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Workshop Urban Gardening I

Ökologische Jungpflanzenanzucht

Caspar David Friedrich begrüßte die Besucher auf der CityFarm.

Caspar David Friedrich begrüßte die Besucher auf der CityFarm.

Der Workshop fand an zwei Sonntagen im März statt. Der Winter hatte uns noch fest im Griff und die Temperaturen waren recht frostig.
Doch das hielt keinen davon ab, die CityFarm zu besuchen und etwas über Jungpflanzenanzucht zu lernen.

Es kam eine fröhliche Runde von HobbygärtnerInnen mit und ohne Gartenerfahrung zusammen. So konnten die Neulinge von den alten Hasen lernen und neue Inspiration mit nach Hause nehmen.

Nach einem Kaffee und ausreichend Streicheleinheiten und Futter für Fellnasen und Federvieh, durften sich alle die Hände schmutzig machen. Sogar die Kleinsten waren begeistert mit dabei!

Jeder erhielt eine Spankiste, die mit Folie und einem Gärtnervlies (wird meist als Teichvlies verkauft) ausgelegt wurde. Das Vlies ist ein wichtiger Teil der Jungpflanzenaufzucht, denn die meisten Pflanzen (vor allem Nachtschattengewächse wie Tomaten, Paprika und co.) mögen kein Wasser von oben, fast könnte man meinen sie seien wasserscheu.

Wir gießen nicht von oben, sondern halten nur das Flies feucht, auf dem die Töpfchen stehen.

Wir gießen nicht von oben, sondern halten nur das Flies feucht, auf dem die Töpfchen stehen.

Schon Opa hat früher neben den Tomaten Tontöpfchen eingegraben, um das Gießwasser direkt in den Wurzelraum zu befördern. Gießen von oben begünstigt Pilzkrankheiten wie Stengelfäule, Krautfäule und die Umfallkrankheit bei Jungpflanzen.

Arbeiten

Zur Anzucht verwenden wir spezielle Anzuchtserde.

Die Bewässerung über ein Vlies haben wir uns bei den Profis abgeschaut. Kommerzielle Gärtner legen auf ihren Pflanztischen das Vlies aus, an dem z.B. eine Tröpfchenbewässerungsanlage angeschossen ist. Darauf werden in etwas größerem Stil die Jungpflanzen herangezogen. Wir nutzen diese Technik in kleinem Rahmen und legen alte Obstkisten damit aus. Gegossen wird bei uns also nicht in den Topf, sondern lediglich das Fließ darunter wird feucht gehalten (nicht nass, das Wasser darf nicht stehen, sonst droht Fäule der Wurzeln).

Diese Methode hat sogar noch einen anderen Effekt. Wir erziehen unsere Pflanzen tief zu wurzeln, was sich später im Garten als sehr nützlich erweist. Denn Pflanzen, die täglich Wasser bekommen, bilden nur ein oberflächliches Wurzelwerk aus. Sie müssen sich ja nicht anstrengen, denn es gibt eh jeden Tag Wasser. Genau das wollen aber moderne Gärtner nicht! Wir wollen Wasser sparen und die Arbeit im Garten minimal halten, damit wir mehr Zeit haben unsere grünen Oasen zu genießen!
So gießen wir nur, wenn die Pflanzen deutlichen Wassermangel anzeigen. Das Wurzelwerk entwickelt sich dadurch tiefgründiger, in feuchte Bodenschichten hinein und die Pflanze versorgt sich selbst mit Wasser. Im vergangenen Jahr haben wir im Hochsommer während der Hitzeperiode nur 1-2x die Woche gießen müssen und konnten trotzdem mehr als reichlich ernten!

Cylanthera pedata - Scheibengurke oder Inkagurke

Inkagurke im Tontopf

Beim Gärtnern in Töpfen auf dem Balkon oder Hinterhof liegt die Sache natürlich wieder anders. Gerade aus Tontöpfen verdunstet im Sommer sehr viel Wasser, sodass entweder jeden Tag gegossen oder ein Wasservorrat angelegt werden muss (z.B. Plastikflasche ohne Boden mit dem Hals voran in die Erde stecken und mit Wasser füllen).

Aber nun wieder zurück zum Workshop.

Nachdem alle Kisten mit Vlies ausgelegt und die Töpfchen mit Erde gefüllt waren, wuren sie mit Schachtelhalmtee begossen. Dieser wirkt gegen Pilzinfektionen und stärkt die Keimlinge.
Leider war die teure gekaufte Bio-Anzuchtserde von Pilzsporen zu stark durchsetzt, sodass später bei einigen Teilnehmern die Erde in den Töpfchen schimmelte.
Aber keine Sorge, der Schimmel setzt lediglich den Stickstoff in der Erde um und greift weder Keimling noch Jungpflanzen an. Einfach ein paar Tage trockener stellen, dann reduziert sich auch der Schimmel.

Schachtelhalmtee als Starthilfe für unsere Keimlinge

Schachtelhalmtee als Starthilfe für unsere Keimlinge

Schachtelhalmtee kann auch als Saatbad oder Beize verwendet werden. Sicher fragen sich einige von euch, ob sowas notwendig ist. Natürlich ist es nicht zwingend erforderlich aber sehr nützlich. Denn nur den Samen in die Erde zu geben, ist zwar ausreichend, wir können jedoch über Saatbäder und Tees die Samen behandeln, damit sie schneller keimen und damit auch die Jungpflanzen für ihren Start ins Leben stärken.

Der Samen gehört in die Erde, das wissen schon die Kleinsten.

Der Samen gehört in die Erde, das wissen schon die Kleinsten.

Wir benutzen für die Saatbäder sehr gern Humofix aus dem Klostergarten der Benedektinerabtei Fulda, Schachtelhalm- und Brennesseltee. Vor allem mit Humofix, das aus 5 verschiedenen Kräutern besteht, haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Zum Beispiel konnten wir mit einem einstündigen Saatbar die Keimrate unserer Tomaten auf über 90% erhöhen. Dagegen keimten die Tomaten für den Schulgarten, die mit Schachtelhalmtee behandelt wurden nur zu ca. 70%.

Wenn euch Saatbäder interessieren, dann findet ihr auf dieser Internetseite eine Liste welches Saatgut mit welchen Mitteln behandelt werden.

http://www.bio-gaertner.de/Gemuese/Gemuese-Saatbaeder-Saatbeizung

Besonders interessant ist die Behandlung von Kürbisgewächsen. Die Samen werden 20 Minuten bis eine Stunde in Milch gebadet und danach gleich gesäet. Die Milch greift die keimhemmende Schicht des Samens an und lässt ihn vorquillen, wodurch die Keimung schneller einsetzt.

Ildi freut sich, wenn die alten Gemüsesorten neue Freunde finden!

Ildi freut sich, wenn die alten Gemüsesorten neue Freunde finden!

Nachdem die Töpfchen gut durchfeuchtet wurden, durften endlich die Samen in die Erde. Als Saatgut standen alte und teilweise seltene Gemüsesorten zur Auswahl, z.B. verschiedene Tomatensorten, der Augsburger Paprika, Spargelsalat Roter Stern und Stielmus. So konnte sich jeder Gemüsesorten nach den eigenen Geschmack auswählen.

Wir hoffen euch hat der Workshop genauso gut gefallen wie uns und wir bedanken uns für euer Interesse!
Ihr wisst, dass ihr uns bei Fragen und Problem schreiben oder anrufen könnt.

Das PDF zur Veranstaltung ist leider noch in Arbeit.

Neue Fotos, Samentauschbörse und mehr!

Neue Fotos

Statt eines großen Artikels, lassen wir heute Bilder für uns sprechen.

Unter Gallerie Umweltbildung zeigen wir euch Fotos von Aktionen, die uns diesen Winter besonders viel Freude bereitet haben.

In der Gallerie CityFarm findet ihr Bilder von der Farm im Schnee, unseren Tieren und Ildis ganzer Stolz: das neuste Saatgut.

Die Samenliste kann heute sogar noch einmal erweitert werden, denn gestern kam ein Briefchen aus Barkhorst von Cordula mit einer Auswahl kleiner bunter Knöllchen. Aus diesen sprießt Knolliger Sauerklee, Oca oder Yam genannt. Auch Cordula hat sich alten und seltenen Gemüsesorten angenommen. Und weil wir ihre Seite und was sie tut so toll finden, wollen wir sie euch nicht vorenthalten!
Hier könnt ihr einen Blick in Cordulas Gartentagebuch werfen, das viele spannende Infos bereit hält. Dort hat Ildi den Knolligen Sauerklee (Oxalis tuberosa) gefunden und entdeckte gleich Anbauweise und Rezept dazu.

Knolliger Sauerklee – Oca

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Samentauschbörse am 02.März 2013

Wir veranstalten auf der CityFarm am 2.März 2013, 14-18 Uhr, eine Samentauschbörse mit Gartenflohmarkt und gemütlichem Beisammensein am Lagerfeuer. Zwar ist es im März oft noch recht kühl aber schon die Kids müssen sich von uns anhören: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung“. Also gilt die Ausrede: „das Wetter ist zu schlecht“, nicht! Wen es dennoch friert, der darf das Feuer höher schüren!

Wir möchten euch zum ersten Gartenfest des Jahres euch herzlichst einladen!

Bringt euer Saatgut oder auch Jungpflanzen mit, die ihr tauschen oder verschenken möchtet!
Es findet sich sicher für jeden das richtige Tomätchen!

Wer noch Lust hat sich am Gartenflohmarkt zu beteiligen, der soll sich bitte bei Ildi (0157/84866734) melden oder eine EMail an: cityfarmaugsburg@gmx.de schreiben.

Auch wir bieten euch eine bunte Samenauswahl seltener und alter Gemüsesorten zum Tausch. Und je nachdem welches Wetter uns beschert wird, gibt’s schon die ersten Tomatenjungpflänzchen!

Auch möchten wir gern wieder ein gemeinsames Buffet mit euch auf die Beine stellen. Ihr habt uns im letzten Jahr gezeigt, dass es super funktioniert, wenn jeder etwas mitbringt. Danke euch dafür!!!! Jedes Mal kam ein einzigartige Auswahl leckerster Speisen zustande, alle wurden satt und immer entstand ein reger Rezept und Ideen-Austausch.

Unser Ritual bei allen Festen: Stockbrot für alle!

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Das NANU! e.V. Heft für 2013 ist da!

Darin findet ihr unsere Termine und viele weitere, spannende Umweltbildungsveranstaltungen für die Region Augsburg.

Hier könnt ihr online einen Blick hinein werfen:

http://www.nanu-augsburg.de/index.php?page=258

Das ganze Heft zum Download findet ihr hier:

http://www.nanu-augsburg.de/media/archive1/Downloads/NANU-2013-Low-end.pdf

Ansonsten findet ihr das Heft an vielen Stellen in Augsburg ausliegen. Zum Beispiel im PowWow, in den Bürgerämtern, in Buchers Hofladen, in Bücherläden und natürlich im botanischen Garten!