„Das einzige beständige ist der Wandel“ Heraklit von Ephesus

In einem unser „Schreib Rein!“ CityFarm Bücher ist ein weiterer weißer Spruch niedergelegt: „Heutzutage hat man keine Angst mehr vor Seuchen und Krieg, sondern vor Zetteln im Briefkasten von irgendwelchen Ämtern.“

 

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Wir brennen ungebremst für die Farm, auch mit weniger Platz! Die Hütten im Hintergrund sind leider Geschichte.

Haben wir beim Bezug der neuen Farm unbedarft die aufgeschüttete Fläche innerhalb der Markierungen eingezäunt, bepflanzt und gezähmt, fällt uns nun diese Sorglosigkeit auf die Füße. Es war zu viel Fläche! Die Aufschüttung entpuppte sich nun, sieben Jahre später, als ein wenig zu großzügig, da wir nicht nachgemessen haben, womit die ehemalige Müllhalde von uns (zumindest zum Teil) umsonst domestiziert wurde. Zugegeben, dutzende Autoreifen, Batterien, Eternitplatten und verklappte Maschendrahtzäune in der Natur weniger schaden nicht, doch reut es mich nun um die Schwielen und Blasen, die dieser Aufwand uns einbrachte, denn rundum das CityFarm Gelände soll eine weitere Ausgleichsfläche geschaffen werden. Unglücklicherweise auch auf dem Gelände unseres kleinen Paradises.

 

 

 

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Der neue Umriss der Farm

Ein nicht zu unterschätzender Teil des Gartens wird wegfallen, sowie der Eingang samt Sozialbereich. Auf dem stehen unsere Funktionshütten. Bibliothek, Winterküche, Wollverarbeitungshütte mit den Spinnrädern und Karden, die Bühne mit opulentem Sandkasten, die Holzwerkstatt und alle Taubenschläge von unseren makedonisch/türkischen Mitstreitern, ganz zu schweigen vom Heu- und Strohlager. Das bedeutet für uns umzudenken, nachzuverdichten und zu entscheiden auf was verzichtet werden kann. Den Mitarbeitern im Amt kann man nicht wirklich einen Vorwurf machen, weil sie uns von Anfang diesen Jahres an, als der Ausgleichsflächenbedarf klar wurde, in den Entscheidungsprozess miteinbezogen. Am Ergebnis ändert es leider nichts!

 

 

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Hier wird eine Blühfläche entstehen…

Im ersten Moment war ich ehrlich gesagt echt wütend. Zählen Nachhaltigkeitspreise, die Auszeichnung der Vereinten Nationen für biologische Vielfalt, der Bessermacherpreis und unser ziviles Engagement in den Agendaforen überhaupt nicht? Mittlerweile haben sich die Gemüter beruhigt. Ernüchtert bauen wir Kinderschaukeln ab, reduzieren den Tierbestand, planen vorausschauend Fortbildungen für Fachakademien, Universität und Kindergärten um, oder nehmen sie erst gar nicht mehr an. Jetzt bleibt uns nur zu hoffen, dass wir während der Umbauphase eine adäquate Ersatz-Winterkoppel für die Schafe finden und wir genügend Helfer motivieren, die mit uns die Mammutaufgabe des Umbaus anpacken.

 

 

 

 

Um die Farm „downzusizen“ wird die nächste Saatgutbörse am 04.03.2023 gleichzeitig ein Flohmarkt sein. Dazu wird aber noch ein separater Artikel erscheinen.

Eine Bitte hätten wir noch: Bitte empört euch nicht über dieses einschneidende Veränderung! Wir haben schon einige gut gemeinte Vorschläge von Unterstützern und Bekannten gehört: Von „Geht zu quer und deckt mit Christoph Süß die Sache auf!“ über „Wendet euch doch an die Bundes-Politik. Ich hätte gute Verbindungen…“ bis zu „Lasst uns zusammen eine Critical Mass Aktion gegen diese Entscheidung organisieren!“ sind viele Ideen zusammengekommen. Aber wir pflegen unser gutes Verhältnis zur Stadt, zu den Ämtern und den politischen Entscheidungsträgern und suchen wie in der Vergangenheit gemeinsam nach Lösungen. Wir sehen das nicht als Rückschlag sondern als Chance. Wie schon Hellen Keller schrieb: „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere; aber wir sehen meist so lange mit Bedauern auf die geschlossene Tür, dass wir die, die sich für uns geöffnet hat, nicht sehen.“

 

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Unser Sozialbereich, bald eine Ausgleichsfläche.

Animalische Vielfalt

Liebe CityFarm Freunde,

eine akute, oft unerkannte Krise zieht über die Welt. Das Artensterben! Von aktuell etwa 147500 erfassten Tier und Pflanzenarten gelten 41500 als bedroht, ganz zu schweigen von den bereits verschwundenen Tieren und Pflanzenarten. Die Rede ist bereits vom größten Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier. Die CityFarmer unternehmen aktiv etwas gegen die Ursache dieses Verlusts. Den Schwund von Lebensraum und Kinderstuben. Wir möchten hier einige Arten vorstellen die bei uns eine Heimat gefunden haben und mit uns den CityFarm Alltag teilen. Aber lest selbst:

herzlich euer Schreiberling

B.Vogt


Wechselkröte, Bufo viridis 

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Tarnungskünstler Kröte

Ursprünglich als Bienentränke angelegt, entwickelt sich mein Regenwasser gespeister kaum 2000 Liter fassender Tümpel immer mehr zu einem Hort des Lebens, doch neuerdings vernimmt man dort verwirrende Geräusche. Ein Trillern! Zu Anfang dacht ich es wäre eine Grille oder ein Heupferd in den Teich gefallen. Wie sehr ich mich irrte. Weiß man, dass die neuen Mitbewohner ihre Farbe der Umgebung anpassen, versteht der ein oder andere vielleicht, dass es sage und schreibe ein halbes Jahr gedauert hat, bis ich Bufo Viridis auf die Schliche kam. Ich bekam schon mit, dass eine wachsende Anzahl Platscher zu hören waren, näherte man sich dem Teich, aber diesen Neuankömmling hatte ich nicht erwartet. 9 Zentimeter groß, größtenteils nachtaktiv und über viele Jahre standorttreu legen die warzigen Gesellen bis zu 12.000 Eier, was auch das überbordenden Gewimmel im Juni erklärte. Das Trillern entsprang der mächtigen Schallblase der Männchen und nicht eines Insekts. Die haben Wechselkröten nur zum Fressen gerne. In Anbetracht der Tatsache, dass sie in jungen Jahren bevorzugt Blattläuse vertilgen, ein willkommener Gast auf der CityFarm.

Weinbergschnecke, (Helix pomatia)

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Wahrhaft „Inter“, Gleichzeitig Mann und Frau: die Weinbergschnecke

Die Landlungenschnecke, auch als schwäbische Auster bekannt, steht seit einigen Jahren unter Schutz. In vielen Ländern Europas gilt sie als Delikatesse, wobei das Gros der allein in Frankreich verzehrten 10.000 Tonnen aus osteuropäischen Züchtungen stammt. Sie bewegt sich durch einen einzelnen Kriechfuß auf einer Spur aus Schleim. Dieser schützt sie vor Austrocknung und Verletzungen, zudem wirkt der zu Schaum aufgeblasene Schleim als Verteidigung gegen Angreifer, genauso wie ihr Häuschen in dem die inneren Organe verstaut sind. Geht ihr aus Kalk bestehendes Dach über dem Kopf kaputt, kann sie es bis zu einem gewissen Grad selbst reparieren, wenn sie genügend Kalk zur Verfügung hat. Pflanzenmaterial und Aas, das sie gerne verzehrt, raspelt das tagaktive Weichtier mithilfe ihrer Zunge, die mit winzigen Zähnchen besetzt ist. Als Zwitter befruchten sich Weinbergschnecken gegenseitig mit einem sogenannten Liebespfeil. Anschließend werden die pfefferkorngroßen Eier in ein etwa 10 Zentimeter tiefes Loch gelegt.

Igel (Erinaceus europeus)

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Der Eulenfreund wiegt mittlerweile mehrere Kilo und herrscht über das Hühnergehege

Das Wort Igel bedeutet „Schlangenfresser“
Der Einzelgänger frisst im Gegensatz zu seiner Namensbedeutung am Liebsten Regenwürmer und Insekten. Als Stachelball hat er eine fast perfekte Verteidigung gegen Räuber wie den Dachs, den Adler oder Füchse. Obwohl Igel bei der Geburt schon rund 100 Stacheln besitzen sind diese noch weich und biegsam, damit die Mutter nicht verletzt wird. Trotzdem kommen viele Igel, obwohl sie diese Schutzvorrichtung haben, viel zu früh ums Leben. Allzu oft in weggeworfenen Pappbechern. Sie krabbeln hinein, um die süßen Getränkereste zu schlürfen, und bleiben mit ihren nach hinten gerichteten Stacheln stecken. Wenn sie nicht ersticken, verdursten sie jämmerlich. Die kleinen Nadelkissen sind in der Lage mit ihren Ohren kleine Tiere sogar unter der Erde zu orten. Trotz vieler Stacheln haben Igel oftmals massive Probleme mit Parasiten wie Flöhen und Zecken. Einen abgemagerten unter Tags aktiven Igel kann man gerne füttern. Allerdings ist Milch für Igel unverträglich und sie bekommen davon Bauchweh und Durchfall, besser ist Hackfleisch oder Nassfutter. Nicht zu vergessen ist die Möglichkeit für Igel ihren Durst zu stillen. Also bitte Wasserschalen aufstellen. Bei uns leben mittlerweile mehrere dieser stacheligen Gesellen und halten Hühner, Hund und Hahn auf Trab. 

Siebenschläfer (Glis Glis)
Die dämmerungs- und nachtaktiven Bilche klettern am Liebsten auf Bäumen, um genau zu sein auf Obstbäumen. Die possierlichen beinahe Vegetarier entfernen sich dabei ungern weiter als 100 Meter von ihrem Schlafplatz. Dort richtet Glis Glis auch seine Zerstörungen an. Löcher in Wänden von Gartenhütten, ausgeräumte Isolierungen und Nester in Fehlböden sind noch das geringere Übel. Von höherer Tragweite sind die Fraß-Schäden! Nicht nur, dass Obst aller Art angefressen wird, bis jede einzelne Birne angebissen ist und faulig wird, sondern auch, dass sie gerne mal ein Ei bei den Außennestern der Hühner stibitzen.

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Lautstarke Draufgänger der Siebenschläfer (Foto von Tobias B.)

Bisher schoben wir unserem bemitleidenswerten Hund Keule, alias „Der Sandling“ die Schuld für alle ausgefressenen Eierschalen in die Schuhe, doch, so wahr mir Gott helfe, ich habe beim abendlichen Einschlagen eines Bienenschwarms den Eierdieb auf frische Tat ertappt. Selbst wenn unsere ebenfalls auf der CityFarm wohnhaften Marder und Füchse ab und an einen Siebenschläfer erwischen, vermehren sich die Schreihälse mit ihren Würfen von bis zu 6 Jungen schnell genug, als dass ein einzelner Verlust nicht ins Gewicht fällt. Das letzte Nest fanden wir übrigens im Hochboden eines voll besetzten Bienenstocks.

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Nimmersatt! Fallobst wird einfach bis vor die Haustüre befördert!

Die bei der Geburt gerade mal 2 Gramm wiegenden Babies hatten schon ihre Augen offen und starrten uns, mitsamt hochgradig aufgeregter Mutter, fassungslos an. Wer denkt diese Tiere wären nicht wehrhaft (zumindes akkustisch) irrt gewaltig. Ihre Geräuschkulisse war mächtig laut! Von Fauchen, Zischen, Schnarren, über Qiecken bis zu einem erstaunlich tiefen Grummeln sind die Puschelschwänze in Habachtstellung nicht zu überhören. Als abschließender Fun-Fact: Bilche sind faule Tiere? JA! Sogar noch viel fauler! Im Gegensatz zu der Annahme Siebenschläfer würden 7 Monate Winterruhe halten, schnarchen sie sogar bis zu 9 Monate. Das wäre wie wenn wir 18 Stunden am Tag schlafen würden.

 

 

 

Zauneidechse (Lacerta Agilis)

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Rettung geglückt!

Zum ersten Mal begegnete ich dieser Eidechse auf der neuen Farm in unserer Metallbox für das Weidegerät im zeitigen Frühjahr. Dort drin ist es selbst bei geringer Sonneneinstrahlung wohlig warm, womit das wechselwarme Tier, ohne exponiert und Fressfeinden, wie Marder oder Rabe ausgeliefert zu sein, auf Temperatur kommt. Es war ein Männchen. Woher ich das weiß? „Geschlechtdimorphiosmus“ Was für eine Keule von Wort. Um beim Beispiel Zauneidechse zu bleiben: Männchen präsentieren sich leuchten grün, Weibchen braun. Es bezeichnet unterschiedliche körperliche Merkmale bei Männlein und Weiblein. Für die bis zu 25 Zentimeter großen Reptilien ist die Farm ein Paradies. Tausende Versteckmöglichkeiten, Trockensteinmauern zum Wärmen, massenhaft Überwinterungsmöglichkeiten (kleinen Erhöhlen) und ein Schlaraffenland in Bezug auf ihre Leibspeiße: Ameisen. Sie verschmähen zwar auch keine Grillen, Schnecken oder Bienendrohnen, doch scheinen unsere totholzbewohnenden Krabbler eine magische Anziehungskraft auf die fein geschuppten Tiere zu haben. Mittlerweile sieht man die, für ihre Fähigkeit bei Gefahr ihren Schwanz abzuwerfen zu können, bekannten Insektenfresser häufiger auf offenen Sonnenplätzen. Da wir einige der kälte-empfindlicheren Bäume, wie Pfirsiche, mit einem Wärmefang aus Steinen versehen haben, finden sie davon mehr als genug. Ebenso verhält es sich mit guten Versteckmöglichkeiten bei denen die Nachkommen der Saurier sogar die Wahl haben ob sie sich in Reisig-, Sand-, Holz,- oder selbstwämenden Komposthäufen verkriechen. Sogar für ihre Nachkommenschaft ist gut gesorgt, ruhen die Eier in unseren Hochbeeten oder im Waldgartenbereich. Durch den Verzicht auf invasive Bodenarbeiten mit Fräße und Egger, um das Edaphon (Bodenleben) zu schützen, können sich die Baby-Schuppentiere in Ruhe entwickeln. Bedenkt man, dass sich bei widriger Witterung der Schlupf bis zu 100 Tagen hinzieht ein Segen für die Eidechsenbrut, denn allzu oft fallen sie grabwütigen Möchtegernbauern zum Opfer.

Erfahrungsbericht unseres Lech-Rangers in den Nördlichen Lechauen

Was macht ein Ranger des Lebensraum Lechtal e.V.?

Die Aufgabe eines Lech-Rangers ist es die Vielzahl von Besuchern des Lechs und die Folgen dieses Massenandrangs in geordnete Bahnen zu lenken.
In den Lechauen und auf den Kiesbänke bebrüten und setzten eine Heerschar von Tierarten ihre Nachkommen. Von der Geburt über das anschließende Aufwachsen bis zum Aufbruch in die Winterrefugiale beschützt ein guter Ranger den Lebensraum von Flussregenpfeifer und Co.
In sein Aufgabengebiet fällt aber noch mehr. Im Rahmen seiner Möglichkeiten verteilt er Flyer mit Gebietskarten, meldet umgestürzte Bäume, berät verlorengegangene Wanderer und hat immer einen Blick auf Waldbrandstufe und zündelnde Feierwillige. Hier ein literarisch aufbereiteter Schwank aus dem Erfahrungsbericht 2022:

Immer mit dabei mein Hund Keule alias „Der Sandling“!

Im Wind wogen sacht einige bunt schillernde Schmetterlinge, die sich auf dem frisch asphaltierten Radweg sonnen. Der Ruf des Kuckucks begleitet melodisch dieses farbenfrohe Schauspiel, während ein einsamer Naturschützer schweißgebadet das Lechufer erklimmt. Neben die aufstobenden Flugkünstler lege ich prustend zwei stinkende Schwerlastsäcke, gefüllt mit Unrat, ab.

Ergebnis meiner gerade eben abgeschlossenen Müllsammelaktion auf der Kiesbank. Der Herr, der diese Sauerei hinterließ, hatte ich am Vortag höflich gebeten seinen sommerlichen (und in seinen Träumen dauerhaften) Wohnsitz im Schutzgebiet aufzulösen. 

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Zusammenstellung typischen Kiesbankmülls

Unter wüsten Verwünschungen zog der Herr nach der dritten Aufforderung und auch erst nach der Drohung die Behörden einzuschalten von dannen. Der Aufforderung seinen ganzen Müll mitzunehmen ist er zu meinem Leidwesen nicht nachgekommen. Vor nun das nächste Hochwasser, Flaschen, Einweggrill, zerrissene Zeltplanen, Essensreste und hunderte Plastikverpackungen den Fluss hinabspült, räume ich dem Zitat: „Teilzeitobdachlosen“, hinterher. Teilzeit deswegen, weil sich der Herr im Sommer die Miete spart, indem er irgendwo in der Natur sein Camp aufschlägt, um den Winter gediegen und kostengünstig im warmen Süden verbringen zu können. Die kreativste Beleidigung kam definitiv von dem angegrauten Mittfünfziger. Ich sei ein „dreckiger, langhaariger Öko-Faschisten-Hippie“.

Nichtsdestotrotz kam mir jede Runde in den Flussauen des Lechs wie eine kleine Abenteuerreise vor. Man trifft zwangsläufig auf die unterschiedlichsten neuen Menschen, hat originale Begegnungen mit geschützten Arten, oder steht plötzlich vor einem frisch gefallenen Baum, der quer über dem Rettungsweg liegt.

IMG_20220415_144515In solchen Fällen hilft es nur die örtliche Feuerwehr zu kontaktieren, die das Ungetüm schnellstmöglich entfernt, selbst wenn dies die eigentliche Abendplanung sprengt. Um bei einem Notfall medizinischer Natur zügig an Hilfe zu kommen, bedarf es eines Anfahrtsweges des Sanitätswagens. Ob der Schwächeanfall eines älteren Herren beim Anblick sich fleißig vergnügender Nudisten, oder die massive, schnapsbedingte Intoxikation eines frisch gebackenen Vaters an Christie Himmelfahrt der Anlass ist, ohne professionelle Unterstützung, ist selbst ein altgedienter Ranger oftmals aufgeschmissen.

Man selbst würde sich genauso freuen, wenn einem bei einem Notfall geholfen werden würde, denn ab und an kommt es zu tätlichen Übergriffen auf meine Wenigkeit. Dieses Jahr erneut. Wieder einmal war zu viel Alkohol im Spiel, gepaart mit der massiven Selbstüberschätzung eines Störenfriedes.

Nachdem ich meinen üblichen Text: „Sie befinden sich im Schutzgebiet und die armen Vogelküken müssen bei der Hitze auf der Kiesbank ohne elterliche Führsorge leider verdursten“, an den Mann gebracht hatte, erdreistete sich der Volltrunkene mich von hinten an der Hose zu packen und den Versuch zu starten mich zu Boden zu ringen.

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Zum Glück riss bei der Aktion mein Gürtel, womit ich in der Lage war den Angreifer zur Abkühlung seines Gemüts in den hochsommerlichen Rinnsal des Lechs zu befördern. Durch das eiskalte Wasser anscheinend wieder klarer im Kopf starrte mich der Trunkenbold einen Augenblick erschrocken an und suchte dann so schnell ihn seine Beine trugen das Weite. Eine weiße Entscheidung, da ich im Alltag meinen Schwarzgurt nicht auf der Stirn zu tragen pflege und mich durchaus zu wehren wüsste, werde ich grundlos angegangen.

Wie so oft blieb es an mir hängen die Hinterlassenschaften des unfreundlichen Herrn geflissentlich zusammenzutragen, Pfandflaschen von Unrat zu trennen und das Ganze den Hang hinaufzubefördern. Trotz rauschendem Adrenalin im Blut beruhigte sich mein Herzschlag dank den Bläulingen und Schachbrettfaltern, die meinen Aufstieg begleiten in Windeseile, womit ich die übliche Ranger-Tour zu einem erfolgreichen Ende bringen konnte. Spätestens als die bläulich schillernde Augenweide der Eisvogel, neben mir ins Wasser plitschte, war die Welt wieder in Ordnung.

Schönen Sommer und baldigen Regen
wünscht euch euer CityFarmer und Schreiberling Benjamin Vogt

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Ein herrlicher Blick über den Lech nördlich von Gersthofen.

Offene Gartentür Schwaben

Am Sonntag, dem 26.06.2022 laden wir Euch zwischen 10 und 17 Uhr ein, die Farm zu besuchen!

Hoer findet Ihr den Flyer zur Offenen_Gartentuer_Schwaben

Parkmöglichkeiten sind am Nordfriedhof auf den hinteren grossen Parkplatz oder neben der Aral Tankstelle in der Stuttgarter Strasse. Danach sind es nur noch 10 min Fußweg. Bitte schaut Euch die Beschreibung des Weges auf Google Maps an, dort sind wir eingetragen.
Fahrradparkplätze stehen unbegrenzt an der Farm zur Verfügung.

Hunde sind willkommen, wenn sie sich mit Artgenossen vertragen.

Unser mini Waldgarten Teil 3

Liebe CityFarm Freunde,

nun kommen wir zu einem Kapitel, das mir persönlich sehr am Herzen liegt!
„Wie helfe ich der Artenvielfalt und der Biodiversität in einem jungen Waldgarten auf die Beine?“
Einige Ideen wurden hier für Sie zusammengefasst:

 

IMG_20210805_185113_7Kleinteilige Verwilderung zulassen

Lassen Sie Bereiche die Sie nicht nutzen wollen, die schlecht zugänglich sind oder sowieso versteckt hinter einer Hütte liegen, mit Brennnesseln, Beifuß oder Storchenschnabel zuwachsen. Dort finden spezialisierte, heimische Arten wie Schmetterlinge und Wildbienen einen geeigneten Nistplatz.

 

 

 

IMG_20220425_135507Totes Pflanzenmatzerial

Man glaubt es kaum, doch eine Vielzahl von Insekten bevorzugt totes
Pflanzenmaterial gegenüber wachsendem Grün. Mulm, markhaltige Stängel und abgestorbene Blätter sind nicht nur als Nahrung, sondern auch für die Überwinterung im Ei oder als Larve unabdingbar.

Auch verrottendes Holz in allen Stadien bietet einer Vielzahl Insekten wie Käfern, Asseln und Ameisen einen Lebensraum.  Wo es möglich ist, rate ich Ihnen, so viel wie möglich abgestorbenes Material über den Winter stehen zu lassen und es anschließen gesondert zu sammeln, damit die „Insekten-Babys“ schlüpfen können. Bitte auf keinen Fall verbrennen!

 

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Sonnenbeschienene Sandstrukturen mit Trockensteinmauern für Eidechsen, die obligatorische Benjeshecke für Igel und Bilche, der eingewachsene Steinhaufen für Hummeln aller Art oder ein simpler Teich für Quaktiere, das sind nur einige Beispiele für unterschiedliche (klein) Lebensräume. Umso mehr dieser Gestaltungselemente sich in Ihrem Garten befinden, umso mehr unterschiedliche Arten werden sich über kurz oder lang bei Ihnen etablieren.

Wenn genügend Platz zur Verfügung steht, legen Sie zur Stabilisierung der Population mehrere Kleinhabitate desselben Typs  an. Ein kleines Beispiel aus unserem Alltag: Im anfangs zentral gelegenen, sehr großen Asthaufen fanden erstaunlicherweise drei Igel ihr Winterquartier. Nach und nach entstanden auf unserem gesamten Grundstück verteilt, zwei mittelgroße Benjeshecken und zusätzliche Totholzbereiche. Binnen eines Jahres überwinterten 9 Igel auf der CityFarm!

 

Nisthilfen

Durch IMG_20220425_135332die Ordnungswut des modernen Gartenfreundes herrscht ein prekärer Mangel an Spechtlöchern, abgebrochenen und ausgefaulten Ästen sowie naturverputzen Ziegelwänden! Oft kann der aufmerksame Beobachter Vögel und Eichhörnchen im gnadenlosen Kampf um geeignete Brutplätze zetern hören. Dem ist Abhilfe zu schaffen. Ob als Heimwerker mit Bastelanleitung oder lieber mit gekauften Nisthilfen, Amsel, Drossel, Fink und Mauerbiene danken Ihnen ihr neues Zuhause durch Anwesenheit. Auch dichte Pflanzenwände entpuppten sich für Heckenbrüter wie den Zaunkönig, als bewundernswert produktive Kinderstube. Bitte achten Sie speziell bei „Insektenhotels“ auf eine saubere Verarbeitung. An Holzsplittern in Bohrungen reißen sich jungfräulichen Bienen die Flügel aus und undichte Dächer bedeuten in der  kalten Jahreszeit den Pilz-Tod der possierlichen Insekten. Kiefernzapfen und
Hohlziegel haben zudem nichts in der Nisthilfe zu suchen!

 

 

Wie anfangen?

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Aus einem Instinkt heraus entwickelte sich der Garten unseres Mitmach-Mini- Bauernhofs zu einem mehr oder weniger strukturierten Sammelsurium aus Kräutern, Sträuchern und Bäumen, der entfernt an einen Waldgarten erinnert. Erst als meine geliebte Ehefrau mich darauf stieß, dass man dieses „Durcheinander“ ausgezeichnet in einen durchdachten Waldgarten verwandeln könnte, begann ich mich näher mit
dem Thema auseinanderzusetzen.

Die Vorteile lagen klar auf der Hand! Mangels Brunnen kam uns die zu erwartende Senkung des Wasserverbrauchs sehr gelegen. Uns stand zwar ein Tankwagen aus einer befreundeten Gärtnerei zur Verfügung, doch war das Befüllen, Herumfahren und anschließende Gießen sehr zeitintensiv, was mich zum Nächsten Bonus dieser „Landwirtschaftsform“ bringt – der Zeitersparnis. Coronabedingt, fielen uns scharenweise die Helfer aus. Was sonst zwanzig fleißige Hände stemmten, blieb an einer sehr überschaubaren Personenzahl hängen. Vorzucht, mulchen, pflanzen, hacken, pikieren, Saatgutgewinnung, Baumschnitt plus die Tierversorgung wurde schnell zu viel. Auch mit Blick auf die sich verändernden Umweltbedingungen, den ständigen Wassermangel im Sommer und Schlammschlachten im Winter, erkannten wir den Waldgarten als zukunftsfähige Gartenvariante für die CityFarm und legten mit
Feuereifer los.

Die Erfahrungen und Lehren als ich verzweifelt am Klemmbrett hänge und versuche Mutter Natur maßstabsgetreu auf Papier zu bringen, lesen Sie im nächsten Teil unserer Waldgartenreihe.
Hier noch ein kleiner Verweis auf unsere Spendenaktion für Bäume: https://www.mehrgeben.de/project/boden-braucht-baeume-obstgehoelze-fuer-die-zukunft/
Schöne sonnige Tage
eure CityFarmer

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Unser mini Waldgarten Teil 2

Genug der Lebensweisheiten, jetzt geht es ans Eingemachte. Wie strukturiert man eigentlich eine Neuanlage? Zweidimensional betrachtet am besten in mehrere grobe Zonen, die SIE nach Ihren Bedürfnissen festlegen. Fließende Übergänge sind durchaus wünschenswert und abhängig vom Platz.

Am Beispiel eines befreundeten Gartenprojekts mit Waldgartencharakter haben wir eine „Menschenzone“ mit Grillplatz, Tisch und Lagerhütte, die arbeitsreichere „Intensivzone“ als Waldgarten, eine „Ruhezone“ mit kleiner Baumschule, Teich und Hängematten und natürlich den „Tierbereich“ mit Gehege und angeschlossenem Kompost.

Auch Kl171150938_293265089053979_2761951174163809678_neinvieh macht Mist. Je nachdem ob Sie Tiere halten wollen, trennen sie den dafür vorgesehen Bereich konsequent ab. Die wenigsten Nutztiere verschonen Salat, Kohl und Winterzwiebeln.
Das Gehege lässt sich aber trotzdem zu beiderseitigem Nutzen bepflanzen. Sträucher, Bäume und Futterpflanzen sind gern gesehene Unterstände.
Hühner beispielsweise lieben Bereiche in denen sie sich verstecken können. Fallobst wird vom Federvieh restlos verwertet und für eine gute Belüftung des Komposts ist durch die Scharrtätigkeit gesorgt.
Vergessen Sie trotzdem nicht einen absperrbaren Durchgang für Ihre besten Helfer im Garten zu schaffen.

Kontrollierte Pflegearbeiten durch die Arbeitskraft der Tiere erleichtern Ihnen massiv die Instandhaltung der Krautschicht und halten so manchen Schädling im Zaum!

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3. Zur Klarstellung:

Mit so mancher Pflanzung werden Sie scheitern! Das Zusammenspiel aus Bodenqualität, Vegetationsdichte, Niederschlägen, Windrichtung, Temperatur und Sonnenverlauf wird Ihnen (genauso wie mir) noch so manche Lektion erteilen, selbst wenn Sie sich vorab eingehend informiert haben.
Seien Sie unbesorgt! Durch die breite Basis auf der ein Waldgarten steht, werden Ernteausfälle mithilfe anderer
Kulturen kompensiert.

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Die Milpa wächst uns über den Kopf!

Ein anschauliches Beispiel dafür bietet der Sommer 2021:  mehr Regen als Trockenheit, kühle Nächte und wenig Sonnenschein.
Diese Wetterkapriolen brachten einen Braunfäule bedingten Totalausfall bei Kartoffeln sowie Tomaten mit sich und einen massiven Einbruch bei der Honigernte.
Dafür erglänzten die Bohnen in all ihrer Pracht, mit nie dagewesenem Ernteertrag.
Bis Mitte Dezember reiften die letzten Himbeeren ab und die Weiden der Schafe waren so üppig bewachsen, dass Adipositas bei unseren Wolltieren zu einem Problem wurde.
Kurz gesagt: das Ziel ist Resilienz (dynamische Stabilitätseigenschaft).
Um dorthin zu gelangen gibt es einige Faustregeln, die helfen eine langfristige Stabilität des Waldgarten-Ökosystems zu erreichen:

 

Ausrichtung beachten:

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Sonnenstandsanzeiger

Grundsätzlich ist es sinnvoll, wärmeliebende Pflanzen gen Süden zu pflanzen und auf der Nordseite höher wachsende Sträucher anzubauen.
Gute Erfahrungen haben wir mit Pyramiden- oder Treppenformen sammeln können.

Wärmefänge aus Steinen, Terrassen und Senken gestalten ein wärmeres Mikroklima, in denen selbst in Deutschland Pfirsiche gedeihen können.

 

Nährstoffdefizite nutzen:

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Salbei liebt mageren Kies

Verabschieden Sie sich von jedweder Kunstdüngermentalität. Essbare Leguminosen wie Bohnen oder Erbsen helfen den Boden ausreichend mit Stickstoff anzureichern. Eine Schaufel Kompost genügt oft als Starthilfe in ein gesundes Pflanzenleben.

Bitte beachten Sie: Viel hilft viel! Ist schlichtweg falsch! Oftmals ist Nährstoffarmut durchaus gewollt! So haben beispielsweise zahlreiche Kräuter Probleme mit närstoffreichem Boden. Manche Pflanzen „schießen“ bei zu vielen Nähstoffen ins Kraut oder werden unglaublich anfällig für Blattläuse. Auch Kalk führt in manchen
Fällen zur Ausschwemmung von Nährstoffen und schadet mehr als es hilft, da der PH-Wert Richtung basischen Bereich angehoben wird. Die meisten Pflanzen bevorzugen einen neutralen PH-Wert von 6,5 bis 7,5. Es sei denn sie wollen einen Kalkmagerrasen vorbereiten, dann gilt: „Kalk macht reiche Väter und arme Söhne!“

 

Vegetationsdichte im Auge behalten

Bereits bei dIMG_20210815_161804er Planung sollte über Pflanzabstände nachgedacht werden. Zu eng gesetzte Pflanzen nehmen sich später gegenseitig Licht und Nährstoffe weg und gelangen kaum zur vollen Prachtentfaltung. Daher empfiehlt es sich, regelmäßig die Pflanzendichte zu kontrollieren und gegebenenfalls auszudünnen. Der gezielte Einsatz von eng gesetzten Bodendeckern hingegen, kann das Aufkommen
unerwünschter Beikräuter reduzieren.

 

Das Bodenleben (Edaphon)

Betrachtet 22102016132man den Boden als lebendigen Organismus, klingt es logisch, dass man ihn auch füttern muss. Neben vielen anderen Organismen sind Springschwänze, Asseln, Schleimpilze und Nematoden Teil dieses Systems.

Gerade die unabdingbaren Regenwürmer benötigen eine durchgängige Futterversorgung.
Dafür durchlüften die Blindgänger kostenlos den Untergrund und reichern ihn mit pflanzenverfügbaren Nährstoffen an.

Eine Mulchschicht aus Laub oder Rasenschnitt füttert nicht nur das Bodenleben, es verhindert zudem das Austrocknen der Erde und unterdrückt (bis sich die Bodendecker etabliert haben) den schlimmsten Unkrautdruck.

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Pflanzenfreunde

PflanzeIMG_20220330_084205n wechselwirken mit anderen Pflanzen und reagieren unterschiedlich auf sich verändernde Umweltfaktoren.

Achten Sie auf Gute Nachbarn und Schlechte Nachbarn. Nutzen Sie ähnliche Ansprüche an Licht und Boden bei Ihrer
Pflanzenauswahl.

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Klimawandel im Auge behalten

In die Zukunft denken! Der Klimawandel geht uns alle an, ganz besonders im eigenen Garten. Die besten wissenschaftlichen Prognosen rund um Klimaforschung sind für die Tonne, ignoriert man diese bei der Pflanzenauswahl. Die langfristigen Veränderung der Umweltbedienungen spielen für die Planung unseres enkeltauglichen Gartens“ eine wichtige Rolle.

Achtung! Das Fazit gilt nur für Süddeutschland!:IMG_20210828_104247
– Wärmere Temperaturen im Winter

– Deutliche Zunahme der Niederschläge im Winter

– Kaum Niederschlagsveränderungen in der Menge aber mehr Starkregenereignisse im Sommer, was weniger pflanzenverfügbares Wasser bedeutet

-Deutlich mehr heiße Tage!

– Mehr Tropennächte im Sommer weniger Frosttage im Winter und frühere
(letzte) Frosttage im Frühling

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Ostergeschenk für die CityFarm? Hier unser Spendenaufruf:
Obstbäume spenden Bienen Futter, sind eine Zukunftsinvestition für unsere Kinder, Freunde fürs Leben und bieten hochkarätigen Lebensraum! Bitte helft uns alte Sorten vor dem Aussterben zu bewahren! Die Stadtsparkasse Ausgburg hat es vorgemacht und 1500 Euro gespendet!

Download
Ein kleiner Anreiz: Wer spendet und dies uns mitteilt, bekommt ein Beerenstrauch geschenkt! Blau-, Stachel-, Johannis- Kamtschatka-, oder Josta Beeren stehen zur Auswahl!

Frohe Ostern und tausend Dank für eure Unterstützung!
Eure CityFarmer

Unser mini Waldgarten, Teil 1

„Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel!“

Charles Darwin

Geschichte

Bitte denken Sie an einen typischen Wald! Was sehen Sie vor Ihrem inneren Auge? Ein Idyll aus hoch aufragendem Grün, das Flüstern des Laubes, ein geheimnisvolles Knacken im Unterholz, zwitschernde Vögel, der frische Geruch nach Moos gemischt, mit dem Duft lebendiger Urtümlichkeit aus Pilz und modrigem Laub. Ein funktionierendes Ökosystem.

Ich sehe von hohen Baumkronen überspannte, abgesägte, in Verwesung befindliche Baumstümpfe neben eingefahrenen Forstwegen mit kleinen Regenpfützen. Oft wimmeln sie vor Zuckmückenlarven.
Alternativ? Monokulturen aus düsteren Nadelholzstangen, dicht an dicht.

Doch gerade entwickelt sich (in mir) ein neues Verständnis von „Wald“, einen sehr altes Verständnis: Bereits 1819 schrieb Heinrich Cotta in seinem Werk „Baumfeldwirthschaft“ von essbaren Feldfrüchten, Holzproduktion in Kombination mit extensiver Viehhaltung in waldartigen Gärten. Er versprach sich schon damals eine bessere Grundversorgung der Bevölkerung. Zum einen wegen der langfristigeren Stabilität der Ernteerträge, zum anderen wegen des verhältnismäßig geringen Pflegeaufwandes.

Religionshistorisch kann aber noch weiter in die Vergangenheit zurück geblickt werden, denn bereits in der Bibel steht das Paradies (Altiranisch: pairi daēza) für einen eingezäunten Baumgarten (Teichert.Wolfgang, Gärten: Paradiesische Kulturen, Stuttgart 1986, S. 10 f.).

Nun stellt sich die Frage: Wenn dieses Ackerbau-Prinzip (hypothetisch) einfach anzuwenden, leicht zu pflegen und ertragreich sei, warum ist es nicht längst zur gängigen Praxis geworden? Die Antwort ist erschreckend. Haben Sie schon mal etwas von der „Bodenreinertragslehre“ gehört?

 

Vor den ausufernden Recherchen zum Thema „Zukunftsgärten“ war mir dieses Prinzip auch kein Begriff. Es klang in meinen Ohren wie eine Wortneuschöpfung der Nationalsozialisten. Doch ist die Bodenreinertragslehre Jahrhunderte älter. Es bezeichnet das im 17 Jahrhundert von Adeligen und Industriellen entwickelte Verständnis von Wald als Kapitalanlage. Rentabilität und Konkurrenzfähigkeit waren oberstes Gebot. Da hatten Mispeln, Wein, Johannisbeeren und Huteschweine keinen Platz.

Mit den Jahren ging diese Denkweise ins kollektive Verständnis ganzer Nationen über und spiegelt sich noch heute in so genannten Stangenwäldern wieder, Monokulturen in Reih und Glied. Den Gipfel besagter Entwicklung liefert die Uno-Einrichtung FAO (Food and Agriculture Organization). Ein forstwirtschaftlich nutzbarer „Wald“ beginnt für sie schon bei 10 Prozent Kronenüberdachung. Das Vorhandensein von Bäumen sowie ein Fehlen anderer vorherrschender Nutzungsformen genügt als Definition für einen Wald.

 

 

Was sind also die Vorteile eines Waldgartens?
– höhere Flächenerträgeimg_20220315_132741
– Ressourcen und Arbeitskraft schonendes Wirtschaften
– positive Co2 Bilanz
– langfristig stabile Systeme
– leicht umzusetzende, artgerechte Tierhaltung in einem …
– … „natürlichem“ Nährstoffkreislauf
– ästhetisch ansprechend
– gesunde, abwechslungsreiche Nahrung

 

Doch wie fängt man an, sich an das Thema Waldgarten heranzutasten?
Zunächst mit einem grundsätzlichen Umdenken! Wir kontrollieren nicht die Natur sondern entfesseln ihr Potenzial! Begriffe wie Schädlinge, Unkraut und Pflanzenkrankheiten werden über kurz oder lang ihre Bedeutung ändern und nicht mehr zu kleingärtnerischen Ausrottungsanfällen führen. Denn gelingt die Übertragung des Systems „Wald“ in den Garten, etablieren sich selbstregulierende Stoffkreisläufe, in die nur minimal eingegriffen werden muss und sollte. Meist weiß sich „die Natur“ in einer Schädlings-Nützlings-Schaukel besser zu helfen als ein Mensch es mit der Spritzdüse je könnte.

Durch die vielen Nahrungsnetze und komplexe Wechselbeziehungen aus Pflanzen-Tieren-Pilzen-Bakterien (Biozönosen), fehlt dem Gärtner sowieso zwangsläufig der Überblick. Bereits die im Boden (meist unsichtbaren) Vorgänge an denen Quadrillionen Kleinstlebewesen beteiligt sind, übersteigen zumindest mein Begriffsvermögen. Verabschieden wir uns also von dem Gedanken die Kontrolle zu besitzen. Nicht umsonst haben ganze Generationen von Wissenschaftlern, Förstern und Spezialisten versucht, dieses Zusammenspiel umfassend zu analysieren und verstehen und sind (meist jeder für sich im Einzelnen) gescheitert. Das soll uns aber nicht davon abhalten, jenes über Jahrhunderte der Naturbeobachtung und Forschung angesammelte Wissen zu sichten und anzuwenden. Hierbei gilt es aus den Erkenntnissen und Fehlern ANDERER zu lernen.


Ungenügende Wasserversorgunghdr
Neupflanzungen benötigen in der Anfangszeit regelmäßig Wasser, sehr viel Wasser. Vorab klären ob Regenwasser aufgefangen werden kann, oder ein Tankwagen/Brunnen etc. vorhanden ist. Nach zwei bis drei Jahren ist keine Bewässerung mehr nötig.

 

 

 

 

Ungeduld

IMG_20220303_181752Baum gepflanzt und opulenter Obstertrag? Fehlanzeige! Fünf lange Jahre dauert es von der Pflanzung eines einjährigen Hochstamm-Obstbaumes bis zur ersten Frucht. Denken sie langfristig und üben Sie sich in Geduld, es rentiert sich! Frei nach Konfuzius: „Ist man in den kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen Vorhaben zum Scheitern!“



 

 

FIMG_20210727_150749ehlende Vielfalt

Seien Sie mutig bei der Auswahl Ihrer Pflanzen und Tiere. Warum nicht eine alte, unbekannte, vielleicht vom Aussterben bedrohte Sorte oder sogar eine gewagte Neuzüchtung? Warum nicht zu „Exotischem“ wie Maronen, Gochi oder Mispeln greifen? Eine breite Vielfalt birgt das größte Potenzial für eine ertragreiche Ernte und einen gesunden Waldgarten.

 

 




Fehlendes Konservierungs-Know-How

PlötIMG_20210725_193449zlich stapeln sich 20 Kilo Mairübchen, zwei Pfund Pflaumen, drei Eimer Johannisbeeren und eine Bataillon Kürbisse im Keller. Stellt sich die Frage: Was damit machen? Binnen kürzester Zeit werden bei Raumtemperatur viele der reifen Früchte verderben. Wie also konservieren? Setzen Sie sich rechtzeitig mit Dörren, Fermentieren, Einwecken, Einmieten und ja, auch Kompostieren auseinander. Fragen sie auch mal ihre Oma oder ihre Tante. Oft schlummert dort verstecktes Konservierungs-Wissen.

 

 

 

Die One-Man-Show

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Viele Hände, schnelles Ende!

Alles ohne Hilfe schaffen zu wollen, hat seine Tücken. Nicht umsonst heißt es: Viele Hände schnelles Ende! Manchmal fühlt sich für mich einsames Gärtnern an wie alleine eine Ikea Schrankwand aufzubauen. Ohne dritte Hand wird es schwierig, außerdem werkelt es sich in Gesellschaft angenehmer. Obstbauvereine, Freunde, oder Nachbarn sind dankbare Abnehmer für Überschüsse und packen zumeist gerne mit an. Selbst die Jüngsten haben sichtlich ihre helle Freude daran zu helfen, mit schönen Kindheitserinnerungen an heimliche Himbeer-Nasch-Aktionen inklusive.

 

 

 

 

2.6. Paukenschlagaktionismus

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Aussähen, pikieren, viele Male gießen, Boden Vorbereitung, rauspflanzen, ausgeizen, hacken und… ernten!

Die meisten Tätigkeiten in einem Waldgarten sind kleinteilig, sich wiederholend und lassen sich kaum in Gewaltaktionen bewältigen. Denken Sie wie ein Eichhörnchen. In vielen kleinen Schritten kommen Sie ihrem Ziel oft schneller näher.

 

 

 

 

Dies war Teil Eins unserer Waldgartenreihe. Wir freuen uns sehr, dass Sie bisher hierher durchgehalten haben. Nun haben wir noch ein kleines Anliegen:
Der CityFarm fehlt mit den Hochstämmen zur großflächigen Beschattung ein wichtiges Kernelement eines Waldgartens. (siehe handgezeichneten Grafik am Schluss) Diese Bäume bieten weiträumigen Halbschatten, der die Wasserverdunstung minimiert und die Gemüsekulturen vor intensiver Sonneneinstrahlung schützt. In der Anschaffung, gerade wenn auf erhaltenswerte und vom Aussterben bedrohte Obstsorten gesetzt wird, sind Hochstammbäume unbezahlbar. Trotzdem versuchen wir unser Bestes um dieses Kulturgut zu erhalten. Wenn ihr uns helfen wollt, würden wir uns hier über eine kleine Spende sehr freuen:

https://www.mehrgeben.de/project/boden-braucht-baeume-obstgehoelze-fuer-die-zukunft/

Viele liebe Grüße eure CityFarmer

 

 

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Saatgutbörsen abgesagt

Japanische Trüffel Orange

Liebe Tomatenfreunde,

leider setzten sich die wegen Corona ausfallenden Veranstaltungen fort.

Sowohl die Saatgutbörse der Stadt Augsburg am kommenden Samstag (19.02.2022), als auch unsere eigene Saatgutbörse am 26.02.2022 sind abgesagt.

Statt dessen werden am 19.02.2022 im Botanischen Garten Saatgutkisten aufgestellt, wo sich Besucher gegen Spende ein paar Tütchen mitnehmen können. Auch von uns wird eine kleine Auswahl dabei sein!

Damit Ihr alle trotzdem an Eure Saaten kommt, werden wir die Saatgutverteilung wieder online organisieren.
Dafür schaut Ihr
HIER unter dem Reiter „alte und seltene Nutzpflanzensorten“.

Drachentränen

Spätestens am 26.02.2022 werden alle Listen unseres Angebotes online sein. Darunter z.B. Bohnen, Kürbisse, Blattgemüse, …

Wenn Ihr Euch etwas ausgesucht habt, schreibt einfach eine EMail mit Euren Wünschen an uns: cityfarmaugsburg@gmx.de

Bitte bedenkt, dass wir das alles rein ehrenamtlich machen!
Aus diesem Grund werden die Bestellungen gesammelt und nur 1x die Woche versendet. Es kann also ein paar Tage dauern, bis Ihr Euer Saatgut in den Händen haltet.

 

Veranstaltungstipp

Für alle, die den Frühling und das Gesumsel und Gebrumsel in unseren Gärten nicht mehr erwarten können, hat unsere Freundin Tine Klink (Insektenrangerin der Umweltstation Augsburg.) ein spannendes Online-Angebot.

Kennt ihr schon die Insektenrangerin der Umweltstation? Sie kommt zu euch in eure Gärten oder auf eure Balkone und berät euch, wie ihr diese insektenfreundlich anlegen könnt. Auch auf der kleinsten Fläche kann man was für Insekten tun, Inspiration könnt ihr euch beim kostenlosen online-Vortrag holen. 

Die Online-Veranstaltung findet per Zoom statt.
Bitte melden Sie sich bis zum 22.02.22 unter t.klink@us-augsburg.de an, einen Tag vor der Veranstaltung erhalten Sie dann den Link.


Weitere Infos im Link:

Balkon und Garten insektenfreundlich gestalten

Kleine Ballade von Sumpf und Sand

Liebe Cityfarmfreunde,

lange habt Ihr von uns nichts mehr gehört. Die City-Farm-Mühlen stehen aber beileibe nicht still.
Bedingt durch die aufregenden Zeiten in denen wir leben, verändert sich der gesamte Alltag auf unserem ehrenamtlich betriebenen Minibauernhof.

Die fehlenden gemeinsamen Arbeitseinsätze erfordern ein grundsätzliches Umdenken: Von einem gut funktionierenden „Paukenschlagaktionismus“ mit vielen Helfern wechselten wir notgedrungen in einen „Eichhörnchenmodus“ bei dem Einzelne in vielen kleinen Schritten die notwendige Arbeiten voranbringen.
Sowohl für das Miteinander unserer Ehrenamtlichen (viele kennen sich wegen der Kontaktreduzierung nicht einmal mehr persönlich) als auch für große Projekte wie der Neubau des Schafstalls ist Social Distance reines Gift.
Auch Kleinstlandwirten mit “nur“ zwei Duzend Schafen und einer Handvoll Hühner ringen die coronalen Umstände einiges an Spontanität, Erfindungsreichtum und Geduld ab. 
Auch weiterhin bitten wir dringend darum, von spontanen Besuchen abzusehen und bitte erst nachzufragen, ob ein Besuch möglich ist.

Kompost für den Schulgarten der Didaktik der Biologie an der Uni Augsburg.

Ein gutes Beispiel (mit glimpflichem Ausgang) ist hierfür ein Spontanbesuch eines Kaffekränzchens während einer Kompostaktion mit Studenten der Universität Augsburg. Dank einer langjährigen Kooperation mit der Didaktik Biologie hatten wir die Ehre den Lehrschulgarten mit frischem Dünger zu versorgen. 5,8 Kubikmeter gut verrotteten Dungs.
Glücklicherweise waren helfende Hände vor Ort, von denen aber jede einzelne dringend gebraucht wurde. Die Menschenobergrenze war (zumindest nach meinem Empfinden) erreicht.
Plötzlich steht eine Gruppe Rentnerinnen vor der Türe, die extra den „langen und beschwerlichen Weg“ auf sich genommen hatten, um uns zu besuchen. Umsonst!
Mit einem kurzen Vorab-Anruf wäre die Angelegenheit erklärt gewesen. Die sogar schon geboosterten Seniorinnen hätten ihre Impfnachweise mitgebracht und dank eines klaren Termins die Farm exklusiv besuchen dürfen.
So blieb mir nichts anderes übrig als die Damen „den langen und beschwerlichen Weg“ zurückzuschicken und mich dafür zu entschuldigen, dass heute das Gelände nicht betreten werden darf. „Metzgersfahrt statt Kaffefahrt“, wie eine der humorigen Mitsiebziger schalkhaft meinte.
Wenige Tage später staksten die Damen glücklich und mit passendem Schuhwerk ausgestattet durch den Hühnerstall.

Wir wollen uns nicht beschweren, denn trotz ausgefallenen Märkten, geplatzten Veranstaltungen und Einlasskontrollen kommt die Farm einigermaßen über die Runden. Das verdanken wir unseren Paten und großzügigen Spendern.
Ein herzliches „Vergelts Gott“ an alle Unterstützer! Ihr seid KLASSE!
Für den Advent 2021 hatten die Farmer einhellig beschlossen keine Weihnachtsspendenaktion zu starten. Wir dachten uns: „Wer hat vor Weihnachten nicht schon genug um die Ohren?“ Man beweist ja nicht nur in der staden Zeit ein großes Herz durch die Unterstützung sozialer Projekte.
Anderen helfend unter die Arme zu greifen, sei es mit Tatkraft, einer Packung Schrauben oder einer kleinen finanziellen Zuwendung kommt das ganze Jahr gut an. Gerade die unerwarteten Gaben bescheren (zumindest mir) die größten Glücksmomente….

Das Mäh-mal Team.

Statt dessen bewarben wir uns bei onefortheplanet.de um eine Förderung unseres innerstädtischen Beweidungsprojektes „Mäh-mal“. Jeden Monat werden dort 3 Projekte vorgestellt, von denen eines die Förderung erhält. Über eine Abstimmung wird der Gewinner ermittelt. Im Dezember war es soweit, wir kamen in die Endrunde und mit Spannung erwarteten wir das Ergebnis. 
Unsere wolligen Rasenmäher konnten mit 402 Stimmen den Sieg erringen! 
Wir freuen uns sehr darüber und sagen TAUSEND DANK! 
Mit dem Geld können wir unsere Zaunanlage mit einem Solarmodul aufrüsten, was und das leidlichen hin und her schleppen der schweren Batterie erspart.
Zudem kaufen wir neue Zäune, denn nach 2-3 Jahren ist ein Weidezaun in seiner elektrischen Leitfähigkeit eingeschränkt. Durch den dauerhaften Einsatz auf der Weide nagt der Zahn des Wetters an den Drähten.
Hier könnt Ihr noch mehr dazu erfahren –> https://onefortheplanet.de/projektvorstellung-cityfarm-augsburg/

Apropos Glücksmoment: Wer einen Bioweihnachtsbaum gekauft hat, darf den gerne bei uns „entsorgen“. Die Schafe lieben es die harzig schmeckenden Triebspitzen und Lametta freien Ästchen abzuknabbern.
Warum Lametta frei? Unsere Wollbande sind Wiederkäuer und die unverdaulichen Zinkverbindungen sind giftig. Wobei der Gedanke durchaus amüsant ist, würden unsere Rasenmäääher auf einmal glitzerndes Konfetti pupsen.
Optische Abwechslung für den Bauern. Dann würden sich bei Starkregen die aufschwimmenden Böllerchen auch besser vom Untergrund absetzen.
Zur Erklärung:  Wer in letzter Zeit bei uns vorbei geschaut hat, mag die Pfützen, die eher kleinen Seen ähneln aufgefallen sein.
Durch die Verwandlung der Winterweide in ein (noch halbfertiges) Biotop ertrinken wir gerade im Schlamm durch das oberflächlich abfließende Wasser. Im Verlauf diesen Jahres wanderten deswegen zur Bekämpfung des Sumpfes sage und schreibe 20 Tonnen Sand auf Wege, Stellplätze und Weiden.
Schubkarre für Schubkarre zur Entmatschung glitt so manche Schweißperle durch den schwammigen Untergrund und verlor sich in der braun-grauen Pampe der CityFarm.

Keule mag auch keinen Schnee.

Die wässrigen Bedingungen scheinen allerdings uns Menschen mehr zu stören als unsere Tiere.
Alle außer Keule, unser Wüstenhund aus Afrika, mit dem Alias „Sandling“. Der stakst mit angewidert verzogener Schnute durch den knöcheltiefen Schlamm und nutzt jede trockene Insel zum Verweilen. 
Wasser in jeglichem Aggregatzustand begeistert ihn wenig.
Keules Lieblingswetter? Hochsommer mit 30 Grad und Trockenheit. 

Mittlerweile bemühe ich mich darum der ausufernden Sumpflandschaft durch mit Steinen gefüllte Drainagelöcher Herr zu werden, leider nur mit mäßigem Erfolg. Wer dahingehend gute Ideen oder Erfahrungen hat darf diese uns gerne mitteilen! Nur zur Vorwarnung: Allzutief graben haut leider nicht hin, da sich eine undurchdringliche, stark verdichtete Bauschuttschicht unter unserem Schaf-Winter-Domizil befindet, zumindest bei den bisher gebuddelten Drainagen.

Zu guter Letzt: Eine Freudennachricht! Der CityFarm ist ein weiterer Strike im Kampf um den Erhalt unserer heimischen Tierwelt gelungen.
Als Träger der „UnDekade biologische Vielfalt“-Auszeichnung der Vereinten Nationen können wir stolz verkünden, dass sich eine weitere seltene, „unübersehbare“ Art angesiedelt hat. Unübersehbar, deshalb, weil diese Lumpen die Wände meiner Bienenhütte als löchriges Nudelsieb hinterlassen und sich auch gerne mal in bewohnten Bienenkästen einnisten. Sehr verstörend bei der Varroa Winterbehandlung, wenn dem Herren Imker das aufgeschreckte Tier plötzlich mit weit aufgerissenen Augen aus dem Bienenstock heraus panisch angafft.
Keine Angst! Dem Kleinen ist nichts geschehen, da er für einen Umzug in ein flauschiges Domizil durchaus zu haben war. Der beinahe Vegetarier, der eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Eichhörnchen hat, verbringt seine siebenmonatige Winterruhe nun einmal in Vogelkästen, Baumhöhlen und eben Bienenbehausungen. Biene und Bilch leben anscheinend in Harmonie.
Willkommen auf der Cityfarm Augsburg kleine Siebenschläfer!

Danke an Tobias für das tolle Bild!

Tomatenglück und Lämmersegen

Liebe CityFarm-Freunde,

keiner hat damit gerechnet aber der August schenkt uns tatsächlich 2 Wochen Sommer! Besser 2 Wochen Sommer, als gar kein Sommer. Dieses Jahr müssen wir ja froh sein, die Sonne überhaupt begrüßen zu dürfen.

Freude bereitet das aktuelle Wetter nicht nur uns, sondern auch den Tomaten im Gewächshaus.
Aber was für ein bescheidenes Tomatenjahr!
Schon im Juli hat die Braunfäule alle unsere Pflanzen im ungeschützten Freiland dahingerafft. Sogar braunfäuleresistente Sorten hatten keine Chance gegen die Übermacht des Pilzes.

An dieser Stelle möchte ich einen Irrtum aufklären. Braunfäuleresistenz bei Tomaten bedeutet nicht, dass die Pflanzen die Erkrankung nicht bekommen können. Sie halten nur länger durch, als andere Sorten und wachsen in guten Sommern den Sporen einfach davon.
Wird der Pilzdruck aber zu hoch, wie in diesem Jahr, haben auch sie kaum eine Chance.

Vintage Wine

Nur im Gewächshaus gedeihen die Stauden noch gut und haben nur wenig Pilzbefallprobleme. Die Ausbeute an Früchten ist zwar nicht so hoch wie die letzten Jahre aber ganz in Ordnung. Es fehlte bisher eben die Sonne, was die Früchte mit fehlender Süße und flacherem Aroma quittierten.
Trotzdem sagen wir: jede Tomate zählt und nehmen Samen aus jeder Beere (ja Tomaten zählen zu den Beeren), die der Sorte entsprechend ist. In besseren Tomatenjahren wird sich auch das Aroma auch wieder besser entwickeln.

Momentan bekommen wir sehr viele Anfragen zu unseren Tomatensorten, nachdem am Montag auf Querbeet im BR ein Bericht über uns lief. Darin stellen wir unsere Lieblingssorten des Jahres vor und freuen uns, dass es so viele Tomatenfreunde gibt, die den Beitrag gesehen haben. Danke Euch für das viele Lob!
Sendung verpasst? Hier geht es zur Mediathek:

Lucky Tiger

https://www.br.de/br-fernsehen/programmkalender/ausstrahlung-2601046.html

Aber auch einige scheinbar verärgerte Gartenfreunde sind unter den EMail-Schreiblingen, die entrüstet fragen, wieso wir Freilandtomaten präsentieren können, wo das Jahr doch ganz und gar kein Tomatenjahr ist.
Solche Anfragen sind schon etwas verstörend, muss ich sagen. Man kann auch freundlich nachfragen.
Das sind aber zum Glück nur Ausnahmen, denn 99% der Tomatenfreunde sind sehr nett und sympatisch!

Allerdings liebe Freunde lasst Euch sagen: der Beitrag wurde vor 2 Jahren gedreht! Da war noch keine Rede von Corona (es trägt auch niemand Maske im Film) oder einem miesen Sommer. 2019 war ein hervorragendes Tomatenjahr mit wenig Braunfäule oder anderen Pflanzenkrankheiten. Deshalb konnten wie da Freilandtomaten präsentieren!

Unsere Eierkolletion 2021

Leider sind jedoch einige der Sorten nicht mehr verfügbar, wie z.B. Sprite. Diese hätten wie dieses Jahr im Nachbau gehabt. Was passiert ist, muss ich wohl nicht noch einmal erläutern.

Weiterhin bekommen wir zahlreiche Anfragen, wann man uns auf der Farm besuchen kommen kann.
Leider ist dies aktuell aufgrund der hohen Arbeitsbelastung einfach nicht möglich.

Zudem arbeiten wir alle ganz normal, was den Zeitrahmen für die Farm selbst nochmal weiter eingrenzt. Das tut uns sehr leid aber es geht nicht anders.

Jedoch könnt Ihr uns gerne am 19.9.2021 im Botanischen Garten besuchen. An diesem Tag findet von 10-17 Uhr der Regionalvermarktertag statt, auf dem wir wie immer mit unserem Woll- und Tomatenstand vertreten sind.
Dabei haben wir natürlich unsere neuen Sorten von 2021! So z.B. Utenok, Candy Sweet Icicle, Shadow Boxing, Vintage Wine, Lucky Tiger, Goldene Königin,…

Aber nun genug der Tomaten und zu anderen süßen Dingen: Lämmchen!

Charchar und Spot

Dieses Jahr hatten wir einen richtigen Lämmersegen, der alle Herzen hat dahinschmelzen lassen. Allerdings auf eine etwas andere Weise, als erwartet.
Aber beginnen wir von vorn.

Ende letzten Jahres holten Miri und Ildi zwei Schafe aus dem Allgäu: Charchar mit den Schlappohren und die alte Dame Paula. Unerwarteterweise stellte sich Charchar als tragend heraus.
Eines Tages wunderten wir uns, warum das Schaf so komisch läuft. Also eingefangen und untersucht. Unter der langen ,schönen Wolle fanden wir ein prall gefülltes Euer. Zwei Wochen später kam dann die prächtige Dame Spot zur Welt.

Klar kann man ein Lämmchen alleine in der Herde mitlaufen lassen. Da wir aber eine andere Form der Schafhaltung leben und uns das Wohl unserer Tiere sehr am Herzen liegt, musste ein zweites Lämmchen als Spielkamerad her.
So kauften wir in der Nähe von München bei einem Schäfer den kleinen Londo, seine magerne Mama und Homer. Homi war nicht geplant, verzauberte aber mit ihrem lieben Wesen Ildi sofort, sodass wir mit drei statt mit zwei Schafen nach Hause kamen.
Wie erhofft freundeten sich Spot und Londo an und entwuchsen als dicke Kumpels dem Winzligsdasein.

Später setzten sich Benni und Tobias in den Kopf dringend eigene Schafe zu wollen und kauften von einem Bauern zwei Flaschenlämmer.
Määähgan und Määährlin wurden dort von Hand aufgezogen und dadurch dummerweise mehr auf den Menschen, als auf andere Schafe geprägt.
Das war einerseits lustig, da sie sich wie Hunde aufführten aber auf der anderen Seite fehlte Ihnen das schaftypische Verhalten, was früher oder später zu Problemen in der Herde führen kann.
Heute, ein paar Monate später, hat es sich etwas gebessert. Sie laufen jetzt zu 30% bei der Herde mit. Außer Määährlin, der braucht öfters einen Schubser in die richtige Richtung. Es ist also noch ausbaufähig.

Und zu Guterletzt euterte vor ca. einer Woche plötzlich Homer auf. Wir dachten bisher, das liebenswerte Schaf sei einfach nur fett. Nun, sie war fett und tragend.
Wenn sich das Euer füllt und richtig prall wird, dauert es in der Regel noch zwei Wochen, bis die Geburt ansteht. Daher machten wir uns keine Sorgen, denn wir hatten ja noch Zeit. Pustekuchen! Vorgestern kam Homer nicht mit der Herde heim. In großer Sorge, dass etwas Schlimmes passiert sein könnte, liefen wir ins Biotop (die aktuelle Weide).
Schnell entdeckten wir unsere Homer auf einem Sandhügel unter einem Gebüsch. Und neben ihr stand ein propperes Lämmchen mit zuckersüßer Färbung, das uns interessiert beobachtete. Quasi in der Natur geboren, waren wir die ersten Zweibeiner seines Lebens!
Und dann kommt auch noch einer und hebt einen hoch und trägt einen rum, während die Mama panisch mähend den Zweibeiner umkreist!

Aber keine Sorge, die beiden bekamen einen kuscheligen Stall für sich alleine und werden erstmal 3 Tage von der Herde separiert. Das liegt u.a. an Schlitzi, die sehr böse mit neuen Lämmern umgeht und der kleine Mann die ersten Tage in Ruhe die Welt entdecken soll.

Das solls erstmal gewesen sein und wir wünschen Euch wunderbare Spätsommertage!

Vielleicht sieht man sich auf dem Regionalvermarktertag im Botanische Garten.

In der Box rechts oben sehr Ihr unseren weiteren Termine.

Neuster Nachwuchs 1 Tag alt.