im Oktober schon in der Winterruhe, nur Jungköniginnen der Ackerhummel (Bombus pascuorum) und der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris) konnten wir noch beobachten.

Borretsch ist ein unermüdlicher Blüher bis in den späten Herbst hinein. Er wird besonders gern von Hummeln angeflogen.

Für diese Prinzessinnen ist es daher unerlässlich, dass auch im Herbst noch pollen- und nektarbildende Blüten vorhanden sind.
Bekannt ist, dass Hummeln eine Vorliebe für blaue und violette Blüten besitzen.
Aktueller Forschungsgegenstand ist sogar, ob die Beliebtheit der Farben etwas mit der Blüten- und damit Nektartemperatur zu tun hat.
Gerade im Frühjahr und Herbst müssen unsere pelzigen Hautflügler ihre Temperatur über 30°C halten, da sie sonst ihre Flugfähigkeit einbüßen.
Was kommt da gelegener, als eine kuschlig warme, dunkelfarbige Blüte, die auch noch warmen Nektar spendet?
In Gärten besonders beliebt bei Hummeln sind neben Borretsch, lila Schmetterlingssträuchern und Lavendelblüten, auch Ringelblumen.

Eine faszinierende Pflanze ist die Schaben-Königskerze.

Im Übrigen hat eine Studie unlängst herausgefunden, dass artenreiche Schrebergärten aufgrund der Mischung blühender Obstbäume und Gemüsepflanzen, Blumen und Unkrautecken mit blühenden Wildpflanzen besonders anziehend auf Insekten wirken. Ausgesprochen schlecht schnitten Parkanlagen ab und auch viele Hausgärten sind wegen ihrer Rasenflächen und Terrassen alles andere als insektenfreundlich. Da hilft auch kein aufgestelltes „Insektenhotel“ mehr. Von Schottergärten ganz zu schweigen….

Zwar zählen wir uns nicht zu den Kleingärten, fühlen uns aber mit unseren „Unkrautecken“ und „Lass mal alles ausblühen“-Konzept durch diese Studie sehr in unserem Tun bestätigt!
Quelle: Baldock KCR, et. al.: A systems approach reveals urban pollinator hotspots and conservation opportunities. In: nature ecology & evolution, https://doi.org/10.1038/s41559-018-0769-y

Daher einmal mehr unser Aufruf: MEHR MUT ZUM UNKRAUT!
Zeigt Bilder Eurer wilden Gärten und nutzt Hashtags wie:
#unkrautistleben #unkrautistschön #naturliebe #savethebees

Sie darf auf dem Gelände wachsen wo sie will, die Stockrose.

Nun aber zurück zu unserem Blütenthema.
Ausgesprochen üppig blüht im Oktober natürlich die Herbstaster (Symphyotrichum laeve), dicht gefolgt von verschiedenen Sonnenblumenarten, darunter Topinambur (Helianthus tuberosus), und mehrjährigen, winterharten Staudensonnenblumen (z.B. Helianthus atrorubens). Jedes Jahr wieder aufregend ist die Herbstblüte unserer Rosen (Rosa), sowie die Durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum) mit ihren gut 3 Metern Höhe und zahlreichen gelben Korbblüten!

Wir hatten das Jahr der Kapuzinerkresse. Einige unserer Beete wurden von den leckeren Pflanzen förmlich verschluckt.

Aber auch die klassischen Langzeitblüher wie Borretsch (Borago officinalis), Ringelblumen (Calendula officinalis) , Echter Beinwell (Symphytum officinale) und Strauchbasilikum (Ocimum kilimandscharicum x basilicum) stehen noch in voller Pracht!

Bei Insekten sehr beliebt ist die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) mit ihren leuchtenden, an Mönchskapuzen erinnernden (daher der Name) Blüten.

Lieblingsunkraut – Purpurblütiges Leinkraut

Besonders Hummeln krabbeln gern in die bewimperten Blumen, um den süß-scharfen Nektar zu erhalten und sichern dadurch die Bestäubung.
Besonders schlaue (oder faule) Exemplare beißen einfach die gekrümmten Sporne der Blüten auf und bedienen sich, ohne am Portier vorbei zu müssen, am Nektarbüffet.

Weiterhin zeigten zahlreiche Kräuter ihre letzten Blüten, wie das Bohnenkraut (Satureja), unsere Mochitominze (Mentha spec. Mojito), das zu den Strohblumen zählende Currykraut (Helichrysum italicum), Weinraute (Ruta graveolens) und besonders reich blühend die Rucolapflanzen (Diplotaxis tenuifolia).
Einen tollen Akzent setzt unsere schöne Schwarzäugige Susanne (
Thunbergia alata).

Manch einer wird nun meinen, dass es sich ja fast nur um nicht heimische Pflanzen handelt. Ja, das ist richtig. Liegt aber auch daran, dass diese einerseits mit ihrer Pracht deutlicher hervorstechen und andererseits in einem Nutzgarten häufig eine große neuweltliche, wie auch mediterrane Vielfalt herrscht.
Doch keine Sorge, auch die heimischen Gewächse zeigen sich, wenn auch etwas verhaltener.

Die ersten Bodenfröste hat er problemlos gemeistert, der Strauchbasilikum, zentrale Anlaufstelle für alle Nektarsammlerinnen.

So steht zum Beispiel die heimische Weiße Taubnessel (Lamium album) noch in Blüte, ebenso geschützt stehende Schafgarben (Alchemilla millefolium), und eine besondere Schönheit die Schaben-Königskerze (Verbascum blattaria).
Auch verschiedene Distelarten (Cirsium) tragen noch Blüten – wer uns kennt, weiß, dass auch verschiedenste Disteln bei uns wachsen dürfen.

Das kühl-feuchte Wetter scheint auch den Malvengewächsen sehr zu gefallen.
Gesichtet haben wir weiterhin: immernoch reich blühend das Purpurblütiges Leinkraut (Linaria purpurea), Wilde Möhren (Daucus carota subsp. Carota), jede Menge verschiedener Tagetessorten (Tagetes), in Töpfen kultivierte Wandelröschen (Lantana camara), Prächtige Fetthenne (Hylotelephium spectabile), Echinaceen und Rudbeckien (Sonnenhut).

Kräuter, wie das Currykraut, bieten ihre letzten Blüten zur Bestäubung an.

Das sind nun schon sehr viele Pflanzenarten und es ist auch nicht möglich hier alle zu nennen, geschweige denn von allen Fotos zu zeigen. Daher haben wir für Euch die schönsten Bilder ausgewählt.

Langer Rede kurzer Sinn: auch der Oktober ist noch blütenreich und dies für bestimmte Insekten überlebensnotwendig.
Zier- und Wildpflanzen können einen Garten sehr bereichern, auch wenn sie nicht heimisch sind (aber bitte Vorsicht mit invasiven Gewächsen wie der Kanadischen Goldrute).

Und nun wie immer unser Gartentipp: im Herbst einfach mal nichts tun!
Lasst Stauden, Kräuter, auch welkes Gemüse und das „böse“ Unkraut bis zum Frühjahr stehen.
Wen bei dem Gedanken der Versamung Schnappatmung befällt, darf gern die Samenstände abschneiden, um sein aufgebrachtes Gemüt zu beruhigen.
Wenn das neue Grün im Frühjahr spitzelt, dann erst alles runter schneiden. Insekten, Reptilien, Igel und co. werden es euch danken!

Ein gesunder Garten braucht etwas Wildwuchs!

Ein kleiner Saisonrückblick in den Garten

 

Die ersten Frostschäden an den Kürbispflanzen.

Liebe CityFarm-Freunde,

schon wieder fragen wir uns „huch, wo ist das Jahr hin“? Natürlich dauert es noch ein wenig, bis Weihnachten vor der Tür steht aber Gartenfreunde rechnen in Vegetationsperioden und nicht nach dem Georgischen Kalender. Die ersten kleinen Nachtfröste fegten schon über die Farm hinweg und hinterließen gatschig erfrorene Kürbisblätter. Dies ist das eindeutige Zeichen: die Saison neigt sich dem Ende.
Zeit für uns das Gartenjahr rückblickend zu betrachten. Wie immer gab es Erfolge und Misserfolge.
Fangen wir mit unserer allerliebsten Frucht an, der Tomate.
Vergangenes Jahr konnte man den Sommer als besten Tomatensommer bezeichnen.
In diesem Jahr sah es leider anders aus. Zwar gediehen die Pflanzen im Freiland recht gut und setzen auch zufriedenstellend Früchte an, die aber sehr spät ausreiften.
Doch dann kam das gefürchtete Übel mit dem Westwind und zwar von einem Tag auf den anderen, die Braunfäule, Phytophthora infestans. Für uns war es besonders schockierend, da die Pflanzen vor unserem einwöchigen Urlaub noch prächtig gediehen. Gut erholt kamen wir von der Ostsee zurück und fanden sämtliche Tomatengewächse im Freiland dahin gerafft. Sogar jene, die angeblich resistent gegenüber dem Pilz sein sollten. Nur eine einzige Sorte trug noch wenige grüne Triebe, die russische Zitronentomate.

Braunfäule an der Sorte „Sprite“

Das Besondere an der Massenvermehrung des Pilzes in diesem Jahr war nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch, dass alle Früchte befallen waren.
Dies bedeutet leider auch, dass wir von keiner Tomate im Freiland Saatgut genommen haben, da wir keine Anfälligkeit für Braunfäule weiter vermehren wollen.

Rückschlag im Freiland, dafür umso bessere Ernte im Gewächshaus.
Wieder durften wir 160 Pflanzen im Gewächshaus der Gärtnerei Blumen Schlegel aufstellen. Dort zeigten sich, bis auf die üblichen Mineralstoffversorgungsprobleme aufgrund der Wasserzusammensetzung (Danke Biogärtnerei Bucher für die Bestimmung), nur bei der Kremser Perle leichte Anzeichen der Braunfäule.


Besonders üppig gediehen im Gewächshaus die Sorten:

Besser – eine alte deutsche Cocktailtomatensorte

Süße von der Krim – eine russische Cherry-Sorte, die in ihrer Süße nur noch von der Honigtomate geschlagen wird

Vesennij Mieurinskij – die Wow-Sorte in diesem Jahr, wunderbar fruchtige Cherrytomate aus Russland

Chocolade stripe – nicht nur ein Hingucker, sondern auch geschmacklich der Knaller

Orange Strawberry – herzförmige Fleischtomate mit massenhaft Früchten, die mit ihrem gigantisch süßfruchtigen Aroma überzeugten

Königsberger – eine große hornförmige Tomate mit festem Fleisch und einem Aroma, welches ein dezentes, würziges Räucheraroma besitzt, als wäre sie einen Tag in einer Räucherkammer gestanden

Blush Tiger – wie jedes Jahr gesunde große Pflanzen mit vielen tropisch-fruchtigen Beeren (ja die Tomatenfrüchte zählen zu den Beeren)

Chocolade Stripe

Aber auch alle anderen Sorten wuchsen prächtig und trugen ausgezeichnet. Aber auch im Gewächshaus entwickelten sich die Kulturen langsamer als 2018, wodurch die Ernteperiode um mehrere Wochen verkürzt ist. Dazu kommt der frühe Herbst mit seinen kühlen nächtlichen Temperaturen, wodurch die letzten Früchte langsamer reifen und die Pflanzen aufgrund der erhöhten Luftfeuchte im Haus anfälliger für Pilzinfektionen werden.
Die Ernte wird dieses Jahr wohl nicht bis in den November andauern, sondern schon Anfang Oktober.

Orange Strawberry

Aber keine Sorge, wir haben viel Saatgut von den verschiedenen Sorten gewinnen können, um unsere Saatgutbörse am 1. März auszustatten.

Weniger Erfolg hatten wir in diesem Jahr mit den Erbsen. Vier verschiedene Sorten bauten wir an, die auch bis weit in den Juni sehr gut gediehen.
Dann kam uns allerdings die Faulheit unseres Katers dazwischen. Kurz vor der Ernte des Saatgutes machte sich eine Mäusefamilie im Garten breit und nagte alle Erbsen auf, keine ganze Schote blieb an den Sträuchern. Sie scheinen ausgezeichnet geschmeckt zu haben, denn anderes Gemüse war fast gar nicht betroffen!  Daher gibt es nächstes Jahr leider kein Erbsensaatgut.

Im Vergleich zum Dürresommer 2018 war diese Saison in unserer Region ein ausgezeichneter Bohnensommer! Die schmackhaften Fisolen wuchsen massenhaft an den Ranken und Sträuchern, sodass wir zahlreiche Sorten für Euch und die Bohnenschatzkiste vermehren konnten.

Blüte der Pastinake

Auch eine heimische Gemüsesorte erstaunte nicht nur unsere Gäste mit ihrer Blütenpracht: die Pastinake. Mal davon abgesehen, dass die wenigsten Besucher jemals eine blühende Pastinake gesehen haben, waren auch wir von der ausladenden Größe der blühenden Pflanzen überrascht.
Besonders erfreulich und zu Beobachtungen einladend, zeigten sich die schirmartigen Doldenblüten als Tummelplatz für u.a. Käfer, Schwebfliegen und massenhaft sich vergnügende Wanzen.

Doch nicht nur bei den essbaren Kulturpflanzen gab es Überraschungen. Im vergangenen Jahr kaufen wir mehrere Blütenstauden, welche als Phlox gekennzeichnet waren. Die sogenannten Flammenblumen gehören in jeden Bauerngarten und sind vor allem für Nachtfalter attraktiv. In diesem Jahr entpuppte sich die üppig blühende Staude als Nachtviole, die sich überall im Garten ausgesamt hatte.
Wie ihr wisst, entfernen wir nur dort Pflanzen wo es notwendig ist, was uns eine reiche Blütenpracht im Frühjahr bescherte. In Kombination mit unserem liebsten „Unkraut“ dem Klatschmohn war das farbige Meer nicht nur ein Fest für die Augen, sondern auch für unsere Insektenfreunde.

Blumenmeer aus Nachtviole, Klatschmohn und Rosen

Die ganze Saison über begleitete uns ein Filmteam des Bayrischen Rundfunks. Das Ergebnis könnt Ihr am 30. September um 21 Uhr in „Bayern erleben – rettet die Artenvielfalt“ sehen. Dort werden drei Projekte vorgestellt, die sich für die Artenvielfalt im Garten einsetzen.
Wir werden den Beitrag dann auch hier verlinken, damit Ihr nicht suchen müsst.

Spinnen mit der Handspindel, eine wunderbare Arbeit

Ein weiterer wichtiger Aspekt unseres Tuns sind die Schafe, wie Ihr ja sicherlich wisst. Die Tiere beweiden über „Weidestadt Augsburg“ des Landschaftspflegeverbandes Augsburg e.V. nicht nur artenreiche Biotope, um die Biodiversität zu erhalten und zu fördern, sondern auch bunte Wiesenflächen der Stadt, in Privatgärten sowie in der benachbarten Gärtnerei. Auch an der Universität waren Simba und seine Mädels wieder auf der Uni-Heide aktiv.
Zur Pflege der Schafe gehört natürlich auch das Scheren der Tiere, was wir seit zwei Jahren selbst machen.
Die Wolle verarbeiten wir auch selber und natürlich zusammen mit interessierten Menschen. In diesem Jahr stand als Highlight ein Spinnkurs auf dem Programm, den unsere langjährige CityFarmerin und Spinnerin Inge hielt. Es war ein toller Tag mit tollen Menschen, die mit viel Freude und Hingabe das Handspinnen lernten.
Ich kann Euch sagen, es macht nicht nur Spaß, es macht süchtig! Zum Glück sind unsere Wolllager noch voll, sodass im Winter sicher keine Langeweile aufkommen wird.

Der zweite Band ist in Arbeit!

Ihr erinnert Euch doch bestimmt an unser Büchlein „Urban Gardening mal anders, der Geschichte der ersten CityFarm.
Immer wieder werden wir gefragt, wann denn nun der zweite Teil erscheint, schließlich ist die neue Farm jetzt schon im 5. Jahr! Nun, ich kann Euch sagen, es hat seinen Anfang genommen. Die ersten Seiten stehen schon auf dem Papier und wenn alles glatt läuft, liegt Weihnachten 2020 der 2. Teil unter dem Weihnachtsbaum.

Wer für die Zeit dazwischen etwas zum Lesen braucht, darf gern auf Bennis bald erscheinende Werke „Wayan III“ und das Büchlein „Wüstenhund“ über unseren zweiten Hund Keule zurückgreifen.

Damit beenden wir die Gartensaison auf der CityFarm und wünschen Euch einen guten Start in den Herbst. Denkt bitte daran Stauden ect. erst im Frühjahr zu schneiden, wenn das neue Grün heraus spitzelt. Das hat zwei Vorteile. Einmal schützen sich die Stauden selbst vor der kalten Witterung (ihr müsst nichts zusätzlich abdecken) und weiterhin wird zahlreichen Insekten ein Unterschlupf für die Überwinterung angeboten.

Unsere Tomatenvielfalt!

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Herbstliche Neuigkeiten

Liebe CityFarm-Freunde,

es ist schon wieder viel zu lange her, dass wir einen Artikel geschrieben haben. Deshalb wollen wir euch heute auf den neusten Stand bringen.

Im letzten Blogpost haben wir Euch berichtet, dass der Bayrische Rundfunk für die Sendung Querbeet mit uns drehen möchte.
Einen ganzen Tag lang wurden Szenen und Sequenzen zum Thema Saatgut und Saatguterzeugung aufgenommen. Ganz schön anstrengen, das können wir Euch sagen! Denn oft müssen Einstellungen mehrfach gedreht werden und wenn man dann zum dritten Mal alles wiederholen muss, zeigt sich, dass dieser Job kein Zuckerschlecken ist. Aber es hat uns trotzdem sehr viel Spaß gemacht mit dem tollen Team zu arbeiten! Heraus kam dies:

Und nun der Superclou!
Dem Filmteam hat es bei uns so gut gefallen, dass sie im kommenden Jahr eine Reportage mit uns drehen wollen! Wow, da blieb uns erstmal die Spucke weg. Aber dann haben wir natürlich ja gesagt und sind jetzt schon total aufgeregt, wie sich alles entwickeln wird. Auf jeden Fall wird es um nachhaltiges Leben und die Wege etwas in unserer Welt zu verändern, gehen, um Natur- und Umweltbewusstsein und natürlich um das Leben auf und mit der Farm.
Es kann also passieren, wenn Ihr uns besucht, gerade die Kameracrew des BR vor Ort ist.

Unser Moppelchen Chocolade.

Das neue Kaninchenhaus

Als wir vor 4 Jahren das neue Gelände bezogen, bauten unsere Helfer und Praktikanten vier Kaninchengehege. Schon damals war uns klar, dass diese eher ein Provisorium darstellten und mehr schnell als schön gezimmert wurden. Doch unsere Tiere mussten so schnell wie möglich vom alten Gelände herunter.

Bau der Gehege im April 2014

Ein größeres Hagelereignis im Frühsommer dieses Jahres perforierte die Dächer an einigen Stellen und die lang anhaltende Nässe Ende 2017 tat dem dem Holz alles andere als gut. Über den Dürresommer hinweg, stellte dies alles jedoch kein Problem dar.
Es regnete nicht, weshalb die Gehege trocken blieben und das morsche Holz gut durchtrocknete.

Doch im Herbst war bald klar, dass die Situation sich dringend ändern muss! Somit starteten wir eine Spendenaktion für ein neues Kaninchenhaus. Insgesamt konnten wir 600 Euro sammeln und haben nun ein richtiges Gartenhaus erstanden.
Vielen Dank an dieser Stelle an unsere Kaninchenpaten und Spender!

Aktuell sind wir dabei die Gehege abzureißen. Noch werden wir dabei von aufgeregten Langohren umhoppelt. Kaninchen mögen Veränderungen gar nicht und eine derart umfassende geht erst recht nicht. Daher zieht die Bande noch diese Woche ins Gewächshaus, damit wir den Umbau voran treiben können. Spätestens Ende Januar soll alles fertig sein, damit die Hoppler wieder einziehen können.

Kenobi unser Hundeschaf mit Ildi

Patenschaften

Wo wir schon beim Thema Tiere sind.
Mit dem neuen Jahr vergeben wir wieder
Patenschaften für einige unserer Vier- und Zweibeiner. Neu aufgenommen haben wir Ori, Elfie und Mirabella.

Schoko unser Fressmonsterchen

Eine Patenschaft ist eine gute Möglichkeit Kinder an Tiere heranzuführen. Oder aber für alle, die sich ein Tier wünschen, doch weder Platz noch Zeit dafür haben oder die Verantwortung scheuen.

Wir finden, Zeit mit Tieren zu verbringen, ist etwas ganz besonderes. Jedes besitzt einen eigenen Charakter (sogar Hühner!), hat ein reges Gefühlsleben, mal gute und mal schlechte Tage. Das erkennt an aber nur, wenn man sich auf das Lebenwesen einlässt, seine Sprache lernt und seine Bedürfnisse kennt und respektiert.

Auch 2019 wird es sicher wieder Biberle geben!

Oft ist Letzteres gerade für Kinder sehr schwer. Sie verstehen manchmal nicht, dass ein Kaninchen welches weghoppelt, eben nicht gestreichelt werden will und man es dann nicht zwingen darf, sich anfassen zu lassen.

Im Gegensatz dazu gibt es wiederum Tiere, die alles mit sich machen lassen. Wie unser Obiwan zum Beispiel. Er liebt Kinder, vor allem wenn sie ein Stück Brot dabei haben.
Das Ganze ging einmal soweit, dass ein kleiner Junge, der in seiner alten Heimat mit Schafen aufwuchs, ihn an den Hörnern packte und sich kurzerhand auf seinen Rücken schwang! Es sah aus, als sei es sowohl für Obi, als auch für
den Jungen das Gewöhnlichste der Welt zusammen über die Wiese zu reiten.

Tiere sind eine Bereicherung für unser Leben und das wollen wir über unsere Patenschaften weitergeben.
Wer mehr wissen möchte oder sich für ein anderes Tier interessiert, darf selbstverständlich eine Email an cityfarmaugsburg@gmx.de schreiben. Gern dürft Ihr auch nach Terminvereinbarung vorbei kommen und Euch Euer Patentier direkt vor Ort aussuchen.

Elfi, Schopfi und Obiwan

Garten

Puh, das war ein wirkliches Extremjahr! Nicht nur, dass es heiß wie Bolle war, auch der Regen ließ monatelang auf sich warten. Und dabei ging es bei uns noch. Regionen im Norden hat es noch viel schlimmer erwischt! Im letzten Artikel berichteten wir Euch schon über die Heusituation.

Raubtierfütterung

Logischerweise hat sich diese enorm zugespitzt, sodass sich viele Bauern und Hobbytierhalter entweder von ihren Tieren trennen oder sich verschulden mussten, weil die Heupreise exponentiell stiegen und immernoch steigen.
Konnte bis vor Kurzem in Polen noch Heu eingekauft werden, wird selbst dort das Futter langsam knapp.

Auch wir füttern das Heu eher sparsam und nur 2x am Tag. Letztes Jahr noch gab es Heu soviel die Tiere wollten, dieses Jahr nur noch morgens uns abends.
Dafür erhalten die Schafe und Ziegen morgens einen Eimer Brot und einen Eimer Äpfel, die schlankeren Gesellen sogar noch Kraftfutter.
Keine Sorge, die Tiere hungern nicht aber sie leben auch nicht so im Überfluss wie 2017.

Auch dem Garten hat die Dürre zu schaffen gemacht.
Ihr wisst ja, das wir keinen Wasseranschluss haben und nur das aufgefangene Regenwasser für den Garten nutzen können. Blöd halt, wenn es dann nicht regnet.
Befänden wir uns jetzt nicht in einer globalisierten Welt, hätten wir diesen Winter einen legendären Hungerwinter! Diese erschreckende Tatsache ist den wenigsten klar. Doch ein kurzer Blick in unseren Einkaufskorb zeigt, dass nur wenige Waren aus Deutschland stammen.
Auch die höheren Preise für Kartoffeln und co. weisen auf eine sehr schlechte Ernte in Europa hin.

Es war ein enorm ergiebiges Tomatenjahr!

Wir haben die Dürre auch deutlich an unserer Ernte gemerkt! Die Zucchinis haben nur getragen, weil sie 1x in der Woche Wasser bekamen, die Kürbisse waren klein und spärlich gewachsen, die Bohnen winzig und krumm.
Sogar die Topimanbur, der sonst kaum etwas anhaben kann, hat in diesem Jahr sehr wenige Knollen.

Dafür gab es eine überreiche Obsternte! Angefangen mit den Johannisbeeren bis hin zu Äpfeln und Birnen.
Das hat ein wenig dafür entschädigt, dass es kaum Kartoffeln und Bohnen zu ernten gab.

Auf unsere Sorte Robila ist immer Verlass!

Ebenso ein gutes Jahr war es für Erbsen, die ja schon im März gesät wurden und vom winterlichen Niederschlag profitierten.
Auch Kräuter fühlten sich sehr wohl, entsprach das Klima doch der Heimat vieler Gewürz- und Teepflanzen, nämlich dem Mittelmeerraum.

Erstaunlicherweise wuchsen auch unsere Möhren und Pastinaken hervorragend! Diese konnten wir nicht einmal mulchen, weil sie ja regelmäßig gehackt werden müssen.
Scheinbar reichten die feinen Haarwurzeln der Pflanzen tief genug, um sich mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen.
Aber es liegt mit Sicherheit auch an den Sorten. Unsere Möhrensorte ‚Robila‘ ist einfach sehr robust.
Auch der Kohl wuchs recht gut, zwar waren die Pflanzen kleiner, wie bei unserem Lippischen Braunkohl zu sehen, dennoch gaben sie genug Ertrag. Kohl zeigt sich einmal mehr als Alleskönner mit einer recht großen ökologischen Toleranz!

Glöckchen-Chili

Und welche Pflanzen hatten das Beste Jahr? Natürlich die Tomaten, die Paprika und Chilis! Selbst empfindliche Fleischtomatensorten konnten im Freiland angebaut werden und es traten kaum Probleme mit Krautfäule oder anderen Krankheiten auf.
Auch die Chilis und Paprikas fühlten sich ganz heimisch, waren robust und trugen im Gewächshaus noch bis in den Dezember hinein.

Wie wird sich das Ganze weiterentwickeln? Betrachten wir die Prognosen und Vorhersagen, dann werden die zukünftigen Sommer auch eher Extremwetterlagen zeigen. Die lang anhaltenden Wetterperioden hängen mit dem Jetstream zusammen, einem wellenförmigen Höhen-Starkwindband welches für unser Wetter maßgeblich entscheidend ist. Wer mehr erfahren will,darf beim Weather Channel weiteresen.

Bei Bohnen auf trockenheitstolerante Sorten zurückgreifen.

Es ist nicht so, dass der Klimawandel kommt, er ist schon da! Für uns bedeutet dies, dass wir uns anpassen müssen. Es geht nicht mehr, nur darüber zu reden, was getan werden kann. Wir müssen handeln und zwar jetzt!
Wir können die Veränderungen nicht mehr aufhalten, auch wenn dies medial immer wieder suggeriert wird. Es ist schlicht und einfach falsch!

So werden wir in den kommenden Jahren den Anbauschwerpunkt auf Pflanzen mit hoher Trockenheitstoleranz legen und versuchen einige besondere Gemüsesorten den neuen Gegebenheiten anzupassen.
Zudem bauen wir unser Mulchkonzept aus, was den Boden schützt, Verdunstung vermindert und Mikroorganismen füttert.

Kräuter fanden das Jahr hervorragend!
Foto: Rosemary Photography

Eine Herausforderung ist, dass es bei höheren Temperaturen im Boden zu einem schnelleren Humusabbau kommt. Fehlt dann der Nachschub an organischer Substanz, verlieren die Böden langfristig an Fruchtbarkeit. Kleinflächig kann dem mit einer Mulchschicht entgegengesteuert werden.

Regenwasser müssen wir noch effektiver auffangen, damit nichts mehr verloren geht. Wenn also jemand Dachrinnen übrig hat, freuen wir uns über ein Upgrade. Unsere antiken Weltkriegsdachrinnen leiden an chronischer Rostlochinitis.
Einerseits müssen wir verhindern, dass der Boden an Feuchtigkeit verliert aber auch gleichzeitig effektiver Wasser sammeln.
Wir werden uns in Rumänien, Ungarn und anderen kontinentalklimatischen Ländern nach altbewährten Anbaumethoden umsehen. Dort kommen die Menschen mit heißen und trockenen Sommern gut zurecht. Oft handelt es sich um Mischkulturen wie beispielsweise Mais mit Kürbissen zusammen anzubauen.

Der Lippische Braunkohl kommt auch mit Trockenheit gut klar.

Aber auch bisher eher exotische Pflanzen können in unseren Garten Einzug halten.
Vor zwei Jahren experimentierten wir mit der Süßkartoffel und hatten einen hervorragenden Ertrag! Der Sommer war auch sehr heiß und trocken. Letztes Jahr dagegen zogen sich Winter und Frühjahr bis weit in den Juni hinein.
Zwar wurde es danach auch heiß und wenig Niederschlag dominierte, doch der Süßkartoffel reichte die Zeit nicht mehr aus und wir ernteten nur sehr wenige kleine Knollen. Im kommenden Jahr werden wir es wieder versuchen!

Wäre Benni nicht allergisch gegen Erdnüsse, wäre auch dies einen Versuch wert.

Vielleicht pflanzen wir unser Olivenbäumchen nächstes Jahr in den Garten, um zu zeigen, dass nicht alles hoffnungslos ist. Sehen wir doch die Chance als Chance, unsere Gartenkultur mit den sich verändernden Umweltbedingungen weiterzuentwickeln. Wir halten Euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!

Nun wünschen wir Euch eine besinnliche Adventszeit!

Liebe Grüße

Eure CityFarmer

Vielleicht, bald….kommt der Winter.

 

Gelb ja gelb sind alle unsre…..

Weiden.
Ja es sieht schon alles etwas nach Steppe aus, aber nun zeigt sich schon wieder ein kleiner grüner Schimmer und wir hoffen, dass die Natur noch einmal richtig Gas gibt und uns einen güldenen Herbst beschert.

Der kurze Herbsteinbruch gibt uns die Möglichkeit endlich wieder einen Artikel zu verfassen und Euch zu berichten, was sich in den letzten Wochen alles zugetragen hat.

Kein Bock zum Lesen? Dann kommst Du HIER zur Bildergalerie!

Unser letzter Beitrag war die Einladung zum Heufest im Juli.

In den heißen und trockenen Sommertagen zeigte sich ausgerechnet der 22. Juli verregnet, der einzige Tag in diesem Zeitraum. Wir ließen uns jedoch nicht davon abhalten, das Fest trotzdem stattfinden zu lassen.
Wie erwartet, kamen natürlich viel weniger Besucher. Jene aber die kamen, konnten unser Angebot voll auskosten und wir hatten endlich einmal Zeit mit allen zu reden, selbst etwas von dem leckeren Kuches des
Lechcafes zu essen und am Lagerfeuer zu sitzen.

Die Tomatenüberraschung der Saison: Blush Tiger

Besonders beliebt war unsere Tomatenverkostung. Zwar konnten wir von unseren 50 Sorten nicht alle zur Probe anbieten aber dennoch eine gute Auswahl bereit stellen.
Die Farbpalette reichte von rot über pink bis hin zu grün, was sich auch in den Namen widerspiegelte: z.B. „Blush Tiger“, „Thai Pink Egg“ oder „Smaragdapfel“. Auch geschmacklich unterschieden sich die Früchte stark voneinander.
Schnell stellte sich die Sorte „Blush Tiger“ als Liebling der Verkoster heraus, was unseren Eindruck gestätigte, die Sorte schmeckt ausgesprochen gut, sehr obstig mit leichtem Aprikosenaroma.

Für alle Tomatenliebhaber gibt es jetzt noch einen Tipp.
Am 16. September findet im Botanischen Garten der Regionalvermarktertag statt. Dort wird die CityFarm mit einem Stand zum Thema Tomatenvielfalt präsent sein. Natürlich gibt es wieder eine Verkostung und Ihr könnt gegen eine kleine Spende die Samen Eurer Lieblingstomate gleich mitnehmen!
Benni wird am benachbarten Stand seine „Möbelbau Rustikus“-Stücke das erste Mal der Öffentlichkeit präsentieren. Mit dabei auch unser Riesen-Jenga zum Spielen und Ausprobieren!

Cherry-Vielfalt

 Da wir gerade bei Terminen sind: am 29. September von 14 bis 18 Uhr haben wir das letzte Mal in 2018 unsere Pforten für Euch geöffnet! Hoffen wir, dass diesmal das Wetter mitspielt und uns einen goldenen Herbsttag beschert, denn der letzte Termin gestaltete sich ein wenig nass.

Jeder Zentimeter Schatten wird ausgenutzt, denn im dicken Pelz wird es warm.

Zwar hat es diesen Sommer nur wenige Regentage gegeben, trotzdem fielen einige unserer Termine sprichwörtlich ins Wasser. Doch wir sind darüber nicht böse, denn jeder Tropfen Regen war in diesem Dürresommer willkommen!
In den letzten Tagen hat es bei uns 20 Liter pro Quadratmeter geregnet, was aber noch lange nicht den Wasserspeicher im Boden auffüllen konnte.

Und wir hatten noch Glück! In anderen Regionen Deutschlands verwandelte sich das Land in eine gelbe, vertrocknete Wüstensteppe.
Viele Schaf- und Ziegenhalter gaben ihre Herden auf, weil im Sommer schon das Winterheu verfüttert war und kein Neues geschnitten und getrocknet werden konnte! Die Lage ist dort noch immer prekär.
Wer die Tierhaltung nicht aufgab und irgendwie durchhielt, hat nun mit Heupreisen von über 100 Euro pro großem Rundballen zu kämpfen.
Zum Vergleich: in einem normalen Jahr kostet dieser um die 30 Euro, wir zahlen bei unserem Bauern um 35 Euro (auch weiterhin, da die Schmutterwiesen genug für einen Schnitt produzierten und er ein wirklich anständiger Mensch ist).

Unser Krainer Steinschafe.

Doch auch ein paar Kilometer nördlich von Augsburg gab es Gebiete, die im Juli schon so trocken waren, dass auch hier teilweise die Schafhaltung aufgegeben wurde.
So kamen wir zu unseren Krainer Steinschafen. Eine robuste, sehr ursprüngliche alte Rasse, die auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Haustierrassen steht. Man nennt sie auch „Ötzis Haustiere“, da sie aus den Torfschafe der Jungsteinzeit entstanden.
Nun haben wir schon Ötzis Haustiere und Wikingerschafe!

Krainer Steinschafe gelten als stresstolerant, krankheitsresistent und genügsam und passen damit bestens zu unseren Skudden!
Auch ihre Wolle lässt sich wunderbar zum Spinnen und Filzen nutzen. Da werden wieder viele Sitzfellchen und andere filzige Arbeiten entstehen und Rohmaterial für Filzkurse im kommenden Jahr geliefert.
Aber die Rasse kann noch etwas anderes, es handelt sich um eine Milchschafrasse!
Sobald wir also wissen, wie sich unsere Platzverhältnisse entwickeln, werden wir einen neuen Bock in die Herde stellen und endlich wieder Lämmer groß ziehen (Ildi hat schon ganz schlimmen Lämmerentzug). Die Krainer Auen (so nennt man ein weibliches Schaf) wollen wir dann natürlich auch melken und uns an Butter, Jogurt und Frischkäse versuchen.
Wie Ihr seht, langweilig wird uns nie…

Ildi und ihre Schäfchen

Aktuell steht die Herde noch einige Tage im Krötenbiotop Ecke Gablinger Weg. Dort sollen sie in Rahmen des Projekts „Weidestadt Augsburg“ des Landschaftspflegeverbands Augsburg Entbuschungsarbeit leisten und die Goldrute verbeißen. Die Tiere machen ihren Job wie immer hervorragend und haben beim Klettern und Herumtoben an den Kieshängen und auf den Wurzelstöcken auch noch sichtlich Freude!

Vor allem die Kräuter haben vom heißen Sommer profitiert.

Unserem Garten erging es noch sehr gut im Vergleich zu manchen Wiesenflächen. Obwohl das Wasser beizeiten aufgebraucht war, verhinderte unsere konsequent aufgetragene Mulchdecke Schlimmeres.
Nur Zucchini, Kürbisse und Bohnen benötigten ab und zu eine Extragießkanne Lebenselexier.
Da das Frühjahr relativ mild war, gibt es eine Obstschwemme auf der Farm.

Unsere Bäume tragen das erste Mal Früchte und davon so viele, dass die Äste drohen abzubrechen!
Für uns ist das ein ganz besondere Spende, denn vor 4 Jahren pflanzten wir die damals noch kleinen Bäumchen und hofften sie mögen sich gut entwickeln.
Nun können wir das erste Mal (seit der alten Farm) wieder eigenes Obst essen und einkochen.

Arg gelitten haben dagegen die Bäume an der Wiese vor der Farm. Die Lieblingsunterstellplätze der Schafe sahen Anfang August schon aus wie normalerweise im Oktober der Fall. Auch unsere Wiesen waren durchgehend von einem steppigen Farbton gekennzeichnet. Trotzdem reichten die Flächen aus, dass wie unsere Tiere erst ab Mitte August mit Heu zufütterten.

Die Wiese vor der Farm mit durstenden Buchen.

Sollten die kommenden Jahre weiterhin sehr trocken ausfallen, werden die Buchen den Trockenstress wohl nicht überstehen. Die Natur selbst wird sich anpassen, denn sie besitzt eine natürliche Resilienz. Das heißt die Fähigkeit sich verändernden Umwelteinflüssen entsprechend anzupassen.
Wir Menschen müssen dies aber erst lernen. Unser erster Schritt in diesem Jahr war das Mulchen. Sobald irgendwo Rasenschnitt anfiel, wurde dieser auf den Beeten verteilt.
Dies hat mehrere Vorteile. Einmal wird der Boden selbst geschützt und verliert bei starker Sonneneinstrahlung weniger Wasser.
Weiterhin füttern wir damit die Mikroorganismen im Boden und die produzieren das was wir im garten brauchen: guten Humus.

Vielleicht habte Ihr schonmal gelesen (für mehr Informationen hier ein Link zur Uni Münster), dass in einer Handvoll gesunder Erde bis zu bis zu 10 Milliarden Bodenlebewesen vorkommen können. Die wollen natürlich Futter, und viele davon ernähren sich von lebender und toter organischer Substanz.

Ein gesunder Garten braucht etwas Wildwuchs!

Mit den Lebewesen im Boden ist es ähnlich wie mit unseren Untermietern in Darm. Wenn sie gut gefüttert werden, bleiben wir gesund! Ist nun der Boden gesund, geht es den darin wachsenden Pflanzen auch gut, denn sie sind in einem engen Netzwerk über Pilze und andere Mikroorganismen verbunden, sozusagen gut verwurzelt.

Nun mag mancher einwerfen, dass dies Schnecken anlocken wird!
Ja, das ist natürlich so, denn Schnecken mögen unser Gemüse zum Fressen gern.
Aber über trockenen Boden schleimen sie nicht gern, da kommt eine weiche Mulchschicht gerade recht, die förmlich dazu einläd sich den Salat schmecken zu lassen.
Nur haben die Schnecken nicht mit unseren Gartenbewohnern gerechnet. Die Laufenten Masha und ihr starker begleiter Arni durften in diesem Jahr sogar brüten. Nun laufen zuckersüße gelbe Schnatterlinge durch den Garten und lernen neben Fliegen fangen wie gut Nacktschnecken schmecken!

Unsere laufenten-Familie.

Zum Thema Garten und Saatgutgewinnung besuchte uns im August das Filmteam vom Bayrischen Rundfunk für die Sendung Querbeet. Einen ganzen Tag lang wurde fleißig gedreht wie wir Kohl- und Gurkensamen gewinnen. Am 3. September um 19 Uhr kann man den Beitrag sehen. Wir sind auf jeden Fall schon seeeeeeeeeeeehr gespannt, ob sich unsere Gesichter fürs Fernsehen eignen.

Haha, wir sind im Fernsehen!
Bild: Stephan Grabler

Da es im Beitrag um Saatgut geht, haben wir schon jetzt einen Termin für unsere Saatgutbörse festgelegt. Im Jahr 2019 wird unser CityFarm-Saatgutfest am 02. März von 14 bis 17 Uhr stattfinden!

Genug der Termine und noch kurz zu einem anderen Thema: die Bienen.

Die Anfänge des Bienenmuseums.
Foto: Stephan Grabler

Leider mussten wir Anfang des Jahres unseren alten Imker verabschieden.
Doch die Stellplätze blieben nicht lange leer, denn zwei Imker aus dem Imkerverein Gessertshausen unterstützen uns nun bei der Bienenhaltung.
Im Zuge der Einzuges der neuen Bienchen wurde die Bienenhütte entrümpelt und erhielt innen wie auch außen eine neue Verkleidung.
Das Besondere liegt nun im Inneren der Hütte versteckt. Dort sammelten wir über den Frühling und Sommer Ausstellungsstücke rund um Bienen und Imkerei, um ein kleines Bienenmuseum einrichten zu können.
Schauobjekte haben wir nun schon jede Menge, es fehlt nur noch einen didaktische Aufbereitung. Diese wird im Rahmen einer Zulassungsarbeit von einer Studentin der Didaktik Biologie an der Uni Augsburg übernommen.
Über den Winter soll alles katalogisiert und mit Schautafeln und Beschriftungen versehen werden. Wir freuen uns sehr über diese Kooperation und sind schon gespannt, wie sich unser kleines Museum entwickeln wird!

Zum Abschluss nehmen wir Euch mit auf einen Rundflug über die Farm. Danke an Martin von Lichtbild-Kopter!

Saatgutfest 2018

Wer die Saat hat, …

Liebe CityFarm-Freunde,

der offizielle Startschus in die Saison ist wie jedes Jahr unser Saatgutfest auf der CityFarm Augsburg. Seit Wochen packen wir Saatgut in Tütchen ab, beschriften und etikettieren. Es sind in diesem Jahr anschauliche 8 Kisten geworden!

Daher heißen wir Euch am Sontag dem 04. März ab 14 Uhr auf der Farm willkommen und schüren das Lagerfeuer.

Wir werden zudem wieder ein gemeinsames Buffet aufbauen und möchten Euch bitten einen kleinen leckeren Beitrag zu leisten. Wenn jeder etwas mitbringt, haben wir eine große Vielfalt an Leckereien und alle werden satt!

Beispiele: Kuchen, Salate, Aufstriche, Brot oder Semmeln, Brezen, Suppen, Humus, Speisen mit oder ohne tierische Produkte, Eingelegtes, Eingemachtes, …

Mit etwas Glück wird uns das Wetter hold und die Kälteperiode vorüber sein, auch Regen ist bisher nicht angesagt, statt dessen soll sich sogar die Sonne ab und an zeigen.
Sollte es sich das Wetter doch noch einmal anders überlegen, dann lasst Euch gesagt sein: Das Fest wird bei jedem Wetter veranstaltet. Treue Gäste wissen bereits, dass sich eine dem Wetter entsprechende Bekleidung als unabdingbar erweist.
Neben dem wärmenden Lagerfeuer halten wir heiße Getränke und Decken für Euch bereit.

Saatgutbörse

Wir bieten euch eine recht ansehnliche Auswahl an Saatgut, welches wir u.a. 2017 vermehren konnten z.B. 2 Kisten voller außergewöhnlicher Tomatensorten, eine Kiste mit Kürbissen und tollen Zucchini und eine Kiste voller bunter Bohnen …

Die Börse funktioniert so:

Kommt zum Saatgutfest, damit es bei Euch auch bald so aussieht!

Wenn vorhanden bringt Euer Saatgut in kleinere Einheiten verpackt zum Tausch mit. Es ist dringend erforderlich, dass die Samen in kleinere Tütchen verpackt werden, denn die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass Selbstabpackstationen leider nicht funktionieren.
Entsprechend der Menge eures mitgebrachten Saatgutes dürft ihr euch an den Angeboten bedienen.

Wer nichts zum tauschen hat, der kann Saatgut gegen Spende erstehen. Ihr gebt dann das, was Euch unsere Arbeit und das Saatgut wert sind. Wir vertrauen auf Eure Ehrlichkeit und Fairness!
Die Gelder werden ausschließlich für die Farm eingesetzt und gewährleisten, dass wir Euch auch nächstes Jahr wieder tolle Veranstaltungen anbieten können.

Sortenpatenschaften

Auch in diesem Jahr möchten wir wieder Sortenpatenschaften vergeben für Tomaten, Bohnen, Zuckererbsen und Mais (wir können leider aufgrund der Nachbarschaft zu einem Energiemaisfeld keinen Mais mehr selbst vermehren). Wenn Ihr Interesse habt, sprecht Ildi einfach an.

 

Foto: Rosemary Photography

Allgemeines

Wir möchten zudem wie immer darauf hinweisen, dass Eltern auf Ihre Kids aufpassen müssen (Aufsichtspflicht). Normalerweise eine Selbstverständlichkeit, auf welche man nicht hinweisen bräuchte. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Kinder unsere Tiere jagen, in den Gehegen rumschreien, nach den Tieren schlagen oder Pflanzen im Garten ausreißen.

Auch dürft Ihr gern Eure Vierbeiner mitbringen. Wir bitten euch darauf zu achten, dass unsere Tiere nicht gestört werden. Leinenpflicht gilt im Gemüsegarten und allen Gehegen, wie auch auf der Schafweide! Zudem versteht sich von selbst, dass Häufchen vom Besitzer entfernt und in unsere schwarze Tonne entsorgt werden (also bitte an die Tütchen denken).

Anfahrt mit dem Auto:

Achtung Enten kreuzen im Gemüsegarten.
Foto: Rosemary Photography

Wir bitten euch das Auto an der Aral-Tankstelle, in der Stuttgarter Straße oder auf dem großen Parkplatz am Nordfriedhof abzustellen und die restliche Strecke zu laufen.Nur wer etwas zu liefern hat oder sehr schlecht zu Fuß ist, darf kurzzeitig parken.

Das Parken an der Farm ist, außer für Mitwirkende, nicht erlaubt! Unser neues Gelände liegt mitten in den Krötenbiotopen der Stadt Augsburg und wir wollen den Autoverkehr minimieren. Wenn ihr etwas liefern wollt, könnt ihr das gern tun aber dann bitte das Auto außerhalb parken. Alles was zwei oder vier gesunde Beine hat, kann die Strecke laufen. Bitte parkt nicht die Straßenpoller im Gablinger Weg zu, dort muss der Bauer mit dem Trecker durch, auch am Wochenende!

Fahrradparkplätze sind dagegen unbegrenzt vorhanden!

Anfahrt
GoogleMaps-Link Anfahrt

Unter Über uns/Kontakt findet Ihr die Wegbeschreibung für alle die mit Öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem Radl kommen.

Wir freuen uns auf Euch!
Foto: Rosemary Photography

Wo gibt es gute Jungpflanzen?

Liebe Gartenfreunde,

mit Saisonstart werden wir sehr, sehr häufig gefragt, woher man als Augsburger ökologisch gezogene Jungpflanzen beziehen kann. Daher haben wir uns entschlossen, euch unsere Partner kurz vorzustellen. Außerdem sind wir immer dafür kleine und lokale Gärtnereien zu unterstützen.
Warum kleine und lokale Gärtnereien? Ganz einfach, weil dort noch alles mit Liebe in Handarbeit entsteht. Großunternehmen zu denen auch die Gartenabteilung der Baumärkte zählen, bieten leider nur Massenware in meist automatischer Produktion. Diese Pflänzchen gedeihen in Substraten, die ein superschnelles Wachstum begünstigen (und manchmal den Schock der Realität mit kläglichem Eingehen quittieren), in riesigen menschenleeren Gewächshäusern. Auf die Sortenwüste brauche ich sicherlich gar nicht eingehen.

Es ist Schnittlauchzeit!

In kleinen Gärtnereien könnt ihr den Gärtnern noch bei der Arbeit zusehen, die Erde sehen, riechen und spüren in denen die Pflanzenkinder heranwachsen. Auch wachsen die Jungpflanzen in keiner rein künstlichen Umgebung auf, sondern werden beizeiten „abgehärtet“, also an unsere Klimabedingungen gewöhnt.

Unser erster Tipp:

Biogärtnerei und Hofladen Bucher
Äußere Uferstraße 143a
86154 Augsburg

Tel: 0821 241 39 81
Öffnungszeiten: Di & Fr: 10-13 Uhr und 15-19 Uhr, Sa: 09-13 Uhr

Die Familie Bucher betreibt die Gärtnerei schon mehrere Generationen, das Gärtnerhandwerk liegt bei ihnen also im Blut. Bianca Bucher und ihre fleißigen Helfer bieten euch auch besondere Sorten an wie z.B. den Paprika „Roter Augsburger“ oder die verschiedensten Chilisorten, denn Bianca ist ein ausgesprochener Chilifan! Seit Beginn der CityFarm arbeiten wir eng mit Bianca zusammen und lieben die familiäre Atmosphäre auf dem Hof!

Kräuterduft liegt in der Luft

Tipp 2:

Berufsbildungswerk St. Elisabeth

Biogärtnerei und Bioladen
Fritz-Wendel-Straße 4
86159 Augsburg
Durch die Schranke einfach geradeaus zu den Gewächshäusern, Kundenparkplätze vor dem Laden sind vorhanden.

Öffnungszeiten: Mo-Fr: 09-18 Uhr

Im Berufbildungswerk erhalten Jugendliche mit Förderbedarf eine Ausbildung verschiedenen Berufen, auch im Gärtnerhandwerk. In den Gewächshäusern werden neben Gemüse und einer großen Kräuterauswahl auch Zierpflanzen und Schnittblumen produziert. Seit diesem Jahr kooperiert die CityFarm mit der Gärtnerei des Berufsbildungswerks, indem wir unsere eigenen Jungpflanzen dort vorziehen.

Basilikum in Hülle und Fülle, da freut sich der Gaumen!

Und zu Guterletzt der Tipp 3:

Am 07. Mai findet im Interkulturellen Garten „Grow Up“ in der Reesekaserne das beliebte Frühlingsfest mit Gartenflohmarkt statt. Wir werden wie immer mit einem Jungpflanzenstand vor Ort sein und Euch unsere Schätze gegen eine Spende anbieten. Wie im vorletzten Artikel erwähnt, wird es kein Paprikajahr für uns werden, dafür aber gedeihen die Tomatenkinder äußerst gut! Neben diesen haben wir auch Kürbisse, Zucchinis, Gurken, Salate und Kräuter für Euch dabei. Veranstalter: AK Urbane Gärten der Lokalen Agenda 21

07. Mai 2017, 15-19 Uhr

Grow Up!

Interkultureller Garten Augsburg

Sommestraße 40
86156 Augsburg
(Hinter dem Reese-Theater)

Vergessenes und unterschätztes Gewürz: Olivenkraut

Eine rote Augenweide im Sommer, der rote Basilikum

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Planungen für 2017 – Vermehrer für alte und seltene Gemüsesorten gesucht!

Termine

Auch dieses Jahr wieder im Angebot: Schmieden mit Detlef.

Auch dieses Jahr wieder im Angebot: Schmieden mit Detlef Sahm.

wir haben für Euch unsere Termine 2017 online gestellt.
Vergangenes Jahr kamen vor allem die Schmiedekurse mit Detlef Sahm sehr gut an, sodass wir diese auch heuer weiterführen wollen.
Neben den Kursen für Kinder- und Jugendliche wird es auch einen Schmiedekurs für Erwachsene (Termin steht noch nicht fest) geben.
Auch unser Workshop-Klassiker „Marmeladensommer“, sowie die Saatgutbörse finden 2017 wieder statt. Das Highlight des Jahres wird unser „Heufest“ im Juli mit Sensenwettbewerb, Wollworkshop und einem spannenden Rahmenprogramm. Wer Interesse hat auf dem Fest mitzuwirken, sei es mit einem Stand, einer Kinderaktion oder Ähnlichem, darf sich gern schon jetzt bei uns melden.

Marmeladenmassenproduktion auf der CityFarm.

Wordshop „Marmeladen, Käuter und co“ am 09. Juli 2017 mit unseren Profis Nini und Ildi.

Das CityFarm-Buch

Es ist geschafft! Wir haben 100 Fans im Crowdfunding für unser Buch „Urban Gardening mal anders“ erreicht!
Nun erfolgen die letzten Entscheidungen, welche Fotos das Buch zieren werden. Nach einem letzten Lektorat geht es dann in den Druck und im Sommer halten wir dann endlich das erste CityFarm-Büchlein in der Hand. Wir danken alle, die uns unterstützt und an das Buch-Projekt geglaubt haben!

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Gartenplanung

Obwohl der herrliche Winter den Garten mit einer weißen Decke eine Ruhepause aufzwang, waren doch die Planungen für das kommende Gartenjahr und die Vorbereitung der Saatgutbörse am 05. März in vollem Gange.

Wer die Saat hat, ...

Wer die Saat hat, …

Neben dem Abpacken unzähliger Saatguttütchen heckten wir Anbaupläne aus, wählten die vorzuziehenden Gemüsesorten und kamen wie immer zu dem Ergebnis das der Garten viel zu klein und Zeit viel zu eng gesteckt ist. Es ist gar nicht möglich alles vermehren, was wir gerne wollen und trotzdem die Gemüseversorgung der CityFarmer im Sommer sicherzustellen.

Für mehr Vielfalt auf dem Teller - Sorten erhalten ist nicht schwer!

Für mehr Vielfalt auf dem Teller – Sorten erhalten ist nicht schwer!

Daher haben wir uns für ein Experiment entschieden, in welches Ihr als interessierte Hobbygärtner eingebunden werden sollt. Wir bieten Vermehrersorten an, die Ihr in Eurem Garten zieht und Saatgut gewinnt und am Ende der Saison fließt ein Teil des gewonnenen Saatgutes auf die Farm zurück. Natürlich müssen die Sorten auch verkostet und getestet werden.
In diesem Jahr starten wir mit leicht zu vermehrenden Tomaten-, zwei besonderen Bohnen- und eine Zuckererbsensorte. Wenn ihr Interesse habt, Euch an der Vermehrung der alten und seltenen Gemüsesorten zu beteiligen, schreibt eine Email an: cityfarmaugsburg@gmx.de
Hier die Auswahl:

Fleischtomate

Old German“: Orangerote Fleischtomate mittlerer Reife, typischer Fleischtomatengeschmack und gutem Ertrag.

Schleßische Himbeere“: Fast ausgestorbene pinkrote, große Fleischtomate aus Schleßien, Frucht süß mit wenig Säure, perfekt für Soßen.

Die Fleischtomate "Schleßische Himbeere" (hier im unreifen Zustand" sucht einen Vermehrer!

Die Fleischtomate „Schleßische Himbeere“ (hier im unreifen Zustand) sucht einen Vermehrer!

Cherrytomate

Bolivianische Obsttomate“: eine sehr zeitig reifende, gelbe Kirschtomatensorte mit mildem, süßen Geschmack und großem Ertrag.

Zuckerpflaume – Sacharnaja Sliva Krasnaja“: eiförmige Cherry aus Russland mit sehr gutem Geschmack und hoher Resistenz gegen Braunfäule

Stabtomate

Russische Reisetomate“: Rote, Stark gekerbte Tomate, die sich ohne zu tropfen in einzelne Zehen aufteilen lässt. Eine Sorte die angeblich in Russland als Proviant mitgenommen wird, wenn man mit der Transsibirischen Eisenbahn unterwegs ist.

Freiland Phantasia“: Rote wohlschmecknde Stabtomate mit guter Resistenz gegen Braunfäule.

Stangenbohne

Forellenbohne“: Alte Sorte die über Generationen von einer Augsburger Familie angebaut wurde. Blau-Lila marmoriert, sehr Ertragreich, gut an das Augsburger Klima angepasst. Grünhülsige Sorte mit mittellangen, flachrunden Fisolen. Besonders lecker als Spreckbohnen und Trockenbohnen.

Vermehrersorte Zuckererbse "Kaiserschote Shiraz"

Vermehrersorte: Zuckererbse „Kaiserschote Shiraz“

Buschbohne

Eckendorfer Rotsprenkel“: alte deutsche Trockenbohne, Hülse mittelllang (8-10 cm) und fädig, grün mit violetten Sprenkeln, Korn beige, dunkelbraunrot gefleckt, sehr guter Ertrag, äußerst gut im Geschmack

Zuckererbse

Kaiserschote „Shiraz“: War die erste gezüchtete Zuckererbsensorte mit lilablauen Hülsen und dunkelroten Blüten. Geschmack erbsig-süß und knackig-frisch. Flache Hülsen werden entweder direkt vom Strach genascht oder zum dünsten und kochen geerntet.

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Zu jeder Gemüsesorte werden wir einen Workshop abhalten, in welchem wir Euch die Zucht und Vermehrung vermitteln. Ihr könnt uns auch jederzeit bei Fragen oder Problemen kontaktieren.

Sobald alle Sorten vergeben sind, finden wir dafür einen gemeinsamen Termin. Bei den Tomatensorten besteht auch die Möglichkeit, das wir sie vorziehen und Ihr sie anbaut. Also nochmal: wer sich nun berufen fühlt, der melde sich bitte unter cityfarmaugsburg@gmx.de oder über eine PN auf Facebook.

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Zum Abschluss ein Lämmchen für Euch. Hier gerade 3 Tage alt.