Archive for the ‘Gemüsegarten’ Category

Die neue Farm im Juli

Hallo liebe CityFarm-Freunde,

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Der erste Nachwuchs auf der neuen Farm.

nun ist endlich der Grundaufbau der neuen Farm geschafft! Die Hütten stehen, der Garten ist in groben Zügen angelegt und die Tiere haben sich hervorragend eingelebt. Zwar gibt es immer noch richtig viel zu tun aber der schlimmste Aufbaudruck entspannt sich so langsam und wir beginnen endlich das neue Grundstück zu genießen.

Heute haben wir ein paar Infos für euch, wie es uns auf dem neuen Gelände ergeht.

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Der Boden

Es ist groß, sehr groß. Von 600 qm wechselten wir auf 1500qm, die nun auch bewirtschaftet werden wollen. Vor allem im Garten sieht man, dass wir bisher nur begrenzt Zeit für Boden und Pflanzen übrig hatten. Obwohl auch wir das wöchentliche Hacken im Garten empfehlen, konnten wir dies selbst nicht umsetzen, obwohl es dringend nötig gewesen wäre, wir wir jetzt erkennen. Schrumpfungsrisse (durch den extrem hohen Lehmgehalt im Boden) von mehreren Zentimeter Breite und bis zu 50cm Tiefe durchziehen die Farm und zeigen wie ausgetrocknet alles ist.
Da der Boden neu aufgeschüttet und ein Erdkörper in der Größe von 100 LKWs moduliert wurde, ist natürlich noch keine Struktur eines normalen Gartenbodens vorhanden. Die Erde unter unseren Füßen arbeitet, setzt sich, sackt zusammen und wird nur langsam von der Oberfläche eingewurzelt. Mit den Pflanzen und dem Wasser kommt auch das weitere Leben in Schwung, von Mikroorganismen und Regenwürmern im Boden bis hin zu bestäubenden Insekten und Wühlmäusen, auch die Risse würden weniger. Doch einer dieser Faktoren fehlt gerade, das Wasser, am besten von oben.

Wassermuli der Gärtnerei Schlegel am Nordfriedhof

Wassermuli der Gärtnerei Schlegel am Nordfriedhof

Da unter unseren Füßen vieles vergraben liegt, von dem wir besser nicht wissen wollen was es ist, können wir keinen Brunnen schlagen und Wasseranschluss gibt erst einen Kilometer entfernt. So war uns von Anfang an die schwierige Wassersituation bewusst. In einem normalen Jahr (was auch immer noch „normal“ ist) regnet es ausreichend, sodass mittels cleverer Regenwassersammelsysteme genügend Wasser für die Bedürfnisse eines größeren Gartens aufgefangen werden kann. Blöd aber, wenn es dann monatelang nicht regnet!
Dabei gießen wir schon so gut wie gar nicht, um die Pflanzen dahin zu erziehen möglichst tief zu wurzeln und sich das Wasser selbst aus tieferen Bodenschichten zu holen. Lediglich die Töpfe, Tonnen und Hochbeete benötigen ab und an zusätzliches Wasser.
Doch da die Trockenheit über dem nördlichen Augsburg schon viele Wochen andauert, ist auch in jenen tieferen Bodenschichten kein Wasser mehr gebunden. Um euch zu verdeutlichen wie prekär sie Situation ist, möchte ich euch von den schönen großen Weiden erzählen, die unseren Wegesrand säumen. Noch vor 2-3 Wochen standen die Bäume in saftigem Grün und streuten ihre Samen in weichen Fluscheln über die Farm.

Die Pflanzen danken für das Wasser! Und wir natürlich auch.

Die Pflanzen danken für das Wasser! Und wir natürlich auch.

Heute kommt eher Verwirrung auf, wenn man den Weg betrachtet und kurz nicht mehr weiß, in welcher Jahreszeit wir uns befinden. Zumindest bis der Schweiß in der Sonne wieder aus allen Poren quillt. Die stattlichen Bäume werfen in großen Mengen ihre Blätter ab, weil sie diese nicht mehr mit Wasser versorgen können und vermitteln damit einen spätherbstlichen Eindruck. Auch die Wiese nebenan, auf der wir Kaninchenfutter sensen erinnert an die gelben Steppen Zentralasiens oder an die ungarische Pußta. Man meint dort wüchse direkt das trockene Heu aus dem Boden.
In unserer Verzweiflung besuchte Benni dann die Gärtnerei Schlegel, unsere nächsten Nachbarn.
Sogleich konnte er tatkräftig mit beim Entladen eines LKWs helfen und damit einen Grundstein für gute nachbarschaftliche Beziehungen legen. Da einer Gärtnerei die Bedeutsamkeit von Wasser klar ist, organisierte Frau Schlegel sogleich den ersten Wassertransport mit dem Friedhofsmuli. In der Mittagspause und noch vor Arbeitsbeginn am morgen pumpten die guten Gärtner-Feen unsere IBC-Container am Hühnerstall voll.

So konnten wir in der letzten Woche unsere Pflanzen vor dem Vertrocknen bewahren und die ganze Farm mehrmals durchgießen. Die Zucchinis bedanken sich mit riesigen Früchten und auch die Beerensträucher, von denen einige der Weiden draußen vor dem Tore glichen, erholen sich langsam aber sicher.

Liebe Gärtnerei Schlegel, wir danken euch von ganzem Herzen für eure Hilfe und Unterstützung!

http://www.blumen-schlegel.de/

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Buntes Blühen im Garten. Wilde Ecken sind eine Bereicherung für die Artenvielfalt und man kann immer wieder ein neues Kraut entdecken.

Buntes Blühen im Garten. Wilde Ecken sind eine Bereicherung für die Artenvielfalt und man kann immer wieder ein neues Kraut entdecken.

Der Garten ist also gerettet und erstaunt stellten wir fest, dass Ackerun- und -beikräuter mit wesentlich weniger Wasser auskommen. Auch die Artenvielfalt dieser Kräuter ist beeindruckend und zeigt, dass der Boden vorher nicht rein konventionell bewirtschaftet wurde, sonst fände sich nicht eine derartige Vielfalt an Samen im Boden. Hier ein paar Beispiele, was bei uns alles wild wächst und gedeiht:

Allen voran die Ackerkratzdisteln (Cirisium vulgare), Ackergauheil (anagallis arvensis), Ackerwinde (Convolvulus arvensis), Ampferknöterich (Olygonum persicaria), Floh-Knöterich (Persicaria maculosa), Gewöhnliches Eisenkraut (Verbena officinalis ), Gewöhnliches Leinkraut (Linaria vulgaris), Gundermann (Glechoma hederacea), Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris), Klatschmohn (Papaver rhoeas), Kompasslattich (Lactuca serriola), Kornblume (Centaurea cyanus), Melde (Chenopodium album), Traubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris), Wilde Möhre (Daucus carota)…

Zwar legten wir schon zu Beginn die ersten Beete und Feldchen an, doch in allen anderen Ecken darf die Wildnis sprießen. Wir versuchen das Leitunkraut in den Griff zu bekommen und vor dem Aussamen zu entfernen, jedoch kommen wir nicht hinterher. Dafür blüht es überall im Garten, nicht nur die Blumenbeete locken zahlreiche Insekten an, auch die wilden Ecken bieten einen Gaumenschmaus für Hummeln, Bienen, Schmetterlinge, Heuschrecken und co.

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Unsere Tiere

Nachdem jetzt schon einige Monate seit dem Umzug verstrichen sind, haben sich unsere Zwei- und Vierbeiner gut eingelebt. Die jungen Kaninchenwelpen entwickeln sich hervorragend, die beiden neuen Riesenkaninchen (ein Geschenk unseres Imkervaters Viktor) machen ihrem Namen so langsam alle Ehre und die neu zusammengestellte Hühnerschar hat das neue Gehege und den großen Stall erobert. Doch leider gab es auch Verluste, die aber weniger dem Umzug sondern eher der hühnerischen Schusseligkeit zuzuschreiben ist. Unser wunderschöner, fürsorglicher Hahn Dino hat uns verlassen. Er muss wohl im Freudentaumel über seine riesige Hennenschar nachts von der Stange gefallen oder tagsüber beim Jagen und … derselben gestützt sein und hat sich traurigerweise ein Beim angebrochen. Wenn Hühner sich die Beine brechen, ist das genauso ein Todesurteil wie für Pferde. So mussten wir unseren langjährigen Freund von seinem Leid erlösen.

R.I.P. Du wirst uns fehlen alter Freund!

R.I.P.
Du wirst uns fehlen alter Freund!

Ruhe in Frieden Dino, dich wird kein anderer Hahn ersetzen können!

Die Hühnerschar ist seit dem ein wenig wirr unterwegs, unorganisiert, unstrukturiert und zickig. Der Unterschied ist deutlich zu sehen, selbst für CityFarmer, die sonst weniger mit den gackernden Freunden zu tun haben. Da aber über unseren Häuptern zahlreiche Greifvögel ihre Runden drehen, brauchen wir dringendst wieder einen Gockel, der die Schar zusammenhält, vor Gefahren warnt und den sozialen Frieden unter den Hennen wieder herstellt.

Zickenkrieg im Hühnerstall. Nur ein Hahn bringt wieder Ruhe auf die Stange!

Zickenkrieg im Hühnerstall. Nur ein Hahn bringt wieder Ruhe auf die Stange!

Wenn ihr jemanden kennt, der einen stolzen Gockel zu viel hat, dann meldet euch schnellstmöglich bei uns. Das sind unsere Anforderungen an den Gockel:

– groß und kräftig soll er sein/werden – auf keinen Fall ein   Zwerghahn, er wäre der Erste der von den Greifern geholt wird und die Hennen würden ihn fertig machen

– nicht aggressiv, aggressive Hähne landen auf dem Grill!

– sollte aus einer Schar mit Hahn kommen, damit ihm seine  Aufgaben klar sind – einlernen is nich

– und er soll schön aussehen, mit glänzendem Gefieder, am besten mehrfarbig

– nicht weiß, weiße Tiere werden von den Greifvögeln bevorzugt

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Bauarbeiten

Die nächsten größeren Arbeiten sollen bis Mitte August erledigt sein. Dazu gehört der Bau einer Sommerküche aus Paletten, einer Komposttoilette, eines Grillofens und diverser Gartenmöbel und Sitzecken.
Vor Kurzem entstand die Sitzecke „Ülzen“, zwischendrin nochmal teilweise vom Sturm gebeutelt, kann man nun hinten im Garten vor Sonne und leichtem Regen geschützt in der Hängematte verweilen. Schattenplätze sind noch sehr rar bei uns, eigentlich gibt es nur 2 ½ Möglichkeiten sich in den Schatten zu setzen. Strohhüte sind somit unerlässlich beim arbeiten.
Unsere Obstbäumchen müssen noch einiges an Größe zulegen, bevor deren Kronen unsere glühenden Hirne schützen. Daher freuen wir uns wie Schneekönige, wenn ihr ungenutzte Sonnenschirme oder Sonnensegel rumliegen habt, die eine neue Verwendung suchen. Wir nehmen sie euch dankend ab! Die starke Sonne von oben und der sich zusätzlich aufheizende dunkle Boden bruzeln uns tagein tagaus. Der Vorteil ist eine traumhafte Standbräune, für welche viele Menschen extra in den Urlaub fahren.

Welcome to Ülzen. Please relax and enjoy!

Welcome to Ülzen.
Please relax and enjoy!

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Zu Guterletzt hier noch der Link zu ATV, denn wir durften vor Kurzem die Farm im Flimmerkasten vorstellen.

http://www.augsburg.tv/mediathek/video/city-farm-augsburg/

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Nun denn, wir müssen wieder an die Arbeit.

Wir wünschen euch noch ein paar traumhafte Sonnentage. Die Ferien sind nicht mehr weit!

Bis bald

Euer CityFarm-Team

Aufgrund der Nachfrage hier nochmal der Spenden-Link:

https://www.betterplace.org/de/projects/25527-neuaufbau-der-cityfarm-augsburg/

Aktuelles aus dem Sommer 2014

Liebe CityFarm-Freunde,

Rudbeckia (Sonnenhut)

Rudbeckia (Sonnenhut)

in diesem Jahr zeigt sich der Sommer von seiner wechselhaften Seite. Erst bekamen wir eine regelrechte Dürre zu spüren, sodass unsere Obstbäume ihre Früchte abwarfen und nun erinnert unser Sommerwetter an tropische Gefilde mit schwülwarmen Gewitterwetter. Doch zum Glück haben wir wenigstens darauf keinen Einfluss und müssen unser gärtnerisches Können immer wieder erneut unter Beweis stellen. Da lernt man wenigstens nie aus.

So geht der CityFarm-Sommer ebenso turbulent ins Land wie unsere Witterung und fordert uns nicht minder einiges an Nerven und Arbeitskraft ab. Nun wollen wir euch mal wieder auf den aktuellen Stand bringen, denn leider lässt unsere Zeit es gerade nicht zu hier regelmäßig zu schreiben.

Sollte sich jemand berufen fühlen uns dahingehend zu unterstützen und kleine Artikel oder Videos zu verfassen, der solle sich bei uns melden. Wir sind für jede Hilfe dankbar! Gern kooperieren wir auch wieder mit Medien- und Geographiestudiengängen der Universität oder der Fachhochschule Augsburg in Form von Praktikas oder Seminarpartnerschaften!

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Grundstückssuche

Leider gibt es da nichts Neues zu melden, außer den vielen Absagen. Es stellt sich als wahrhaft schwer heraus ein neues Gelände für die Farm zu finden und zeigt was für ein Glück wir vor drei Jahren hatten, unser aktuelles Grundstück zu finden. Es bleibt nun noch ein halbes Jahr bis wir unser Gelände verlassen müssen und die Zeit rinnt uns durch die Finger wie sandiger Möhrenboden.

Calendula officinalis

Wo wird sie nächstes Jahr blühen unsere Calendula officinalis?

Wir sind bisher an Bauspekulanten, bauwütigen Amerikanern, Böden mit Altlasten, ungeklärten Besitzverhältnissen und dem Behördenapparat der Stadt gescheitert. Es bleiben leider kaum mehr Möglichkeiten übrig und ohne Unterstützung der Stadt ist es fast unmöglich etwas geeignetes zu bekommen. Zum Glück haben wir an einigen Stellen Unterstützer sitzen, die für uns kämpfen und nicht wollen, dass das CityFarm-Projekt in Ermangelung einer Fläche beendet werden muss. Aber auch stadtintern wird um Flächen gerangelt und da hat es so ein kleines Projekt wie wir schwer. Doch aufgeben kommt für uns nicht in Frage – noch ist Zeit.

Es stellt sich eher die Herausforderung wo wir unsere Tiere vorübergehend unterbringen können, falls sich bis Februar 2015 noch nichts Neues gefunden hat.

Unterstützt werden wir auch vom Lifeguide Augsburg, der Plattform für ein nachhaltiges Augsburg.

Die Journalistin Cynthia hat uns besucht und sich die Farm und ihre Zwei- und Vierbeiner angeschaut. Mittlerweile zählt sie zu den regelmäßigen Besuchern und ist ein gern gesehener Gast! Ihre Erfahrungen und Interviews mit uns, hat sie in wunderbare Artikel gepackt. Darin kommen auch andere CityFarmer und Besucher zu Wort.

Hier geht es zum Artikel

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Öffnungszeiten und Veranstaltungen

Endlich sind Sommerferien, was uns ebenso freut wie alle Schulkinder und nach den letzten Wochen, haben wir uns die Pause redlich verdient.

Drei schöne Gartenfeen. Die Schulgartengruppe der Kapellenschule zu Besuch auf der CityFarm

Drei schöne Gartenfeen.
Die Schulgartengruppe der Kapellenschule zu Besuch auf der CityFarm.

Allerdings bleibt wegen unserer Hochzeitsvorbereitungen die Farm bis einschließlich 15. August für Besucher geschlossen. Am Samstag den 16. August könnt ihr uns dann wieder zur gewohnten Zeit von 13 bis 18 Uhr besuchen.

Auch von Mitte September bis Mitte Oktober nehmen wir uns nochmal eine Auszeit und genießen unsere Flitterwochen. Auch in diesem Zeitraum bleibt die Farm geschlossen. Wir bitten euch um Verständnis.

Die nächste Veranstaltung findet am 06. September statt und ist ein Workshop zu alten Konservierungsmethoden. Wer Interesse hat zu lernen wie man Kräuter bis zum Winter frisch hält oder klassische Senfgurken einlegt, der ist an diesem Tag genau richtig! Anmeldung bitte bis zum 03. September per Email. –> muss aus familiären Gründen leider ausfallen. Wir bitten euch um Verständnis!

Das nächste und letzte Fest auf dem Gelände findet am 25. Oktober statt. Gemeinsam wollen wir für die reiche Ernte danken und die letzten Früchte aus dem Garten ernten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Ende Juni feierten wie ein wunderschönes Sonnenwendfest. Das Wetter war uns hold uns zog einige Gäste auf die Farm, die vor dem Fussballwahn in eine ruhige Oase flüchten und ein entspanntes Fest feiern wollten. Geschmückt mit Kerzen und Lichtern verzaubentführte uns die längste Nacht des Jahres in eine Zauberwelt mit Glühwürmchen, Lagerfeuer, Musik und Gesang.

Auch an diesem Tag war Cynthia vom Lifeguide dabei und hat ihre Eindrücke für euch festgehalten.

Das CityFarm-Feeling.

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Prachtvolles Gartenchaos mit Baumspinat, Borretsch, Tagetes, Ringelblumen, Chili, Paprika und Roter Gartenmelde

Prachtvolles Gartenchaos mit Baumspinat, Borretsch, Tagetes, Ringelblumen, Chili, Paprika und Roter Gartenmelde

 

Garten

Das warm-feuchte Wetter bringt unseren Pflanzen in diesem Jahr eine gute Wachstumsvoraussetzungen.
Wir wollen euch nun noch ein paar Besonderheiten aus dem Gemüsegarten zeigen, der an sich schon eine Besonderheit ist. Viele Kleingärtner würden sich wohl die Haare über das Durcheinander in den Beeten raufen. Doch unser grünes Chaos hat durchaus System und ist dieses Jahr besonders prächtig.
In Misch- und Reihenkultur nach guter und schlechter Nachbarschaft getrennt, gedeihen hier:
Russische Honigzucchini (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina) neben Wirsingkohl (Brassica oleracea convar. capitata var. sabauda L.) neben Baumspinat „Magentaspreen“ (Chenopodium giganteum), der seinem Namen alle Ehre macht!
Halb unter dem Baumspinat versteckt sich eine Reihe Paprika „Roter Augsburger“ (Gattung Capsicum) voll behangen und dadurch recht kopflastig und daneben gedieht die Buschbohne „Frauenbohne“ (Phaseolus vulgaris var. nanus). Dazwischen drängeln sich überall verschiedene Tagetes-Sorten, Borretsch (Borago officinalis) und Ringelblumen (Calendula officinalis) ans Licht.

Ildi versucht den Mais zu retten.

Ildi versucht den Mais zu retten.

 

Auf der anderen Seite des Gemüsechaoses stand bis vor 2 Tagen die Mischkultur Milpa, die drei Schwestern mit dem roten kolumbianischen Mais (Zea mays), Kürbissen (Cucurbita moschata und pepo) und Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris L.) in voller Pracht.

Süße Schwarzenbeere (Solanum burkanii)

Süße Schwarzenbeere (Solanum burkanii)

Noch niemals haben wir Maispflanzen gesehen, die 3 Meter in die Höhe schossen, prachtvolle und starke Pflanzen waren das! Naja, sie waren es bis zum Gewittersturm am Montag. Dieser fegte in derartigen Böen über die Farm, dass die Hälfte der Maispflanzen entwurzelt oder angeknickt wurden. Dabei liegt das Beet schon im Windschatten! Ärgerlich vor allem wegen der außergewöhnlich schönen, blutroten Maiskolben, die Ildi nicht nur genießen, sondern auch für die Saatguttauschbörsen vermehren wollte.

Positiv überrascht haben uns aber die Pflanzen der Jal-Tomate, Süße Schwarzenbeere (Solanum burbankii) und der Miltomate. Was jetzt rot und saftig nach Tomaten klingt, sind nur Verwandte der klassischen Solanum lycopersicum (Tomate) und bringen kleine schwarze Beeren hervor. Im Phänotyp sind die Pflanzen etwas gewöhnungsbedürftig, denn sie erinnern an heimische Giftpflanzen aus der Gattung Solanum. Doch unsere Variationen sind natürlich Kulturpflanzen und ungiftig. Die reifen Beeren sind etwa ein Zentimeter groß und hervorragend für Kuchen, Marmeladen und Chutneys geeignet.

Unreife Jal-Tomate

Unreife Jal-Tomate

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Die Jal-Tomate wie auch die Miltomate wurde auch von Arche Noah ins Sortenhandbuch aufgenommen.

Hauptzweck des ARCHE NOAH Sortenhandbuchs ist die Verbreitung seltener und gefährdeter Sorten von Kulturpflanzen, die im Handel nicht oder nicht mehr angeboten werden, mit dem Ziel ihrer Erhaltung.“ Arche Noah

Jal-Tomate und Miltomate

Passiflora edulis f. flavicarpa Foto: B.navez

Zuletzt wollen wir euch noch eine tropische Besonderheit zeigen. Die meisten von euch kennen sicher die Passiflora, auch Passionsblume genannt. Die Früchte der Passiflora heißen Maracuja und stellen eine besonders leckere tropische Frucht dar. Die Kultivierung der Passionsblumen erfordert etwas Fingerspitzengefühl, denn die Pflanzen fühlen sich trotz gegenteiliger Angaben in Büchern eher im Halbschatten von Bäumen und nicht in der Vollsonne wohl. Gern ranken sie kleine Bäumchen ein oder benötigen mindestens ein Rankgerüst. Auch das Gießen ist nicht einfach, denn es muss zwar jeden Tag aber immer nur ein Schlückchen gegossen werden. Einen Gewitterguss verkraften die Pflanzen besser als eine ganze Gießkanne voller Wasser. Daran sieht man wieder, dass auch jede Pflanze ihren eigenen Charakter hat.
Steht die Passiflora besonders günstig, dann kann es passieren dass aus den wundervollen Blüten Früchte entstehen, was in unseren Breiten außerhalb des Glashauses eine Seltenheit ist!
Eine unserer Passionsblumen, die in einer Kiste zusammen mit Estragon, Pfefferminze und einer Litschitomate gedeiht, trägt drei kleine Maracujas. Zwar ist unsere Vegetationsperiode wohl zu kurz, um diese ausreifen zu lassen, dennoch sind die Früchtchen eine Freude für das Auge – zeigen sie doch, dass es der Pflanze sehr gut geht!

Essbare Frucht der Passiflora edulis f. flavicarpa

Essbare Frucht der Passiflora edulis f. flavicarpa

Auf in die neue Saison!

Frühlingserwachen im Botanischen Garten Augsburg

Frühlingserwachen im Botanischen Garten Augsburg

Willkommen in der neuen Saison lieber Gartenfreunde!

Das Wetter meint es in diesem Frühjahr sehr gut mit uns, fast als wolle uns die Natur für den langen Winter des vergangenen Jahres entschädigen. Bei unserer Freundin Bianca von der Biogärtnerei und Hofladen Bucher (Schönbachstraße) steht schon ein ganze Gewächshaus voller Töpfchen mit Paprika, Chili und Tomaten. Auch die ersten Salate und Kräuter gedeihen bei ihr prächtig.
Auch unser Fenster zu Hause zieren unzählige kleine Tomatenpflanzen, Litschitomaten, besondere Paprika und Bennis scharfe Sachen – die Chilis. Nur die Physalis und Ananaskirschen lassen mal wieder auf sich warten. Aber kein Wunder, denn die Keimung kann sich bei diesen Sorten bis zu 8 Wochen hinziehen.

Unsere ersten Tomätchen, die gelbe Johannisbeertomate

Unsere ersten Tomätchen, die gelbe Johannisbeertomate

Auch in diesem Jahr ist Ildi wieder ehrenamtlich als Saatgutbotschafter unterwegs und fördert mit dem CityFarm-Stand den Austausch samenfester Sorten, damit auch in eurem Garten nicht nur alltägliches Gemüse wächst. Den ganzen Winter über hat sie getauscht, gesammelt und auch gekauft, um ihre private Saatgutbank zu erweitern. Natürlich gibt es für euch wieder die üblichen Klassiker wie Inkagurke, Indische Netzgurke, Stangenbohe Blauhilde und den Indianermais Cherokee White Eagle. Zudem können wir euch dieses Jahr eine ganz besondere Pastinake anbieten, eine alte Hofsorte aus Sachsen-Anhalt. Der alte Bauer lebt schon lange nicht mehr, doch seine Pastinakensorte lebt mit seinem Namen weiter!

Vermehren konnten wir weiterhin den Haferwurz und euch nun ein paar Saatguttütchen zum Tausch anbieten. Außerdem hat sich unsere Auswahl an Tagetes vergrößert, wir haben nun 5 verschiedene Sorten und von allen so viele Samen, dass wir gern mit euch teilen. Zum Beispiel Mula Wakatay, die Riesengewürztagetes und Blutorangentagetes.

B.navez - 23 OCT 2005 - Réunion Island

B.navez – 23 OCT 2005 – Réunion Island

Für alle die Exoten lieben und die Möglichkeit eines Wintergartens oder beheizten Gewächshauses haben, gibt es in diesem Jahr Saatgut von z.B. Guanababa auch Guayaba genannt – einer Stachelannone. Die Guanabana kann im tropischen und subtropischem Klima ein Baum von 8m Höhe werden dessen Früchte gepress als Grundlage für beispielsweise Erfrischungsgetränke genutzt wird. Hier gedeiht die nur im Glashaus.

Wir haben auch Saatgut von Granadilla auch Maracuja genannt, einer wunderschönen Passionsblume „Passiflora edulis“ die unter idealen Bedingungen wahnsinnig schmackhafte Maracujas hervorbringt. Doch auch hier müssen die klimatischen Bedingungen optimal sein, damit die schöne Rankpflanze Früchte hervorbringen kann. Das Saatgut stammt aus Kolumbien und wurde vom Vater einer Freundin extra für de CityFarm nach Deutschland gebracht. Dabei waren auch verschiedenste Bohnensorten in traumhaften Rottönen, die wir dieses Jahr versuchen anzubauen und natürlich vermehren.

Kolumbianische Bohnen

Kolumbianische Bohnen

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Gartenfest und Saatguttauschbörse

Die erste Saatguttauschbörse wird kommenden Samstag, dem 08. März 2014, im Rahmen unseres Gartenfestes stattfinden. Ab 15 Uhr seid ihr eingeladen mit uns den zeitigen Frühling zu feiern. Wie immer schüren wir das Lagerfeuer und backen Stockbrot, stellen ein gemeinsames Buffet auf die Beine, tauschen unser Saatgut und können sogar schon die erste Jungpflanzen abgeben.

Saatguttauschstand auf dem Vorfrühlingsfest 2013

Saatguttauschstand auf dem Vorfrühlingsfest 2013

Wer Lust hat sich am Festtagstisch zu beteiligen, der darf gern eine leckere Speise zubereiten und mitbringen. Bisher ist jedesmal ein wunderbares, vielfältiges Festmahl entstanden.
Weiterhin bauen unseren Cityfarm-Stand für euch als Plattform auf. Dort könnt ihr Saatgut und Jungpflanzen tauschen oder gegen eine kleine Spende mitnehmen, eure Erfahrungen weitergeben oder auch Ideen und Inspirationen für das Gartenjahr sammeln. Natürlich liegen wieder unsere Nachschlagewerke aus, in denen ihr euch über diverse Pflanzen oder Knowhow informieren könnt.

Bitte denkt wie immer daran, dass wir im Garten keine Toilette haben und angesichts der unsicheren Zukunft auf dem Gelände auch keine bauen werden. Also zu Hause noch schnell aufs Örtchen und dann auf zur Farm!

Das Fest wird auch bei Regen stattfinden! Also bitte zieht euch wetterfest an und steckt eure Kleinen in Matschhosen und Gummistiefel, sollte sich die Sonne hinter dicken Regenwolken verstecken.

Kleiner Nachtrag:

Bitte nutzt Öffentliche Verkehrsmittel oder kommt mit dem Fahrrad! Wir möchten keine zugeparkte Straße vor der Farm, zumal dort oft und viele Kinder spielen und wir den Radlern diese Parkmöglichkeit freihalten wollen. Wenn es nicht anders geht, dann parkt bitte auf dem P&R Augsburg Nord und lauft die paar Minuten zu uns herüber.

Des Weiteren bitten wir euch auf eure vierbeinigen Freunde Acht zu geben. Ihr könnt sie gern mitbringen aber lasst sie bitte nicht jeden Baum und die Beete auf der Farm markieren, denn dort wachsen Kräuter die gegessen werden. Auch bitten wir euch Kacktüten einzustecken und die Häufchen gleich zu beseitigen.
Bitte schaut, ob jemand ängstlich ist oder euer Vierbeiner unsere Tiere stresst und nehmt euren Hund gegebenfalls an die Leine.

Frühlingsgrüße

Frühlingsgrüße

Das Gartenjahr 2013 – Teil I

Gemüse SmileyLiebe Gartenfreunde,

endlich lassen wir wieder etwas von uns hören oder besser: lesen!
Aber das es gerade jetzt am Ende der Saison viel zu tun gibt, können sicher die meisten von euch nachvollziehen. Der Garten will winterfest gemacht werden, der Kompost muss noch umgesetzt werden und viele Obstbäume erwarten schon ihren neuen feschen Haarschnitt für den Winter.
Zudem hat die Schule wieder begonnen und die neuen Schulgarten- und UmweltAG-Projekte wollten geplant und begonnen werden.
Doch dies soll heute nicht unser Thema sein, sondern vielmehr möchten wir einen Blick auf das soeben endende Gartenjahr 2013 werfen. Dabei werde ich eine Bilanz ziehen. Was lief besser als vergangenes Jahr? Welche Gemüse und Früchte haben unsere Arbeit mit reicher Ernte belohnt? Was ging völlig daneben? Und so weiter…
Da viel zu berichten gibt, werden wir den Artikel in 2 Teilen präsentieren. Heute hier Teil I.

Unser Garten 2013

Unser Garten 2013 im regnerischen September

Der Winter hatte uns bis in den Mai fest im Griff, sodass auch wir die Eisheiligen herbeisehnten. Es war ein Winter mit viel Kälte und Schnee, so wie man sich einen Winter eben vorstellt – nur dass er uns etwas zu lange dauerte. Denn schon im März begannen wir mit der Jungpflanzenanzucht und Ende April glich unsere Wohnung einem Chili-, Tomaten-, und Gurkenwald. Mehrere hundert Jungpflanzen in der Wohnung sind eine dunkle Freude, denn je größer sie werden, desto weniger Licht fällt ins Zimmer.

Zeitige Freude, Helichrysum bracteatum, die Gartenstrohblume blühte seit Mai durchgehend.

Lange Freude, Helichrysum bracteatum, die Gartenstrohblume blühte seit Mai durchgehend.

Mitte April gaben wir über den Nanu! e.V. zwei Workshops zur ökologischen Jungpflanzenanzucht, die trotz der rauen Witterung sehr gut besucht waren. Mit warmen Handschuhen, Mütze und Schal zeigten wir euch wie man Saatgut natürlich beizt, Kräuterbrühen zur Stärkung einsetzt, damit auf kleinem Raum möglichst viele Jungpflanzen gedeihen. Die kurz darauf stattfindende Walpurgisnacht-Feier zum 01.Mai wurde zu einem schönen Fest mit Lagerfeuer, Stockbrot, unserem gemeinsamen Buffet und vielen spannenden, großen und kleinen Gästen. Das Wetter war uns sogar hold in jenen Tagen und bescherte herrlichsten Frühling! Dass es zwei Wochen später noch einmal eisig werden würde, konnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnen.

Alle gingen davon aus, dass der Frühling sich ab Mitte Mai von seiner schönsten Seite zeigen würde, nachdem die Eisheiligen ihre angeblich letzten Spätfröste über das Land hauchten. Auch wir gaben uns der Illusion hin, dass das Wetter sich nach dem Bauernkalender richte und nun endlich die Gartensaison anbräche. Aber nix da, die eisigen Männer stellten unsere Geduld auf die Probe und brachten 2 Wochen später noch einmal Frostnächte. Leider waren zu jenem Zeitpunkt Gurken, Zucchini, Tomaten und Co. schon ausgepflanzt. Wir konnten uns mit großen Gärtnervliesen behelfen, die großflächig unseren Garten abdeckten, um die Pflanzen zu schützen. Das bringt gut 6°C je Lage Vlies. Doch die meisten Gartenfreunde traf es hart: ein Großteil der Pflanzen erfror. Auch bei uns überlebten einige Kürbisse die kalten Nächte nicht, sodass wir eine magere Kürbisernte einfuhren.

Der Frühling startete schwerfällig und schnell zeichnete sich eine Verzögerung der Vegetationsperiode um gut zwei Wochen ab. Wir hatten den Garten der CityFarm Augsburg in diesem Jahr mit Schwerpunkt Naschgarten angelegt. Überall verteilt wuchsen auf den Beeten und in Töpfen Inkagurken, Ananaskirschen, Andenbeeren, mexikanische Minigurken namens Melothria, Birnenmelone Pepino, Physalis, Zuckererbsen, Litschitomaten und viele außergewöhnliche Tomatensorten.

Cyclanthera pedata, Inkagurke

Cyclanthera pedata, Inkagurke

Generell können wir sagen, dass der trockene und heiße Sommer natürlich den wärmeliebenden Früchten zu Gute kam. Die Inkagurke (Cyclanthera pedata), auch Ringscheibengurke genannt, überraschte uns mit am meisten! Das Wetter schien ihr sehr gut zu gefallen, besser als im vergangenen Jahr. Eine Pflanze wucherte eine Fläche von 5qm komplett zu und produzierte derart viele Früchte, dass selbst die Kids es nicht schafften auch nur eine einzige der Pflanzen leer zu naschen! Daher können wir euch dieses Jahr eine große Menge Saatgut der Inkagurke zur Verfügung stellen!

Sehr im Wachstum verzögert waren hingegen Melothria und Pepino. Melothria begann erst Ende Juli stärker ins Wachstum zu gehen und Blüten anzusetzen. Pepino trägt bis heute keine Früchte.

Die mexikanische Minigurke Melothria wurde aber dennoch zu eine ästhetisch sehr ansprechenden, zierlich rankenden Pflanze. Die Früchte sind maximal 2cm groß und erinnern an kleine Wassermelonen. Spätestens beim Naschen und Kosten der kleinen Früchte wird die Verwandtschaft zur Gurke deutlich, denn die Gattung der Melothria zählt zu den Kürbisgewächsen und erinnert geschmacklich deutlich an Gurken.
Aufgrund ihres zarten Habitus eignet sich die Minigurke unserer Meinung nach eher für Balkongärtner, da sie einfach schön anzuschauen ist und wirklich viel Wärme benötigt. 20-25°C sind optimal. Balkone, vor allem in der Stadt, bieten wärmeliebenden Pflanzen ein besonderes Klima aufgrund der Wärmespeicherung des Betons und der reflektierenden Wirkung hellen Fassaden. Ist der Balkon auch noch überdacht, entsteht in frostfreien Zeiten ein mediterranes Klima. Auch frühe oder späte Fröste gleicht ein geschützter Balkon aus.

Erntekörbchen

Erntekörbchen mit Melothria rechts neben grüner Fleischtomate

Sorgen bereitete uns dagegen die Birnenmelone Pepino (Solanum muricatum). Zwar ging diese schon im Juli ordentlich ins Kraut, doch bis Ende September hatte sie noch keine Blüten angesetzt. Schade, denn auf die Früchte des mit der Tomate verwandten Nachtschattengewächses waren wir sehr gespannt. Nun darf die stärkste Pepino im Haus überwintern, damit sie im kommenden Jahr einen Wachstumsvorsprung hat und hoffentlich Früchte tragen kann. Wir werden sie dann im Gewächshaus weiterkultivieren, denn das Freiland scheint ihr weniger zu gefallen, trotz des heißen, trockenen Sommers.
Übrigens wurde Pepino schon während der Moche-Kultur, um 700 v. Chr. in Südamerika angebaut.

Physalis eingepackt

Physalis mit Tomatenhaube in der Hoffnung, dass die Früchte noch nachreifen.

Besonders beliebt zum Naschen waren in diesem Jahr die Ananaskirschen (Physalis pruinosa). Wie der Name schon sagt, gehört dieses Gewächs in die Gattung der Physalis, der Blasenkirschen. Ihr Aussehen ist der klassischen Physalis (Physalis peruviana L.), auch Kappstachelbeere genannt ähnlich, nur ist sie im Wuchs kleiner und auch die Früchte sind nur kirschgroß. Der Geschmack jedoch ist absolut umwerfend! Die Früchte schmecken süß und deutlich nach Ananas. Eine Pflanze trägt, über den Sommer verteilt, im Schnitt vier Doppelhände voll der kleinen orangenen Kirschen.
Im Anbau ist sie sowohl im Topf, wie auch auf dem Beet absolut unproblematisch, nur auf ausreichende Wasserversorgung sollte geachtet werden, sonst wirft die Pflanze ihre Früchte vorzeitig ab. Aber selbst die halbreifen grünlichgelben Kirschen sind ein Geschmackserlebnis. Im Gegensatz zur klassischen Physalis sind mittlerweile alle Früchte der Ananaskirsche abgereift. Um ein eventuelles Nachreifen der Physalisfrüchte zu begünstigen, haben wir ihr eine Tomatenhaube übergestülpt.

Positive wie auch negative Überraschungen hielten in diesem Jahr die Bohnen für uns bereit. Bis in den September hinein trug unsere Stangenbohnensorte Blauhilde, die wir auch in der Milpa einsetzen, sehr reichlich Früchte. Einem Befall von der schwarzen Bohnenlaus konnten wir mit Brennnesselbrühe und Spinnmilben mit einer Chili-Knoblauch-Brühe Herr werden. Doch dem Befall von Uromyces appendiculatus, dem Bohnenrost, hatten wir nichts entgegenzusetzen. Ab September, mit steigender Luftfeuchte, breitete der Pilz sich rasend schnell im Bestand an der Bohnenlaube aus. Der Befall ist noch immer derart akut, dass selbst die Bohnen unansehnliche Rostflecken aufweisen, wie ihr auf dem Bild rechts sehen könnt. Diese Pflanzen werden wir nicht kompostieren, sondern als Feueropfer den Bohnengeistern darbringen, kurz gesagt: wir verbrennen sie.

Feuer- und Buschbohnen auf den anderen Beeten waren nicht betroffen, auch nicht die Blauhilden der Milpa, welche am Mais empor rankten. Wahrscheinlich haben wir den Befall mit Uromyces appendiculatus selbst mitverschuldet, da wir im zweiten Jahr in Folge an der gleichen Stelle Bohnen anbauten. Im kommenden Jahr werden dann wohl Inkagurken die Bohnenlaube in ein schattiges Plätzchen verwandeln.

Uromyces appendiculatus auf der Bohne

Uromyces appendiculatus auf der Bohne

Befall vom Pilz Uromyces appendiculatus, dem Bohnenrost auf Blatt

Befall vom Pilz Uromyces appendiculatus, Bohnenrost

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Positiv überraschte uns die Feuerbohne (Phaseolus coccineus), auch Prunkbohne genannt. Die Pflanzen wachsen am Maschendrahtzaun empor und rankten auch einen Sonnenblume komplett ein.

Riesige Feuerbohnen wachsen an der Sonnenblume.

Riesige Feuerbohnen wachsen an der Sonnenblume.

Die leuchtenden Blüten der Feuerbohnen, aufgrund derer sie ihren Namen tragen, bildeten einen herrlichen farblichen Kontrast auf den hinteren Beeten.
Da wir einen Teil der Bohnen gern als Trockenbohnen im Winter verwenden, ließen wir den Feuerbohnen freies Wachstum. Wir haben nicht schlecht geschaut, als uns die riesigen Bohnenhülsen eines Tages auffielen. Sie sind bis zu 40 cm lang! Die Größe und Anzahl der Bohnen im Inneren bleibt noch abzuwarten, da auch die Feuerbohnen sich im Wachstum verzögerten und noch immer nicht voll ausgereift sind.

Das sollen nun heute genug der Gärtnererfahrungen sein. Im zweiten Teil des Saisonrückblicks wollen wir euch von frechen Spatzen und ausbrechenden Hühnern, nicht blauen Schlumpf-Tomaten und leckeren grünen Fleischtomaten sowie von Eierfrüchten, Mais und Co. berichten.

Gern dürft ihr uns eure eigenen Erfahrungen als Kommentar mitteilen. Denn uns interessiert wie kleinräumig unterschiedlich die extremen Wetterlagen sich auf eure Gärten und Balkone ausgewirkt haben.
Im Garten lernt man eben nie aus, ein nicht versiegender Quell des Wissens und der Erfahrung. Man kann noch so viele Bücher wälzen und klug daherschwätzen, die praktische Umsetzung ist nochmal etwas anderes und unglaublich spannend!

letzte Ernte

Letzte Ernte vonbStangenbohne Blauhilde, Zitronenkürbis, Saatbohnen Buschbohne „Eckendorfer Rotsprenkel“ und unserem Indianermais „Cherokee White Eagle“