„Mit Eifer für den Flussregenpfeifer!“

Unser Benni war in diesem Jahr wieder als Kiesbankranger am Lech unterwegs, um den Flussregenpfeifer zu schützen.

Entlang des Lechs zwischen Gersthofen und Langweid war Benni unterwegs.

Was er alles erlebt hat, erzählt er euch im folgenden Bericht.

Zwei turbulente Monate im Dienste des Naturschutzes sind wieder einmal vergangen. Derart aufregend war es in den letzten Jahren selten im Zuge meiner Berufung zum „Kiesbankranger“. Die vielfältigen Begegnungen mit Mensch und Tier in einer wahrhaft schönen, zumeist intakten Natur ließen mich Tag für Tag gerne in die nördlichen Lechauen Augsburgs radeln.

Das Hochwasser im zeitigen Frühjahr hielt den Flussregenpfeifer nämlich nicht davon ab auf den Kiesbänken des Lechs zu brüten. Obwohl mein ungeschultes Auge „den Vogel mit der Maske“ selten zu Gesicht bekam, erhaschte ich immer wieder einen Blick auf Brutpaare und Jungvögel.
Unsere langjährigen Schutzbemühungen zeigten erste nachweisbare Erfolge!

Selbstverständlich hatte ich etliche, anregende Gespräche mit lieben Menschen. Genauso begegneten mir aber auch unbelehrbare Asoziale und zweibeinige Kuriositäten im Adamskostüm.
Gerade stark alkoholisierte Jugendliche und Obdachlose stellen einen regelmäßig vor besondere Herau
sforderungen.

Dieser Hangabbruch bietet vielen Lebewesen ein Heim, was an den Löchern zu erkennen ist.

Zwar bleibe ich immer freundlich und trotz so mancher nörgelnder Unke, wirklich höflich, doch trete ich möglichst bestimmt auf, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. „Entschuldigen Sie die Störung, aber Sie befinden sich hier in einem Schutzgebiet!
Ich muss Sie bitten in die extra für Besucher eingerichteten Erholungszonen umzuziehen.“

Hier zücke ich meine Karte in der die mir bekannten Brutpaare eingetragen sind. Anschließend deute ich auf den genauen Punkt wo sich „der Störenfried“ gerade befindet.
“Hier brütet der Flussregenpfeifer! Bei häufigen Störungen durch Mensch und Hund lassen die Alttiere ihre Küken zurück und die armen Kleinen müssen verhungern und verdursten leider bei dieser Hitze. Vielen Dank für ihr Verständnis.“
In 99 Prozent der Fälle sind die Erholungssuchenden daraufhin einsichtig und ziehen um. Manchmal läuft das Ganze aber auch anders:

Vandalismus macht auch vor dem Lechtal nicht halt.

Mein tausendfach heruntergebeteter Kiesbanktext veranlasste einige vagabundierende, ältere Herren mich mit leeren Schnapsflaschen zu bewerfen.
Ganz zu schweigen von den Verwünschungen als „dreckiger Zigeuner“ oder „Hurenbulle“ die sie mir an den Kopf klatschten. Wobei ich mich hüte Amtsanmaßung zu betreiben!
Vielleicht führte meine gelbe Warnweste zu dieser Verwechslung? Als mir die Gruppe das nächste Mal begegnete, nahmen die Herrschaften Reißaus. Mit weniger Promille waren sie nicht so mutig …

Glücklicherweise gab es auch gegenteilige Situationen, die mir ein breites Grinsen aufs Gesicht zauberten. Zu meinem Amüsement besuchen auch diverse Nudisten die Kiesbänke. Meist eher von der grau bebuschten Sorte.
Doch im Juni mitten in der härtesten Mittagshitze kamen mir zwei FKKler von der ganz besonderen Sorte unter. Anfang zwanzig waren die Beiden echte Hingucker oder etwas flapsig gesagt: Rattenscharf!

Besuch beim Imker, dessen Stöcke nahe des Lechs stehen.

Da sich die Schönheiten in einer Schutzzone befanden, kam ich nicht umhin sie über unser Besucherlenkungskonzept aufzuklären. Ihre Ausrede warum sie sich dort aufhielten war grandios. Sie wären „professionelle Porno-Darstellerinnen“ und müssten deswegen vom Scheitel bis zur Sohle durchgängig gebräunt sein. Da die Kerle in den reger besuchten Zonen des Lechs aber penetrant gaffen würden, suchten sie die Einsamkeit.
Ich vermochte es mir nicht zu verkneifen die zwei Grazien schallend auszulachen. Nachdem ich ihre nett gemeinte Einladung sie doch beim nächsten Videodreh zu besuchen, abgelehnt hatte, überließ ich die „Möchtegern- Pornostars“ ihrem Schicksal um meine Kiesbankrangertätigkeit wieder aufzunehmen.
Diese Entscheidung würde meine geliebte Ehefrau gewiss unterstützen.

Die Woche darauf besuchte uns der Bayerische Rundfunk um eine Doku über das Müllproblem des Lechs zu drehen.

Der Bayrische Rundfunk hat u.a. über die Arbeit der Kiesbankranger berichtet.

Dafür legte ich mich voll ins Zeug, organisierte eine Müll sammelnde Schulklasse und begleitete das Kamerateam über den Tag hinweg. Ich sei ja schließlich „der gelbe Faden“ des Berichtes.
Eine einzigartige Erfahrung. Wer denkt Film und Fernsehen sei ein Zuckerschlecken der irrt. Es ist knochenharte Arbeit, allein schon zwecks der Menge an empfindlicher, teurer und unglaublich schwerer Ausrüstung die uns begleitete.
Am steil abfallenden Lech, in brütender Hitze, eine besondere Herausforderung.

Eine Sache liegt mir noch am Herzen. Bitte liebe Jogger. Bei 31 Grad und praller Sonne mal kurz seine Rund zu drehen, ist ziemlicher Schwachsinn! Mir fiel beinahe wortwörtlich eine Joggerin vor die Füße.
Ich fand die Mittdreißigerin am Wegesrand. Kreidebleich und Ohnmächtig. Als sie auf mein sachtes Schütteln nicht reagierte und ihr Herzschlag eher einer Mischung aus Speed-Metal und Free-Jazz glich, blieb mir nichts anderes übrig als den Notarzt zu rufen. Glücklicherweise war ich in der Lage die Dame wiederzubeleben.

Entdeckung am Wegesrand. Schöne Deko!

Nachdem sie zu meiner Erleichterung die Besinnung wiederfand, um sich plötzlich und herzhaft zu übergeben, kam auch schon der Rettungssanitäter.
Wäre sie dort auch nur für kurze Zeit länger, ohne Hilfe, liegengeblieben, hätte sie schwere Hirnschäden davon tragen können. Selbst jetzt noch, wenn ich nur daran denke, rast ein Adrenalinstoß durch meine Blutbahn.
Mein Schock fürs Leben.

Letztendlich war es aber wieder eine wunderbare Zeit in den Schutzgebieten des Lechs. Ich liebe einfach die Natur dort und das Privileg sie zu bewahren. Viele Menschen dieser Region sind mir zudem wirklich ans Herz gewachsen, wie die Wasserwachtler in Langweid und der ortsansässige Imker.
Ich freue mich bereits auf nächstes Jahr.
Es warten gewiss wieder eingeschlafene Badegäste mit furchtbarem Sonnenbrand die es zu wecken gilt und possierlich hopsende Flussregenpfeifer Küken denen ich meine Stimme leihe darf.


Herzlich
euer Kiesbankranger
Benjamin Vogt

Ein herrlicher Blick über den Lech nördlich von Gersthofen.

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Einladung zum Heufest am 22. Juli

Am 2. Juli laden wir zum sommerlichen Heufest ein! Ab 14 Uhr gehts los.

Heu ist das Winterfutter unserer Tiere.

Seit die Menschen Tiere halten, ist Heu ein wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft, um Winterfutter für die Tiere zu haben. Bei Heu handelt es sich um geschnittenes, getrocknetes Gras. Im Idealfall hat es auch nach der Trocknung noch eine grüne Farbe. Wir haben schon oft erlebt, dass es immer wieder zu Verwechslungen zwischen Heu und Stroh kommt.  Stroh ist im Vergleich zum Heu von gelber Farbe und besteht aus getrockneten und ausgedroschenen Gersten- oder Weizenpflanzen.
Wo früher die Sense geschwungen wurde, sind heute meistens große Maschinen im Einsatz. Wir wollen uns heute an die alte Tradition und das Brauchtum der Heuernte erinnern. Ein Erntedank für unsere Tiere sozusagen.

Essen und Trinken

Getränke können gegen eine Spende bei uns erstanden werden. Wir werden zudem wieder ein gemeinsames Buffet aufbauen und möchten Euch bitten einen kleinen leckeren Beitrag zu leisten. Wenn jeder etwas mitbringt, haben wir eine große Vielfalt an Leckereien und alle werden satt!
Beispiele: Kuchen, Salate, Grillzeug, Aufstriche, Brot oder Semmeln, Brezen, Suppen,
Humus, Speisen mit oder ohne tierische Produkte, Eingelegtes, Eingemachtes, …

Organisatorisches

Wir möchten zudem wie immer darauf hinweisen, dass Eltern auf Ihre Kids aufpassen müssen (Aufsichtspflicht). Normalerweise eine Selbstverständlichkeit, auf welche man nicht hinweisen bräuchte. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Kinder unsere Tiere jagen, in den Gehegen rumschreien, nach den Tieren schlagen oder Pflanzen im Garten ausreißen.

Auch dürft Ihr gern Eure Vierbeiner mitbringen. Wir bitten euch darauf zu achten, dass unsere Tiere nicht gestört werden. Leinenpflicht gilt im Gemüsegarten und allen Gehegen, wie auch auf der Schafweide!. Zudem versteht sich von selbst, dass Häufchen vom Besitzer entfernt und entsorgt werden (also bitte an die Tütchen denken).

Heuernte mit Rolle, dem letzten Viehbauern mitten in Augsburg Oberhausen.

Anfahrt

Wir bitten euch das Auto an der Aral-Tankstelle, in der Stuttgarter Straße oder auf dem großen Parkplatz am Nordfriedhof abzustellen und die restliche Strecke zu laufen.Nur wer etwas zu liefern hat oder sehr schlecht zu Fuß ist, darf kurzzeitlich parken.

Das Parken an der Farm ist, außer für Mitwirkende, nicht erlaubt! Unser neues Gelände liegt mitten in den Krötenbiotopen der Stadt Augsburg und wir wollen den Autoverkehr minimieren. Wenn ihr etwas liefern wollt, könnt ihr das gern tun aber dann bitte das Auto außerhalb parken. Alles was zwei oder vier gesunde Beine hat, kann die Strecke laufen. Bitte parkt nicht die Straßenpoller im Gablinger Weg zu, dort muss der Bauer mit dem Trecker durch, auch am Wochenende!
Zudem ist das Parken auf der Wiese an der Farm strengstens untersagt!

 

Das reicht unserer „Mäh“-Bande für genau 3 Monate.

Fahrradparkplätze sind dagegen unbegrenzt vorhanden!

Unser Buch „Urban Gardening mal anders“ ab heute im Handel!

Endlich ist es soweit liebe CityFarm-Freunde, das Warten hat ein Ende!

Ab heute ist das erste Cityfarm-Buch, geschrieben von unserem Benjamin Vogt, im Handel erhältlich.
Wir möchten allen Unterstützern an dieser Stelle nochmals ein dickes Danke aussprechen, ohne Euch wäre dies nie möglich geworden!

Wenn Ihr ein Buch erwerben möchtet, dann nutzt bitte die Buchläden im Ort. Die Meisten liefern auch nach Hause.

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Titel: „Urban Gardening mal anders“
Autor: Benjamin Vogt
Format: Taschenbuch
Seiten: 12N: 978-3-95705-018-2

Nun will der Lenz uns grüßen… mit Sommerwetter

Blütenfreuden im März

Was für ein verwirrendes Wetterspiel dieses Jahr! Im März trieb der trockene Minisommer alle Knospen zum Erblühen an und dann kam der Winter zurück.
Wie vielen Obstbauern, hat auch uns der Kälteeinbruch zahlreiche Fruchtansätze gekostet, weil diese einfach abfroren. Wenigstens füllte der Niederschlag den Wasserspeicher im Boden, wie auch unsere Tonnen und Kanister, annähernd auf.
Und dann im Mai plötzlich wieder Hochsommer, mit Sonnenbrandtemperaturen und ohne einen Tropfen Regen.

Wer den Luxus eines Wasseranschlusses genießt, kann sich wohl kaum vorstellen wie es ist, auf Regen angewiesen zu sein. Wir haben insgesamt Speicherplatz für ca. 6000 Liter Wasser, aufgefangen über unsere Dächer. Klingt erstmal viel, ist es aber nicht.

Es ist wieder Mohnblütezeit auf der Cityfarm!

Denn das Gießen der Jungpflanzen in Hitzeperioden kostet pro Vorgang ca. 500 Liter!
Und wir gießen sicher nicht jeden Tag und nicht üppig. Generell erziehen wir unsere Pflanzen zur Selbstversorgung mittels tief reichender Wurzeln.
Aber irgendwann ist bei fehlendem Regen der Boden bis in die Tiefe ausgetrocknet, sodass vielen Pflanzen kein Bodenwasser mehr zur Verfügung steht.

Jetzt, Anfang Juni endlich wieder Regen!
Ob er ausreicht unsere Speicher aufzufüllen, werden wir sehen. Betrachten wir die vergangenen Jahre, so geht der Trend zu kontinentaleren Sommern, heißt: heißer und vor allem trockener. Doch verlässlich ist dies auf keinen Fall, es ist nur ein von uns beobachteter Trend.
Die meisten mag das Wetter nicht interessieren,
sie mögen Gespräche darüber als Smalltalk ansehen. Doch für alle, die in ihrer Existenz direkt davon abhängen, ist es ein wichtiges, unerlässliches Gesprächsthema!
Uns hat der erste Regenguss letzte Woche die Mohnblütezeit in den Garten gebracht, eine Freude für Augen und Herz. Gutes Wetter ist eben Ansichtssache.

Basilikum in allen Farben hatten wir auf dem Frühlingsfest im Gepäck.

Welch Glück, dass wir die Vorzucht für unseren eigenen Garten und das Frühlingsfest im Interkulturellen Garten „Grow up“ in der Gärtnerei des Berufsbildungswerks St. Elisabeth machen konnten. Auf dem Fensterbrett wären die Pflanzen uns reihenweise vergeilt, weil Hitze und Lichtintensität im zeitigen Frühjahr nicht zusammen passten.
Dank der Profiausstattung vor Ort konnten wir Euch aber gesunde und starke Pflanzen auf dem Spendenmarkt anbieten und wir freuen uns, dass die Pflanzenkinder so viele begeisterte Freunde gefunden haben. Tausend Dank euch dafür!

Die Wetterkapriolen haben jedoch nicht nur den Pflanzen mitgespielt, auch unsere Tiere leiden darunter. Wurden zum Beispiel früher die Schafe erst nach der Schafskälte geschoren (in dieser Periode befinden wir uns jetzt), müssen wir zukünftig wohl schon zeitiger scheren, denn Hitze über 20°C lässt die armen Tiere hecheln wie Hunde und Überhitzung droht trotz Schattenplatz.

Burenziegendame Schoko

Wir haben noch Glück, dass unsere Schafe der Rasse Skudden besonders robuste und gesunde Tiere sind. Anders verhält es sich da leider mit Schoko und Karamelkeks. Die zwei jungen Damen gehören der Rasse Burenziegen an, welche nun auf der CityFarm wohnen. Wir holten die beiden aus einer Stallhaltung in der Warmwetterperiode.
Verzückt von ihrer neu gewonnenen Freiheit betraten sie Stall und Weidezelt nur zum fressen und hielten sich sonst draußen auf.
Leider ließen sie sich nicht zwingen in den Stall zu gehen und zogen sich dadurch erstmal eine ordentliche Bronchitis zu, welche vom Tierarzt behandelt werden musste.
Den Schafen zu heiß, den Ziegen zu kalt, den Hühnern zu unbeständig, den Enten zu trocken, die Tauben verwirrt es und den Kaninchen ist es zum Glück egal. Wie ihr seht betrifft das Wetter nicht nur uns persönlich und unsere Pflanzen, auch die Tiere müssen sich erst an diese Extreme gewöhnen.

Burenziegendame Karamelkeks, kurz Keks genannt.

Aber zurück zu den Ziegen. Mit dem Einzug der zwei Burendamen, trennten wir uns schweren Herzens von den Ausbrecherzwergziegenkönigen Kiki, Wilma und ihren Freunden.
Diese konnten wir an einen Hof im schönen Allgäu vermitteln. So frech und aufsässig die Zergziegengruppe auch war, sie gehörten zu unserer CityFarm-Familie.
Doch blieb uns nichts anderes übrig, da sie immer das lieber mochten, was auf der anderen Seite des Zaunes wuchs. Leider befindet sich dort aber auch die B17, sowie eine Bahnlinie. So musste die freche Truppe umziehen.

Alles Gute in der neue Heimat Kiki, Wilma & co.

Um unserer Landschaftspflegearbeit weiterhin nachkommen zu können, wählten wir eine passende Ziegenrasse aus. So zogen bald Schoko und Keks ein.
Sie gehören der Rasse Burenziegen an.
Es handelt es sich dabei um eine schwere Fleischziegenrasse, die ihre Ursprünge in Afrika hat.
Aufgrund ihrer Standorttreue, Trittsicherheit und gutem Strauchverbiss werden sie bevorzugt in der Landschaftspflege eingesetzt. Dies ist auch bei uns ihre Aufgabe. Denn wir beweiden mit unseren Tieren für den Landschaftspflegeverband im Projekt „Weidestadt Augsburg“ die Krötenbiotope in der Nachbarschaft.
Dort wuchern Goldrute und Gebüsch, welches von den Ziegen und Schafe im Zaum gehalten wird.
Die ersten externen Beweidungen 2017 auf dem Gelände der Gärtnerei Schlegel zeigten uns, wie standorttreu die neuen Ziegen sind. Sie brachen zwar auch aus, liefen aber schnurstracks nach Hause ins Gehege. Für uns bedeutet das die Anschaffung eines neuen, stärkeren Weidegerätes, um unseren Stubenhockern ihre Weiden schmackhaft zu machen.

Im Rahmen des Projektes „Weidestadt Augsburg“ dürfen vier unserer Schafe ab dem 19. Juni auf der Uni-Heide am Wissenschaftszentrum für Umwelt weiden. Wir freuen uns über die tolle Kooperation mit der Didaktik der Biologie, dem Wissenschaftszentrum für Umwelt der Uni Augsburg und natürlich dem Landschaftspflegeverband der Stadt Augsburg.
Zum Lesen bitte auf das Bild klicken.

Und was war sonst noch so los?

In den letzten Wochen haben wir vor allem im Garten gearbeitet: Beete vorbereiten, Kulturen säen, Jungpflanzen ausbringen und vor den verwirrten Tauben schützen, Salate mit Gittern vor den Lauf-Enten schützen, die wie jeden Mai/Juni die frischen Salate schnabbulieren wollen, was sich zum Glück bald wieder gibt.

Kleines Bibberle gaaaanz groß – auf den Blickwinkel kommt es an.

Vor einigen Wochen konnte CityFarmerin Nini (Nini du fehlst uns jetzt schon!!!) aus Bergheim eine kunterbunte Schar Küken holen, die bis zum Saisonstart im großen Gewächshaus wohnen und es ordentlich düngen durften.
Mitte Mai jedoch zogen die frechen Sieben in den Junghuhnstall im Hühnergehege, um den Tomatenkindern Platz zu machen. Diese gedeihen auf dem guten, gedüngten Boden ausgezeichnet und werden uns hoffentlich viele bunte Früchte liefern.
Die Küken sahen den Umzug aber gar nicht ein und schlupften bei jeder Gelegenheit durch den Maschendrahtzaun in den Gemüsegarten. Jetzt passen sie zum Glück nicht mehr durch die Maschen, warten aber nur darauf, dass jemand die Türe nicht richtig verschließt und schwubb verschwinden sie im Beerenstrauchdickicht des Gemüsegartens.
Zum Glück haben die süßen Pipser noch keinen Schaden angerichtet, sodass wir Ihnen die Ausflüge nicht übel nehmen und sie immer wieder ihres Platzes verweisen. Es ist ja auch irgendwo verständlich, denn in der Althuhnschar sind die Junghennen noch nicht anerkannt und müssen bei allem hinten an stehen. Wer sich aber vordrängelt um in krimineller Absicht

Ildi hat die Prüfungen bestanden und ist jetzt Sensenlehrer.

ein vorzeitiges Körnchen zu ergattern, bekommt von Miss Chefe einen kräftigen Picker gegen den Kopf.
Doch die Kleinen wachsen zu großen Hühnern heran und werden sich einen Platz in der alten Schar ergattern, oder besser erhacken – es heißt nicht umsonst „Hackordnung“.

Und zu Guterletzt: Ende Mai weilte Ildi eine Woche lang im schönen Österreich, im Nationalpark Kalkalpen“. Doch es war kein Urlaub, welchen sie dort verbrachte. Statt dessen nahm sie an einer Ausbildung durch Erwin Zachl zum Sensenlehrer des Österreichischen und des Deutschen Sensenvereines teil. Neben der richtigen Sensenmann-Technik erlernte sie das Dengeln und Aufarbeiten alter Sensen.
Ihr dürft Euch also bald über Sensenmann-Kurse mit unserer „Senseiko“ freuen!

Bald gibts Sensenkurse auf der Farm!

Frühlingsfest im Interkulturellen Garten „Grow up“ am 07. Mai

Liebe Gartenfreude,

Unser Jungpflanzenwald.

bald ist es soweit, das Frühlingsfest ist der offizielle Startschuss für alle empfindlichen Kulturen sehr bald in den Garten zu ziehen. Wir hoffen auch diese Saison auf milde Eisheilige, wie in den vergangenen Jahren.

Vorher aber stehen wir mit unserem Stand auf dem Frühlingsfest für Euch bereit. Durch unsere Zusammenarbeit mit der Gärtnerei des Berufsbildungswerkes St. Elisabeth, können wir heuer vielleicht Eurer Nachfrage stand halten und sind nicht nach eine Stunde ausverkauft. Wir haben für euch mehrere hundert Tomatenpflanzen verschiedenster Sorten gezogen, auch gut einhundert Tomatenpaprikapflanzen sowie zahlreiche Kürbis-, Zucchini, Salat- sowie ausgewählte Kräuterpflanzen.
Und natürlich gibt es auch unsere wunderschönen Baumwolltragetaschen gegen eine Spende zu erstehen. Wir sind schon ganz aufgeregt, hoffen auf gutes Wetter und freuen uns auf einen schönen Tag unter Gartenfreunden!

Falls Pflanzen übrig bleiben und ihr es nicht zum Fest geschafft hab, könnt ihr diese zu unserem nächsten Nachmittag der offenen Gartentür am 27. Mai erstehen.

 

Wo gibt es gute Jungpflanzen?

Liebe Gartenfreunde,

mit Saisonstart werden wir sehr, sehr häufig gefragt, woher man als Augsburger ökologisch gezogene Jungpflanzen beziehen kann. Daher haben wir uns entschlossen, euch unsere Partner kurz vorzustellen. Außerdem sind wir immer dafür kleine und lokale Gärtnereien zu unterstützen.
Warum kleine und lokale Gärtnereien? Ganz einfach, weil dort noch alles mit Liebe in Handarbeit entsteht. Großunternehmen zu denen auch die Gartenabteilung der Baumärkte zählen, bieten leider nur Massenware in meist automatischer Produktion. Diese Pflänzchen gedeihen in Substraten, die ein superschnelles Wachstum begünstigen (und manchmal den Schock der Realität mit kläglichem Eingehen quittieren), in riesigen menschenleeren Gewächshäusern. Auf die Sortenwüste brauche ich sicherlich gar nicht eingehen.

Es ist Schnittlauchzeit!

In kleinen Gärtnereien könnt ihr den Gärtnern noch bei der Arbeit zusehen, die Erde sehen, riechen und spüren in denen die Pflanzenkinder heranwachsen. Auch wachsen die Jungpflanzen in keiner rein künstlichen Umgebung auf, sondern werden beizeiten „abgehärtet“, also an unsere Klimabedingungen gewöhnt.

Unser erster Tipp:

Biogärtnerei und Hofladen Bucher
Äußere Uferstraße 143a
86154 Augsburg

Tel: 0821 241 39 81
Öffnungszeiten: Di-Fr: 10-13 Uhr und 15-19 Uhr, Sa: 09-13 Uhr

Die Familie Bucher betreibt die Gärtnerei schon mehrere Generationen, das Gärtnerhandwerk liegt bei ihnen also im Blut. Bianca Bucher und ihre fleißigen Helfer bieten euch auch besondere Sorten an wie z.B. den Paprika „Roter Augsburger“ oder die verschiedensten Chilisorten, denn Bianca ist ein ausgesprochener Chilifan! Seit Beginn der CityFarm arbeiten wir eng mit Bianca zusammen und lieben die familiäre Atmosphäre auf dem Hof!

Kräuterduft liegt in der Luft

Tipp 2:

Berufsbildungswerk St. Elisabeth

Biogärtnerei und Bioladen
Fritz-Wendel-Straße 4
86159 Augsburg
Durch die Schranke einfach geradeaus zu den Gewächshäusern, Kundenparkplätze vor dem Laden sind vorhanden.

Öffnungszeiten: Mo-Fr: 09-18 Uhr

Im Berufbildungswerk erhalten Jugendliche mit Förderbedarf eine Ausbildung verschiedenen Berufen, auch im Gärtnerhandwerk. In den Gewächshäusern werden neben Gemüse und einer großen Kräuterauswahl auch Zierpflanzen und Schnittblumen produziert. Seit diesem Jahr kooperiert die CityFarm mit der Gärtnerei des Berufsbildungswerks, indem wir unsere eigenen Jungpflanzen dort vorziehen.

Basilikum in Hülle und Fülle, da freut sich der Gaumen!

Und zu Guterletzt der Tipp 3:

Am 07. Mai findet im Interkulturellen Garten „Grow Up“ in der Reesekaserne das beliebte Frühlingsfest mit Gartenflohmarkt statt. Wir werden wie immer mit einem Jungpflanzenstand vor Ort sein und Euch unsere Schätze gegen eine Spende anbieten. Wie im vorletzten Artikel erwähnt, wird es kein Paprikajahr für uns werden, dafür aber gedeihen die Tomatenkinder äußerst gut! Neben diesen haben wir auch Kürbisse, Zucchinis, Gurken, Salate und Kräuter für Euch dabei. Veranstalter: AK Urbane Gärten der Lokalen Agenda 21

07. Mai 2017, 15-19 Uhr

Grow Up!

Interkultureller Garten Augsburg

Sommestraße 40
86156 Augsburg
(Hinter dem Reese-Theater)

Vergessenes und unterschätztes Gewürz: Olivenkraut

Eine rote Augenweide im Sommer, der rote Basilikum

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Arbeit im März bringt Ernte im Herbst

Eines unserer liebsten „Unkräuter“, der Huflattich.

Im vergangenen Jahr ließ der Frühling lange auf sich warten und fast scheint es, als wolle er sich in diesem Jahr mit zeitigem Erblühen der Natur dafür entschuldigen. Überall drückt das Leben mit aller Kraft aus Boden und Knospen.
Die ersten wilden Mirabellen beginnen ihre Blüten zu öffnen und ihren unwiderstehlichen Duft zu verbreiten, auch unser Apfelbaum kann es kaum erwarten seine blumenreiche Pracht zu entfalten.
Gemäß der alten Bauernregel „Arbeit im März, Ernte im Herbst“, läuft für die CityFarmer die Saison schon in vollen Zügen.
Die Beete sind fast fertig gefräst, Kompost ausgebacht und die ersten Samen im Boden. Es spitzeln sogar schon Dicke Bohnen und Radieschen aus der Erde.
Auch die Jungpflanzenvorzucht geht voran und es zeigt sich schon jetzt, dass es wohl kein Paprika- und Chilijahr werden wird. Nach ein paar Keimschwierigkeiten und einer gut versteckten Schnecke im Anzuchtzelt, wachsen nur wenige Sorten dieses Jahr mit der üblichen Kraft.

Unser Taschenbaum zum Fest.
Foto: Laura Matthews

Die Tomtenkinder dagegen sehen prächtig aus und die ersten Multipottplatten mit unseren verschiedenen Salaten warten nur darauf in Eure Gärten und Balkone zu ziehen.

Auch die Workshop- und Veranstaltungssaison startete bereits mit unserem Saatgutfest am 05. März. Wir freuen uns berichten zu können, dass noch nie so viele Menschen allen Alters die Farm besuchten. Die Saatgutbörse war durchgehend reich bevölkert und Ildi am Abend heiser. Einen rauschenderen Jahresstart hätten wir nicht feiern können, zumal das Wetter wider Erwarten sein schönstes Gesicht zeigte.


Als Nächstes steht der Kurs
„Schmieden für Kinder“ von 6-10 Jahren am 08. April, 10-15 Uhr auf dem Programm. Wir freuen uns Euch mitteilen zu können, dass noch ein paar wenige Plätze frei sind. Gern darf auch der ein oder andere Papa teilnehmen. Die Teilnahmegebühr beträgt 20 Euro, Material und Getränke sind inklusive.
Anmeldung bis 06. April unter: cityfarmaugsburg@gmx.de

Herr Gockel erfreut sich der Haremserweiterung.

Wie sicher schon einige von Euch gehört haben, ist die leidige Stallpflicht für Geflügel endlich aufgehoben. Seit November mussten aufgrund des Ausbruchs der Vogelgrippe alle Hühner, Enten, usw. in Haft genommen werden. Vor allem unseren Enten setze die Einengung ihres Lebensraumes von 500 qm auf 20 qm im Gewächshaus zu.
Aber auch in der Hühnerschar stiegt der Stresspegel. Doch nun dürfen sich die Tiere wieder frei in ihren Arealen bewegen, scharren, schnäbeln und picken wo sie wollen. Da das Gehege mit so wenig Hühnern aber sehr leer aussah, freuten wir uns durch Übernahme einer Schar unsere Gruppe zu erweitern.

Masha und Wanja sind wieder auf Schneckenjagd im Garten!

Der Halter, ein älterer Herr, gab die Hühnerhaltung auf und eine quirlige Gruppe aus äußerste frechen Hennen zog bei uns ein. Dafür wurde der Hühnerstall renoviert, frisch gekalkt und der überdachte Auslauf komplett geöffnet.
Auch Herr Gockel erfreut sich der Erweiterung seines Harems.
Der Gute zeigte in den letzten Wochen der Stallpflicht ein leicht aggressives Verhalten uns gegenüber, welches sich aber nach Haftentlassung wieder legte. Es handelte sich dabei wohl nur um eine Kombination aus Gefängnisfrust und überschäumenden Frühlingsgefühlen, welcher er im beengten Raum nur bedingt ausleben konnte. Nun kümmert er sich rührend um seine Mädls, bietet ihnen jede Kellerassel an und geht sogar dazwischen, wenn zwei Damen sich in die Federn kriegen.

Neues Leben auf der Farm. Zwergziege Kiki brachte ihr erstes Zicklein Wilma zur Welt.

Doch nicht nur die Federtiere genießen den Frühling, auch alles was Fell besitzt, sonnt sich in den wärmenden Strahlen. Bei den Kaninchen mussten wir vor Kurzem einen Verlust betrauern. Unser pummliger Silberrücken verstarb an altersbedingtem Herzinfarkt.
Ruhe in Frieden im Kaninchenhimmel du flauschiger Ewok Teal’c!

Seit dem lebt sein Kumpane Füchschen allein im Gehege, weil er sich mit den beiden anderen Jungs gar nicht verträgt. Doch allein soll er nicht bleiben, denn das ist Quälerei für ein Kaninchen.
Daher haben wir uns entschlossen ihm seine Männlichkeit zu nehmen und ein neues zu Hause im befreundeten Jugendhaus Lehmbau zu geben. Dort wird gerade ein riesiges Kaninchenparadies geschaffen, in welchem er sich sicher wohlfühlen wird.

Kiki und Wilma

Unsere bewolltesten Mitglieder dagegen haben gerade eine Pediküre hinter sich. Zusammen mit Verena vom Jugendhaus Lehmbau besuchte Ildi in der Landwirtschaftlichen Schule Triesdorf einen Klauenschneidekurs. Dort wurden sie eingehend in Theorie und Praxis unterrichtet. So machten sich beide als Klauenschneideteam ans Werk und verpassten Schafen und Ziegen im Lehmbau, wie auch auf der Farm eine Fußpflegebehandlung. Zum Glück neigt die robuste Schafrasse der Skudden nicht zu Klauenproblemen, sodass nur ein Pflegeschnitt notwendig war.
Die Tiere nahmen die Behandlung mehr oder weniger gelassen hin, verachten Ildi aber noch immer für das Einfangen und Hinsetzen. Schafe sind wie Elefanten, langfristig nachtragend. Doch für ein leckeres Stück Brot springen auch sie über ihren Schatten und nehmen die Bestechung gerne an.

Das Klauenscheideteam Ildi und Verena pflegen Wölkchens Hufe.

Zu Allerletzt möchten wir Euch noch auf unseren Tag der offenen Gartentür hinweisen. Am Ostersamstag (Karsamstag), den 15. April, öffnen wir für euch ab 14 Uhr die Gartentür. Wir haben auch extra viel Sonne bestellt! Es wird eine Kinderaktion geben und wir stellen Euch gegen eine kleine Spende die ersten Jungpflanzen zur Mitnahme bereit.

Sodann genießt den zeitigen Lenz und wir sehen uns hoffentlich demnächst auf der CityFarm Augsburg!