Archive for the ‘Natur- und Umweltbildung’ Category

Von neuen Akteuren, meckerndem Abschied und Winterruhe

Borretsch (Borago officinalis) im Eiskleid.

Borretsch (Borago officinalis) im Eiskleid.

Die Farm erstrahlte in den letzten Tagen oft in wunderschönem Frostgeglitzer, als hätte ein Künstler seiner kalten Inspiration freien Lauf gelassen. Zudem zerstreute die zentimeterdicken Eisschicht auf der Entenwanne die letzten Zweifen, dass der Winter noch auf sich warten ließe. Damit neigt sich wieder ein Jahr zu Ende und die CityFarmer genießen die Winterruhe. Das zeitige Dunkeln der Tage bringt uns einen frühen Feierabend, sodass nun die Zeit der Handarbeit und des Saatgutsortierens anbricht.

Doch bevor wir uns aufs gemütliche Sofa zurückziehen, wollen wir euch von den Erlebnissen des Herbstes berichten.

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Mio

Schon Ende des Sommers durfte ein neuer Bewohner auf der Farm einziehen. Nicht nur weil er süß und knuddelig ist, auch weil er einen wichtigen Job zu erfüllen hat. Aber beginnen wir von vorn.
Auf dem benachbarten Krümelhof gab es einen Wurf menschenscheuer Katzen, echte Bauernhofkatzen mit übergroßem Drang zur Freiheit und wenig zweibeinerbezogen. Trotzdem setzte sich eine treue CityFarmerin dafür ein, dass der frechste und scheuste Geselle des Wurfes auf die Farm ziehen sollte. Doch so einfach war das nicht, denn was nützt uns eine Katze, die keine Menschen mag? Also musste der Kleine „eingestreichelt“ und ihm gezeigt werden, wie nützlich die Dosenöffner doch waren!
Daher zog er zuerst in die Wohnung des und lernte dort seine heutige Hingabe an menschliche Hände kennen.
Bald war es dann soweit. Mio, diesen Namen erhielt er in Memorium an ein Kaninchen, durfte sein neues Reich auf der Farm entdecken. Der schwarze Frechdachs lebte sich sehr schnell ein und begann bald mit Eifer seinem Job nachzugehen und Mäuse zu fangen. Von der Kastration und Impfungen war er zwar weniger begeistert aber das ist nun mal unerlässlich.

Mio unser kleiner Wildfang.

Mio unser kleiner Wildfang. Foto: René

Heute wird fast jeder (er mag natürlich nicht jeden gleich gern!) mit erhobenem Schwanz auf der Farm begrüßt und aufdringlich zum Kuscheln gezwungen. Kinder dagegen müssen oft als Spielanimator herhalten. Als Dank liegen dann regelmäßig mehr oder weniger komplette Mäuse unterm Tisch. Dies bringt manchmal skurrile Situationen mit sich, wie auf dem Kindergeburtstag letzte Woche, als die Mutter fragte: „Ihr wisst schon, dass da eine halbe Maus unterm Tisch liegt?“
Ähm, ja, nee, die haben wir wohl bei der Vorbereitung übersehen oder Mio hat sie vorhin erst gebracht, als Geschenk quasi.

Fauler Kater? Mitnichten!

Fauler Kater? Mitnichten!

Der Kleine hat eben seinen eigenen Kopf, schließlich ist die Farm sein Reich und er der wahre Herrscher über alle und alles. Damit Majestät sich bei Kälte gut verkriechen kann, wurden ihm zu Ehren Katzenklappen in diverse Türen eingesetzt. Doch auch bei der Nutzung derer hält sich seine Begeisterung in Grenzen: wie jetzt, ich soll meine Tür selbst aufmachen?

Wie es sich mit Fluffgepuff und Mio verhält? Nun ja, Freunde sich sie noch nicht. Manchmal wartet Mio hinter einer Ecke, um ihr seine Krallen auf die Nase zu setzen. Dann wiederum revanchiert Fluffel sich und jagt ihn eine Runde über die Wiese. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

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Erntedank

Am 08. Oktober feierten wir mit unseren Besuchern Erntedank. Obwohl das Wetter sich wie immer weniger einladend gestaltete, kamen doch einige Gäste, um sich am Feuer zu wärmen und die Farm zu erkunden. Besonders die Kleinen waren zahlreich vertreten. So gingen auch alle Kürbisse, kreativ geschnitzt in kleine, stolze Hände über. Es war ein schönes Fest und auch das gemeinsame Buffet wie immer ein Gaumenschmauß!

Kürbis schnitzen auf dem Erntedankfest

Kürbis schnitzen auf dem Erntedankfest

Da der Wettergott uns aber in den letzten Jahren selten hold war, überlegen wir nun im kommenden Jahr das Erntedank gegen eine andere Festlichkeit im Sommer zu tauschen. Aktuell sind wir noch in der Planungsphase für 2017. Wir werden euch unsere Entscheidung und alle Termine der kommenden Saison rechtzeitig mitteilen.

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Neue Kooperation

Angehende Lehrer der grund- und Mittelschule besuchten die CityFarm und lernten Allerlei über Pflanzen und Tiere

Angehende Lehrer der grund- und Mittelschule besuchten die CityFarm und lernten Allerlei über Pflanzen und Tiere

Über eine Kooperation mit der Didaktik der Biologie an der Universität Augsburg konnten wir über mehrere Exkursionen unser Projekt zahlreichen angehenden Lehrkräften der Grund- und Mittelschule vorstellen. Sie lernten die Farm als außerschulischen Lern- und Erlebnisort für Kinder und Jugendliche kennen. Dadurch werden sie zu Multiplikatoren unserer Schwerpunkte und gewinnen einen Blick über den Tellerrand der Schulen und Universität. Wir wollen für das Thema der Natur- und Umweltbildung sensibilisieren und zeigen, dass dazu auch der richtige Umgang mit Tiere und Pflanzen gehört.

Zudem besuchten uns Teilnehmer der Bundesfachschaftstagung des Studienganges der Geographie und erlebten einen spannenden Nachmittag mit Führung, kleinem Arbeitseinsatz und Lagerfeuer mit Stockbrot. Uns hat es viel Spaß bereitet den Studierenden die Farm vorstellen zu können und hoffen vielleicht den ein oder anderen inspirieren zu können, selbst etwas auf die Beine zu stellen.

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Meckernder Umzug

Anfang November durfte dann eine unserer Zwergziegendamen in ein neues zu Hause umziehen. Fühlten sich bei Einzug der Herde erst zwei Individuen dieser Ziegenrasse bei uns wohl, zog im Sommer eine Schar derer dazu. Die Aufnahme der Tiere geschah allerdings nicht ganz freiwillig, eher notgedrungen. Unser Schaf- und Taubenmeister Rachmed rettete die kleine Herde Westafrikanischer Zwergziegen aus schlimmer Haltung. Die armen Tiere waren Jahre auf 10qm in einer Gitterbox eingesperrt, mit Böcken und unkontrollierter Vermehrung, was zwangsläufig zu massiven Inzuchtproblemen führte.

Auch unsere Tiere müssen arbeiten!

Auch unsere Tiere müssen arbeiten!

Als die Tiere einzogen, standen sie fast 2 Wochen unbeweglich auf der Stelle und guckten nur blöd aus der Wäsche (Lärm machten sie allerdings für die dreifache Anzahl Ihresgleichen). Irgendwie auch verständlich (erinnern wir uns an die Nackthuhnbande), denn noch nie hatten sie Sonnenlicht oder eine Wiese gesehen!!! Nach ca. 10 Tagen wagten sich die ganz Mutigen das Gehege zu erkunden und bald darauf ließ sich endlich bei allen das typische Ziegenverhalten erkennen.
Was das bedeutet? Es heißt: zahlreiche Ausbruchsversuche, Kletterwahn, Abrissbirnenverhalten, Dreistigkeit bei der Erlangung von Futter, Zerstörungsfreude, …. Ja, Ziegen sind keine niedlichen Rasenmäher, sondern mobile Abrissbirnen mit der Vorstellung, dass alles Fressbare auf der anderen Seite des Zaunes viel besser schmeckt!

So peppelten die Tiere in den vergangenen Monaten mit zusätzlichem Kraftfutter auf, entwurmten sie und verpassten ihnen die gesetzlich vorgeschriebenen Ohrmarken. Doch regelmäßig trieben sie uns in den Wahnsinn! Vor allem in jener Zeit, als die Herde im Rahmen des Projektes „Weidestadt Augsburg“ des Landschaftspflegenverbandes Augsburg die angrenzenden Biotope beweiden und entbuschen durften.
Da wir für alle Spaziergänger sichtbar eine Notfallnummer am Zaun hatten, klingelte auch regelmäßig das Telefon mit Fragen wie: „Ist das Ihre Ziege dort auf den Bahngleisen?“ Verdammt ja, ist es, schon wieder! Also rauf aufs Rad/Moped, Ziege fangen, Zaun richten.

Schlimme als ein Sack Flöhe diese Bande! :-)

Schlimmer als einen Sack Flöhe zu Hüten, diese Bande!

Als logische Konsequenz vermittelten wir nach und nach die Zwergziegenbande. Diese Rasse war nicht geeignet für mobile Zäune, wir brauchen eine standorttreue Ziegenrasse wie die Burenziegen. Bevor diese jedoch einziehen, wollen wir bis auf unsere Kiki alle Zwergziegen vermitteln.
Heute sind noch ein Böckchen (ca. 1 Jahr als) und eine Mutterziege mit zwei Kleinen (Bock und Zicke) übrig. Wer ihnen ein neues, gutes zu Hause bieten möchte, darf sich gern bei uns melden!

Als nun im befreundeten Jugendhaus Lehmbau die alte Ziege Klara (Sie ruhe in Frieden) an Altersschwäche verstarb und Zensi, das jüngere Gegenstück zunehmend in Depressionen verfiel, gab es nur eine Lösung für uns. Kurzerhand packten wir die lautstark meckernde braune Mama samt ihrem kleinen Zicklein und siedelten sie in die neue Herde aus Schafen und der Ziege Zensi um.
An dieser Stelle geht der Dank an unsere Nachbarn den Krümelhof, deren Pferdehänger wir zum Transport nutzen durften. Die Schafherde dort wird angeführt von unserem Peterle, der schon im Sommer in den Lehmbau ziehen und seit dem seine eigene Mädlsherde beglücken darf.
Die beiden Ziegen lebten sich schnell ein und schlossen Freundschaft mit Zensi. Etwas misstrauisch beäugten die Schafe anfangs das meckernde Treiben, doch auch sie gewöhnten sich bald an den Herdenzuwachs.

Die kleine Dame samt ihrer Mutter zogen in das Jugendhaus Lehmbau um.

Die kleine Dame samt ihrer Mutter zogen in das Jugendhaus Lehmbau um.

Und nun ist es soweit, die CityFarm und ihre Farmer gehen in die Winterruhe. Rauf aufs Sofa, Füße hoch, einen leckeren Ingwertee und die ersten Plätzchen genießen. Aber ganz so faul sind wir trotzdem nicht, denn die Sortierung und Abpackung des Saatgutes von 2016 läuft auf vollen Touren, damit wir euch Anfang 2017 auf unserer Börse die alten und seltenen Gemüsesorten anbieten können.

Wiederauswilderung unserer Kinder

Heute haben wir einen Artikel für euch, den Ildi für die ‚Info-Dienst‘ Ausgabe Dezember 2013 geschrieben hat. Info-Dienst ist eine Zeitschrift des LJKE-Bayern (Landesverband der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen Bayern e.V.). Der Schwerpunkt dieser Ausgabe lag in den verschiedenen Lebenswelten, in denen Jugendliche heute aufwachsen: STADT.LAND.WEB

Die Stadt, das Land, das Web – alle sind sie lebendige Orte, weil der lebendige Mensch sie sazu machen kann. Vieles ist im Austausch, im Übergang, im Experiment; und unsere Kinder mittendrin.“ Katharina Steppe (Redaktion)

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Frei/Raum Cityfarm

Frei/Raum Cityfarm

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Hintergrund

Die Umweltbildung sollte laut Bundesregierung einen größeren Stellenwert erhalten. Es wird immer wieder der Ausbau und die Eingliederung der Naturbildung in den Stundenplan gewünscht. Doch so lobenswert diese schon oft vernommenen Worte klingen, so gegenteilig sieht es in der Realität aus. Natur- und Umweltbildung umfassen sehr weitreichende Themengebiete. An dieser Stelle sollen nur wenige, für die CityFarm Augsburg aber ausschlaggebende Problematiken angesprochen werden.

Vor allem in Städten, mittlerweile aber auch im suburbanen Raum, fehlt oft die familiäre Hinführung zum Thema Garten und Natur. Für viele Familien, die seit mindestens zwei Generationen in der Stadt leben, ist oft das Wissen um Natur und Umwelt nicht mehr notwendig. Teilweise ging das Wissen sogar von einer zur nächsten Generation komplett verloren. Wie sollen nun die Eltern, die dieses Wissen nicht mehr haben, es mit ihren Kindern teilen?

Jede Schule und jeder Kindergarten sollte einen kleinen Nutz- und Naschgarten pflegen.

Kids der Kita Ulmer Straße beim Bearbeiten ihres Beetes auf der CityFarm im Jahr 2012. Foto: Jens Börner

Dadurch entsteht ein Desinteresse bei Kindern und Jugendlichen, welches in den Schulen durch Fehlen entsprechender Einrichtungen noch verstärkt wird. Dieses schulische Problem resultiert aus den Mängeln der strengen zeitlichen Strukturierung wie auch der thematischen Lehrplanorientierung, da selbst interessierten Lehrern kaum Spielraum für Naturbildung außerhalb des Klassenzimmers bleibt. Dies führte neben mangelnder finanzieller Mittel, in den letzten Jahrzehnten zur Aufgabe zahlreicher Schulgärten. Da weder Eltern noch Lehrer der Naturentfremdung ihrer Schützlinge entgegenwirken können, wird die digitale bunte Glitzerwelt leider allzu oft realistischer für Kinder und Jugendliche, als die langweilige grüne Realität vor der Haustür.

Natürlich ist diese Situation überspitzt dargestellt, doch sie trifft den Kern des Problems: den Generationen, die unsere Zukunft bilden sollen, fehlt es an grundlegendem Wissen um Natur, Umwelt und ihrer Zusammenhänge. Dieses Defizit umfasst weite Themen- und Lebensbereiche wie Ernährung und Gesundheit, GVOs, Konsum, Ökologie und Umweltschutz und führt nicht selten zu Verhaltensstörungen, die auf ein Naturdefizit zurückzuführen sind.

Endlich mal klettern dürfen!

„Kinder sollen draußen spielen“ sagt Richard Louve.

Das grundlegende Problem der Naturentfremdung zeigen auch Journalist Richard Louv und Rainer Brämer von der Universität Marburg in ihren Arbeiten auf. Richard Louv beschreibt 2006 in seinem Buch „Das letzte Kind im Wald?: Geben wir unseren Kindern die Natur zurück!“ Zusammenhänge zwischen fehlender Naturerfahrung und Verhaltensstörungen wie dem Aufmerksamkeits-Defizit-(Hyperaktivitäts-) Syndrom auf. Dies betrifft vor allem in Städten lebende Kinder. Nach Louv besitzen viele Kinder eine verkümmerte Sensibilität zu natürlichen Kreisläufen, Jahreszeiten oder Wildtieren (Bambi-Syndrom). Darunter fällt ebenso das Nichtkennen von Pflanzen und Tieren, sowie der Bezug zu gesunder Nahrung und deren Herkunft. Es mangelt ihnen an direkten, persönlichen Naturerfahrungen. Diese Störung wird als Natur-Defizit-Syndrom bezeichnet.

Auch Fabi war begeistert eins der flauschigen Hühner halten zu dürfen.

Auch der unverklärte Kontakt zu Tieren, egal ob Wild- oder Nutztier, sind elementar für die Kindesentwicklung.

Der Natursoziologe Dr. Rainer Brämer von der Universität Marburg stützt diese These. Er beschäftigt sich mit dem Thema der Naturentfremdung und definierte in seinem Aufsatz Naturentfremdung? Versuch einer sozialwissenschaftlichen Begriffsbestimmungdiesen Begriff folgendermaßen: „Sie ist gekennzeichnet durch eine Distanz zur Natur, die zu relevanten Fehleinschätzungen oder Fehlhandlungen im Umgang mit der äußeren oder eigenen Natur bei der Sicherung der menschlichen Überlebensfähigkeit führt“ (1998, S. 10). Nach Brämer verliert der moderne Mensch schon im Kindesalter die Fähigkeit wahrzunehmen, was für die ihn umgebende, wie auch seine eigene Natur (über)lebenswichtig ist. Neben anthropogen verursachten Umweltproblemen von globalem Ausmaß, Ressourcenverknappung und der modernen Sklaverei, sind psychische Entwicklungsstörungen bei Kindern sowie Zivilisationskrankheiten durch unnatürliche körperliche und psychische Fehlbelastungen eindeutige Anzeichen für Naturentfremdung.

Dieses Natur-Defizit-Syndrom wird teilweise ausgelöst aber auch verstärkt durch die zunehmende Medialisierung, Beschleuningung und Konsumorientierung unserer Mitwelt. Es ist in Mode gekommen immer und überall mittels Smartphone und Co. erreichbar und dabei zu sein.

Die Gewichtung von realer und digitaler Interaktion hat sich hin zur Computerisierung verschoben. Dadurch nimmt der tägliche Informationsinput derart zu, dass Burnout kein Symptom gestresster Manager mehr ist, sondern die Kinder schon im Schulalltag eingeholt hat.

Verschiebung der Realitäten, digital ist das neue real. Foto: pictureYouth

Die gesellschaftspolitische Epidemie des ´Schneller-Höher-Weiter´ zerbricht viele Kinder schon in der Vorschule. Im Kopf noch Kind sollen sie plötzlich Leistungsbringer sein und zu funktionieren haben. Zusätzlich werden noch verschiedenste Musik-, Sport- und andere Förderaktivitäten auf die Nachmittage verteilt, sodass sich der kleine Kopf fragt: „und wann darf ich spielen?“ Selbst das freie Spielen muss heute pädagogisch wertvoll sein. Dabei wird jedoch die Natur der Kinder völlig außer Acht gelassen, denn z.B. ist Langeweile ein wichtiger Bestandteil des Kinderlebens und bietet freien Raum für Kreativität und persönliche Entwicklung.

Zusätzlich tragen die eher als Füllstoff zu bezeichnenden Nahrungsmittel der Lebensmittelindustrie nicht zur Gesundheit der Menschen bei. Ein Lebensmittelskandal jagt den anderen und langsam fragt sich die Bevölkerung, was denn überhaupt noch gesund sei. Allergien und Unverträglichkeiten, vor allem bei Kindern, stehen symptomatisch für eine krankmachende, industrialisierte Land- und Lebensmittelwirtschaft. Die Produktion muss wirtschaftlich sein, auf dem Weltmarkt mithalten können und entsprechenden Absatz bringen. Mit gesunder Ernährung hat dies wenig zu tun. In Kombination mit mangelnder Bewegung und Naturentfremdung sind die Folgen zu oft Adipositas, vorzeitige Altersdiabetes, Allergien, Unverträglichkeiten und Diagnosen wie ADHS.
Übrigends gab der „Erfinder“ des ADHS-Krankheitsbildes, Leon Eisenberg – US-amerikanischer Psychiater, vor seinem Tod zu, dass „ADHS ist Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung“ sei.

http://www.inhr.net/artikel/adhs-eine-fabrizierte-erkrankung-die-es-gar-nicht-gibt

Dies soll aber nicht heißen, es würde keine verhaltensauffälligen Kinder mit diesen Symptomen geben. Die gibt es allerdings, doch liegt es nie am Kind und kann sehr oft durch körperliche Aktivitäten in den Griff bekommen werden. Ritalin ist daher wiedereinmal ein Geschenk an die Pharmaindustrie und sicherlich NICHT an die Kinder!!!!!!!

Kinder in ihrer natürlichen Umgebung: draußen im Wald am Fluss.

Kinder in ihrer natürlichen Umgebung: draußen im Wald am Fluss.

Unsere Erfahrungen

Das Naturdefizit ist auch auf fehlende Freiräume für Kinder, vor allem im städtischen Bereich, zurückzuführen. Das Wort Frei-Raum steht hier für einen uneingeschränkten Entfaltungsort im Kultur- und Naturraum, der sich für uns u.a. durch maximale Entschleunigung und Entdigitalisierung auszeichnet. Dies bedeutet einerseits Bewegungsraum, in welchem die Kinder ihre körperlichen Fähigkeiten erfahren und selbst schulen lernen. Weiterhin auch einen Lernort, der die spielerische Naturerfahrung zum primären Ziel hat. Doch fast wichtiger ist, dass in diesem Freiraum die ursprüngliche Wortbedeutung praktisch umgesetzt wird. Frei-Raum also im Sinne von einem Raum der Freiheit, frei von der stetigen Angst überfürsorglicher Eltern oder Lehrer. Die übertriebene Sorge um das Wohlergehen des Kinder ist selbstverständlich löblich, doch sie hemmt den Nachwuchs in ihrer Entwicklung. Sie überträgt sich zwangsläufig auf die Kinder und nimmt ihnen Selbstvertrauen, da es zu keiner Selbsterfahrung mehr kommen kann. Denn wie sollen die Kleinsten Selbstsicherheit lernen ohne sich je selbst ausprobieren zu dürfen? Eine gute Körperkoordination ergibt sich nicht nur durch überteuerte Sport- und Freizeitangebote, sondern auch dadurch Kleinjulian einmal die Woche mit seinen Kumpels in Opas Garten, in den Wald oder auf die CityFarm zu schicken.

Auf dem Hosenboden ins Waldabenteuer! Ildi: "Nur dreckige Kinder sind gute Kinder!"

Ildi: „Nur dreckige Kinder sind gute Kinder!“

Wir erleben Derartiges regelmäßig auf der Farm. Mama und ihr kleiner 6 jähiger Sohn, bleiben wir symbolisch bei Julian, besuchen die CityFarm, um einen Nachmittag im Grünen zu verbringen. Als der kleine Junge von den CityFarmern erfährt, dass er sich hier frei bewegen, alles entdecken, anfassen und ausprobieren darf, bekommen Mutter wie Sohn große Augen. Jedoch aus verschiedenen Gründen. Der Junge stürmt augenblicklich davon und entdeckt die anderen beiden Kinder, die eben auf dem Misthaufen mit alten Kisten surfen und sich über einen dritten im Bunde freuen. Sie führen Julian natürlich gleich zum großen Kletterbaum, quasi das Hauptquartier der Kinder und ermutigen ihn die ersten zaghaften Kletterversuche seines Lebens zu unternehmen, denn bisher gab es solche Bäume in seinem Leben nicht. Er kann seinem Stolz kaum Ausdruck verleihen, als er die Plattform erklommen hat und ruft freudig nach seiner Mama, sie soll sehen was er tolles kann!

Die Mutter wurde unterdessen mit einem frisch gebrühten Kaffee vom Treiben ihres Kindes abgelenkt, doch die Anspannung steht ihr ins Gesicht geschrieben. ´Julian ist sonst nie alleine unterwegs, was wenn er sich verletzt oder Angst bekommt?´ Der aufgeregte Ruf ihres Kindes lässt sie den Kaffee vergessen und fast panisch stürmt sie in den Obstgarten. Ihre Angst lässt sie die Leistung ihres Kindes übersehen und statt Lob erntet Julian Ärger und böse Worte, weil er sich in eine so gefährliche Situation begeben hat. Sie holt das Kind vom Baum und will ihn zur Sicherheit lieber bei den Erwachsenen wissen.

Freiraum und echte Frei- Zeit sind nicht wetterabhängig!

Freiraum und echte Frei- Zeit sind nicht wetterabhängig!

Diese jedoch sehen die Sachlage etwas anders. Für die CityFarmer hat der Freiraum der Farm zentrale Bedeutung. Es gibt nur 3 Regeln für die Kinder: die Tiere nicht jagen und ärgern, nicht schreien und nach dem Spiel wieder aufzuräumen und eine Regel für Eltern: lasst die Kinder mal machen. Sie können mehr als ihnen zugetraut wird! In einer solchen Situation wird von den CityFarmern Position für das Kind bezogen, die Mutter beruhigt und abgelenkt. Es dauert im Schnitt 20-30 Minuten, bis besorgte Eltern ihre Kindern frei spielen lassen oder, im umgedrehten Fall, stark naturentfremdete Kinder sich wie ´naturnahe´ Kinder benehmen. Unsere Erfahrung hat dahingehend gezeigt, dass die Freude sich frei in der Natur zu bewegen und sich auszuprobieren, man glaubt es kaum, in jedem Kind und jedem Erwachsenen steckt. Sei es beim Holz hacken, Bäumeklettern oder Regenwürmer für die Hühner suchen. Innerhalb kurzer Zeit fällt jeder in das Zeitloch auf der CityFarm, die Uhren gehen hier anders oder werden einfach vergessen…

Ein Feuer und Stecken machen Kinder schon glücklich, da braucht es kein Handy, keinen Konsum und keinen Computer.

Ein Feuer, Stecken und Stockbrot machen Kinder schon glücklich, da braucht es kein Handy, keinen Konsum und keinen Computer.

Es kann daher als Fazit herausgestellt werden, dass naturnahe Orte im städtischen Raum der naturentfremdenden Entwicklung entgegenwirken können, wenn man sie nutzt. Sie sind Naturerfahrungs- und Lernort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und sensibilisieren für natürliche Abläufe. Dadurch werden kognitive, körperliche wie auch soziale Kompetenzen geschult. Auch die entschleunigende Wirkung einer naturnahem Umgebung hat positive Auswirkungen auf Körper und Geist. Der Allagsstress wird reduziert und die natürlichen Fähigkeiten des Körpers reaktiviert.

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Eine Wiederauswilderung der Kinder von heute ist somit zwingend erforderlich, um ihre und damit unsere Zukunft zu sichern!

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Quellen

Brämer, R. (1998): Naturentfremdung? Versuch einer sozialwissenschaftlichen Begriffsbestimmung.
http://www.wanderforschung
.de/files/naturentfremdung1226843289.pdf

Foundation for Global Sustainability (2013)
http://www.santafe.edu/education/schools/global-sustainability/gsss09/gsss09-lectures/

Louve, R. (2006): Das letzte Kind im Wald?: Geben wir unseren Kindern die Natur zurück!

Meyer-Renschhausen (2010) In: Kritischer Agrarbericht
http://www.kritischer-agrarbericht.de/fileadmin/Daten-KAB/KAB-2010/Meyer-Renschh.pdf

NANU! e.V (2013):
http://www.nanu-augsburg.de

Süddeutsche Zeitung (2013):
http://www.sueddeutsche.de/karriere/jugendlicher-schwermut-burnout-bei-kindern-1.582780

Umweltstation Augsburg(2013):
http://www.us-augsburg.de/

Schneiteln in der Woflszahnau

Kopfweiden, ein Zeugnis unserer eigenen Geschichte

Vor 2 Jahren schneitelten wir die erste Kopfweide unseres Lebens. Seit dem lässt uns die Geschichte dieser besonderen Bäume nicht mehr los. Heute wollen wir euch mit auf eine Reise nehmen. Eine Reise, die uns durch die Menschheitsgeschichte führt und zeigt, wie eng wir mit diesen Bäumen verbunden sind.

Rötelweide, vor einem Jahr geschnitten.

Rötelweide in der Woflszahnau, vor einem Jahr geschnitten.

Vor rund 6000 Jahren errichteten die Menschen der Steinzeit Pfahlbausiedlungen direkt am Ufer des Bodensees. Es gab noch kein Metall und auch die Keramik stand erst kurz vor der Entdeckung. Die Möglichkeiten waren somit auf Naturmaterialien beschränkt. Da es kaum Funde aus dieser Zeit gibt die etwas anderes beweisen, gehen Archäologen davon aus, dass Körbe gefertigt aus Gras oder weichem Holz täglich Verwendung als Transport- und Aufbewahrungsmitte fanden.

Flechtzaun bei Konz Foto: Stefan Kühn

Was heute Ungeübten schwer fällt, ging den Menschen damals leicht von der Hand: das Korbflechten. Am Besten eignen sich dafür die Stecken der Weide, da sie schön weich und biegsam sind.

Aber nicht nur dafür wurden Weiden verwendet, auch als Baumaterial waren sie schon damals hochbegehrt. Man konnte daraus Zäune bauen; um Nutztiere wie Ziegen davon abzuhalten Ausflüge in die gefährliche Wildnis zu unternehmen. Zu Fressen bekamen die Tiere u.a. auch Weidenblätter- und Zweige. Das so genannte Laufheu wurde im Wald gerupft oder eben geschneitelt.

Sogar zum Hausbau eigneten sich die Stecken, denn ein mit Lehm und Mist verkleidetes Weidengeflecht hält die Wärme im Inneren des Hauses.

Die Menschen aus der Zeit um 3900 v. Chr. nutzen wahrscheinlich in einem bestimmten Jahresturnus immer die gleichen Bäume zur Rutengewinnung. So erhält man auf einfachste Art Stecken für bestimmte Verwendungszwecke. Zum Beispiel müssen Zweige zum Flechten und Binden sehr dünn und elastisch sein, wie es nur bei einjährigen Ruten der Fall ist. Daraus fertigten also schon die Menschen der Steinzeit mit verschiedensten Techniken Korbwaren.

Ob ihnen damals bewusst war, dass sie damit eine Kulturbaumform schufen die es heute 6000 Jahre später noch immer gibt, wissen wir natürlich nicht. Aber wir können vermuten, dass ihnen die Entwicklung der Kopfweiden im Laufe der Jahre auffiel und auch, dass sie wussten neue Weiden zu setzen und diese zu pflegen.

Die regelmäßige Pflege durch Schneiteln ist notwendig, denn nach wenigen Jahren würden sie kopflastig und auseinanderbrechen, was den Tod des Baumes bedeutet.

Kopfweiden in einer Auenlandschaft Foto: Perlblau

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Nun springen wir ins frühe Mittelalter

Mit der Herstellung von Bronze und Eisen machte die Menschheit wahre Entwicklungssprünge. Werkzeuge wie Eisenpflug oder Axt erleichterten die harte Arbeit und ermöglichten den Bauern größere Felder zu bestellen und mehr Menschen mit Nahrung zu versorgen. Aber auch Waffen wie Schwerter und Streitäxte wurden gefertigt, die in blutigen Schlachten viele Menschenleben kosteten. So hat alles seine zwei Seiten der Medaille.

Heckrinder im Hutewald im Neandertal

Die Bauern aber nutzten noch immer den Wald für ihre Tiere, da Grasfütterung erst um ca. 1000 n. Chr. aufkam. Doch dabei wurden die Wälder durch Holzeinschlag, Schneitelung und Waldhute (Waldweidewirtschaft) immer mehr zerstört. Dadurch entstanden auch die so genannten Niederwälder, die aus niedrig geschneitelten Kopfbäumen bestanden und der Laubheu- und Streugewinnung dienten.
Bevorzugt wurde Eschen, Ulmen und Hainbuchen genutzt.

Hier betritt nun wieder unsere Weide die Bühne. Denn als die Waldnutzung eingeschränkt wurde, mussten sich die Bauern andere Möglichkeiten suchen Holz und Futter zu gewinnen. So pflanzten sie reihenweise Weiden an die Ränder ihrer Felder, Viehweiden und Wege, entlang der Gewässer und auf Weinberge. So schütze die Kopfweide Wälder vor Übernutzung und wurde ein prägendes Landschaftselement Europas.

Bevorzugt wurden die Weidearten Silber-Weide (Salix alba), Dotter-Weide (Salix alba ssp. vitellina) oder Pupur-Weide (Salix purpurea).

Vor allem in der Weinherstellung wurden Weiden vielfältig eingesetzt, daher die Pflanzung an Weinbergen. Mit den einjährigen Ruten oder der Rinde befestigten die Winzer ihre Reben am Stock. Zudem erhielten die Dauben der Weinfässer Ummantlungen aus Weide und sogar als Stoßdämpfer auf dem Karren dienten gebündelte Ruten zum Transport der Fässer.

Sehr beliebt das Holz auch bei den Schnapsbrennern. Zwar bringt das weiche Weidenholz keine Glut hervor, doch es verbrennt sehr schnell und sehr heiß! Ideal zum Brennen von Hochprozentigem.

Viele Künstler verwendeten das Motiv der Kopfweiden wie hier Kaspar David Friedrich: Verschneite Hütte

Die Wichtigkeit der Weide spiegelt sich auch in der Mystik wieder, denn die Bäume sollten besondere Mächte und Kräfte besitzen. Wen eine Krankheit heimsuchte, der schlich heimlich zu einer alten Kopfweide, verschlang drei Ruten am oberen Ende miteinander und sprach: „Weide! Ich winde, Fieber! Ich binde meine 77 Fieber ein!“Die Krankheit übertrug sich auf die Weide und der Leidende war geheilt!
So sagt zumindest ein alter Volksglauben und betitelt die auch Weide als Hexenbaum. Frauen, die sich in der Nähe von Kopfweiden aufhielten, waren von vornherein verdächtig mit dunklen Mächten zu verkehren.
 

Sie tanzten angeblich mit Nymphen und anderen Sagengestalten des nachts bei Vollmond um hohle Weiden. Schöne junge Mädchen sprangen dabei in die hohle Weide und kamen als Grauen erregende Hexen wieder heraus!

In gewisser Weise ist die Furcht vor alten knorzigen Kopfweiden zu verstehen, denn betrachtet einmal nachts bei Vollmond und Nebel diese Bäume.
Mit etwas Fantasie verwandeln sie sich zu Monstern mit Klauen und Reißzähnen, deren abstehender Haarschopf im Mondlicht tausend Speeren gleicht.

Dass Weiden aber gegen Erkältungserscheinungen, Durchfall und Schmerzen hilft ist heute weit bekannt. Sogar in der Schulmedizin wird der Wirkstoff Salicin als Salicylsäure in Aspirin eingesetzt.
Wohl ergeht des dem, der eine Weide in seiner Nähe weiß: man schneide etwas Rinde koche diese mit kaltem Wasser auf, dann 5 Minuten ziehen lassen und fertig ist das natürliche Aspirin!

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Vom nächtlichen Grusel des Mittelalters springen wir nun in die heutige Zeit zurück

Die Bedeutung der Kopfweiden hat sich durch die Industrialisierung stark gewandelt. Waren sie Jahrtausende ein notwendiger und daher selbstverständlicher Bestandteil unserer Kulturlandschaft, so haben sich unsere Landnutzung und Lebensgewohnheiten so stark verändert, dass kaum Platz für einst nützliche Hexenbäume bleibt.

Selten geworden heutzutage sind die Kopfweidenwiesen, wiehier in der in Wolfszahnau.

Selten geworden heutzutage sind die Kopfweidenwiesen, wiehier in der in Wolfszahnau.

Handarbeit ist fast nur noch für Liebhaber von Wert, denn die Industrie wirft seit Jahrzehnten Waren zu Billigpreisen auf den Markt, mit denen kein traditioneller Korbflechter mithalten kann. Im Weinbau haben Draht und Kunststoff die Weidenruten ersetzt, wie in vielen anderen Bereich auch. Das Vieh in Massentierhaltung bekommt heute Soja aus Argentinien zu fressen und auch das Heu muss oft importiert werden, weil auf den ehemals saftigen Wiesen nur noch Energiepflanzen wachsen. Und Kopfschmerzen werden nach moderner Medizin mit synthetischem Aspirin, statt mit natürlichem Weidenrindentee behandelt.

Wo vor 100 Jahren gepflegte Kopfweiden die Feldraine säumten, wird heute jeder Zentimeter umgepflügt, um noch mehr Ertrag aus dem Land zu holen. Die Zeugen unserer Kulturgeschichte verschwinden nach und nach aus der Landschaft.

Dabei spielen die Kopfweiden in der Zeit des großen Artensterbens eine tragende Rolle im Naturschutz. Die Bäume bieten zahllosen Tieren und Pflanzen einen einzigartigen Lebensraum.

Der Waldkautz

Ich will kurz erklären weshalb. Werden Kopfweiden regelmäßig geschneitelt, beginnt das weiche Holz im Inneren des Baumes zu faulen, da Pilzsporen über die Schnittstellen ins Holz gelangen.
Doch keine Sorge, das ist gewollt!
Denn erst wenn eine Kopfweide ihr Innerstes als Höhle präsentiert, zieht es Arten wie der Waldkautz und verschiedene Fledermäuse, Siebenschläfer, Steinmarder und Iltisse an und in die Weide.
Da alte und morsche Bäume sowie Totholz eine Ausnahme in unserer ausgeräumten Landschaft darstellen, bilden die Kopfweiden eine Zuflucht für viele Arten.
Neben Vögeln und Säugetieren leben auch zahllose Insekten im Mulm des zersetzten Holzes, deren Lebensraum sich immer stärker reduziert.
Eine Kopfweide kann beispielsweise bis zu 80 Käferarten beherbergen. Außerdem ist sie eine hervorragende Bienenweide! Auch siedeln sich verschiedene Pflanzen, Pilz und Moose an, in und auf Kopfweiden an.

So machen wir uns seit drei Jahren im Februar mit Motorsäge und Astschere bewaffnet auf, um den Kopfweiden eine neue Frisur zu verpassen. Für uns haben die Bäume auch den althergebrachten Zweck der Rutennutzung. Wir versuchen uns im Korbflechten, bauen lebende Zäune und Weidentippis daraus.

Vor allem in unseren Schulprojekten finden die Ruten einen neuen Platz. So entsteht z.B. in der Kapellenschule ein Naturgarteneck im Schulgarten, das neben Natursteinmauern für Reptilien, auch einen grünen Weidenpavilon bekommt.

Wir nennen das eine win-win-Situation. Der Kopfweide erhält es das Leben und ihren Bewohnern den Lebensraum. Wir wiederum ziehen Nutzen aus den Ruten.

Mit den Kopfweiden haben die Menschen ein einzigartiges Biotop geschaffen, dass sie schützen und erhalten müssen!

Vorher

Vorher

Nachher

Nachher

Neue Fotos, Samentauschbörse und mehr!

Neue Fotos

Statt eines großen Artikels, lassen wir heute Bilder für uns sprechen.

Unter Gallerie Umweltbildung zeigen wir euch Fotos von Aktionen, die uns diesen Winter besonders viel Freude bereitet haben.

In der Gallerie CityFarm findet ihr Bilder von der Farm im Schnee, unseren Tieren und Ildis ganzer Stolz: das neuste Saatgut.

Die Samenliste kann heute sogar noch einmal erweitert werden, denn gestern kam ein Briefchen aus Barkhorst von Cordula mit einer Auswahl kleiner bunter Knöllchen. Aus diesen sprießt Knolliger Sauerklee, Oca oder Yam genannt. Auch Cordula hat sich alten und seltenen Gemüsesorten angenommen. Und weil wir ihre Seite und was sie tut so toll finden, wollen wir sie euch nicht vorenthalten!
Hier könnt ihr einen Blick in Cordulas Gartentagebuch werfen, das viele spannende Infos bereit hält. Dort hat Ildi den Knolligen Sauerklee (Oxalis tuberosa) gefunden und entdeckte gleich Anbauweise und Rezept dazu.

Knolliger Sauerklee – Oca

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Samentauschbörse am 02.März 2013

Wir veranstalten auf der CityFarm am 2.März 2013, 14-18 Uhr, eine Samentauschbörse mit Gartenflohmarkt und gemütlichem Beisammensein am Lagerfeuer. Zwar ist es im März oft noch recht kühl aber schon die Kids müssen sich von uns anhören: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung“. Also gilt die Ausrede: „das Wetter ist zu schlecht“, nicht! Wen es dennoch friert, der darf das Feuer höher schüren!

Wir möchten euch zum ersten Gartenfest des Jahres euch herzlichst einladen!

Bringt euer Saatgut oder auch Jungpflanzen mit, die ihr tauschen oder verschenken möchtet!
Es findet sich sicher für jeden das richtige Tomätchen!

Wer noch Lust hat sich am Gartenflohmarkt zu beteiligen, der soll sich bitte bei Ildi (0157/84866734) melden oder eine EMail an: cityfarmaugsburg@gmx.de schreiben.

Auch wir bieten euch eine bunte Samenauswahl seltener und alter Gemüsesorten zum Tausch. Und je nachdem welches Wetter uns beschert wird, gibt’s schon die ersten Tomatenjungpflänzchen!

Auch möchten wir gern wieder ein gemeinsames Buffet mit euch auf die Beine stellen. Ihr habt uns im letzten Jahr gezeigt, dass es super funktioniert, wenn jeder etwas mitbringt. Danke euch dafür!!!! Jedes Mal kam ein einzigartige Auswahl leckerster Speisen zustande, alle wurden satt und immer entstand ein reger Rezept und Ideen-Austausch.

Unser Ritual bei allen Festen: Stockbrot für alle!

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Das NANU! e.V. Heft für 2013 ist da!

Darin findet ihr unsere Termine und viele weitere, spannende Umweltbildungsveranstaltungen für die Region Augsburg.

Hier könnt ihr online einen Blick hinein werfen:

http://www.nanu-augsburg.de/index.php?page=258

Das ganze Heft zum Download findet ihr hier:

http://www.nanu-augsburg.de/media/archive1/Downloads/NANU-2013-Low-end.pdf

Ansonsten findet ihr das Heft an vielen Stellen in Augsburg ausliegen. Zum Beispiel im PowWow, in den Bürgerämtern, in Buchers Hofladen, in Bücherläden und natürlich im botanischen Garten!

Ergebnisse Arbeitseinsatz und neue Termine 2012

Erfolgreicher Arbeitseinsatz

Die Kompostblume

Die Kompostblume

Vor Kurzem luden wir wieder einmal zu einem Arbeitseinsatz auf der CityFarm ein. Nun wollen wir euch auch die Ergebnisse präsentieren, denn es war ein sehr erfolgreicher Tag mit vielen fleißigen großen und kleinen Helfern.

Zuallererst wurde der Komposthaufen umgesetzt. Dazu Machten Benni und Miri jeweils einen Haufen 😉 . Aus den drei kleinen Komposthäufen wurde ein Großer neu geschichtet. Dabei werden verschiedene Materialien wie Altkompost, frischer Kompost, Laub und Reisig so geschichtet, dass genügend Sauerstoff in den Haufen gelangt aber auch viel Hitze entsteht. Zudem sollen Kompostwürmer angelockt werden, die guten Humus aus den biologischen Abfällen machen.
Zuletzt begoss Benni den Kompost mit einer Wasser-Zucker-Hefe-Mischung, um den Umsetzungsprozess anzuregen und deckte eine Plane zum Schutz vor eisigen winterlichen Niederschlägen darüber. Die ganze Kompostanlage wurde außerdem neu organisiert. So ist der Bereich nun abgeschlossen und gut begehbar. Stefan und die Kids bastelten sogar eine Blume aus Holz, die nun den Komposthaufen verziert. Danke für die tolle Kompostblume!!!

Die Kids machen heißen Apfelsaft.

Die Kids machen heißen Apfelsaft.

Es war ein ziemlich eisiger Tag und die Sonne lies sich kein einziges Mal blicken. Doch das änderte nichts an der fröhlichen Werkelstimmung. Regelmäßig trafen sich die Helfer am Ofen zu einem Glühwein oder heißen Apfelsaft. Das Feuer im Ofen hatten die Kids akribisch im Auge, legten regelmäßig nach und probierten sich an ihren Kochkünsten.
Auch Kaninchen Mario und Salli durften mitmischen und neugierig das Treiben im Auge behalten. Auch sie ließen sich ab und zu in der Nähe des Ofens blicken und knabberten zum Ärger Ildis am Kohl auf dem Gemüsebeet. Ildi austricksen scheint ein beliebtes Hobby unter unseren Kaninchen zu sein.

Die zweite große Aufgabe des Tages bestand darin, Dächer auf Sallis und Majas Gehege zu bauen. Dazu musste je eine Unterkonstruktion aus Dachlatten zusammengeschraubt werden, auf die durchsichtige Wellplatten geschraubt wurden. Zum Glück war Flo unser Bastler da, sodass schnell das erste Untergestell konstruiert war.  Da die Tage nun aber sehr kurz sind, wurde das zweite Dach erst im spärlichen Licht des Lagerfeuers fertig.
Nebenher wurden noch viele kleine Arbeiten erledigt, wie das Ausmisten der Ställe und das Säubern der Kaninchengehege. 

Dachbau für Majas Gehege.

Dachbau für Majas Gehege.

Vielen lieben Dank nochmals an alle fleißigen Helfer, ohne euch hätten wir das alles niemals geschafft!

Simon mistet den Hühnerstall aus.

Simon mistet den Hühnerstall aus.

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Winter auf der CityFarm

Schneekaninchen im Schnee

Russenkaninchen im Schnee

Mit dem Wintereinbruch der letzten Tage haben die sich die neuen Dächer schon bewährt und gleich gezeigt, dass sie auch einem Sturm und eine Schneelast mit 30cm Schnee aushalten. Die Kaninchen sind sehr erfreut darüber. Vor allem Salli, denn ihr Lieblingsplatz auf der Plattform wurde bei Regen jedesmal zum Schwimmbad und welches Kaninchen mag schon nasse Pfötchen.

Als diese Tage der Schnee reichlich vom Himmel fiel, durften die Kaninchen freilhoppelnd auf der Farm den Winter genießen. Während andere Rassen von Schnee und Kälte weniger begeistert sind und lieber eng aneinandergekuschelt den Frühling herbei sehnen, blühen unsere Russenkaninchen erst richtig auf. Mit riesen Sätzen tobten sie im Schnee umher und fühlten sich sichtlich wohl. Auch ist ihre Tarnung im Schnee perfekt, das Fell ist reinweiß und Ohren und Nase braunschwarz gefärbt wie altes Holz. Man braucht schon ein gutes Auge, um  sie auf dem Gelände zu entdecken. Da zeigt sich wohl ihre Abstammung von wilden sibirischen Kaninchen.

Salli betrachtete das Treiben aus sicherer Entfernung zum Schnee. Denn während die Russenkanichen im Schnee tobten und spielten, hoppelte Salli nur einmal um den nächsten Baum und verzog sich dann wieder auf ihre warm gepolsterte Chilllounge.

Such das Kaninchen

Such das Kaninchen

Auch den Hühnern war der viele Schnee anfangs suspekt und sie brauchten lange Zeit, bevor sie aus aus dem Haus trauten. Das Futter lockte sie schließlich hervor, zumindest sechs von ihnen.

Hühnerschar im Winterzauber

Hühnerschar im Winterzauber

Unser neuer Chefhahn aber fand das weiße Zeug sehr uncool und weigerte sich raus zu kommen, den ganzen Tag. Hin und wieder erschallte aus dem Inneren des Hühnerstalls ein helles Kikerikiii aber Caspar David Friedrich ließ sich nicht sehen. Er ist sowieso schon überfordert mit seiner neuen Aufgabe Herr der Hühnerschar zu sein, sodass kalter, ekliger Schnee ihn völlig aus der Bahn wirft. Heute aber lockte ihn dann doch der Sonnenschein hervor und mit miesepetrigem Blick stakste er umher.

Kaspar ist gar nicht glücklich über den Schnee!

Kaspar ist gar nicht glücklich über den Schnee!

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Neue Termine 2013

In Kooperation mit dem „Netzwerk Augsburg für Naturschutz und Umweltbildung – NANU! e.V.“, einem Zusammenschluss von Einzelpersonen und Organisationen der Natur- und Umweltbildung aus der Region Augsburg (Förderverein der Umweltstation Augsburg), und der Umweltstation Augsburg können wir euch unsere neuen Termine für 2013 präsentieren! Der NANU! e.V. fördert Veranstaltungen und Projekte zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung und bietet ein qualitativ hochwertiges Bildungsprogramm zu aktuellen Umweltthemen an. Weiterhin ist der NANU! eine Plattform für Netzwerkarbeit und die aktive Gestaltung einer langfristig lebenserhaltenden, ökologisch verträglichen und sozial gerechten Mitwelt. Auch an der lokalen Agenda 21 beteiligt sich der Verein.

Weitere Informationen über den NANU! e.V, die Mitglieder und Tätigkeiten findet ihr hier: http://www.nanu-augsburg.de/

Auch die CityFarm ist Mitglied im NANU! e.V. und bietet 2013 wieder Veranstaltungen an. Die Termine findet ihr bald nochmal unter Termine 2013 und sie erscheinen im neuen NANU!-Heft, das wie immer an verschiedenen Stellen in Augsburg ausliegt.

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Veranstaltungen auf der CityFarm Augsburg 2013

März

02. März von 14:00 bis 18 Uhr Samentauschbörse und Gartenfest

Wir wollen alte und seltene Gemüsesorten in eure Gärten bringen und euch kulinarische Erlebnisse bereiten! Daher könnt ihr heute Samen und Erfahrungen tauschen, verschenken und neue Ideen mitnehmen. Kommt zum ersten Gartenfest des Jahres!

Mitzubringen: Samen zum tauschen, evtl. Spende fürs Buffet
Kostenbeitrag: Kleine Spende in unsere Box erbeten

17. März von 10:00 bis 12 Uhr Urban Gardening I – Ökologische Jungpflanzenanzucht

In der Stadt zu leben, ist kein Hindernis eigenes Gemüse auf Balkon, Fensterbank oder im Hinterhof zu ziehen. Heute beginnen wir gemeinsam mit der Vorzucht von Tomaten, Salat und co. Wir zeigen euch Tricks und Kniffe, damit die Pflanzen gut wachsen.

Kostenbeitrag 7 Euro, Kinder 5 Euro (sämtliches Material wird gestellt)

 April

13. April von 11:00 bis 13 Uhr Eine scharfe Sache – Chilis züchten leicht gemacht

Viele Genießer lieben scharfes Essen. Noch besser schmeckt es aber mit eigenen, frischen Chilis! Heute zeigen wir euch die Anzucht und Pflege von Chilipflanzen. Dazu gibts extra scharfe Tipps, damit die Chilis noch feuriger werden.

Kostenbeitrag 7 Euro, Kinder 5 Euro (sämtliches Material wird gestellt)

30. April ab 17:00 Uhr Walpurgisnacht und Apfelblütenfest

Mit Musik, Tanz, Feuer und gutem Essen begrüßen wir gemeinsam unter dem blühenden Apfelbaum und nach Art der alten Germanen den Frühling.

Mitzubringen: Instrumente zum Musizieren, evtl. Spende fürs Buffet
Kostenbeitrag: Kleine Spende in unsere Box erbeten

Mai

04. Mai von 10:00 bis 12 Uhr: Urban Gardening II – Die Eismänner im Garten

<Heute überlisten wir gemeinsam die Eisheiligen. Vor den Frösten Mitte Mai sollten keine empfindlichen Pflanzen in den Garten. Aber es gibt alte und bewährte Tricks Zucchini und co. schon vorher setzen zu können. Vom Frühbeet bis zu Rauchfeuern…

Kostenbeitrag: Kleine Spende in unsere Box erbeten

 25. Mai von 14:00 bis 16 Uhr: Vielfalt erhalten – Alte und gefährdete Haustierrassen

 Die biologische Vielfalt unserer Haus- und Nutztiere geht unwiederbringlich verloren und damit ein Teil unseres Kulturguts. Auch auf der CityFarm leben alte Nutztierrassen wie z.B. das Augsburger Huhn. Warum ist es so wichtig alte Rassen zu erhalten?

Kostenbeitrag: Kleine Spende in unsere Box erbeten

Juni

 07. Juni von 17:30 bis 20 Uhr: Urban Gardening III – Hängende Gärten im Fenster

In der Stadt zu leben ist kein Hindernis eigenes Gemüse anzubauen. Gerade Fensterflächen oder Betonwände bieten viel Platz für kreative Lösungen. Heute bauen wir gemeinsam hängende Gärtchen für Kräuter und Salate und entwickeln unsere Ideen vom letzten Jahr weiter!

Kostenbeitrag: 7 Euro, Familien 10 Euro (sämtliches Material wird gestellt)

Juli

06. Juli von 10:00 bis 13 Uhr: Marmeladensommer I

Auch bei Marmeladen gilt: Selbstgemachtes schmeckt besser! Heute experimentieren wir mit den reifen Früchten der Saison, aromatischen Kräuter und Gewürzen und stellen ungewöhnliche, leckerste Marmeladen her!

Mitzubringen: leere, saubere Marmeladengläser
Kostenbeitrag: 7 Euro

 27. Juli von 14:00 bis 16 Uhr Vielfalt erhalten – Das Gemüse unserer Vorfahren

Alte Nutzpflanzen sind ein schwindender Teil unseres Kulturgutes. Doch sie halten ganz langsam wieder Einzug in Garten und Küche. Wir zeigen euch eine Auswahl fast vergessener Sorten, ihren Anbau und die kulinarische Verwendung.

Kostenbeitrag: kleine Spende in unsere Box

August

02. August von 17 bis 20 Uhr: Marmeladensommer II

Auch bei Marmeladen gilt: Selbstgemachtes schmeckt besser! Heute experimentieren wir mit den reifen Früchten der Saison, aromatischen Kräuter und Gewürzen und stellen ungewöhnliche, leckerste Marmeladen her!

Mitzubringen: leere, saubere Marmeladengläser
Kostenbeitrag: 7 Euro

03. August von 10 bis 12 Uhr: Pilze züchten leicht gemacht

Wir werden aus Kisten und selbst hergestelltem Substrat unsere eigenen Pilzkisten basteln. Auf wichtige Dinge wie Hygiene und Standort gehen wir selbstverständlich näher ein. Die Pilzsporen werden von uns gestellt.

Kostenbeitrag: 10 Euro (sämtliches Material wird gestellt)

 17. August von 10 bis 13 Uhr Urban Gardening IV – Altbewährte Konservierungsmethoden

Zum Gärtnern gehört auch das Haltbarmachen der Früchte. Und was ist schöner, als im Winter auf die eigenen Leckereien des Sommers zurückgreifen zu können? Wir zeigen euch verschiedenste Methoden der Konservierung, die schon unsere Vorfahren nutzten.

Kostenbeitrag: 5 Euro 

September

28. September von 10 bis 13 Uhr Apfelzeit (für Kinder und Familien)

Wir stellen heute mit euch leckeren Apfelsaft und Apfelmuß her. Die Ergebnisse eurer Arbeit dürft ihr natürlich mit nach Hause nehmen und Mama und Papa kosten lassen! Wir zeigen euch wie lecker Selbstgemachtes ist!

Mitzubringen: leere, saubere Gläser
Kostenbeitrag: 5 Euro

Oktober

05. Oktober ab 15 Uhr Erntedankfest auf der CityFarm Augsburg

Wir ernten gemeinsam die letzten Früchte aus dem Garten und danken mit Musik, Feuer und gutem Essen Mutter Natur für die mehr als reichliche Ernte dieses Jahres! Es wird auch wieder eine kleine Samentauschbörse geben!

Instrumente zum Musizieren, evtl. Spende für das Erntedankbuffet
Kostenbeitrag: Kleine Spende in unsere Box erbeten

Ronja bewacht die Ernte

Ronja bewacht die Ernte

Neueröffnung: Das Insektenhotel auf der CityFarm!

Endlich haben wir einen neuen Artikel für euch! Leider war für uns freie Zeit in den letzten Wochen so gut wie gar nicht vorhanden. Nun aber, so langsam, entspannt sich der volle Terminplan und wir haben wieder Zeit zum Schreiben. Heute stellen wir euch unser neues Insektenhotel vor!

Das neue Insektenhotel

Das neue Insektenhotel

Seit mehreren Monaten wartete ein Rohgestell mit Dach darauf zu einem großen Insektenhotel ausgebaut zu werden. Gern wollten wir dies mit einer Kindergruppe umsetzen aber es hat sich einfach nicht ergeben. Vielleicht entsinnt ihr euch, das Gestell steht am Tierfriedhof in der Nähe der Lagerfeuerstelle und diente bisher nur als Abstellplatz.

An einem schönen Herbsttag vergangene Woche, als Benni den ganzen Tag Holz sägte, machte sich Ildi daran die Behausung gemütlich einzurichten. Schließlich naht die kalte Jahreszeit und unsere kleinen Nützlinge brauchen Überwinterungsmöglichkeiten.

Wieso eigentlich? Finden die Insekten denn keinen Unterschlupf mehr? Und weshalb müssen wir diesen Krabbelviechern eigentlich helfen?
Das will ich versuchen zu erklären. Viele von euch kennen den Nutzen der Tierchen aber für einige sind es immer noch nur lästige Krabbeltiere.

Gerade in der Stadt sind die Möglichkeiten für Tiere sehr begrenzt. Bestes Beispiel ist der Igel, als Kulturfolger findet er im städtischen Bereich nur wenig Lebensraum. Deshalb müssen wir den Tieren helfen. Der Mensch hat über tausende Jahre in die Naturlandschaft eingegriffen und große Veränderungen bewirkt, er hat sich seinen Lebensraum selbst gestaltet und dafür vielen anderen den Lebensraum genommen.

Nützling im Garten - Die Hummel

Nützling im Garten – Die Hummel

Doch erst mit Einsatz chemischer Mittel wie Pestizide, Herbizide oder Kunstdünger im Acker- und Gartenbau wurden die Lebensräume der Insekten und anderer Tiere stark reduziert. Dazu kommt die Aufräumwut der Menschen, der zum Beispiel Totholzhaufen oder offen liegende Lehmtrockenhänge zum Opfer fallen.
In der Stadt zeigt sich das in der Umwandlung einst artenreicher, bunter Gemüsegärten in artenarme Rasen-Thuja-Gärten. Die Vereinheitlichung der Gärten erfolgte im Zuge des Wirtschaftswunders der 50er Jahre. Die klassische, kleinbäuerliche Landwirtschaft wurde nun als rückständig betrachtet und gezielt aus dem urbanen Raum heraus geplant.

In den 50ern rückständig - heute fortschritlich: Ernährungssouveränität in der Stadt

In den 50ern rückständig – heute fortschrittlich: Eier und Gemüse – Ernährungssouveränität in der Stadt

Denn die unerwartet rasante, wirtschaftliche Entwicklung Westdeutschlands zu einer Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft vermittelte den Stadtbewohnern ein Gefühl der Entbehrlichkeit eigener Nahrungsmittelproduktion. Der moderne Fortschritt brachte den Menschen Bequemlichkeit und saubere Hände. Pflegeleicht und sauber sollte er sein, der moderne Garten.
Die zu jeder Zeit entstandene industrielle Landwirtschaft belieferte die Lebensmittelmärkte mit billigen Nahrungsmitteln, sodass keine Notwendigkeit zur Selbstversorgung mehr bestand. Auch heute noch liefert die Agrarindustrie viel zu billige Lebensmittel aus lebensunwürdiger Massentierhaltung, mit starken Giften behandelten Monokulturen und genetisch veränderten Organismen. Das alles geschieht auf Kosten unserer und anderer Gesundheit, Ethik und Moral verschwinden unter einem Berg aus Kapital und die lebenswichtigste Ressource der Menschen, ihrer Ökosysteme, werden zerstört.

Damals dachte natürlich noch keiner daran, dass mit dieser Entwicklung auch der Lebensraum vieler Tiere verschwand und auf Dauer auch die Nützlinge darunter leiden würden, wie uns das weltweite Bienensterben momentan deutlich vor Augen führt. Die Bestäubungsleistung von Insekten macht übrigens 23 % der Gesamtagrarproduktion aus. Also jene Pflanzen, die ihre Früchte nur tragen, wenn sie von Insekten bestäubt werden. Sein einigen Jahren breitet sich nun ein Kollaps der Bienenvölker aus, auch Colony Collapse Disorder genannt. Betroffen sind aber nicht nur Honigbienen, sondern auch Wildbienen.
Die Ursache des Bienensterbens ist wahrscheinlich eine Mischung aus verschiedenen Faktoren, wobei Pestizide und andere chemische Giftstoffe eine tragende Rolle spielen. Wissenschaftlich ist es jedoch noch nicht ganz geklärt. Wobei die Wissenschaftler auch nicht mehr unabhängig forschen, sondern mit ihren Studien die Meinung der Geldgeber unterstützen. Wenn die Agrarindustrie nun Forschungen zum Bienensterben in Auftrag gibt, ist klar dass Pestizide als Ursache widerlegt werden sollen. Wer das Geld hat, hat leider auch Macht und damit Recht – so funktioniert unsere Politik und Wirtschaft.

Menschliche Ersatzbestäuber

Menschliche Ersatzbestäuber

Quelle: Apinews.com aus Argentinien
Foto: Li junsheng /Imaginechina
Zeitungsartikel in Europa: [www.guardian.co.uk]

Wohin es führt, wenn keine Bienen mehr existieren, hat schon Einstein erkannt:
Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ Selbst wenn es zehn Jahre sein sollten, haben wir Menschen ein Problem. Die Auswirkungen des Bienensterbens kann man schon in China beobachten. Dort müssen die Apfel- und Birnenbäume von Hand bestäubt werden. Doch die menschlichen Bienen schaffen kaum einen Durchschnitt von 3000 Blüten am Tag.

Wer zieht hier wohl bald ein?

Wer zieht hier wohl bald ein?

Aber wieder zurück in den Garten. Dort finden wir weitere wichtige Nützlinge zum Beispiel Hummeln, Wildbienen, Schlupf-, Falten-, Grab- und Wegwespen, Florfliegen oder Ohrwürmer. Sie arbeiten als Bestäuber, damit wir all die leckeren Früchte genießen können und als kostenlose biologische Schädlingsbekämpfer. Zum Beispiel fressen Ohrenkneifer Blattläuse. Finden sie einen passenden Unterschlupf, sind sie in der Lage in wenigen Tagen einen kompletten Pfirsichbaum vom Läusebefall zu befreien. Auch bei uns auf der CityFarm hängen überall kleine Ohrwurmhäuschen. Probleme mit Blattläusen hatten wir kaum und verirrte sich doch mal die ein oder andere an die Chilis, kam Benni mit seiner stinkenden Brennesseljauche daher. Zusätzlich sammelte er Marienkäferlarven und gab ihnen im Gemüsegarten ein neues zu Hause. Im neuen Insektenhotel haben all diese kleinen Freunde eine Überwinterungsmöglichkeit gefunden.

Aber nicht nur für die nützlichen Krabbeltierchen ist das Insektenhotel da, sondern auch für alle neugierigen großen und kleinen Naturforscher.
Mit ein wenig Kreativität sind den Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Wer aufmerksam durch die Natur läuft, kennt die Lieblingsverstecke der Insekten und kann passende Materialien sammeln. Ildi nutzte Ziegelsteine, Holzklötze, Äste und Reisig, verschiedene Nadelbaumzapfen, Kastanien, Schilf, Hächselabfälle, Stroh, Eierpappe, Blumentöpfe aus Ton und alte Vogelkäfige.

Noch Zimer frei im Insektenhotel!

Noch Zimer frei im Insektenhotel!

Auch die Ausbruchshühner fanden die Aktion sehr spannend. Neugierig steckten sie ihre Köpfchen in alle Kisten, Beutel und Töpfe in der Hoffnung irgendwo ein Käferchen zum picken zu finden. Besonders beliebt bei der Gackerbande war das gehächselte Holz. Dort hatten sich schon ein paar Kellerasseln und Hundertfüßler gemütlich eingerichtet, die nun als Leckerbissen herhalten mussten.

Hui, ein Buffet! - dachte sich Apollo 13 (so heißt das Huhn)

Hui, ein Buffet! – dachte sich Apollo 13 (so heißt das Huhn)

Obwohl es schon ganz schick aussieht, ist das Insektenhotel noch nicht ganz fertig. Die Ziegel müssen noch mit Lehm bestrichen und Löcher in die Holzklötze gebohrt werden. Einige der Insekten, zum Beispiel die Seidenbiene benötigen den Lehm, um ihre Nisthöhlen anzulegen. Vielleicht hast du ja Lust mit Lehm zu panschen und das Hotel fertigzustellen?
Wir freuen uns Freitags und Samstags Nachmittag auf deinen Besuch, denn ab 13 Uhr ist die Gartentüre für euch geöffnet!

Ildis Kumpel die Kellerassel

Ildis Kumpel die Kellerassel

 

Werde Energiespar-Fuchs!

Nur noch kurze Zeit zum Anmelden! Jetzt aber schnell!
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Auch dieses Jahr veranstaltet die Umweltstation Augsburg wieder ein Projekt bei dem ihr euch zu Energiespar-Füchsen ausbilden lassen könnt.

Kooperationsprojekt mit dem Amt für Jugend und Familie im Landkreis Augsburg

Das Projekt richtet sich an Kinder, die mindestens 12 Jahre alt sind und im Landkreis Augsburg wohnen.

Werde Energiesparfuchs!

Werde Energiesparfuchs!

Ziel ist es, Kinder ab 12 Jahren zu Energiespar-Füchsen auszubilden, um im eigenen Lebensumfeld den „Energiefressern“ auf die Spur zu kommen und nachhaltiges Handeln zu fördern. Darüber hinaus werden die Kinder auch Multiplikatoren in ihrer Familie und in ihrem schulischen Alltag und gestalten ihr Lebensumfeld selbst mit. Durch die Teilnahme stärken wir die Gestaltungskompetenzen der TeilnehmerInnen. Ebenso stiftet das Projekt eine Identifikation mit dem direkten Umfeld. Damit möchten wir die Kinder für den Klimaschutz im Sinne von Bildung für nachhaltige Entwicklung begeistern.
In diesem Jahr werden Heike Reumann und Ildiko Remenyi als Akteure der Umweltstation Augsburg mit euch verschiedene Aktionen, Exkursionen und eine Freizeit im Allgäu unternehmen. Dabei lernt ihr alles zum Thema Energie und Energie sparen.

Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt: 
Warum ist Energie sparen wichtig?
Wie spare ich zu Hause Energie?
Gibt es in meinem Zimmer Stromfresser?
Was kann ich tun, um Strom zu sparen und die Umwelt zu schützen?

Termine

Fr. 28.09.2012, 16:00 – 17:30 Uhr
Infotreffen für Eltern und Jugendliche (Allgemeine Informationen zur Ausbildung „Werde Energiespar-Fuchs)
Treffpunkt: Botanischer Garten Augsburg, Eingang

Fr. 05.10.2012, 14:00 – 17:00 Uhr
Theaternachmittag zum Thema „Energie sparen, Schöpfung bewahren“
Treffpunkt: wird noch bekannt gegeben

Fr. 12.10.2012, 14:00 – 17:00 Uhr
Stromfresserjagt – Welche elektrischen Geräte verbrauchen wie viel Strom? Und auf was sollte man im Alltag achten?
Treffpunkt: wird noch bekannt gegeben

Fr. 19.10.2012, 14:00 – 17:00 Uhr
Exkursion – Besuch Trinkwasserweg am Lochbach-Wassekraftwerk und Informationen zur Freizeit
Treffpunkt: Sportanlage Süd, Augsburg

So. – Di. 28.10. – 31.10.2012
Energiefreizeit im Allgäu  der Erlebniswelt zum aktiven Klimaschutz: Verschiedene Aktionen rund ums Energiesparen erwarten euch. Wir besuchen zusammen u.a. einen Biobauernhof, machen eine Nachwanderung und haben viel Spaß zusammen.
Abfahrt: So 10:00 Uhr, Botanischer Garten
Rückkehr: Di ca. 16:30 Uhr, Botanischer Garten Augsburg

Fr. 09.11.2012
Praxis: Energierundgang in einem öffentlichen Gebäude
Uhrzeit und Treffpunkt: wird noch bekannt gegeben.

Fr. 16.11.2012
Ofizielle Abschlussfeier mit Urkundenübergabe
Uhrzeit und Treffpunkt wird noch bekannt gegeben.

Werde Energiesparfuchs!

Werde Energiesparfuchs!

Daten
– Zeitraum: September bis November 2012
– Teilnehmer: max 25 Kinder
– Kosten: KOSTENFREI (da vom Bayerischen Jugendring gefördert und vom Landkreis Augsburg unterstützt)

Teilnahmebedingungen
– du wohnst im Landkreis Augsburg
– du bist mindestens 12 Jahre alt
– du kannst zu allen Treffen kommen, falls nicht meldest du dich ab
– du machst bei allen Übungen mit und führst ein Energiespartagebuch
– du versuchst zu Hause Energie und Wasser zu sparen

Anmeldung
Hier findet ihr den Flyer mit den Anmeldeformular.

http://www.us-augsburg.de/media/archive3/Energiesparfuchs_2012-end.pdf

Anmeldung bei:

Umweltstation Augsburg
Zentrum für Umweltbildung
Dr.-Ziegenspeck-Weg 10
86161 Augsburg

Kooperationspartner

Kooperationspartner