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Ein kleiner Saisonrückblick in den Garten

 

Die ersten Frostschäden an den Kürbispflanzen.

Liebe CityFarm-Freunde,

schon wieder fragen wir uns „huch, wo ist das Jahr hin“? Natürlich dauert es noch ein wenig, bis Weihnachten vor der Tür steht aber Gartenfreunde rechnen in Vegetationsperioden und nicht nach dem Georgischen Kalender. Die ersten kleinen Nachtfröste fegten schon über die Farm hinweg und hinterließen gatschig erfrorene Kürbisblätter. Dies ist das eindeutige Zeichen: die Saison neigt sich dem Ende.
Zeit für uns das Gartenjahr rückblickend zu betrachten. Wie immer gab es Erfolge und Misserfolge.
Fangen wir mit unserer allerliebsten Frucht an, der Tomate.
Vergangenes Jahr konnte man den Sommer als besten Tomatensommer bezeichnen.
In diesem Jahr sah es leider anders aus. Zwar gediehen die Pflanzen im Freiland recht gut und setzen auch zufriedenstellend Früchte an, die aber sehr spät ausreiften.
Doch dann kam das gefürchtete Übel mit dem Westwind und zwar von einem Tag auf den anderen, die Braunfäule, Phytophthora infestans. Für uns war es besonders schockierend, da die Pflanzen vor unserem einwöchigen Urlaub noch prächtig gediehen. Gut erholt kamen wir von der Ostsee zurück und fanden sämtliche Tomatengewächse im Freiland dahin gerafft. Sogar jene, die angeblich resistent gegenüber dem Pilz sein sollten. Nur eine einzige Sorte trug noch wenige grüne Triebe, die russische Zitronentomate.

Braunfäule an der Sorte „Sprite“

Das Besondere an der Massenvermehrung des Pilzes in diesem Jahr war nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch, dass alle Früchte befallen waren.
Dies bedeutet leider auch, dass wir von keiner Tomate im Freiland Saatgut genommen haben, da wir keine Anfälligkeit für Braunfäule weiter vermehren wollen.

Rückschlag im Freiland, dafür umso bessere Ernte im Gewächshaus.
Wieder durften wir 160 Pflanzen im Gewächshaus der Gärtnerei Blumen Schlegel aufstellen. Dort zeigten sich, bis auf die üblichen Mineralstoffversorgungsprobleme aufgrund der Wasserzusammensetzung (Danke Biogärtnerei Bucher für die Bestimmung), nur bei der Kremser Perle leichte Anzeichen der Braunfäule.


Besonders üppig gediehen im Gewächshaus die Sorten:

Besser – eine alte deutsche Cocktailtomatensorte

Süße von der Krim – eine russische Cherry-Sorte, die in ihrer Süße nur noch von der Honigtomate geschlagen wird

Vesennij Mieurinskij – die Wow-Sorte in diesem Jahr, wunderbar fruchtige Cherrytomate aus Russland

Chocolade stripe – nicht nur ein Hingucker, sondern auch geschmacklich der Knaller

Orange Strawberry – herzförmige Fleischtomate mit massenhaft Früchten, die mit ihrem gigantisch süßfruchtigen Aroma überzeugten

Königsberger – eine große hornförmige Tomate mit festem Fleisch und einem Aroma, welches ein dezentes, würziges Räucheraroma besitzt, als wäre sie einen Tag in einer Räucherkammer gestanden

Blush Tiger – wie jedes Jahr gesunde große Pflanzen mit vielen tropisch-fruchtigen Beeren (ja die Tomatenfrüchte zählen zu den Beeren)

Chocolade Stripe

Aber auch alle anderen Sorten wuchsen prächtig und trugen ausgezeichnet. Aber auch im Gewächshaus entwickelten sich die Kulturen langsamer als 2018, wodurch die Ernteperiode um mehrere Wochen verkürzt ist. Dazu kommt der frühe Herbst mit seinen kühlen nächtlichen Temperaturen, wodurch die letzten Früchte langsamer reifen und die Pflanzen aufgrund der erhöhten Luftfeuchte im Haus anfälliger für Pilzinfektionen werden.
Die Ernte wird dieses Jahr wohl nicht bis in den November andauern, sondern schon Anfang Oktober.

Orange Strawberry

Aber keine Sorge, wir haben viel Saatgut von den verschiedenen Sorten gewinnen können, um unsere Saatgutbörse am 1. März auszustatten.

Weniger Erfolg hatten wir in diesem Jahr mit den Erbsen. Vier verschiedene Sorten bauten wir an, die auch bis weit in den Juni sehr gut gediehen.
Dann kam uns allerdings die Faulheit unseres Katers dazwischen. Kurz vor der Ernte des Saatgutes machte sich eine Mäusefamilie im Garten breit und nagte alle Erbsen auf, keine ganze Schote blieb an den Sträuchern. Sie scheinen ausgezeichnet geschmeckt zu haben, denn anderes Gemüse war fast gar nicht betroffen!  Daher gibt es nächstes Jahr leider kein Erbsensaatgut.

Im Vergleich zum Dürresommer 2018 war diese Saison in unserer Region ein ausgezeichneter Bohnensommer! Die schmackhaften Fisolen wuchsen massenhaft an den Ranken und Sträuchern, sodass wir zahlreiche Sorten für Euch und die Bohnenschatzkiste vermehren konnten.

Blüte der Pastinake

Auch eine heimische Gemüsesorte erstaunte nicht nur unsere Gäste mit ihrer Blütenpracht: die Pastinake. Mal davon abgesehen, dass die wenigsten Besucher jemals eine blühende Pastinake gesehen haben, waren auch wir von der ausladenden Größe der blühenden Pflanzen überrascht.
Besonders erfreulich und zu Beobachtungen einladend, zeigten sich die schirmartigen Doldenblüten als Tummelplatz für u.a. Käfer, Schwebfliegen und massenhaft sich vergnügende Wanzen.

Doch nicht nur bei den essbaren Kulturpflanzen gab es Überraschungen. Im vergangenen Jahr kaufen wir mehrere Blütenstauden, welche als Phlox gekennzeichnet waren. Die sogenannten Flammenblumen gehören in jeden Bauerngarten und sind vor allem für Nachtfalter attraktiv. In diesem Jahr entpuppte sich die üppig blühende Staude als Nachtviole, die sich überall im Garten ausgesamt hatte.
Wie ihr wisst, entfernen wir nur dort Pflanzen wo es notwendig ist, was uns eine reiche Blütenpracht im Frühjahr bescherte. In Kombination mit unserem liebsten „Unkraut“ dem Klatschmohn war das farbige Meer nicht nur ein Fest für die Augen, sondern auch für unsere Insektenfreunde.

Blumenmeer aus Nachtviole, Klatschmohn und Rosen

Die ganze Saison über begleitete uns ein Filmteam des Bayrischen Rundfunks. Das Ergebnis könnt Ihr am 30. September um 21 Uhr in „Bayern erleben – rettet die Artenvielfalt“ sehen. Dort werden drei Projekte vorgestellt, die sich für die Artenvielfalt im Garten einsetzen.
Wir werden den Beitrag dann auch hier verlinken, damit Ihr nicht suchen müsst.

Spinnen mit der Handspindel, eine wunderbare Arbeit

Ein weiterer wichtiger Aspekt unseres Tuns sind die Schafe, wie Ihr ja sicherlich wisst. Die Tiere beweiden über „Weidestadt Augsburg“ des Landschaftspflegeverbandes Augsburg e.V. nicht nur artenreiche Biotope, um die Biodiversität zu erhalten und zu fördern, sondern auch bunte Wiesenflächen der Stadt, in Privatgärten sowie in der benachbarten Gärtnerei. Auch an der Universität waren Simba und seine Mädels wieder auf der Uni-Heide aktiv.
Zur Pflege der Schafe gehört natürlich auch das Scheren der Tiere, was wir seit zwei Jahren selbst machen.
Die Wolle verarbeiten wir auch selber und natürlich zusammen mit interessierten Menschen. In diesem Jahr stand als Highlight ein Spinnkurs auf dem Programm, den unsere langjährige CityFarmerin und Spinnerin Inge hielt. Es war ein toller Tag mit tollen Menschen, die mit viel Freude und Hingabe das Handspinnen lernten.
Ich kann Euch sagen, es macht nicht nur Spaß, es macht süchtig! Zum Glück sind unsere Wolllager noch voll, sodass im Winter sicher keine Langeweile aufkommen wird.

Der zweite Band ist in Arbeit!

Ihr erinnert Euch doch bestimmt an unser Büchlein „Urban Gardening mal anders, der Geschichte der ersten CityFarm.
Immer wieder werden wir gefragt, wann denn nun der zweite Teil erscheint, schließlich ist die neue Farm jetzt schon im 5. Jahr! Nun, ich kann Euch sagen, es hat seinen Anfang genommen. Die ersten Seiten stehen schon auf dem Papier und wenn alles glatt läuft, liegt Weihnachten 2020 der 2. Teil unter dem Weihnachtsbaum.

Wer für die Zeit dazwischen etwas zum Lesen braucht, darf gern auf Bennis bald erscheinende Werke „Wayan III“ und das Büchlein „Wüstenhund“ über unseren zweiten Hund Keule zurückgreifen.

Damit beenden wir die Gartensaison auf der CityFarm und wünschen Euch einen guten Start in den Herbst. Denkt bitte daran Stauden ect. erst im Frühjahr zu schneiden, wenn das neue Grün heraus spitzelt. Das hat zwei Vorteile. Einmal schützen sich die Stauden selbst vor der kalten Witterung (ihr müsst nichts zusätzlich abdecken) und weiterhin wird zahlreichen Insekten ein Unterschlupf für die Überwinterung angeboten.

Unsere Tomatenvielfalt!

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Aktuelles aus dem Sommer 2014

Liebe CityFarm-Freunde,

Rudbeckia (Sonnenhut)

Rudbeckia (Sonnenhut)

in diesem Jahr zeigt sich der Sommer von seiner wechselhaften Seite. Erst bekamen wir eine regelrechte Dürre zu spüren, sodass unsere Obstbäume ihre Früchte abwarfen und nun erinnert unser Sommerwetter an tropische Gefilde mit schwülwarmen Gewitterwetter. Doch zum Glück haben wir wenigstens darauf keinen Einfluss und müssen unser gärtnerisches Können immer wieder erneut unter Beweis stellen. Da lernt man wenigstens nie aus.

So geht der CityFarm-Sommer ebenso turbulent ins Land wie unsere Witterung und fordert uns nicht minder einiges an Nerven und Arbeitskraft ab. Nun wollen wir euch mal wieder auf den aktuellen Stand bringen, denn leider lässt unsere Zeit es gerade nicht zu hier regelmäßig zu schreiben.

Sollte sich jemand berufen fühlen uns dahingehend zu unterstützen und kleine Artikel oder Videos zu verfassen, der solle sich bei uns melden. Wir sind für jede Hilfe dankbar! Gern kooperieren wir auch wieder mit Medien- und Geographiestudiengängen der Universität oder der Fachhochschule Augsburg in Form von Praktikas oder Seminarpartnerschaften!

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Grundstückssuche

Leider gibt es da nichts Neues zu melden, außer den vielen Absagen. Es stellt sich als wahrhaft schwer heraus ein neues Gelände für die Farm zu finden und zeigt was für ein Glück wir vor drei Jahren hatten, unser aktuelles Grundstück zu finden. Es bleibt nun noch ein halbes Jahr bis wir unser Gelände verlassen müssen und die Zeit rinnt uns durch die Finger wie sandiger Möhrenboden.

Calendula officinalis

Wo wird sie nächstes Jahr blühen unsere Calendula officinalis?

Wir sind bisher an Bauspekulanten, bauwütigen Amerikanern, Böden mit Altlasten, ungeklärten Besitzverhältnissen und dem Behördenapparat der Stadt gescheitert. Es bleiben leider kaum mehr Möglichkeiten übrig und ohne Unterstützung der Stadt ist es fast unmöglich etwas geeignetes zu bekommen. Zum Glück haben wir an einigen Stellen Unterstützer sitzen, die für uns kämpfen und nicht wollen, dass das CityFarm-Projekt in Ermangelung einer Fläche beendet werden muss. Aber auch stadtintern wird um Flächen gerangelt und da hat es so ein kleines Projekt wie wir schwer. Doch aufgeben kommt für uns nicht in Frage – noch ist Zeit.

Es stellt sich eher die Herausforderung wo wir unsere Tiere vorübergehend unterbringen können, falls sich bis Februar 2015 noch nichts Neues gefunden hat.

Unterstützt werden wir auch vom Lifeguide Augsburg, der Plattform für ein nachhaltiges Augsburg.

Die Journalistin Cynthia hat uns besucht und sich die Farm und ihre Zwei- und Vierbeiner angeschaut. Mittlerweile zählt sie zu den regelmäßigen Besuchern und ist ein gern gesehener Gast! Ihre Erfahrungen und Interviews mit uns, hat sie in wunderbare Artikel gepackt. Darin kommen auch andere CityFarmer und Besucher zu Wort.

Hier geht es zum Artikel

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Öffnungszeiten und Veranstaltungen

Endlich sind Sommerferien, was uns ebenso freut wie alle Schulkinder und nach den letzten Wochen, haben wir uns die Pause redlich verdient.

Drei schöne Gartenfeen. Die Schulgartengruppe der Kapellenschule zu Besuch auf der CityFarm

Drei schöne Gartenfeen.
Die Schulgartengruppe der Kapellenschule zu Besuch auf der CityFarm.

Allerdings bleibt wegen unserer Hochzeitsvorbereitungen die Farm bis einschließlich 15. August für Besucher geschlossen. Am Samstag den 16. August könnt ihr uns dann wieder zur gewohnten Zeit von 13 bis 18 Uhr besuchen.

Auch von Mitte September bis Mitte Oktober nehmen wir uns nochmal eine Auszeit und genießen unsere Flitterwochen. Auch in diesem Zeitraum bleibt die Farm geschlossen. Wir bitten euch um Verständnis.

Die nächste Veranstaltung findet am 06. September statt und ist ein Workshop zu alten Konservierungsmethoden. Wer Interesse hat zu lernen wie man Kräuter bis zum Winter frisch hält oder klassische Senfgurken einlegt, der ist an diesem Tag genau richtig! Anmeldung bitte bis zum 03. September per Email. –> muss aus familiären Gründen leider ausfallen. Wir bitten euch um Verständnis!

Das nächste und letzte Fest auf dem Gelände findet am 25. Oktober statt. Gemeinsam wollen wir für die reiche Ernte danken und die letzten Früchte aus dem Garten ernten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Ende Juni feierten wie ein wunderschönes Sonnenwendfest. Das Wetter war uns hold uns zog einige Gäste auf die Farm, die vor dem Fussballwahn in eine ruhige Oase flüchten und ein entspanntes Fest feiern wollten. Geschmückt mit Kerzen und Lichtern verzaubentführte uns die längste Nacht des Jahres in eine Zauberwelt mit Glühwürmchen, Lagerfeuer, Musik und Gesang.

Auch an diesem Tag war Cynthia vom Lifeguide dabei und hat ihre Eindrücke für euch festgehalten.

Das CityFarm-Feeling.

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Prachtvolles Gartenchaos mit Baumspinat, Borretsch, Tagetes, Ringelblumen, Chili, Paprika und Roter Gartenmelde

Prachtvolles Gartenchaos mit Baumspinat, Borretsch, Tagetes, Ringelblumen, Chili, Paprika und Roter Gartenmelde

 

Garten

Das warm-feuchte Wetter bringt unseren Pflanzen in diesem Jahr eine gute Wachstumsvoraussetzungen.
Wir wollen euch nun noch ein paar Besonderheiten aus dem Gemüsegarten zeigen, der an sich schon eine Besonderheit ist. Viele Kleingärtner würden sich wohl die Haare über das Durcheinander in den Beeten raufen. Doch unser grünes Chaos hat durchaus System und ist dieses Jahr besonders prächtig.
In Misch- und Reihenkultur nach guter und schlechter Nachbarschaft getrennt, gedeihen hier:
Russische Honigzucchini (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina) neben Wirsingkohl (Brassica oleracea convar. capitata var. sabauda L.) neben Baumspinat „Magentaspreen“ (Chenopodium giganteum), der seinem Namen alle Ehre macht!
Halb unter dem Baumspinat versteckt sich eine Reihe Paprika „Roter Augsburger“ (Gattung Capsicum) voll behangen und dadurch recht kopflastig und daneben gedieht die Buschbohne „Frauenbohne“ (Phaseolus vulgaris var. nanus). Dazwischen drängeln sich überall verschiedene Tagetes-Sorten, Borretsch (Borago officinalis) und Ringelblumen (Calendula officinalis) ans Licht.

Ildi versucht den Mais zu retten.

Ildi versucht den Mais zu retten.

 

Auf der anderen Seite des Gemüsechaoses stand bis vor 2 Tagen die Mischkultur Milpa, die drei Schwestern mit dem roten kolumbianischen Mais (Zea mays), Kürbissen (Cucurbita moschata und pepo) und Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris L.) in voller Pracht.

Süße Schwarzenbeere (Solanum burkanii)

Süße Schwarzenbeere (Solanum burkanii)

Noch niemals haben wir Maispflanzen gesehen, die 3 Meter in die Höhe schossen, prachtvolle und starke Pflanzen waren das! Naja, sie waren es bis zum Gewittersturm am Montag. Dieser fegte in derartigen Böen über die Farm, dass die Hälfte der Maispflanzen entwurzelt oder angeknickt wurden. Dabei liegt das Beet schon im Windschatten! Ärgerlich vor allem wegen der außergewöhnlich schönen, blutroten Maiskolben, die Ildi nicht nur genießen, sondern auch für die Saatguttauschbörsen vermehren wollte.

Positiv überrascht haben uns aber die Pflanzen der Jal-Tomate, Süße Schwarzenbeere (Solanum burbankii) und der Miltomate. Was jetzt rot und saftig nach Tomaten klingt, sind nur Verwandte der klassischen Solanum lycopersicum (Tomate) und bringen kleine schwarze Beeren hervor. Im Phänotyp sind die Pflanzen etwas gewöhnungsbedürftig, denn sie erinnern an heimische Giftpflanzen aus der Gattung Solanum. Doch unsere Variationen sind natürlich Kulturpflanzen und ungiftig. Die reifen Beeren sind etwa ein Zentimeter groß und hervorragend für Kuchen, Marmeladen und Chutneys geeignet.

Unreife Jal-Tomate

Unreife Jal-Tomate

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Die Jal-Tomate wie auch die Miltomate wurde auch von Arche Noah ins Sortenhandbuch aufgenommen.

Hauptzweck des ARCHE NOAH Sortenhandbuchs ist die Verbreitung seltener und gefährdeter Sorten von Kulturpflanzen, die im Handel nicht oder nicht mehr angeboten werden, mit dem Ziel ihrer Erhaltung.“ Arche Noah

Jal-Tomate und Miltomate

Passiflora edulis f. flavicarpa Foto: B.navez

Zuletzt wollen wir euch noch eine tropische Besonderheit zeigen. Die meisten von euch kennen sicher die Passiflora, auch Passionsblume genannt. Die Früchte der Passiflora heißen Maracuja und stellen eine besonders leckere tropische Frucht dar. Die Kultivierung der Passionsblumen erfordert etwas Fingerspitzengefühl, denn die Pflanzen fühlen sich trotz gegenteiliger Angaben in Büchern eher im Halbschatten von Bäumen und nicht in der Vollsonne wohl. Gern ranken sie kleine Bäumchen ein oder benötigen mindestens ein Rankgerüst. Auch das Gießen ist nicht einfach, denn es muss zwar jeden Tag aber immer nur ein Schlückchen gegossen werden. Einen Gewitterguss verkraften die Pflanzen besser als eine ganze Gießkanne voller Wasser. Daran sieht man wieder, dass auch jede Pflanze ihren eigenen Charakter hat.
Steht die Passiflora besonders günstig, dann kann es passieren dass aus den wundervollen Blüten Früchte entstehen, was in unseren Breiten außerhalb des Glashauses eine Seltenheit ist!
Eine unserer Passionsblumen, die in einer Kiste zusammen mit Estragon, Pfefferminze und einer Litschitomate gedeiht, trägt drei kleine Maracujas. Zwar ist unsere Vegetationsperiode wohl zu kurz, um diese ausreifen zu lassen, dennoch sind die Früchtchen eine Freude für das Auge – zeigen sie doch, dass es der Pflanze sehr gut geht!

Essbare Frucht der Passiflora edulis f. flavicarpa

Essbare Frucht der Passiflora edulis f. flavicarpa

Das Gartenjahr 2013 – Teil I

Gemüse SmileyLiebe Gartenfreunde,

endlich lassen wir wieder etwas von uns hören oder besser: lesen!
Aber das es gerade jetzt am Ende der Saison viel zu tun gibt, können sicher die meisten von euch nachvollziehen. Der Garten will winterfest gemacht werden, der Kompost muss noch umgesetzt werden und viele Obstbäume erwarten schon ihren neuen feschen Haarschnitt für den Winter.
Zudem hat die Schule wieder begonnen und die neuen Schulgarten- und UmweltAG-Projekte wollten geplant und begonnen werden.
Doch dies soll heute nicht unser Thema sein, sondern vielmehr möchten wir einen Blick auf das soeben endende Gartenjahr 2013 werfen. Dabei werde ich eine Bilanz ziehen. Was lief besser als vergangenes Jahr? Welche Gemüse und Früchte haben unsere Arbeit mit reicher Ernte belohnt? Was ging völlig daneben? Und so weiter…
Da viel zu berichten gibt, werden wir den Artikel in 2 Teilen präsentieren. Heute hier Teil I.

Unser Garten 2013

Unser Garten 2013 im regnerischen September

Der Winter hatte uns bis in den Mai fest im Griff, sodass auch wir die Eisheiligen herbeisehnten. Es war ein Winter mit viel Kälte und Schnee, so wie man sich einen Winter eben vorstellt – nur dass er uns etwas zu lange dauerte. Denn schon im März begannen wir mit der Jungpflanzenanzucht und Ende April glich unsere Wohnung einem Chili-, Tomaten-, und Gurkenwald. Mehrere hundert Jungpflanzen in der Wohnung sind eine dunkle Freude, denn je größer sie werden, desto weniger Licht fällt ins Zimmer.

Zeitige Freude, Helichrysum bracteatum, die Gartenstrohblume blühte seit Mai durchgehend.

Lange Freude, Helichrysum bracteatum, die Gartenstrohblume blühte seit Mai durchgehend.

Mitte April gaben wir über den Nanu! e.V. zwei Workshops zur ökologischen Jungpflanzenanzucht, die trotz der rauen Witterung sehr gut besucht waren. Mit warmen Handschuhen, Mütze und Schal zeigten wir euch wie man Saatgut natürlich beizt, Kräuterbrühen zur Stärkung einsetzt, damit auf kleinem Raum möglichst viele Jungpflanzen gedeihen. Die kurz darauf stattfindende Walpurgisnacht-Feier zum 01.Mai wurde zu einem schönen Fest mit Lagerfeuer, Stockbrot, unserem gemeinsamen Buffet und vielen spannenden, großen und kleinen Gästen. Das Wetter war uns sogar hold in jenen Tagen und bescherte herrlichsten Frühling! Dass es zwei Wochen später noch einmal eisig werden würde, konnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnen.

Alle gingen davon aus, dass der Frühling sich ab Mitte Mai von seiner schönsten Seite zeigen würde, nachdem die Eisheiligen ihre angeblich letzten Spätfröste über das Land hauchten. Auch wir gaben uns der Illusion hin, dass das Wetter sich nach dem Bauernkalender richte und nun endlich die Gartensaison anbräche. Aber nix da, die eisigen Männer stellten unsere Geduld auf die Probe und brachten 2 Wochen später noch einmal Frostnächte. Leider waren zu jenem Zeitpunkt Gurken, Zucchini, Tomaten und Co. schon ausgepflanzt. Wir konnten uns mit großen Gärtnervliesen behelfen, die großflächig unseren Garten abdeckten, um die Pflanzen zu schützen. Das bringt gut 6°C je Lage Vlies. Doch die meisten Gartenfreunde traf es hart: ein Großteil der Pflanzen erfror. Auch bei uns überlebten einige Kürbisse die kalten Nächte nicht, sodass wir eine magere Kürbisernte einfuhren.

Der Frühling startete schwerfällig und schnell zeichnete sich eine Verzögerung der Vegetationsperiode um gut zwei Wochen ab. Wir hatten den Garten der CityFarm Augsburg in diesem Jahr mit Schwerpunkt Naschgarten angelegt. Überall verteilt wuchsen auf den Beeten und in Töpfen Inkagurken, Ananaskirschen, Andenbeeren, mexikanische Minigurken namens Melothria, Birnenmelone Pepino, Physalis, Zuckererbsen, Litschitomaten und viele außergewöhnliche Tomatensorten.

Cyclanthera pedata, Inkagurke

Cyclanthera pedata, Inkagurke

Generell können wir sagen, dass der trockene und heiße Sommer natürlich den wärmeliebenden Früchten zu Gute kam. Die Inkagurke (Cyclanthera pedata), auch Ringscheibengurke genannt, überraschte uns mit am meisten! Das Wetter schien ihr sehr gut zu gefallen, besser als im vergangenen Jahr. Eine Pflanze wucherte eine Fläche von 5qm komplett zu und produzierte derart viele Früchte, dass selbst die Kids es nicht schafften auch nur eine einzige der Pflanzen leer zu naschen! Daher können wir euch dieses Jahr eine große Menge Saatgut der Inkagurke zur Verfügung stellen!

Sehr im Wachstum verzögert waren hingegen Melothria und Pepino. Melothria begann erst Ende Juli stärker ins Wachstum zu gehen und Blüten anzusetzen. Pepino trägt bis heute keine Früchte.

Die mexikanische Minigurke Melothria wurde aber dennoch zu eine ästhetisch sehr ansprechenden, zierlich rankenden Pflanze. Die Früchte sind maximal 2cm groß und erinnern an kleine Wassermelonen. Spätestens beim Naschen und Kosten der kleinen Früchte wird die Verwandtschaft zur Gurke deutlich, denn die Gattung der Melothria zählt zu den Kürbisgewächsen und erinnert geschmacklich deutlich an Gurken.
Aufgrund ihres zarten Habitus eignet sich die Minigurke unserer Meinung nach eher für Balkongärtner, da sie einfach schön anzuschauen ist und wirklich viel Wärme benötigt. 20-25°C sind optimal. Balkone, vor allem in der Stadt, bieten wärmeliebenden Pflanzen ein besonderes Klima aufgrund der Wärmespeicherung des Betons und der reflektierenden Wirkung hellen Fassaden. Ist der Balkon auch noch überdacht, entsteht in frostfreien Zeiten ein mediterranes Klima. Auch frühe oder späte Fröste gleicht ein geschützter Balkon aus.

Erntekörbchen

Erntekörbchen mit Melothria rechts neben grüner Fleischtomate

Sorgen bereitete uns dagegen die Birnenmelone Pepino (Solanum muricatum). Zwar ging diese schon im Juli ordentlich ins Kraut, doch bis Ende September hatte sie noch keine Blüten angesetzt. Schade, denn auf die Früchte des mit der Tomate verwandten Nachtschattengewächses waren wir sehr gespannt. Nun darf die stärkste Pepino im Haus überwintern, damit sie im kommenden Jahr einen Wachstumsvorsprung hat und hoffentlich Früchte tragen kann. Wir werden sie dann im Gewächshaus weiterkultivieren, denn das Freiland scheint ihr weniger zu gefallen, trotz des heißen, trockenen Sommers.
Übrigens wurde Pepino schon während der Moche-Kultur, um 700 v. Chr. in Südamerika angebaut.

Physalis eingepackt

Physalis mit Tomatenhaube in der Hoffnung, dass die Früchte noch nachreifen.

Besonders beliebt zum Naschen waren in diesem Jahr die Ananaskirschen (Physalis pruinosa). Wie der Name schon sagt, gehört dieses Gewächs in die Gattung der Physalis, der Blasenkirschen. Ihr Aussehen ist der klassischen Physalis (Physalis peruviana L.), auch Kappstachelbeere genannt ähnlich, nur ist sie im Wuchs kleiner und auch die Früchte sind nur kirschgroß. Der Geschmack jedoch ist absolut umwerfend! Die Früchte schmecken süß und deutlich nach Ananas. Eine Pflanze trägt, über den Sommer verteilt, im Schnitt vier Doppelhände voll der kleinen orangenen Kirschen.
Im Anbau ist sie sowohl im Topf, wie auch auf dem Beet absolut unproblematisch, nur auf ausreichende Wasserversorgung sollte geachtet werden, sonst wirft die Pflanze ihre Früchte vorzeitig ab. Aber selbst die halbreifen grünlichgelben Kirschen sind ein Geschmackserlebnis. Im Gegensatz zur klassischen Physalis sind mittlerweile alle Früchte der Ananaskirsche abgereift. Um ein eventuelles Nachreifen der Physalisfrüchte zu begünstigen, haben wir ihr eine Tomatenhaube übergestülpt.

Positive wie auch negative Überraschungen hielten in diesem Jahr die Bohnen für uns bereit. Bis in den September hinein trug unsere Stangenbohnensorte Blauhilde, die wir auch in der Milpa einsetzen, sehr reichlich Früchte. Einem Befall von der schwarzen Bohnenlaus konnten wir mit Brennnesselbrühe und Spinnmilben mit einer Chili-Knoblauch-Brühe Herr werden. Doch dem Befall von Uromyces appendiculatus, dem Bohnenrost, hatten wir nichts entgegenzusetzen. Ab September, mit steigender Luftfeuchte, breitete der Pilz sich rasend schnell im Bestand an der Bohnenlaube aus. Der Befall ist noch immer derart akut, dass selbst die Bohnen unansehnliche Rostflecken aufweisen, wie ihr auf dem Bild rechts sehen könnt. Diese Pflanzen werden wir nicht kompostieren, sondern als Feueropfer den Bohnengeistern darbringen, kurz gesagt: wir verbrennen sie.

Feuer- und Buschbohnen auf den anderen Beeten waren nicht betroffen, auch nicht die Blauhilden der Milpa, welche am Mais empor rankten. Wahrscheinlich haben wir den Befall mit Uromyces appendiculatus selbst mitverschuldet, da wir im zweiten Jahr in Folge an der gleichen Stelle Bohnen anbauten. Im kommenden Jahr werden dann wohl Inkagurken die Bohnenlaube in ein schattiges Plätzchen verwandeln.

Uromyces appendiculatus auf der Bohne

Uromyces appendiculatus auf der Bohne

Befall vom Pilz Uromyces appendiculatus, dem Bohnenrost auf Blatt

Befall vom Pilz Uromyces appendiculatus, Bohnenrost

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Positiv überraschte uns die Feuerbohne (Phaseolus coccineus), auch Prunkbohne genannt. Die Pflanzen wachsen am Maschendrahtzaun empor und rankten auch einen Sonnenblume komplett ein.

Riesige Feuerbohnen wachsen an der Sonnenblume.

Riesige Feuerbohnen wachsen an der Sonnenblume.

Die leuchtenden Blüten der Feuerbohnen, aufgrund derer sie ihren Namen tragen, bildeten einen herrlichen farblichen Kontrast auf den hinteren Beeten.
Da wir einen Teil der Bohnen gern als Trockenbohnen im Winter verwenden, ließen wir den Feuerbohnen freies Wachstum. Wir haben nicht schlecht geschaut, als uns die riesigen Bohnenhülsen eines Tages auffielen. Sie sind bis zu 40 cm lang! Die Größe und Anzahl der Bohnen im Inneren bleibt noch abzuwarten, da auch die Feuerbohnen sich im Wachstum verzögerten und noch immer nicht voll ausgereift sind.

Das sollen nun heute genug der Gärtnererfahrungen sein. Im zweiten Teil des Saisonrückblicks wollen wir euch von frechen Spatzen und ausbrechenden Hühnern, nicht blauen Schlumpf-Tomaten und leckeren grünen Fleischtomaten sowie von Eierfrüchten, Mais und Co. berichten.

Gern dürft ihr uns eure eigenen Erfahrungen als Kommentar mitteilen. Denn uns interessiert wie kleinräumig unterschiedlich die extremen Wetterlagen sich auf eure Gärten und Balkone ausgewirkt haben.
Im Garten lernt man eben nie aus, ein nicht versiegender Quell des Wissens und der Erfahrung. Man kann noch so viele Bücher wälzen und klug daherschwätzen, die praktische Umsetzung ist nochmal etwas anderes und unglaublich spannend!

letzte Ernte

Letzte Ernte vonbStangenbohne Blauhilde, Zitronenkürbis, Saatbohnen Buschbohne „Eckendorfer Rotsprenkel“ und unserem Indianermais „Cherokee White Eagle“