Schaffa, schaffa, Häusle baua!

Hier erfahrt ihr alle Neuigkeiten und den Fortgang der Arbeiten!

Hüttenabbau im Sonnenschein auf dem Ausstellungsgelände des Mahler Baumarkts.

Hüttenabbau im Sonnenschein auf dem Ausstellungsgelände des Mahler Baumarkts.

Vor wenigen Wochen grübelten wir noch, wo wir unseren ganzen Krempel wetterfest lagern können, da uns noch die Möglichkeiten fehlten. Nachdem wir aus Paletten eine Werkstatthütte bauten, ergab sich kurz darauf die Chance vom Bauwaren Mahler GmbH & Co. KG in Augsburg zwei wunderbare Hütten mit den klangvollen Namen „Malta“ und „Australien“ erstehen zu können. Als Ausstellungsstücke waren sie dank einer Förderung der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis für die CityFarm erschwinglich. An einem Wochenende schafften wir mit vielen Helfern die zwei Hütten auf der Ausstellungsfläche ab und an der neuen Farm wieder auf zu bauen. Abends konnten wir uns sogar schon am Feuer aufwärmen, denn unser kleiner Ofen zog gleich mit ein.

Leider waren unsere Arbeiten geprägt von wechselnden Wetterextremen mit kleinen und größeren Rückschlägen. An einem großangelegten Umzugswochenende rieselten ca. 40 Zentimeter Neuschnee auf unser Haupt, gerade dann als der erste Schwung kleiner und riesiger Blumentöpfe die Reise in den Gablinger Weg antraten. Mit allen Eskapaden, von im Schnee gestrandeten Autos, Knöchel tiefem Schlamm bis zu Eiszapfen im Bart, gab der Winter Vollgas.

Das Aufwärmen am Ofen war bei dem Wintereinbrung dringend nötig, um die Eiszapfen aus dem Bart zu tauen.

Das Aufwärmen am Ofen war bei dem Wintereinbrung dringend nötig, um die Eiszapfen aus dem Bart zu tauen.

In der Woche darauf, der ein oder andere mag sich an das Sturmtief „Elon“ Anfang Januar erinnern, hatte sich die weiße Pracht in glitschig braunen Schlamm ausgelöst. Im Gegenzug bescherte uns Mutter Natur Windböen, denen unsere mehr und weniger provisorischen Hütten nicht standhalten konnten. Provisorisch deshalb, weil wir noch auf die Aufschüttung unseres eigentlichen Geländes warten. Denn auf ein Gelände mit Altlasten müssen mindestens 35cm aufgeschüttet werden, bevor Kinder darauf spielen dürfen, denn angeblich graben diese im Durchschnitt nicht tiefer als diese 35 cm. Ob die Kinder das auch wissen?

Der Sturm hatte wohl Spaß mit unserem Hüttendach. Zum Glück blieb es einigermaßen heil und an einem Tag konnten alle Dächer repariert werden.

Der Sturm hatte wohl Spaß mit unserem Hüttendach. Zum Glück blieb es einigermaßen heil und an einem Tag konnten alle Dächer repariert werden.

Wenn uns in diesen Tagen nur die Dachpappe um die Ohren geflogen wäre, hätte sich Benni nicht sofort bei nachtschlafender Zeit aufraffen müssen Notreparaturen durch zu führen. Als sich dann aber ganze Dächer verabschieden, mussten wir nach einem frühmorgentlichen Anruf von unserem fleißigen CityFarmer Armin, Schadensbegrenzung betreiben, da der Inhalt der Hütten auf keinen Fall nass werden sollte. Blöderweise hatte der Sturm ordentlichen Spaß mit einem Dach und wirbelte es kurzerhand auf Ildis sorgfältig abgedeckte und eingepackte Pflanzen. Zum Glück litten nur ein paar Rosenstöcke, der Rest blieb glücklicherweise verschont.

Vergangenes Wochenende schufteten zahllose Hände abermals und leisteten Unglaubliches! Das alte Gelände ist nicht mehr wieder zu erkennen. Es stehen von uns nur noch das Hühnerhaus, die Bienen, ein Kaninchengehege und der Komposthaufen. Alles andere wurde abgebaut und zum neuen Gelände transportiert.

An dieser Stellen möchten wir Roswitha Kugelmann vom Contact in Augsburg e.V. herzlichst danken, denn sie stellte uns bei jedem Arbeitseinsatz einen großen Sprinter zu Verfügung.

Vier Sprinterfuhren waren es allein für den Umzug der Pflanzen.

Vier Sprinterfuhren waren es allein für den Umzug der Pflanzen.

Unser provisorisches Farmgelände 2.0 ist mittlerweile recht vollgestellt und von gemütlicher CityFarm-Atmosphäre noch so gar nichts zu spüren. Der Umzug an sich ging schneller vonstatten, als wir erwartet hatten. Doch nun müssen wir uns in Geduld üben, denn ohne die Erdaufschüttung sind uns die Hände gebunden.
Diese sollte eigentlich schon Mitte Januar beginnen, doch bisher tut sich gar nichts. Wir wissen nicht einmal, ob die Erde bis Ende Februar kommt oder sich alles bis in den März verzögert.
Auch das stellt uns wieder vor Herausforderungen, die nicht einfach zu lösen sein werden.

Wann dürfen wir umziehen?

Wann dürfen wir umziehen?

Sollte der schlimmste Fall eintreten und die Aufschüttung erst im März oder später erfolgen, müssen wir unsere Tiere irgendwo zeitweise unterbringen. Es handelt sich um 5 Hennen plus den Hahn Dino und 4 Kaninchen (2 Männchen, Scarface und seine Urmelie, die zusätzlich auch noch einen Wurf Junge hat). Nun kann man die Hoppelgesellen nicht einfach in einen kleinen Käfig sperren und mit in die Wohnung nehmen. Sie würden dort ihr Winterfell verlieren, sich dadurch später erkälten und hätten keinen Platz ihren natürlichen Bewegungsdrang auszuleben.
Was also tun? Wir wissen es noch nicht und hoffen erst einmal, dass dieser Fall nicht eintritt.

Im optimalsten Fall können wir im März mit dem Aufbau der richtigen CityFarm Augsburg 2.0 beginnen. Dies bedeutet, dass noch im Februar die Erdarbeiten abgeschlossen werden müssten.
Für den Neustart konnten wir auch schon mehrere Praktikanten an der Universität Augsburg gewinnen, die uns unter die Arme greifen werden die neue Farm wachsen zu lassen.

Unsere erste Skizze wie die neue Farm aussehen könnte!

Unsere erste Skizze wie die neue Farm aussehen könnte!

Zuerst müssen wir dann einen Zaun um das ganze Gelände ziehen und das Tiergehege umzäunen. Dafür werden wir ca. 200 Meter Maschendrahtzaun benötigen. Nachdem die Tiere eingezogen sind (Hühnerstall + 2 Kaninchengehege), werden wir uns dem Anlegen des Gartens widmen.
Dazu zählt auch die Pflanzung von Spindelobstbäumen. Leider können wir nur kleinwüchsige Obstbäume setzen, da diese niedrig wurzeln und im Notfall wieder ausgrabbar sind. Spindelobst wird je nach Baumart ca. 3 Meter hoch und ebenso entsprechend ausladend. Sie sind also geeignet, um Schattenplätze für Mensch und Tier zu schaffen, die auf der kahlen Fläche dringend notwendig sein werden. Und sie sollen ein (wenn auch nur dürftiger) Ersatz sein, für die wunderbaren alten Obstbäume die wir schweren Herzens auf der alten Farm zurück lassen müssen.

Da haben wir uns viel vorgenommen und wissen auch, dass es ohne die Hilfe unserer CityFarm-Freunde und Unterstützer kaum umsetzbar ist.

Nach einigen Anfragen wie uns geholfen werden kann, haben wir eine Spendenseite eingerichtet, auf der ihr entweder für die Anschaffung des Zaunes oder für die Obstbäume spenden könnt. Zudem haben wir auch unsere Bedarfsliste aktualisiert. Bedarfsliste.
Natürlich seid ihr eingeladen euch anzuschauen, wo eure Spende was bewegt und selbst einen Baum zu pflanzen.

Hier gehts zu betterplace.org:

Jetzt Spenden für „Neuaufbau der CityFarm Augsburg“
bei unserem Partner betterplace.org

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Mit einer Träne im Auge verabschieden wir uns von den urigen Obstbäumen auf der alten Farm. Auf der neuen wollen wir Spindelobstbäume setzen.

Mit einer Träne im Auge verabschieden wir uns von den urigen Obstbäumen auf der alten Farm.
Auf der neuen wollen wir Spindelobstbäume setzen.

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Die ersten Schritte zur neuen Farm

Hier war mehr als Handarbeit gefragt. Die Balken der alten Hütte waren teilweise mit dem Untergrund verwachsen.

Hier war mehr als Handarbeit gefragt. Die Balken der alten Hütte waren teilweise mit dem Untergrund verwachsen.

Wir hoffen Ihr hattet alle ein wunderschönes Weihnachtsfest!
Zwar verbrachten auch wir die Feiertage in besinnlicher Runde mit der Familie, doch schon am zweiten Weihnachtsfeiertag tauschten wir die Weihnachtsstimmung gegen die emsige Betriebsamkeit eines Neuanfangs!

Die Frage ist nun: wie verwandelt man eine riesige, von Goldrute überwucherte Wiese in eine blühende CityFarm?

Hier zeigen wie euch unsere ersten Schritte in Kurzfassung:

Da erst im Januar mit der Aufschüttung begonnen werden kann, brauchen wir eine Zwischenlösung, um unser ganzes Zeug trocken und einbruchssicher unterzubringen, denn vom alten Gelände müssen wir, wie ihr wisst, Ende Februar runter sein. Die Zeit ist daher zu knapp erst nach der Aufschüttung umzuziehen.
Dies bedeutet somit das alte Fundament neben unserer neuen Fläche freizuräumen und Hütten drauf zu setzen. Sobald die Aufschüttung Ende Januar fertig ist, werden wir Schritt für Schritt nochmals umziehen und die endgültige CityFarm errichten, dann zum Glück nur wenige Meter.
In den folgenden Jahren soll quer über das Fundament verlaufend ein Radweg im Zuge der Stadtentwicklung zur Fahrradstadt 2020 entstehen.

Das Fundament war mit dem Minibagger schnell abgeräumt.

Das Fundament war mit dem Minibagger schnell abgeräumt.

Im ersten Schritt der Arbeiten stellten wir fest: was in Gedanken ganz einfach klingt, ist manchmal in der Realität alles andere als realistisch. So auch der Gedanke die Betonfläche von Hand abzuräumen. Früher muss an dieser Stelle eine Hütte gestanden haben, die mit Heu und Stroh befüllt war, dann aber abbrannte. Im Laufe der Zeit verwandelten sich die verkohlten Reste teilweise zu Erde, sodass große Erd-Kohle-Haufen auf dem Fundament entstanden. Also gab es nur eine Lösung, ein Minibagger musste her.
Mit Einsatz des Baggers war die Fläche innerhalb eines Tages von allem Unrat und Erde befreit und ein großer Haufen aus Holzkohlebohlen türmt sich nun an unserem Eingang, die Reste der alten Hütte.

An einem Nachmittag bauten die Männers unsere erste Hütte auf.

An einem Nachmittag bauten die Männers unsere erste Hütte auf.

Im nächsten Schritt bauten wir die kleine Gartenhütte auf der alten Farm ab und auf der CityFarm 2.0 wieder auf. Ein Bauzaun drumrum, um Bagger und Hütte vor zu großer Neugierde zu schützen und fertig war das Basislager der CityFarm Augsburg 2.0

Damit auch jeder weiß was hier abgeht, brachte Ildi das Ctyfarm-Schild an.

Damit auch jeder weiß was hier abgeht, brachte Ildi das Cityfarm-Schild an.

Schritt drei ging etwas Handarbeit voraus. Zusammen mit einigen fleißigen Helfern sammelten wir Pflastersteine und altes Holz von der großen Fläche, auf welcher die neue Farm entstehen soll. Wir konnten so viele dieser sechseckigen Steine sammeln, dass es fast schon für einen Gehweg reicht.
Auch schneitelten wir zahlreiche kerzengerade Weidenruten, die wir nicht dem Määähmonster überlassen wollten. Wenn mal Zeit übrig ist, entstehen daraus Rankhilfen oder Körbe.

Benni hatte großen Spaß auf dem "Gocart-Rasenmäher"

Benni hatte großen Spaß auf dem “Gocart-Rasenmäher”

Am 21.12.2014 konnten wir schließlich der Fläche mit einem großen Määäher eine ordentliche Frisur verleihen. Ein dickes Danke geht an dieser Stelle an Tommi Wüst, von Wüst Motorgeräte in Bobingen, der uns das Määähmonster zur Verfügung stellte. Wir befreiten nicht die komplette Fläche vom Gras-Goldruten-Filz, da hier eine der letzten Populationen von Rebhühnern in Augsburg lebt und wir großen Wert auf gute Nachbarschaft legen.
Nur in ein kleines Eck zum Containerplatz hin modellierte Benni mit dem Mäher ein Labyrinth in den Goldrutenschungel, falls mal jemandem langweilig werden sollte.

Gestern, nachdem wir an den Weihnachtsfeiertagen zwangsweise eine Pause einlegten, Schritt vier: Bau der Palettenhütte. Nachdem uns der starke Wintereinbruch ein wenige überraschte und in unserer Mobilität etwas einschränkt, wurde trotzdem viel geschafft am gestrigen Tag.
Mit unseren Helfern, die Wind und Schneetreiben trotzten, konnten wir jede Menge Paletten und Bauholz zur Farm transportieren und mit dem Bau einer Hütte aus Paletten beginnen. Das kleine Gebäude wurde in Modulen gebaut, damit es später ohne große Probleme auf die neue Fläche umziehen kann.

20141227_163347Lust auf mehr Fotos von unseren Arbeiten? Dann klickt hier und gelangt zur Gallerie CityFarm.
Wir werden euch regelmäßig über den Fortgang unserer Arbeiten auf dem Laufenden halten.
Doch an dieser Stelle wünschen wir euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Die große Aufgabe: der Umzug

Hier wird die neue Cityfarm Augsburg entstehen.

Hier wird die neue Cityfarm Augsburg entstehen.

Vor zwei Tagen, am 10. Dezember sind endlich die Würfen gefallen.

Wie wir euch im letzten Post berichteten, wurde die Nutzung des Grundstück in der Äußeren Uferstraße, nahe des Hundesportplatzes, vom Wasserwirtschaftsamt geprüft. Nachdem uns einige Hoffnung darauf gemacht wurde, kam dann schließlich doch die Absage. Scheinbar wird die Fläche in den nächsten Jahren wegen Entwässerung von Irgendwas aufgerissen.
Schade, denn wir hatten schon Zaunbaupläne geschmiedet und freuten uns über den kurzen Umzugsweg. Gerne wären wir auch wegen der Nachbarschaft hier geblieben, in die wir uns in den letzten Jahren integrieren und Freundschaften schließen konnten. Vor allem für die Nachbarskinder war die CityFarm immer wieder beliebter Anlaufpunkt.

Da hat das Schicksal wohl für uns entschieden. Beide Flächen haben ihre Vor- und Nachteile.

Aber nun gut, das Grundstück ist abgeschrieben und wir müssen unsere Kräfte auf die neue Fläche konzentrieren. Die neue Farm wird am Ende des Gablinger Wegs entstehen. Zur Orientierung: in der Nähe befinden sich die Wolfbäckerei in der Stuttgarter Strasse und der Nordfriedhof.

Bisher nur Wiese und gestrüpp - bald aber eine blühende Farm!

Bisher nur Wiese und Gestrüpp – bald aber eine blühende Farm!

Die Wiese selbst ist ca. 4000qm groß, von denen wir vorerst nur 1000qm von der Stadt pachten (allerdings ist der Vertrag noch nicht unterschrieben). Wie auf den Bildern zu sehen, ist die Fläche noch recht kahl, ohne Bäume und Hütten. Bevor wir mit Hüttenbau und Baumpflanzungen beginnen können, bekommen wir im Januar eine Aufschüttung auf unserer Fläche. Dies ist leider aufgrund der Altlasten des Geländes notwendig.
Bis dahin nutzen wir die restliche Wiese als CityFarm-Lagerplatz.

Nun müssen wir den Umzug sinnvoll und effektiv planen.

Als erstes benötigen wir dringend eine abschließbare Lagermöglichkeit, denn unsere große Hütte können wir leider nicht mitnehmen, da sie zum alten Grundstück gehört. Wie auch der Steinstall und die Werkstatt. So ergibt sich für uns als erstes die Aufgabe eine Zwischenlagermöglichkeit zu schaffen. Da die neue Fläche sehr abgelegen ist, wollen wir nicht einfach alles auf die offene Wiese stellen, zumal noch kein Zaun vorhanden ist.

Am besten wäre da ein Seecontainer oder Baucontainer (zerlegbar), die sind wasserdicht und einbruchssicher.
Auch benötigen wir zusätzlich ein oder zwei Gartenhütten oder einen Bauwagen.
Wenn ihr jemanden kennt, der das ein oder andere gern loswerden möchte oder uns als Spende zur Verfügung stellen würde, wären wir sehr dankbar.

Goldruten und Weiden haben sich massiv auf der Fläche ausgebreitet.

Goldruten und Weiden haben sich massiv auf der Fläche ausgebreitet.

Wie ihr uns helfen könnt:

In den nächsten Tagen, wenn die ersten Vorbereitungsmaßnahmen getroffen wurden und wir einen Überblick gewonnen haben, werden wir hier unter „Wir suchen“ die Liste aktualisieren, was wir für den Umzug und Neuaufbau der CityFarm Augsburg 2.0 benötigen.

Da so ein großer Umzug natürlich einiges an Geld kostet, freuen wir uns auch über finanzielle Unterstützung.
Hier geht’s zur Paypal-Spende.
Wenn ihr lieber direkt aufs Vereins-Konto spenden möchtet, dann schreibt uns eine EMail an cityfarmaugsburg@gmx.de und wir senden euch die gerne Kontodaten zu.
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Einziges Bauwerk sind diese alten, instablilen Pferdeboxen. Das Holz kann man sicherlich noch verwenden.

Einziges Bauwerk sind diese alten, instabilen Pferdeboxen. Das Holz kann man sicherlich noch verwenden und zur Not gibts n schönes Lagerfeuer!

Soviel als erste Kurzinfo. Sobald wir den Vertrag unterschieben haben und alles „in Sack und Tüten“ ist, geben wir euch hier natürlich Bescheid.
Denn neben den aktiven Cityfarmern seid ihr alle: Blogleser, CityFarm-Freunde, Besucher und Interessierte ein wichtiger Bestandteil der Farm! Ohne euch wäre unser Projekt nicht so bekannt und beliebt. Deshalb wollen wir euch an dieser Stelle für eure Treue und für euer Interesse danken und hoffen, dass ihr uns auch weiterhin begleitet.

Es geht weiter! Die CityFarm stirbt nicht!

Altweibersommer auf der CityFarm Augsburg.

Altweibersommer auf der alten CityFarm Augsburg.

Wie bezeichnend, dass unser 100ster Artikel in unserem Blog die lang ersehnte gute Nachricht ernthält!

Im Februar dieses Jahres erhielten wir die Kündigung unseres gepachteten Grundstücks aufgrund Eigenbedarfs. Ein Jahr blieb und nun noch eine neue Heimat für die Farm zu finden. Die Augsburger Medien berichteten ebenso über unsere Suche, wie verschiedene Blogs. Hier eine kleine Auswahl:

http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Die-Cityfarm-in-Oberhausen-sucht-eine-neue-Heimat-id29868292.html

https://freiraumaugsburg.wordpress.com/2014/05/19/die-cityfarm-augsburg-sucht-ein-neues-grundstuck/

http://www.neue-szene.de/magazin/region/ich-pflanz%E2%80%99-mir-die-welt-wie-sie-mir-gef%C3%A4llt

http://beta.lifeguide-augsburg.de/cityfarm-sucht-grundstueck/

Gartenpanorama

Byebye alte CityFarm!

Trotz der öffentlichen Aufmerksamkeit wollte sich kein geeignetes Grundstück finden lassen. So nahmen wir schließlich über mehr oder weniger Umwege Kontakt zu Stadt auf. Im Sommer ruhte die Suche dann ein wenig, was uns aber hoffentlich nachgesehen werden kann, denn schließlich handelte es sich um unsere Hochzeit und Flitterwochen Letztere konnten wir als Auszeit nutzten um der Sache mit etwas Abstand zu begegnen.

Doch leider entwickelte sich nach unserer Rückkehr die Sache etwas verzwickter als erwartet. Ich möchte es nicht weiter ausführen, nur soviel sei gesagt, es kam aufgrund eines makaberen “Witzes“ und Interviews zu Missverständnissen mit einem Stadtvertreter.

Original ungarischer Kesselgulasch auf der CityFarm.

Auch auf der neuen Farm wird der Gulasch überm offenen Feuer brodeln.

Doch dann, nachdem wir unsere Notfallauflösungspläne schon grob geschmiedet hatten, fand sich endlich eine kompetente Truppe aus verschiedenen Ämtern zusammen, die sich engagiert dem Problem annahmen. Bald war eine Liste der in Frage kommenden Flächen aufgestellt, zu welcher in der vergangenen Woche ein Ortstermin stattfand. Die Vor- und Nachteile wurden diskutiert und einige Flächen konnten schon von vornherein ausgeschlossen werden.

Schließlich blieben nur zwei Grundstücke übrig, eines in der Nähe der jetzigen Farm und eines im Gablinger Weg. Die Fläche in der Äußeren Uferstraße wird momentan noch geprüft, für das andere Grundstück könnten wir sogar sofort den Pachtvertrag unterschreiben.

Doch so einfach wie es klingt, ist es natürlich nicht. Für welches Grundstück wir uns im Endeffekt entscheiden, wird in der kommenden Woche beschlossen. Wir halten euch auf dem laufenden!

Wir freuen uns und sind glücklich, dass es weitergeht. Das Konzept wird sich ein wenig ändern, schließlich starten wir von Null auf einem Blankogelände. Wie ihr uns beim Aufbau der neuen Farm unterstützen könnt, teilen wir euch im nächsten Post mit.

Wir sehen uns auf der neuen ityfarm Augsburg 2.0!

Wir sehen uns auf der neuen ityfarm Augsburg 2.0!

Erntedankfest am 25.10.2014

Liebe CityFarm-Freunde,

Eimal Farmer - immer Farmer! Benni bei der Reisernte.

Einmal Farmer – immer Farmer! Benni bei der Reisernte in unseren Flitterwochen.

wir sind wieder zurück aus unseren Flitterwochen und möchten nun mit Euch ein herbstliches Erntedankfest feiern! Obwohl das Wetter momentan eher an einen verfrühten Wintereinbruch denken lässt, haben wir doch für unser Fest einen letzten goldenen Oktobertag bestellt. Also alle fein aufessen am Freitag damit das auch klappt!

Wir laden euch also am kommenden
Samstag den 25. Oktober von 15 bis 19 Uhr
auf die CityFarm Augsburg ein. Wie immer prasselt ein Feuerchen, wartet das Stockbrot gebacken zu werden und wir hoffen auf eine angenehme Runde mit spannenden Menschen und Geschichten.

Mit dem Erntedankfest wollen wir uns auch bei der Natur bedanken, die uns in diesem Jahr (bis auf die magere Tomatenernte auf der Farm) wieder viele leckere Gaben beschert hat. In Indonesien (speziell Bali) ist es zum Beispiel täglich gelebter Brauch sein Essen mit der Natur zu teilen oder andere Opergaben den Geistern, Göttern und Dämonen darzubringen. Manchmal bedeutet es auch einfach nur sein Mittagessen mit dem Hofhund und den allgegenwärtigen Hühnern und Küken zu teilen.
Die Philosophie dahinter: wir erhalten alles zum Leben aus der Natur, daher müssen wir ihr auch etwas zurück geben. Nur so bleibt das Gleichgewicht zwischen Menschenwelt, Geisterwelt und Natur erhalten.

Unser Erntedanktisch

Unser Erntedanktisch 2012

Auch dieses Mal wollen wir ein gemeinsames Buffet auf die Beine stellen und bitten euch darum, einen Teil beizusteuern. Egal ob Kuchen, Salat oder Pizza – bisher war die kulinarische Vielfalt unserer Feste immer etwas besonderes.

Wir immer freuen wie uns, wenn ihr auf das Auto verzichtet und mit Bus, Bahn oder dem Rad kommt!

Hier findet ihr uns!

Es wird mit Sicherheit das letzte Fest auf diesem Gelände sein, wo die nächste Feier stattfinden wird, ist aber noch immer ungewiss. Im Gegensatz zu den Aussagen in diversen Zeitungsartikeln haben wir noch kein neues Grundstück gefunden und falls jemand eines für uns hat, dann wissen wir noch nichts davon.
Aber wir hoffen weiterhin bald eine neue Zukunft für die CityFarm und ihre Bewohner zu finden!
Noch ist Zeit, erst in vier Monaten müssen wir umgezogen sein.

Deshalb lasst uns ein letztes Mal unter dem großen Apfelbaum feiern und auf eine neue, gute Garten- und Erntesaison hoffen!

Glückliche Hühner in Tampasiring.

Glückliche Hühner in Tampasiring bei der Familie unseres Freundes Madé Dek Wan.

 

 

 

 

Aktuelles aus dem Sommer 2014

Liebe CityFarm-Freunde,

Rudbeckia (Sonnenhut)

Rudbeckia (Sonnenhut)

in diesem Jahr zeigt sich der Sommer von seiner wechselhaften Seite. Erst bekamen wir eine regelrechte Dürre zu spüren, sodass unsere Obstbäume ihre Früchte abwarfen und nun erinnert unser Sommerwetter an tropische Gefilde mit schwülwarmen Gewitterwetter. Doch zum Glück haben wir wenigstens darauf keinen Einfluss und müssen unser gärtnerisches Können immer wieder erneut unter Beweis stellen. Da lernt man wenigstens nie aus.

So geht der CityFarm-Sommer ebenso turbulent ins Land wie unsere Witterung und fordert uns nicht minder einiges an Nerven und Arbeitskraft ab. Nun wollen wir euch mal wieder auf den aktuellen Stand bringen, denn leider lässt unsere Zeit es gerade nicht zu hier regelmäßig zu schreiben.

Sollte sich jemand berufen fühlen uns dahingehend zu unterstützen und kleine Artikel oder Videos zu verfassen, der solle sich bei uns melden. Wir sind für jede Hilfe dankbar! Gern kooperieren wir auch wieder mit Medien- und Geographiestudiengängen der Universität oder der Fachhochschule Augsburg in Form von Praktikas oder Seminarpartnerschaften!

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Grundstückssuche

Leider gibt es da nichts Neues zu melden, außer den vielen Absagen. Es stellt sich als wahrhaft schwer heraus ein neues Gelände für die Farm zu finden und zeigt was für ein Glück wir vor drei Jahren hatten, unser aktuelles Grundstück zu finden. Es bleibt nun noch ein halbes Jahr bis wir unser Gelände verlassen müssen und die Zeit rinnt uns durch die Finger wie sandiger Möhrenboden.

Calendula officinalis

Wo wird sie nächstes Jahr blühen unsere Calendula officinalis?

Wir sind bisher an Bauspekulanten, bauwütigen Amerikanern, Böden mit Altlasten, ungeklärten Besitzverhältnissen und dem Behördenapparat der Stadt gescheitert. Es bleiben leider kaum mehr Möglichkeiten übrig und ohne Unterstützung der Stadt ist es fast unmöglich etwas geeignetes zu bekommen. Zum Glück haben wir an einigen Stellen Unterstützer sitzen, die für uns kämpfen und nicht wollen, dass das CityFarm-Projekt in Ermangelung einer Fläche beendet werden muss. Aber auch stadtintern wird um Flächen gerangelt und da hat es so ein kleines Projekt wie wir schwer. Doch aufgeben kommt für uns nicht in Frage – noch ist Zeit.

Es stellt sich eher die Herausforderung wo wir unsere Tiere vorübergehend unterbringen können, falls sich bis Februar 2015 noch nichts Neues gefunden hat.

Unterstützt werden wir auch vom Lifeguide Augsburg, der Plattform für ein nachhaltiges Augsburg.

Die Journalistin Cynthia hat uns besucht und sich die Farm und ihre Zwei- und Vierbeiner angeschaut. Mittlerweile zählt sie zu den regelmäßigen Besuchern und ist ein gern gesehener Gast! Ihre Erfahrungen und Interviews mit uns, hat sie in wunderbare Artikel gepackt. Darin kommen auch andere CityFarmer und Besucher zu Wort.

Hier geht es zum Artikel

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Öffnungszeiten und Veranstaltungen

Endlich sind Sommerferien, was uns ebenso freut wie alle Schulkinder und nach den letzten Wochen, haben wir uns die Pause redlich verdient.

Drei schöne Gartenfeen. Die Schulgartengruppe der Kapellenschule zu Besuch auf der CityFarm

Drei schöne Gartenfeen.
Die Schulgartengruppe der Kapellenschule zu Besuch auf der CityFarm.

Allerdings bleibt wegen unserer Hochzeitsvorbereitungen die Farm bis einschließlich 15. August für Besucher geschlossen. Am Samstag den 16. August könnt ihr uns dann wieder zur gewohnten Zeit von 13 bis 18 Uhr besuchen.

Auch von Mitte September bis Mitte Oktober nehmen wir uns nochmal eine Auszeit und genießen unsere Flitterwochen. Auch in diesem Zeitraum bleibt die Farm geschlossen. Wir bitten euch um Verständnis.

Die nächste Veranstaltung findet am 06. September statt und ist ein Workshop zu alten Konservierungsmethoden. Wer Interesse hat zu lernen wie man Kräuter bis zum Winter frisch hält oder klassische Senfgurken einlegt, der ist an diesem Tag genau richtig! Anmeldung bitte bis zum 03. September per Email. –> muss aus familiären Gründen leider ausfallen. Wir bitten euch um Verständnis!

Das nächste und letzte Fest auf dem Gelände findet am 25. Oktober statt. Gemeinsam wollen wir für die reiche Ernte danken und die letzten Früchte aus dem Garten ernten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Ende Juni feierten wie ein wunderschönes Sonnenwendfest. Das Wetter war uns hold uns zog einige Gäste auf die Farm, die vor dem Fussballwahn in eine ruhige Oase flüchten und ein entspanntes Fest feiern wollten. Geschmückt mit Kerzen und Lichtern verzaubentführte uns die längste Nacht des Jahres in eine Zauberwelt mit Glühwürmchen, Lagerfeuer, Musik und Gesang.

Auch an diesem Tag war Cynthia vom Lifeguide dabei und hat ihre Eindrücke für euch festgehalten.

Das CityFarm-Feeling.

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Prachtvolles Gartenchaos mit Baumspinat, Borretsch, Tagetes, Ringelblumen, Chili, Paprika und Roter Gartenmelde

Prachtvolles Gartenchaos mit Baumspinat, Borretsch, Tagetes, Ringelblumen, Chili, Paprika und Roter Gartenmelde

 

Garten

Das warm-feuchte Wetter bringt unseren Pflanzen in diesem Jahr eine gute Wachstumsvoraussetzungen.
Wir wollen euch nun noch ein paar Besonderheiten aus dem Gemüsegarten zeigen, der an sich schon eine Besonderheit ist. Viele Kleingärtner würden sich wohl die Haare über das Durcheinander in den Beeten raufen. Doch unser grünes Chaos hat durchaus System und ist dieses Jahr besonders prächtig.
In Misch- und Reihenkultur nach guter und schlechter Nachbarschaft getrennt, gedeihen hier:
Russische Honigzucchini (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina) neben Wirsingkohl (Brassica oleracea convar. capitata var. sabauda L.) neben Baumspinat „Magentaspreen“ (Chenopodium giganteum), der seinem Namen alle Ehre macht!
Halb unter dem Baumspinat versteckt sich eine Reihe Paprika „Roter Augsburger“ (Gattung Capsicum) voll behangen und dadurch recht kopflastig und daneben gedieht die Buschbohne „Frauenbohne“ (Phaseolus vulgaris var. nanus). Dazwischen drängeln sich überall verschiedene Tagetes-Sorten, Borretsch (Borago officinalis) und Ringelblumen (Calendula officinalis) ans Licht.

Ildi versucht den Mais zu retten.

Ildi versucht den Mais zu retten.

 

Auf der anderen Seite des Gemüsechaoses stand bis vor 2 Tagen die Mischkultur Milpa, die drei Schwestern mit dem roten kolumbianischen Mais (Zea mays), Kürbissen (Cucurbita moschata und pepo) und Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris L.) in voller Pracht.

Süße Schwarzenbeere (Solanum burkanii)

Süße Schwarzenbeere (Solanum burkanii)

Noch niemals haben wir Maispflanzen gesehen, die 3 Meter in die Höhe schossen, prachtvolle und starke Pflanzen waren das! Naja, sie waren es bis zum Gewittersturm am Montag. Dieser fegte in derartigen Böen über die Farm, dass die Hälfte der Maispflanzen entwurzelt oder angeknickt wurden. Dabei liegt das Beet schon im Windschatten! Ärgerlich vor allem wegen der außergewöhnlich schönen, blutroten Maiskolben, die Ildi nicht nur genießen, sondern auch für die Saatguttauschbörsen vermehren wollte.

Positiv überrascht haben uns aber die Pflanzen der Jal-Tomate, Süße Schwarzenbeere (Solanum burbankii) und der Miltomate. Was jetzt rot und saftig nach Tomaten klingt, sind nur Verwandte der klassischen Solanum lycopersicum (Tomate) und bringen kleine schwarze Beeren hervor. Im Phänotyp sind die Pflanzen etwas gewöhnungsbedürftig, denn sie erinnern an heimische Giftpflanzen aus der Gattung Solanum. Doch unsere Variationen sind natürlich Kulturpflanzen und ungiftig. Die reifen Beeren sind etwa ein Zentimeter groß und hervorragend für Kuchen, Marmeladen und Chutneys geeignet.

Unreife Jal-Tomate

Unreife Jal-Tomate

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Die Jal-Tomate wie auch die Miltomate wurde auch von Arche Noah ins Sortenhandbuch aufgenommen.

Hauptzweck des ARCHE NOAH Sortenhandbuchs ist die Verbreitung seltener und gefährdeter Sorten von Kulturpflanzen, die im Handel nicht oder nicht mehr angeboten werden, mit dem Ziel ihrer Erhaltung.” Arche Noah

Jal-Tomate und Miltomate

Passiflora edulis f. flavicarpa Foto: B.navez

Zuletzt wollen wir euch noch eine tropische Besonderheit zeigen. Die meisten von euch kennen sicher die Passiflora, auch Passionsblume genannt. Die Früchte der Passiflora heißen Maracuja und stellen eine besonders leckere tropische Frucht dar. Die Kultivierung der Passionsblumen erfordert etwas Fingerspitzengefühl, denn die Pflanzen fühlen sich trotz gegenteiliger Angaben in Büchern eher im Halbschatten von Bäumen und nicht in der Vollsonne wohl. Gern ranken sie kleine Bäumchen ein oder benötigen mindestens ein Rankgerüst. Auch das Gießen ist nicht einfach, denn es muss zwar jeden Tag aber immer nur ein Schlückchen gegossen werden. Einen Gewitterguss verkraften die Pflanzen besser als eine ganze Gießkanne voller Wasser. Daran sieht man wieder, dass auch jede Pflanze ihren eigenen Charakter hat.
Steht die Passiflora besonders günstig, dann kann es passieren dass aus den wundervollen Blüten Früchte entstehen, was in unseren Breiten außerhalb des Glashauses eine Seltenheit ist!
Eine unserer Passionsblumen, die in einer Kiste zusammen mit Estragon, Pfefferminze und einer Litschitomate gedeiht, trägt drei kleine Maracujas. Zwar ist unsere Vegetationsperiode wohl zu kurz, um diese ausreifen zu lassen, dennoch sind die Früchtchen eine Freude für das Auge – zeigen sie doch, dass es der Pflanze sehr gut geht!

Essbare Frucht der Passiflora edulis f. flavicarpa

Essbare Frucht der Passiflora edulis f. flavicarpa

Flauschiger Nachwuchs auf der CityFarm!

Liebe CityFarm Freunde,

lange musstet ihr euch gedulden und auf einen neuen Artikel warten. Aber nun endlich ist es soweit und wir präsentieren euch unseren neusten Nachwuchs! Dazu hat Benni einen kleinen Artikel geschrieben, den mancher von euch schon vom Lagerfeuer in der Nacht der Sonnenwende kennt:

Ein neuer Star ganz frisch aus dem Ei gepellt. Foto: Armin Pawelka

Ein neuer Star ganz frisch aus dem Ei gepellt.
Foto: Armin Pawelka

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Mitte Mai begannen zwei unserer Hennen ein äußerst merkwürdiges Verhalten an den Tag zu legen. Tagsüber verließen die beiden nur noch sporadisch ihren Stall um ein Häuflein vor unsere Füße zu platzieren, sich den Bauch in Windeseile mit Melone, Wurst und Körnern vollzustopfen, nur um dann 5 Minuten später wieder bis zum nächsten Morgen im Hühnerhäuschen zu verschwinden. Außerdem verloren ihre Kämme jedwede Farbe, während sie sich gegenüber Mensch und Tier, Artgenossen eingeschlossen, äußerst aggressiv zeigten. Dies äußerte sich durch eine nie dagewesene Geräuschkulisse wie Fauchen, lautes Geblubber, glucksendes Gegurre und dem inflationären Einsatz des Schnabels als Hieb und Stoßwaffe. Mit aufgestellten Federn, fauchend wie eine schlecht gelaunte Miezekatze, macht auch so ein kleines Hühnchen mächtig Eindruck.

Zeig her deine Federn, zeig her deine Flügelchen...

Zeig her deine Federn, zeig her deine Flügelchen…

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Im ersten Moment dachte Benni an eine schlimme Krankheit, was zur Folge hatte, dass er sich panisch über die Newcastle-Krankheit und Co informierte, bis Ildi ihn lachenderweise über das Verhalten von brütenden Hennen aufklärte. So erklärte sie dem unwissenden Benni:
Aus Ermangelung eines Hahnes seien diese Eier, die unsere gefiederten Damen da bebrüteten, leider Gottes nicht befruchtet und würden bei konstanter Temperatur von 38 schlecht und begnnen irgendwann zu stinken.
Dementsprechend mussten wir erst einmal Eier mit „Hahnentritt“ organisieren und fanden diese bei den privaten gehaltenen Hühnern der Biogärtnerei Bucher ganz in der Nähe der Farm. Akademisch vorbelastet wie die Cityfarmer sind, wälzten wir umgehend Hühnerbücher und fanden heraus, dass man zwei gemeinsam gluckende Hennen unbedingt trennen müsse, da sie sich sonst gegenseitig die Eier mopsen würden. Wobei die Gefahr bestünde, dass einige kaputtgehen könnten. Versuch macht kluch.

Die Hühner wurden getrennt, dabei mit befruchteten Eiern versehen und in absperrbare, separierte Nester gesetzt. Kaum eine halbe Stunde später sitzen beide wieder im alten Nest auf den „original“ Eiern. Nachdem wir diesen Vorgang scheiternderweise 4 oder 5 mal wiederholt hatten, wagten wir das Eggsperiment: DOPPELBRUT.

Was soll denn nur die ganze Aufregung um 3 Babys, ich hab schon um die 30!

Was soll denn nur die ganze Aufregung um 3 Babys, ich hab schon um die 30!

Zu unserem Ärger waren die Bucherschen Eier nun mehrfach durchgekühlt so, dass daraus keine Küken mehr schlüpfen würden. Also begann unsere Suche von Neuem. Doch die liebe Steffi, Chefin des Jugendhauses Lehmbau in Hochzoll, erbarmte sich und trat uns einige befruchtete, bereits angebrütete Eier ab, die wir unseren Putschen standepedes unterschoben.
Da saßen sie nun. Und brüteten und brüteten und brüteten und brüteten… 21 Tage lang.
Während diese 21 Tage Brutzeit verbaute Benni gemeinsam mit CityFarmer Basti Stück für Stück das Hühnergehege und den Stall so um, dass ein kükensicherer Stall im Stall entstand. Weil die anderen, die Brutautomathühner, mit Bibberle angeblich so gar nichts anfangen können und die kleinen, laut Hühnerbuch, im schlimmsten Fall als leckere Eiweißquelle ansehen. Auch dies erwies sich letztendlich als Irrtum, denn die Hühnerschar legte gegenüber den ausbruchsfreudigen Baby-Hühnchen ein für Hühnerverhältnisse sehr achtsames und liebevolles Verhalten an den Tag. Was vielleicht an den sowohl außergewöhnlich dominanten als auch aggressiven Müttern liegen könnte. So war es dann Mitte Juni soweit. Ein mehrstimmiges Piepsen im Stall verriet, dass unser neuster Cityfarmnachwuchs ihren letzten Eidotter verzehrt, sich aus ihren Schalen befreit und das Licht der Welt erblickt hatte. Auf die Küken, noch feucht vom Ei, erhaschten einige Cityfarmer und Besucher einen Blick, wobei wir wiedereinmal bemerkten, dass niemand immun gegen das oft besungene Kindchenschema ist. Früh am darauf folgenden Morgen sägte der frisch gebackene Hühnerpappa Benni eine zweite Klappe ins Häuschen unserer gefiederten Freunde. Danach bastelte er ein kleines aber feines Außengehege mit Gestrüpp zum Verstecken und viel Schatten zum gemütlichen Sandbaden für die Mammies und ihre Kleinen.

Vollgefressen in der Chil-Area unterm Busch.

Vollgefressen in der Chil-Area unterm Busch.

Sogleich machte sich Ildi mit Tine, einer Freundin vom Ak Urbane Gärten (Lokale Agenda 21) auf, um beim Futtermittelhändler Kükenfutter zu erstehen. Unserer Abneigung gegenüber gentechnisch veränderten Pflanzen verhinderte dabei sehr effektiv, dass wir irgendwo sojafreies unbelastetes Kükenfutter finden konnten.Laut Futtermittelhändler gibt es das schlicht und einfach nicht mehr! Aber er will sich umsehen, da scheinbar immer mehr Hühnerhalter ihre Abneigung gegen Soja kundtun.
Da standen wir nun mit vier hungrige Mäulern, vier piepsenden flauschige Bollen und kein Futter zur Hand.
Wie hat man das denn früher gemacht als es noch keine kommerziellen Futtermittelhändler gab? Bei der Frage lachte der Herr Kratzer vom Hühnerhof in Gablingen, man hat ganz einfach auf die Ressourcen zurückgegriffen die sowieso vorhanden waren, die täglichen Essensreste! Soja ersetzt nur tierische Eiweiße welches sich glückliche Hühner durch Kellerasseln, Würmer, Kartoffelkäfer selber suchen oder durch wenig gewürzte Essensresten bekommen. Dazu gehört natürlich auch, sich ab und an ein Würstchen direkt vom Grill zu klauen. So bekommen unsere Kleinsten jeden Tag zwei Eimer Kompost gespickt mit Würmern und Asseln, mehrere Ränkel Wurst die Metzgereien täglich massig in den Müll hauen und ab und zu ein wenig Hirsebrei mit Milchpulver den es regelmäßig umsonst in diversen Containern zur Selbstabholung gibt. Die kritischen ersten Wochen sind nunmehr für 3 Küken glatt verlaufen und sie erfreuen sich bester Gesundheit auch ohne teures Kükenfutter. Eine unerfahrenes Kleines fiel leider schon früh einem melonenbedingtem Insektenstich zum Opfer. Grausame Mutter Natur…
Mit diesem theatralischem Schlusswort entlasse ich euch in einen hoffentlich schönen, sonnigen Sommeranfang und wünsche allen Gärtnerkollegen eine erfolgreiche Gartensaison.
Danke fürs Lesen!

Das flauschige Süßheitsstadium ist vorbei, jetzt wachsen die richtigen Federn!

Das flauschige Süßheitsstadium ist vorbei, jetzt wachsen die richtigen Federn!

Kleiner Nachtrag:
Mittlerweile haben die süßen Bibberle das Süßheitsstadium verlassen. Sie bekommen schon richtige Federn an den Flügeln und üben sich im Flattern, denn sie wollen den Zaun zum Schlaraffenland Komposthaufen baldmöglichst selber überwinden. Auch entfernen sie sich täglich mehr von ihren beiden Müttern, streunen auch mal ganz allein auf der Suche nach krabbelnden Leckerbissen unter den Apfelbäumen umher und haben sich wunderbar in die restliche Hühnerschar integriert.
Auch unser Dino, der übrigens vor wenigen Wochen selbst beschlossen und umgesetzt hat, wieder bei uns einzuziehen, beschützt die Kleinen als wären es seine eignen Jungen. Die Mütter dürfen unterdessen wieder seine Statthaftigkeit bewundern.
Der Kükenverschlag im Stall kann nun die Tage wieder abgebaut werden, denn schon nach 2 Wochen beschlossen Mütter und Küken lieber im Legenest, nahe der restlichen Schar, zu schlafen als im eigens dafür abgetrennten Bereich.
Alles in allem ist es für uns eine sehr spannende Erfahrung, denn unsere Tiere verhalten sich entgegen dem was in sämtliche Hühnerbüchern und -Internetforen geschrieben steht. Woran das liegt, könnten uns nur die Hennen sagen aber diese schweigen sich aus und stravanzen statt dessen fröhlich durch den Garten.
Sodenn wünschen wir euch ein beschwingtes „Goaaak“!

Eine gackernde Familie!

Eine gackernde Patchwork-Familie!

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