Die CityFarm in Corona-Zeiten

Lieblingstomate Orange Russian.

Liebe CityFarm-Freunde,

heute wollen wir Euch ein kleines Update geben, wie wir durch die Krise kommen/gekommen sind. Es ist ja noch nicht vorbei.

Die Farm finanziert sich, wie Ihr sicher wisst, nicht nur über Spenden und Patenschaften, sondern auch über unsere Spendenverkäufe, vor allem aber über den Jungpflanzenverkauf im Mai.
Seit Jahren sind wir mit unserem Stand auf dem Frühlingsfest im Interkulturellen Garten „Grow up“ dabei.
Da das Fest aber aus verschiedenen Gründen ausfallen musste, überlegten wir uns einen Tomaten-Lieferdienst ins Leben zu rufen. Die Pflanzen konnten online bestellt und dank der ersten Coronalockerungsmaßnahmen auch selbst in der Gärtnerei abgeholt werden.
Zahlreiche Bestellungen wurden aber auch im Stadtraum Augsburg von uns geliefert.

Es war ja zu Beginn der Vorzuchtsaison nicht abzusehen, wie sich das Jahr 2020 entwickelt, denn sonst hätten wir weniger Pflanzen angezogen.
Nun wollten wir nicht auf 2000 Jungpflanzen sitzen bleiben oder diese auf den Kompost befördern. So war, wie sicher für viele andere auch, die Onlinebestellung der einzige Weg.

Es lief alles in allem gut aber ehrlich gesagt, möchten wir das nicht wieder machen müssen. Glücklicherweise war unsere Tomatenfrau Ildi zu der Zeit coronabedingt arbeitslos, ansonsten wäre der Arbeitsaufwand nicht zu stemmen gewesen.
Es lief natürlich nicht alles 100%ig glatt und wir möchten uns bei jenen Gartenfreunden entschuldigen, in deren Kiste es zu Verwechslungen kam oder die ein oder andere Pflanze fehlte oder einfach nicht mehr verfügbar war.
Auf jeden Fall danken wir Euch allen für Eure Unterstützung!

Die Spendeneinnahmen waren gut, konnten aber den Standverkauf auf dem Frühlingsfest bei weitem nicht toppen.
Nun ja, allen müssen kürzer treten, die CityFarm eben auch.

Wie es mit dem Pflanzenverkauf 2021 weitergeht, wissen wir leider auch noch nicht. Denn aktuell sieht es so aus, als könnten wir unsere Vorzucht nicht weiter in St. Elisabeth durchführen.

Wie wird es 2021 weitergehen?

Wer also ein beheiztes Gewächshaus weiß, in welches wir uns „einmieten“ könnten, um für ca. 10 Woche bis zu 2000 Pflanzen unterzubringen, der darf sich sehr gern bei uns melden!

Wenn wir keine Alternative finden, dann können wir Euch leider im kommenden Jahr keine Pflanzen alter und seltener Gemüsesorten anbieten.
Fensterbank ist im Übrigen keine Option, es geht in diesem Umfang nur in einem professionellen Gewächshaus mit professionellem Equipment.

Aktuell herrscht auf unserer Seite noch etwas Unsicherheit, inwieweit wir wieder für Gäste öffnen dürfen.
Eigentlich sollte am 28. Juni der große Tag der offenen Gartentür Schwaben stattfinden, an dem wir erstmalig teilnehmen wollten. Nun wurde dieser aber vom Veranstalter abgesagt.
Wir sind uns noch unschlüssig und müssen erst Informationen einholen, inwieweit wir unsere Gartentür trotzdem für Besucher öffnen können. Wir halten Euch auf dem Laufenden, ob die Veranstaltung in kleinem Rahmen stattfinden kann oder nicht. 

Bleibt gesund und bis bald
Euer CityFarm-Team!

Gerade wieder in voller Blüte, unser Lieblingsunkraut der Klatschmohn.

Unser Ostergeschenk – die ersehnte Jungpflanzenliste!

Orange Russian, dieses Jahr wieder mit dabei!

Geplant war am 10. Mai unseren Jungpflanzen-Spendenverkauf mit einem kleinen Frühlingsfestchen zu begehen.

Diese Veranstaltung wird aufgrund des „Seuchenschutzes“ leider ausfallen.
Doch keine Sorge liebe Gartenfreunde, Ihr kommt trotzdem an Eure Pflanzen!

Wir haben uns das Ganze so vorgestellt:

Ab dem 20. April könnt Ihr Pflanzen bei uns bestellen.
Darauf hin erhaltet Ihr die Kontodaten unseres Vereins und überweist den Betrag.
Ist das Geld eingegangen, teilen wir Euch den Liefertag mit.

Klingt eigentlich ganz einfach, oder? Wir werden sehen wie es klappt. Es ist ja auch für uns absolutes Neuland und diesmal hat es einen Vorteil, dass manche CityFarmer gerade keine Arbeit haben. Man muss ja auch mal das Gute sehen!

Bunte Tomatenvielfalt dieses Jahr mit 51 Sorten!

Wie Ihr wisst, arbeiten wir seit ein paar Jahren eng mit der Gärtnerei des St. Elisabeth Berufsbildungs- und Jugendhilfezentrums zusammen.

Pflanzen der Biogärtnerei können ab jetzt NICHT mehr mitbestellt werden.

Ab dem 27. April werden wir mehrmals die Woche ausliefern, Schluss ist am 10. Mai.
Je nach Anzahl der freiwilligen und ehrenamtlichen Fahrer, werden wir Eure Bestellungen dann zeitnah ausliefern können.
Bitte habt Verständnis, dass wir für die Lieferung 5 Euro (Stadtraum Augsburg) extra berechnen, damit unsere Helfer wenigstens den Sprit erstattet bekommen.

Liebhabertomate: Vintage wine, schmackhafte Fleischtomate.

Nach Absprache können die Pflanzen in der Gärtnerei abgeholt werden.

Hier könnt Ihr die Liste als PDF herunterladen.

Jungpflanzen 2020-5

 

Bestellungen bitte an: cityfarmaugsburg@gmx.de

 

Saatgut CityFarm Augsburg 2020

An unsererer Jungpflanzenbörse am 10. Mai auf der CityFarm Augsburg halten wir vorerst fest!

Da nun alle Veranstaltungen ausfallen, vor allem die Börse im Umweltzentrum Schmuttertal, bieten wir Euch die Möglichkeit unsere Saaten online zu bestellen.

Bestellung an: cityfarmaugsburg@gmx.de

Wir schicken Dir die Kontodaten nach Eurer Bestellung zu. Wenn Eure Spende auf unserem Vereinskonto eingegangen ist, schicken wir Euer Saatgut los.

Bitte berechnet 3,00 Euro Portokosten mit ein!
Großbesteller müssen mit 4,50 Euro rechnen (kommt auf die Tütchengröße an).
Wir teilen Euch die Versandkosten zeitnah nach Eurer Bestellung mit.

Aus rechtlichen Gründen (Saatgutverkehrsgesetz) müssen wir darauf hinweisen, dass unser Saatgut nur zu Dekozwecken abgegeben wird. Eine Halskette aus Tomatensamen ist ein optischer Hingucker! Geschmacksbeschreibungen dienen nur der Forschung.

Als PDF zum Herunterladen:  Saatenliste CityFarm2020

Das Saatgut wird auf Spendenbasis für die Farm abgegeben. Nur so können wir Euch auch nächstes Jahr wieder Saaten anbieten.
Spendenwert pro Tütchen: 2,00 Euro

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Tomaten  
Cherrytomaten  
Aprikosenkirsche Apricotfarbene, sehr schmackhafte, süße Früchte. Massenträger, sollte mehrtriebig gezogen werden oder gar nicht ausgeizen, freilandgeeignet.
Besser Alte deutsche Sorte! Fruchtig-süß, Massenträger, riesige Rispen! Pflanze wird sehr groß und braucht Dach oder Gewächshaus
Cherry-Mixtüte Bunte Mischung aller Farben und Formen, die wir in den letzten Jahren anbauten.
Cobarino Alte Sorte aus Neapel vom Fuße des Versuvs! Rote, leicht blockige Früchte, würzig aromatisch,
Vielträger
Fablone
Große gelbe Cherry, fruchtig-süß, runde,
Gefurchte Früchte, frühreif
Himbeerrose
Sehr schöne Hängetomate/Balkontomate, viele rosa, mild süße Früchte, sehr frühreif
Indigo Cherry Drops
Blauschwarz-orangerote, runde Früchte, wenig Säure, Freiland
Indigo Rose
Früchte dunkelblau-schwarz mit rot-orange bei Reife, Ernte mittelfrüh, Freiland
Schwarzer Teufel
Blau-tiefschwarz Frucht mit rotem Schimmer, fruchtig-würzigsüß, Freiland
Süße von der Krim
Massenhaft rote Früchte an langen Rispen, hocharomatisch, fast keine Säure, freilandgeeignet
Sweet Million
Massenhaft rote, runde Früchte an langen Rispen, süß-aromatisch, Gewächshaus
Vesenij Michurinski
Frucht rund, rot, süß-aromatisch, Massenträger, geschützt. Freiland/Dach
 
Fleischtomaten    
Banded Amazon
Frucht wunderschön orange-rotbraun-grün
Gebändert, fruchtiges Aroma, Dach/gesch. Freiland
Cherokee Gold
Ernte 18, gelb-orange, plattrund, sehr süß-
Aromatisch, Gewächshaus
Chocolade Stripe
Früchte schokoladenbraun mit orangegrünen
Streifen, fruchtig süßes Aroma, Gewächshaus VZ: 03,Garten: M05, Haltbar bis 2030
Cuore de Bue
Italienische Sorte, sehr massige gerippte Früchte, Salat- und Soßentomate, Gewächshaus
Froschkönigs Goldkugel
Alte Schweizer Sorte! Goldgelbe, runde Früchte, wenig Säure, Aroma mild-süß
Hillybilli
Erntebeginn mittelspät, Pflanzen bleiben eher klein, geschütztes Freiland/Dach/ Gewächshaus
Orange Ruissian
Frucht innen und außen orange-gelb-rot, herzförmig, Aroma obstig süß, säurearm, Gewächshaus
Oxheart Pink
Herzförmige, pink-rote Früchte, sämig-mildes
Tomatenaroma, Gewächshaus
Pink Brandywine
Der Klassiker! Früchte dunkelrosa-pinkfarben, vollmundiges Fruchtaroma
Smaragdapfel
Grün-dunkelgrün geflammt, orangener Schimmer, obstig süßes Aroma, Geschütztes Freiland/Dach
Königsberger
Rot- orange gestreifte Früchte, ei- bis herzförmig, mild aromatisch, freilandgeeignet
Stabtomaten  
Black Trüffel
Früchte rotbraun mit grüner Schulter, birnenförmig, würzig-süßes Aroma, geschütztes Freiland
Bleeding Heart
Goldorange-rot geflammte Früchte, herzförmig, süß-fruchtiges Aroma, freilandgeeignet
Blush Tiger
Orange-rot geflammte Früchte, länglich eiförmig, tropisch-obst-artiges Aroma, freilandgeeignet
Burstyn
Gelbe, runde Früchte, trägt im Gewächshaus sehr früh und reichlich, unter Dach o. Gewächsh.
Tiger Striped
Rot-gold geflammte Liebhabersorte, wunderschöne Früchte!, mittelgroße Früchte, süß-aromatisch,
Geschütztes Freiland
Japanische Trüffel Orange
Birnenförmige, orange Früchte, mild süß,
Geschütztes Freiland
Königsberger
Rot- orange gestreifte Früchte, ei- bis herzförmig, mild aromatisch, freilandgeeignet
Kremser Perle
Alte Sorte aus Österreich! Balkontomate, da nur 1,20m groß, Aroma süßsäuerlich, rote Salattomate, freilandgeeignet
Reisetomate
Kuriosität! Die rote Frucht ist aus Tomatenzehen zusammen-gesetzt, Gewächshaus
San Marzano
Traditionelle italienische Sorte, flaschen-förmig, perfekte Soßentomate Gewächshaus
Sunray
Früchte goldgelb bis orange, perfektes Süße-Säure-Verhältnis, Dach oder Gewächshaus

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Blatt- und Wurzelgemüse  
Asiasalat-Mixtüte
Die knackig bunte, leicht scharfe Salat-Alternative, auch zum Dünsten, Frosthart
Asiasalat
„Grün im Schnee“

Die knackig-pikante Salatalternative & zum
Dünsten, frosthart
Möhre/Karotte
„Robila“

Lange, schlanke, zylindrige, abgestumpfte,
Herbst- und Wintermöhre, Lagerkarotte
Möhre/Karotte
„JAUNE DU DOUBS“

Große dunkelgelbe Möhre mit glatter Schale,
Alte franz. Gourmetsorte
Spinat
„Winterriesen Stamm Verdil

Für Frühjahrs-, Herbstanbau, würzig aromatisches Wintergemüse, großblättrig, schnellwachsend
Pastinake
„Schleswiger Schnee“

Weiß, glattschalig, nussiges Aroma, Verwendung
Als Wurzelgemüse und zum Dünsten
Pastinake
„Halblange Weiße“

Aromatische, cremefarbene Wurzel, für schwere Lehmböden geeignet, Verwendung als
Wurzelgemüse und zum Dünsten
Rote Gartenmelde
Uraltes Blattgemüse der Römer! Verwendung der jungen Blätter in den Salat oder wie Spinat
Verarbeiten. Wunderschöne dunkelrote Farbe!

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Gurke/Melone  
Freilandgurke
„Vorgebirgstraube“

Einlegegurke/Gewürzgurke, auch lecker als
Knackige Brotzeitgurke.
Inkagurke
Kletternde Hörnchengurke, Blätter essbar, auch als Sichtschutz wunderschön, Massenträger
Kasachische Obstmelone
Fruchtfleisch tieforange, aromat. süß,
Robuste Melonensorte zum Freilandanbau

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Paprika/Chili  
Baumchili
„Rocoto“

SC: 9, Brasilianische Lokalsorte, Mehrjährige sehr große, robuste Pflanzen
Chili
„Large Orange Thai“

SC: 7-8, Süß-fruchtig, milde Schärfe, 10cm lange Früchte
Chili
„Limon“

SC: 10, gelbe tropfenförmige Früchte, fruchtig-
Zitroniges Aroma, Pflanzen bleiben eher klein
Chili
„Thai Bird Pepper“

SC: 9-10, Wildchili, aufrecht stehende Früchte reifen rot ab
Chili
Habanero orange

SC: 10, Feurige Chilis mit typisch tropischem
Habaneroaroma
Chili
„Aji White Fantasy“

SC: 4, Weiße Variante der Glöckchenchili, fruchtig frischer Geschmack, große Pflanzen, Massenträger
Rote Peperoni
SC: 05, Früchte rot, lang, spitz, Mittlere Schärfe
Rumänische Gewürzpaprika
SC1-2, mild scharf, scharf-fruchtige Spitzpaprika,
Trockenheitstolerant, zum Trocknen geeignet

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Insektenweiden  
Blühender Meter für den
Balkonkasten

Heimische einjährige Wildblumenmischung
Für Insekten, für Kleinstanbau
Ringelblumen
Klassiker für den Garten, uralte Nutzpflanze,
Orange-gelbe Blüten, kompakter Wuchs
Rübenblättriger Salbei
Seltene Art aus der Türkei, violette Bienenweise, auch als Teekraut, frosthart
Staudentagetes
Gelbe, prächtige Blüten, teilgefüllt
Tagetes
„Wollis schöne Gelbe“
Schöne goldgelbe Blüten, ungefüllt

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Kürbis und Zucchini  
Bulgarischer Weißer
Kürbis weiß-rosa, Fruchtfleisch orange, sehr aromatischer Bratkürbis, lagerfähig
Butternut
Zartes, süß-nussiges, orangefarbenes Fleisch,
Wenig Kerne
Cocozelle von Tripolis
Anspruchslose Sorte mit kräftigem Wuchs. Lange, grüne, gestreifte Früchte. Hohes Ertragspotential. Sehr guter Geschmack.
Hokkaido
Klassiker! Orange, sämig, aromatisch
Keulenzucchini
Trombette di Albenga

Alte italienische Sorte, nussig-süßfruchtig, lange gebogene Früchte
Rumänischer Bratkürbis
Große cremefarbene Früchte, orangenes Fleisch, fruchtig-nussiges Aroma
Sweet Dumpling
Süßliches Kastanienaroma, kompakter Wuchs, Früchte ~500g
Weiße Zucchini aus der Türkei
Weiße Schale, orangenes Fleisch, guter Geschmack

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Soja, Mais, Erbsen  
Gemüsemais
Lila Lófogú Kukorica

Dunkelrote Kolben, Zum Kochen, Grillen, Dekorieren, trockenheitstolerant, besonders lange Kolben
Popcornmais
Sanguine Pop“

Orange-gelb-rote Kölbchen, Pflanzen bleiben klein, daher frühreif, ergibt bestes
Feinschmeckerpopcorn!
Soja
„Green Shell“

Robust, trockenheitstolerant, hoher Ertrag, vollmundiger Geschmack
Soja
„Summer Shell“

Robust, trockenheitstolerant, hoher Ertrag, vollmundiger Geschmack
Zuckererbsen
„Schweizer Riesen“

Alte Sorte mit blauen Blüten und zarten Schoten, reift mittelfrüh, Pflanzen bis 2m groß

 

Kräuter  
Dill Salat- und Einlegegewürz

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Bohnen Sortenbilder unter bohnen-atlas.de
Reiserbohnen Reiserbohnen wachsen zuerst wie Buschbohnen, benötigen im Spätsommer aber Stützen wie Erbsen. Perfekte Sorten für Kombianbau mit Mais.
Bamberger Blaue
Bayrische Regionalsorte, Lila Blüten, frühtragend Verwendung als grüne Bohne und Trockenbohne
Cresijevec
Traditionelle Sorte aus Slowenien! Blüte lila, Verwendung als Grüne Bohne oder Auskernbohne,
Ältere Hülsen fädig
Flagg
Frühe Ernte, robuste Pflanzen, Hülsen fädig aber sehr schmackhaft
Purple Price
Sehr frühreif, ertragreich, sehr aromatisch, Blüte/Hülse lila, fädig
Ungarische Gartenbohne
Hofsorte aus Ungarn, trockenheitstolerant, Auskernbohne, Hülsen fädig, jung als Grüne Bohne
 
Buschbohne  
Big Borlotto
Auskernbohne, robust, schmack-haft, wüchsig,
Mittelspäte Ernte
Buschbohnen-Mix
Kunterbunte Vielfalt zum Mischanbau
Canadian Wonder
Kidneybohne, Auskernbohne, ertragreich, schmackhaft, wüchsig
Eckendorfer Rotsprenkel
Alte deutsche Sorte!, Auskernbohne oder ganz jung als grüne Bohne, Hülsen fädig, ertragreich
Elsterbohne
Traditionelle französische Sorte!, Frühreif,
Ertragreich Verw. als Grüne Bohne, leicht fädig
 
Stangenbohnen  
Borlotto Lamon
Wärmeliebende Auskernbohne, sehr zarte leckere Körner, Hülsen fädig
Cherokee Trail of Tears
Historische Sorte der Cherokee-Indianer!
Blüten/Hülsen Lila, jung unfädig
Klosterfrauen
Alte, wohlschmeckende Sorte aus der Schweiz! Als grüne Bohne und Trockenbohne verwendbar.
Lippoldsberger Perle
Alte deutsche Sorte! Trockenheitstolreant, fadenlos, Verw: Grüne Bohne, Auskernbohne
Lohreys Special
Tasmanische Sorte! Ertragreich, robust, trockenheitstolerant, Verwendung als Grüne Bohne und Auskernbohne.
Monstranz
Legendäre deutsche Klostersorte! Verwendung als grüne Bohne und Trockenbohne,
Hülsen nicht fädig
Rdeci Liscek
Slowenische alte Sorte, Auskernbohne, ertragreich
Stangenbohnen-Mix
Kunterbunte Vielfalt zum Ausprobieren!

Saatgutfest 2020 am 01.03.2020 14-18 Uhr

Liebe CityFarm-Freunde,

wie jedes Jahr startet unsere Saison mit unserem Saatgutfest.
Seit Wochen packen wir Saatgut in Tütchen ab, beschriften und etikettieren. Es sind in diesem Jahr wieder anschauliche 9 Kisten geworden! Davon allein 4 mit den Tomatensorten, die wir 2019 vermehren konnten.

Daher heißen wir Euch am Sonntag dem 01. März ab 14 Uhr auf der Farm willkommen und schüren das Lagerfeuer, da da Wetter ja endlich wieder „normal“ werden soll.
Sollte es sich der Wettergott doch noch einmal anders überlegen, dann lasst Euch gesagt sein: Das Fest wird bei jeder Witterung veranstaltet. Treue Gäste wissen bereits, dass sich eine dem Wetter entsprechende Bekleidung als unabdingbar erweist.

Dieses Jahr versuchen wir den Saatgutstand etwas zu entzerren und mehrere Stationen aufzubauen. Zudem haben wir schon die ersten Pflänzchen für Eure Gärten da, die gegen Spende mitgenommen werden können. Z.B. warten Asiasalat, Schnittlauch, Katzenminze und Pimpinelle auf ein neues zu Hause.

Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt, denn neben Tee und Kaffee gibt es wieder einen leckeren Kuchenverkauf. Da geht unser Dank an unsere treuen CityFarmer, die fleißig den Kuchenstand bestücken.

Saatgutbörse

Alte und seltene Tomatensorten!

Die Börse funktioniert so:

Wir stellen Euch unser eigenes Saatgut und das von unseren Paten gegen eine Spende zur Verfügung. Das Geld fließt direkt wieder in die Saatgutvermehrung, damit wir auch 2021 die Börse wieder stattfinden lassen können.

Daher bitten wir um Eure Fairness, Euch bei der Bezahlung an der Spendenempfehlung zu orientieren. Die Saatgutgewinnung ist sehr aufwändig, ebenso wie das Abpacken und Etikettieren der Tütchen.

Plastikfrei: Noch haben wir überwiegend in Druckverschlusstütchen verpackt, wollen aber langfristig auf Papiertütchen umstellen.
Leider sind diese erheblich teurer, weshalb wir die Umstellung nur Schritt für Schritt umsetzen können. Wir bitten um Verständnis dafür!

 Euer Saatgut: Wenn vorhanden bringt Euer Saatgut in kleinere Einheiten verpackt zum Tausch mit und beschriftet es mit Art, Sorte und Erntejahr.
Es ist dringend erforderlich, dass die Samen in kleinere Tütchen verpackt werden, denn die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass Selbstabpackstationen leider nicht funktionieren.

Bitte seid auch beim Tausch fair!

Sortenpaten gesucht!

Auch in diesem Jahr möchten wir wieder Sortenpatenschaften vergeben für Tomaten, Bohnen, Zuckererbsen und Mais (wir können leider aufgrund der Nachbarschaft zu einem Energiemaisfeld keinen Mais mehr selbst vermehren).

Wenn Ihr Interesse habt, sprecht Ildi einfach an (die mit den Dreads bei den Tomatensamen).

 

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Allgemeines

Wir möchten zudem wie immer darauf hinweisen, dass Eltern auf Ihre Kids aufpassen müssen (Aufsichtspflicht). Normalerweise eine Selbstverständlichkeit, auf welche man nicht hinweisen bräuchte.
Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Kinder unsere Tiere jagen, in den Gehegen rumschreien, nach den Tieren schlagen oder Pflanzen im Garten ausreißen.

Foto: Rosemary Photography

Auch dürft Ihr gern Eure Vierbeiner mitbringen.
Wir bitten euch aber darauf zu achten, dass unsere Tiere nicht gestört werden. Leinenpflicht gilt im Gemüsegarten und allen Gehegen, wie auch an der Schafweide!
Zudem versteht sich von selbst, dass Häufchen vom Besitzer entfernt und in unsere schwarze Tonne entsorgt werden (also bitte an die Tütchen denken).

Anfahrt mit dem Auto:

–> Das Parken an der Farm ist, außer für Mitwirkende, nicht erlaubt! Wir bitten euch das Auto an der Aral-Tankstelle, in der Stuttgarter Straße oder auf dem großen Parkplatz am Nordfriedhof abzustellen und die restliche Strecke zu laufen.
Nur wer etwas zu liefern hat oder sehr schlecht zu Fuß ist, darf kurzzeitig an der Farm halten.

Die CityFarm liegt in den Krötenbiotopen.

Unser Gelände liegt mitten in den Krötenbiotopen der Stadt Augsburg und wir wollen den Autoverkehr minimieren und Radverkehr fördern.
Wenn ihr etwas liefern wollt, könnt ihr das gern tun aber dann bitte das Auto außerhalb parken. Alles was zwei oder vier gesunde Beine hat, kann die Strecke laufen.

Bitte parkt nicht die Straßenpoller im Gablinger Weg zu, dort muss der Bauer mit dem Trecker durch, auch am Wochenende! Auch auf der Wiese daneben herrscht Parkverbot. Die Besitzerin lässt alle dort abgestellten Autos rigoros abschleppen!

Fahrradparkplätze sind dagegen unbegrenzt vorhanden!

Ildi’s DIY-Winter

CityFarmer sein, heißt nicht nur Schafe kuscheln!

„Es ist schon ein bisschen verrückt, was ihr da macht!“
Willst du nicht endlich mal ein normales Leben anfangen?“
Wow, das ist so toll was ihr macht, ich könnt das nicht.“
Warum quält ihr euch freiwillig mit so viel dreckiger Arbeit?“
Ihr seid scho ganz schön irre.“

Das ist nur ein kleiner Auszug an Sätzen, die mir immer wieder begegnen, von Freunden, von der Familie, von Bekannten, von Fremden.
Im Gegenzug frage ich mich dann „Und wie kannst Du so leben? 50 Stunden-Woche und am Wochenende so kaputt gearbeitet vom Bürojob, dass du kaum Zeit für deine Kinder, geschweige denn Hobbys oder Engagement in welcher Form auch immer, findest? Das soll ein erfülltes Leben sein?“

Auch ein naturfreundlicher Garten ist Engagement.

Natürlich spreche ich es nicht laut aus aber es zeigt mir, dass jeder in seiner eigenen Welt lebt, mit seinen ganz eigenen Prioritäten und oft nur wenig Verständnis anderen Lebensentwürfen gegenüber herrscht. Manchmal fällt es mir schwer, anderen keinen Vorwurf über ihr Nichtstun im Leben zu machen.
Aber dann erinnere ich mich, dass ich selbst viele, viele Jahre gebraucht habe, bevor ich begann umzudenken und daraus der Wille entstand, Etwas anders zu machen. 

Doch das soll nicht Thema sein. Soll doch jeder Leben wie er es will?

DIY pur: ich beim Schafscherkurs mit Jan Hartmann!

Wir wollen mit unserem Dasein wenigstens versuchen etwas besser zu machen und andere zu inspirieren, über ihre Handlungsmöglichkeiten nachzudenken. Wir können nicht nur rumsitzen, schimpfen und hoffen das andere was tun.
Deshalb stören uns derartige Aussagen nicht sonderlich und wir können mit einem Lächeln sagen: „Ja, wir sind gerne anders und stehen dazu.“

Zu einem etwas nachhaltigeren Leben gehört auch das Selbermachen verschiedenster Dinge. Das soll eigentliches Thema meines Artikels sein.

Am Anfang steht die Frage kaufen oder selbermachen? Das hat nicht nur etwas mit Kaufkraft zu tun, sondern mit Wertschätzung, Qualität, Neugierde, Experimentierfreude und natürlich einem ökologischen Bewusstsein.

Schon die alten Griechen strebten nach nützlichem Wissen.

Der erste Gedanke, dass es ja billiger ist, etwas selbst herzustellen, stellt sich bei näherer Betrachtung aber oft als falsch heraus. Nicht nur die vielen Zeitstunden, die wir investieren (um etwas zu lernen und es dann anzuwenden), sondern auch die Verwendung qualitativ hochwertiger Rohstoffe/Ausgangsstoffe kostet seinen Preis.

Vor allem Ersteres wird oft unterschätzt. Schon die alten Griechen beschworen als oberste Priorität „das Erlernen von Nützlichkeiten“, denn „Weisheit ist die Anwendung von erworbenem Wissen“ und „Wissen ist bekanntlich Macht“. In unserem Fall ersetzen wir das Wort Macht wohl eher durch Freiheit und Selbstbestimmtheit.

Nun hat dieser lebenslange Erkenntnisprozess so seine Tücken. Bei vielen Gelegenheiten sind wir mit unseren Selbstmachbemühungen auf die „Schnauze“ geflogen.
Ob es eingeweckte Gläser voller Leckereien sind, die Kellerregal bersten, oder Stromschläge die man sich bei unsachgemäßer Handhabung von Solarmodulen abholt, die Liste des Scheiterns ist vielfältig. Learning by doing über try and error – haben wir es einst spaßhaft betitelt. Allerdings ist dies sehr langwierig und manchmal frustrierend.

Zum Glück gibt es aber Menschen, die Wissen was wir benötigen, haben und bereit sind, es weiter zu geben. So kann man sich vielleicht den ein oder anderen error sparen.

Schafe machen Arbeit: hier Klauenpflege.

Innerhalb der fünf Lebensbereiche, „Eating, Housing, Clothing, Energy und Mobility“ bemühen wir uns trotzdem auch weiterhin um ein selbstbestimmtes Leben.
Alleine die „Wollschöpfungskette“ mit Schafhaltung und -Pflege, Scheren, Waschen, Färben, Kardieren, um das Fasergold letztendlich zu Garn zu spinnen und Socken daraus zu stricken, bedarf Unmengen Know-How, Zeit und Equipment.
Wäre es da nicht einfacher Industrieware zu kaufen?
Einfacher ja, aber dann haben wir es ja nicht selbst gemacht, wissen nicht wie es den Schafen ging, wie und wo im Verarbeitungsprozess die Umwelt belastet wurde, ob Maschinen oder Menschen die Arbeit verrichteten, ob Letztere gerecht bezahlt wurden und von den Transportketten ganz zu schweigen.
Welchen Fußabdruck man auch immer nehme, es wäre ein riesiger!

Sicher habt Ihr schon Bilder oder Videos gesehen, wie wir unsere Schäfchen scheren aber wie die Wolle danach weiterverarbeitet wird, das konnten bisher hauptsächlich die Instagramm-Nutzer nachvollziehen, die ildi_von_der_cityfarm in der Insta-Welt folgen.

So muss die Wolle sofort nach der Schur sortiert werden, heißt die schmutzige Bauch-Beine-Po-Wolle wird aussortiert und landet entweder im Garten oder wird gesammelt zum Düngepellethersteller geschickt (ist für dieses Jahr geplant).
Die restlichen Wollvliese werden, in Kisten verpackt, ins Lager geschafft, um sie bei warmen Frühlingswetter auf dem Dach zum Nachtrocknen ausbreiten zu können. Einen Teil der Wolle verwenden wir als ungewaschene Rohwolle zum Filzen (z.B. für unsere Sitzfellchen).
Der Rest wartet bis zum Winter auf seine Weiterverarbeitung, denn während der Saison fehlt uns einfach die Zeit dafür, zumal im August/September die 2. Schur ansteht.

Selbst gefärbte Wolle

Ist dann der Winter gekommen, wird die Wolle Stück für Stück gewaschen. Entweder auf Gittern ausgebreitet vom Regen (was seeeeehr lange dauert) oder in einem alten Wecktopf mit Wollseife und Wasser.
An der Rotte, also Fermentation, habe ich mich auch einmal versucht, fand es aber unglaublich eklig und es verbrauchte für meinen Geschmack zu viel Wasser diesen Ekelfaktor zu raus zu waschen (auf der Farm haben wir ja nur Regenwasser und sowas kann ich nur auf der Farm machen, da es schlimmer stinkt als Brennesseljauche!).

Als Anhaltspunkt: Die Wolle einer kleinen Skudde wird in 2 Teilen 2-3x gewaschen, weil sie unglaublich viel Wollfett enthält. Gut 1/3 des Wollgewichts entfällt bei dieser Rasse auf Fett.
Im Gegensatz dazu wird die Wolle von Obiwan oder Kenobi auf 4 Teilstücken 1x gewaschen. Weniger Durchgänge aber viel mehr Wolle.

Im gleichen Wecktopf wird die Wolle bei Bedarf auch gefärbt

Bunte Wolle auf der Kardiermaschine.

Dieser ganzen Vorarbeit folgt nun das Rupfen, wofür wir extra ein Gerät, den Wollpicker, angeschafft haben. Da wird die Wolle unten rein gestopft, die Wiege per Hand bedient und hinten kommen lockere Wollfläckchen wieder raus. Natürlich kann man das auch per Hand machen, es geht bei den Mengen aber schneller mit dem Picker.

Die nun schön aufgelockerte Wolle kann jetzt kardiert werden. Eine Kardiermaschine kämmt die Wolle und richtet die Fasern halbwegs gleichmäßig aus. Dabei werden zudem letzte Verschmutzungen und Knötchen entfernt.
Heraus kommt ein schönes Kardenband, auch Wollbatt genannt. Verwendbar ist dies nun entweder zum Filzen oder um einen Faden daraus zu spinnen.

Ihr seht, allein schon die Vorbereitung der Wolle erfordert Einiges an Wissen und Material.

Das neue Spinnrad!

Zum Spinnen braucht Frau dann wiederum ein Spinnrad (welches der liebe Mann ihr zu Weihnachten schenkte, danke!) oder eine Handspindel und jemandem, der es einem erklärt.

Klar kann man sich heutzutage mit Youtube behelfen. Aber einen direkten Ansprechpartner zu haben, der einen auf Fehler hinweist oder Fragen beantwortet, kann das Internet nicht bieten. Wir haben dafür unsere liebe Spinnerin Inge, die uns mit ihrem lebenslangen Erfahrungsschatz zur Seite steht und bei uns mit uns Spinnkurse durchführt.

Danke liebe Inge!

Jetzt kommt etwas unbeauftragte Werbung, weil ich Euch von den besuchten Kursen berichten möchte:

Meine selbst gemachte Schäferweste!

Das Gleiche gilt beim Filzen, vor allem wenn Frau etwas kompliziertere Dinge, wie z.B. Kleidung, anfertigen möchte.
Dafür
habe ich sogar extra einen Kurs in Regensburg besucht und dort gelernt eine Weste zu filzen. Ganz ehrlich: ohne die Anleitung der Filzkünstlerin Caro Lanzendörfer hätte ich das niemals hinbekommen!
Allein schon die Festlegung des Schnittes ist eine Wissenschaft für sich.
Dann die Schrumpfeigenschaften der verschiedenen Wollarten und wie sich Wolle im Filzprozess in ihren Eigenschaften verändert – viel Fachwissen und Können, was
Frau erstmal lernen muss!
Es war auf jeden Fall ein sehr spannender Kurs und heraus gekommen ist eine ganz tolle Weste.

Caro hat in ihrer Werkstatt auch einige Webstühle stehen, die meine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Aber erst mal das Spinnen und Filzen gut hinbekommen, dann kann ich mich am Weben versuchen.
Nächstes/Übernächstes Jahr oder so.

Willkommen in Bianca’s wilder Kräuterei.

Alles hat seinen „Rattenschwanz“.
Allein schon nach intensiver Arbeit und viel Körperkontakt mit den Schafen braucht Frau (ja, auch der liebe Mann, der Benni) ordentlich viel gute Seife.
Nicht, dass mir der Geruch unangenehm wäre, im Gegenteil ich liebe ihn! Aber zahlreiche Stadtnasen haben dann doch ein kleines Problem mit dem bleibenden olfaktorischen Eindruck.
Das merke ich schon, wenn ich nach der Farm in Arbeitsklamotte noch schnell beim Fressnapf reinschau, um Fluff und Keule mit Kaustängchen zu beglücken.
Ich denke mal, mittlerweile haben sich die Verkäuferinnen an mich und mein Schafstallparfum gewöhnt, doch von anderen Kunden ernte ich oft verstörte Blicke und gerunzelte Nasen.
Frau wird dann manchmal ganz paranoid, wenn sie in z.B. einer wichtigen Besprechung sitzt und das Gefühl hat, leicht nach Schaf zu riechen.
Zum Glück beteuern befragte Freunde dann, dass dies nicht der Fall sei. Wirklich? Aber so ist das nun mal als CityFarmer, City und Farm harmonieren nicht immer perfekt.

Schöne Kaffeeseifen mit Peelingeffekt!

Aber wieder zurück zur guten Seife.
Auch zum Wollewaschen und Filzen benötigt Frau diese, am besten eine, die Fasern und unsere Haut schont. Klar kann ich mir Kernseife im Supermarkt kaufen (greift aber die Haut arg an) oder schweineteure Spezialseife im Fachhandel.
Oder – ihr erratet es sicher schon – Frau macht sie selbst.

Dieser Winter bot sich aus mehreren Gründen an, endlich das Seifenmacherhandwerk zu erlernen. Da hier aber mit gefährlichen Substanzen gearbeitet wird, kam try and error diesmal nicht in Frage. Daher besuchte ich einen Seifenkurs in Bobingen bei „Biancas wilde Kräuterei.

In Gegensatz zu früher (Seife wurde aus Tierfett und Pottasche hergestellt) verwenden wir heute pflanzliche Öle und Fette für unsere Seifen.

Bianca beim Eingießen des Seifenleims.

Allerdings ist das regionale Angebot an benötigten Ölen sehr begrenzt, sodass spezielle Öle und Fette aus entfernteren Gegenden beschafft werden müssen. Selbst wenn Frau dabei auf Bio und Fairtrade achtet, ist der Ökologische Fußabdruck meiner Seife nicht mehr der Beste.
Dann doch wieder Tierfett und Pottasche? Lieber nicht, das find selbst ich etwas eklig und ich bin hart im nehmen.
Oder doch einfach eine kaufen? Nein, es geht ja auch ums Selbermachen: da weiß ich was drin ist, kann die Rückfettung steuern und die Seife nach meinem Geschmack färben oder mit Kräutern bestücken.
Es gehört schon etwas Fingerspitzengefühl und eine gute Schutzausrüstung dazu, Seife herzustellen. Temperaturen müssen beachtet und Reifezeiten eingehalten werden.
Biancas Kurs hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen und ich habe viel gelernt!

Spinnen ist eine wunderschöne Arbeit!

So langsam startet aber wieder die Saison.
Die ersten Saaten sind schon gekeimt und wollen bald pikiert werden. Die Saatgutbörse steht am 1. März ins Haus und naja, arbeiten muss Frau auch irgendwann mal.
Aktuell bin ich froh, wenn ich es schaffe abends eine Stunde zu spinnen.
Der Plan ist aber, das Spinnen der vorbereiteten Wolle auch in der Saison fortzuführen, denn im Mai ist ja schon die nächste Schur unserer 18 Wollgesellen. Wir werden sehen, ob und wie sich das umsetzen lässt.
Zudem findet am 21. Februar der erste Augsburger Spinntreff statt, der im optimalen Fall regelmäßig stattfinden soll.

Was die Seifen angeht, werde ich vor Saisonstart noch einen Tag lang verschiedene Seifen ansetzen, in der Hoffnung, dass diese über das Jahr reichen und ich erst kommenden Winter neue machen muss.

Wie Ihr seht, geht einem CityFarmer die Arbeit nicht aus und wenn, dann sucht er sich schnell neue!

Bitte entschuldigt die Qualität der meisten Fotos. Das ist der Nachteil an meinem Öko-Fair-Handy, die Kamera ist nur so naja….

Unser Stand auf dem Regionalvermarktertag zeigt ganz gut unser DIY-Spektrum.

Liebe CityFarm-Freunde,

als Erstes möchten wir Euch ein besinnliches und entspanntes Weihnachtsfest wünschen. Egal wo Ihr die Feiertage genießt, tut es mit Ruhe, nehmt Euch Zeit für Euch und Eure Liebsten.
Ja, das mag abgedroschen und kitschig klingen und sicher runzelt der Ein oder Andere die Stirn, denn bei Regenwetter und Geschenkestress kommt nur wenig Weihnachtsstimmung auf.
Aber Leute lasst Euch sagen; den Stress macht Ihr Euch ganz alleine. Wer meint mit teuersten Geschenken seine Liebe zeigen zu müssen, hat da etwas falsch verstanden, ebenso jene die solche Geschenke als Selbstverständlichkeit erwarten. Aber ja, der Gott Konsum diktiert wie „Liebe“ heute auszusehen hat.
Oder nicht? Klar bleibt es jedem selbst überlassen, wem er was schenkt. Allerdings hat ein wenig Selbstreflektion noch keinem geschadet und dazu lädt das Weihnachtsfest doch geradezu ein.

Onkel Ronny

Auch die Zeit mit der Familie löst bei Manchem eher Schnappatmung als Vorfreude aus.
Aber man kann die Familienzeit auch genießen, heutzutage sieht man sich ja nicht mehr so oft wie früher. Auch wenn es müßig ist, Oma stundenlang über ihre Gebrechen berichten zu hören oder wenn Onkel Ronny seine braunen Kackparolen über die Weihnachtsgans schweifen lässt, versuchen kann man es, der Familie etwas abzugewinnen. Naja, vielleicht nicht unbedingt Onkel Ronny. (Alle nicht braunen Onkel Ronnys: verzeiht mir bitte die Entwendung Eures Namens.)
Wir freuen uns auf jeden Fall, Weihnachten mit und bei unseren Familien verbringen zu dürfen. Auch ohne Schnee ist es eine schöne und besinnliche Zeit.

Nach unserem kurzen Weihnachtsappell wollen wir Euch natürlich noch berichten, was sich in der letzten Zeit auf der Farm getan hat!

Mirabella

Zuerst möchten wir Euch von unserer Prinzessin Mirabella berichten.
Ihr erinnert Euch doch sicher an unsere Schwarznasen-Bergschaf-Dame, deren Wolle so toll wächst, dass sie im Frühjahr aussieht, als trüge sich ein weißes Kleid?
Dieses bezaubernde Schaf ist nun schon seit gut 3 Jahren bei uns. Zusammen mit Obiwan und Kenobi holten wie sie als Lamm aus der Nähe Stuttgarts. Schon damals fiel und auf, dass Mira einen extrem langen Schwanz hat, den sie aber kaum bewegen kann.
Den langen Schwanz bei Schafen hat übrigens erst der Mensch gezüchtet.

rige Schafrassen wie unsere Skudden haben kurze Schwänze (Wildschafe auch) und zählen damit zu den Kursschwanzschafen. Das Thema langer oder kurzer Schwanz, kupieren oder nicht, trägt wie viele andere Themen der Tierhaltung großes Konfliktpotential in sich. Dies aufzuarbeiten würde den Rahmen unseren Blogs sprengen.
Daher bleiben wir bei Mirabella. Aufgrund ihres teilweise gelähmten Schwanzes konnte sie nicht frei urinieren und besudelte sich dabei immer.
Dass dies ihr selbst unangenehm war, konnte der aufmerksame Beobachter leicht erkennen. Nach jedem Pieseln schüttelte sie sich mehrfach, was aber leider alles nur noch mehr verteilte.
Aufgrund des unangenehmen Geruches, den die Prinzessin verströmte, hatte sie auch nur wenige treue Wollfreunde in der Schafgemeinde. Kurz gesagt, war ihre Lebensqualität stark eingeschränkt.
Aber auch für uns war es ein Ärgernis, denn Urinstein lässt Scheren und Schermaschinen sofort stumpf werden. Zudem war ein Teil ihrer Wolle dadurch unbrauchbar und die Hände rochen nach einer Woche noch unangenehm.

So konnte es also nicht weitergehen. Der Schwanz musste ab.
Nach einer Voruntersuchung durch unsere tolle Tierärztin Amelie war klar, dass eine Amputation dringend notwendig war, denn die Unterseite des Schwanzes war aufgrund des scharfen Urins schon stark entzündet.

Endlich dazu gehören! Mira & ihre Homies.

Die OP selbst verlief optimal und Mirabella überstand auch die Narkose gut. Zwar hasste sie alle Menschen die ersten Tage danach, doch sehr schnell konnten wir erkennen, dass die Entscheidung richtig war.
Als der Stumpf abgeschwollen war, konnte sie endlich wieder richtig Wasser lassen, ohne sich zu beschmutzen. Die anderen Schafe erkannten sehr schnell, dass sie nicht mehr stinkt und nahmen sie in der Herde auf. Stand Mira vorher eher einzeln, ragt sie nun mit ihrer Grüße aus einem Skuddenwollbad hervor.
Nach 2 Wochen war alles sehr gut abgeheilt und auch die vorher entzündete Haut regenerierte sich schnell.
Heute ist Mira auch uns gegenüber wieder die Alte, lässt sich kraulen und scheint ihr neues Leben zu genießen.
Danke Amelie, auch im Namen Prinzessin Mirabellas!

Gefilzte Sitzfellchen

Wolle, Wolle, Wolle, ein großer Teil unserer Arbeit dreht sich nicht nur um die Schafe, sondern auch um Wolle.
Ein Blick in unsere Veranstaltungen zeigt, dass dieses Thema uns am Herzen liegt. Es handelt sich schließlich um einen tollen nachwachsenden Rohstoff, der erst die Schafe vor Wind und Wetter schützt und danach uns. Im Frühjahr ist Schurzeit und für unsere Großen im Herbst noch einmal.
Bei 20 Schafen kommt da eine ganze Menge Wolle zusammen. Die muss natürlich verarbeitet werden. Während Bauch-Beine-Po als Dünger im Garten landet, wird ein Teil als Rohwolle zu Filzfellen, Sitzfellchen, Taschen und Körben gefilzt. In diesem Jahr kam nun dank unserer Spinnerin Inge die Verarbeitung zu Garn hinzu. Wir begannen mit einem Handspindelkurs, der Urform des Fadenerzeugens.
Dabei werden aus gekämmter Wolle Haare parallel ausgezogen und verdreht. Die Drehung und später Verzwirnung zweier Fäden übernimmt die Spindel. 

Handspindel

Übrigens hat Dornröschen auch mit einer Handspindel gesponnen und nicht mit einem Spinnrad! Denn einmal gab es erst im 15. Jh. (die älteste Aufzeichnung eines Flügelspinnrades wurde 1488 im Hausbuch Schloss Wolfegg nachgewiesen) Spinnräder in Mitteleuropa. Zum Zweiten hätte Dornröschen sich an einem Spinnrad nicht stechen können, sondern nur an einer Handspindel mit Spitze.

Zum Spinnen muss die Wolle vorbereitet werden, da sich Rohwolle nur schlecht zu Faden verarbeiten lässt. Zuerst wird die Wolle geschwaschen.
Bis in den Herbst hinein übernahm das bei uns der Regen. Durch Regenwasser wird die Wolle sehr weich und fluffig.
Doch nun im Winter weichen wir auf einen alten Wecktopf und die Wohnung aus.
Der wenig dezente Schafgeruch ist nach der ersten Wäsche verschwunden – sehr zur Freude von Benni.
Nachteil ist, dass es sehr viel Wasser verbraucht. Wir werden uns für die Regenmethode also eine effizientere Lösung ausdenken müssen, um mehr Vliese natürlich waschen zu lassen.

Kenobi in Orange

Ein weiterer Schritt der Wollverarbeitung ist das Färben. Auch hier konnten wir zu Hause ein wenig experimentieren.
Ganz unbedenklich ist die ganze Färberei allerdings nicht, denn die Wolle muss vorher gebeizt werden und auch die Färbestoffe sind nicht immer ökologisch unbedenklich. Zum Ausprobieren haben wir Säurefarben verwendet (Ökotex geprüft). Die Wolle wird dabei mit Essig gebeizt, sodass sie die Farbe aufnehmen kann.
Die Ergebnisse zeichnen sich durch außerordentliche Leuchtkraft aus, wie ihr auf Instagramm verfolgen konntet (ildi_von_der_cityfarm).

Aber das sind bisher nur Experimente. Bis wir Kurse dazu geben können, wird noch einige Zeit ins Land streichen.
Statt dessen widmen wir uns lieber weiter dem Spinnen. Das Interesse der Handspindler war so groß, dass wir gleich im Januar einen Spinnradkurs im befreundeten Jugendhaus Lehmbau angesetzt haben. Große Räumlichkeiten und Wärme haben uns zu diesem Veranstaltungsort bewogen.

Inge spinnt schon viele Jahrzehnte und gibt uns ihr Wissen weiter.

Inge sammelt nun schon seit Monaten Spinnräder, die ihr Mann Detlef (unser Schmied) herrichtet und repariert. So hat jeder Kursteilnehmer sein eigenes Rad.

Bild gibt es CityFarm-Wolle!

Die Spinnerin spinnt schon seit vielen Jahrzehnten und gibt uns ihr Wissen und ihre Erfahrung weiter. Ihr durftet ihr Können auch schon auf manchem unserer Feste bestaunen und selbst versuchen einen Faden zu erschaffen.
Es ist gar nicht so einfach, wie es aussieht. Wir freuen uns auf jeden Fall sehr auf den Kurs und werden Euch über unsere Fortschritte auf dem Laufenden halten.
Vielleicht gibt es ja bald Garn von unseren Schafen gegen eine Spende an die Farm zu erstehen.

Das Thema DIY bezieht sich natürlich nicht nur auf die Wolle. Ildi besuchte vor Kurzem einen sehr spannenden Seifenkurs in Bobingen aber davon werden wir Euch in einem extra Artikel berichten.

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Der Sandling – das bin dann wohl ich!

Eines noch in eigener Sache:

Unser lieber Benni spendet den Erlös seines Buches „Der Sandling“ (ISBN 3749498792) an die CityFarm, damit wir die Pacht für 2020 bezahlen können. Der Sandling erzählt die Geschichte unseres Hundes Keule und ist damit eng mit der Farm verwoben.

Begleitet Benni auf seiner Reise in Keules alte Heimat!
Nicht nur eine abenteuerliche Geschichte, sondern auch eine gute Tat!

https://www.pustet.de/shop/article/41723233/benjamin_vogt_der_sandling.html

Und für alle Wayan-Fans: seit Oktober 2019 ist Bennis Wayan-Triologie komplett! Mögen Matagesch und Newosoresch mit Euch sein!

https://www.pustet.de/shop/article/41865541/benjamin_vogt_wayan_iii.html

Was blüht im Oktober

Blüten Topinambur

Endlich ist er da, der goldene Oktober. Der Herbst wäre kein guter Herbst, würde er uns nicht wenigstens ein paar güldene Tage schenken.
Aus der Idee an einem Sonntagmorgen mal eben schnell die letzten Blüten im Garten zu fotografieren, wurde eine blumen- und hummelreiche Stunde mit sehr vielen Fotos. Wir waren selbst überrascht, wie viele Wild- und Kulturpflanzen noch im Oktober auf fleißige BestäuberInnen warten.
Bevor wir Euch unsere bunten Entdeckungen zeigen, ein kleiner Exkurs zu den wohl puschligsten und beliebtesten Hautflüglern, die auch im Herbst noch zu beobachten sind: den Hummeln (Bombus).

Der Erdhummel trifft man auch im Oktober noch an.

Die Bedeutung der Hummeln für das Ökosystem wurde bisher sicherlich unterschätzt, denn die Tiere können auch noch bei niedrigen Temperaturen (Arbeiterinnen ab 6°C, Königinnen schon ab 3°C) und regnerischem Wetter ausfliegen.
Für Gartenfreunde bedeutet das: sie sichern einen gewissen Grad der Bestäubung, auch wenn das Wetter im Frühjahr bescheiden ist.
Im Vergleich, Honigbienen (Apis) fliegen erst ab einer Außentemperatur von 12°C.
Aufgrund der Flugtemperaturen sind bei Regenwetter im Oktober-Garten eher Hummeln als Honigbienen zu beobachten
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Wen interessiert warum es in den Tropen keine Hummeln gibt, dafür aber eine Art, die im Gletschereis nistet, der darf sich auf der Seite Aktion-Hummelschutz einlesen. Ein überaus spannendes Thema!

In der Regel endet das Hummeljahr im September. Die, im Vergleich zur Honigbiene, kleinen Völker sterben und nur die Jungköniginnen überleben.

Die Nektartankstelle Herbstaster bietet reichlich Futter.


Bevor diese Prinzessinnen jedoch ein geschütztes Winterquartier aufsuchen, fressen sie sich ordentlich Winterspeck an und füllen ihren Magen randvoll mit Honig. Die Damen der meisten Hummelarten befinden sich im Oktober schon in der Winterruhe, nur Jungköniginnen der Ackerhummel (Bombus pascuorum) und der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris) konnten wir noch beobachten.

Borretsch ist ein unermüdlicher Blüher bis in den späten Herbst hinein. Er wird besonders gern von Hummeln angeflogen.

Für diese Prinzessinnen ist es daher unerlässlich, dass auch im Herbst noch pollen- und nektarbildende Blüten vorhanden sind.
Bekannt ist, dass Hummeln eine Vorliebe für blaue und violette Blüten besitzen.
Aktueller Forschungsgegenstand ist sogar, ob die Beliebtheit der Farben etwas mit der Blüten- und damit Nektartemperatur zu tun hat.
Gerade im Frühjahr und Herbst müssen unsere pelzigen Hautflügler ihre Temperatur über 30°C halten, da sie sonst ihre Flugfähigkeit einbüßen.
Was kommt da gelegener, als eine kuschlig warme, dunkelfarbige Blüte, die auch noch warmen Nektar spendet?
In Gärten besonders beliebt bei Hummeln sind neben Borretsch, lila Schmetterlingssträuchern und Lavendelblüten, auch Ringelblumen.

Eine faszinierende Pflanze ist die Schaben-Königskerze.

Im Übrigen hat eine Studie unlängst herausgefunden, dass artenreiche Schrebergärten aufgrund der Mischung blühender Obstbäume und Gemüsepflanzen, Blumen und Unkrautecken mit blühenden Wildpflanzen besonders anziehend auf Insekten wirken. Ausgesprochen schlecht schnitten Parkanlagen ab und auch viele Hausgärten sind wegen ihrer Rasenflächen und Terrassen alles andere als insektenfreundlich. Da hilft auch kein aufgestelltes „Insektenhotel“ mehr. Von Schottergärten ganz zu schweigen….

Zwar zählen wir uns nicht zu den Kleingärten, fühlen uns aber mit unseren „Unkrautecken“ und „Lass mal alles ausblühen“-Konzept durch diese Studie sehr in unserem Tun bestätigt!
Quelle: Baldock KCR, et. al.: A systems approach reveals urban pollinator hotspots and conservation opportunities. In: nature ecology & evolution, https://doi.org/10.1038/s41559-018-0769-y

Daher einmal mehr unser Aufruf: MEHR MUT ZUM UNKRAUT!
Zeigt Bilder Eurer wilden Gärten und nutzt Hashtags wie:
#unkrautistleben #unkrautistschön #naturliebe #savethebees

Sie darf auf dem Gelände wachsen wo sie will, die Stockrose.

Nun aber zurück zu unserem Blütenthema.
Ausgesprochen üppig blüht im Oktober natürlich die Herbstaster (Symphyotrichum laeve), dicht gefolgt von verschiedenen Sonnenblumenarten, darunter Topinambur (Helianthus tuberosus), und mehrjährigen, winterharten Staudensonnenblumen (z.B. Helianthus atrorubens). Jedes Jahr wieder aufregend ist die Herbstblüte unserer Rosen (Rosa), sowie die Durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum) mit ihren gut 3 Metern Höhe und zahlreichen gelben Korbblüten!

Wir hatten das Jahr der Kapuzinerkresse. Einige unserer Beete wurden von den leckeren Pflanzen förmlich verschluckt.

Aber auch die klassischen Langzeitblüher wie Borretsch (Borago officinalis), Ringelblumen (Calendula officinalis) , Echter Beinwell (Symphytum officinale) und Strauchbasilikum (Ocimum kilimandscharicum x basilicum) stehen noch in voller Pracht!

Bei Insekten sehr beliebt ist die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) mit ihren leuchtenden, an Mönchskapuzen erinnernden (daher der Name) Blüten.

Lieblingsunkraut – Purpurblütiges Leinkraut

Besonders Hummeln krabbeln gern in die bewimperten Blumen, um den süß-scharfen Nektar zu erhalten und sichern dadurch die Bestäubung.
Besonders schlaue (oder faule) Exemplare beißen einfach die gekrümmten Sporne der Blüten auf und bedienen sich, ohne am Portier vorbei zu müssen, am Nektarbüffet.

Weiterhin zeigten zahlreiche Kräuter ihre letzten Blüten, wie das Bohnenkraut (Satureja), unsere Mochitominze (Mentha spec. Mojito), das zu den Strohblumen zählende Currykraut (Helichrysum italicum), Weinraute (Ruta graveolens) und besonders reich blühend die Rucolapflanzen (Diplotaxis tenuifolia).
Einen tollen Akzent setzt unsere schöne Schwarzäugige Susanne (
Thunbergia alata).

Manch einer wird nun meinen, dass es sich ja fast nur um nicht heimische Pflanzen handelt. Ja, das ist richtig. Liegt aber auch daran, dass diese einerseits mit ihrer Pracht deutlicher hervorstechen und andererseits in einem Nutzgarten häufig eine große neuweltliche, wie auch mediterrane Vielfalt herrscht.
Doch keine Sorge, auch die heimischen Gewächse zeigen sich, wenn auch etwas verhaltener.

Die ersten Bodenfröste hat er problemlos gemeistert, der Strauchbasilikum, zentrale Anlaufstelle für alle Nektarsammlerinnen.

So steht zum Beispiel die heimische Weiße Taubnessel (Lamium album) noch in Blüte, ebenso geschützt stehende Schafgarben (Alchemilla millefolium), und eine besondere Schönheit die Schaben-Königskerze (Verbascum blattaria).
Auch verschiedene Distelarten (Cirsium) tragen noch Blüten – wer uns kennt, weiß, dass auch verschiedenste Disteln bei uns wachsen dürfen.

Das kühl-feuchte Wetter scheint auch den Malvengewächsen sehr zu gefallen.
Gesichtet haben wir weiterhin: immernoch reich blühend das Purpurblütiges Leinkraut (Linaria purpurea), Wilde Möhren (Daucus carota subsp. Carota), jede Menge verschiedener Tagetessorten (Tagetes), in Töpfen kultivierte Wandelröschen (Lantana camara), Prächtige Fetthenne (Hylotelephium spectabile), Echinaceen und Rudbeckien (Sonnenhut).

Kräuter, wie das Currykraut, bieten ihre letzten Blüten zur Bestäubung an.

Das sind nun schon sehr viele Pflanzenarten und es ist auch nicht möglich hier alle zu nennen, geschweige denn von allen Fotos zu zeigen. Daher haben wir für Euch die schönsten Bilder ausgewählt.

Langer Rede kurzer Sinn: auch der Oktober ist noch blütenreich und dies für bestimmte Insekten überlebensnotwendig.
Zier- und Wildpflanzen können einen Garten sehr bereichern, auch wenn sie nicht heimisch sind (aber bitte Vorsicht mit invasiven Gewächsen wie der Kanadischen Goldrute).

Und nun wie immer unser Gartentipp: im Herbst einfach mal nichts tun!
Lasst Stauden, Kräuter, auch welkes Gemüse und das „böse“ Unkraut bis zum Frühjahr stehen.
Wen bei dem Gedanken der Versamung Schnappatmung befällt, darf gern die Samenstände abschneiden, um sein aufgebrachtes Gemüt zu beruhigen.
Wenn das neue Grün im Frühjahr spitzelt, dann erst alles runter schneiden. Insekten, Reptilien, Igel und co. werden es euch danken!

Ein gesunder Garten braucht etwas Wildwuchs!

Ein kleiner Saisonrückblick in den Garten

 

Die ersten Frostschäden an den Kürbispflanzen.

Liebe CityFarm-Freunde,

schon wieder fragen wir uns „huch, wo ist das Jahr hin“? Natürlich dauert es noch ein wenig, bis Weihnachten vor der Tür steht aber Gartenfreunde rechnen in Vegetationsperioden und nicht nach dem Georgischen Kalender. Die ersten kleinen Nachtfröste fegten schon über die Farm hinweg und hinterließen gatschig erfrorene Kürbisblätter. Dies ist das eindeutige Zeichen: die Saison neigt sich dem Ende.
Zeit für uns das Gartenjahr rückblickend zu betrachten. Wie immer gab es Erfolge und Misserfolge.
Fangen wir mit unserer allerliebsten Frucht an, der Tomate.
Vergangenes Jahr konnte man den Sommer als besten Tomatensommer bezeichnen.
In diesem Jahr sah es leider anders aus. Zwar gediehen die Pflanzen im Freiland recht gut und setzen auch zufriedenstellend Früchte an, die aber sehr spät ausreiften.
Doch dann kam das gefürchtete Übel mit dem Westwind und zwar von einem Tag auf den anderen, die Braunfäule, Phytophthora infestans. Für uns war es besonders schockierend, da die Pflanzen vor unserem einwöchigen Urlaub noch prächtig gediehen. Gut erholt kamen wir von der Ostsee zurück und fanden sämtliche Tomatengewächse im Freiland dahin gerafft. Sogar jene, die angeblich resistent gegenüber dem Pilz sein sollten. Nur eine einzige Sorte trug noch wenige grüne Triebe, die russische Zitronentomate.

Braunfäule an der Sorte „Sprite“

Das Besondere an der Massenvermehrung des Pilzes in diesem Jahr war nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch, dass alle Früchte befallen waren.
Dies bedeutet leider auch, dass wir von keiner Tomate im Freiland Saatgut genommen haben, da wir keine Anfälligkeit für Braunfäule weiter vermehren wollen.

Rückschlag im Freiland, dafür umso bessere Ernte im Gewächshaus.
Wieder durften wir 160 Pflanzen im Gewächshaus der Gärtnerei Blumen Schlegel aufstellen. Dort zeigten sich, bis auf die üblichen Mineralstoffversorgungsprobleme aufgrund der Wasserzusammensetzung (Danke Biogärtnerei Bucher für die Bestimmung), nur bei der Kremser Perle leichte Anzeichen der Braunfäule.


Besonders üppig gediehen im Gewächshaus die Sorten:

Besser – eine alte deutsche Cocktailtomatensorte

Süße von der Krim – eine russische Cherry-Sorte, die in ihrer Süße nur noch von der Honigtomate geschlagen wird

Vesennij Mieurinskij – die Wow-Sorte in diesem Jahr, wunderbar fruchtige Cherrytomate aus Russland

Chocolade stripe – nicht nur ein Hingucker, sondern auch geschmacklich der Knaller

Orange Strawberry – herzförmige Fleischtomate mit massenhaft Früchten, die mit ihrem gigantisch süßfruchtigen Aroma überzeugten

Königsberger – eine große hornförmige Tomate mit festem Fleisch und einem Aroma, welches ein dezentes, würziges Räucheraroma besitzt, als wäre sie einen Tag in einer Räucherkammer gestanden

Blush Tiger – wie jedes Jahr gesunde große Pflanzen mit vielen tropisch-fruchtigen Beeren (ja die Tomatenfrüchte zählen zu den Beeren)

Chocolade Stripe

Aber auch alle anderen Sorten wuchsen prächtig und trugen ausgezeichnet. Aber auch im Gewächshaus entwickelten sich die Kulturen langsamer als 2018, wodurch die Ernteperiode um mehrere Wochen verkürzt ist. Dazu kommt der frühe Herbst mit seinen kühlen nächtlichen Temperaturen, wodurch die letzten Früchte langsamer reifen und die Pflanzen aufgrund der erhöhten Luftfeuchte im Haus anfälliger für Pilzinfektionen werden.
Die Ernte wird dieses Jahr wohl nicht bis in den November andauern, sondern schon Anfang Oktober.

Orange Strawberry

Aber keine Sorge, wir haben viel Saatgut von den verschiedenen Sorten gewinnen können, um unsere Saatgutbörse am 1. März auszustatten.

Weniger Erfolg hatten wir in diesem Jahr mit den Erbsen. Vier verschiedene Sorten bauten wir an, die auch bis weit in den Juni sehr gut gediehen.
Dann kam uns allerdings die Faulheit unseres Katers dazwischen. Kurz vor der Ernte des Saatgutes machte sich eine Mäusefamilie im Garten breit und nagte alle Erbsen auf, keine ganze Schote blieb an den Sträuchern. Sie scheinen ausgezeichnet geschmeckt zu haben, denn anderes Gemüse war fast gar nicht betroffen!  Daher gibt es nächstes Jahr leider kein Erbsensaatgut.

Im Vergleich zum Dürresommer 2018 war diese Saison in unserer Region ein ausgezeichneter Bohnensommer! Die schmackhaften Fisolen wuchsen massenhaft an den Ranken und Sträuchern, sodass wir zahlreiche Sorten für Euch und die Bohnenschatzkiste vermehren konnten.

Blüte der Pastinake

Auch eine heimische Gemüsesorte erstaunte nicht nur unsere Gäste mit ihrer Blütenpracht: die Pastinake. Mal davon abgesehen, dass die wenigsten Besucher jemals eine blühende Pastinake gesehen haben, waren auch wir von der ausladenden Größe der blühenden Pflanzen überrascht.
Besonders erfreulich und zu Beobachtungen einladend, zeigten sich die schirmartigen Doldenblüten als Tummelplatz für u.a. Käfer, Schwebfliegen und massenhaft sich vergnügende Wanzen.

Doch nicht nur bei den essbaren Kulturpflanzen gab es Überraschungen. Im vergangenen Jahr kaufen wir mehrere Blütenstauden, welche als Phlox gekennzeichnet waren. Die sogenannten Flammenblumen gehören in jeden Bauerngarten und sind vor allem für Nachtfalter attraktiv. In diesem Jahr entpuppte sich die üppig blühende Staude als Nachtviole, die sich überall im Garten ausgesamt hatte.
Wie ihr wisst, entfernen wir nur dort Pflanzen wo es notwendig ist, was uns eine reiche Blütenpracht im Frühjahr bescherte. In Kombination mit unserem liebsten „Unkraut“ dem Klatschmohn war das farbige Meer nicht nur ein Fest für die Augen, sondern auch für unsere Insektenfreunde.

Blumenmeer aus Nachtviole, Klatschmohn und Rosen

Die ganze Saison über begleitete uns ein Filmteam des Bayrischen Rundfunks. Das Ergebnis könnt Ihr am 30. September um 21 Uhr in „Bayern erleben – rettet die Artenvielfalt“ sehen. Dort werden drei Projekte vorgestellt, die sich für die Artenvielfalt im Garten einsetzen.
Wir werden den Beitrag dann auch hier verlinken, damit Ihr nicht suchen müsst.

Spinnen mit der Handspindel, eine wunderbare Arbeit

Ein weiterer wichtiger Aspekt unseres Tuns sind die Schafe, wie Ihr ja sicherlich wisst. Die Tiere beweiden über „Weidestadt Augsburg“ des Landschaftspflegeverbandes Augsburg e.V. nicht nur artenreiche Biotope, um die Biodiversität zu erhalten und zu fördern, sondern auch bunte Wiesenflächen der Stadt, in Privatgärten sowie in der benachbarten Gärtnerei. Auch an der Universität waren Simba und seine Mädels wieder auf der Uni-Heide aktiv.
Zur Pflege der Schafe gehört natürlich auch das Scheren der Tiere, was wir seit zwei Jahren selbst machen.
Die Wolle verarbeiten wir auch selber und natürlich zusammen mit interessierten Menschen. In diesem Jahr stand als Highlight ein Spinnkurs auf dem Programm, den unsere langjährige CityFarmerin und Spinnerin Inge hielt. Es war ein toller Tag mit tollen Menschen, die mit viel Freude und Hingabe das Handspinnen lernten.
Ich kann Euch sagen, es macht nicht nur Spaß, es macht süchtig! Zum Glück sind unsere Wolllager noch voll, sodass im Winter sicher keine Langeweile aufkommen wird.

Der zweite Band ist in Arbeit!

Ihr erinnert Euch doch bestimmt an unser Büchlein „Urban Gardening mal anders, der Geschichte der ersten CityFarm.
Immer wieder werden wir gefragt, wann denn nun der zweite Teil erscheint, schließlich ist die neue Farm jetzt schon im 5. Jahr! Nun, ich kann Euch sagen, es hat seinen Anfang genommen. Die ersten Seiten stehen schon auf dem Papier und wenn alles glatt läuft, liegt Weihnachten 2020 der 2. Teil unter dem Weihnachtsbaum.

Wer für die Zeit dazwischen etwas zum Lesen braucht, darf gern auf Bennis bald erscheinende Werke „Wayan III“ und das Büchlein „Wüstenhund“ über unseren zweiten Hund Keule zurückgreifen.

Damit beenden wir die Gartensaison auf der CityFarm und wünschen Euch einen guten Start in den Herbst. Denkt bitte daran Stauden ect. erst im Frühjahr zu schneiden, wenn das neue Grün heraus spitzelt. Das hat zwei Vorteile. Einmal schützen sich die Stauden selbst vor der kalten Witterung (ihr müsst nichts zusätzlich abdecken) und weiterhin wird zahlreichen Insekten ein Unterschlupf für die Überwinterung angeboten.

Unsere Tomatenvielfalt!

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Heufest, unser Sommerfest am 04. August

Willkommen zum Heufest!

Am 04. August laden wir zum Heufest, unserem Sommerfest auf die CityFarm Augsburg ein! Ab 14 Uhr gehts los und 18 Uhr ist Feierabend.

Wir haben für Euch ein buntes Programm zusammengestellt. Besonderer Gast in diesem Jahr ist das Forschermobil der Umweltstation Augsburg! Dort könnt Ihr zusammen mit Tine Klink mehr zum Thema Wildbienen erfahren. Alle Senseninteressierten können statt dessen beim Schnuppersensen ihr Talent ausprobieren und beim Dengeln den Hammer schwingen. Die Tomatenfreunde unter Euch, werden sich sicherlich über unsere kleine Verkostung der leckeren Früchte freuen.

Wir freuen uns auf das Forschermobil zum Thema Wildbienen.

Essen und Trinken

Da das gemeinsame Buffet schon seit einigen Jahren nicht mehr richtig funktioniert, aufgrund fehlender Beträge, werden wir in diesem Jahr lediglich einen Kuchenverkauf auf Spendenbasis anbieten. Getränke können wie immer an der Küchenbar, ebenfalls gegen eine Spende, erworben werden.
Wie immer brennt das Lagerfeuer und ihr könnt Euch Stockbrot

Bitte geht achtsam mit unseren Pflanzen und Tieren um.

Organisatorisches

Wir möchten zudem wie immer darauf hinweisen, dass Eltern auf Ihre Kids aufpassen müssen (Aufsichtspflicht). Normalerweise eine Selbstverständlichkeit, auf welche man nicht hinweisen bräuchte. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Kinder unsere Tiere jagen, in den Gehegen rumschreien, nach den Tieren schlagen oder gar Pflanzen im Garten ausreißen.

Auch dürft Ihr gern Eure Vierbeiner mitbringen. Wir bitten euch darauf zu achten, dass unsere Tiere nicht gestört werden und wenn es zu Streiterein unter den Fellnasen kommt, dann leint sie bitte an. Leinenpflicht gilt im Gemüsegarten, Hundevebot herrscht dagegen im Kaninchen- und Hühnergehege, wie auch auf der Schafweide! Zudem versteht sich von selbst, dass Häufchen vom Besitzer entfernt und entsorgt werden (also bitte an die Tütchen denken).

Hier müsst ihr hin aber bitte am Nordfriedhof oder Aral parken.

Anfahrt

Wir bitten euch das Auto an der Aral-Tankstelle, in der Stuttgarter Straße oder auf dem großen Parkplatz am Nordfriedhof abzustellen und die restliche Strecke zu laufen. Nur wer etwas zu liefern hat oder sehr schlecht zu Fuß ist, darf kurzzeitlich vor dem Tor parken.

Das Parken an der Farm ist, außer für Mitwirkende, nicht erlaubt! Unser Gelände liegt mitten in den Krötenbiotopen der Stadt Augsburg und wir wollen den Autoverkehr minimieren. Wenn ihr etwas liefern wollt, könnt ihr das gern tun aber dann bitte das Auto außerhalb parken. Alles was zwei oder vier gesunde Beine hat, kann die Strecke laufen.
Bitte parkt nicht die Straßenpoller im Gablinger Weg zu, dort muss der Bauer mit dem Trecker durch, auch am Wochenende.
Auch bitte NICHT an der Scheune parken, die Besitzerin lässt euch rigeros abschleppen.
Zudem ist das Parken auf der Wiese vor der Farm strengstens untersagt.

Fahrradparkplätze sind dagegen unbegrenzt vorhanden.

Kommt herein und fühlt Euch wohl!

Ein Plädoyer für die anderen Bienen

Der bunte Sommer ist im Anmarsch!

Endlich, endlich, endlich startet die Gartensaison!

Dieses Jahr mussten wir tatsächlich warten, bis die Kalte Sophie mit ihren nächtlichen Minusgraden vorüber war. In den letzten Jahren trat sie etwas müde in Erscheinung und brachte keinen wirklichen Kälteeinbruch.
Doch 2019 zeigte sie sich im alten weißen Reifkleid und überzog die Wiesen mit einer wunderschönen eisigen Decke. Auf den Wasserpötten unserer Tiere fanden wir tatsächlich in einigen Nächten dünne Eisschichten.
Viele Gärtnerfreunde glaubten nicht mehr an die liebe Sophie und setzten ihre Pflanzen schon Anfang Mai in den Garten. Die armen Pflanzenkinder hatten kaum eine Chance gegen die nächtlichen Temperaturen unter null Grad.
Zum Glück waren wir geduldig und beließen die Mimöschen unter unseren Nutzpflanzen im kuschelig beheizten Gewächshaus der Gärtnerei St. Elisabeth und Blumen Schlegel.

Vergangenes Wochenende war es endlich soweit, die Pflanzen zogen in den Garten. Begleitet wurden wir an zwei Tagen von einer Filmcrew des Bayrischen Rundfunks, die eine Reportage u.a. mit uns drehen. Es ging um Bodenvorbereitung, Mulchen, tolle Tomaten und viel mehr.
Natürlich geht es in der Doku nicht nur um unsere Gemüsepflanzen. Auch die kleinen Bewohner unseres Gartens wurden nicht vergessen und wenn sie sich zeigten, auf Film gebannt.

Zu Beginn unseres CityFarmer-Daseins setzten wir Brennesselbrühen und Rainfarnjauchen an, um Schädlinge aus dem Garten fern zu halten und die Pflanzen zu stärken. Mittlerweile jedoch haben wir gelernt, dass Schädlinge im Garten dazu gehören und die entsprechenden Nützlinge anziehen.

Festmahl an der dicken Bohne

Zwar mag aktuell der Ewige Kohl den Namen Lauskohl tragen, jedoch finden sich nach und nach Marienkäfer- und ihre Larven, Florfliegen und zahlreiche andere Blattlausvertilger ein.
Wir hatten zum Beispiel in keinem Jahr so viele Meisen wie in diesem! Sie profitieren auch von den Blattläusen, füttern sie doch ihre Jungen damit.
Auf jeden Schädling folgt ein Nützling.
Aber auch andere Insekten brauchen wir in unserem Garten, um einerseits halbwegs ein ökologisches Gleichgewicht zu schaffen und andererseits, um unsere Ernte zu sichern. Gemeint sind damit natürlich die Bestäuber. Viele Gartenfreunde wollen in diesem Jahr etwas für die Bienen tun:

Rettet die Bienen? Ja, welche denn?

Aktuell bekommen wir immer wieder Anfragen, was man denn für die armen Bienen tun könne.

Honigbiene im Pollenrausch

Anregungen und Ideen haben wir viele, von denen Zahlreiche auch bei uns auf der Farm umgesetzt wurden. Ja, wir geben zu, dass unser Gartenkonzept ein anderes ist, als das vieler klassischer Gartenfreunde.

Aber wir freuen uns sehr, dass unsere Gesellschaft eine Sensibilisierung für Umwelt und Natur erfährt, sich viele Menschen dafür entscheiden heimische Tierarten zu unterstützen und gerade die oft ungeliebten Krabbeltiere immer mehr in den Fokus rücken. Mehr oder weniger.

Die folgenden Anekdoten hat Frau selbst erlebt, als sie einige Tage in der Gärtnerei aushalf.

Die Kundin möchte ihren Garten bienenfreundlich gestalten und sucht um Rat, da sich ihr grünes Fleckchen Erde bisher auf Golfrasen und Hecke beschränkt.

Schön bunt. Aber auch Bienenfreundlich?

Ein guter Tipp für knappe Geldbeutel ist zum Beispiel, den Rasen in einer Ecke nur noch 2x im Jahr mähen. Sie würde staunen, wie viele Wildblumen sich dort in kurzer Zeit ansiedeln, die gut für die Bienen sind!
Doch der Tipp erwärmte ihr Herz nur mäßig. Sie wolle kein Unkraut im Rasen, da sei schon der schreckliche Löwenzahn drin.
Das ist der Moment in dem Frau besser nur denkt: Na gut, dann bestellen Sie sich einen Gärtner und lassen für viel Schotter ihren Schottervorgarten in eine Wildblumenwiese verwandeln! ‚Also das geht nun wirklich nicht!‘ erahnt Frau die Antwort der Kundin.
Nun, dann eben doch nur ein paar Blumen für die summenden Freunde.
Futterquellen spielen bei der „Rettung der Bienen“ eine große Rolle, denn sie sind hübsch anzusehen, duften und die Bienchen können sich auch daran erfreuen. Daher hört man gerade in der Gärtnerei aktuell öfters die Frage, ob diese oder jene Blume bienenfreundlich sei.
So auch von dieser Kundin. Ja, diese schöne Pflanze ist es, produziert Pollen und Nektar, der aber nicht nur für die Bienen, sondern auch für Schmetterlinge, Hummeln, Nachtfalter und Schwebfliegen Nahrung bietet! Ein Wunderwerk der Natur, denn die Pflanze ist auch noch heimisch und mehrjährig!
„Nein, ich will nur etwas für die Bienen tun.“
Dies wiederum ist dann der Moment, in dem Frau so gar nichts mehr als Antwort einfällt. Also reicht sie ihr eine weitere nette Bienenblume und lauscht der Erzählung vom Neffen der Imker ist und sie deshalb die Bienen retten will.

Trinkende Honigbiene

Nun sind wir beim Knackpunkt der Geschichte angelangt, einem allgegenwärtigen Problem, welches bei fehlender Aufklärung noch mehr Probleme schaffen kann.
Liebe Leute, die Honigbiene ist NICHT bedroht! Sie wird als Zugpferd und Sympathieträger eingesetzt, da jeder die Biene Maja und ihren Dronenfreund Willi kennt.

Auch Asseln sind schützenswert. Schaut Euch diese Schönheit an!

Honigbienen sind u.a Nutztiere und hätten ohne dem Imker kaum eine Chance selbstständig in freier Natur zu überleben. Sie vermehren sich über das Schwärmen (wenn der Imker sie lässt) und vor allem dieses Jahr vermehren sie sich äußerst stark!

Eigentlich geht es um alle Insekten, was sich aber nicht so gut verkaufen lässt. Wer will schon Stechmücke, Wespe und Kellerassel retten (wir natürlich!)? Wenn wir bei den Bienen bleiben, dann müssen wir auf die Wildbienen schauen. Wildbienen? Was soll das denn sein?

Der Hauptunterschied ist, dass Honigbienen in einem viele Individuen umfassenden Volk, die Wildbienen aber überwiegend solitär, also als Einzelgänger leben.
Es gibt in Deutschland über 500 verschiedene Wildbienenarten, von denen ca. die Hälfte bedroht ist. 39 Arten gelten sogar schon als ausgestorben oder verschollen. Weitere 31 Arten sind auf der Roten Liste und vom Aussterben bedroht. Insgesamt zählen 40,9 Prozent der Wildbienen als bestandsgefährdet.

Holzbiene an unserem Wiesensalbei

Es gibt Wildbienen die sehen aus wie blaumetallic schimmernde Hummelkäfer und verursachen ein lautes Brummen im Flug. Dabei handelt es sich um die wunderschönen Holzbienen (Xylocopa), die sich Nistmöglichkeiten im morschen Holz suchen.

Dann gibt es derer welche, die sind kräftig grau behaart, als würden sie einen großen Pelzkragen und einen ungestümen weißen Bart im Gesicht tragen. Dabei handelt es sich um die Graue Sandbiene (Andrena cineraria), die wie der Name schon sagt, in Erdboden nistet.

Weiterhin erkennt man manche Vertreter gar nicht, da sie nur wenige Millimeter klein sind und eher an beflügelte Ameisen erinnern. Die Sandsteppenbiene (Nomioides minutissimus), misst nur 3-4 Millimeter und ist auf lediglich 5 Pflanzenfamilien spezialisiert.

Von den über 500 Wildbienenarten nisten ca. dreiviertel der Arten im Boden!
Zwar werden überall Nisthilfen, so genannte Insektenhotels, angeboten, den meisten Bienenarten helfen sie aber gar nicht.

Dreiviertel der Wildbienenarten nisten im Boden!

Zudem sind die überwiegenden käuflichen Modelle unbrauchbar, an denen die Tiere sich sogar schwer verletzen können oder sie werden gar nicht einziehen. Wenn Ihr eines kaufen wollt, dann bitte informiert euch vorher.
Wichtiger ist es Rohbodenstandorte zu schaffen, die helfen wesentlich mehr Arten.

Wo nun das Problem liegt? Kann man nicht beide schützen? Natürlich müssen wir sowohl die Honigbienen als auch die Wildbienen schützen, denn auch die Nutztiere unter den Hautflüglern fallen Umweltgiften, Parasiten und Krankheiten zum Opfer.
Doch wenn der Fokus nur auf die Honigbiene gerichtet ist und zahlreiche Menschen plötzlich beginnen zu imkern, bekommen die Wildbienen Konkurrenz auf den Blüten. Bisher zeigt sich dies in nur wenigen Gebieten, doch mit einer massiven Zunahme imkerischer Tätigkeit, werden Pollen und Nektar knapp, wenn nicht gleichzeitig ein Futterausgleich geschaffen wird. Dann kehrt sich der Wunsch die Bienen zu retten ins Gegenteil.

Ein artenreicher Garten ist ein Mosaik aus Lebensräumen.

Ja, wir imkern auch, wir halten Honigbienen sowohl zum Arterhalt, zur Bestäubungssicherung als auch als Nutztier, um Honig zu bekommen. Aber wir achten ebenso darauf, dass die Wildbienen trotzdem ausreichend Futter und Nistmöglichkeiten finden.
Schaut beim nächsten Besuch auf der CityFarm im Hühnergehege vorbei. In den zahlreichen offenen Bodenstellen nisten viele verschiedene Hautflügler.
Zudem sieht man bei uns selten eine Honigbiene und eine Wildbiene auf derselben Blüte.

Auch die Erdhummel nistet im Boden.

Unser Tipp daher: gestaltet Eure Gärten naturfreundlicher!
Es muss nicht immer nur die Wildblumenwiese sein. Auch Totholzhaufen, Natursteinmauern und dauerhaft offene Bodenstellen, heimische Gehölze, Sträucher, Stauden sowie „Unkraut“ im Garten schaffen mehr Futter und Nistmöglichkeiten, als ein Insektenhotel Marke Baumarkt.
Und wenn ihr dann noch drei Regeln beachtet, habt Ihr in kurzer Zeit ein Bienen- Schmetterling-, Falter-, Schwebfliegen-, Assel-, Vogel-, …-, und Menschenparadies geschaffen.

1. Rasen weniger mähen. Es muss ja nicht der gesamte Rasen sein, ein Eck reicht schon, das nur im Herbst zur Hälfte und zur anderen Hälfte im Frühjahr gemäht wird.

2. Kräuter blühen lassen. Teilt Eure Kräuter mit den summenden Freuden und lasst einen Teil davon ausblühen.

3. Stauden erst im Frühjahr schneiden, wenn das neue Grün beginnt auszutreiben. In den Stängeln und im welken Laub überwintern viele Insekten.

 

Literaturtipps:

Werner David: Fertig zum Einzug. Nisthilfen für Wildbienen. Leitfaden für Bau und Praxis. ISBN-13: 978-3895663581

Paul Westrich: Wildbienen. Die anderen Bienen. ISBN-13: 978-3899371369

Naturgartenfreude – Wildbienenschutz im Naturgarten
www.naturgartenfreude.de

 

Und jetzt noch ein Veranstaltungstipp:

Wer es dann noch schafft weitestgehend auf den Rasenmäher zu verzichten und vielleicht sogar mit der Sense zu arbeiten, hilft der Natur noch auf vielfältigere Art und Weise.
Nicht nur, dass die Sense leise ist, sie gibt auch keine Ölreste an die Pflanzen ab, stinkt nicht und Insekten, deren zu Hause die Wiese ist. So können Grashüpfer vor der Sense davonspringen, was bei einem flinken Rasenmäher kaum der Fall ist.
Auch hier tun wir den Bienen einen Gefallen, denn auch die Biene schafft es eher vor der Sense zu flüchten, als vor dem Rasenmäher, der sie samt Blüte kurzerhand schreddert.
Auch uns tut die Arbeit mit der Sense gut. Die richtige Technik erinnert an einen Tanz auf der Wiese im Duft des frisch gemähten Grases. Für Viele hat das Mähen mit der Hand auch meditativen Charakter, der Geist hat endlich die Möglichkeit sich in der Natur zu entspannen, da der Körper mit einer gleichmäßigen Arbeit beschäftigt ist.
Praktisch ist es auch, vor allem wenn die Haustiere frisches Gras oder im Winter Heu fressen.
Na, Interesse es auszuprobieren? Am 25. Mai 9-13:30 Uhr findet unser Sensenkurs mit Sensenlehrerin Ildi statt. Noch sind Plätze frei, also schnell anmelden unter cityfarmaugsburg@gmx.de