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Unser mini Waldgarten Teil 2

Genug der Lebensweisheiten, jetzt geht es ans Eingemachte. Wie strukturiert man eigentlich eine Neuanlage? Zweidimensional betrachtet am besten in mehrere grobe Zonen, die SIE nach Ihren Bedürfnissen festlegen. Fließende Übergänge sind durchaus wünschenswert und abhängig vom Platz.

Am Beispiel eines befreundeten Gartenprojekts mit Waldgartencharakter haben wir eine „Menschenzone“ mit Grillplatz, Tisch und Lagerhütte, die arbeitsreichere „Intensivzone“ als Waldgarten, eine „Ruhezone“ mit kleiner Baumschule, Teich und Hängematten und natürlich den „Tierbereich“ mit Gehege und angeschlossenem Kompost.

Auch Kl171150938_293265089053979_2761951174163809678_neinvieh macht Mist. Je nachdem ob Sie Tiere halten wollen, trennen sie den dafür vorgesehen Bereich konsequent ab. Die wenigsten Nutztiere verschonen Salat, Kohl und Winterzwiebeln.
Das Gehege lässt sich aber trotzdem zu beiderseitigem Nutzen bepflanzen. Sträucher, Bäume und Futterpflanzen sind gern gesehene Unterstände.
Hühner beispielsweise lieben Bereiche in denen sie sich verstecken können. Fallobst wird vom Federvieh restlos verwertet und für eine gute Belüftung des Komposts ist durch die Scharrtätigkeit gesorgt.
Vergessen Sie trotzdem nicht einen absperrbaren Durchgang für Ihre besten Helfer im Garten zu schaffen.

Kontrollierte Pflegearbeiten durch die Arbeitskraft der Tiere erleichtern Ihnen massiv die Instandhaltung der Krautschicht und halten so manchen Schädling im Zaum!

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3. Zur Klarstellung:

Mit so mancher Pflanzung werden Sie scheitern! Das Zusammenspiel aus Bodenqualität, Vegetationsdichte, Niederschlägen, Windrichtung, Temperatur und Sonnenverlauf wird Ihnen (genauso wie mir) noch so manche Lektion erteilen, selbst wenn Sie sich vorab eingehend informiert haben.
Seien Sie unbesorgt! Durch die breite Basis auf der ein Waldgarten steht, werden Ernteausfälle mithilfe anderer
Kulturen kompensiert.

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Die Milpa wächst uns über den Kopf!

Ein anschauliches Beispiel dafür bietet der Sommer 2021:  mehr Regen als Trockenheit, kühle Nächte und wenig Sonnenschein.
Diese Wetterkapriolen brachten einen Braunfäule bedingten Totalausfall bei Kartoffeln sowie Tomaten mit sich und einen massiven Einbruch bei der Honigernte.
Dafür erglänzten die Bohnen in all ihrer Pracht, mit nie dagewesenem Ernteertrag.
Bis Mitte Dezember reiften die letzten Himbeeren ab und die Weiden der Schafe waren so üppig bewachsen, dass Adipositas bei unseren Wolltieren zu einem Problem wurde.
Kurz gesagt: das Ziel ist Resilienz (dynamische Stabilitätseigenschaft).
Um dorthin zu gelangen gibt es einige Faustregeln, die helfen eine langfristige Stabilität des Waldgarten-Ökosystems zu erreichen:

 

Ausrichtung beachten:

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Sonnenstandsanzeiger

Grundsätzlich ist es sinnvoll, wärmeliebende Pflanzen gen Süden zu pflanzen und auf der Nordseite höher wachsende Sträucher anzubauen.
Gute Erfahrungen haben wir mit Pyramiden- oder Treppenformen sammeln können.

Wärmefänge aus Steinen, Terrassen und Senken gestalten ein wärmeres Mikroklima, in denen selbst in Deutschland Pfirsiche gedeihen können.

 

Nährstoffdefizite nutzen:

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Salbei liebt mageren Kies

Verabschieden Sie sich von jedweder Kunstdüngermentalität. Essbare Leguminosen wie Bohnen oder Erbsen helfen den Boden ausreichend mit Stickstoff anzureichern. Eine Schaufel Kompost genügt oft als Starthilfe in ein gesundes Pflanzenleben.

Bitte beachten Sie: Viel hilft viel! Ist schlichtweg falsch! Oftmals ist Nährstoffarmut durchaus gewollt! So haben beispielsweise zahlreiche Kräuter Probleme mit närstoffreichem Boden. Manche Pflanzen „schießen“ bei zu vielen Nähstoffen ins Kraut oder werden unglaublich anfällig für Blattläuse. Auch Kalk führt in manchen
Fällen zur Ausschwemmung von Nährstoffen und schadet mehr als es hilft, da der PH-Wert Richtung basischen Bereich angehoben wird. Die meisten Pflanzen bevorzugen einen neutralen PH-Wert von 6,5 bis 7,5. Es sei denn sie wollen einen Kalkmagerrasen vorbereiten, dann gilt: „Kalk macht reiche Väter und arme Söhne!“

 

Vegetationsdichte im Auge behalten

Bereits bei dIMG_20210815_161804er Planung sollte über Pflanzabstände nachgedacht werden. Zu eng gesetzte Pflanzen nehmen sich später gegenseitig Licht und Nährstoffe weg und gelangen kaum zur vollen Prachtentfaltung. Daher empfiehlt es sich, regelmäßig die Pflanzendichte zu kontrollieren und gegebenenfalls auszudünnen. Der gezielte Einsatz von eng gesetzten Bodendeckern hingegen, kann das Aufkommen
unerwünschter Beikräuter reduzieren.

 

Das Bodenleben (Edaphon)

Betrachtet 22102016132man den Boden als lebendigen Organismus, klingt es logisch, dass man ihn auch füttern muss. Neben vielen anderen Organismen sind Springschwänze, Asseln, Schleimpilze und Nematoden Teil dieses Systems.

Gerade die unabdingbaren Regenwürmer benötigen eine durchgängige Futterversorgung.
Dafür durchlüften die Blindgänger kostenlos den Untergrund und reichern ihn mit pflanzenverfügbaren Nährstoffen an.

Eine Mulchschicht aus Laub oder Rasenschnitt füttert nicht nur das Bodenleben, es verhindert zudem das Austrocknen der Erde und unterdrückt (bis sich die Bodendecker etabliert haben) den schlimmsten Unkrautdruck.

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Pflanzenfreunde

PflanzeIMG_20220330_084205n wechselwirken mit anderen Pflanzen und reagieren unterschiedlich auf sich verändernde Umweltfaktoren.

Achten Sie auf Gute Nachbarn und Schlechte Nachbarn. Nutzen Sie ähnliche Ansprüche an Licht und Boden bei Ihrer
Pflanzenauswahl.

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Klimawandel im Auge behalten

In die Zukunft denken! Der Klimawandel geht uns alle an, ganz besonders im eigenen Garten. Die besten wissenschaftlichen Prognosen rund um Klimaforschung sind für die Tonne, ignoriert man diese bei der Pflanzenauswahl. Die langfristigen Veränderung der Umweltbedienungen spielen für die Planung unseres enkeltauglichen Gartens“ eine wichtige Rolle.

Achtung! Das Fazit gilt nur für Süddeutschland!:IMG_20210828_104247
– Wärmere Temperaturen im Winter

– Deutliche Zunahme der Niederschläge im Winter

– Kaum Niederschlagsveränderungen in der Menge aber mehr Starkregenereignisse im Sommer, was weniger pflanzenverfügbares Wasser bedeutet

-Deutlich mehr heiße Tage!

– Mehr Tropennächte im Sommer weniger Frosttage im Winter und frühere
(letzte) Frosttage im Frühling

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Ostergeschenk für die CityFarm? Hier unser Spendenaufruf:
Obstbäume spenden Bienen Futter, sind eine Zukunftsinvestition für unsere Kinder, Freunde fürs Leben und bieten hochkarätigen Lebensraum! Bitte helft uns alte Sorten vor dem Aussterben zu bewahren! Die Stadtsparkasse Ausgburg hat es vorgemacht und 1500 Euro gespendet!

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Ein kleiner Anreiz: Wer spendet und dies uns mitteilt, bekommt ein Beerenstrauch geschenkt! Blau-, Stachel-, Johannis- Kamtschatka-, oder Josta Beeren stehen zur Auswahl!

Frohe Ostern und tausend Dank für eure Unterstützung!
Eure CityFarmer