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Von neuen Akteuren, meckerndem Abschied und Winterruhe

Borretsch (Borago officinalis) im Eiskleid.

Borretsch (Borago officinalis) im Eiskleid.

Die Farm erstrahlte in den letzten Tagen oft in wunderschönem Frostgeglitzer, als hätte ein Künstler seiner kalten Inspiration freien Lauf gelassen. Zudem zerstreute die zentimeterdicken Eisschicht auf der Entenwanne die letzten Zweifen, dass der Winter noch auf sich warten ließe. Damit neigt sich wieder ein Jahr zu Ende und die CityFarmer genießen die Winterruhe. Das zeitige Dunkeln der Tage bringt uns einen frühen Feierabend, sodass nun die Zeit der Handarbeit und des Saatgutsortierens anbricht.

Doch bevor wir uns aufs gemütliche Sofa zurückziehen, wollen wir euch von den Erlebnissen des Herbstes berichten.

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Mio

Schon Ende des Sommers durfte ein neuer Bewohner auf der Farm einziehen. Nicht nur weil er süß und knuddelig ist, auch weil er einen wichtigen Job zu erfüllen hat. Aber beginnen wir von vorn.
Auf dem benachbarten Krümelhof gab es einen Wurf menschenscheuer Katzen, echte Bauernhofkatzen mit übergroßem Drang zur Freiheit und wenig zweibeinerbezogen. Trotzdem setzte sich eine treue CityFarmerin dafür ein, dass der frechste und scheuste Geselle des Wurfes auf die Farm ziehen sollte. Doch so einfach war das nicht, denn was nützt uns eine Katze, die keine Menschen mag? Also musste der Kleine „eingestreichelt“ und ihm gezeigt werden, wie nützlich die Dosenöffner doch waren!
Daher zog er zuerst in die Wohnung des und lernte dort seine heutige Hingabe an menschliche Hände kennen.
Bald war es dann soweit. Mio, diesen Namen erhielt er in Memorium an ein Kaninchen, durfte sein neues Reich auf der Farm entdecken. Der schwarze Frechdachs lebte sich sehr schnell ein und begann bald mit Eifer seinem Job nachzugehen und Mäuse zu fangen. Von der Kastration und Impfungen war er zwar weniger begeistert aber das ist nun mal unerlässlich.

Mio unser kleiner Wildfang.

Mio unser kleiner Wildfang. Foto: René

Heute wird fast jeder (er mag natürlich nicht jeden gleich gern!) mit erhobenem Schwanz auf der Farm begrüßt und aufdringlich zum Kuscheln gezwungen. Kinder dagegen müssen oft als Spielanimator herhalten. Als Dank liegen dann regelmäßig mehr oder weniger komplette Mäuse unterm Tisch. Dies bringt manchmal skurrile Situationen mit sich, wie auf dem Kindergeburtstag letzte Woche, als die Mutter fragte: „Ihr wisst schon, dass da eine halbe Maus unterm Tisch liegt?“
Ähm, ja, nee, die haben wir wohl bei der Vorbereitung übersehen oder Mio hat sie vorhin erst gebracht, als Geschenk quasi.

Fauler Kater? Mitnichten!

Fauler Kater? Mitnichten!

Der Kleine hat eben seinen eigenen Kopf, schließlich ist die Farm sein Reich und er der wahre Herrscher über alle und alles. Damit Majestät sich bei Kälte gut verkriechen kann, wurden ihm zu Ehren Katzenklappen in diverse Türen eingesetzt. Doch auch bei der Nutzung derer hält sich seine Begeisterung in Grenzen: wie jetzt, ich soll meine Tür selbst aufmachen?

Wie es sich mit Fluffgepuff und Mio verhält? Nun ja, Freunde sich sie noch nicht. Manchmal wartet Mio hinter einer Ecke, um ihr seine Krallen auf die Nase zu setzen. Dann wiederum revanchiert Fluffel sich und jagt ihn eine Runde über die Wiese. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

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Erntedank

Am 08. Oktober feierten wir mit unseren Besuchern Erntedank. Obwohl das Wetter sich wie immer weniger einladend gestaltete, kamen doch einige Gäste, um sich am Feuer zu wärmen und die Farm zu erkunden. Besonders die Kleinen waren zahlreich vertreten. So gingen auch alle Kürbisse, kreativ geschnitzt in kleine, stolze Hände über. Es war ein schönes Fest und auch das gemeinsame Buffet wie immer ein Gaumenschmauß!

Kürbis schnitzen auf dem Erntedankfest

Kürbis schnitzen auf dem Erntedankfest

Da der Wettergott uns aber in den letzten Jahren selten hold war, überlegen wir nun im kommenden Jahr das Erntedank gegen eine andere Festlichkeit im Sommer zu tauschen. Aktuell sind wir noch in der Planungsphase für 2017. Wir werden euch unsere Entscheidung und alle Termine der kommenden Saison rechtzeitig mitteilen.

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Neue Kooperation

Angehende Lehrer der grund- und Mittelschule besuchten die CityFarm und lernten Allerlei über Pflanzen und Tiere

Angehende Lehrer der grund- und Mittelschule besuchten die CityFarm und lernten Allerlei über Pflanzen und Tiere

Über eine Kooperation mit der Didaktik der Biologie an der Universität Augsburg konnten wir über mehrere Exkursionen unser Projekt zahlreichen angehenden Lehrkräften der Grund- und Mittelschule vorstellen. Sie lernten die Farm als außerschulischen Lern- und Erlebnisort für Kinder und Jugendliche kennen. Dadurch werden sie zu Multiplikatoren unserer Schwerpunkte und gewinnen einen Blick über den Tellerrand der Schulen und Universität. Wir wollen für das Thema der Natur- und Umweltbildung sensibilisieren und zeigen, dass dazu auch der richtige Umgang mit Tiere und Pflanzen gehört.

Zudem besuchten uns Teilnehmer der Bundesfachschaftstagung des Studienganges der Geographie und erlebten einen spannenden Nachmittag mit Führung, kleinem Arbeitseinsatz und Lagerfeuer mit Stockbrot. Uns hat es viel Spaß bereitet den Studierenden die Farm vorstellen zu können und hoffen vielleicht den ein oder anderen inspirieren zu können, selbst etwas auf die Beine zu stellen.

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Meckernder Umzug

Anfang November durfte dann eine unserer Zwergziegendamen in ein neues zu Hause umziehen. Fühlten sich bei Einzug der Herde erst zwei Individuen dieser Ziegenrasse bei uns wohl, zog im Sommer eine Schar derer dazu. Die Aufnahme der Tiere geschah allerdings nicht ganz freiwillig, eher notgedrungen. Unser Schaf- und Taubenmeister Rachmed rettete die kleine Herde Westafrikanischer Zwergziegen aus schlimmer Haltung. Die armen Tiere waren Jahre auf 10qm in einer Gitterbox eingesperrt, mit Böcken und unkontrollierter Vermehrung, was zwangsläufig zu massiven Inzuchtproblemen führte.

Auch unsere Tiere müssen arbeiten!

Auch unsere Tiere müssen arbeiten!

Als die Tiere einzogen, standen sie fast 2 Wochen unbeweglich auf der Stelle und guckten nur blöd aus der Wäsche (Lärm machten sie allerdings für die dreifache Anzahl Ihresgleichen). Irgendwie auch verständlich (erinnern wir uns an die Nackthuhnbande), denn noch nie hatten sie Sonnenlicht oder eine Wiese gesehen!!! Nach ca. 10 Tagen wagten sich die ganz Mutigen das Gehege zu erkunden und bald darauf ließ sich endlich bei allen das typische Ziegenverhalten erkennen.
Was das bedeutet? Es heißt: zahlreiche Ausbruchsversuche, Kletterwahn, Abrissbirnenverhalten, Dreistigkeit bei der Erlangung von Futter, Zerstörungsfreude, …. Ja, Ziegen sind keine niedlichen Rasenmäher, sondern mobile Abrissbirnen mit der Vorstellung, dass alles Fressbare auf der anderen Seite des Zaunes viel besser schmeckt!

So peppelten die Tiere in den vergangenen Monaten mit zusätzlichem Kraftfutter auf, entwurmten sie und verpassten ihnen die gesetzlich vorgeschriebenen Ohrmarken. Doch regelmäßig trieben sie uns in den Wahnsinn! Vor allem in jener Zeit, als die Herde im Rahmen des Projektes „Weidestadt Augsburg“ des Landschaftspflegenverbandes Augsburg die angrenzenden Biotope beweiden und entbuschen durften.
Da wir für alle Spaziergänger sichtbar eine Notfallnummer am Zaun hatten, klingelte auch regelmäßig das Telefon mit Fragen wie: „Ist das Ihre Ziege dort auf den Bahngleisen?“ Verdammt ja, ist es, schon wieder! Also rauf aufs Rad/Moped, Ziege fangen, Zaun richten.

Schlimme als ein Sack Flöhe diese Bande! :-)

Schlimmer als einen Sack Flöhe zu Hüten, diese Bande!

Als logische Konsequenz vermittelten wir nach und nach die Zwergziegenbande. Diese Rasse war nicht geeignet für mobile Zäune, wir brauchen eine standorttreue Ziegenrasse wie die Burenziegen. Bevor diese jedoch einziehen, wollen wir bis auf unsere Kiki alle Zwergziegen vermitteln.
Heute sind noch ein Böckchen (ca. 1 Jahr als) und eine Mutterziege mit zwei Kleinen (Bock und Zicke) übrig. Wer ihnen ein neues, gutes zu Hause bieten möchte, darf sich gern bei uns melden!

Als nun im befreundeten Jugendhaus Lehmbau die alte Ziege Klara (Sie ruhe in Frieden) an Altersschwäche verstarb und Zensi, das jüngere Gegenstück zunehmend in Depressionen verfiel, gab es nur eine Lösung für uns. Kurzerhand packten wir die lautstark meckernde braune Mama samt ihrem kleinen Zicklein und siedelten sie in die neue Herde aus Schafen und der Ziege Zensi um.
An dieser Stelle geht der Dank an unsere Nachbarn den Krümelhof, deren Pferdehänger wir zum Transport nutzen durften. Die Schafherde dort wird angeführt von unserem Peterle, der schon im Sommer in den Lehmbau ziehen und seit dem seine eigene Mädlsherde beglücken darf.
Die beiden Ziegen lebten sich schnell ein und schlossen Freundschaft mit Zensi. Etwas misstrauisch beäugten die Schafe anfangs das meckernde Treiben, doch auch sie gewöhnten sich bald an den Herdenzuwachs.

Die kleine Dame samt ihrer Mutter zogen in das Jugendhaus Lehmbau um.

Die kleine Dame samt ihrer Mutter zogen in das Jugendhaus Lehmbau um.

Und nun ist es soweit, die CityFarm und ihre Farmer gehen in die Winterruhe. Rauf aufs Sofa, Füße hoch, einen leckeren Ingwertee und die ersten Plätzchen genießen. Aber ganz so faul sind wir trotzdem nicht, denn die Sortierung und Abpackung des Saatgutes von 2016 läuft auf vollen Touren, damit wir euch Anfang 2017 auf unserer Börse die alten und seltenen Gemüsesorten anbieten können.

Erntedank auf der CityFarm am Vormittag des 14.10.2012!

Wer mit offenen Augen durch unsere Welt läuft, wird von den leuchtenden Farben und dem würzigen Duft des Herbstes schier überschwemmt. Der Sommer ist schleichend der bunten Jahreszeit gewichen. Und jedes leuchtend rote Ahornblatt erinnert uns nun daran, dass bald der Winter Einzug hält und die Natur vom grauen Schleier der kalten Jahreszeit bedeckt liegen wird.
Doch der Herbst hält vor allem für uns Gartenfreunde noch viele Überraschungen und Freuden bereit! Da ist der Kürbis, der von riesigen Blättern bedeckt im Schatten seiner Mutterpflanze wuchs und den bisher keiner entdeckt hatte! Da ist der Apfelgarten, den der Besitzer aus Zeitmangel nicht ernten kann und sich nun über helfende Hände freut. Da ist der Pferdemisthaufen, den man vorher nie bemerkt hat und der nun wie ein Retter in der Not dem Garten fürs nächste Jahr gut düngen wird.

Bunter Herbst

Bunter Herbst

Jeder kleine Sonnenstrahl will in dieser Jahreszeit ausgenutzt sein, denn bei jeder Regenfront weiß man nie wann die Sonne uns wieder mit ihren wärmenden Strahlen verwöhnen wird. Doch auch ein schöner Herbststurm, der den Malkasten der Natur durcheinanderwirbelt, lässt viele Herzen und Drachen höher schlagen! Ja, mal wieder einen Drachen selber bauen und ihn auf den Wiesen hinter der CityFarm steigen lassen, dass wäre eine Freude! Wann habt ihr das letzte Mal einen selbst gebauten Drachen steigen lassen und keinen selbst gekauften? Zeigt euren Kleinsten doch mal wie das geht! Ihr werdet staunen, denn so ein eigener Drachen ist viel spannender als der aus dem Laden!

Kürbisse im Garten

Kürbisse im Garten

Genauso wie die Drachen am Himmel gehört das Erntedank zum Herbst. Obwohl man hierzulande das Erntedankfest nur als kirchliches Fest um den Michaelistag kennt, geht das Erntespektakel auf vorchristliche Zeiten zurück. Im alten Griechenland wurde der Göttin Demeter und im Römischen Reich der Göttin Ceres im Herbst Dankesgaben geopfert. Aber auch in anderen Weltregionen wird der Ernte mit einem Fest gedankt. Die Hindus in Indien feiern Makar Sankranti und Pongal (das sogar 3 Tage dauert) und in Japan wurde früher Niinamesai und heute Kinrô Kansha no Hi als eine Art Erntedank zelebriert!

Also lass auch uns gemeinsam feiern und für die mehr als reichliche Ernte dieses Jahres der Mutter Natur danken!

Daher laden wir euch herzlich am 14.10.2012 zwischen 10 Uhr und 13 Uhr auf die CityFarm Augsburg ein!
Wir werden gemeinsam einen Riesentopf Kürbissuppe kochen, ein Lagerfeuer entzünden und Stockbrot backen und die letzte Ernte aus dem Garten der CityFarm einfahren! Für die Kleinen stehen außerdem ein paar Kürbisse zum Auskratzen und Schnitzen bereit und wir sind jetzt schon ganz gespannt auf die entstehenden Kunstwerke!

Erntedank steht auch immer für Selbstgemachtes, deshalb laden wir euch ein euch an unserem gemeinsamen Buffet mit Kuchen, Salat oder anderen Leckereien zu beteiligen.
Auch über ein oder zwei helfende Hände würden wir uns sehr freuen, denn so ein Fest macht viel Arbeit und ihr wisst ja: viele Hände – schnelles Ende! Wer Lust hat uns zu unterstützen, der möge sich bitte bei uns melden!

Ildi: 0157/84866734

Parallel wird es eine kleine Samentauschbörse geben, denn wir haben dieses Jahr einige alte und seltene Gemüsesorten zum Tauschen und Abgeben bereit.

Unser Indianermais Cherokee White Eagle. Samen abzugeben!

Unser Indianermais Cherokee White Eagle. Samen abzugeben!

Außerdem dürfen wir einen Ehrengast auf unserer kleinen Feier begrüßen! Ildi´s Opa Rolf (Rolf Klöppel) kommt gemeinsam mit Ildi´s Mam Bärbel (Bärbel Remenyi) die CityFarm besuchen. Sie sind aus dem 400km entfernten Dörfchen Kayna angereist, damit Opa Rolf mit seinen 88 Jahren sich die CityFarm einmal anschauen kann.
Viele Aspekte seines Wissens setzen wir mit der CityFarm praktisch um, Dinge die früher zu seiner Zeit normal waren und heute fast in Vergessenheit geraten sind. Kein Buch konnte uns beispielsweise bei der Obstbaumpflege besser beraten als Opa Rolfs lebenslange Gartenerfahrung! Deshalb freuen wir uns sehr auf den Besuch der zwei!!!

Die CityFarm im Herbst.

Die CityFarm im Herbst.

Wir möchten euch dringend darauf hinweisen, dass die CityFarm noch keine Toilette besitzt! Deshalb zu Hause nochmal das stille Örtchen besuchen bevor ihr zu uns kommt!

Auch diesmal würden wir uns freuen, wenn ihr mit dem Rad oder mit der Tram kommt. Bildet Fahrgemeinschaften oder radelt gemeinsam an der Wertach entlang zu uns! Auf der Höhe des Zusammenflusses von Wertach und Lech links einen Weg hoch und in den Westendorfer Weg einbiegen, schon seid ihr da!
Von der Tramhaltestelle der 64er Straßenbahn aus folgt einfach den Fußspuren!
Wer doch unbedingt mit dem Auto kommen muss, der möchte bitte auf den Park&Rideplatz Augsburg Nord parken und an der Tramhaltestelle die Hauptstraße überqueren. Dann auch einfach den Spuren folgen.

Das Fest findet bei JEDEM Wetter statt! Zieht euch entsprechend an! Wenns regnet müssen wir eben das Feuer höher schüren und heißen Tee im Akkord kochen. Wie ihr wisst gibt es kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung!