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Sonne, Sommer, CityFarm-Zeit!

Liebe CityFarm-Freunde,

na, seit Ihr schon im Sommer angekommen? Wir schon längst! In unserem Garten wuchert alles: die Obstbäume biegen sich wortwörtlich vor Früchten, noch nie hatten wir eine derart üppige Beerenernte und die ersten Tomaten sind auch schon reif!

Wenn Ihr uns besuchen wollt, habt ihr am kommenden Samstag, dem 07. Juli zwischen 14 und 18 Uhr zur offenen Gartentür die Chance dazu. Nach dem dringend notwendigen Regen, wird sich dann auch wieder die Sonne zeigen.

Aber bitte denkt daran, dass es ein normaler Arbeitstag für die CityFarmer ist und alle trotz der Besucher ihren Aufgaben nachkommen müssen. Natürlich dürft Ihr mit anfassen und helfen oder Euch einfach nur im Garten entspannen.

Seit unserem letzte Artikel hat sich auf der Farm Einiges getan. Davon wollen wir Euch nun berichten.

Kaninchen:
Unsere Kaninchenbande hat dreifachen Riesenzuwachs bekommen. Nachdem Lakhsmis Kumpel seinem Alter erlag, entschlossen wir uns wieder Riesenkaninchen anzuschaffen.

Ankunft der neuen Hoppler.

Die Suche nach geeigneten Tieren gestaltete sich anfangs etwas schwierig, da die meisten „Züchter“ auf schnelles Fleischwachstum und eine hohe Anzahl an Jungtieren wert legen.
Darunter leidet jedoch oft die Lebenserwartung, die Tiere sind anfällig und werden schnell krank.
Vor Jahren erlebten wir dies ja schon bei unserem ersten Riesenkaninchen Sally (sie erlag dem Gebärmutterkrebs).
Schließlich fand Ildi die Freilandriesen Tübingen. Dort werden die Tiere artgerecht gehalten, auf Robustheit und Gesundheit gezüchtet und gut sozialisiert abgegeben.

Eine Züchterin, die Ihre Tiere nicht eingepfercht in dunklen Buchten hält, wo die Mutter vor ihren Jungtieren nicht flüchten kann (Kaninchenmütter gehen nur 2-3x am Tag zu ihren Jungen ins Nest um sie zu säugen, ansonsten zieht sie Ruhe und ein entspanntes Kaninchendasein vor).

Eine Züchterin also, der es um gesunde Tiere in einer Umgebung, die den Bedürfnissen der Kaninchen (Platz zu hoppeln, buddeln und grasen, Kumpels und Grünfutter) gerecht wird.
Genau das was wir gesucht haben!

Die linke Dame sucht noch einen Paten.

Wer die Kunst beherrscht, zwischen den Zeilen zu lesen, dem dürfte spätestens jetzt klar sein, dass wir uns gegen die klassische Kaninchenhaltung und -zucht in Buchten und Käfigen aussprechen!

Es dauerte daher nicht lange, bis drei wunderschöne Jungtiere ausgesucht waren und auf der Farm einzogen. Zwar brach unsere alte Lady Lakhsmi anfangs weniger in Begeisterung aus, nach wenigen Wochen hatte sich die Abneigung jedoch gelegt.

Heute liegen die vier Mädls kuschelnd beieinander, putzen sich, flirten mit den Jungs nebenan und genießen das Farmleben.

Zwei der neuen Wackelnasen haben sogar schon Paten gefunden und von ihnen einen Namen erhalten. So heißt die etwas schüchterne Bunte Brunhilde und wir hoffen, dass der Name irgendwann Programm wird.
Die andere haselnussbraune Kaninchendame erhielt den Namen Chocolate.
Wer Interesse hat der Dritte im Hoppelbande zu werden, der darf sich gern bei uns melden.

Kommen wir zum nächsten tierischen Ereignis.
Schafe:

Ildis stolz mit Jan Hartmann und ihrem ersten geschorenem Schäfchen.

Jedes Jahr wieder haben wir Probleme einen Schafscherer zu finden.
Dies soll nun ein Ende haben, denn Ildi hat sich von Deutschlands erfolgreichsten Schafscherer Jan-René Hartmann von Das Hüteteam in einem Einzelseminar das Scheren beibringen lassen.

Es ist körperlich enorm anstrengend, da das Schaf nur mit den Beinen gehalten wird und der Rücken alles andere als gerade dabei ist aber es macht riesig Freude!
Mittlerweile hat sie auch schon die Schafe des befreundeten Jugendhaus Lehmbaus in Hochzoll geschoren.
Wenn die Schafe richtig sitzen, dann zappeln sie auch nicht (mal abgesehen von dem ein oder anderen Charakterschw… wie Fritzi vom Lehmbau) und können schnell und effizient von ihrer Wolle befreit werden.

Was danach mit der Wolle geschieht, seht Ihr auf dem nächsten Bild. Entweder filzen wir damit, z.B. diese wunderschönen Sitzfellchen, oder unsere Spinnerin Inge verwandelt die Vliese im wunderbare Wollknäule.

Wem die Sitzfellchen besonders gut gefallen (die ja meiner Meinung nach viel zu schade zu drauf sitzen sind), der hat am 4. August die Chance an unserem Sitzfellchen-Filzkurs teilzunehmen. Noch sind Plätze frei. Mehr dazu unter Termine.

Gefilzte Veggie-Fellchen


Vom 18. Juni bis 01. Juli standen unsere Schafe Träumer, Sugar, ihre Schwester und Ori wie im vergangenen Jahr auf der Uni-Heide.

Luna alias Stinktier auf der Uni-Heide.

Was die Uni-Heide ist?
Es handelt sich um die Grünanlage um das Wissenschaftszentrum für Umwelt (WzU) an der Universität Augsburg.
Dort wurde im Rahmen des Programms „Grüne Lern- und Arbeitsinseln“ der Didaktik der Biologie in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband Augsburg (LPVA) und dem WzU vor einigen Jahren eine Lechkiesheide angelegt.

Seit 2017 dürfen unsere Tiere die ca. 1000 m² über das Projekt „Weidestadt Augsburg“ des LPVA abweiden.
Zusätzlich wird die Fläche im Herbst von Studierenden mit der Sense gemäht.

Die Maßnahmen spiegeln sich in einem herrlichen Blütenflor der Lech-Heiden wieder.
Gleich im Anschluss sollten die Tiere auf eine weitere Wiese neben der ESG-Cafete (Evangelische Studentinnen- und Studentengemeinde Augsburg) ihre Arbeit erledigen.

Wir sahen uns jedoch gezwungen die Beweidung zu unterbrechen, da an einem Wochenende Krawalle im Eck aufgrund eines umstrittenen Parteitags befürchtet wurden. Das Risiko, dass unseren Tieres was passiert, wollten wir auf keinen Fall eingehen!

Träumer sieht das alles ganz entspannt.

Daher startet die Beweidung der ESG-Fläche erst am kommenden Montag.

Wir hoffen, dass alles gut geht, denn es ist das erste Mal mitten in einem Wohngebiet.
Aber die Schäfchen sind in der Regel weder laut noch riechen sie.
Wenn sich alle Mitbürger an die Hinweise am Zaun halten, werden Träumer und Co. hoffentlich eine Bereicherung für das Viertel.

 

Hühner

Zwar war es im Frühjahr schon sehr hochsommerlich, jedoch meinten unsere Hühner mit ihrer Eierlegetätigkeit noch etwas zu warten. Aus Ungeduld vergrößerten wir unsere Gackerschar schließlich um 8 gesunde, vitale Jungtiere, die wir bei Geflügel Lappberger holten.
Im Juni fingen die ersten der Neuen schon an Eier zu legen! Natürlich zogen alle anderen bald nach, sodass wir unsere CityFarmer nun wieder mit Eiern versorgen können.

Neue Hennen: die Trumpi-Schwestern aus der Rasse der Sulmtaler.

Wir dachten dieses Jahr schon, dass sich wohl keine unserer Hennen hinsetzen und brüten würde. Scheinbar hatten die Wetterkapriolen auch ihre innere Uhr etwas durcheinander gebracht.

Normalerweise fangen jedes Jahr eine oder zwei Damen an zu glucken. Als wir nun schon gar nicht mehr damit gerechnet hatten, entschied sich doch ein Huhn den Versuch zu wagen.

Knapp vier Wochen später schlüpften 5 kunterbunte Bibberle aus den Eiern.

Die Idee Glucke und Küken erst einmal von den anderen abzusondern, erwies sich schnell als nicht realisierbar.
Zwar zogen wir einen kleinen Zaun, der aber von der Mutter fast sofort überflattert wurde.
So standen nun auf der einen Seite die schreienden Flauschbälle und auf der anderen Seite die schreiende Mutter, der es überhaupt nicht in den Kopf ging, warum ihre Kinder ihr nicht folgten.

Das Geschrei sahen wir uns 2 Tage an und entfernten die Barriere wieder. Seit dem laufen Mama und Bibberle zusammen mit der restlichen Schar frei durch das Gehege.

Die Befürchtung die Henne würde sich der Schar anschließen und ihre Jungen vergessen, bestätigte sich nicht.
Im Gegenteil, sie schulte ihre Wehrhaftigkeit gegenüber ungeliebten Hühnerkollegen und hält mit einem kreischenden Fauchen, wobei sie alle Federn aufstellt, sogar unseren Kater Mio fern (er war unsere größte Sorge).

Unsere Flauschbällchen mit fürsorglicher Mama.

Heufest 22. Juli 2018

Bald findet wieder unser beliebtes Heufest statt. Am Sonntag dem 22. Juli von 14 bis 18 Uhr ist es soweit. Wir haben für Euch wieder ein buntes Programm zusammengestellt.

Die Tomatensaison auf der Farm hat begonnen!

So wird uns das Forschermobil der Umweltstation Augsburg besuchen, ihr könnt spinnen und schmieden mit Detlef und Inge, es wird einen Bücherflohmarkt (bei gutem Wetter) und eine Tomatenverkostung geben!

Da uns die Friedhofsgärtnerei Blumen Schlegel (unsere lieben Nachbarn) dieses Jahr einen Teil ihres großen Gewächshauses zur Verfügung stellen, können wir fast 50 Tomatensorten vermehren! Tausend Dank Euch dafür, liebe Gärtnerfreunde!!!

Je nachdem was schon reif sein wird, dürft Ihr die verschiedenen Sorten kosten und natürlich bewerten. Wir sind schon sehr gespannt auf Eure Urteile und werden daraus ableiten, welche Sorten wir weiterhin anbauen und als Jungpflanzen auf dem Frühlingsfest 2019 anbieten.

Für das Heufest werden wir aber noch einen extra Artikel verfassen, den dieser hier ist nun lang genug.

Wir wünschen Euch schöne, sonnige Tage!
Eure CityFarmer

Chocolate heißt Euch zum Heufest willkommen!

 

 

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Die neue Farm im Juli

Hallo liebe CityFarm-Freunde,

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Der erste Nachwuchs auf der neuen Farm.

nun ist endlich der Grundaufbau der neuen Farm geschafft! Die Hütten stehen, der Garten ist in groben Zügen angelegt und die Tiere haben sich hervorragend eingelebt. Zwar gibt es immer noch richtig viel zu tun aber der schlimmste Aufbaudruck entspannt sich so langsam und wir beginnen endlich das neue Grundstück zu genießen.

Heute haben wir ein paar Infos für euch, wie es uns auf dem neuen Gelände ergeht.

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Der Boden

Es ist groß, sehr groß. Von 600 qm wechselten wir auf 1500qm, die nun auch bewirtschaftet werden wollen. Vor allem im Garten sieht man, dass wir bisher nur begrenzt Zeit für Boden und Pflanzen übrig hatten. Obwohl auch wir das wöchentliche Hacken im Garten empfehlen, konnten wir dies selbst nicht umsetzen, obwohl es dringend nötig gewesen wäre, wir wir jetzt erkennen. Schrumpfungsrisse (durch den extrem hohen Lehmgehalt im Boden) von mehreren Zentimeter Breite und bis zu 50cm Tiefe durchziehen die Farm und zeigen wie ausgetrocknet alles ist.
Da der Boden neu aufgeschüttet und ein Erdkörper in der Größe von 100 LKWs moduliert wurde, ist natürlich noch keine Struktur eines normalen Gartenbodens vorhanden. Die Erde unter unseren Füßen arbeitet, setzt sich, sackt zusammen und wird nur langsam von der Oberfläche eingewurzelt. Mit den Pflanzen und dem Wasser kommt auch das weitere Leben in Schwung, von Mikroorganismen und Regenwürmern im Boden bis hin zu bestäubenden Insekten und Wühlmäusen, auch die Risse würden weniger. Doch einer dieser Faktoren fehlt gerade, das Wasser, am besten von oben.

Wassermuli der Gärtnerei Schlegel am Nordfriedhof

Wassermuli der Gärtnerei Schlegel am Nordfriedhof

Da unter unseren Füßen vieles vergraben liegt, von dem wir besser nicht wissen wollen was es ist, können wir keinen Brunnen schlagen und Wasseranschluss gibt erst einen Kilometer entfernt. So war uns von Anfang an die schwierige Wassersituation bewusst. In einem normalen Jahr (was auch immer noch „normal“ ist) regnet es ausreichend, sodass mittels cleverer Regenwassersammelsysteme genügend Wasser für die Bedürfnisse eines größeren Gartens aufgefangen werden kann. Blöd aber, wenn es dann monatelang nicht regnet!
Dabei gießen wir schon so gut wie gar nicht, um die Pflanzen dahin zu erziehen möglichst tief zu wurzeln und sich das Wasser selbst aus tieferen Bodenschichten zu holen. Lediglich die Töpfe, Tonnen und Hochbeete benötigen ab und an zusätzliches Wasser.
Doch da die Trockenheit über dem nördlichen Augsburg schon viele Wochen andauert, ist auch in jenen tieferen Bodenschichten kein Wasser mehr gebunden. Um euch zu verdeutlichen wie prekär sie Situation ist, möchte ich euch von den schönen großen Weiden erzählen, die unseren Wegesrand säumen. Noch vor 2-3 Wochen standen die Bäume in saftigem Grün und streuten ihre Samen in weichen Fluscheln über die Farm.

Die Pflanzen danken für das Wasser! Und wir natürlich auch.

Die Pflanzen danken für das Wasser! Und wir natürlich auch.

Heute kommt eher Verwirrung auf, wenn man den Weg betrachtet und kurz nicht mehr weiß, in welcher Jahreszeit wir uns befinden. Zumindest bis der Schweiß in der Sonne wieder aus allen Poren quillt. Die stattlichen Bäume werfen in großen Mengen ihre Blätter ab, weil sie diese nicht mehr mit Wasser versorgen können und vermitteln damit einen spätherbstlichen Eindruck. Auch die Wiese nebenan, auf der wir Kaninchenfutter sensen erinnert an die gelben Steppen Zentralasiens oder an die ungarische Pußta. Man meint dort wüchse direkt das trockene Heu aus dem Boden.
In unserer Verzweiflung besuchte Benni dann die Gärtnerei Schlegel, unsere nächsten Nachbarn.
Sogleich konnte er tatkräftig mit beim Entladen eines LKWs helfen und damit einen Grundstein für gute nachbarschaftliche Beziehungen legen. Da einer Gärtnerei die Bedeutsamkeit von Wasser klar ist, organisierte Frau Schlegel sogleich den ersten Wassertransport mit dem Friedhofsmuli. In der Mittagspause und noch vor Arbeitsbeginn am morgen pumpten die guten Gärtner-Feen unsere IBC-Container am Hühnerstall voll.

So konnten wir in der letzten Woche unsere Pflanzen vor dem Vertrocknen bewahren und die ganze Farm mehrmals durchgießen. Die Zucchinis bedanken sich mit riesigen Früchten und auch die Beerensträucher, von denen einige der Weiden draußen vor dem Tore glichen, erholen sich langsam aber sicher.

Liebe Gärtnerei Schlegel, wir danken euch von ganzem Herzen für eure Hilfe und Unterstützung!

http://www.blumen-schlegel.de/

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Buntes Blühen im Garten. Wilde Ecken sind eine Bereicherung für die Artenvielfalt und man kann immer wieder ein neues Kraut entdecken.

Buntes Blühen im Garten. Wilde Ecken sind eine Bereicherung für die Artenvielfalt und man kann immer wieder ein neues Kraut entdecken.

Der Garten ist also gerettet und erstaunt stellten wir fest, dass Ackerun- und -beikräuter mit wesentlich weniger Wasser auskommen. Auch die Artenvielfalt dieser Kräuter ist beeindruckend und zeigt, dass der Boden vorher nicht rein konventionell bewirtschaftet wurde, sonst fände sich nicht eine derartige Vielfalt an Samen im Boden. Hier ein paar Beispiele, was bei uns alles wild wächst und gedeiht:

Allen voran die Ackerkratzdisteln (Cirisium vulgare), Ackergauheil (anagallis arvensis), Ackerwinde (Convolvulus arvensis), Ampferknöterich (Olygonum persicaria), Floh-Knöterich (Persicaria maculosa), Gewöhnliches Eisenkraut (Verbena officinalis ), Gewöhnliches Leinkraut (Linaria vulgaris), Gundermann (Glechoma hederacea), Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris), Klatschmohn (Papaver rhoeas), Kompasslattich (Lactuca serriola), Kornblume (Centaurea cyanus), Melde (Chenopodium album), Traubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris), Wilde Möhre (Daucus carota)…

Zwar legten wir schon zu Beginn die ersten Beete und Feldchen an, doch in allen anderen Ecken darf die Wildnis sprießen. Wir versuchen das Leitunkraut in den Griff zu bekommen und vor dem Aussamen zu entfernen, jedoch kommen wir nicht hinterher. Dafür blüht es überall im Garten, nicht nur die Blumenbeete locken zahlreiche Insekten an, auch die wilden Ecken bieten einen Gaumenschmaus für Hummeln, Bienen, Schmetterlinge, Heuschrecken und co.

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Unsere Tiere

Nachdem jetzt schon einige Monate seit dem Umzug verstrichen sind, haben sich unsere Zwei- und Vierbeiner gut eingelebt. Die jungen Kaninchenwelpen entwickeln sich hervorragend, die beiden neuen Riesenkaninchen (ein Geschenk unseres Imkervaters Viktor) machen ihrem Namen so langsam alle Ehre und die neu zusammengestellte Hühnerschar hat das neue Gehege und den großen Stall erobert. Doch leider gab es auch Verluste, die aber weniger dem Umzug sondern eher der hühnerischen Schusseligkeit zuzuschreiben ist. Unser wunderschöner, fürsorglicher Hahn Dino hat uns verlassen. Er muss wohl im Freudentaumel über seine riesige Hennenschar nachts von der Stange gefallen oder tagsüber beim Jagen und … derselben gestützt sein und hat sich traurigerweise ein Beim angebrochen. Wenn Hühner sich die Beine brechen, ist das genauso ein Todesurteil wie für Pferde. So mussten wir unseren langjährigen Freund von seinem Leid erlösen.

R.I.P. Du wirst uns fehlen alter Freund!

R.I.P.
Du wirst uns fehlen alter Freund!

Ruhe in Frieden Dino, dich wird kein anderer Hahn ersetzen können!

Die Hühnerschar ist seit dem ein wenig wirr unterwegs, unorganisiert, unstrukturiert und zickig. Der Unterschied ist deutlich zu sehen, selbst für CityFarmer, die sonst weniger mit den gackernden Freunden zu tun haben. Da aber über unseren Häuptern zahlreiche Greifvögel ihre Runden drehen, brauchen wir dringendst wieder einen Gockel, der die Schar zusammenhält, vor Gefahren warnt und den sozialen Frieden unter den Hennen wieder herstellt.

Zickenkrieg im Hühnerstall. Nur ein Hahn bringt wieder Ruhe auf die Stange!

Zickenkrieg im Hühnerstall. Nur ein Hahn bringt wieder Ruhe auf die Stange!

Wenn ihr jemanden kennt, der einen stolzen Gockel zu viel hat, dann meldet euch schnellstmöglich bei uns. Das sind unsere Anforderungen an den Gockel:

– groß und kräftig soll er sein/werden – auf keinen Fall ein   Zwerghahn, er wäre der Erste der von den Greifern geholt wird und die Hennen würden ihn fertig machen

– nicht aggressiv, aggressive Hähne landen auf dem Grill!

– sollte aus einer Schar mit Hahn kommen, damit ihm seine  Aufgaben klar sind – einlernen is nich

– und er soll schön aussehen, mit glänzendem Gefieder, am besten mehrfarbig

– nicht weiß, weiße Tiere werden von den Greifvögeln bevorzugt

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Bauarbeiten

Die nächsten größeren Arbeiten sollen bis Mitte August erledigt sein. Dazu gehört der Bau einer Sommerküche aus Paletten, einer Komposttoilette, eines Grillofens und diverser Gartenmöbel und Sitzecken.
Vor Kurzem entstand die Sitzecke „Ülzen“, zwischendrin nochmal teilweise vom Sturm gebeutelt, kann man nun hinten im Garten vor Sonne und leichtem Regen geschützt in der Hängematte verweilen. Schattenplätze sind noch sehr rar bei uns, eigentlich gibt es nur 2 ½ Möglichkeiten sich in den Schatten zu setzen. Strohhüte sind somit unerlässlich beim arbeiten.
Unsere Obstbäumchen müssen noch einiges an Größe zulegen, bevor deren Kronen unsere glühenden Hirne schützen. Daher freuen wir uns wie Schneekönige, wenn ihr ungenutzte Sonnenschirme oder Sonnensegel rumliegen habt, die eine neue Verwendung suchen. Wir nehmen sie euch dankend ab! Die starke Sonne von oben und der sich zusätzlich aufheizende dunkle Boden bruzeln uns tagein tagaus. Der Vorteil ist eine traumhafte Standbräune, für welche viele Menschen extra in den Urlaub fahren.

Welcome to Ülzen. Please relax and enjoy!

Welcome to Ülzen.
Please relax and enjoy!

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Zu Guterletzt hier noch der Link zu ATV, denn wir durften vor Kurzem die Farm im Flimmerkasten vorstellen.

http://www.augsburg.tv/mediathek/video/city-farm-augsburg/

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Nun denn, wir müssen wieder an die Arbeit.

Wir wünschen euch noch ein paar traumhafte Sonnentage. Die Ferien sind nicht mehr weit!

Bis bald

Euer CityFarm-Team

Aufgrund der Nachfrage hier nochmal der Spenden-Link:

https://www.betterplace.org/de/projects/25527-neuaufbau-der-cityfarm-augsburg/

Die CityFarm im Frühling

Schöne Augenblicke im verregneten Frühjahr

Schöne Augenblicke im verregneten Frühjahr

Obwohl der Frühling eher einem kleinen November gleicht und man sich am liebsten in Bett verkriechen möchte, regt sich auf der CityFarm das Leben. Es hat sich seit dem Winter einiges getan.

Zum Beispiel bekam Ildi von den Männern ein Anlehngewächshaus für ihre Tomaten und Paprika. Dafür bauten die Bastler ein Holzgestell direkt an die Hüttenwand an und überzogen es mit Noppenfolie. Was ein vorübergehendes Provisorium sein sollte, hat sich als feste Installation bewährt. So schnell wird Ildi ihr Gewächshaus nicht mehr abbauen wollen, denn so tolle Tomatenpflanzen wie darin sieht man selten.

Es grünt und blüht auf der Farm und steht dem grauen Wetter mit bunter Farbenvielfalt entgegen. Dank einer wöchentlichen Blumenspende von einem großen Gartenmarkt erblüht die Farm in farbenfroher Pracht.

Auch die Beete sind bestellt und bepflanzt. Es wachsen wieder viele alte und selten Gemüsesorten auf der Farm. Dieses jahr liegt der Schwerpunkt als Naschgarten. Inkagurke, Ananaskirsche, Andenbeere, Melothria, Pepino, Physalis und mehr warten auf wärmere Tage, um richtig loslegen zu können. Das kalte Wetter führt leider zu Wachstumsverzögerungen. Nur der echten Wildtomate scheint es nichts auszumachen, sie wächste und blüht was das Zeug hält! Da wird es in vielleicht 5 Wochen die allerersten Wildtomaten zu naschen geben!

Danke Dehner für die Blumenpracht!

Danke Dehner für die Blumenpracht!

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Trendsetter Hennen

Neben den Blumen ziehen andere Bewohner der Farm alle Blicke auf sich und sind fast schon eine Attraktion, unsere Hühner.

Nicht, dass Hühner ansich überaus aufregend und spannend wären, es sind eben Hühner deren Tagesgeschäft aus picken, scharren, kacken und rumlaufen besteht. Dennoch sind sie ein Blickfang, denn 4 der 5 Hennen tragen bunte Kleidchen.

Die große „WARUM“-Frage, die sich gerade in eurem Kopf entwickelt, soll sogleich beantwortet werden.

Vor wenigen Wochen gab es zwischen den Hähnen Dino und Caspar-David-Friedrich einen Streit, höchstwahrscheinlich ging es dabei um die Vorherrschaft über den Harem. Bis dahin verstanden sich beide sehr gut und trugen ihre Wettstreite lediglich im Krähen aus. Doch dann wurde leider ein ernsthafter Kampf daraus, den der bisherige Haremsmeister Caspar David Friedrich haushoch gegen Dino verlor.

Modediva par exellence

Modediva par exellence

Seit dem steht Dino den Hennen vor und wir müssen sagen, er kümmert sich rührend um seine Schar und die Hennen lieben ihn, meistens.

Wenn ihr unseren Dino schon kennt, dann wisst ihr um seine überaus seinen starken Körperbau und seine überaus kräftigen Schenkel. Leider sind auch seine Füße mit den Krallen entsprechend kräftig ausgestattet. Er sieht eben aus wie ein kleiner Dinosaurier und auch seine Geräuschkulisse passt dazu.

Wenn Dino nun meint seine Hennen lieben zu müssen, geht er leider nicht sehr zärtlich vor, im Gegenteil. Dinos Liebe zu den Hennen kostete ihnen leider die nach der Mauser frisch nachgewachsenen Federn am Rücken. Daher entschlossen wir uns den Mädls Kleidchen anzuziehen.

Genäht hat diese unsere Freundin Nini. Danke dir dafür!

Mit Gummibändern sind die Kleidchen an den Flügeln befestigt und schmiegen sich modisch an die Körperform der Hühner an. Die aktuellen Trendfarben Grün, Blau, Rosa und gemusterte Erdfarben machen die Hennen zu Trendsettern unter dem Geflügel. Zur Gefiederpflege und zum Sandbaden dürfen die Damen natürlich unbekleidet auftreten.

Zusätzlich stutzten und feilten wir Dinos Krallen rund und trennen ihn gleich morgens von den Mädls.

Die Erfolge sind schon zu sehen! Die ersten Federn entfalten sich unter den Kleidchen! In 2 Monaten müsste das Gefieder wieder vollständig nachgewachsen sein und die modischen Gewänder können abgelegt werden.

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Salli´s und Scarface Nachwuchs sind da!

Die glücklichen Eltern Salli und der kleine Scarface

Die glücklichen Eltern Salli und der kleine Scarface

Am 28. Mai 2013 wurden wir Eltern! Salli bracht 8 gesunde, proppere Welpen auf die Welt. Entgegen aller Befürchtungen entpuppt sich unser Riesenkaninchen bei ihrem ersten Wurf als Übermutter. Denn leider kommt es oft beim ersten Wurf zu Komplikationen und im schlimmsten Fall überleben nicht alle Jungtiere.

Doch Salli hat ihre Jungen in ein großes Nest aus Unterfell gewickelt, säugt regelmäßig und ist äußerst aggressiv gegenüber Eindringlingen. Selbst ihren geliebten Benni attackiert sie, wenn er die Nestkontrolle machen will.

Noch sind die Welpen nackt, blind und ihre Körperkoordination kann am ehesten als zwapseln bezeichnet werden. Warm und sicher eingepackt bleiben die kleinen nun ca. 3 Wochen im Nest, bis sie beginnen das Gehege zu erkunden.

Wenn sie in etwas mehr als einem Monat munter umherspringen können, dürfen die Knirpse mit ihrer riesigen Mama die erste Entdeckungstour auf der Farm starten.

Fotos können wir euch bald an dieser Stelle präsentieren!

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Neue Mitbewohner

Neben den Welpen Sallis gibt es weitere neue Mitbewohner auf der Farm. Es sind so genannte Kulturfolger, die dem Menschen in die Siedlungsgebiete folgen, weil sie dort oft bessere Lebensbedingungen vorfinden als in der ausgeräumten Kulturlandschaft.

So einen Ort scheint unsere Kräuterspirale darzustellen. Vielen unterschiedliche Gesteine, die Salbeikiesfläche, Totholz und der Aufbau mit vielen Schlupflöchern hat ein Zauneidechsenpärchen angelockt. Der neue Lebensraum gefällt ihnen und sie haben sich fest eingemietet.

Unser Zauneidechsenmännchen

Unser Zauneidechsenmännchen
Foto: Florian Gierke

Oft sieht man beide sich auf ihren Lieblingssteinen in der Sonne räkeln, wenn denn die Sonne hinter den Wolken hervorkommt. Sie haben kaum Scheu vor dem Menschen, insofern er nicht versucht sie zu berühren. Im Gegenteil, es scheint als würden sie uns beobachten, wenn sie stundenlang auf Holz und Steinen ruhen, sie genießen wohl das Menschenkino auf der Farm.

Das Zauneidechsenweibchen

Das Zauneidechsenweibchen

Das leuchtend grüne Männchen ist mit Schwanz zwischen 15 und 20 cm lang, das braune Weibchen etwas kleiner. Auch scheint Madame Eidechse Nachwuchs zu erwarten, denn ihr Körper ist recht dick, wie von Eiern gefüllt. Da lassen wir uns gern überraschen, ob irgendwann viele kleine Eidechsen auf der Kräuterspirale umhersausen.

Zu Fressen gibt es in diesem Jahr mehr als Genug, denn zur Leibspeise zählen Ameisen, Käfer, Spinnen und auch mal ein Regenwurm. Leider sind die Eidechsen selbst die Leibspeise von Amseln, von denen mittlerweile eine große Familie auf der Farm lebt.

Im zeitigen Frühjahr begann ein Amselpärchen in unserem Werkzeugschuppen direkt auf dem Werkzeug ein Nest zu bauen. Leider war das nicht lange von Bestand, denn wir brauchen täglich unsere Arbeitsgeräte. So zog das Amselpärchen in die Hütte und baute dort in einer Rolle Kaninchendraht.

Das Amselnest

Das Amselnest

Doch auch dort hatten die beiden nicht die erwünschte Ruhe, sodass sie noch einmal umzogen und auf dem alten Trockenschrank ihr Nest bauten. Obwohl wir täglich in ca einem Meter Abstand vorbeiliefen, waren sie in 2 Meter Höhe gut versteckt.

So konnten wir vom Nestbau an alles verfolgen. Als die Eier gelegt waren, saßen die Amseleltern immer abwechselnd auf dem Nest und fütterten sich gegenseitig. Nach einigen Wochen schlüpften die Jungtiere und machten mit lautem Gepiepe auf sich aufmerksam. Die Eltern hatten nun alle Schnäbel voll zu tun, um die hungrigen Mäuler zu stopfen.

Und dann eines Tages war das Nest leer. Doch auf den ersten Schreck eine Katze oder ein Marder könnten die Tiere gefressen haben, folgte die Erleichterung. Mama und Papa Amsel sammelten noch immer im Garten Schnäbel voller Würmer und brachten sie auf das Nachbargrundstück. Dort gibt es keinen Menschenverkehr und die pluschigen braunen Amselkinder können ungestört das Flattern und Hüpfen üben.

Amseljunges Foto: wikicommons-Romate

Amseljunges
Foto: wikicommons-Romate

Doch auch bei uns gilt das Gesetz der Natur, Fressen und Gefressen werden gehören zum Alltag. So ließ sich an einem schönen Frühlingstag eine schöne Krähe im Pflaumenbaum nieder und beobachtete die jungen Amselkinder. Eines wagte sich zu hoch auf den Holzstapel hinaus. Das Geschehen dauerte nur Sekunden, der Krähe stieß sich ab und schnappte die kleine Amsel schneller als man schauen konnte. Da stürzten gleich die Amseleltern hinterher und attackierten den großen Vogel. Doch dieser ließ sich nicht beirren, auch Gezeter und Geschrei der Amseleltern und von Benni nützten nun auch nichts mehr. Die Krähe rupfte ihr Mittagessen gleich im Pflaumenbaum und nur die im seichten Wind schwebenden Federn erinnerten an das Amselkind.

Grausame Natur? Nein, nicht wirklich. Vielleicht hat auch die Krähe irgendwo ein Nest mit Jungtieren, die vor Hunger schreien und auf einen Happen Futter warten. So ist der Lauf der Natur, dem im Grunde auch wir unterliegen. Nur dass die Menscheit das ganze pervertiert und ihr Fleisch in Massenställen wegsperrt, es schlimmer quält als eine Katze die gefangene Maus. Es taucht erst wieder als gerupfte anonyme Amsel auf dem Teller auf.
Jede von der Krähe gefangene und gefressene Amsel hatte ein besseres Leben, als unsere Tiere in der Agrarindustrie. Grausame Natur?
Würde jeder von uns der Fleisch essen will, der Krähe gleich das Tier selbst fangen, töten, häuten, ausnehmen und zubereiten, dann wäre das Problem der industriellen Tierhaltung gelöst. Nur noch wenige würden Fleisch verzehren und jene die es tun würden, genössen den Braten mit sehr viel Ehrfurcht, Achtung und Dank.

Was geht voran?

Ich denke erst einmal muss ich mich bei euch entschuldigen, dass wir solange nichts mehr von uns hören oder lesen ließen. Die Gründe reichen von einer dringend benötigten Auszeit, einer Verletzung meiner (Ildi´s) Hand und tausend anderer Dinge die erledigt werden wollten.

Deshalb bitte ich euch es uns nachzusehen, dass wir den Blog etwas ruhen ließen.

Sicher fragt ihr euch was mit der CityFarm jetzt im Winter los ist, wie es den Hühnern geht und ob es sonstige Neuigkeiten gibt. Diese Fragen wollen wir euch heute beantworten, weshalb der Artikel über die industrielle Legehennenhaltung etwas verschoben wird.

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Neues von der Nackthuhnbande

Die Nackthuhnbande entwickelt sich großartig. Leider verstarb eine der schwächsten Hennen schon in der ersten Woche. Die beiden anderen Sorgenkinder jedoch haben sich gut erholt. Liegt bestimmt auch an der Fütterung, denn täglich gibts die feinsten Leckerein!

Jeden Tag andere Leckerbissen, von der Wassermelone bis zum Granatapfel.

Jeden Tag andere Leckerbissen, von der Wassermelone bis zum Granatapfel.

Mittlerweile verhalten sich die Hennen auch wieder wie es sich für Hühner gehört. Wir haben einmal den Pickversuch gemacht und eine handvoll Körner auf den Boden gestreut. Das Interesse der Tiere an den Körnern war zwar vorhanden, doch wussten sie nicht so recht etwas damit anzufangen. Eines der Tiere folgte dem Instinkt zu picken, bewegte sich dabei jedoch nicht von der Stelle und pickte nur wie verrückt auf einem Punkt herum.
Eine andere Henne folgte der Spur der Leckerbissen und pickte mal hier mal da, doch ohne ein einziges Korn zu erwischen. Die anderen standen mit fragendem Blick am Rand und wussten sich gar nicht zu helfen. Nun nach einigen Wochen finden alle gezielt die Körner, sie baden im Sand und benehmen sich wie Hühner!

Als wir ihnen das erste Mal Salat anboten, waren sie fast geschockt – was soll das sein, kann man das fressen? Heute sind sie für jeden grünen Bissen dankbar, wenn auch nicht so radikal wie unsere Gackerbande auf der Farm.

Doch auf die Stange traut sich immer noch nur eine Henne, die anderen haben wohl noch nicht entdeckt, dass sich Hühner auf Stangen sehr wohl fühlen.

Wagemutig auf der Stange.

Wagemutig auf der Stange.                                                          Die Federn sprießen schon und der Kamm ist nicht mehr farblos.

Im Vergleich zu unserer Hühnerbande hinken sie aber noch weit hinterher. Zwar sprießen schon die ersten Federn und die Tiere nehmen an Gewicht und Muskelkraft zu, doch es wird noch einige Wochen, wenn nicht Monate dauern, bis sie sich von ihrem qualvollen Dasein in der Legeanlage erholt haben.

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Es ist schön ein CityFarmer zu sein, auch mit kalten Fingern!

Jeden Morgen, sobald einer von uns halbwegs aus den Augen schauen kann, gleitet der erste Blick zum Fenster unserer Wohnung. Denn das tägliche Wetter ist für uns von elementarer Bedeutung, selbst in der Stadt. Ein Leben mit den Jahreszeiten. Ob Regen oder Schnee, ob Sonnenschein oder Sturm oder ob die Welt untergeht – die Tiere wollen trotzdem etwas zu futtern.

Wintermärchenland auf dem Weg zur CityFarm am morgen.

Wintermärchenland auf dem Weg zur CityFarm am morgen.

Noch bevor der Gedanke an Kaffee aufkommt, wird im Kopf schon die Kleidung für Mensch und Hund sowie das passende Rad ausgesucht. Die letzten 2 Tage sah das so aus: „Oah Schnee, schon wieder! Dabei wollt ich heut die Beete abharken. Warme Unterhose oder dicke Schneehose anziehen und keine Gummistiefel, Ronja anziehen, heißes Wasser für die Hühner mitnehmen, dickes Bike nehmen, um durch den Schnee zu pflügen. – jetzt Kaffee.“

Für jene die es nicht wissen, wir wohnen nicht auf der CityFarm, wie es auf einem normalen Bauernhof auf dem Land der Fall wäre. Wir wohnen in einer kleinen Wohnung ca. 1km von der Farm entfernt, sogar in der selben Straße aber die ist echt lang.

Was? Schon wieder Schnee? Da bleib ich lieber hier.

Was? Schon wieder Schnee? Da bleib ich lieber hier.

Jeden Morgen steht einer von uns mit der Sonne auf, schlürft einen oder zwei Kaffee, nascht etwas selbstgebackenen Kuchen und radelt, wenn es dann richtig hell ist (naja, so hell wie es an einem verschneiten Wintertag eben wird) zur Farm raus. Dabei bevorzuge ich (Ildi) den unbefestigten Weg hintenrum zwischen den Gartenanlagen hindurch, parallel zur Wertach. Benni dagegen radelt lieber die Straße entlang, er will nach alter Fahrradkuriermanier schnell ankommen.
Ich aber genieße den Morgen, halte unterwegs noch ein Schwätzchen mit dem alten Gärtnermeister Ernst, lasse Ronja mit den Hunden unterwegs spielen und liebe es die frechen Spatzen in den Hecken der Kleingärten zu beobachten.
Der Weg selbst ist verziert mit vielen Schlaglöchern, sodass ich sowieso nicht schnell fahren könnte. Außerdem erinnert mich der Weg an die Straßen meiner Heimat.

Vor allem aber wenn es geschneit hat verzaubert einen der Weg zur Farm und das frühe Aufstehen ist schnell vergessen.

Schon am Tor der CityFarm hört man Kaspar-David-Friedrich im Hühnerstall empört krähen. Da hat mein Schwätzchen wohl wieder einmal länger als die Geduld der Hühner gedauert. Also Hühnerstall auf und … keine Hühner. Nachdem eines der frechen Araukana seinen Wuschelkopf aus der Klappe gestreckt hat, ist selbst den Gackerfreunden ganz hinten klar: es liegt wieder Schnee.

Salli hat mittlerweile vor den Hühnern resigniert.

Salli hat mittlerweile vor den Hühnern resigniert.

An solchen Tagen lässt sich nur selten ein Huhn außerhalb des Stalles sehen, denn der Schnee zählt zu ihren verhassten Wetterlagen, wie Sturm und Hagel. Nur wenn Salli und Mario Freigang bekommen und ich mit Schubkarre und Rechen bewaffnet Kaninchengehege und Stall säubern will, zeigen sich plötzlich alle sieben Stück. Unauffällig schlüpft dann die Hühnerbande aus ihrem Gehege, unter der Schubkarre hindurch, ohne ein goack von sich zu geben, fast unsichtbar. Erst wenn alle im Kaninchengehege sind, geht die Party los – egal ob ich schimpfe und versuche die Bande hinaus zu jagen. Da wird gescharrt, Salatreste zusammengeklaubt, gegackert, sandgebadet und frech der Kaninchenstall auf den Kopf gestellt. Und wehe ich vergaß die Kiste mit Gemüse nach oben zu stellen. Innerhalb kürzester Zeit mutiert die Kiste mit Kaninchenfutter zum Schlachtfeld. Da fliegt die Petersilie, der Salat wird zerfetzt und es werden tiefe Löcher in die Kakis gehackt.

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Es ist eine Freude den Hühnern zuzusehen wie sie sich jetzt im Winter auf alles Grüne stürzen und gierig runter schlingen. Klar gibt es auch kleinere Rückschläge. Zum Beispiel sollte man bei Minusgraden keine Eier draußen vergessen, die frieren nämlich durch und platzen. Oder wenn eines der Kaninchen aufs Nachbargrundstück ausbüchst und wir eine geschlagene Stunde damit beschäftigt sind, den Frechdachs wieder einzufangen. Oder eben, wenn Ildi sich am Morgen aus mangelnder Wachheit das Taschenmesser in die Handfläche rammt.

Niemals Eier im Frost liegenlassen!

Eier und Frost sind schlechte Partner.

Anstrengend? Klar! Aber glücklich!

Auch wenn es vielen Menschen stressig erscheint jeden Tag wegen der Tiere zeitig aufstehen zu müssen, 2mal täglich zu füttern, immer Futter heranzuschaffen und und und, ist es doch für uns immer wieder eine Freude. Es ist schöner für uns im Regen zur Farm zu radeln, als jeden Tag in ein tristes Büro zu gehen und dort seine Pflichtstunden abzuleisten.
Es ist schöner sich mal die Finger bei Eiseskälte am Morgen abzufrieren, als einen Job machen zu müssen den man hasst. Das ist jetzt keine romantische Träumerei vom idyllischen Landleben, denn es gibt auch Zeiten in denen die Arbeit uns über den Kopf wächst und wir ohne unsere Mitmacher auf der Farm ganz schön aufgeschmissen wären.
Aber ich weiß wovon ich rede, denn lange genug musste ich in stickigen Büros sitzen und durfte die Sonne nur hinter dem Fenster sehen. Ich weiß wie es ist jeden Morgen mit Bauchweh zur Arbeit zu stapfen und abends mit hängendem Kopf nur noch ins Bett zu wollen.

Erfolgreiches Containern Tag für Tag.

Erfolgreiches Containern Tag für Tag.

Deshalb bin ich dankbar, dass ich meiner Hände Kraft entdeckt habe und sich und hier die Chance bietet, etwas anders machen zu können. Ich liebe die morgendlichen Rituale mit den Tieren, die Arbeit mit den Kids an den Schulen und ebenso liebe ich es, nach einem harten Arbeitstag auf der Farm schläfrig am Lagerfeuer zu sitzen und später todmüde aber zufrieden in die Kissen zu sinken.
Es hat nie jemand behauptet Selbstversorgung sei leicht aber es macht von innen heraus glücklich!
Der Lohn ist kein theoretischer Gegenwert in Form von Papier.
Statt dessen belohnt mich der Gang in den Keller mit den Regalen voller Eingemachtem und unser überquellender Erdkeller, die täglichen grünen Eier und die Hühner, die mir im Garten hinterherlaufen. Ebenso die Kaninchen, die jeden Morgen erwartungsvoll auf mich zu hoppeln und natürlich das Lachen der Kinder.
Vor zwei Wochen zum Beispiel schrieb eine unserer Gruppen des Sozialpädagogischen Förderzentrums Christophorus Schule einen Test über unsere Exkursion zum Biberpfad – die ganze Klasse schrieb eine 2! Ich hätt vor Stolz auf die Kids platzen können!

Im Groß und Ganzen können wir uns die Zeit frei einteilen. Das ist ein Privileg in unserer heutigen Zeit, wo sich der Bewegungsfreiraum normalerweise auf das Wochenende beschränkt. Vor allem jetzt im Winter beschränkt sich die Arbeit auf der Farm aufs Füttern und ein paar Bauarbeiten. Mit Start der Gärtnersaison sieht das Ganze schon wieder anders aus und wir werden jede freie Minute im Garten verbringen. Nicht, dass es uns stören würde, im Gegenteil es ist wundervoll zu beobachten wie sich im Laufe der Gartenarbeit das erste Grün aus der Erde schiebt und du weißt: Yeah, in 2 Monaten erntest du die ersten Tomaten und nächste Woche den ersten frischen Salat des Jahres!

Warum ich euch dies erzähle? Nun, in letzter Zeit häufen sich die Fragen, wie wir mit unserem Experiment der Teil-Selbstversorgung klar kommen, ob es nicht zu viel körperliche Arbeit ist, warum wir das alles tun und ob wir glücklich damit sind.

Salat, Schnittkohl und Sibierischer Kohl wachsen schon im Februar.

Winterkopfsalat, Schnittkohl und Sibierischer Kohl wachsen schon im Februar.

Die Zeit ist im Wandel, das haben sicher schon viele bemerkt. Unsere Generation muss andere Wege gehen, als unsere Eltern es taten. Wahrscheinlich sind wir auch die erste Generation die weiß, dass sie nie wieder den Wohlstand und den Lebensstandart der Eltern erreichen wird. Deshalb heißt es andere Lebensmöglichkeiten suchen und ausprobieren, es wird Zeit Verantwortung zu übernehmen. Sei es für die Kaffeebauern in Afrika, sei es für gequälte Tiere der industriellen Fleischproduktion, sei es für die Energieproduktion und sei es für alle die nach uns kommen und auch noch eine lebenswerte Welt vorfinden wollen.

Blos keine kalten Füße bekommen!

Nur keine kalten Füße bekommen!

Bis vor wenige Jahren wurde eine solche öko-hippie Einstellung belächelt und sich auf dem erreichten Wohlstand ausgeruht. Nun aber ist es an der Zeit zu hinterfragen woher dieser Wohlstand stammte und auf wessen Rücken er aufgebaut wurde. Ich jedenfalls will nicht mehr, dass die arme Näherin in Bangladesch ihre Kinder nicht ernähren kann, weil sie keinen ausreichenden Lohn erhält. Ich will nicht, dass wegen meinem Kaffeekonsum in Südamerika Kinder auf den Plantagen arbeiten müssen. Ebenso will ich nicht mehr das absurde System der industriellen Nahrungsmittelproduktion unterstützen, die das Ökosystem, unseren Lebensraum völlig zerstört, nur damit alles billigbillig ist. Ebenso will ich nicht mehr daran beteiligt sein, dass jedes Jahr genauso viele noch gute Lebensmittel weggeworfen werden, wie verbraucht werden – so viele um alle Hungernden der Welt satt zu bekommen! Wir sind privilegiert schon allein deswegen, weil wir in der „westlichen Welt“ leben. Gejammert wird hier viel, auf höchstem Niveau, wie man so schön sagt. Aber wir haben doch alles: ein Dach über dem Kopf, jeden Tag mehr Essen als wir verzehren können und sogar Trinkwasser sprudelt aus der Wand.

Wer schon mal in Indien oder Afrika war, der weiß dass die Selbstverständlichkeit mit der wir dies alles hinnehmen, keine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Vielen Menschen wird eben dies bewusst und der Wille entsteht, andere Wege zu gehen. Auch hier in Augsburg wächst das Bewusstsein dafür. Allein in den letzten 2 Monaten hat sich so unglaublich viel bewegt! Es sind Gruppen und Initiativen entstanden, die Menschen finden zusammen und überlegen gemeinsam was getan werden muss, um einen postfossilen und ressourcenschonenden lokalen Weg einzuschlagen. Vom Contact in Augsburg und Transition Town mit der Idee des Ökodorfs, die Gruppe welche sich nach dem Film „Ökonomie des Glücks“ zusammenfand, über Donauwandel bis hin zu kleinräumigen Nachbarschaftsaktionen geht es voran in unserer Stadt.

All diese Menschen inspirieren uns jeden Tag aufs neue, geben uns Kraft und Mut weiterzumachen, denn manchmal scheint uns der Kampf gegen die Windmühlen zu groß. Aber dann steht plötzlich jemand auf der CityFarm, strahlt uns an und erzählt von seiner Idee ein Stück Wiese im Innenhof umzugraben, um für die gesamte Nachbarschaft einen Gemüsegarten anzulegen. Oder die Aktion Donauwandel, einer Art Thinkcamp für nachhaltige Ideen und Initiativen, die in Zusammenarbeit mit der Umweltstation Augsburg die CityFarm besuchen wollen!

Das ist großartig! Es geht voran! Danke euch allen!

Arbeitsreiche Vorferien-Zeit Teil 1

Die vergangenen 14 Tage waren für uns die arbeitsreichsten bisher. Aber diesmal nicht nur auf der CityFarm selbst, sondern außerhalb unserer Oase. Sicherlich standen daher ab und an Besucher der CityFarm vor verschlossener Tür und wurden höchstens von Tengo unserem Obermackerhahn angekräht. Wir bitten dafür um Entschuldigung. Ab und an müssen wir dann doch etwas Geld verdienen, denn mit Gemüse kann man nicht alles bezahlen. 😉

Damit ihr seht, dass wir immer schön fleißig sind, wollen wir euch ein wenig durch unsere Woche führen. Hier folgt nun der erste Teil:.

Erstaunlich selbstsicherer Umgang mit großen Tieren, gelernt auf dem Bauernhof der Großeltern.

Erstaunlich selbstsicherer Umgang mit großen Tieren, gelernt auf dem Bauernhof der Großeltern.

Ökokids „Unsere grüne Stadt“

Seit ca. 2 Jahren begleiteten wir die Ökokids der Kita Ulmer Straße. Zusammen erforschten wir Wald, Wasser und Wiese, legten ein Beet auf der CityFarm an, bauten Insektenhotels und hatten eine wunderbare gemeinsame Zeit. Besonderen Dank geht an die Initiatoren des Projektes, das gemeinsam mit der Umweltstation Augsburg umgesetzt werden konnte: Elli Weinberger und Sabrina Reiter.

(Diese beiden waren übrigens namensgebend für unsere Deutsche Riesin Salli, die ihr sicher schon auf der Farm habt hoppeln sehen. Salli war ein Geschenk der beiden Kindergärtnerinnen zur Eröffnung der CityFarm! Salli wurde Anfang Februar geboren und hat mittlerweile ein stolzes Gewicht von 6kg erreicht.)

Die Ökokids der Kita schlossen wir schnell ins Herz und freuten uns über jedes Treffen. Umso schwerer fiel der Abschied von allen auf der letzten Veranstatung. Wir trafen uns an der Wertachbrücke und fuhren gemeinsam nach Bergheim, um dort unsere alte Pferdedame Schnuti zu besuchen und die benachbarte Biogärtnerei der von Dohlens (GemüseSelbstErnte Augsburg) anzuschauen.

Die kleine Soli kennt den Nutzen der Pferdeäpfel schon: Dünger für unser Gemüse!

Die kleine Soli kennt den Nutzen der Pferdeäpfel schon: Dünger für unser Gemüse!

Mit viel Enthusiasmus pflegten und versorgten wir gemeinsam die Pferde, Hundemädchen Ronja war natürlich auch mit von der Partie. Da ging selbst das alltägliche Pferdeäpfelsammeln schnell vonstatten. Dabei konnten die Kinder gleich ihr Wissen anbringen, denn aus den Pferden fällt Dünger, den unsere Kürbisse brauchen!

So begaben wir uns im zweiten Teil des Ausflugs zur Gärtnerei. Sie ist eine Außenstelle der CityFarm und der GemüseSelbstErnte Augsburg, denn hier ziehen wie gemeinsam die Jungpflanzen vor und arbeiten an der züchterischen Vermehrung verschiedener Gemüsesorten. Ohne Peter und Davids Wissen und Können sähe die CityFarm nur halb so toll aus. Auch gibt es neben dem großen Gewächshaus ein kleines Feld auf dem unser eigenes Gemüse gedeiht.
Nach einer kleinen Brotzeit mit frischen Gurken aus dem Gewächshaus, die Gärtner David extra für die Kinder geerntet hatte, durften die Kids auf dem Feld Zucchini und Mangold für die Kita-Küche ernten. Weil ja nun alle Kinder und Erzieher erprobte Stadtgärtner waren, wurden sie mit Buttons zu Cityfarmern ausgezeichnet. Dann nahte der Abschied, denn die Gruppe musste rechtzeitig wieder im Kindergarten sein.
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Es war eine wunderschöne Zeit mit euch und ihr werdet uns fehlen!!!!!

Ernte für die Kita-Küche.

Ernte für die Kita-Küche.

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Werkschau

Informative Gespräche auf der Vernissage mit Jens Börner.

Informative Gespräche auf der Vernissage mit Jens Börner.

Vor Kurzem kündigten wir die Werkschau in der FH Augsburg an, wo Jens Börner seine CityFarm- Mediengestaltung

vorstellte. Der wunderschön bemalte Anhänger wurde als Stand aufgebaut und präsentierte Jens Arbeit. Neben den Flyern, T-Shirts, Taschen und Plakaten konntet ihr auch in den schriftlichen Teil der Arbeit Einblicke nehmen. Auch die Entwicklung der einzelnen Elemente zeigte Jens anschaulich in einer großen Mappe. Nebenher liefen auf einem Bildschirm Fotos der CityFarm und ihren Besuchern sowie Bewohnern und verschafften damit weiteren Einblick.

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Besonders interessant war, dass von den über 80 Absolvente des Studiengangs Kommunikationsdesign und Interaktive Medien nur zwei sich mit reell exestierenden Projekten beschäftigten. Jens schloss mit einer Bestnote des gesamten Studienganges ab. 

Wir gratulieren und danken dir für deine tolle Arbeit!

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Exkursionen und mehr
Kurz vor den Ferien waren weder Schüler noch Lehrer motiviert trockenen Lernstoff im Klassenraum zu behandeln. Statt dessen hieß es bei vielen: raus in die Natur!

So unternahmen wir als Akteure der Umweltstation Augsburg einige Exkursionen auf die Dürre Ast-Heide am Siebentischwald. Dort kescherten wie gemeinsam im Bach nach Insekten und fingen viele spannende Tiere, spalteten Steine um einmal ins Innere zu sehen und fingen und bestimmten viele Grashüpfer. Die Tage waren heiß, das Wasser kühlte unsere Füße und wir hatten viel Spaß mir euch! 

Weiterhin bauten wir gemeinsam große und kleine Insektenhotels, feierten Kindergeburtstage und besuchten sogar eine Schule, um über Ernährung zu sprechen. 

Spannend was alles im kleinen Bach lebt!

Spannend was alles im kleinen Bach lebt!


Ein besonderes Projekt war für uns der Tierbesuch im AWO-Altenheim Bobingen. Zweimal schon besuchten wir mit Salli und Ronja das Haus. Die Tiere brachten den Menschen viel Freude und zauberten Lächeln auf alte Gesichter. Auch für uns waren es wunderbare Erlebnisse, wie doch ein kurzer Tierkontakt die Lebensqualität in Heimen verbessern kann!

Tierbesuch im Altenheim

Tierbesuch im Altenheim

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Marmeladen

Nachdem die erste Veranstaltung „Marmeladensommer“ ein voller Erfolg war und die zweite ins Regenwasser fiel, machten sich Nini und Ildi letzte Woche an die Verarbeitung zahlreicher Früchte. Den ganzen Nachmittag pflückte Benni Pflaumen und Mirabellen während die beiden Kräuterhexchen ihre speziellen Marmeladen auf dem Holzofen im Garten der CityFarm rührten.

Dabei kamen exotische Marmeladen wie „Mirabelle Liebeszauber“ und „Gute Laune mit Tonka und Zitrone“ heraus. Insgesamt wurden 39 Gläser mit Leckereien befüllt. 

Marmeladenmassenproduktion auf der CityFarm.

Marmeladenmassenproduktion auf der CityFarm.

Das führte zu einer Gläserknappheit. Wer von euch also noch TwistOff-Gläser übrig hat, weil ers noch nicht zum Glascontainer geschafft hat, der kann sie uns gern abgeben. Die Größe ist egal. Und natürlich gibt’s Marmelade als Dankeschön dafür!


 

Eierparade und Sally auf dem Dach

Hallo liebe CityFarm-Freunde!

Es ist nun schon länger her, dass wir euch zeigten was unsere hoppelnden und gackernden Kumpanen so treiben. Das wollen wir jetzt ändern.

Vor fast 2 1/2 Monaten durfte unser Gentlekaninchen Mio seine Angebetete besuchen und ein paar Wochen mit ihr zusammen sein. Die beiden lieben sich derart, das wir es nicht fertigbrachten Mio nach dem Akt gleich wieder in seine Männer-Wg zu verfrachten. So durften die beiden ein paar Wochen in trauter Zweisamkeit verbringen. Als Maja anfing ein Nest zu bauen, musste der werte Herr schließlich doch wieder in den Nachbarkäfig ziehen. Seit dem wird eben durchs Gitter geputzt und geschmust.
Vor nun ca. 3 Wochen war es endlich soweit: der rosa zuckende Nachwuchs purzelte auf die Welt. Heute, wenige Wochen später haben die Kleinen schon ein kuscheliges Fellkleid und erkunden frech ihre Umwelt. Die anfängliche Angst gegenüber unseren großen Händen war nach wenigen Tagen überwunden. Hier ein kleines Video vom 5. Juni für euch:

Vor zwei Tagen verließen sie das erste Mal von allein den Stall. Nun stürmt morgens, wenn die Türen geöffnet werden, eine fünfköpfige weiße Eierparade ins Gehege, tollt und rast herum wie energiegeladene Ostereier.

Frühstück!

Frühstück!

Es ist jeden Morgen eine Freude der witzigen Eierparade zuzuschauen wie sie durch das Gehege sausen. Interessant wie schnell die kleinen Pfoten schon hoppeln können! Im Nachbargehege ist der stolze Papa ganz hin und weg von den Kleinen. Oft sitzt er am Gitter, beschnuppert oder putzt die Kleinen, die vor ihrem stattlichen Papa keinerlei Scheu zeigen. 

Ildi und das Kuschelei

Ildi und das Kuschelei

Auch unsere Deutsche Riesendame Salli sorgt fast täglich für Aufregung. Da sie noch ein paar Wochen allein leben muss, weil ihr zukünftiger Kumpane Mario (Patenkaninchen von Hanna) zwar kastriert aber noch eine Zeugungsquarantäne einhalten muss, hat die Dame einige Privilegien. Zum Beispiel darf sie fast täglich frei auf dem Gelände hoppeln. Sehr zum Ärger Ildis, denn Salli hat es natürlich auf die wohlschmeckenden und seltenen Gemüsesorten abgesehen, besonders den Blumenkohl Erfurter Zwerg und den Esslinger Salat.
Somit muss täglich jemand verpflichtet werden den Riesenlöffler unter ständiger Beobachtung zu halten, damit sie sich nicht im Gemüsebeet verköstigt. Doch ab und an schafft sie es doch sich heimlich an allen vorbeizuschleichen und zwischen dem Gemüse zu verstecken. Doch zum Glück ragen ihre Riesenlöffel noch zwischen allen Pflanzen hervor.
Um Ildis Ärgernis zu beenden, wurden am Wochenende 2 Tore errichtet, die Sallis Weg in den Gemüsegarten verhindern. Die Hoppeldame ist logischweise nur mäßig begeistert und lässt sich allerlei einfallen, um trotzdem das Schlaraffenland zu erreichen.

Ihre zweitliebste Beschäftigung ist es, aufeizend (ja, Kaninchendamen können das!) mit den Jungspunden der Männer-Wg zu flirten. Die Halbstarken finden Salli natürlich äußerst entzückend und kleben am Gitter, wenn die Dame heranhoppelt.

Jungsschwarm Salli on Tour.

Jungsschwarm Salli on Tour.

Ein schlaues Kaninchen allein im Gehege oder auf der CityFarm unterwegs führt öfters zu einigem Blödsinn. Da das Kaninchen nun fast die Größe unserer vierbeinigen Freundin Ronja erreicht hat, versuchten wir beide einander näher zu bringen. Das Ziel war, die zwei soweit aneinander zu gewöhnen, dass Kaninchen und Hund sich frei auf dem Gelände bewegen können. Der Erfolg war mäßig, denn Ronja sah in Salli einen Spielkameraden und forderte sie ständig zum Herumtollen auf. Nach kurzer Zeit hatte Salli genug anstatt einfach wegzuhoppeln (es gäbe sehr viele Verstecke) verpasste Ronja einen so kräftigen Tritt, dass diese sich winselnd hinter Benni versteckte. Nun ist die Situation etwas angespannt, denn Ronja ist neugieriger denn je, wenn auch etwas vorsichtiger und Salli ging aus dieser Begegnung noch selbstbewusster und selbstsicherer hervor. Was natürlich zu neuerlichem Blödsinn führt. 

Salli auf dem Dach.

Salli auf dem Dach.

So kamen wir Samstagabend zum allabendlichen Füttern im strömenden Regen auf die CityFarm. Salli erwartete und schon freudig, nur leider nicht im Gehege, sondern auf dem Dach sitzend. Der Regen schien sie nur mäßig zu beeindrucken, war doch die Aussicht so toll und ein leckerer Apfelbaum reichte ihr förmlich die Krone zum Fraß.
Ihrem Gehege fehlt noch das Gitterdach. Sie schafft es nun von ihrer Plattform aus in einem einzigen, unglaublichen Satz aufs Dach der Außenküche zu springen. Die Sprungkraft ihrer Beine ist mittlerweile so stark, dass Salli (wiegt jetzt ca. 3,5kg) aus dem Stand weit über einen Meter hochzuspringen vermag! Auch hat sie dem Benni mit ihren Hinterläufen vor Kurzem ein blaues Auge geschlagen, als er sie einfangen und ins Gehege bringen wollte. Doch mittlerweile und viele Leckerlis später lässt sie sich brav hochnehmen und hoppelt auch von allein zurück.

Das Wetter des vergangenen Wochenendes bescherte uns einen außerordentlich ruhigen Samstag auf der CityFarm. Nachdem die Schauer unser Gemüse gegossen hatten, zeigte sich am Nachmittag die Sonne und brachte uns sogar zum Schwitzen. Es war ein traumhaft Idyllischer Tag mit unserem Freund Jens und seiner Familie. Während der Papa Jens unseren wundervollen Anhänger fertig bemalte, nahm Noah Kontakt mit den anderen Zweibeinern auf.

Noah und die Hühner

Noah und die Hühner

Auch konnten wir erstmals den kleinen Sudetenofen testen, den uns Ludwig und seine liebe Mam schenkten. Mit Hingabe entzündete Benni ein kleines Feuerchen im Ofen, direkt am Gemüsebeet. Da ließen wir es uns natürlich nicht nehmen frisch gepflückten Mangold und Senfkohl mit vielen Kräutern zuzubereiten. Im Sonnenschein mit knusprig gebackenen Brötchen genossen wir unser allererstes auf der CityFarm gekochtes Mahl. Für uns war es ein wunderbares Ereignis!

Das erste Feuer.

Das erste Feuer.

Der Nachwuchs ist da!

Hallo liebe CityFarm-Freunde!

Heute haben wir etwas äußerst niedliches für euch! Wir möchten Euch unseren Nachwuchs vorstellen! Da die kleinen Hoppler nun täglich das Nest verlassen und waghalsige Erkundungsausflüge starten, wollen wir euch die Freude an den kleinen Fellbällen natürlich nicht vorenthalten.

Ein Knäul weißer Wattebällchen, hier genau 2 Wochen alt.

Aber beginnen wir von vorn. Wir haben euch ja schon berichtet, dass am 23. Januar Maja einen wuselnden Berg nackter, rosaner Kaninchenbabys zur Welt gebracht hat. Die ersten Kontrollen des Nestes verliefen schnell. Zu lange wollten wir es nicht offen lassen, denn darin herrschte eine kuschelige Wärme und die Kleinen kühlen schnell aus. Also kurz Nest aufwühlen, aha eins, zwei, drei, vier, alle haben Beine und Ohren und bewegen sich, super und Nest wieder zu. Danach alle zwei Tage wieder einen Blick hineingeworfen, ob alle gut versorgt die ersten Wochen überlegt haben. Aber alle entwickelten sich ausgezeichnet und das Bäuchlein war immer gut gefüllt. Tolle Kaninchenmama die Maja.

2 Wochen später: Die Kleinen besaßen schon ein schneeweißes Fellkleid und die Augen waren geöffnet. Nun beschlossen wir alle einmal aus den Nest zu fischen und sie genauer unter die Lupe zu nehmen. Nach dem vierten kleinen Wicht, stutzten wir, da lag ja noch ein Knäul drin! Und nicht nur eines, gleich zwei! Statt der angenommenen vier Kaninchenwelpen (Kaninchenbabys werden wie bei Hunden auch Welpen genannt) waren es nun sechs Stück!

Normalerweise überrascht eine solche Anzahl nicht und viele Züchter würden über einen derart kleinen Wurf lächeln. Doch nicht bei den Russenkaninchen. Die Rasse bekommt nach Onkel Fritz im Schnitt einen vierköpfigen Nachwuchs. Dagegen scheinen sechs Stück eher seltener aufzutreten.

Kaum halbwegs mobil wird schon am geknabbert.

Vier der Welpen waren nach 2 Wochen schon sehr kräftig und besaßen zudem ein gutes sehr dichtes Kuschelfell. Zwei der Welpen waren etwas kleiner und zierlicher, doch in Neugierde und Kuschelbedürfnis standen sie den anderen in nichts nach. Wie erschreckend musste es für die Kleinen sein, plötzlich von Riesen aus dem Nest gehoben zu werden! Dachten wir zumindest. Den Welpen schien es dagegen weniger auszumachen. Sie kuschelten sich in den Pullover oder wagten kleine Abenteuerausflüge auf dem Ärmel.

Seit nun drei Tagen beobachten wir die täglichen Ausflüge der Kleinen. Interessanterweise sind die neugierigsten und zutraulichsten die beiden kleineren Tiere. Selten sieht man mehr als drei Stück durch das Gehege sausen. Mittlerweile klappt es mit den Sausen schon recht gut. Anfangs jedoch war die Koordination der Beinchen noch nicht so optimal. Es war für uns ein riesen Spaß die Kleinen bei den ersten Hopplern zu beobachten. Die ersten Versuche endeten immer in wilden Purzelbäumen und Bauchklatschern. Einige der Kleinen kamen auch auf die Idee ihre Beinchen einfach durchzustrecken und gleich einem Schweinchen durch die Gegend zu staksen. Schien uns gar nicht so einfach das Hoppeln zu erlernen!

Sie knabbern auch schon fleißig an kleinen Heuhälmchen oder schnappen sich die Reststücke der getrockneten Apfelschale, die Maja aus dem Maul krümeln. Ein wahrhaft bezaubernder Anblick!

Gemeinsam ists lustiger gilt auch bei den Minihopplern.

Manchmal jedoch fragen wir uns schon, was eine Verhaltensweise zu bedeuten hat oder ob es lediglich der Entdeckerfreude oder Gewitztheit der Winzlinge ist. Gestern beobachteten wir, wie einer der ganz Kleinen sich im Gehege herum trollte. Er knabberte an so ziemlich allem. Dann stakste er schnurstracks auf das Gitter zu, biss hinein und rüttelte und schüttelte am Kaninchendraht. Wir konnten uns das Auflachen nicht verkneifen, denn nicht der Draht wackelte, denn nur das Minikaninchen wurde von seiner eigenen Kraft durchgeschüttelt. Und scheinbar schien auch der Knirps es lustig zu finden, denn er wiederholte es einige Male.

Die Mutter Maja wurde mit der Geburt ihrer Kleinen erstaunlicherweise sehr zutraulich. Oft wandeln sich die liebsten Kaninchendamen in aggressive Kampfhasen. Nicht aber unsre Maja. Im Gegenteil, ohne Streicheleinheiten dürfen wir das Gehege gar nicht betreten, dann zupft sie an den Hosen und drängt sich förmlich auf. Auch wenn wir mit den Welpen hantieren, ist sie die Ruhe in Person, knabbert hier und frisst da. Nur zwei kann sie gar nicht leiden. Wenn wir das Nest zu lange offen lassen (dann kommt sie und stopft es einfach wieder zu) und umräumen! Wehe wir verstellen ein Häuschen oder der Ast liegt nicht mehr wie vorher. Dann kann sie doch krätzig werden und versucht alles wieder in die alte Position zu bringen und unsere Hände wegzuschieben. Im Gegensatz zu Mio, der Junge Rammler braucht Abwechslung und Action. Mit Vorliebe zerstört er seine Einrichtung und wirft alles wild umher.

Nun noch etwas Ernsteres zum Abschluss: Was einige jetzt sicher nicht gern lesen oder hören wollen, ist dass wir von diesem Wurf nur 2 Weibchen behalten werden. Der Rest wird von uns geschlachtet. Denn wir halten die Kaninchen nicht nur zum Spaß und weil sie so niedlich sind. Nein, sie erfüllen gleich mehrere Zwecke. Mit dem Wissen, dass diese Tiere des Essens wegen gehalten werden, lernen die Kinder, dass Fleisch nicht im Supermarkt wächst und der Fleischkonsum ganz bestimmte Konsequenzen mit sich bringt. Sie lernen dabei aber auch wie wichtig es ist, den Tieren gerade deshalb ein gutes und glückliches Leben zu bieten. Denn nur dann lässt es sich mit gutem Gewissen verzehren. Wer anonymes Fleisch aus dem Supermarkt kauft, macht sich unserer Meinung nach mitschuldig am Leid der in Fleischfabriken gequälten Tiere.

Zum Abschluss ein kleines Video für euch:

Die ersten wackligen Hoppelversuche!