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Auf gehts in die Saison 2018!

Hallo liebe Freunde des Frühlings,

So langsam darf er mal kommen, der Frühling!
Foto: Laura Matthews

am 04. März eröffneten wir die Saison mit unserer jährlichen Saatgutbörse.
Es war ein perfekter Vorfrühlingstag mit viel Sonne, angenehmen Temperaturen und zu unserer freudigen Überraschung zahlreichen Gästen – viel mehr als wir erwartet hatten.
Wir freuen uns sehr, dass unser Saatgutfest Euch allen gut gefallen hat, zumindest haben wir bisher nichts Negatives gehört. 😉

Bunte Bohnen, spannende Kürbisse und bunte Tomaten wechselten von einer Hand in die andere. Alte Bekannte und neue interessierte Menschen fanden sich auf der Farm ein, tauschten nicht nur Saatgut, sondern auch ihre Erfahrungen, Ideen und Pläne. Genauso soll es sein!
Aufregend für uns auch das Allerlei an Tauschsamen, die ihr uns da gelassen habt.

Unser Freund Martin Wolf hat den Nachmittag in einem kleinen Filmchen festgehalten.
Danke Dir für die tollen Aufnahmen!

Doch mach einer lag mit Grippe im Bett oder hat es zeitlich nicht geschafft vorbei zu schauen.
Da gibt es eine Lösung: wer noch Saatgut benötigt, hat am 24. März 10-14 Uhr auf der Saatgutbörse des Umweltzentrums Schmuttertal (Diedorf) die Möglichkeit in unserer Auswahl zu stöbern.

Ansonsten müsst Ihr Euch bis Anfang Mai gedulden, denn dann sind wir wie jedes Jahr mit unserem Jungpflanzenstand beim Frühlingsfest des Interkulturellen Gartens „Grow Up“ in der Reesekaserne vertreten.

Unsere Vorzucht für das Frühlingsfest.

Dieses Jahr findet das Fest am 06. Mai von 15 bis 20 Uhr statt.
Hoffentlich spielt das Wetter diesmal besser mit, nachdem das ganze Fest 2017 wegen Starkregen und Sturm spontan in die Kradhalle ausgewichen ist.
Wie immer versuchen wir Euren Wünschen gerecht zu werden und hoffen in diesem Jahr ausreichend Jungpflanzen dabei zu haben, damit auch die späten Besucher seltene Schätze mit nach Hause nehmen können.

Wir haben letzte Woche ungefähr 300 Chili- und Paprikapflanzen pikiert und über 1000 Tomatensamen von ca. 30 verschiedenen Sorten gesät.
Dies wäre nicht möglich, dürften wir nicht in der Biogärtnerei des Berufsbildungswerkes St. Elisabeth, nahe der Uni, unsere Vorzucht machen.

Vor wenigen Jahren noch zogen wir in der Wohnung die Pflänzchen vor, doch irgendwann hat die Masse den Rahmen unserer kleinen Wohnung gesprengt. Und zugegeben, es arbeitet sich viel angenehmer und effektiver mit Profiequipment und einem erfahrenen Gärtnermeister an der Seite. Danke Herr Glöttner für die tolle Unterstützung!

Noch wollig – bald nackig.

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Wollige Freuden
Schon bei der Planung des Jahres zeichnete sich ab, dass 2018 ein wolliges Jahr werden wird.
Nicht weil Benni sich nicht mehr rasieren will, sondern es steht unter dem Stern des Schafes.
Bisher wurden unsere Schafe von fremden Scherern geschoren, dies wird sich nun ändern, da Ildi sich vom Profi das Scheren beibringen lässt.
Die Wolle wurde bisher von unserer lieben Spinnerin Inge zu herrlichen Wollknäulen verarbeitet, die dann zum Beispiel als Mütze oder Stirnband die Häupter der CityFarmer zieren.

Bisher hat immer jemand anderes unsere Schafe nackig gemacht – dies soll nun vorbei sein.

Nun gehen wir noch einen Schritt weiter, indem wir einen Teil der Wolle zum Filzen nutzen.
Dafür konnten wir Kerstin Waizenegger als Spezialistin gewinnen, die zwei Filzkurse bei und mit uns veranstaltet.
Der erste war schon nach kurzer Zeit voll, sodass wir uns entschieden haben am 04. August einen Weiteren zu veranstalten.
Es werden im Workshop nicht etwa langweilige Perlen, Bälle oder Schnüre gefilzt, sondern herrliche Sitzfellchen!

Noch sind Plätze frei, also meldet Euch an, wenn Ihr auch einmal mit unserer wunderbaren Wolle filzen möchtet!

Das war es aber noch lange nicht! Denn unsere liebe Inge hat sich entschieden im Frühsommer einen kleinen internen Spinnkurs anzubieten, als Versuchslauf sozusagen. Wenn alles gut klappt, dann können wir Euch 2019 zu einem gemeinsamen Spinnkurs einladen.

Inge spinnt mit uns.

Vor einer Weile zog die Schafjungs-WG zu einem Job in die Uhlandstrasse aus, um den dort entstehenden Gemeinschaftsgarten vom wuchernden Gras zu befreien.
Sie machen einen guten Job und konnten viele neue Freunde gewinnen, vor allem Obiwan mit seiner schusselig-liebenswerten Art.

Ein Danke und dickes Lob geht an dieser Stelle an die neuen Gärtner und nun Profis im Schafkraulen, der „Feed the sheep“-Gruppe des Gemeinschaftsgartens in der Uhlandstrasse!

Nun aber wird es aber langsam Zeit, dass die Jungs nach Hause kommen, denn nicht nur die Paten von Obiwan und Kenobi erwarten ihre Tiere sehnlichst, auch wir wollen die Kuschelbären wieder in unserer Nähe wissen.
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Meet a sheep
Über die Saison wird in diesem Jahr eine kleine Herde unserer Schäfchen verschiedene Gärten und Flächen im Stadtraum abgrasen (wie z.B. die Uni-Heide).
Wir freuen uns sehr über die vielen neuen Schaffreunde und neue Weideflächen.
Für uns bieten neue Weiden mehr Futter für die Tiere, für Eure Gärten und Wiesen ein umweltschonendes und artenschützendes Rasenmähen und natürlich die Möglichkeit für Nachbarn und Freunde die wolligen Sympathieträger näher kennenzulernen.

Die Schafe an der Uni haben 2017 viele Fans gefunden. Im Bild von links: Rainer Erben (Umweltreferent Augsburg), Norbert Pantel (Landschaftspflegeverband Augsburg), Maria Erhart (Didaktik der Biologie) und Ildi von der CityFarm

Wenn Ihr auch unsere Schäfchen eine Zeit lang im Garten als Rasenmäher begrüßen wollt, dann meldet Euch bei uns unter cityfarmaugsburg@gmx.de und wir sehen was machbar ist!

Eine ärgerliche Sache
Viele Besucher und auch Spaziergänger bringen uns Futterspenden vorbei. Im Grunde ist das wirklich schön, jedoch stellen wir immer wieder fest, dass viele Spenden unbrauchbar sind und nur in der Tonne landen. Das ist wirklich schade!

Schimmel ist nicht nur für den Menschen giftig!
Foto: Mattes

Am meisten stört uns das verschimmelte Brot und gammlige Semmeln. Nicht nur Menschen werden krank, wenn sie Verschimmeltes essen, auch Tiere.

Vor allem Wiederkäuer wie Schafe und Ziegen haben ein extrem empfindliches Verdauungssystem.
Die Mikroorganismen in ihrem Pansen sind genau auf das tägliche Futter abgestimmt.
Zusammen mit dem wiederholten Durchkauen der Nahrung, wird das schwer aufschliesbare Gras und Heu optimal aufgespalten und verdaut.
Plötzliche Futterumstellungen, gammliges Futter oder auch nur ein zu viel von Etwas, kann schwere Koliken auslösen und bis zum Tod der Tiere führen.

Daher bitte, bitte kontrolliert Eure Futterspenden, ob etwas Schlechtes dabei ist.

Auch Nachtschattengewächse wie z.B. Tomaten und Zwiebelgewächse wie z.B. Frühlingszwiebeln kann bei uns kein Tier fressen, da es giftig für sie ist.
Dazu kommt, dass auch Gebäck jeglicher Art, belegte Brote und Laugengebäck nicht verfüttert werden können und dadurch unsere schwarze Tonne verstopfen.

Wir freuen uns immer über Futterspenden, bitten Euch aber auf das gerade Genannte zum Wohle der Tiere zu achten.

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Neue Bienen braucht die Farm.


Zu Guterletzt: Wir suchen einen neuen Imker oder eine Imkerin!

Leider mussten wir uns von unserem alten Bienenvater trennen und bieten Interessierten Imkerfreunden eine Arbeitshütte/Werkstatt und Stellplatz für 6 Völker direkt auf der CityFarm Augsburg.

In näherem Umkreis befinden sich Krötenbiotope mit vielen Weiden, eine blütenreiche Heidefläche, wenig gemähte Wiesen und zahlreiche Gartenanlagen – an Futter und Wasser fehlt es den kleinen Freunden also nicht.

Voraussetzung ist, dass die neue Bienenfreundin oder -freund bei Veranstaltungen Führungen zu den Bienen gibt.

Aufgrund hoher Arbeitsbelastung schaffen wir es nicht mehr selbst mehr als einen Stock zu halten.
Daher suchen wir DICH! Wenn Du Lust hast uns auf der Farm mit Deiner Leidenschaft für Bienen zu unterstützen, dann melde Dich einfach unter cityfarmaugsburg@gmx.de

Komm lieber Frühling und mache, die CityFarm wieder bunt!

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Es summt und brummt!

Liebe CityFarm Freunde,

Die Honigbar ist eröffnet.

Die Honigbar ist eröffnet.

ein turbulentes aber hoffentlich erfolgreiches Bienenjahr erwartet uns. Der erste Anlauf unsererseits einen Schwarm zu erjagen, scheiterte unglücklicherweise an einer massiven Betonwand. Nicht den geräumigen Rollokasten, sondern die in den 30er Jahren errichtete Hohlziegelwand erwählten unsere geflügelten Freunde als neues Zuhause. So endete diese Metzgersfahrt, mit einem liebevollst und neu zusammen gezimmerten, aber leeren Schwarmkasten. Nach dem Fiasko letzten Herbst als Bienenwolf (Philanthus triangulum), Varroa Destructor und Hornissen (Vespa crabro) unserem zarten Jungvolk den Todesstoß versetzten, war unsere imkerische Zuversicht kurzzeitig gebrochen. Doch sowohl mit dem erwachenden Frühling, einiger im Winter verschlungener Lektüre und einem weiteren Demeter-Imkerkurs kehrten unsere Bienengelüste zurück und veranlassten uns wieder auf Hautflüglersuche zu gehen.

Also liebe Feuerwehrleute, Imker, Schädlingsbekämpfer, Gartenbesitzer und Cityfarmer sollte euch zu Ohren kommen, dass eine reife Bienentraube im Garten, am Baum, an einer Stoßstange oder auch im Rollokasten hängt, bitte ich euch uns schnellstmöglich zu informieren unter:

0157/34003658 oder 0157/84866734

Wir lassen dann alles stehen und liegen und machen uns auf zum Traubenpflücken. Vielleicht erbarmt sich auch ein Imkerkollege und tritt uns ein kleines aber feines Völklein ab, damit jung und alt wieder den Spaß und die Möglichkeit haben nicht nur am Flugloch sondern auch am extra eingebauten Sichtfenster den Bienchen näher zu kommen und ihre Scheu zu verlieren. Im Moment nennen wir zwei Oberträgerbeuten unser eigen, in denen die Bienen ihr Nest im Naturbau errichten dürfen.

Perfekte Organisation unten den geflügelten Ladys. Naturwabe ohne Mittelwand und Rähmchen.

Perfekte Organisation unten den geflügelten Ladys. Naturwabe ohne Mittelwand und Rähmchen.

Als Benni diesen Artikel schrieb, ereignete sich ein Abenteuer, welches eines unserer Bienenhäuser mit Leben füllte. Nach der Pleite mit dem Rollokasten radelte Ildi am Mittag mit einem Liedchen auf den Lippen von zu Haus Richtung Farm. An der Biogärtnerei Bucher traf sie die Imkerin Lydmyla und fragte gleich, ob diese ein Volk anzugeben hätte. Leider habe sie selbst nur zwei der Völker hier, aber Ildi könne sich den Schwarm da hinten am Baum einfangen. In Rock, Trägershirt und nur mit einem Imkerhut auf, stürzte sich Ildi mit Lydmylas Hilfe in den ersten Schwarmfang ihres Lebens. Zum Umziehen blieb keine Zeit, denn der Schwarm konnte sich jeden Moment einen neuen Ort suchen und dann unerreichbar sein.

Endlich, die Königin ist im Kasten!

Endlich, der Schwarm ist gefangen und die Königin im Kasten!

Auf 3 Meter Höhe hatte sich ein beeindruckend großer Schwarm mit ca. 50 000 wimmelnden Objekten unserer Begierde gesammelt. Mutig kletterte sie mit Schwarmkasten bewaffnet den bedrohlich summenden Stechimmen entgegen. Unglücklicherweise war die große Menge Bienen für den kleinen Kasten ein wenig zuviel und gleich einem überlaufenden Fass, purzelte eine Heerschar der possierlichen Tierchen herab und erwählen Ildi als neuen Versammlungsort. Im ersten Schreckmoment geschah was unsere Heldin noch einige Tage beschäftigen sollte. Pieks- Stech- Schmerz! 7 Stiche! Doch ein wahrer Imker bleibt beherrscht klettert sowohl mit Bienenkleid als auch Schwarmkasten den Baum hinab und freut sich trotz allem über den geglückten Fang. Denn alles was zählt: Die Königin war im Kasten! So würden ihr bis zum Abend alle Anhängerinnen folgen. Ildi musste jedoch nicht bis abends im Bienenkleid stehenbleiben, sondern Lymyla beherzt fegte ihr die nun wieder ruhigen Bienen vom Körper. Interessant war, dass die Bienen ausschließlich in den drei Sekunden stachen, als Ildi gegen die Angst kämpfte. Danach hatten die Tierchen kein Interesse mehr am Stechen.
Am nächsten Tag zogen die Bienen in ihr neues Heim und brachten 2 Tage später auch schon die ersten Pollenhöschen (Futter für die Larven) nach Hause. Ein gutes Zeichen für eine gesunde, starke Königin.
Nun steht nur noch eines unserer Bienenhäuser leer und wartet auf neue Bewohner.

Ein neues Heim für den Schwarm.

Ein neues Heim für den Schwarm.

Ein letztes Anliegen hätten wir noch, dann geht es zum spaßigen Teil über. Der Neubau von Bienenkästen ist ein sehr kostspieliges und zeitaufwendiges Hobby. Falls ihr einen Opa habt der die Imkerei aufgegeben hat oder bei euch ein überflüssiger oder auch kaputter Stock in der Garage steht wären wir froh, für einen kleinen Obulus, ein Tauschgeschäft oder auch gerne für ein wenig Hilfe im Garten diesen Bienenstock zu übernehmen. Uns ist egal ob Zandermaß, Deutschnormal oder Marke Eigenbau. Hauptsache wir geben unseren Honigbienen wieder eine Zukunft.

Einzug ins Bienenhaus

Einzug ins Bienenhaus

So will ich euch noch ein wenig aus dem Leben unserer 50 Millionen Jahre (einige Male Menschheit) alten Ameisenverwandschaft erzählen. Denn als Königin hat man es nicht leicht mit seinen Untertanen. Ständig stopfen sie einen mit Essen voll und bauen Wabe um Wabe die es zu bestiften gilt. Manchmal 1500 Stück am Tag! Soviel Gewicht in Eiern wie ich selbst wiege, kommt da an einem Tag zusammen. Stellt euch vor wieviel ich dafür essen muss. Leider geht diese ganze Fresserei zu Lasten meiner Figur. Denn im Frühling bevor wir als Schwarm zu neuen Gefilden aufbrechen, unterzieht mich mein Hofstaat einer rigorosen Abspeckkur. Tagelang schubsen und kneifen sie mich, damit ich in Bewegung bleibe, denn noch bin ich zu fett zum Fliegen. Die Höhe ist, dass, wenn ich ein wenig in die Jahre komme und nicht mehr in der Lage bin so opulent zu stinken wie in meiner Jugend, werde ich ermeuchelt und durch eine Jüngere ersetzt. Doch vergleichsweise mit meinen männlichen Artgenossen habe ich ein langes und arbeitsreiches Leben. Erfüllen Männer ihr Lebensziel, meine Befruchtung, wird ihnen der Geschlechtsapparat aus dem Leib gerissen und sie flattern sterbend zu Boden. Gelingt ihnen dies nicht, werden sie spätestens im August von meinen Arbeiterinnen ausgehungert, gepiesackt und zu guter Letzt erstochen. Dafür haben sie sogar eine extra weiche Stelle am Bauch, in die unser Stachel ohne Gefahr eindringen kann. Die Jungs sind stachellos, ausgehungert und vergleichsweise dumm, deswegen haben sie in der Drohenschlacht keine Chance und unsere Frauenpower obsiegt gegen die männliche Desorganisation.

Riesige Pollenhöschen als Futter für de Brut im Stock.

Riesige Pollenhöschen als Futter für die Brut im Stock.

Doch hat es meine arbeitende Bevölkerung nicht minder schwer. Putzen, füttern, pflegen, sammeln, sterzeln, bauen, abdichten und kämpfen sind nur einige der Aufgabenbereiche. Wegen ihrer enormen Arbeitsleistung werden meine Untertanen im Sommer nur wenig mehr als vier Wochen alt. Doch im Winter werden sie zu wahren Methusalems. 6 Monate hocken wir zusammen bei Eiseskälte, Sturm und Schneegestöber im Stock und überdauern aneinander gekuschelt den Winter. Dies funktioniert nur, wenn im Sommer genügend Heizmaterial und Medizin, der Honig, eingetragen wird. Wird uns sämtlicher Honig weggenommen und wir ausschließlich Zuckerwasser futtern müssen, haben wir kein Mittel gegen Erkältungen und bekommen oft schlimmen Durchfall, weswegen wir unser schönes Zuhause verunreinigen und damit unseren Feinden und Parasiten Tür und Tor öffnen.
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Andere Artikel zum Thema auf unserer Seite

Im letzten Jahr 2013 drehte Jan zwei kleine Videos mit uns, die hier auf der Seite erschienen. Im folgenden Filmchen könnt ihr unsere Bienenhäuser sehen:

https://cityfarmaugsburg.wordpress.com/2013/06/19/ein-sommer-auf-der-cityfarm-video-teil-2/

Und dieses Video gibt einen Einblick in das Bienenleben auf der CityFarm Augsburg:

https://cityfarmaugsburg.wordpress.com/2013/07/03/der-erste-blick-ins-bienenhaus-video-teil-3/
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Andere Links:

Greenpeace gegen das Bienensterben:

http://www.rette-die-biene.info/

Eine Horrorvision für uns und ein Traum für die Industrie. Wir dürfen es niemals so weit kommen lassen!!!!

Neueröffnung: Das Insektenhotel auf der CityFarm!

Endlich haben wir einen neuen Artikel für euch! Leider war für uns freie Zeit in den letzten Wochen so gut wie gar nicht vorhanden. Nun aber, so langsam, entspannt sich der volle Terminplan und wir haben wieder Zeit zum Schreiben. Heute stellen wir euch unser neues Insektenhotel vor!

Das neue Insektenhotel

Das neue Insektenhotel

Seit mehreren Monaten wartete ein Rohgestell mit Dach darauf zu einem großen Insektenhotel ausgebaut zu werden. Gern wollten wir dies mit einer Kindergruppe umsetzen aber es hat sich einfach nicht ergeben. Vielleicht entsinnt ihr euch, das Gestell steht am Tierfriedhof in der Nähe der Lagerfeuerstelle und diente bisher nur als Abstellplatz.

An einem schönen Herbsttag vergangene Woche, als Benni den ganzen Tag Holz sägte, machte sich Ildi daran die Behausung gemütlich einzurichten. Schließlich naht die kalte Jahreszeit und unsere kleinen Nützlinge brauchen Überwinterungsmöglichkeiten.

Wieso eigentlich? Finden die Insekten denn keinen Unterschlupf mehr? Und weshalb müssen wir diesen Krabbelviechern eigentlich helfen?
Das will ich versuchen zu erklären. Viele von euch kennen den Nutzen der Tierchen aber für einige sind es immer noch nur lästige Krabbeltiere.

Gerade in der Stadt sind die Möglichkeiten für Tiere sehr begrenzt. Bestes Beispiel ist der Igel, als Kulturfolger findet er im städtischen Bereich nur wenig Lebensraum. Deshalb müssen wir den Tieren helfen. Der Mensch hat über tausende Jahre in die Naturlandschaft eingegriffen und große Veränderungen bewirkt, er hat sich seinen Lebensraum selbst gestaltet und dafür vielen anderen den Lebensraum genommen.

Nützling im Garten - Die Hummel

Nützling im Garten – Die Hummel

Doch erst mit Einsatz chemischer Mittel wie Pestizide, Herbizide oder Kunstdünger im Acker- und Gartenbau wurden die Lebensräume der Insekten und anderer Tiere stark reduziert. Dazu kommt die Aufräumwut der Menschen, der zum Beispiel Totholzhaufen oder offen liegende Lehmtrockenhänge zum Opfer fallen.
In der Stadt zeigt sich das in der Umwandlung einst artenreicher, bunter Gemüsegärten in artenarme Rasen-Thuja-Gärten. Die Vereinheitlichung der Gärten erfolgte im Zuge des Wirtschaftswunders der 50er Jahre. Die klassische, kleinbäuerliche Landwirtschaft wurde nun als rückständig betrachtet und gezielt aus dem urbanen Raum heraus geplant.

In den 50ern rückständig - heute fortschritlich: Ernährungssouveränität in der Stadt

In den 50ern rückständig – heute fortschrittlich: Eier und Gemüse – Ernährungssouveränität in der Stadt

Denn die unerwartet rasante, wirtschaftliche Entwicklung Westdeutschlands zu einer Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft vermittelte den Stadtbewohnern ein Gefühl der Entbehrlichkeit eigener Nahrungsmittelproduktion. Der moderne Fortschritt brachte den Menschen Bequemlichkeit und saubere Hände. Pflegeleicht und sauber sollte er sein, der moderne Garten.
Die zu jeder Zeit entstandene industrielle Landwirtschaft belieferte die Lebensmittelmärkte mit billigen Nahrungsmitteln, sodass keine Notwendigkeit zur Selbstversorgung mehr bestand. Auch heute noch liefert die Agrarindustrie viel zu billige Lebensmittel aus lebensunwürdiger Massentierhaltung, mit starken Giften behandelten Monokulturen und genetisch veränderten Organismen. Das alles geschieht auf Kosten unserer und anderer Gesundheit, Ethik und Moral verschwinden unter einem Berg aus Kapital und die lebenswichtigste Ressource der Menschen, ihrer Ökosysteme, werden zerstört.

Damals dachte natürlich noch keiner daran, dass mit dieser Entwicklung auch der Lebensraum vieler Tiere verschwand und auf Dauer auch die Nützlinge darunter leiden würden, wie uns das weltweite Bienensterben momentan deutlich vor Augen führt. Die Bestäubungsleistung von Insekten macht übrigens 23 % der Gesamtagrarproduktion aus. Also jene Pflanzen, die ihre Früchte nur tragen, wenn sie von Insekten bestäubt werden. Sein einigen Jahren breitet sich nun ein Kollaps der Bienenvölker aus, auch Colony Collapse Disorder genannt. Betroffen sind aber nicht nur Honigbienen, sondern auch Wildbienen.
Die Ursache des Bienensterbens ist wahrscheinlich eine Mischung aus verschiedenen Faktoren, wobei Pestizide und andere chemische Giftstoffe eine tragende Rolle spielen. Wissenschaftlich ist es jedoch noch nicht ganz geklärt. Wobei die Wissenschaftler auch nicht mehr unabhängig forschen, sondern mit ihren Studien die Meinung der Geldgeber unterstützen. Wenn die Agrarindustrie nun Forschungen zum Bienensterben in Auftrag gibt, ist klar dass Pestizide als Ursache widerlegt werden sollen. Wer das Geld hat, hat leider auch Macht und damit Recht – so funktioniert unsere Politik und Wirtschaft.

Menschliche Ersatzbestäuber

Menschliche Ersatzbestäuber

Quelle: Apinews.com aus Argentinien
Foto: Li junsheng /Imaginechina
Zeitungsartikel in Europa: [www.guardian.co.uk]

Wohin es führt, wenn keine Bienen mehr existieren, hat schon Einstein erkannt:
Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ Selbst wenn es zehn Jahre sein sollten, haben wir Menschen ein Problem. Die Auswirkungen des Bienensterbens kann man schon in China beobachten. Dort müssen die Apfel- und Birnenbäume von Hand bestäubt werden. Doch die menschlichen Bienen schaffen kaum einen Durchschnitt von 3000 Blüten am Tag.

Wer zieht hier wohl bald ein?

Wer zieht hier wohl bald ein?

Aber wieder zurück in den Garten. Dort finden wir weitere wichtige Nützlinge zum Beispiel Hummeln, Wildbienen, Schlupf-, Falten-, Grab- und Wegwespen, Florfliegen oder Ohrwürmer. Sie arbeiten als Bestäuber, damit wir all die leckeren Früchte genießen können und als kostenlose biologische Schädlingsbekämpfer. Zum Beispiel fressen Ohrenkneifer Blattläuse. Finden sie einen passenden Unterschlupf, sind sie in der Lage in wenigen Tagen einen kompletten Pfirsichbaum vom Läusebefall zu befreien. Auch bei uns auf der CityFarm hängen überall kleine Ohrwurmhäuschen. Probleme mit Blattläusen hatten wir kaum und verirrte sich doch mal die ein oder andere an die Chilis, kam Benni mit seiner stinkenden Brennesseljauche daher. Zusätzlich sammelte er Marienkäferlarven und gab ihnen im Gemüsegarten ein neues zu Hause. Im neuen Insektenhotel haben all diese kleinen Freunde eine Überwinterungsmöglichkeit gefunden.

Aber nicht nur für die nützlichen Krabbeltierchen ist das Insektenhotel da, sondern auch für alle neugierigen großen und kleinen Naturforscher.
Mit ein wenig Kreativität sind den Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Wer aufmerksam durch die Natur läuft, kennt die Lieblingsverstecke der Insekten und kann passende Materialien sammeln. Ildi nutzte Ziegelsteine, Holzklötze, Äste und Reisig, verschiedene Nadelbaumzapfen, Kastanien, Schilf, Hächselabfälle, Stroh, Eierpappe, Blumentöpfe aus Ton und alte Vogelkäfige.

Noch Zimer frei im Insektenhotel!

Noch Zimer frei im Insektenhotel!

Auch die Ausbruchshühner fanden die Aktion sehr spannend. Neugierig steckten sie ihre Köpfchen in alle Kisten, Beutel und Töpfe in der Hoffnung irgendwo ein Käferchen zum picken zu finden. Besonders beliebt bei der Gackerbande war das gehächselte Holz. Dort hatten sich schon ein paar Kellerasseln und Hundertfüßler gemütlich eingerichtet, die nun als Leckerbissen herhalten mussten.

Hui, ein Buffet! - dachte sich Apollo 13 (so heißt das Huhn)

Hui, ein Buffet! – dachte sich Apollo 13 (so heißt das Huhn)

Obwohl es schon ganz schick aussieht, ist das Insektenhotel noch nicht ganz fertig. Die Ziegel müssen noch mit Lehm bestrichen und Löcher in die Holzklötze gebohrt werden. Einige der Insekten, zum Beispiel die Seidenbiene benötigen den Lehm, um ihre Nisthöhlen anzulegen. Vielleicht hast du ja Lust mit Lehm zu panschen und das Hotel fertigzustellen?
Wir freuen uns Freitags und Samstags Nachmittag auf deinen Besuch, denn ab 13 Uhr ist die Gartentüre für euch geöffnet!

Ildis Kumpel die Kellerassel

Ildis Kumpel die Kellerassel