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Unser mini Waldgarten Teil 3

Liebe CityFarm Freunde,

nun kommen wir zu einem Kapitel, das mir persönlich sehr am Herzen liegt!
„Wie helfe ich der Artenvielfalt und der Biodiversität in einem jungen Waldgarten auf die Beine?“
Einige Ideen wurden hier für Sie zusammengefasst:

 

IMG_20210805_185113_7Kleinteilige Verwilderung zulassen

Lassen Sie Bereiche die Sie nicht nutzen wollen, die schlecht zugänglich sind oder sowieso versteckt hinter einer Hütte liegen, mit Brennnesseln, Beifuß oder Storchenschnabel zuwachsen. Dort finden spezialisierte, heimische Arten wie Schmetterlinge und Wildbienen einen geeigneten Nistplatz.

 

 

 

IMG_20220425_135507Totes Pflanzenmatzerial

Man glaubt es kaum, doch eine Vielzahl von Insekten bevorzugt totes
Pflanzenmaterial gegenüber wachsendem Grün. Mulm, markhaltige Stängel und abgestorbene Blätter sind nicht nur als Nahrung, sondern auch für die Überwinterung im Ei oder als Larve unabdingbar.

Auch verrottendes Holz in allen Stadien bietet einer Vielzahl Insekten wie Käfern, Asseln und Ameisen einen Lebensraum.  Wo es möglich ist, rate ich Ihnen, so viel wie möglich abgestorbenes Material über den Winter stehen zu lassen und es anschließen gesondert zu sammeln, damit die „Insekten-Babys“ schlüpfen können. Bitte auf keinen Fall verbrennen!

 

HabitatvielfaltIMG_20220425_135714

Sonnenbeschienene Sandstrukturen mit Trockensteinmauern für Eidechsen, die obligatorische Benjeshecke für Igel und Bilche, der eingewachsene Steinhaufen für Hummeln aller Art oder ein simpler Teich für Quaktiere, das sind nur einige Beispiele für unterschiedliche (klein) Lebensräume. Umso mehr dieser Gestaltungselemente sich in Ihrem Garten befinden, umso mehr unterschiedliche Arten werden sich über kurz oder lang bei Ihnen etablieren.

Wenn genügend Platz zur Verfügung steht, legen Sie zur Stabilisierung der Population mehrere Kleinhabitate desselben Typs  an. Ein kleines Beispiel aus unserem Alltag: Im anfangs zentral gelegenen, sehr großen Asthaufen fanden erstaunlicherweise drei Igel ihr Winterquartier. Nach und nach entstanden auf unserem gesamten Grundstück verteilt, zwei mittelgroße Benjeshecken und zusätzliche Totholzbereiche. Binnen eines Jahres überwinterten 9 Igel auf der CityFarm!

 

Nisthilfen

Durch IMG_20220425_135332die Ordnungswut des modernen Gartenfreundes herrscht ein prekärer Mangel an Spechtlöchern, abgebrochenen und ausgefaulten Ästen sowie naturverputzen Ziegelwänden! Oft kann der aufmerksame Beobachter Vögel und Eichhörnchen im gnadenlosen Kampf um geeignete Brutplätze zetern hören. Dem ist Abhilfe zu schaffen. Ob als Heimwerker mit Bastelanleitung oder lieber mit gekauften Nisthilfen, Amsel, Drossel, Fink und Mauerbiene danken Ihnen ihr neues Zuhause durch Anwesenheit. Auch dichte Pflanzenwände entpuppten sich für Heckenbrüter wie den Zaunkönig, als bewundernswert produktive Kinderstube. Bitte achten Sie speziell bei „Insektenhotels“ auf eine saubere Verarbeitung. An Holzsplittern in Bohrungen reißen sich jungfräulichen Bienen die Flügel aus und undichte Dächer bedeuten in der  kalten Jahreszeit den Pilz-Tod der possierlichen Insekten. Kiefernzapfen und
Hohlziegel haben zudem nichts in der Nisthilfe zu suchen!

 

 

Wie anfangen?

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Aus einem Instinkt heraus entwickelte sich der Garten unseres Mitmach-Mini- Bauernhofs zu einem mehr oder weniger strukturierten Sammelsurium aus Kräutern, Sträuchern und Bäumen, der entfernt an einen Waldgarten erinnert. Erst als meine geliebte Ehefrau mich darauf stieß, dass man dieses „Durcheinander“ ausgezeichnet in einen durchdachten Waldgarten verwandeln könnte, begann ich mich näher mit
dem Thema auseinanderzusetzen.

Die Vorteile lagen klar auf der Hand! Mangels Brunnen kam uns die zu erwartende Senkung des Wasserverbrauchs sehr gelegen. Uns stand zwar ein Tankwagen aus einer befreundeten Gärtnerei zur Verfügung, doch war das Befüllen, Herumfahren und anschließende Gießen sehr zeitintensiv, was mich zum Nächsten Bonus dieser „Landwirtschaftsform“ bringt – der Zeitersparnis. Coronabedingt, fielen uns scharenweise die Helfer aus. Was sonst zwanzig fleißige Hände stemmten, blieb an einer sehr überschaubaren Personenzahl hängen. Vorzucht, mulchen, pflanzen, hacken, pikieren, Saatgutgewinnung, Baumschnitt plus die Tierversorgung wurde schnell zu viel. Auch mit Blick auf die sich verändernden Umweltbedingungen, den ständigen Wassermangel im Sommer und Schlammschlachten im Winter, erkannten wir den Waldgarten als zukunftsfähige Gartenvariante für die CityFarm und legten mit
Feuereifer los.

Die Erfahrungen und Lehren als ich verzweifelt am Klemmbrett hänge und versuche Mutter Natur maßstabsgetreu auf Papier zu bringen, lesen Sie im nächsten Teil unserer Waldgartenreihe.
Hier noch ein kleiner Verweis auf unsere Spendenaktion für Bäume: https://www.mehrgeben.de/project/boden-braucht-baeume-obstgehoelze-fuer-die-zukunft/
Schöne sonnige Tage
eure CityFarmer

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Unser mini Waldgarten, Teil 1

„Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel!“

Charles Darwin

Geschichte

Bitte denken Sie an einen typischen Wald! Was sehen Sie vor Ihrem inneren Auge? Ein Idyll aus hoch aufragendem Grün, das Flüstern des Laubes, ein geheimnisvolles Knacken im Unterholz, zwitschernde Vögel, der frische Geruch nach Moos gemischt, mit dem Duft lebendiger Urtümlichkeit aus Pilz und modrigem Laub. Ein funktionierendes Ökosystem.

Ich sehe von hohen Baumkronen überspannte, abgesägte, in Verwesung befindliche Baumstümpfe neben eingefahrenen Forstwegen mit kleinen Regenpfützen. Oft wimmeln sie vor Zuckmückenlarven.
Alternativ? Monokulturen aus düsteren Nadelholzstangen, dicht an dicht.

Doch gerade entwickelt sich (in mir) ein neues Verständnis von „Wald“, einen sehr altes Verständnis: Bereits 1819 schrieb Heinrich Cotta in seinem Werk „Baumfeldwirthschaft“ von essbaren Feldfrüchten, Holzproduktion in Kombination mit extensiver Viehhaltung in waldartigen Gärten. Er versprach sich schon damals eine bessere Grundversorgung der Bevölkerung. Zum einen wegen der langfristigeren Stabilität der Ernteerträge, zum anderen wegen des verhältnismäßig geringen Pflegeaufwandes.

Religionshistorisch kann aber noch weiter in die Vergangenheit zurück geblickt werden, denn bereits in der Bibel steht das Paradies (Altiranisch: pairi daēza) für einen eingezäunten Baumgarten (Teichert.Wolfgang, Gärten: Paradiesische Kulturen, Stuttgart 1986, S. 10 f.).

Nun stellt sich die Frage: Wenn dieses Ackerbau-Prinzip (hypothetisch) einfach anzuwenden, leicht zu pflegen und ertragreich sei, warum ist es nicht längst zur gängigen Praxis geworden? Die Antwort ist erschreckend. Haben Sie schon mal etwas von der „Bodenreinertragslehre“ gehört?

 

Vor den ausufernden Recherchen zum Thema „Zukunftsgärten“ war mir dieses Prinzip auch kein Begriff. Es klang in meinen Ohren wie eine Wortneuschöpfung der Nationalsozialisten. Doch ist die Bodenreinertragslehre Jahrhunderte älter. Es bezeichnet das im 17 Jahrhundert von Adeligen und Industriellen entwickelte Verständnis von Wald als Kapitalanlage. Rentabilität und Konkurrenzfähigkeit waren oberstes Gebot. Da hatten Mispeln, Wein, Johannisbeeren und Huteschweine keinen Platz.

Mit den Jahren ging diese Denkweise ins kollektive Verständnis ganzer Nationen über und spiegelt sich noch heute in so genannten Stangenwäldern wieder, Monokulturen in Reih und Glied. Den Gipfel besagter Entwicklung liefert die Uno-Einrichtung FAO (Food and Agriculture Organization). Ein forstwirtschaftlich nutzbarer „Wald“ beginnt für sie schon bei 10 Prozent Kronenüberdachung. Das Vorhandensein von Bäumen sowie ein Fehlen anderer vorherrschender Nutzungsformen genügt als Definition für einen Wald.

 

 

Was sind also die Vorteile eines Waldgartens?
– höhere Flächenerträgeimg_20220315_132741
– Ressourcen und Arbeitskraft schonendes Wirtschaften
– positive Co2 Bilanz
– langfristig stabile Systeme
– leicht umzusetzende, artgerechte Tierhaltung in einem …
– … „natürlichem“ Nährstoffkreislauf
– ästhetisch ansprechend
– gesunde, abwechslungsreiche Nahrung

 

Doch wie fängt man an, sich an das Thema Waldgarten heranzutasten?
Zunächst mit einem grundsätzlichen Umdenken! Wir kontrollieren nicht die Natur sondern entfesseln ihr Potenzial! Begriffe wie Schädlinge, Unkraut und Pflanzenkrankheiten werden über kurz oder lang ihre Bedeutung ändern und nicht mehr zu kleingärtnerischen Ausrottungsanfällen führen. Denn gelingt die Übertragung des Systems „Wald“ in den Garten, etablieren sich selbstregulierende Stoffkreisläufe, in die nur minimal eingegriffen werden muss und sollte. Meist weiß sich „die Natur“ in einer Schädlings-Nützlings-Schaukel besser zu helfen als ein Mensch es mit der Spritzdüse je könnte.

Durch die vielen Nahrungsnetze und komplexe Wechselbeziehungen aus Pflanzen-Tieren-Pilzen-Bakterien (Biozönosen), fehlt dem Gärtner sowieso zwangsläufig der Überblick. Bereits die im Boden (meist unsichtbaren) Vorgänge an denen Quadrillionen Kleinstlebewesen beteiligt sind, übersteigen zumindest mein Begriffsvermögen. Verabschieden wir uns also von dem Gedanken die Kontrolle zu besitzen. Nicht umsonst haben ganze Generationen von Wissenschaftlern, Förstern und Spezialisten versucht, dieses Zusammenspiel umfassend zu analysieren und verstehen und sind (meist jeder für sich im Einzelnen) gescheitert. Das soll uns aber nicht davon abhalten, jenes über Jahrhunderte der Naturbeobachtung und Forschung angesammelte Wissen zu sichten und anzuwenden. Hierbei gilt es aus den Erkenntnissen und Fehlern ANDERER zu lernen.


Ungenügende Wasserversorgunghdr
Neupflanzungen benötigen in der Anfangszeit regelmäßig Wasser, sehr viel Wasser. Vorab klären ob Regenwasser aufgefangen werden kann, oder ein Tankwagen/Brunnen etc. vorhanden ist. Nach zwei bis drei Jahren ist keine Bewässerung mehr nötig.

 

 

 

 

Ungeduld

IMG_20220303_181752Baum gepflanzt und opulenter Obstertrag? Fehlanzeige! Fünf lange Jahre dauert es von der Pflanzung eines einjährigen Hochstamm-Obstbaumes bis zur ersten Frucht. Denken sie langfristig und üben Sie sich in Geduld, es rentiert sich! Frei nach Konfuzius: „Ist man in den kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen Vorhaben zum Scheitern!“



 

 

FIMG_20210727_150749ehlende Vielfalt

Seien Sie mutig bei der Auswahl Ihrer Pflanzen und Tiere. Warum nicht eine alte, unbekannte, vielleicht vom Aussterben bedrohte Sorte oder sogar eine gewagte Neuzüchtung? Warum nicht zu „Exotischem“ wie Maronen, Gochi oder Mispeln greifen? Eine breite Vielfalt birgt das größte Potenzial für eine ertragreiche Ernte und einen gesunden Waldgarten.

 

 




Fehlendes Konservierungs-Know-How

PlötIMG_20210725_193449zlich stapeln sich 20 Kilo Mairübchen, zwei Pfund Pflaumen, drei Eimer Johannisbeeren und eine Bataillon Kürbisse im Keller. Stellt sich die Frage: Was damit machen? Binnen kürzester Zeit werden bei Raumtemperatur viele der reifen Früchte verderben. Wie also konservieren? Setzen Sie sich rechtzeitig mit Dörren, Fermentieren, Einwecken, Einmieten und ja, auch Kompostieren auseinander. Fragen sie auch mal ihre Oma oder ihre Tante. Oft schlummert dort verstecktes Konservierungs-Wissen.

 

 

 

Die One-Man-Show

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Viele Hände, schnelles Ende!

Alles ohne Hilfe schaffen zu wollen, hat seine Tücken. Nicht umsonst heißt es: Viele Hände schnelles Ende! Manchmal fühlt sich für mich einsames Gärtnern an wie alleine eine Ikea Schrankwand aufzubauen. Ohne dritte Hand wird es schwierig, außerdem werkelt es sich in Gesellschaft angenehmer. Obstbauvereine, Freunde, oder Nachbarn sind dankbare Abnehmer für Überschüsse und packen zumeist gerne mit an. Selbst die Jüngsten haben sichtlich ihre helle Freude daran zu helfen, mit schönen Kindheitserinnerungen an heimliche Himbeer-Nasch-Aktionen inklusive.

 

 

 

 

2.6. Paukenschlagaktionismus

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Aussähen, pikieren, viele Male gießen, Boden Vorbereitung, rauspflanzen, ausgeizen, hacken und… ernten!

Die meisten Tätigkeiten in einem Waldgarten sind kleinteilig, sich wiederholend und lassen sich kaum in Gewaltaktionen bewältigen. Denken Sie wie ein Eichhörnchen. In vielen kleinen Schritten kommen Sie ihrem Ziel oft schneller näher.

 

 

 

 

Dies war Teil Eins unserer Waldgartenreihe. Wir freuen uns sehr, dass Sie bisher hierher durchgehalten haben. Nun haben wir noch ein kleines Anliegen:
Der CityFarm fehlt mit den Hochstämmen zur großflächigen Beschattung ein wichtiges Kernelement eines Waldgartens. (siehe handgezeichneten Grafik am Schluss) Diese Bäume bieten weiträumigen Halbschatten, der die Wasserverdunstung minimiert und die Gemüsekulturen vor intensiver Sonneneinstrahlung schützt. In der Anschaffung, gerade wenn auf erhaltenswerte und vom Aussterben bedrohte Obstsorten gesetzt wird, sind Hochstammbäume unbezahlbar. Trotzdem versuchen wir unser Bestes um dieses Kulturgut zu erhalten. Wenn ihr uns helfen wollt, würden wir uns hier über eine kleine Spende sehr freuen:

https://www.mehrgeben.de/project/boden-braucht-baeume-obstgehoelze-fuer-die-zukunft/

Viele liebe Grüße eure CityFarmer

 

 

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Kleine Ballade von Sumpf und Sand

Liebe Cityfarmfreunde,

lange habt Ihr von uns nichts mehr gehört. Die City-Farm-Mühlen stehen aber beileibe nicht still.
Bedingt durch die aufregenden Zeiten in denen wir leben, verändert sich der gesamte Alltag auf unserem ehrenamtlich betriebenen Minibauernhof.

Die fehlenden gemeinsamen Arbeitseinsätze erfordern ein grundsätzliches Umdenken: Von einem gut funktionierenden „Paukenschlagaktionismus“ mit vielen Helfern wechselten wir notgedrungen in einen „Eichhörnchenmodus“ bei dem Einzelne in vielen kleinen Schritten die notwendige Arbeiten voranbringen.
Sowohl für das Miteinander unserer Ehrenamtlichen (viele kennen sich wegen der Kontaktreduzierung nicht einmal mehr persönlich) als auch für große Projekte wie der Neubau des Schafstalls ist Social Distance reines Gift.
Auch Kleinstlandwirten mit “nur“ zwei Duzend Schafen und einer Handvoll Hühner ringen die coronalen Umstände einiges an Spontanität, Erfindungsreichtum und Geduld ab. 
Auch weiterhin bitten wir dringend darum, von spontanen Besuchen abzusehen und bitte erst nachzufragen, ob ein Besuch möglich ist.

Kompost für den Schulgarten der Didaktik der Biologie an der Uni Augsburg.

Ein gutes Beispiel (mit glimpflichem Ausgang) ist hierfür ein Spontanbesuch eines Kaffekränzchens während einer Kompostaktion mit Studenten der Universität Augsburg. Dank einer langjährigen Kooperation mit der Didaktik Biologie hatten wir die Ehre den Lehrschulgarten mit frischem Dünger zu versorgen. 5,8 Kubikmeter gut verrotteten Dungs.
Glücklicherweise waren helfende Hände vor Ort, von denen aber jede einzelne dringend gebraucht wurde. Die Menschenobergrenze war (zumindest nach meinem Empfinden) erreicht.
Plötzlich steht eine Gruppe Rentnerinnen vor der Türe, die extra den „langen und beschwerlichen Weg“ auf sich genommen hatten, um uns zu besuchen. Umsonst!
Mit einem kurzen Vorab-Anruf wäre die Angelegenheit erklärt gewesen. Die sogar schon geboosterten Seniorinnen hätten ihre Impfnachweise mitgebracht und dank eines klaren Termins die Farm exklusiv besuchen dürfen.
So blieb mir nichts anderes übrig als die Damen „den langen und beschwerlichen Weg“ zurückzuschicken und mich dafür zu entschuldigen, dass heute das Gelände nicht betreten werden darf. „Metzgersfahrt statt Kaffefahrt“, wie eine der humorigen Mitsiebziger schalkhaft meinte.
Wenige Tage später staksten die Damen glücklich und mit passendem Schuhwerk ausgestattet durch den Hühnerstall.

Wir wollen uns nicht beschweren, denn trotz ausgefallenen Märkten, geplatzten Veranstaltungen und Einlasskontrollen kommt die Farm einigermaßen über die Runden. Das verdanken wir unseren Paten und großzügigen Spendern.
Ein herzliches „Vergelts Gott“ an alle Unterstützer! Ihr seid KLASSE!
Für den Advent 2021 hatten die Farmer einhellig beschlossen keine Weihnachtsspendenaktion zu starten. Wir dachten uns: „Wer hat vor Weihnachten nicht schon genug um die Ohren?“ Man beweist ja nicht nur in der staden Zeit ein großes Herz durch die Unterstützung sozialer Projekte.
Anderen helfend unter die Arme zu greifen, sei es mit Tatkraft, einer Packung Schrauben oder einer kleinen finanziellen Zuwendung kommt das ganze Jahr gut an. Gerade die unerwarteten Gaben bescheren (zumindest mir) die größten Glücksmomente….

Das Mäh-mal Team.

Statt dessen bewarben wir uns bei onefortheplanet.de um eine Förderung unseres innerstädtischen Beweidungsprojektes „Mäh-mal“. Jeden Monat werden dort 3 Projekte vorgestellt, von denen eines die Förderung erhält. Über eine Abstimmung wird der Gewinner ermittelt. Im Dezember war es soweit, wir kamen in die Endrunde und mit Spannung erwarteten wir das Ergebnis. 
Unsere wolligen Rasenmäher konnten mit 402 Stimmen den Sieg erringen! 
Wir freuen uns sehr darüber und sagen TAUSEND DANK! 
Mit dem Geld können wir unsere Zaunanlage mit einem Solarmodul aufrüsten, was und das leidlichen hin und her schleppen der schweren Batterie erspart.
Zudem kaufen wir neue Zäune, denn nach 2-3 Jahren ist ein Weidezaun in seiner elektrischen Leitfähigkeit eingeschränkt. Durch den dauerhaften Einsatz auf der Weide nagt der Zahn des Wetters an den Drähten.
Hier könnt Ihr noch mehr dazu erfahren –> https://onefortheplanet.de/projektvorstellung-cityfarm-augsburg/

Apropos Glücksmoment: Wer einen Bioweihnachtsbaum gekauft hat, darf den gerne bei uns „entsorgen“. Die Schafe lieben es die harzig schmeckenden Triebspitzen und Lametta freien Ästchen abzuknabbern.
Warum Lametta frei? Unsere Wollbande sind Wiederkäuer und die unverdaulichen Zinkverbindungen sind giftig. Wobei der Gedanke durchaus amüsant ist, würden unsere Rasenmäääher auf einmal glitzerndes Konfetti pupsen.
Optische Abwechslung für den Bauern. Dann würden sich bei Starkregen die aufschwimmenden Böllerchen auch besser vom Untergrund absetzen.
Zur Erklärung:  Wer in letzter Zeit bei uns vorbei geschaut hat, mag die Pfützen, die eher kleinen Seen ähneln aufgefallen sein.
Durch die Verwandlung der Winterweide in ein (noch halbfertiges) Biotop ertrinken wir gerade im Schlamm durch das oberflächlich abfließende Wasser. Im Verlauf diesen Jahres wanderten deswegen zur Bekämpfung des Sumpfes sage und schreibe 20 Tonnen Sand auf Wege, Stellplätze und Weiden.
Schubkarre für Schubkarre zur Entmatschung glitt so manche Schweißperle durch den schwammigen Untergrund und verlor sich in der braun-grauen Pampe der CityFarm.

Keule mag auch keinen Schnee.

Die wässrigen Bedingungen scheinen allerdings uns Menschen mehr zu stören als unsere Tiere.
Alle außer Keule, unser Wüstenhund aus Afrika, mit dem Alias „Sandling“. Der stakst mit angewidert verzogener Schnute durch den knöcheltiefen Schlamm und nutzt jede trockene Insel zum Verweilen. 
Wasser in jeglichem Aggregatzustand begeistert ihn wenig.
Keules Lieblingswetter? Hochsommer mit 30 Grad und Trockenheit. 

Mittlerweile bemühe ich mich darum der ausufernden Sumpflandschaft durch mit Steinen gefüllte Drainagelöcher Herr zu werden, leider nur mit mäßigem Erfolg. Wer dahingehend gute Ideen oder Erfahrungen hat darf diese uns gerne mitteilen! Nur zur Vorwarnung: Allzutief graben haut leider nicht hin, da sich eine undurchdringliche, stark verdichtete Bauschuttschicht unter unserem Schaf-Winter-Domizil befindet, zumindest bei den bisher gebuddelten Drainagen.

Zu guter Letzt: Eine Freudennachricht! Der CityFarm ist ein weiterer Strike im Kampf um den Erhalt unserer heimischen Tierwelt gelungen.
Als Träger der „UnDekade biologische Vielfalt“-Auszeichnung der Vereinten Nationen können wir stolz verkünden, dass sich eine weitere seltene, „unübersehbare“ Art angesiedelt hat. Unübersehbar, deshalb, weil diese Lumpen die Wände meiner Bienenhütte als löchriges Nudelsieb hinterlassen und sich auch gerne mal in bewohnten Bienenkästen einnisten. Sehr verstörend bei der Varroa Winterbehandlung, wenn dem Herren Imker das aufgeschreckte Tier plötzlich mit weit aufgerissenen Augen aus dem Bienenstock heraus panisch angafft.
Keine Angst! Dem Kleinen ist nichts geschehen, da er für einen Umzug in ein flauschiges Domizil durchaus zu haben war. Der beinahe Vegetarier, der eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Eichhörnchen hat, verbringt seine siebenmonatige Winterruhe nun einmal in Vogelkästen, Baumhöhlen und eben Bienenbehausungen. Biene und Bilch leben anscheinend in Harmonie.
Willkommen auf der Cityfarm Augsburg kleine Siebenschläfer!

Danke an Tobias für das tolle Bild!

Ab in den Frühling!

Liebe CityFarm-Freunde,

heute gibt es ein paar Neuigkeiten, was sich so getan hat in den letzten Wochen.
Corona hält uns ja noch immer in Atem aber die Arbeit auf der Farm geht trotzdem immer fort.

An dieser Stelle möchte ich gleich darauf hinweisen, dass die Farm bis auf Weiteres geschlossen bleibt. Wir müssen uns wie alle anderen an die Regeln halten und tun dies auch. Deshalb bitten wir von Anfragen, ob man „vorbei“ kommen könne, abzusehen.

Wenn es wieder möglich ist Besucher zu empfangen, werden wir an dieser Stelle einen Tag der offenen Gartentür ankündigen, an dem ein Besuch möglich ist.

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Die enge Welt der Hühner

Vergrößertes Hühnergehege

Die Seuchen begleiten uns tagein, tagaus. Nicht nur, dass wir immer noch Blauzungen-Sperrgebiet sind (Schafseuche), auch die armen Hühner sind schon wieder an der Reihe – von uns selbst mal ganz abgesehen.
Seit ein paar Wochen gilt die Aufstallpflicht für unsere Hühner und Enten. Diesmal open-End und wir müssen damit rechnen, dass es sich bis weit in den Sommer hinein zieht.

Normalerweise kommt in diesem Fall immer ein Brief vom Veterinäramt, in welchem die Stallpflicht angeordnet wird. Also alles verwaltungstechnisch richtig und für uns Halter nachvollziehbar.

Diesmal jedoch haben wir aus den sozialen Medien davon erfahren. Und da uns eine gewisse Skepsis in Bezug auf Nachrichten aus dem Internet innewohnt, folgte der Griff zum Smartphone. Die Nummer vom Veterinäramt war schnell herausgesucht und schon war ein sehr freundlicher Beamter am Apparat, der uns über alles aufklärte. Vielen Dank nochmal für das nette, sympathische Gespräch! Das Vet-Amt löst normalerweise eher Angst und Schrecken bei Tierhaltern aus. 😉

Aber nun war klar, dass es sich nicht um Fake News handelt. Aufgrund der coronalen Unterbesetzung waren diesmal einfach keine Briefe raus gegangen.

Der schöne Merlin.

Für eine kleine handvoll Hühner wäre das Ganze sicher nicht das Problem gewesen. Aber wenige Wochen vorher hat unser lieber Rachmed 30 Hühner bei einem Bauern gerettet, die ausgestallt und geschlachtet werden sollten. Eine Teil zog bei ihm ein und ein Teil bei uns.

Dazu kam noch, dass wir uns von unserem geliebten Dino verabschieden mussten und einen neuen, ebenfalls wunderschönen Araucana-Gockel aus der Nähe von Schwabmünchen bekamen. Da war eine Aufruhr im Hühnerland!
Logisch, dass unsere Schar not amused war, gestresst kaum mehr Eier legten und sich gegenseitig an die Gurgel gingen.
Also haben wir fast 500 Euro zusammengekratzt, um die Außenvoliere um 6x3m zu erweitern.
Danke an dieser Stelle für unsere Hühnerpaten, denn einen Teil konnten wir von den Patenschaften bezahlen.

Nach zwei Tagen war der Auslauf fertig, sogar mit Lichtplatten im Dach, damit es nicht zu dunkel und schattig darunter ist.
Und die Hühner? Die sind sehr zufrieden, legen wieder Eier und können sich jetzt besser aus dem Weg gehen.
Auch der schöne Merlin weiß den Platz zu schätzen und kräht jeden Morgen auf dem vergessenen Spaten dem Tag seinen Gruß.

Auf Insta hat ildi_von_der_cityfarm gefragt, was denn als Einrichtung für unsere Hühner noch sinnvoll wäre. Mehrfach kam die Antwort: eine Hühnerschaukel! Natürlich wurde diese gleich in die Tat umgesetzt. Nur die Hühner wissen bisher noch nichts damit anzufangen.

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Zurück aufs Fensterbrett

Wir hatten an verschiedenen Stellen schon darauf hingewiesen, dass es dieses Jahr leider keine Jungpflanzen von uns geben wird.
(Werbung für unser Buch) Warum genau steht in unserem Buch „Urban Gardening mal anders 2“ von Benjamin Vogt, Kapitel: Coronale Disfunktion, welches es mittlerweile auch als Hörbuch zu kaufen gibt. Natürlich gehen die Einnahmen wieder zu 100% an die Farm!

Da wir keine größere Anzuchtsmöglichkeit mehr haben, mussten wir zurück aufs Fensterbrett. Da der Platz natürlich mehr als beschränkt ist, reicht es gerade so für unseren eigenen Bedarf.
Es tut uns daher sehr, sehr leid Euch dieses Jahr nicht mit unseren tollen Tomaten beglücken zu können.
Samen jedoch haben wir noch mehr als genug, diese findet Ihr HIER.
Noch ist es zur Tomatenanzucht nicht zu spät! Wir haben auch erst vor wenigen Tagen die Cherrytomaten gelegt. Die Pflanzen wachsen das locker raus und haben nur wenig Verzug in der Reife.

Leider ist ab Montag dem 12.04. erst mal wieder lockdownmäßig dicht. Aber der Bioladen „Kraut und Rüben“ nebenan hat trotzdem auf und viele Pflanzen stehen dort zum Verkauf bereit.
Auch habt Ihr die Möglichkeit in der Gärtnerei anzurufen und eine Bestellung aufzugeben. Euch wird dann ein Pflanzenpaket geschnürt, welches über den Bioladen abholbar ist.

Wenn die Gärtnereien noch/wieder offen sind, lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch in St. Elisabeth. Diese Woche werden dort die Tomaten im Akkord getopft und es sind einige sehr spannende Sorten dabei! Wir haben uns auch schon die ein und andere reserviert.

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Gartopia

Gartopia

Im vergangenem Jahr haben wir zusammen mit dem Forum Plastikfrei den Bessermachenpreis der Lechwerke gewonnen. Daraus entstand im Herbst nicht nur eine wunderbare Veranstaltung mit dem Titel „Tomatensafari“, sondern auch eine ganz neue Fläche.

In der Nähe zur Farm erhielten wir 500m² aus dem Landfundus der Lechwerke für vorerst 4 Jahre pachtfrei, um die Farm zu erweitern und einen neuen Garten anzulegen.

Entstanden ist daraus das Projekt „Gartopia“, ein Gemeischaftsgarten, der aktuell von 14 motivierten Gartenfreunden angelegt wird.
Wer schon einmal einen Garten neu angelegt hat, weiß um die harte körperliche Arbeit die dahinter steht, wenn man Land urbar macht.
Den ein und anderen plagen da regelmäßig Rücken- und Armschmerzen aber so langsam kann man einen Garten erahnen. Natürlich stehen auch in Gartopia Artenvielfalt, Biodiversität und Kulturpflanzen nicht im Widerspruch. Wir versuchen das Konzept des naturfreundlichen Gartens der CityFarm auch dort zu etablieren.
Letztes Jahr erhielten wir ja die Auszeichnung der UN-Dekade Biologische Vielfalt für unser Gartenkonzept.

Für mehr Artenvielfalt!

Auch wenn uns das Wetter gerade nicht hilfreich ist, so haben wir doch schon Einiges geschafft. Vor allem unser schöner Zaun ist nennenswert, welcher WildKacker von unseren Beeten fern halten soll.
Ja, richtig gelesen, Wildkacker und zwar in größerem Ausmaß…. auch die dort hinten aufkommende Müllmenge ist wirklich beachtlich und traurig.
Da denkt man, es wäre ein schön verstecktes Eck, wo kaum jemand hin kommt … Pustekuchen, mitnichten. Von LKW-Fahrern die dort ihre Ruhezeiten einhalten bis zu Autoposern und Jugendlichen, die sich ihren McD-Snack einverleiben, ist in unserer Nachbarschaft alles zu finden. Langweilig wird es da auf keinen Fall und wir versuchen ein freundliches Miteinander zu finden.

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Und was sind unsere Pläne für 2021?

Na, die haben wir sicher!
So wollen wir endlich wieder Lämmchen! Nach der Lämmerpause der letzten 2 Jahre haben wir beschlossen, dass wir wieder Nachwuchs wollen. Im Frühjahr wird ein potenter Bock der Rasse Coburger Fuchs einziehen und ein paar ausgewählte Mädels (voraussichtlich Elfie, Chwebacca und Chefin) dürfen mit ihm den Sommer verbringen.
Wenn dann alles geklappt hat, regnet es an Weihnachten zuckersüße Lämmchen.

Ein weiterer Plan ist der Besuch von zwei Mittelaltermärkten mit unserem Wollstand. Dort zeigen wir Schauspinnen und verkaufen gegen eine Spende unsere Wollprodukte. Natürlich sind wir alle gewandet, unser Zelt ist ein richtiger Mittelaltermarktstand und wir tauchen ein in das Leben vor ca. 800 Jahren. Kommt uns doch besuchen, wenn die Märkte stattfinden können!

Do. 13.5.2021 bis So. 16.5.2021
2. Mittelaltermarkt zu Altenstadt
Triebstr. (Festplatz)
86972 Altenstadt

Fr. 23.7.2021 bis So. 25.7.2021
1. Mittelaltermarkt Hohenpeißenberg
Bergstr. 82383 Hohenpeißenberg
(der findet wirklich oben auf dem Berg statt!)

Urban Gardening mal anders 2

Einige haben es sicher schon in den Händen oder zumindest davon gehört:
„Urban Gardening mal anders 2“ ist seit ein paar Wochen im Handel erhältlich!

Unser fleißiger Benni hat die Coronazeit wirklich gut genutzt und der CityFarm Augsburg ein weiteres wunderbares Büchlein beschert. Seinen unverwechselbaren Schreibstil findet man natürlich auch in diesem Buch wieder. Unterhaltsam, zum Schmunzeln und Nachdenken erzählt er die Story der neuen CityFarm ab dem Umzug. Von 108 LKWs bis zu den ersten Lämmchen.

Das Buch kostet 9.99 Euro und geht wie immer zu 100% an die CityFarm!
Wenn Ihr uns also unterstützen wollt, dann ordert ein, zwei oder drei Büchlein für Euch selbst, Freunde und Verwandte. Ziel ist, davon die Pacht für 2022 zahlen zu können.

Auf Wunsch gibt es natürlich eine Widmung des Autors.

Gerne könnt Ihr ein Buch direkt bei uns bestellen oder in allen gängigen Bookstores (außer Amazon 😉 ).

ISBN-10 : 375262082X
ISBN-13 : 978-3752620825

Alltag auf der Farm und Weihnachtskalender

Liebe CityFarm-Freunde,

Weihnachten steht vor der Tür und pünktlich zum 1.12. hat es sogar geschneit! Hoffen wir, dass es nicht das letzte Mal diesen Winter war.

Auf der Farm läuft alles seinen Gang, die Tiere interessiert nicht, mit welcher Krise sich die Welt gerade herumschlägt.
Sie wollen täglich raus aus dem Stall und regelmäßig Futter. Für uns ist dieser Alltag auf der Farm ein Stück Normalität. Auch wenn wir unsere CityFarmer aufteilen müssen und viele Dinge daher nur kleckerlesweise getan werden, beherrschen die Routinearbeiten den Tag.

Der Morgen beginnt mit der Kaninchenfütterung, wenn sie gerade mal nicht ausgebrochen sind.
Dann heißt es Loch finden und die Tiere bitten, sich wieder in ihr Gehege zu begeben.
Danach werden die Hühner aus dem Stall gelassen und gefüttert.
Dem folgen die Enten, die meistens schon lautstark nach der Öffnung der Türe rufen. Ihr erster Gang ist jeden Tag zum Wasserbecken, um ein Bad zu nehmen. Ist dieses zugefroren, dann entfernen wir natürlich wenigstens einen Teil der Eisschicht.

Heusackinspektion

Nun folgen die Schafe. Begrüßt vom Mähkonzert werden die Raufen mit gutem Heu aus dem Schuttertal aufgefüllt.
Skeptisch werden die trocknen Grasfasern angekostet und manchmal unwillig im Heusack gestöbert, wenn die Ration mal etwas zu hartfaserig ist.
Doch die genügsamen Wollfreunde finden trotzdem genug zu fressen und die harten Halme werden einfach herausgezogen auf auf dem Boden verstreut.
Noch Wasser enteisen und gegebenenfalls auffüllen.
So beginnt für uns der Tag.

Am Nachmittag ist Leckerliezeit! Nachdem die Hunde unerm Apfelbaum Kracker suchen dürfen, wird für die Schafe ein Eimer Brot klein geruft.
Ihr erinnert Euch vielleicht, dass Schafe nur unten Zähne haben und oben eine Kauplatte. Deshalb muss das Brot zerkleinert werden. Nach ein paar Äpfelchen dazu und los kann es gehen.

Das Brot holen wir übrigens jede Woche vom Fairteiler beim Contact in Haunstetten.
Dort fällt auch jede Woche zahlreiches, nicht mehr so gutes Gemüse an und auch jede Menge Äpfel.
Die Hühner und Kaninchen freuen sich über das Grün und gerade die Gackerbande macht sich freudig über jeden angewelkten Salatkopf her.
Da fliegen die Fetzen und es wird sich um jedes Stück gestritten. Jedes Mal wieder ein Schauspiel!

Der Eimer Bot und Äpfel wird nun bei den Schafen in die Futterkisten verteilt. Natürlich sind es so viele Kisten, dass es kein Gedränge gibt und jeder seinen Teil abbekommt.
Auch hier ein Schauspiel! In wildem Galopp stürmt die Herde die Kisten. Brot ist für die Wollträger wie für uns Schokolade. Nicht unbedingt gesund aber sooooo lecker!

Gibts jetzt endlich Futter?

Keule, die Krähen und Spatzen räumen nach der Fressparty ordentlich auf. Währenddessen wird wieder die Raufen mit Heu bestückt und das Wasser kontrolliert. Nun dämmert es schon, was heißt die Hühner bewegen sich (eventuell) von alleine in den Stall.
Eigentlich würden sie lieber, wie ihre wilden Verwandten, draußen auf den Bäumen und Büschen schlafen. Aber das geht aufgrund der Raubtiere natürlich nicht.
Manchmal muss dann mur dem Stecken nachgeholfen werden.
Da fühlt man sich schonmal wie Michl aus Lönnerberga. Ja, unsere Hühner haben auch schon angegorene Früchte gefuttert, mit Hingabe! 😉 

Nachdem die Enten und Hühner dann endlich im warmen Stall sind, die Kaninchen ihr Abendmahl erhielten, ist dann auch für uns Feierabend.
Manchmal ist der Abend so einladend, dass noch ein kleines Lagerfeuer entzündet wird.

Feuerkorb

Wenn ich an die alte Farm denke, ist sie kaum vergleichbar mit der heutigen CityFarm 2.0. Fast kann man uns schon als Bauernhöfchen bezeichnen, denn allein die Fläche hat sich fast vervierfacht.
Auch konnten wir früher nur weniger Tiere halten, Schafe hatten wir da noch nicht. Geträumt habe ich (Ildi) aber schon davon, war doch meine Kindheit von den wolligen Freunden geprägt.
Man sagt, die Schafleidenschaft würde in jeder Generation einen oder eine packen. Es hat sich auf jeden Fall bestätigt! Ich erinnere mich noch an Pipi in den Augen, als das erste Lämmchen geboren wurde.

Auf der alten Farm war daran aber noch nicht zu denken.
Kennt Ihr das alte Gelände noch? Diese 600qm mit den alten, wunderbaren Obstbäumen und unserem kleinen Kinderspielhaus als Hühnerstall.

Wunderschönes Wetter lockte viele fleißige Hände auf die CityFarm.

Die alte kleine Farm.

Wer jetzt in Erinnerungen schwelt, darf sich freuen, denn wir haben uns für Euch etwas ausgedacht.
Sicher kennt Ihr unser Büchlein „Urban Gardening mal anders“, geschrieben von unserem Benjamin Vogt.
Er hat sich, aufgrund coronaler Arbeitspause hingesetzt, und das Buch als Hörbuch eingesprochen.

(Da schon einige Nachfragen kamen: das 2. Buch ist kurz vor der Veröffentlichung! Die Geschichte der neuen CityFarm.)

Nun aber zurück zu unserem Geschenk an Euch, einem Weihnachtskalender zum Anhören!
24 Tage – 24 Kapitel von Urban Gardening mal anders (Zufall, es hat tatsächlich genau 24 Kapitel!), vorgelesen von Benni.
Auf Youtube haben wir eine Playlist, auf der jeden Tag ein neues Türchen geöffnet und damit ein neues Kapitel veröffentlich wird. Hier könnt Ihr Euch die erste Folge anhören. Viel Freude damit!

Ildi’s DIY-Winter

CityFarmer sein, heißt nicht nur Schafe kuscheln!

„Es ist schon ein bisschen verrückt, was ihr da macht!“
Willst du nicht endlich mal ein normales Leben anfangen?“
Wow, das ist so toll was ihr macht, ich könnt das nicht.“
Warum quält ihr euch freiwillig mit so viel dreckiger Arbeit?“
Ihr seid scho ganz schön irre.“

Das ist nur ein kleiner Auszug an Sätzen, die mir immer wieder begegnen, von Freunden, von der Familie, von Bekannten, von Fremden.
Im Gegenzug frage ich mich dann „Und wie kannst Du so leben? 50 Stunden-Woche und am Wochenende so kaputt gearbeitet vom Bürojob, dass du kaum Zeit für deine Kinder, geschweige denn Hobbys oder Engagement in welcher Form auch immer, findest? Das soll ein erfülltes Leben sein?“

Auch ein naturfreundlicher Garten ist Engagement.

Natürlich spreche ich es nicht laut aus aber es zeigt mir, dass jeder in seiner eigenen Welt lebt, mit seinen ganz eigenen Prioritäten und oft nur wenig Verständnis anderen Lebensentwürfen gegenüber herrscht. Manchmal fällt es mir schwer, anderen keinen Vorwurf über ihr Nichtstun im Leben zu machen.
Aber dann erinnere ich mich, dass ich selbst viele, viele Jahre gebraucht habe, bevor ich begann umzudenken und daraus der Wille entstand, Etwas anders zu machen. 

Doch das soll nicht Thema sein. Soll doch jeder Leben wie er es will?

DIY pur: ich beim Schafscherkurs mit Jan Hartmann!

Wir wollen mit unserem Dasein wenigstens versuchen etwas besser zu machen und andere zu inspirieren, über ihre Handlungsmöglichkeiten nachzudenken. Wir können nicht nur rumsitzen, schimpfen und hoffen das andere was tun.
Deshalb stören uns derartige Aussagen nicht sonderlich und wir können mit einem Lächeln sagen: „Ja, wir sind gerne anders und stehen dazu.“

Zu einem etwas nachhaltigeren Leben gehört auch das Selbermachen verschiedenster Dinge. Das soll eigentliches Thema meines Artikels sein.

Am Anfang steht die Frage kaufen oder selbermachen? Das hat nicht nur etwas mit Kaufkraft zu tun, sondern mit Wertschätzung, Qualität, Neugierde, Experimentierfreude und natürlich einem ökologischen Bewusstsein.

Schon die alten Griechen strebten nach nützlichem Wissen.

Der erste Gedanke, dass es ja billiger ist, etwas selbst herzustellen, stellt sich bei näherer Betrachtung aber oft als falsch heraus. Nicht nur die vielen Zeitstunden, die wir investieren (um etwas zu lernen und es dann anzuwenden), sondern auch die Verwendung qualitativ hochwertiger Rohstoffe/Ausgangsstoffe kostet seinen Preis.

Vor allem Ersteres wird oft unterschätzt. Schon die alten Griechen beschworen als oberste Priorität „das Erlernen von Nützlichkeiten“, denn „Weisheit ist die Anwendung von erworbenem Wissen“ und „Wissen ist bekanntlich Macht“. In unserem Fall ersetzen wir das Wort Macht wohl eher durch Freiheit und Selbstbestimmtheit.

Nun hat dieser lebenslange Erkenntnisprozess so seine Tücken. Bei vielen Gelegenheiten sind wir mit unseren Selbstmachbemühungen auf die „Schnauze“ geflogen.
Ob es eingeweckte Gläser voller Leckereien sind, die Kellerregal bersten, oder Stromschläge die man sich bei unsachgemäßer Handhabung von Solarmodulen abholt, die Liste des Scheiterns ist vielfältig. Learning by doing über try and error – haben wir es einst spaßhaft betitelt. Allerdings ist dies sehr langwierig und manchmal frustrierend.

Zum Glück gibt es aber Menschen, die Wissen was wir benötigen, haben und bereit sind, es weiter zu geben. So kann man sich vielleicht den ein oder anderen error sparen.

Schafe machen Arbeit: hier Klauenpflege.

Innerhalb der fünf Lebensbereiche, „Eating, Housing, Clothing, Energy und Mobility“ bemühen wir uns trotzdem auch weiterhin um ein selbstbestimmtes Leben.
Alleine die „Wollschöpfungskette“ mit Schafhaltung und -Pflege, Scheren, Waschen, Färben, Kardieren, um das Fasergold letztendlich zu Garn zu spinnen und Socken daraus zu stricken, bedarf Unmengen Know-How, Zeit und Equipment.
Wäre es da nicht einfacher Industrieware zu kaufen?
Einfacher ja, aber dann haben wir es ja nicht selbst gemacht, wissen nicht wie es den Schafen ging, wie und wo im Verarbeitungsprozess die Umwelt belastet wurde, ob Maschinen oder Menschen die Arbeit verrichteten, ob Letztere gerecht bezahlt wurden und von den Transportketten ganz zu schweigen.
Welchen Fußabdruck man auch immer nehme, es wäre ein riesiger!

Sicher habt Ihr schon Bilder oder Videos gesehen, wie wir unsere Schäfchen scheren aber wie die Wolle danach weiterverarbeitet wird, das konnten bisher hauptsächlich die Instagramm-Nutzer nachvollziehen, die ildi_von_der_cityfarm in der Insta-Welt folgen.

So muss die Wolle sofort nach der Schur sortiert werden, heißt die schmutzige Bauch-Beine-Po-Wolle wird aussortiert und landet entweder im Garten oder wird gesammelt zum Düngepellethersteller geschickt (ist für dieses Jahr geplant).
Die restlichen Wollvliese werden, in Kisten verpackt, ins Lager geschafft, um sie bei warmen Frühlingswetter auf dem Dach zum Nachtrocknen ausbreiten zu können. Einen Teil der Wolle verwenden wir als ungewaschene Rohwolle zum Filzen (z.B. für unsere Sitzfellchen).
Der Rest wartet bis zum Winter auf seine Weiterverarbeitung, denn während der Saison fehlt uns einfach die Zeit dafür, zumal im August/September die 2. Schur ansteht.

Selbst gefärbte Wolle

Ist dann der Winter gekommen, wird die Wolle Stück für Stück gewaschen. Entweder auf Gittern ausgebreitet vom Regen (was seeeeehr lange dauert) oder in einem alten Wecktopf mit Wollseife und Wasser.
An der Rotte, also Fermentation, habe ich mich auch einmal versucht, fand es aber unglaublich eklig und es verbrauchte für meinen Geschmack zu viel Wasser diesen Ekelfaktor zu raus zu waschen (auf der Farm haben wir ja nur Regenwasser und sowas kann ich nur auf der Farm machen, da es schlimmer stinkt als Brennesseljauche!).

Als Anhaltspunkt: Die Wolle einer kleinen Skudde wird in 2 Teilen 2-3x gewaschen, weil sie unglaublich viel Wollfett enthält. Gut 1/3 des Wollgewichts entfällt bei dieser Rasse auf Fett.
Im Gegensatz dazu wird die Wolle von Obiwan oder Kenobi auf 4 Teilstücken 1x gewaschen. Weniger Durchgänge aber viel mehr Wolle.

Im gleichen Wecktopf wird die Wolle bei Bedarf auch gefärbt

Bunte Wolle auf der Kardiermaschine.

Dieser ganzen Vorarbeit folgt nun das Rupfen, wofür wir extra ein Gerät, den Wollpicker, angeschafft haben. Da wird die Wolle unten rein gestopft, die Wiege per Hand bedient und hinten kommen lockere Wollfläckchen wieder raus. Natürlich kann man das auch per Hand machen, es geht bei den Mengen aber schneller mit dem Picker.

Die nun schön aufgelockerte Wolle kann jetzt kardiert werden. Eine Kardiermaschine kämmt die Wolle und richtet die Fasern halbwegs gleichmäßig aus. Dabei werden zudem letzte Verschmutzungen und Knötchen entfernt.
Heraus kommt ein schönes Kardenband, auch Wollbatt genannt. Verwendbar ist dies nun entweder zum Filzen oder um einen Faden daraus zu spinnen.

Ihr seht, allein schon die Vorbereitung der Wolle erfordert Einiges an Wissen und Material.

Das neue Spinnrad!

Zum Spinnen braucht Frau dann wiederum ein Spinnrad (welches der liebe Mann ihr zu Weihnachten schenkte, danke!) oder eine Handspindel und jemandem, der es einem erklärt.

Klar kann man sich heutzutage mit Youtube behelfen. Aber einen direkten Ansprechpartner zu haben, der einen auf Fehler hinweist oder Fragen beantwortet, kann das Internet nicht bieten. Wir haben dafür unsere liebe Spinnerin Inge, die uns mit ihrem lebenslangen Erfahrungsschatz zur Seite steht und bei uns mit uns Spinnkurse durchführt.

Danke liebe Inge!

Jetzt kommt etwas unbeauftragte Werbung, weil ich Euch von den besuchten Kursen berichten möchte:

Meine selbst gemachte Schäferweste!

Das Gleiche gilt beim Filzen, vor allem wenn Frau etwas kompliziertere Dinge, wie z.B. Kleidung, anfertigen möchte.
Dafür
habe ich sogar extra einen Kurs in Regensburg besucht und dort gelernt eine Weste zu filzen. Ganz ehrlich: ohne die Anleitung der Filzkünstlerin Caro Lanzendörfer hätte ich das niemals hinbekommen!
Allein schon die Festlegung des Schnittes ist eine Wissenschaft für sich.
Dann die Schrumpfeigenschaften der verschiedenen Wollarten und wie sich Wolle im Filzprozess in ihren Eigenschaften verändert – viel Fachwissen und Können, was
Frau erstmal lernen muss!
Es war auf jeden Fall ein sehr spannender Kurs und heraus gekommen ist eine ganz tolle Weste.

Caro hat in ihrer Werkstatt auch einige Webstühle stehen, die meine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Aber erst mal das Spinnen und Filzen gut hinbekommen, dann kann ich mich am Weben versuchen.
Nächstes/Übernächstes Jahr oder so.

Willkommen in Bianca’s wilder Kräuterei.

Alles hat seinen „Rattenschwanz“.
Allein schon nach intensiver Arbeit und viel Körperkontakt mit den Schafen braucht Frau (ja, auch der liebe Mann, der Benni) ordentlich viel gute Seife.
Nicht, dass mir der Geruch unangenehm wäre, im Gegenteil ich liebe ihn! Aber zahlreiche Stadtnasen haben dann doch ein kleines Problem mit dem bleibenden olfaktorischen Eindruck.
Das merke ich schon, wenn ich nach der Farm in Arbeitsklamotte noch schnell beim Fressnapf reinschau, um Fluff und Keule mit Kaustängchen zu beglücken.
Ich denke mal, mittlerweile haben sich die Verkäuferinnen an mich und mein Schafstallparfum gewöhnt, doch von anderen Kunden ernte ich oft verstörte Blicke und gerunzelte Nasen.
Frau wird dann manchmal ganz paranoid, wenn sie in z.B. einer wichtigen Besprechung sitzt und das Gefühl hat, leicht nach Schaf zu riechen.
Zum Glück beteuern befragte Freunde dann, dass dies nicht der Fall sei. Wirklich? Aber so ist das nun mal als CityFarmer, City und Farm harmonieren nicht immer perfekt.

Schöne Kaffeeseifen mit Peelingeffekt!

Aber wieder zurück zur guten Seife.
Auch zum Wollewaschen und Filzen benötigt Frau diese, am besten eine, die Fasern und unsere Haut schont. Klar kann ich mir Kernseife im Supermarkt kaufen (greift aber die Haut arg an) oder schweineteure Spezialseife im Fachhandel.
Oder – ihr erratet es sicher schon – Frau macht sie selbst.

Dieser Winter bot sich aus mehreren Gründen an, endlich das Seifenmacherhandwerk zu erlernen. Da hier aber mit gefährlichen Substanzen gearbeitet wird, kam try and error diesmal nicht in Frage. Daher besuchte ich einen Seifenkurs in Bobingen bei „Biancas wilde Kräuterei.

In Gegensatz zu früher (Seife wurde aus Tierfett und Pottasche hergestellt) verwenden wir heute pflanzliche Öle und Fette für unsere Seifen.

Bianca beim Eingießen des Seifenleims.

Allerdings ist das regionale Angebot an benötigten Ölen sehr begrenzt, sodass spezielle Öle und Fette aus entfernteren Gegenden beschafft werden müssen. Selbst wenn Frau dabei auf Bio und Fairtrade achtet, ist der Ökologische Fußabdruck meiner Seife nicht mehr der Beste.
Dann doch wieder Tierfett und Pottasche? Lieber nicht, das find selbst ich etwas eklig und ich bin hart im nehmen.
Oder doch einfach eine kaufen? Nein, es geht ja auch ums Selbermachen: da weiß ich was drin ist, kann die Rückfettung steuern und die Seife nach meinem Geschmack färben oder mit Kräutern bestücken.
Es gehört schon etwas Fingerspitzengefühl und eine gute Schutzausrüstung dazu, Seife herzustellen. Temperaturen müssen beachtet und Reifezeiten eingehalten werden.
Biancas Kurs hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen und ich habe viel gelernt!

Spinnen ist eine wunderschöne Arbeit!

So langsam startet aber wieder die Saison.
Die ersten Saaten sind schon gekeimt und wollen bald pikiert werden. Die Saatgutbörse steht am 1. März ins Haus und naja, arbeiten muss Frau auch irgendwann mal.
Aktuell bin ich froh, wenn ich es schaffe abends eine Stunde zu spinnen.
Der Plan ist aber, das Spinnen der vorbereiteten Wolle auch in der Saison fortzuführen, denn im Mai ist ja schon die nächste Schur unserer 18 Wollgesellen. Wir werden sehen, ob und wie sich das umsetzen lässt.
Zudem findet am 21. Februar der erste Augsburger Spinntreff statt, der im optimalen Fall regelmäßig stattfinden soll.

Was die Seifen angeht, werde ich vor Saisonstart noch einen Tag lang verschiedene Seifen ansetzen, in der Hoffnung, dass diese über das Jahr reichen und ich erst kommenden Winter neue machen muss.

Wie Ihr seht, geht einem CityFarmer die Arbeit nicht aus und wenn, dann sucht er sich schnell neue!

Bitte entschuldigt die Qualität der meisten Fotos. Das ist der Nachteil an meinem Öko-Fair-Handy, die Kamera ist nur so naja….

Unser Stand auf dem Regionalvermarktertag zeigt ganz gut unser DIY-Spektrum.

Was blüht im Oktober

Blüten Topinambur

Endlich ist er da, der goldene Oktober. Der Herbst wäre kein guter Herbst, würde er uns nicht wenigstens ein paar güldene Tage schenken.
Aus der Idee an einem Sonntagmorgen mal eben schnell die letzten Blüten im Garten zu fotografieren, wurde eine blumen- und hummelreiche Stunde mit sehr vielen Fotos. Wir waren selbst überrascht, wie viele Wild- und Kulturpflanzen noch im Oktober auf fleißige BestäuberInnen warten.
Bevor wir Euch unsere bunten Entdeckungen zeigen, ein kleiner Exkurs zu den wohl puschligsten und beliebtesten Hautflüglern, die auch im Herbst noch zu beobachten sind: den Hummeln (Bombus).

Der Erdhummel trifft man auch im Oktober noch an.

Die Bedeutung der Hummeln für das Ökosystem wurde bisher sicherlich unterschätzt, denn die Tiere können auch noch bei niedrigen Temperaturen (Arbeiterinnen ab 6°C, Königinnen schon ab 3°C) und regnerischem Wetter ausfliegen.
Für Gartenfreunde bedeutet das: sie sichern einen gewissen Grad der Bestäubung, auch wenn das Wetter im Frühjahr bescheiden ist.
Im Vergleich, Honigbienen (Apis) fliegen erst ab einer Außentemperatur von 12°C.
Aufgrund der Flugtemperaturen sind bei Regenwetter im Oktober-Garten eher Hummeln als Honigbienen zu beobachten
.

Wen interessiert warum es in den Tropen keine Hummeln gibt, dafür aber eine Art, die im Gletschereis nistet, der darf sich auf der Seite Aktion-Hummelschutz einlesen. Ein überaus spannendes Thema!

In der Regel endet das Hummeljahr im September. Die, im Vergleich zur Honigbiene, kleinen Völker sterben und nur die Jungköniginnen überleben.

Die Nektartankstelle Herbstaster bietet reichlich Futter.


Bevor diese Prinzessinnen jedoch ein geschütztes Winterquartier aufsuchen, fressen sie sich ordentlich Winterspeck an und füllen ihren Magen randvoll mit Honig. Die Damen der meisten Hummelarten befinden sich im Oktober schon in der Winterruhe, nur Jungköniginnen der Ackerhummel (Bombus pascuorum) und der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris) konnten wir noch beobachten.

Borretsch ist ein unermüdlicher Blüher bis in den späten Herbst hinein. Er wird besonders gern von Hummeln angeflogen.

Für diese Prinzessinnen ist es daher unerlässlich, dass auch im Herbst noch pollen- und nektarbildende Blüten vorhanden sind.
Bekannt ist, dass Hummeln eine Vorliebe für blaue und violette Blüten besitzen.
Aktueller Forschungsgegenstand ist sogar, ob die Beliebtheit der Farben etwas mit der Blüten- und damit Nektartemperatur zu tun hat.
Gerade im Frühjahr und Herbst müssen unsere pelzigen Hautflügler ihre Temperatur über 30°C halten, da sie sonst ihre Flugfähigkeit einbüßen.
Was kommt da gelegener, als eine kuschlig warme, dunkelfarbige Blüte, die auch noch warmen Nektar spendet?
In Gärten besonders beliebt bei Hummeln sind neben Borretsch, lila Schmetterlingssträuchern und Lavendelblüten, auch Ringelblumen.

Eine faszinierende Pflanze ist die Schaben-Königskerze.

Im Übrigen hat eine Studie unlängst herausgefunden, dass artenreiche Schrebergärten aufgrund der Mischung blühender Obstbäume und Gemüsepflanzen, Blumen und Unkrautecken mit blühenden Wildpflanzen besonders anziehend auf Insekten wirken. Ausgesprochen schlecht schnitten Parkanlagen ab und auch viele Hausgärten sind wegen ihrer Rasenflächen und Terrassen alles andere als insektenfreundlich. Da hilft auch kein aufgestelltes „Insektenhotel“ mehr. Von Schottergärten ganz zu schweigen….

Zwar zählen wir uns nicht zu den Kleingärten, fühlen uns aber mit unseren „Unkrautecken“ und „Lass mal alles ausblühen“-Konzept durch diese Studie sehr in unserem Tun bestätigt!
Quelle: Baldock KCR, et. al.: A systems approach reveals urban pollinator hotspots and conservation opportunities. In: nature ecology & evolution, https://doi.org/10.1038/s41559-018-0769-y

Daher einmal mehr unser Aufruf: MEHR MUT ZUM UNKRAUT!
Zeigt Bilder Eurer wilden Gärten und nutzt Hashtags wie:
#unkrautistleben #unkrautistschön #naturliebe #savethebees

Sie darf auf dem Gelände wachsen wo sie will, die Stockrose.

Nun aber zurück zu unserem Blütenthema.
Ausgesprochen üppig blüht im Oktober natürlich die Herbstaster (Symphyotrichum laeve), dicht gefolgt von verschiedenen Sonnenblumenarten, darunter Topinambur (Helianthus tuberosus), und mehrjährigen, winterharten Staudensonnenblumen (z.B. Helianthus atrorubens). Jedes Jahr wieder aufregend ist die Herbstblüte unserer Rosen (Rosa), sowie die Durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum) mit ihren gut 3 Metern Höhe und zahlreichen gelben Korbblüten!

Wir hatten das Jahr der Kapuzinerkresse. Einige unserer Beete wurden von den leckeren Pflanzen förmlich verschluckt.

Aber auch die klassischen Langzeitblüher wie Borretsch (Borago officinalis), Ringelblumen (Calendula officinalis) , Echter Beinwell (Symphytum officinale) und Strauchbasilikum (Ocimum kilimandscharicum x basilicum) stehen noch in voller Pracht!

Bei Insekten sehr beliebt ist die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) mit ihren leuchtenden, an Mönchskapuzen erinnernden (daher der Name) Blüten.

Lieblingsunkraut – Purpurblütiges Leinkraut

Besonders Hummeln krabbeln gern in die bewimperten Blumen, um den süß-scharfen Nektar zu erhalten und sichern dadurch die Bestäubung.
Besonders schlaue (oder faule) Exemplare beißen einfach die gekrümmten Sporne der Blüten auf und bedienen sich, ohne am Portier vorbei zu müssen, am Nektarbüffet.

Weiterhin zeigten zahlreiche Kräuter ihre letzten Blüten, wie das Bohnenkraut (Satureja), unsere Mochitominze (Mentha spec. Mojito), das zu den Strohblumen zählende Currykraut (Helichrysum italicum), Weinraute (Ruta graveolens) und besonders reich blühend die Rucolapflanzen (Diplotaxis tenuifolia).
Einen tollen Akzent setzt unsere schöne Schwarzäugige Susanne (
Thunbergia alata).

Manch einer wird nun meinen, dass es sich ja fast nur um nicht heimische Pflanzen handelt. Ja, das ist richtig. Liegt aber auch daran, dass diese einerseits mit ihrer Pracht deutlicher hervorstechen und andererseits in einem Nutzgarten häufig eine große neuweltliche, wie auch mediterrane Vielfalt herrscht.
Doch keine Sorge, auch die heimischen Gewächse zeigen sich, wenn auch etwas verhaltener.

Die ersten Bodenfröste hat er problemlos gemeistert, der Strauchbasilikum, zentrale Anlaufstelle für alle Nektarsammlerinnen.

So steht zum Beispiel die heimische Weiße Taubnessel (Lamium album) noch in Blüte, ebenso geschützt stehende Schafgarben (Alchemilla millefolium), und eine besondere Schönheit die Schaben-Königskerze (Verbascum blattaria).
Auch verschiedene Distelarten (Cirsium) tragen noch Blüten – wer uns kennt, weiß, dass auch verschiedenste Disteln bei uns wachsen dürfen.

Das kühl-feuchte Wetter scheint auch den Malvengewächsen sehr zu gefallen.
Gesichtet haben wir weiterhin: immernoch reich blühend das Purpurblütiges Leinkraut (Linaria purpurea), Wilde Möhren (Daucus carota subsp. Carota), jede Menge verschiedener Tagetessorten (Tagetes), in Töpfen kultivierte Wandelröschen (Lantana camara), Prächtige Fetthenne (Hylotelephium spectabile), Echinaceen und Rudbeckien (Sonnenhut).

Kräuter, wie das Currykraut, bieten ihre letzten Blüten zur Bestäubung an.

Das sind nun schon sehr viele Pflanzenarten und es ist auch nicht möglich hier alle zu nennen, geschweige denn von allen Fotos zu zeigen. Daher haben wir für Euch die schönsten Bilder ausgewählt.

Langer Rede kurzer Sinn: auch der Oktober ist noch blütenreich und dies für bestimmte Insekten überlebensnotwendig.
Zier- und Wildpflanzen können einen Garten sehr bereichern, auch wenn sie nicht heimisch sind (aber bitte Vorsicht mit invasiven Gewächsen wie der Kanadischen Goldrute).

Und nun wie immer unser Gartentipp: im Herbst einfach mal nichts tun!
Lasst Stauden, Kräuter, auch welkes Gemüse und das „böse“ Unkraut bis zum Frühjahr stehen.
Wen bei dem Gedanken der Versamung Schnappatmung befällt, darf gern die Samenstände abschneiden, um sein aufgebrachtes Gemüt zu beruhigen.
Wenn das neue Grün im Frühjahr spitzelt, dann erst alles runter schneiden. Insekten, Reptilien, Igel und co. werden es euch danken!

Ein gesunder Garten braucht etwas Wildwuchs!

Gelb ja gelb sind alle unsre…..

Weiden.
Ja es sieht schon alles etwas nach Steppe aus, aber nun zeigt sich schon wieder ein kleiner grüner Schimmer und wir hoffen, dass die Natur noch einmal richtig Gas gibt und uns einen güldenen Herbst beschert.

Der kurze Herbsteinbruch gibt uns die Möglichkeit endlich wieder einen Artikel zu verfassen und Euch zu berichten, was sich in den letzten Wochen alles zugetragen hat.

Kein Bock zum Lesen? Dann kommst Du HIER zur Bildergalerie!

Unser letzter Beitrag war die Einladung zum Heufest im Juli.

In den heißen und trockenen Sommertagen zeigte sich ausgerechnet der 22. Juli verregnet, der einzige Tag in diesem Zeitraum. Wir ließen uns jedoch nicht davon abhalten, das Fest trotzdem stattfinden zu lassen.
Wie erwartet, kamen natürlich viel weniger Besucher. Jene aber die kamen, konnten unser Angebot voll auskosten und wir hatten endlich einmal Zeit mit allen zu reden, selbst etwas von dem leckeren Kuches des
Lechcafes zu essen und am Lagerfeuer zu sitzen.

Die Tomatenüberraschung der Saison: Blush Tiger

Besonders beliebt war unsere Tomatenverkostung. Zwar konnten wir von unseren 50 Sorten nicht alle zur Probe anbieten aber dennoch eine gute Auswahl bereit stellen.
Die Farbpalette reichte von rot über pink bis hin zu grün, was sich auch in den Namen widerspiegelte: z.B. „Blush Tiger“, „Thai Pink Egg“ oder „Smaragdapfel“. Auch geschmacklich unterschieden sich die Früchte stark voneinander.
Schnell stellte sich die Sorte „Blush Tiger“ als Liebling der Verkoster heraus, was unseren Eindruck gestätigte, die Sorte schmeckt ausgesprochen gut, sehr obstig mit leichtem Aprikosenaroma.

Für alle Tomatenliebhaber gibt es jetzt noch einen Tipp.
Am 16. September findet im Botanischen Garten der Regionalvermarktertag statt. Dort wird die CityFarm mit einem Stand zum Thema Tomatenvielfalt präsent sein. Natürlich gibt es wieder eine Verkostung und Ihr könnt gegen eine kleine Spende die Samen Eurer Lieblingstomate gleich mitnehmen!
Benni wird am benachbarten Stand seine „Möbelbau Rustikus“-Stücke das erste Mal der Öffentlichkeit präsentieren. Mit dabei auch unser Riesen-Jenga zum Spielen und Ausprobieren!

Cherry-Vielfalt

 Da wir gerade bei Terminen sind: am 29. September von 14 bis 18 Uhr haben wir das letzte Mal in 2018 unsere Pforten für Euch geöffnet! Hoffen wir, dass diesmal das Wetter mitspielt und uns einen goldenen Herbsttag beschert, denn der letzte Termin gestaltete sich ein wenig nass.

Jeder Zentimeter Schatten wird ausgenutzt, denn im dicken Pelz wird es warm.

Zwar hat es diesen Sommer nur wenige Regentage gegeben, trotzdem fielen einige unserer Termine sprichwörtlich ins Wasser. Doch wir sind darüber nicht böse, denn jeder Tropfen Regen war in diesem Dürresommer willkommen!
In den letzten Tagen hat es bei uns 20 Liter pro Quadratmeter geregnet, was aber noch lange nicht den Wasserspeicher im Boden auffüllen konnte.

Und wir hatten noch Glück! In anderen Regionen Deutschlands verwandelte sich das Land in eine gelbe, vertrocknete Wüstensteppe.
Viele Schaf- und Ziegenhalter gaben ihre Herden auf, weil im Sommer schon das Winterheu verfüttert war und kein Neues geschnitten und getrocknet werden konnte! Die Lage ist dort noch immer prekär.
Wer die Tierhaltung nicht aufgab und irgendwie durchhielt, hat nun mit Heupreisen von über 100 Euro pro großem Rundballen zu kämpfen.
Zum Vergleich: in einem normalen Jahr kostet dieser um die 30 Euro, wir zahlen bei unserem Bauern um 35 Euro (auch weiterhin, da die Schmutterwiesen genug für einen Schnitt produzierten und er ein wirklich anständiger Mensch ist).

Unser Krainer Steinschafe.

Doch auch ein paar Kilometer nördlich von Augsburg gab es Gebiete, die im Juli schon so trocken waren, dass auch hier teilweise die Schafhaltung aufgegeben wurde.
So kamen wir zu unseren Krainer Steinschafen. Eine robuste, sehr ursprüngliche alte Rasse, die auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Haustierrassen steht. Man nennt sie auch „Ötzis Haustiere“, da sie aus den Torfschafe der Jungsteinzeit entstanden.
Nun haben wir schon Ötzis Haustiere und Wikingerschafe!

Krainer Steinschafe gelten als stresstolerant, krankheitsresistent und genügsam und passen damit bestens zu unseren Skudden!
Auch ihre Wolle lässt sich wunderbar zum Spinnen und Filzen nutzen. Da werden wieder viele Sitzfellchen und andere filzige Arbeiten entstehen und Rohmaterial für Filzkurse im kommenden Jahr geliefert.
Aber die Rasse kann noch etwas anderes, es handelt sich um eine Milchschafrasse!
Sobald wir also wissen, wie sich unsere Platzverhältnisse entwickeln, werden wir einen neuen Bock in die Herde stellen und endlich wieder Lämmer groß ziehen (Ildi hat schon ganz schlimmen Lämmerentzug). Die Krainer Auen (so nennt man ein weibliches Schaf) wollen wir dann natürlich auch melken und uns an Butter, Jogurt und Frischkäse versuchen.
Wie Ihr seht, langweilig wird uns nie…

Ildi und ihre Schäfchen

Aktuell steht die Herde noch einige Tage im Krötenbiotop Ecke Gablinger Weg. Dort sollen sie in Rahmen des Projekts „Weidestadt Augsburg“ des Landschaftspflegeverbands Augsburg Entbuschungsarbeit leisten und die Goldrute verbeißen. Die Tiere machen ihren Job wie immer hervorragend und haben beim Klettern und Herumtoben an den Kieshängen und auf den Wurzelstöcken auch noch sichtlich Freude!

Vor allem die Kräuter haben vom heißen Sommer profitiert.

Unserem Garten erging es noch sehr gut im Vergleich zu manchen Wiesenflächen. Obwohl das Wasser beizeiten aufgebraucht war, verhinderte unsere konsequent aufgetragene Mulchdecke Schlimmeres.
Nur Zucchini, Kürbisse und Bohnen benötigten ab und zu eine Extragießkanne Lebenselexier.
Da das Frühjahr relativ mild war, gibt es eine Obstschwemme auf der Farm.

Unsere Bäume tragen das erste Mal Früchte und davon so viele, dass die Äste drohen abzubrechen!
Für uns ist das ein ganz besondere Spende, denn vor 4 Jahren pflanzten wir die damals noch kleinen Bäumchen und hofften sie mögen sich gut entwickeln.
Nun können wir das erste Mal (seit der alten Farm) wieder eigenes Obst essen und einkochen.

Arg gelitten haben dagegen die Bäume an der Wiese vor der Farm. Die Lieblingsunterstellplätze der Schafe sahen Anfang August schon aus wie normalerweise im Oktober der Fall. Auch unsere Wiesen waren durchgehend von einem steppigen Farbton gekennzeichnet. Trotzdem reichten die Flächen aus, dass wie unsere Tiere erst ab Mitte August mit Heu zufütterten.

Die Wiese vor der Farm mit durstenden Buchen.

Sollten die kommenden Jahre weiterhin sehr trocken ausfallen, werden die Buchen den Trockenstress wohl nicht überstehen. Die Natur selbst wird sich anpassen, denn sie besitzt eine natürliche Resilienz. Das heißt die Fähigkeit sich verändernden Umwelteinflüssen entsprechend anzupassen.
Wir Menschen müssen dies aber erst lernen. Unser erster Schritt in diesem Jahr war das Mulchen. Sobald irgendwo Rasenschnitt anfiel, wurde dieser auf den Beeten verteilt.
Dies hat mehrere Vorteile. Einmal wird der Boden selbst geschützt und verliert bei starker Sonneneinstrahlung weniger Wasser.
Weiterhin füttern wir damit die Mikroorganismen im Boden und die produzieren das was wir im garten brauchen: guten Humus.

Vielleicht habte Ihr schonmal gelesen (für mehr Informationen hier ein Link zur Uni Münster), dass in einer Handvoll gesunder Erde bis zu bis zu 10 Milliarden Bodenlebewesen vorkommen können. Die wollen natürlich Futter, und viele davon ernähren sich von lebender und toter organischer Substanz.

Ein gesunder Garten braucht etwas Wildwuchs!

Mit den Lebewesen im Boden ist es ähnlich wie mit unseren Untermietern in Darm. Wenn sie gut gefüttert werden, bleiben wir gesund! Ist nun der Boden gesund, geht es den darin wachsenden Pflanzen auch gut, denn sie sind in einem engen Netzwerk über Pilze und andere Mikroorganismen verbunden, sozusagen gut verwurzelt.

Nun mag mancher einwerfen, dass dies Schnecken anlocken wird!
Ja, das ist natürlich so, denn Schnecken mögen unser Gemüse zum Fressen gern.
Aber über trockenen Boden schleimen sie nicht gern, da kommt eine weiche Mulchschicht gerade recht, die förmlich dazu einläd sich den Salat schmecken zu lassen.
Nur haben die Schnecken nicht mit unseren Gartenbewohnern gerechnet. Die Laufenten Masha und ihr starker begleiter Arni durften in diesem Jahr sogar brüten. Nun laufen zuckersüße gelbe Schnatterlinge durch den Garten und lernen neben Fliegen fangen wie gut Nacktschnecken schmecken!

Unsere laufenten-Familie.

Zum Thema Garten und Saatgutgewinnung besuchte uns im August das Filmteam vom Bayrischen Rundfunk für die Sendung Querbeet. Einen ganzen Tag lang wurde fleißig gedreht wie wir Kohl- und Gurkensamen gewinnen. Am 3. September um 19 Uhr kann man den Beitrag sehen. Wir sind auf jeden Fall schon seeeeeeeeeeeehr gespannt, ob sich unsere Gesichter fürs Fernsehen eignen.

Haha, wir sind im Fernsehen!
Bild: Stephan Grabler

Da es im Beitrag um Saatgut geht, haben wir schon jetzt einen Termin für unsere Saatgutbörse festgelegt. Im Jahr 2019 wird unser CityFarm-Saatgutfest am 02. März von 14 bis 17 Uhr stattfinden!

Genug der Termine und noch kurz zu einem anderen Thema: die Bienen.

Die Anfänge des Bienenmuseums.
Foto: Stephan Grabler

Leider mussten wir Anfang des Jahres unseren alten Imker verabschieden.
Doch die Stellplätze blieben nicht lange leer, denn zwei Imker aus dem Imkerverein Gessertshausen unterstützen uns nun bei der Bienenhaltung.
Im Zuge der Einzuges der neuen Bienchen wurde die Bienenhütte entrümpelt und erhielt innen wie auch außen eine neue Verkleidung.
Das Besondere liegt nun im Inneren der Hütte versteckt. Dort sammelten wir über den Frühling und Sommer Ausstellungsstücke rund um Bienen und Imkerei, um ein kleines Bienenmuseum einrichten zu können.
Schauobjekte haben wir nun schon jede Menge, es fehlt nur noch einen didaktische Aufbereitung. Diese wird im Rahmen einer Zulassungsarbeit von einer Studentin der Didaktik Biologie an der Uni Augsburg übernommen.
Über den Winter soll alles katalogisiert und mit Schautafeln und Beschriftungen versehen werden. Wir freuen uns sehr über diese Kooperation und sind schon gespannt, wie sich unser kleines Museum entwickeln wird!

Zum Abschluss nehmen wir Euch mit auf einen Rundflug über die Farm. Danke an Martin von Lichtbild-Kopter!

Urban Gardening mal anders – Crowdfunding gestartet

Liebe CityFarm-Freunde,

CityFarm goes paper!

es ist soweit! Wie angekündigt konnten wir noch vor Weihnachten das Crowdfunding für unser erstes Buch beginnen.

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Über die Plattform 100fans.de könnt ihr für nur 11,49 Euro den Druck des ersten Cityfarm-Büchleins unterstützen! Sobald 100 Fans zusammen gekommen sind, startet der Druck und ihr bekommt Euer Exemplar zugeschickt!

Nun haben wir bis zum 13. Januar 2017 Zeit 100 Fans zu gewinnen. Auf der Crowdfundingseite 100fans.de findet Ihr eine kleine Leseprobe.
Leider konnten wir dort keine Fotos hochladen, das Buch selbst wird aber reich an Fotos sein. Es wird ein humorvoller Erfahrungsbericht unseres CityFarmers Benni, gespickt mit schönen Fotos von Ildi. Kleine und große Geschichten auf übersichtlichen 129 Seiten.

Das wäre auch ein gutes Weihnachtsgeschenk für alle Lastminute-Nikoläuse! Verschenkt die Option auf ein Buch und unterstützt damit unser Projekt, denn von jedem verkauften Buch fließt 1,50 Euro direkt in die Pacht 2018 für den Erhalt unseres Geländes!

https://100fans.de/projekt/urban-gardening-mal-anders-146/