Aktuelles aus dem Sommer 2014

Liebe CityFarm-Freunde,

Rudbeckia (Sonnenhut)

Rudbeckia (Sonnenhut)

in diesem Jahr zeigt sich der Sommer von seiner wechselhaften Seite. Erst bekamen wir eine regelrechte Dürre zu spüren, sodass unsere Obstbäume ihre Früchte abwarfen und nun erinnert unser Sommerwetter an tropische Gefilde mit schwülwarmen Gewitterwetter. Doch zum Glück haben wir wenigstens darauf keinen Einfluss und müssen unser gärtnerisches Können immer wieder erneut unter Beweis stellen. Da lernt man wenigstens nie aus.

So geht der CityFarm-Sommer ebenso turbulent ins Land wie unsere Witterung und fordert uns nicht minder einiges an Nerven und Arbeitskraft ab. Nun wollen wir euch mal wieder auf den aktuellen Stand bringen, denn leider lässt unsere Zeit es gerade nicht zu hier regelmäßig zu schreiben.

Sollte sich jemand berufen fühlen uns dahingehend zu unterstützen und kleine Artikel oder Videos zu verfassen, der solle sich bei uns melden. Wir sind für jede Hilfe dankbar! Gern kooperieren wir auch wieder mit Medien- und Geographiestudiengängen der Universität oder der Fachhochschule Augsburg in Form von Praktikas oder Seminarpartnerschaften!

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Grundstückssuche

Leider gibt es da nichts Neues zu melden, außer den vielen Absagen. Es stellt sich als wahrhaft schwer heraus ein neues Gelände für die Farm zu finden und zeigt was für ein Glück wir vor drei Jahren hatten, unser aktuelles Grundstück zu finden. Es bleibt nun noch ein halbes Jahr bis wir unser Gelände verlassen müssen und die Zeit rinnt uns durch die Finger wie sandiger Möhrenboden.

Calendula officinalis

Wo wird sie nächstes Jahr blühen unsere Calendula officinalis?

Wir sind bisher an Bauspekulanten, bauwütigen Amerikanern, Böden mit Altlasten, ungeklärten Besitzverhältnissen und dem Behördenapparat der Stadt gescheitert. Es bleiben leider kaum mehr Möglichkeiten übrig und ohne Unterstützung der Stadt ist es fast unmöglich etwas geeignetes zu bekommen. Zum Glück haben wir an einigen Stellen Unterstützer sitzen, die für uns kämpfen und nicht wollen, dass das CityFarm-Projekt in Ermangelung einer Fläche beendet werden muss. Aber auch stadtintern wird um Flächen gerangelt und da hat es so ein kleines Projekt wie wir schwer. Doch aufgeben kommt für uns nicht in Frage – noch ist Zeit.

Es stellt sich eher die Herausforderung wo wir unsere Tiere vorübergehend unterbringen können, falls sich bis Februar 2015 noch nichts Neues gefunden hat.

Unterstützt werden wir auch vom Lifeguide Augsburg, der Plattform für ein nachhaltiges Augsburg.

Die Journalistin Cynthia hat uns besucht und sich die Farm und ihre Zwei- und Vierbeiner angeschaut. Mittlerweile zählt sie zu den regelmäßigen Besuchern und ist ein gern gesehener Gast! Ihre Erfahrungen und Interviews mit uns, hat sie in wunderbare Artikel gepackt. Darin kommen auch andere CityFarmer und Besucher zu Wort.

Hier geht es zum Artikel

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Öffnungszeiten und Veranstaltungen

Endlich sind Sommerferien, was uns ebenso freut wie alle Schulkinder und nach den letzten Wochen, haben wir uns die Pause redlich verdient.

Drei schöne Gartenfeen. Die Schulgartengruppe der Kapellenschule zu Besuch auf der CityFarm

Drei schöne Gartenfeen.
Die Schulgartengruppe der Kapellenschule zu Besuch auf der CityFarm.

Allerdings bleibt wegen unserer Hochzeitsvorbereitungen die Farm bis einschließlich 15. August für Besucher geschlossen. Am Samstag den 16. August könnt ihr uns dann wieder zur gewohnten Zeit von 13 bis 18 Uhr besuchen.

Auch von Mitte September bis Mitte Oktober nehmen wir uns nochmal eine Auszeit und genießen unsere Flitterwochen. Auch in diesem Zeitraum bleibt die Farm geschlossen. Wir bitten euch um Verständnis.

Die nächste Veranstaltung findet am 06. September statt und ist ein Workshop zu alten Konservierungsmethoden. Wer Interesse hat zu lernen wie man Kräuter bis zum Winter frisch hält oder klassische Senfgurken einlegt, der ist an diesem Tag genau richtig! Anmeldung bitte bis zum 03. September per Email.

Das nächste und letzte Fest auf dem Gelände findet am 25. Oktober statt. Gemeinsam wollen wir für die reiche Ernte danken und die letzten Früchte aus dem Garten ernten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Ende Juni feierten wie ein wunderschönes Sonnenwendfest. Das Wetter war uns hold uns zog einige Gäste auf die Farm, die vor dem Fussballwahn in eine ruhige Oase flüchten und ein entspanntes Fest feiern wollten. Geschmückt mit Kerzen und Lichtern verzaubentführte uns die längste Nacht des Jahres in eine Zauberwelt mit Glühwürmchen, Lagerfeuer, Musik und Gesang.

Auch an diesem Tag war Cynthia vom Lifeguide dabei und hat ihre Eindrücke für euch festgehalten.

Das CityFarm-Feeling.

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Prachtvolles Gartenchaos mit Baumspinat, Borretsch, Tagetes, Ringelblumen, Chili, Paprika und Roter Gartenmelde

Prachtvolles Gartenchaos mit Baumspinat, Borretsch, Tagetes, Ringelblumen, Chili, Paprika und Roter Gartenmelde

 

Garten

Das warm-feuchte Wetter bringt unseren Pflanzen in diesem Jahr eine gute Wachstumsvoraussetzungen.
Wir wollen euch nun noch ein paar Besonderheiten aus dem Gemüsegarten zeigen, der an sich schon eine Besonderheit ist. Viele Kleingärtner würden sich wohl die Haare über das Durcheinander in den Beeten raufen. Doch unser grünes Chaos hat durchaus System und ist dieses Jahr besonders prächtig.
In Misch- und Reihenkultur nach guter und schlechter Nachbarschaft getrennt, gedeihen hier:
Russische Honigzucchini (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina) neben Wirsingkohl (Brassica oleracea convar. capitata var. sabauda L.) neben Baumspinat „Magentaspreen“ (Chenopodium giganteum), der seinem Namen alle Ehre macht!
Halb unter dem Baumspinat versteckt sich eine Reihe Paprika „Roter Augsburger“ (Gattung Capsicum) voll behangen und dadurch recht kopflastig und daneben gedieht die Buschbohne „Frauenbohne“ (Phaseolus vulgaris var. nanus). Dazwischen drängeln sich überall verschiedene Tagetes-Sorten, Borretsch (Borago officinalis) und Ringelblumen (Calendula officinalis) ans Licht.

Ildi versucht den Mais zu retten.

Ildi versucht den Mais zu retten.

 

Auf der anderen Seite des Gemüsechaoses stand bis vor 2 Tagen die Mischkultur Milpa, die drei Schwestern mit dem roten kolumbianischen Mais (Zea mays), Kürbissen (Cucurbita moschata und pepo) und Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris L.) in voller Pracht.

Süße Schwarzenbeere (Solanum burkanii)

Süße Schwarzenbeere (Solanum burkanii)

Noch niemals haben wir Maispflanzen gesehen, die 3 Meter in die Höhe schossen, prachtvolle und starke Pflanzen waren das! Naja, sie waren es bis zum Gewittersturm am Montag. Dieser fegte in derartigen Böen über die Farm, dass die Hälfte der Maispflanzen entwurzelt oder angeknickt wurden. Dabei liegt das Beet schon im Windschatten! Ärgerlich vor allem wegen der außergewöhnlich schönen, blutroten Maiskolben, die Ildi nicht nur genießen, sondern auch für die Saatguttauschbörsen vermehren wollte.

Positiv überrascht haben uns aber die Pflanzen der Jal-Tomate, Süße Schwarzenbeere (Solanum burbankii) und der Miltomate. Was jetzt rot und saftig nach Tomaten klingt, sind nur Verwandte der klassischen Solanum lycopersicum (Tomate) und bringen kleine schwarze Beeren hervor. Im Phänotyp sind die Pflanzen etwas gewöhnungsbedürftig, denn sie erinnern an heimische Giftpflanzen aus der Gattung Solanum. Doch unsere Variationen sind natürlich Kulturpflanzen und ungiftig. Die reifen Beeren sind etwa ein Zentimeter groß und hervorragend für Kuchen, Marmeladen und Chutneys geeignet.

Unreife Jal-Tomate

Unreife Jal-Tomate

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Die Jal-Tomate wie auch die Miltomate wurde auch von Arche Noah ins Sortenhandbuch aufgenommen.

Hauptzweck des ARCHE NOAH Sortenhandbuchs ist die Verbreitung seltener und gefährdeter Sorten von Kulturpflanzen, die im Handel nicht oder nicht mehr angeboten werden, mit dem Ziel ihrer Erhaltung.” Arche Noah

Jal-Tomate und Miltomate

Passiflora edulis f. flavicarpa Foto: B.navez

Zuletzt wollen wir euch noch eine tropische Besonderheit zeigen. Die meisten von euch kennen sicher die Passiflora, auch Passionsblume genannt. Die Früchte der Passiflora heißen Maracuja und stellen eine besonders leckere tropische Frucht dar. Die Kultivierung der Passionsblumen erfordert etwas Fingerspitzengefühl, denn die Pflanzen fühlen sich trotz gegenteiliger Angaben in Büchern eher im Halbschatten von Bäumen und nicht in der Vollsonne wohl. Gern ranken sie kleine Bäumchen ein oder benötigen mindestens ein Rankgerüst. Auch das Gießen ist nicht einfach, denn es muss zwar jeden Tag aber immer nur ein Schlückchen gegossen werden. Einen Gewitterguss verkraften die Pflanzen besser als eine ganze Gießkanne voller Wasser. Daran sieht man wieder, dass auch jede Pflanze ihren eigenen Charakter hat.
Steht die Passiflora besonders günstig, dann kann es passieren dass aus den wundervollen Blüten Früchte entstehen, was in unseren Breiten außerhalb des Glashauses eine Seltenheit ist!
Eine unserer Passionsblumen, die in einer Kiste zusammen mit Estragon, Pfefferminze und einer Litschitomate gedeiht, trägt drei kleine Maracujas. Zwar ist unsere Vegetationsperiode wohl zu kurz, um diese ausreifen zu lassen, dennoch sind die Früchtchen eine Freude für das Auge – zeigen sie doch, dass es der Pflanze sehr gut geht!

Essbare Frucht der Passiflora edulis f. flavicarpa

Essbare Frucht der Passiflora edulis f. flavicarpa

Flauschiger Nachwuchs auf der CityFarm!

Liebe CityFarm Freunde,

lange musstet ihr euch gedulden und auf einen neuen Artikel warten. Aber nun endlich ist es soweit und wir präsentieren euch unseren neusten Nachwuchs! Dazu hat Benni einen kleinen Artikel geschrieben, den mancher von euch schon vom Lagerfeuer in der Nacht der Sonnenwende kennt:

Ein neuer Star ganz frisch aus dem Ei gepellt. Foto: Armin Pawelka

Ein neuer Star ganz frisch aus dem Ei gepellt.
Foto: Armin Pawelka

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Mitte Mai begannen zwei unserer Hennen ein äußerst merkwürdiges Verhalten an den Tag zu legen. Tagsüber verließen die beiden nur noch sporadisch ihren Stall um ein Häuflein vor unsere Füße zu platzieren, sich den Bauch in Windeseile mit Melone, Wurst und Körnern vollzustopfen, nur um dann 5 Minuten später wieder bis zum nächsten Morgen im Hühnerhäuschen zu verschwinden. Außerdem verloren ihre Kämme jedwede Farbe, während sie sich gegenüber Mensch und Tier, Artgenossen eingeschlossen, äußerst aggressiv zeigten. Dies äußerte sich durch eine nie dagewesene Geräuschkulisse wie Fauchen, lautes Geblubber, glucksendes Gegurre und dem inflationären Einsatz des Schnabels als Hieb und Stoßwaffe. Mit aufgestellten Federn, fauchend wie eine schlecht gelaunte Miezekatze, macht auch so ein kleines Hühnchen mächtig Eindruck.

Zeig her deine Federn, zeig her deine Flügelchen...

Zeig her deine Federn, zeig her deine Flügelchen…

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Im ersten Moment dachte Benni an eine schlimme Krankheit, was zur Folge hatte, dass er sich panisch über die Newcastle-Krankheit und Co informierte, bis Ildi ihn lachenderweise über das Verhalten von brütenden Hennen aufklärte. So erklärte sie dem unwissenden Benni:
Aus Ermangelung eines Hahnes seien diese Eier, die unsere gefiederten Damen da bebrüteten, leider Gottes nicht befruchtet und würden bei konstanter Temperatur von 38 schlecht und begnnen irgendwann zu stinken.
Dementsprechend mussten wir erst einmal Eier mit „Hahnentritt“ organisieren und fanden diese bei den privaten gehaltenen Hühnern der Biogärtnerei Bucher ganz in der Nähe der Farm. Akademisch vorbelastet wie die Cityfarmer sind, wälzten wir umgehend Hühnerbücher und fanden heraus, dass man zwei gemeinsam gluckende Hennen unbedingt trennen müsse, da sie sich sonst gegenseitig die Eier mopsen würden. Wobei die Gefahr bestünde, dass einige kaputtgehen könnten. Versuch macht kluch.

Die Hühner wurden getrennt, dabei mit befruchteten Eiern versehen und in absperrbare, separierte Nester gesetzt. Kaum eine halbe Stunde später sitzen beide wieder im alten Nest auf den „original“ Eiern. Nachdem wir diesen Vorgang scheiternderweise 4 oder 5 mal wiederholt hatten, wagten wir das Eggsperiment: DOPPELBRUT.

Was soll denn nur die ganze Aufregung um 3 Babys, ich hab schon um die 30!

Was soll denn nur die ganze Aufregung um 3 Babys, ich hab schon um die 30!

Zu unserem Ärger waren die Bucherschen Eier nun mehrfach durchgekühlt so, dass daraus keine Küken mehr schlüpfen würden. Also begann unsere Suche von Neuem. Doch die liebe Steffi, Chefin des Jugendhauses Lehmbau in Hochzoll, erbarmte sich und trat uns einige befruchtete, bereits angebrütete Eier ab, die wir unseren Putschen standepedes unterschoben.
Da saßen sie nun. Und brüteten und brüteten und brüteten und brüteten… 21 Tage lang.
Während diese 21 Tage Brutzeit verbaute Benni gemeinsam mit CityFarmer Basti Stück für Stück das Hühnergehege und den Stall so um, dass ein kükensicherer Stall im Stall entstand. Weil die anderen, die Brutautomathühner, mit Bibberle angeblich so gar nichts anfangen können und die kleinen, laut Hühnerbuch, im schlimmsten Fall als leckere Eiweißquelle ansehen. Auch dies erwies sich letztendlich als Irrtum, denn die Hühnerschar legte gegenüber den ausbruchsfreudigen Baby-Hühnchen ein für Hühnerverhältnisse sehr achtsames und liebevolles Verhalten an den Tag. Was vielleicht an den sowohl außergewöhnlich dominanten als auch aggressiven Müttern liegen könnte. So war es dann Mitte Juni soweit. Ein mehrstimmiges Piepsen im Stall verriet, dass unser neuster Cityfarmnachwuchs ihren letzten Eidotter verzehrt, sich aus ihren Schalen befreit und das Licht der Welt erblickt hatte. Auf die Küken, noch feucht vom Ei, erhaschten einige Cityfarmer und Besucher einen Blick, wobei wir wiedereinmal bemerkten, dass niemand immun gegen das oft besungene Kindchenschema ist. Früh am darauf folgenden Morgen sägte der frisch gebackene Hühnerpappa Benni eine zweite Klappe ins Häuschen unserer gefiederten Freunde. Danach bastelte er ein kleines aber feines Außengehege mit Gestrüpp zum Verstecken und viel Schatten zum gemütlichen Sandbaden für die Mammies und ihre Kleinen.

Vollgefressen in der Chil-Area unterm Busch.

Vollgefressen in der Chil-Area unterm Busch.

Sogleich machte sich Ildi mit Tine, einer Freundin vom Ak Urbane Gärten (Lokale Agenda 21) auf, um beim Futtermittelhändler Kükenfutter zu erstehen. Unserer Abneigung gegenüber gentechnisch veränderten Pflanzen verhinderte dabei sehr effektiv, dass wir irgendwo sojafreies unbelastetes Kükenfutter finden konnten.Laut Futtermittelhändler gibt es das schlicht und einfach nicht mehr! Aber er will sich umsehen, da scheinbar immer mehr Hühnerhalter ihre Abneigung gegen Soja kundtun.
Da standen wir nun mit vier hungrige Mäulern, vier piepsenden flauschige Bollen und kein Futter zur Hand.
Wie hat man das denn früher gemacht als es noch keine kommerziellen Futtermittelhändler gab? Bei der Frage lachte der Herr Kratzer vom Hühnerhof in Gablingen, man hat ganz einfach auf die Ressourcen zurückgegriffen die sowieso vorhanden waren, die täglichen Essensreste! Soja ersetzt nur tierische Eiweiße welches sich glückliche Hühner durch Kellerasseln, Würmer, Kartoffelkäfer selber suchen oder durch wenig gewürzte Essensresten bekommen. Dazu gehört natürlich auch, sich ab und an ein Würstchen direkt vom Grill zu klauen. So bekommen unsere Kleinsten jeden Tag zwei Eimer Kompost gespickt mit Würmern und Asseln, mehrere Ränkel Wurst die Metzgereien täglich massig in den Müll hauen und ab und zu ein wenig Hirsebrei mit Milchpulver den es regelmäßig umsonst in diversen Containern zur Selbstabholung gibt. Die kritischen ersten Wochen sind nunmehr für 3 Küken glatt verlaufen und sie erfreuen sich bester Gesundheit auch ohne teures Kükenfutter. Eine unerfahrenes Kleines fiel leider schon früh einem melonenbedingtem Insektenstich zum Opfer. Grausame Mutter Natur…
Mit diesem theatralischem Schlusswort entlasse ich euch in einen hoffentlich schönen, sonnigen Sommeranfang und wünsche allen Gärtnerkollegen eine erfolgreiche Gartensaison.
Danke fürs Lesen!

Das flauschige Süßheitsstadium ist vorbei, jetzt wachsen die richtigen Federn!

Das flauschige Süßheitsstadium ist vorbei, jetzt wachsen die richtigen Federn!

Kleiner Nachtrag:
Mittlerweile haben die süßen Bibberle das Süßheitsstadium verlassen. Sie bekommen schon richtige Federn an den Flügeln und üben sich im Flattern, denn sie wollen den Zaun zum Schlaraffenland Komposthaufen baldmöglichst selber überwinden. Auch entfernen sie sich täglich mehr von ihren beiden Müttern, streunen auch mal ganz allein auf der Suche nach krabbelnden Leckerbissen unter den Apfelbäumen umher und haben sich wunderbar in die restliche Hühnerschar integriert.
Auch unser Dino, der übrigens vor wenigen Wochen selbst beschlossen und umgesetzt hat, wieder bei uns einzuziehen, beschützt die Kleinen als wären es seine eignen Jungen. Die Mütter dürfen unterdessen wieder seine Statthaftigkeit bewundern.
Der Kükenverschlag im Stall kann nun die Tage wieder abgebaut werden, denn schon nach 2 Wochen beschlossen Mütter und Küken lieber im Legenest, nahe der restlichen Schar, zu schlafen als im eigens dafür abgetrennten Bereich.
Alles in allem ist es für uns eine sehr spannende Erfahrung, denn unsere Tiere verhalten sich entgegen dem was in sämtliche Hühnerbüchern und -Internetforen geschrieben steht. Woran das liegt, könnten uns nur die Hennen sagen aber diese schweigen sich aus und stravanzen statt dessen fröhlich durch den Garten.
Sodenn wünschen wir euch ein beschwingtes „Goaaak“!

Eine gackernde Familie!

Eine gackernde Patchwork-Familie!

Sonnenwendfeier 21. Juni 2014

Hallo lieber Sommer-Sonnen-Gartenfreunde!

es ist wieder soweit, ein neues Fest bei und mit uns auf der CityFarm Augsburg steht an. Da wir in diesem Jahr keine Walpurgisnacht veranstalteten, wollen wir nun mit euch den längsten Tag des Jahres und den offiziellen Start des Sommers feiern.

Die Sonne als Licht- und Lebensbringer wie auch längste Tag des Jahres wurde schon in prähistorischer Zeit geehrt. Seit jeher betrachten somit die Menschen den Tag der Sonnenwende als mystischen Tag und begehen ihn mit religiösen und weltlichen Festen. Vor allem im den germanischen, nordischen, slawischen, baltischen und keltischen Kulturen besaß die Sommersonnenwende einen festen Platz.
Übrigens spielt auch Shakespears “Ein Sommernachtstraum” während einer Sommersonnenwende.

Nun bleibt nur noch zu sagen: Kommet herbei und reichlich! Lasset uns gemeinsam ein schönes Fest zu Ehren der Sonne gestalten und genießen!

Termin: 21. Juni ab 19 Uhr
Ort: CityFarm Augsburg
Mitbringen: Gute Laune, Instrumente zum gemeinsamen musizieren, Nahrungs-Obulus für unser gemeinschaftliches Buffet

Am abend wurde die Lagerfeuer Stelle in gemütlicher Runde eingeweiht.

Veranstaltungshinweis 07.06.2014

Urban Gardening meets Upcycling: Hängende Gärten für Fenster und Balkon
Am 07. Juni 2014 findet auf der CityFarm Augsburg von 10 bis 13 Uhr ein kreativer Gartenworkshop statt. Gemeinsam basteln und bauen wir aus dem was andere wegwerfen (z.B. Plastikflaschen, Konservendosen, Holzresten) hängende Gärten für Kräuter, Salat und co.
Gern könnt ihr alte Plastikflaschen, Tetrapacks, Schlauchreste, Luftballons, Haken … mitbringen. Je mehr Auswahl an Material zusammengetragen werden, desto einzigartiger werden unsere Hängegärten
Eine Grundausstattung an Baumaterial, sowie Erde und Pflanzen werden gestellt.
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Kostenbeitrag 7 Euro pro Person, Familien 10 Euro
Anmeldung bis 06. Juni bitte unter: 0157/84866734 oder cityfarmaugsburg@gmx.de
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Der vertical farming-Workshop am 16.06.2012.

Vor 2 Jahren bastelten wir Hängegärten aus Plastikflaschen.

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Wir möchten euch zudem bitten den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen oder mit dem Fahrrad zu kommen (der wunderschöne Wertachweg führt euch am Fluss entlang zu uns), da die Anwohner und auch wir einen reduzierten Autoverkehr in unserem grünen Eck wollen. Falls ihr doch das Auto verwenden müsst, dann parkt bitte auf dem Park&Ride-Platz Augsburg Nord, von dem aus es maximal 10 Minuten zu Fuß zur CityFarm sind – einfach den orangenen Fußtapsen folgen.

Da am Samstag mehrere Veranstaltungen stattfinden, müssen wir euch leider mitteilen, dass die CityFarm Augsburg am kommenden Samstag (07.06.2014) für Besucher geschlossen ist. Statt dessen sind wir am Freitag den 06.06.2014 von 13 bis 18 Uhr für euch da.

Wiederauswilderung unserer Kinder

Heute haben wir einen Artikel für euch, den Ildi für die ‘Info-Dienst’ Ausgabe Dezember 2013 geschrieben hat. Info-Dienst ist eine Zeitschrift des LJKE-Bayern (Landesverband der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Einrichtungen Bayern e.V.). Der Schwerpunkt dieser Ausgabe lag in den verschiedenen Lebenswelten, in denen Jugendliche heute aufwachsen: STADT.LAND.WEB

Die Stadt, das Land, das Web – alle sind sie lebendige Orte, weil der lebendige Mensch sie sazu machen kann. Vieles ist im Austausch, im Übergang, im Experiment; und unsere Kinder mittendrin.” Katharina Steppe (Redaktion)

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Frei/Raum Cityfarm

Frei/Raum Cityfarm

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Hintergrund

Die Umweltbildung sollte laut Bundesregierung einen größeren Stellenwert erhalten. Es wird immer wieder der Ausbau und die Eingliederung der Naturbildung in den Stundenplan gewünscht. Doch so lobenswert diese schon oft vernommenen Worte klingen, so gegenteilig sieht es in der Realität aus. Natur- und Umweltbildung umfassen sehr weitreichende Themengebiete. An dieser Stelle sollen nur wenige, für die CityFarm Augsburg aber ausschlaggebende Problematiken angesprochen werden.

Vor allem in Städten, mittlerweile aber auch im suburbanen Raum, fehlt oft die familiäre Hinführung zum Thema Garten und Natur. Für viele Familien, die seit mindestens zwei Generationen in der Stadt leben, ist oft das Wissen um Natur und Umwelt nicht mehr notwendig. Teilweise ging das Wissen sogar von einer zur nächsten Generation komplett verloren. Wie sollen nun die Eltern, die dieses Wissen nicht mehr haben, es mit ihren Kindern teilen?

Jede Schule und jeder Kindergarten sollte einen kleinen Nutz- und Naschgarten pflegen.

Kids der Kita Ulmer Straße beim Bearbeiten ihres Beetes auf der CityFarm im Jahr 2012. Foto: Jens Börner

Dadurch entsteht ein Desinteresse bei Kindern und Jugendlichen, welches in den Schulen durch Fehlen entsprechender Einrichtungen noch verstärkt wird. Dieses schulische Problem resultiert aus den Mängeln der strengen zeitlichen Strukturierung wie auch der thematischen Lehrplanorientierung, da selbst interessierten Lehrern kaum Spielraum für Naturbildung außerhalb des Klassenzimmers bleibt. Dies führte neben mangelnder finanzieller Mittel, in den letzten Jahrzehnten zur Aufgabe zahlreicher Schulgärten. Da weder Eltern noch Lehrer der Naturentfremdung ihrer Schützlinge entgegenwirken können, wird die digitale bunte Glitzerwelt leider allzu oft realistischer für Kinder und Jugendliche, als die langweilige grüne Realität vor der Haustür.

Natürlich ist diese Situation überspitzt dargestellt, doch sie trifft den Kern des Problems: den Generationen, die unsere Zukunft bilden sollen, fehlt es an grundlegendem Wissen um Natur, Umwelt und ihrer Zusammenhänge. Dieses Defizit umfasst weite Themen- und Lebensbereiche wie Ernährung und Gesundheit, GVOs, Konsum, Ökologie und Umweltschutz und führt nicht selten zu Verhaltensstörungen, die auf ein Naturdefizit zurückzuführen sind.

Endlich mal klettern dürfen!

“Kinder sollen draußen spielen” sagt Richard Louve.

Das grundlegende Problem der Naturentfremdung zeigen auch Journalist Richard Louv und Rainer Brämer von der Universität Marburg in ihren Arbeiten auf. Richard Louv beschreibt 2006 in seinem Buch „Das letzte Kind im Wald?: Geben wir unseren Kindern die Natur zurück!“ Zusammenhänge zwischen fehlender Naturerfahrung und Verhaltensstörungen wie dem Aufmerksamkeits-Defizit-(Hyperaktivitäts-) Syndrom auf. Dies betrifft vor allem in Städten lebende Kinder. Nach Louv besitzen viele Kinder eine verkümmerte Sensibilität zu natürlichen Kreisläufen, Jahreszeiten oder Wildtieren (Bambi-Syndrom). Darunter fällt ebenso das Nichtkennen von Pflanzen und Tieren, sowie der Bezug zu gesunder Nahrung und deren Herkunft. Es mangelt ihnen an direkten, persönlichen Naturerfahrungen. Diese Störung wird als Natur-Defizit-Syndrom bezeichnet.

Auch Fabi war begeistert eins der flauschigen Hühner halten zu dürfen.

Auch der unverklärte Kontakt zu Tieren, egal ob Wild- oder Nutztier, sind elementar für die Kindesentwicklung.

Der Natursoziologe Dr. Rainer Brämer von der Universität Marburg stützt diese These. Er beschäftigt sich mit dem Thema der Naturentfremdung und definierte in seinem Aufsatz Naturentfremdung? Versuch einer sozialwissenschaftlichen Begriffsbestimmungdiesen Begriff folgendermaßen: „Sie ist gekennzeichnet durch eine Distanz zur Natur, die zu relevanten Fehleinschätzungen oder Fehlhandlungen im Umgang mit der äußeren oder eigenen Natur bei der Sicherung der menschlichen Überlebensfähigkeit führt“ (1998, S. 10). Nach Brämer verliert der moderne Mensch schon im Kindesalter die Fähigkeit wahrzunehmen, was für die ihn umgebende, wie auch seine eigene Natur (über)lebenswichtig ist. Neben anthropogen verursachten Umweltproblemen von globalem Ausmaß, Ressourcenverknappung und der modernen Sklaverei, sind psychische Entwicklungsstörungen bei Kindern sowie Zivilisationskrankheiten durch unnatürliche körperliche und psychische Fehlbelastungen eindeutige Anzeichen für Naturentfremdung.

Dieses Natur-Defizit-Syndrom wird teilweise ausgelöst aber auch verstärkt durch die zunehmende Medialisierung, Beschleuningung und Konsumorientierung unserer Mitwelt. Es ist in Mode gekommen immer und überall mittels Smartphone und Co. erreichbar und dabei zu sein.

Die Gewichtung von realer und digitaler Interaktion hat sich hin zur Computerisierung verschoben. Dadurch nimmt der tägliche Informationsinput derart zu, dass Burnout kein Symptom gestresster Manager mehr ist, sondern die Kinder schon im Schulalltag eingeholt hat.

Verschiebung der Realitäten, digital ist das neue real. Foto: pictureYouth

Die gesellschaftspolitische Epidemie des ´Schneller-Höher-Weiter´ zerbricht viele Kinder schon in der Vorschule. Im Kopf noch Kind sollen sie plötzlich Leistungsbringer sein und zu funktionieren haben. Zusätzlich werden noch verschiedenste Musik-, Sport- und andere Förderaktivitäten auf die Nachmittage verteilt, sodass sich der kleine Kopf fragt: „und wann darf ich spielen?“ Selbst das freie Spielen muss heute pädagogisch wertvoll sein. Dabei wird jedoch die Natur der Kinder völlig außer Acht gelassen, denn z.B. ist Langeweile ein wichtiger Bestandteil des Kinderlebens und bietet freien Raum für Kreativität und persönliche Entwicklung.

Zusätzlich tragen die eher als Füllstoff zu bezeichnenden Nahrungsmittel der Lebensmittelindustrie nicht zur Gesundheit der Menschen bei. Ein Lebensmittelskandal jagt den anderen und langsam fragt sich die Bevölkerung, was denn überhaupt noch gesund sei. Allergien und Unverträglichkeiten, vor allem bei Kindern, stehen symptomatisch für eine krankmachende, industrialisierte Land- und Lebensmittelwirtschaft. Die Produktion muss wirtschaftlich sein, auf dem Weltmarkt mithalten können und entsprechenden Absatz bringen. Mit gesunder Ernährung hat dies wenig zu tun. In Kombination mit mangelnder Bewegung und Naturentfremdung sind die Folgen zu oft Adipositas, vorzeitige Altersdiabetes, Allergien, Unverträglichkeiten und Diagnosen wie ADHS.
Übrigends gab der „Erfinder“ des ADHS-Krankheitsbildes, Leon Eisenberg – US-amerikanischer Psychiater, vor seinem Tod zu, dass “ADHS ist Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung” sei.

http://www.inhr.net/artikel/adhs-eine-fabrizierte-erkrankung-die-es-gar-nicht-gibt

Dies soll aber nicht heißen, es würde keine verhaltensauffälligen Kinder mit diesen Symptomen geben. Die gibt es allerdings, doch liegt es nie am Kind und kann sehr oft durch körperliche Aktivitäten in den Griff bekommen werden. Ritalin ist daher wiedereinmal ein Geschenk an die Pharmaindustrie und sicherlich NICHT an die Kinder!!!!!!!

Kinder in ihrer natürlichen Umgebung: draußen im Wald am Fluss.

Kinder in ihrer natürlichen Umgebung: draußen im Wald am Fluss.

Unsere Erfahrungen

Das Naturdefizit ist auch auf fehlende Freiräume für Kinder, vor allem im städtischen Bereich, zurückzuführen. Das Wort Frei-Raum steht hier für einen uneingeschränkten Entfaltungsort im Kultur- und Naturraum, der sich für uns u.a. durch maximale Entschleunigung und Entdigitalisierung auszeichnet. Dies bedeutet einerseits Bewegungsraum, in welchem die Kinder ihre körperlichen Fähigkeiten erfahren und selbst schulen lernen. Weiterhin auch einen Lernort, der die spielerische Naturerfahrung zum primären Ziel hat. Doch fast wichtiger ist, dass in diesem Freiraum die ursprüngliche Wortbedeutung praktisch umgesetzt wird. Frei-Raum also im Sinne von einem Raum der Freiheit, frei von der stetigen Angst überfürsorglicher Eltern oder Lehrer. Die übertriebene Sorge um das Wohlergehen des Kinder ist selbstverständlich löblich, doch sie hemmt den Nachwuchs in ihrer Entwicklung. Sie überträgt sich zwangsläufig auf die Kinder und nimmt ihnen Selbstvertrauen, da es zu keiner Selbsterfahrung mehr kommen kann. Denn wie sollen die Kleinsten Selbstsicherheit lernen ohne sich je selbst ausprobieren zu dürfen? Eine gute Körperkoordination ergibt sich nicht nur durch überteuerte Sport- und Freizeitangebote, sondern auch dadurch Kleinjulian einmal die Woche mit seinen Kumpels in Opas Garten, in den Wald oder auf die CityFarm zu schicken.

Auf dem Hosenboden ins Waldabenteuer! Ildi: "Nur dreckige Kinder sind gute Kinder!"

Ildi: “Nur dreckige Kinder sind gute Kinder!”

Wir erleben Derartiges regelmäßig auf der Farm. Mama und ihr kleiner 6 jähiger Sohn, bleiben wir symbolisch bei Julian, besuchen die CityFarm, um einen Nachmittag im Grünen zu verbringen. Als der kleine Junge von den CityFarmern erfährt, dass er sich hier frei bewegen, alles entdecken, anfassen und ausprobieren darf, bekommen Mutter wie Sohn große Augen. Jedoch aus verschiedenen Gründen. Der Junge stürmt augenblicklich davon und entdeckt die anderen beiden Kinder, die eben auf dem Misthaufen mit alten Kisten surfen und sich über einen dritten im Bunde freuen. Sie führen Julian natürlich gleich zum großen Kletterbaum, quasi das Hauptquartier der Kinder und ermutigen ihn die ersten zaghaften Kletterversuche seines Lebens zu unternehmen, denn bisher gab es solche Bäume in seinem Leben nicht. Er kann seinem Stolz kaum Ausdruck verleihen, als er die Plattform erklommen hat und ruft freudig nach seiner Mama, sie soll sehen was er tolles kann!

Die Mutter wurde unterdessen mit einem frisch gebrühten Kaffee vom Treiben ihres Kindes abgelenkt, doch die Anspannung steht ihr ins Gesicht geschrieben. ´Julian ist sonst nie alleine unterwegs, was wenn er sich verletzt oder Angst bekommt?´ Der aufgeregte Ruf ihres Kindes lässt sie den Kaffee vergessen und fast panisch stürmt sie in den Obstgarten. Ihre Angst lässt sie die Leistung ihres Kindes übersehen und statt Lob erntet Julian Ärger und böse Worte, weil er sich in eine so gefährliche Situation begeben hat. Sie holt das Kind vom Baum und will ihn zur Sicherheit lieber bei den Erwachsenen wissen.

Freiraum und echte Frei- Zeit sind nicht wetterabhängig!

Freiraum und echte Frei- Zeit sind nicht wetterabhängig!

Diese jedoch sehen die Sachlage etwas anders. Für die CityFarmer hat der Freiraum der Farm zentrale Bedeutung. Es gibt nur 3 Regeln für die Kinder: die Tiere nicht jagen und ärgern, nicht schreien und nach dem Spiel wieder aufzuräumen und eine Regel für Eltern: lasst die Kinder mal machen. Sie können mehr als ihnen zugetraut wird! In einer solchen Situation wird von den CityFarmern Position für das Kind bezogen, die Mutter beruhigt und abgelenkt. Es dauert im Schnitt 20-30 Minuten, bis besorgte Eltern ihre Kindern frei spielen lassen oder, im umgedrehten Fall, stark naturentfremdete Kinder sich wie ´naturnahe´ Kinder benehmen. Unsere Erfahrung hat dahingehend gezeigt, dass die Freude sich frei in der Natur zu bewegen und sich auszuprobieren, man glaubt es kaum, in jedem Kind und jedem Erwachsenen steckt. Sei es beim Holz hacken, Bäumeklettern oder Regenwürmer für die Hühner suchen. Innerhalb kurzer Zeit fällt jeder in das Zeitloch auf der CityFarm, die Uhren gehen hier anders oder werden einfach vergessen…

Ein Feuer und Stecken machen Kinder schon glücklich, da braucht es kein Handy, keinen Konsum und keinen Computer.

Ein Feuer, Stecken und Stockbrot machen Kinder schon glücklich, da braucht es kein Handy, keinen Konsum und keinen Computer.

Es kann daher als Fazit herausgestellt werden, dass naturnahe Orte im städtischen Raum der naturentfremdenden Entwicklung entgegenwirken können, wenn man sie nutzt. Sie sind Naturerfahrungs- und Lernort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und sensibilisieren für natürliche Abläufe. Dadurch werden kognitive, körperliche wie auch soziale Kompetenzen geschult. Auch die entschleunigende Wirkung einer naturnahem Umgebung hat positive Auswirkungen auf Körper und Geist. Der Allagsstress wird reduziert und die natürlichen Fähigkeiten des Körpers reaktiviert.

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Eine Wiederauswilderung der Kinder von heute ist somit zwingend erforderlich, um ihre und damit unsere Zukunft zu sichern!

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Quellen

Brämer, R. (1998): Naturentfremdung? Versuch einer sozialwissenschaftlichen Begriffsbestimmung.
http://www.wanderforschung
.de/files/naturentfremdung1226843289.pdf

Foundation for Global Sustainability (2013)
http://www.santafe.edu/education/schools/global-sustainability/gsss09/gsss09-lectures/

Louve, R. (2006): Das letzte Kind im Wald?: Geben wir unseren Kindern die Natur zurück!

Meyer-Renschhausen (2010) In: Kritischer Agrarbericht
http://www.kritischer-agrarbericht.de/fileadmin/Daten-KAB/KAB-2010/Meyer-Renschh.pdf

NANU! e.V (2013):
http://www.nanu-augsburg.de

Süddeutsche Zeitung (2013):
http://www.sueddeutsche.de/karriere/jugendlicher-schwermut-burnout-bei-kindern-1.582780

Umweltstation Augsburg(2013):
http://www.us-augsburg.de/

Es summt und brummt!

Liebe CityFarm Freunde,

Die Honigbar ist eröffnet.

Die Honigbar ist eröffnet.

ein turbulentes aber hoffentlich erfolgreiches Bienenjahr erwartet uns. Der erste Anlauf unsererseits einen Schwarm zu erjagen, scheiterte unglücklicherweise an einer massiven Betonwand. Nicht den geräumigen Rollokasten, sondern die in den 30er Jahren errichtete Hohlziegelwand erwählten unsere geflügelten Freunde als neues Zuhause. So endete diese Metzgersfahrt, mit einem liebevollst und neu zusammen gezimmerten, aber leeren Schwarmkasten. Nach dem Fiasko letzten Herbst als Bienenwolf (Philanthus triangulum), Varroa Destructor und Hornissen (Vespa crabro) unserem zarten Jungvolk den Todesstoß versetzten, war unsere imkerische Zuversicht kurzzeitig gebrochen. Doch sowohl mit dem erwachenden Frühling, einiger im Winter verschlungener Lektüre und einem weiteren Demeter-Imkerkurs kehrten unsere Bienengelüste zurück und veranlassten uns wieder auf Hautflüglersuche zu gehen.

Also liebe Feuerwehrleute, Imker, Schädlingsbekämpfer, Gartenbesitzer und Cityfarmer sollte euch zu Ohren kommen, dass eine reife Bienentraube im Garten, am Baum, an einer Stoßstange oder auch im Rollokasten hängt, bitte ich euch uns schnellstmöglich zu informieren unter:

0157/34003658 oder 0157/84866734

Wir lassen dann alles stehen und liegen und machen uns auf zum Traubenpflücken. Vielleicht erbarmt sich auch ein Imkerkollege und tritt uns ein kleines aber feines Völklein ab, damit jung und alt wieder den Spaß und die Möglichkeit haben nicht nur am Flugloch sondern auch am extra eingebauten Sichtfenster den Bienchen näher zu kommen und ihre Scheu zu verlieren. Im Moment nennen wir zwei Oberträgerbeuten unser eigen, in denen die Bienen ihr Nest im Naturbau errichten dürfen.

Perfekte Organisation unten den geflügelten Ladys. Naturwabe ohne Mittelwand und Rähmchen.

Perfekte Organisation unten den geflügelten Ladys. Naturwabe ohne Mittelwand und Rähmchen.

Als Benni diesen Artikel schrieb, ereignete sich ein Abenteuer, welches eines unserer Bienenhäuser mit Leben füllte. Nach der Pleite mit dem Rollokasten radelte Ildi am Mittag mit einem Liedchen auf den Lippen von zu Haus Richtung Farm. An der Biogärtnerei Bucher traf sie die Imkerin Lydmyla und fragte gleich, ob diese ein Volk anzugeben hätte. Leider habe sie selbst nur zwei der Völker hier, aber Ildi könne sich den Schwarm da hinten am Baum einfangen. In Rock, Trägershirt und nur mit einem Imkerhut auf, stürzte sich Ildi mit Lydmylas Hilfe in den ersten Schwarmfang ihres Lebens. Zum Umziehen blieb keine Zeit, denn der Schwarm konnte sich jeden Moment einen neuen Ort suchen und dann unerreichbar sein.

Endlich, die Königin ist im Kasten!

Endlich, der Schwarm ist gefangen und die Königin im Kasten!

Auf 3 Meter Höhe hatte sich ein beeindruckend großer Schwarm mit ca. 50 000 wimmelnden Objekten unserer Begierde gesammelt. Mutig kletterte sie mit Schwarmkasten bewaffnet den bedrohlich summenden Stechimmen entgegen. Unglücklicherweise war die große Menge Bienen für den kleinen Kasten ein wenig zuviel und gleich einem überlaufenden Fass, purzelte eine Heerschar der possierlichen Tierchen herab und erwählen Ildi als neuen Versammlungsort. Im ersten Schreckmoment geschah was unsere Heldin noch einige Tage beschäftigen sollte. Pieks- Stech- Schmerz! 7 Stiche! Doch ein wahrer Imker bleibt beherrscht klettert sowohl mit Bienenkleid als auch Schwarmkasten den Baum hinab und freut sich trotz allem über den geglückten Fang. Denn alles was zählt: Die Königin war im Kasten! So würden ihr bis zum Abend alle Anhängerinnen folgen. Ildi musste jedoch nicht bis abends im Bienenkleid stehenbleiben, sondern Lymyla beherzt fegte ihr die nun wieder ruhigen Bienen vom Körper. Interessant war, dass die Bienen ausschließlich in den drei Sekunden stachen, als Ildi gegen die Angst kämpfte. Danach hatten die Tierchen kein Interesse mehr am Stechen.
Am nächsten Tag zogen die Bienen in ihr neues Heim und brachten 2 Tage später auch schon die ersten Pollenhöschen (Futter für die Larven) nach Hause. Ein gutes Zeichen für eine gesunde, starke Königin.
Nun steht nur noch eines unserer Bienenhäuser leer und wartet auf neue Bewohner.

Ein neues Heim für den Schwarm.

Ein neues Heim für den Schwarm.

Ein letztes Anliegen hätten wir noch, dann geht es zum spaßigen Teil über. Der Neubau von Bienenkästen ist ein sehr kostspieliges und zeitaufwendiges Hobby. Falls ihr einen Opa habt der die Imkerei aufgegeben hat oder bei euch ein überflüssiger oder auch kaputter Stock in der Garage steht wären wir froh, für einen kleinen Obulus, ein Tauschgeschäft oder auch gerne für ein wenig Hilfe im Garten diesen Bienenstock zu übernehmen. Uns ist egal ob Zandermaß, Deutschnormal oder Marke Eigenbau. Hauptsache wir geben unseren Honigbienen wieder eine Zukunft.

Einzug ins Bienenhaus

Einzug ins Bienenhaus

So will ich euch noch ein wenig aus dem Leben unserer 50 Millionen Jahre (einige Male Menschheit) alten Ameisenverwandschaft erzählen. Denn als Königin hat man es nicht leicht mit seinen Untertanen. Ständig stopfen sie einen mit Essen voll und bauen Wabe um Wabe die es zu bestiften gilt. Manchmal 1500 Stück am Tag! Soviel Gewicht in Eiern wie ich selbst wiege, kommt da an einem Tag zusammen. Stellt euch vor wieviel ich dafür essen muss. Leider geht diese ganze Fresserei zu Lasten meiner Figur. Denn im Frühling bevor wir als Schwarm zu neuen Gefilden aufbrechen, unterzieht mich mein Hofstaat einer rigorosen Abspeckkur. Tagelang schubsen und kneifen sie mich, damit ich in Bewegung bleibe, denn noch bin ich zu fett zum Fliegen. Die Höhe ist, dass, wenn ich ein wenig in die Jahre komme und nicht mehr in der Lage bin so opulent zu stinken wie in meiner Jugend, werde ich ermeuchelt und durch eine Jüngere ersetzt. Doch vergleichsweise mit meinen männlichen Artgenossen habe ich ein langes und arbeitsreiches Leben. Erfüllen Männer ihr Lebensziel, meine Befruchtung, wird ihnen der Geschlechtsapparat aus dem Leib gerissen und sie flattern sterbend zu Boden. Gelingt ihnen dies nicht, werden sie spätestens im August von meinen Arbeiterinnen ausgehungert, gepiesackt und zu guter Letzt erstochen. Dafür haben sie sogar eine extra weiche Stelle am Bauch, in die unser Stachel ohne Gefahr eindringen kann. Die Jungs sind stachellos, ausgehungert und vergleichsweise dumm, deswegen haben sie in der Drohenschlacht keine Chance und unsere Frauenpower obsiegt gegen die männliche Desorganisation.

Riesige Pollenhöschen als Futter für de Brut im Stock.

Riesige Pollenhöschen als Futter für die Brut im Stock.

Doch hat es meine arbeitende Bevölkerung nicht minder schwer. Putzen, füttern, pflegen, sammeln, sterzeln, bauen, abdichten und kämpfen sind nur einige der Aufgabenbereiche. Wegen ihrer enormen Arbeitsleistung werden meine Untertanen im Sommer nur wenig mehr als vier Wochen alt. Doch im Winter werden sie zu wahren Methusalems. 6 Monate hocken wir zusammen bei Eiseskälte, Sturm und Schneegestöber im Stock und überdauern aneinander gekuschelt den Winter. Dies funktioniert nur, wenn im Sommer genügend Heizmaterial und Medizin, der Honig, eingetragen wird. Wird uns sämtlicher Honig weggenommen und wir ausschließlich Zuckerwasser futtern müssen, haben wir kein Mittel gegen Erkältungen und bekommen oft schlimmen Durchfall, weswegen wir unser schönes Zuhause verunreinigen und damit unseren Feinden und Parasiten Tür und Tor öffnen.
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Andere Artikel zum Thema auf unserer Seite

Im letzten Jahr 2013 drehte Jan zwei kleine Videos mit uns, die hier auf der Seite erschienen. Im folgenden Filmchen könnt ihr unsere Bienenhäuser sehen:

http://cityfarmaugsburg.wordpress.com/2013/06/19/ein-sommer-auf-der-cityfarm-video-teil-2/

Und dieses Video gibt einen Einblick in das Bienenleben auf der CityFarm Augsburg:

http://cityfarmaugsburg.wordpress.com/2013/07/03/der-erste-blick-ins-bienenhaus-video-teil-3/
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Andere Links:

Greenpeace gegen das Bienensterben:

http://www.rette-die-biene.info/

Eine Horrorvision für uns und ein Traum für die Industrie. Wir dürfen es niemals so weit kommen lassen!!!!

Das Aus für die CityFarm Augsburg?

Ein neues Jahr, ein neues Abenteuer.
Dass dieses Jahr ein solches werden würde, hat sich relativ schnell gezeigt.

Wohin mit der Farm und uns?

Wohin mit der Farm und uns?

Manchmal scheint es uns als spiele die Welt verrückt, nicht nur das außergewöhnlich gute Gärtnerwetter, auch manche Menschen und Situationen stellen uns vor neue Herausforderungen. Natürlich spiele ich damit auch auf die Kündigung des Pachtvertrages an.
Vor ein paar Wochen erhielten wie die Kündigung unseres Geländes und müssen Ende Februar 2015 raus sein. Wieviel Aufwand das werden wird, lässt sich nur erahnen, denn 2 Jahre Arbeit und Material müssen abgebaut und woanders wieder aufgebaut werden.
Vielleicht ist es an der Zeit einmal zurückzublicken, uns zu fragen was wir erlebt und gelernt haben. Aber auch in die Zukunft zu schauen und uns zu fragen wie es weitergehen soll. Auch sind wir schon längst nicht mehr allein, daher ist es keine Frage die wir nur uns selbst stellen müssen, denn all unsere tatkräftigen CityFarmer betrifft diese Frage ebenso wie uns.

Doch schauen wir erst einmal hinter uns.

Vor zweieinhalb Jahren wollten wir auf unserem Spaziergang mit Hund Gino mal einen anderen Weg nehmen und erkundeten das so genannte Fischerholzviertel in Augsburg. Durch einen glücklichen Zufall entdeckten wir einen Mann, der seine Hecke mit Hagebutten schnitt, die wir gut für unsere Marmeladen brauchen konnten. Darüber kamen wir ins Gespräch und Benni erklärte sich bereit den Besitzern bei der Baumpflege im verwilderten, aber wunderschönen Garten unter die Arme zu greifen. Zu jener Zeit ahnten wir noch nichts von unserem Glück.

Wir schretterten uns den Weg frei!

Wir schretterten uns den Weg frei!

Doch schon kurz darauf rückte unsere anfangs fixe CityFarm-Idee, geboren in einem Monat auf der einsamen Waldbergalm, in greifbare Nähe. Wir durften 600 Quadratmeter des Grundstücks für unser Projekt nutzen! Einige von euch erinnern sich wohl an das verbuschte Grundstück, eine zugewachsene Perle, welche auch als Lagerplatz für Holz und Metall diente. Anfangs schien die Arbeit kein Ende zu nehmen, doch dank vieler Hände konnten wir nach einem halben Jahr die Eröffnung der Farm feiern. Es war das erste und bei weitem nicht das letzte Fest auf der auf der CityFarm Augsburg.
In den zwei Jahren fand sich schnell eine tatkräftige, kreative und pragmatische Gruppe von CityFarmern zusammen, unseren Schlüsselkindern ;-). Jeder von ihnen brachte seinen ganz eigenen Charakter und seine Fähigkeiten mit ein, um die Farm zu dem wachsen zu lassen, was sie heute ist. Manche sind seit dem ersten Tag dabei, andere gingen ihren Weg weiter aber ließen einen Teil ihres Charmes bei uns zurück. Unser gemeinsames Baby, die Farm, wäre ohne diese einzigartige Gemeinschaft an Menschen und ihrem riesigen Netzwerk nie entstanden.
Mittlerweile hat sich die Cityfarm in Augsburg als Gartenoase und Umweltbildungsort etabliert, wird gut besucht von einem Publikum, welches bunter und vielfältiger nicht sein könnte, und ist trotzdem ein Geheimtipp geblieben.

Fotoshooting für die Zeitschrift “Freundin” mit Fotograf Frank Bauer.

Viele Kinder sind seit dem Beginn auf unseren Apfelbaum geklettert, einige davon zum ersten Mal in ihrem Leben. Groß und Klein haben Hühner gestreichelt, ihnen Regenwürmer gesucht und über grüne Eier gestaunt. Unzählige Stockbrote wurden über unserer Lagerfeuerstelle gebacken und viele Stunden in der Hängematte unter Apfelbäumen verbracht. Die Kaffees, welche auf unserem kleinen Sudetenofen brodelten, sind ebenso unzählbar wie alle schönen Momente, die wir auf der Farm erleben durften.

Zusammen haben wir viel gelacht, aber auch getrauert. So waren wir beispielsweise im Mai 2012 ziemlich wütend, als auf der Farm eingebrochen und Werkzeug entwendet wurde. Auch nahmen die Einbrecher ein Kaninchen mit, welches mit einer Narbe am Auge davon kam und heute den Namen Scarface trägt. Wir klagten auch über die verstorbene Prinzessin, eine Augsburger Hühnerdame, die an Krebs erkrankte, und an Caspar David Friedrich, der einen Streit mit seinem Hahnenbruder Dino nicht überlebte.
Gelacht haben wir über Sachen wie die Aktionen von Riesenkaninchen Salli, die uns eines Tages auf dem Dach der Küche thronend begrüßte. Oder über das Fotoshooting mit Ildi für die Zeitschrift Freundin, die eine Stunde geschminkt wurde, nur damit es aussieht, als wäre sie nicht geschminkt.
Und auch über die Nackthuhnbande waren wir froh, die geretteten Legebatteriehennen, die nach kurzer Zeit endlich ein glückliches Hühnerleben führen konnten. Eine Freude war auch jede der fünf Kaninchengenerationen, die bei uns das Licht der Welt erblickten und sich zu gesunden, munteren Hopplern mit einzigartigen Charakteren entwickelten. Auch wenn uns einige von ihnen manchen Nerv raubten, auf ihren Entdeckungstouren bei den Nachbarn, so haben sie doch Benni zu einem Kaninchenfangmeister ausgebildet.
Oder als wir von der Bikekitchen Augsburg unseren Lastenanhänger bekamen, den Jens Börner wunderschön gestaltete.
Ihr seht schon, es ist nicht annähernd möglich alles aufzuzählen!

Die letzte Generation Kaninchenwelpen auf diesem Gelände der Farm ist jetzt über einen Monat alt.

Die letzte Generation Kaninchenwelpen auf diesem Gelände der Farm ist jetzt über einen Monat alt.

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Es hat jedenfalls gut zwei Jahre gedauert, bis der Boden im Gemüsegarten die gewünschte feinkrümlige Struktur annahm, die sich jeder Gemüsegärtner wünscht. Unsere Kompostwirtschaft, die Beachtung von Fruchtfolgen und Mischkultur und natürlich der Verzicht auf chemische Mittel im Garten, haben ein positives Ergebnis erzielt. Überall wächst und sprießt es auf der Farm, von seltenen Gemüsesorten bis zu reichlich blühenden, bienenfreundlichen Blumen ist eine bunte Vielfalt in Kisten, Töpfen, Paletten und natürlich im Boden selbst entstanden.

Gestern auf der Cityfarm.

Aufgenommen gestern von Benni auf der Kräuterspirale.

Ein Garten sollte immer ein funktionierendes ökologisches System bilden, in welchem sich zum Beispiel Schädlinge und Nützlinge die Waage halten. Darauf haben wir hin gearbeitet und sind heute diesem Ziel näher denn je. Umso trauriger ist es nun den Garten aufgeben zu müssen, das System wieder zu zerstören und die Artenvielfalt im wahrsten Sinne des Wortes „rauszureißen“.
Vor zwei Tagen entdeckten wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge, dass unser Zauneidechsen-Pärchen in der Kräuterspirale den Winter gut überstanden hat und sich nun wieder auf den Steinen in der Sonne wärmt. Die Kräuterspirale aber muss weg und damit die Eidechsen. Auch die Spatzenbande muss sich dann neue Futterquellen erschließen, denn Hühnerfutter werden sie nach unserem Auszug nicht mehr klauen können. Natürlich schadet es der Natur an sich nicht, wenn wir umziehen. Doch ein so eng verflochtenes Dasein mit der Natur ist harte Arbeit und braucht mehrere Jahre um zu einem Gleichgewicht heranzuwachsen.

Doch obwohl es uns traurig stimmt, die bunte Oase verlassen zu müssen, versuchen wir es positiv zu sehen. Vielleicht ist es die Chance auf ein größeres Grundstück? Vielleicht mit einem richtigen Gewächshaus? Die Möglichkeit zur Ziegen- oder Gänsehaltung?
Träume und Vorstellungen haben wir viele, doch welche sich davon in die Tat umsetzen lassen, liegt noch in der Zukunft verborgen. Wie schwierig es sich im Stadtgebiet Augsburg erweisen kann ein angemessenes Grundstück zu finden, haben wir schon vor ein paar Jahren feststellen müssen. Eine große Auswahl gibt es nicht, viele Flächen sind belastet (z.B. mit Schwermetallen), andere als Spekulationsobjekt nicht zugänglich und die wenigen, die übrig bleiben sind oft unerschwinglich teuer für ein gemeinnütziges Projekt wie das unsere.
Um die Chancen etwas zu erhöhen, habe wir uns mit dem Quartiersmanagement Oberhausen zusammengeschlossen. Sie suchen ebenfalls ein Grundstück auf dem sie für zwei Jahre ihren kleinen Nachbarschaftsgarten weiterführen können. Der Garten war die letzten Jahre neben der Kirche in der Pfarrhausstraße, an der Wertachbrücke, angesiedelt und bot den Menschen der Nachbarschaft eine grüne Oase zum Gärtnern. Leider benötigt die Kirche die Fläche für Baumaßnahmen. Doch in zwei Jahren sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen und der Garten wieder eingerichtet werden. Bis dahin brauchen Pflanzen und Gartenfreunde eine neue Bleibe. Ergibt sich also etwas in der Gegend, werden wir zusammenziehen und Nachbarschaftsgarten wie auch Cityfarm gemeinsam neu aufbauen!

Gartenpanorama Cityfarm Augsburg

Gartenpanorama Cityfarm Augsburg

Deshalb möchten wir euch um Mithilfe bitten.
Haltet einfach eure Augen und Ohren offen, vielleicht erzählt jemand von einer stillgelegten Gärtnerei in Oberhausen oder im Bärenkeller? Oder jemand möchte seinen Garten verpachten, weil er ihn nicht mehr bewirtschaften kann? Gebt uns bitte Bescheid, wenn euch etwas zu Ohren kommt, denn die Zeit läuft leider gegen uns. Jeder noch so kleine Hinweis kann uns den Ar… retten, wie man umgangssprachlich so schön sagt.

Wir haben natürlich auch ein paar Anforderungen an das Gelände:

  • das Gelände muss für uns mit dem Fahrrad relativ schnell erreichbar sein (wir haben und wollen kein Auto!) oder es muss eine Wohnmöglichkeit vorhanden sein

  • die Fläche sollte nicht unter 1000qm Größe liegen

  • die Pacht darf nicht höher als 100 Euro im Monat sein

  • Tierhaltung muss erlaubt sein

  • Kinder dürfen die Nachbarn nicht stören

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Erzählt es weiter, teilt diesen Aufruf bei Facebook, Google+ und co und helft uns ein neues Grundstück zu finden!
Es wäre sehr traurig, wenn wir aufhören müssten. Denn nicht nur uns erfüllt die Cityfarm Augsburg den Herzenswunsch einer Lebensalternative mir mehr Naturnähe und und einer, zwar körperlich anstrengenden, aber sinnstiftenden und erfüllenden Arbeit. Wir wollen dies auch in Zukunft mit unserer Cityfarm-Familie weitergeben und vor allem den Kids aber auch den erwachsenen Kindern aus der Stadt einen Freiraum vom digitalen, leistungsgesellschaftlichen Alltag schaffen.

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