Archive for the ‘Beete’ Category

Wo gibt es gute Jungpflanzen?

Liebe Gartenfreunde,

mit Saisonstart werden wir sehr, sehr häufig gefragt, woher man als Augsburger ökologisch gezogene Jungpflanzen beziehen kann. Daher haben wir uns entschlossen, euch unsere Partner kurz vorzustellen. Außerdem sind wir immer dafür kleine und lokale Gärtnereien zu unterstützen.
Warum kleine und lokale Gärtnereien? Ganz einfach, weil dort noch alles mit Liebe in Handarbeit entsteht. Großunternehmen zu denen auch die Gartenabteilung der Baumärkte zählen, bieten leider nur Massenware in meist automatischer Produktion. Diese Pflänzchen gedeihen in Substraten, die ein superschnelles Wachstum begünstigen (und manchmal den Schock der Realität mit kläglichem Eingehen quittieren), in riesigen menschenleeren Gewächshäusern. Auf die Sortenwüste brauche ich sicherlich gar nicht eingehen.

Es ist Schnittlauchzeit!

In kleinen Gärtnereien könnt ihr den Gärtnern noch bei der Arbeit zusehen, die Erde sehen, riechen und spüren in denen die Pflanzenkinder heranwachsen. Auch wachsen die Jungpflanzen in keiner rein künstlichen Umgebung auf, sondern werden beizeiten „abgehärtet“, also an unsere Klimabedingungen gewöhnt.

Unser erster Tipp:

Biogärtnerei und Hofladen Bucher
Äußere Uferstraße 143a
86154 Augsburg

Tel: 0821 241 39 81
Öffnungszeiten: Di-Fr: 10-13 Uhr und 15-19 Uhr, Sa: 09-13 Uhr

Die Familie Bucher betreibt die Gärtnerei schon mehrere Generationen, das Gärtnerhandwerk liegt bei ihnen also im Blut. Bianca Bucher und ihre fleißigen Helfer bieten euch auch besondere Sorten an wie z.B. den Paprika „Roter Augsburger“ oder die verschiedensten Chilisorten, denn Bianca ist ein ausgesprochener Chilifan! Seit Beginn der CityFarm arbeiten wir eng mit Bianca zusammen und lieben die familiäre Atmosphäre auf dem Hof!

Kräuterduft liegt in der Luft

Tipp 2:

Berufsbildungswerk St. Elisabeth

Biogärtnerei und Bioladen
Fritz-Wendel-Straße 4
86159 Augsburg
Durch die Schranke einfach geradeaus zu den Gewächshäusern, Kundenparkplätze vor dem Laden sind vorhanden.

Öffnungszeiten: Mo-Fr: 09-18 Uhr

Im Berufbildungswerk erhalten Jugendliche mit Förderbedarf eine Ausbildung verschiedenen Berufen, auch im Gärtnerhandwerk. In den Gewächshäusern werden neben Gemüse und einer großen Kräuterauswahl auch Zierpflanzen und Schnittblumen produziert. Seit diesem Jahr kooperiert die CityFarm mit der Gärtnerei des Berufsbildungswerks, indem wir unsere eigenen Jungpflanzen dort vorziehen.

Basilikum in Hülle und Fülle, da freut sich der Gaumen!

Und zu Guterletzt der Tipp 3:

Am 07. Mai findet im Interkulturellen Garten „Grow Up“ in der Reesekaserne das beliebte Frühlingsfest mit Gartenflohmarkt statt. Wir werden wie immer mit einem Jungpflanzenstand vor Ort sein und Euch unsere Schätze gegen eine Spende anbieten. Wie im vorletzten Artikel erwähnt, wird es kein Paprikajahr für uns werden, dafür aber gedeihen die Tomatenkinder äußerst gut! Neben diesen haben wir auch Kürbisse, Zucchinis, Gurken, Salate und Kräuter für Euch dabei. Veranstalter: AK Urbane Gärten der Lokalen Agenda 21

07. Mai 2017, 15-19 Uhr

Grow Up!

Interkultureller Garten Augsburg

Sommestraße 40
86156 Augsburg
(Hinter dem Reese-Theater)

Vergessenes und unterschätztes Gewürz: Olivenkraut

Eine rote Augenweide im Sommer, der rote Basilikum

.

Advertisements

Endlich Frühling auf der CityFarm Augsburg!

_DSC0009

Willkommen Frühling! Foto: Laura Matthews

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück….“
J.W.v.Goethe, Faust I

.

Nun ist er da, der Frühling mit seinen milden und immer länger werdenden Abenden. Im Garten blühen nicht nur die Narzissen, Hyazinthen und Tulpen, auch der Rosmarin bietet mit seinen unzähligen lila Blüten eine Augen- und Bienenweide.

Den Hühnern gefällt das milde Wetter so gut, dass sie viele Eier legen und bald glucken werden. Masha und Wanya die Laufenten sind sogar schon einen Schritt weiter und sammeln ihr Brutgelege (auch eine Ente legt nur ein Ei am Tag), während die Schafe gierig das erste Grün von der Wiese rupfen. Zicklein Kiki und Lämmchen Peterle spielen miteinander und entdecken die Welt.

Auch unsere menschlichen CityFarmer sind aus ihrem Winterschlaf erwacht und bereiten fleißig die Farm auf die Saison vor.
So wurde z.B. der unansehnlich Strohmattenzaun zwischen Lagerfeuerstelle und Gemüsegarten durch einen schönen Lattenzaun ersetzt, die Beete von Kraut befreit und neue Beerensträucher und Obstbäume gesetzt. Zudem dürfen sich neu gesetzte Heckenrosen, Schlehen und andere Futterpflanzen für Bienen, Schmetterlinge und Vögel im Hühnergehege ausbreiten, denn dieses darf sich in einen CityFarm-Natur-Dschungel verwandeln.

_DSC0272 Kopie

Achtung, die Zicklein fliegen heute tief!
Foto: Laura Matthews

Auch die Jungpflanzenanzucht geht voran. Neben vielen verschiedenen Tomatensorten, Kürbissen und Gurken pikierten wir auch schon einige Kisten lila Asiasalat und Palmkohl in Töpfchen, um sie auf dem Frühlingsfest anbieten zu können.

Merkt Euch den Termin vor! Am 01. Mai (ab 15 Uhr) findet im Interkulturellen Garten „Grow up“ wie jedes Jahr das Frühlingsfest statt. Wir sind mit unserem Jungpflanzenstand wieder dabei!

Im Garten konnten wir schon Kartoffeln, Topis und Bohnen legen sowie Möhren, Rettich, Rüben und Erbsen säen! Vor allem die Zuckererbsen zeichnen sich in diesem Jahr durch ihre Keimfreudigkeit aus und sind schon fast 10cm groß. Auch den gesetzten Salaten, Rettichen und Kohlrabis bekommt das milde Wetter sehr gut. Sollte es bis Mai keinen Frost mehr geben, können wir uns über einen sehr zeitigen Saisonstart freuen! Bei Temperaturen unter 5 Grad Celsius kann man das junge Gemüse übrigens mit einem Flies schützen und einen Wachstumsvorspung erreichen.

_DSC0317 Kopie

Es summt und brummt wieder auf der Farm.
Foto: Laura Matthews

Nachdem eine vorwitzige Mäusebande unserer Bienenfreude einen ordentlichen Dämpfer verpasste, nachdem sie im Winter unsere Bienenvölker zerstörten, summt und brummt es nun wieder auf der Farm!
Kurz überlegten wir tatsächlich die Imkerei aufzugeben, doch Freunde ermutigten uns weiter zu machen (Danke Manu!). Nun werden wir die neuen Beuten auf Metalbeine stellen, an denen keine Maus nach oben klettern und die Waben räubern kann. In den alten Beuten war zwar ein dickes Mäuseschutzgitter im Boden, doch
es hat nichts genützt. Da Mäuse sich schlanker als ein kleiner Finger machen können, reichte ein winziges Loch um der Meute Einlass zu gewähren.

Vorzucht für das Frühlingsfest Foto: Ildi

Vorzucht für das Frühlingsfest
Foto: Ildi

Die neuen drei Völker haben sich sehr gut eingelebt und ernten in der Umgebung reichlich Pollen und Nektar. Als unser Imker Viktor vor wenigen Tagen den Wildbau der Bienen etwas eindämmte, kamen Ildi und Tine von „GrowUp“ in den Genuss frischen Honig aus Wabenstückchen zu zutscheln. Was für ein Genuss!

Der Frühling ist für den Gärtner die arbeitsreichste Zeit des Jahres. Anfang/Mitte Mai dürfen dann endlich die zu Hause vorgezogenen Jungpflanzen in den Garten. Aber Achtung Gärtnerfreunde, Mitte Mai könnten eventuell doch die Eisheiligen noch vorbeischneien. Jedoch haben sie schon in den letzten Jahren ihren Termin verpasst und sind bisweilen komplett ausgeblieben.

Wir gehen das Risiko auf jeden Fall ein und pflanzen schon Anfang Mai aus. Sollte es doch noch ein paar kühlere Nächte geben, decken wir unsere Pflanzen über Nacht mit einem Flies ab und schützen sie so vor kalten Winden. Auch Folien oder einfach ein Eimer über Einzelpflanzen kann gegen tiefe Temperaturen schützen.

Anfang Mai wird die Farm auch an anderer Stelle wachsen, denn zwei engagierte CityFarmer haben sich extra eine Woche Urlaub genommen, um eine Pergola mit zwei Hängemattenplätzen an den Wohnwagen zu bauen. Parallel will Ildi, wenn Zeit und Material ausreichen, auch noch ein Holz-Folien-Gewächshaus entstehen lassen und die beiden vom Sturm zerstörten Gewächshäuser ersetzen. So zumindest der Plan.

Nun wünschen wir euch einen wundervollen Start in den Frühling und möchten euch noch auf folgende Termine hinweisen:

  • Sa. 23. April 14:00 Uhr – 18:00 Uhr: Offene Gartentür auf der CityFarm Augsburg
  • Sa. 30.04. 10:00 Uhr – 15:00 Uhr: II. Kurs Schmieden für Kinder und Jugendliche von 6 – 14 Jahren
  • So. 01. Mai ab 15 Uhr – 19:00 Uhr: Frühlingsfest mit Gartenflohmarkt im Interkulturellen Garten „GrowUp“
_DSC0374 Kopie

Foto: Laura Matthews

Das Gartenjahr 2013 – Teil I

Gemüse SmileyLiebe Gartenfreunde,

endlich lassen wir wieder etwas von uns hören oder besser: lesen!
Aber das es gerade jetzt am Ende der Saison viel zu tun gibt, können sicher die meisten von euch nachvollziehen. Der Garten will winterfest gemacht werden, der Kompost muss noch umgesetzt werden und viele Obstbäume erwarten schon ihren neuen feschen Haarschnitt für den Winter.
Zudem hat die Schule wieder begonnen und die neuen Schulgarten- und UmweltAG-Projekte wollten geplant und begonnen werden.
Doch dies soll heute nicht unser Thema sein, sondern vielmehr möchten wir einen Blick auf das soeben endende Gartenjahr 2013 werfen. Dabei werde ich eine Bilanz ziehen. Was lief besser als vergangenes Jahr? Welche Gemüse und Früchte haben unsere Arbeit mit reicher Ernte belohnt? Was ging völlig daneben? Und so weiter…
Da viel zu berichten gibt, werden wir den Artikel in 2 Teilen präsentieren. Heute hier Teil I.

Unser Garten 2013

Unser Garten 2013 im regnerischen September

Der Winter hatte uns bis in den Mai fest im Griff, sodass auch wir die Eisheiligen herbeisehnten. Es war ein Winter mit viel Kälte und Schnee, so wie man sich einen Winter eben vorstellt – nur dass er uns etwas zu lange dauerte. Denn schon im März begannen wir mit der Jungpflanzenanzucht und Ende April glich unsere Wohnung einem Chili-, Tomaten-, und Gurkenwald. Mehrere hundert Jungpflanzen in der Wohnung sind eine dunkle Freude, denn je größer sie werden, desto weniger Licht fällt ins Zimmer.

Zeitige Freude, Helichrysum bracteatum, die Gartenstrohblume blühte seit Mai durchgehend.

Lange Freude, Helichrysum bracteatum, die Gartenstrohblume blühte seit Mai durchgehend.

Mitte April gaben wir über den Nanu! e.V. zwei Workshops zur ökologischen Jungpflanzenanzucht, die trotz der rauen Witterung sehr gut besucht waren. Mit warmen Handschuhen, Mütze und Schal zeigten wir euch wie man Saatgut natürlich beizt, Kräuterbrühen zur Stärkung einsetzt, damit auf kleinem Raum möglichst viele Jungpflanzen gedeihen. Die kurz darauf stattfindende Walpurgisnacht-Feier zum 01.Mai wurde zu einem schönen Fest mit Lagerfeuer, Stockbrot, unserem gemeinsamen Buffet und vielen spannenden, großen und kleinen Gästen. Das Wetter war uns sogar hold in jenen Tagen und bescherte herrlichsten Frühling! Dass es zwei Wochen später noch einmal eisig werden würde, konnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnen.

Alle gingen davon aus, dass der Frühling sich ab Mitte Mai von seiner schönsten Seite zeigen würde, nachdem die Eisheiligen ihre angeblich letzten Spätfröste über das Land hauchten. Auch wir gaben uns der Illusion hin, dass das Wetter sich nach dem Bauernkalender richte und nun endlich die Gartensaison anbräche. Aber nix da, die eisigen Männer stellten unsere Geduld auf die Probe und brachten 2 Wochen später noch einmal Frostnächte. Leider waren zu jenem Zeitpunkt Gurken, Zucchini, Tomaten und Co. schon ausgepflanzt. Wir konnten uns mit großen Gärtnervliesen behelfen, die großflächig unseren Garten abdeckten, um die Pflanzen zu schützen. Das bringt gut 6°C je Lage Vlies. Doch die meisten Gartenfreunde traf es hart: ein Großteil der Pflanzen erfror. Auch bei uns überlebten einige Kürbisse die kalten Nächte nicht, sodass wir eine magere Kürbisernte einfuhren.

Der Frühling startete schwerfällig und schnell zeichnete sich eine Verzögerung der Vegetationsperiode um gut zwei Wochen ab. Wir hatten den Garten der CityFarm Augsburg in diesem Jahr mit Schwerpunkt Naschgarten angelegt. Überall verteilt wuchsen auf den Beeten und in Töpfen Inkagurken, Ananaskirschen, Andenbeeren, mexikanische Minigurken namens Melothria, Birnenmelone Pepino, Physalis, Zuckererbsen, Litschitomaten und viele außergewöhnliche Tomatensorten.

Cyclanthera pedata, Inkagurke

Cyclanthera pedata, Inkagurke

Generell können wir sagen, dass der trockene und heiße Sommer natürlich den wärmeliebenden Früchten zu Gute kam. Die Inkagurke (Cyclanthera pedata), auch Ringscheibengurke genannt, überraschte uns mit am meisten! Das Wetter schien ihr sehr gut zu gefallen, besser als im vergangenen Jahr. Eine Pflanze wucherte eine Fläche von 5qm komplett zu und produzierte derart viele Früchte, dass selbst die Kids es nicht schafften auch nur eine einzige der Pflanzen leer zu naschen! Daher können wir euch dieses Jahr eine große Menge Saatgut der Inkagurke zur Verfügung stellen!

Sehr im Wachstum verzögert waren hingegen Melothria und Pepino. Melothria begann erst Ende Juli stärker ins Wachstum zu gehen und Blüten anzusetzen. Pepino trägt bis heute keine Früchte.

Die mexikanische Minigurke Melothria wurde aber dennoch zu eine ästhetisch sehr ansprechenden, zierlich rankenden Pflanze. Die Früchte sind maximal 2cm groß und erinnern an kleine Wassermelonen. Spätestens beim Naschen und Kosten der kleinen Früchte wird die Verwandtschaft zur Gurke deutlich, denn die Gattung der Melothria zählt zu den Kürbisgewächsen und erinnert geschmacklich deutlich an Gurken.
Aufgrund ihres zarten Habitus eignet sich die Minigurke unserer Meinung nach eher für Balkongärtner, da sie einfach schön anzuschauen ist und wirklich viel Wärme benötigt. 20-25°C sind optimal. Balkone, vor allem in der Stadt, bieten wärmeliebenden Pflanzen ein besonderes Klima aufgrund der Wärmespeicherung des Betons und der reflektierenden Wirkung hellen Fassaden. Ist der Balkon auch noch überdacht, entsteht in frostfreien Zeiten ein mediterranes Klima. Auch frühe oder späte Fröste gleicht ein geschützter Balkon aus.

Erntekörbchen

Erntekörbchen mit Melothria rechts neben grüner Fleischtomate

Sorgen bereitete uns dagegen die Birnenmelone Pepino (Solanum muricatum). Zwar ging diese schon im Juli ordentlich ins Kraut, doch bis Ende September hatte sie noch keine Blüten angesetzt. Schade, denn auf die Früchte des mit der Tomate verwandten Nachtschattengewächses waren wir sehr gespannt. Nun darf die stärkste Pepino im Haus überwintern, damit sie im kommenden Jahr einen Wachstumsvorsprung hat und hoffentlich Früchte tragen kann. Wir werden sie dann im Gewächshaus weiterkultivieren, denn das Freiland scheint ihr weniger zu gefallen, trotz des heißen, trockenen Sommers.
Übrigens wurde Pepino schon während der Moche-Kultur, um 700 v. Chr. in Südamerika angebaut.

Physalis eingepackt

Physalis mit Tomatenhaube in der Hoffnung, dass die Früchte noch nachreifen.

Besonders beliebt zum Naschen waren in diesem Jahr die Ananaskirschen (Physalis pruinosa). Wie der Name schon sagt, gehört dieses Gewächs in die Gattung der Physalis, der Blasenkirschen. Ihr Aussehen ist der klassischen Physalis (Physalis peruviana L.), auch Kappstachelbeere genannt ähnlich, nur ist sie im Wuchs kleiner und auch die Früchte sind nur kirschgroß. Der Geschmack jedoch ist absolut umwerfend! Die Früchte schmecken süß und deutlich nach Ananas. Eine Pflanze trägt, über den Sommer verteilt, im Schnitt vier Doppelhände voll der kleinen orangenen Kirschen.
Im Anbau ist sie sowohl im Topf, wie auch auf dem Beet absolut unproblematisch, nur auf ausreichende Wasserversorgung sollte geachtet werden, sonst wirft die Pflanze ihre Früchte vorzeitig ab. Aber selbst die halbreifen grünlichgelben Kirschen sind ein Geschmackserlebnis. Im Gegensatz zur klassischen Physalis sind mittlerweile alle Früchte der Ananaskirsche abgereift. Um ein eventuelles Nachreifen der Physalisfrüchte zu begünstigen, haben wir ihr eine Tomatenhaube übergestülpt.

Positive wie auch negative Überraschungen hielten in diesem Jahr die Bohnen für uns bereit. Bis in den September hinein trug unsere Stangenbohnensorte Blauhilde, die wir auch in der Milpa einsetzen, sehr reichlich Früchte. Einem Befall von der schwarzen Bohnenlaus konnten wir mit Brennnesselbrühe und Spinnmilben mit einer Chili-Knoblauch-Brühe Herr werden. Doch dem Befall von Uromyces appendiculatus, dem Bohnenrost, hatten wir nichts entgegenzusetzen. Ab September, mit steigender Luftfeuchte, breitete der Pilz sich rasend schnell im Bestand an der Bohnenlaube aus. Der Befall ist noch immer derart akut, dass selbst die Bohnen unansehnliche Rostflecken aufweisen, wie ihr auf dem Bild rechts sehen könnt. Diese Pflanzen werden wir nicht kompostieren, sondern als Feueropfer den Bohnengeistern darbringen, kurz gesagt: wir verbrennen sie.

Feuer- und Buschbohnen auf den anderen Beeten waren nicht betroffen, auch nicht die Blauhilden der Milpa, welche am Mais empor rankten. Wahrscheinlich haben wir den Befall mit Uromyces appendiculatus selbst mitverschuldet, da wir im zweiten Jahr in Folge an der gleichen Stelle Bohnen anbauten. Im kommenden Jahr werden dann wohl Inkagurken die Bohnenlaube in ein schattiges Plätzchen verwandeln.

Uromyces appendiculatus auf der Bohne

Uromyces appendiculatus auf der Bohne

Befall vom Pilz Uromyces appendiculatus, dem Bohnenrost auf Blatt

Befall vom Pilz Uromyces appendiculatus, Bohnenrost

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Positiv überraschte uns die Feuerbohne (Phaseolus coccineus), auch Prunkbohne genannt. Die Pflanzen wachsen am Maschendrahtzaun empor und rankten auch einen Sonnenblume komplett ein.

Riesige Feuerbohnen wachsen an der Sonnenblume.

Riesige Feuerbohnen wachsen an der Sonnenblume.

Die leuchtenden Blüten der Feuerbohnen, aufgrund derer sie ihren Namen tragen, bildeten einen herrlichen farblichen Kontrast auf den hinteren Beeten.
Da wir einen Teil der Bohnen gern als Trockenbohnen im Winter verwenden, ließen wir den Feuerbohnen freies Wachstum. Wir haben nicht schlecht geschaut, als uns die riesigen Bohnenhülsen eines Tages auffielen. Sie sind bis zu 40 cm lang! Die Größe und Anzahl der Bohnen im Inneren bleibt noch abzuwarten, da auch die Feuerbohnen sich im Wachstum verzögerten und noch immer nicht voll ausgereift sind.

Das sollen nun heute genug der Gärtnererfahrungen sein. Im zweiten Teil des Saisonrückblicks wollen wir euch von frechen Spatzen und ausbrechenden Hühnern, nicht blauen Schlumpf-Tomaten und leckeren grünen Fleischtomaten sowie von Eierfrüchten, Mais und Co. berichten.

Gern dürft ihr uns eure eigenen Erfahrungen als Kommentar mitteilen. Denn uns interessiert wie kleinräumig unterschiedlich die extremen Wetterlagen sich auf eure Gärten und Balkone ausgewirkt haben.
Im Garten lernt man eben nie aus, ein nicht versiegender Quell des Wissens und der Erfahrung. Man kann noch so viele Bücher wälzen und klug daherschwätzen, die praktische Umsetzung ist nochmal etwas anderes und unglaublich spannend!

letzte Ernte

Letzte Ernte vonbStangenbohne Blauhilde, Zitronenkürbis, Saatbohnen Buschbohne „Eckendorfer Rotsprenkel“ und unserem Indianermais „Cherokee White Eagle“

Kieselkur mit Mumie & Pflanzenkunde mit Ildi – Video Teil 5

Im fünften Teil unserer sommerlichen Serie treffen wir auf Benni, der den alten und neuen Hühnern einen großen Gefallen tut … warum er dazu aussehen muss wie eine Mumie, das erklärt uns Ildi 🙂

Außerdem werden wir von Ildi über die Farm geführt und in die vielfältige Welt der Tomaten eingeführt. Und die ersten Frühkartoffeln gibts auch noch!

Viel Spaß und genießt die Sonne!

[youtube http://www.youtube.com/watch?&v=HcQF-MtBfgY&hd=1]

Saatgut-Verwechslung!

Liebe Gärtnerlinge,

auf unsere Samentauschbörse ist ein Erdbeerspinat-Saatgut aufgetaucht, das kein Erdbeerspinat ist! Leider haben auch wir das Saatgut weitergeteilt, sodass einige von Euch dieses bekommen haben.

Wir haben das erst jetzt entdeckt, als in unserem Beet etwas Anderes aufging!

Deshalb bitten wir euch zu kontrollieren, ob euer angeblicher Erdbeer-Spinat so aussieht wie auf dem Bild unten. Falls das nicht der Fall sein sollte, dann bitte nichts davon essen! Wir wissen nicht, ob die ominöse Pflanze überhaupt essbar oder verträglich ist! Am Besten kompostieren, damit keine weiteren Verwechslungen entstehen.

Merke (auch für uns): „Erst wenn der Samen wird zur Pflanze, und du weißt was ist das Ganze, iss es fein ansonsten lass es sein!“

 

Image

Die CityFarm im Frühling

Schöne Augenblicke im verregneten Frühjahr

Schöne Augenblicke im verregneten Frühjahr

Obwohl der Frühling eher einem kleinen November gleicht und man sich am liebsten in Bett verkriechen möchte, regt sich auf der CityFarm das Leben. Es hat sich seit dem Winter einiges getan.

Zum Beispiel bekam Ildi von den Männern ein Anlehngewächshaus für ihre Tomaten und Paprika. Dafür bauten die Bastler ein Holzgestell direkt an die Hüttenwand an und überzogen es mit Noppenfolie. Was ein vorübergehendes Provisorium sein sollte, hat sich als feste Installation bewährt. So schnell wird Ildi ihr Gewächshaus nicht mehr abbauen wollen, denn so tolle Tomatenpflanzen wie darin sieht man selten.

Es grünt und blüht auf der Farm und steht dem grauen Wetter mit bunter Farbenvielfalt entgegen. Dank einer wöchentlichen Blumenspende von einem großen Gartenmarkt erblüht die Farm in farbenfroher Pracht.

Auch die Beete sind bestellt und bepflanzt. Es wachsen wieder viele alte und selten Gemüsesorten auf der Farm. Dieses jahr liegt der Schwerpunkt als Naschgarten. Inkagurke, Ananaskirsche, Andenbeere, Melothria, Pepino, Physalis und mehr warten auf wärmere Tage, um richtig loslegen zu können. Das kalte Wetter führt leider zu Wachstumsverzögerungen. Nur der echten Wildtomate scheint es nichts auszumachen, sie wächste und blüht was das Zeug hält! Da wird es in vielleicht 5 Wochen die allerersten Wildtomaten zu naschen geben!

Danke Dehner für die Blumenpracht!

Danke Dehner für die Blumenpracht!

.

Trendsetter Hennen

Neben den Blumen ziehen andere Bewohner der Farm alle Blicke auf sich und sind fast schon eine Attraktion, unsere Hühner.

Nicht, dass Hühner ansich überaus aufregend und spannend wären, es sind eben Hühner deren Tagesgeschäft aus picken, scharren, kacken und rumlaufen besteht. Dennoch sind sie ein Blickfang, denn 4 der 5 Hennen tragen bunte Kleidchen.

Die große „WARUM“-Frage, die sich gerade in eurem Kopf entwickelt, soll sogleich beantwortet werden.

Vor wenigen Wochen gab es zwischen den Hähnen Dino und Caspar-David-Friedrich einen Streit, höchstwahrscheinlich ging es dabei um die Vorherrschaft über den Harem. Bis dahin verstanden sich beide sehr gut und trugen ihre Wettstreite lediglich im Krähen aus. Doch dann wurde leider ein ernsthafter Kampf daraus, den der bisherige Haremsmeister Caspar David Friedrich haushoch gegen Dino verlor.

Modediva par exellence

Modediva par exellence

Seit dem steht Dino den Hennen vor und wir müssen sagen, er kümmert sich rührend um seine Schar und die Hennen lieben ihn, meistens.

Wenn ihr unseren Dino schon kennt, dann wisst ihr um seine überaus seinen starken Körperbau und seine überaus kräftigen Schenkel. Leider sind auch seine Füße mit den Krallen entsprechend kräftig ausgestattet. Er sieht eben aus wie ein kleiner Dinosaurier und auch seine Geräuschkulisse passt dazu.

Wenn Dino nun meint seine Hennen lieben zu müssen, geht er leider nicht sehr zärtlich vor, im Gegenteil. Dinos Liebe zu den Hennen kostete ihnen leider die nach der Mauser frisch nachgewachsenen Federn am Rücken. Daher entschlossen wir uns den Mädls Kleidchen anzuziehen.

Genäht hat diese unsere Freundin Nini. Danke dir dafür!

Mit Gummibändern sind die Kleidchen an den Flügeln befestigt und schmiegen sich modisch an die Körperform der Hühner an. Die aktuellen Trendfarben Grün, Blau, Rosa und gemusterte Erdfarben machen die Hennen zu Trendsettern unter dem Geflügel. Zur Gefiederpflege und zum Sandbaden dürfen die Damen natürlich unbekleidet auftreten.

Zusätzlich stutzten und feilten wir Dinos Krallen rund und trennen ihn gleich morgens von den Mädls.

Die Erfolge sind schon zu sehen! Die ersten Federn entfalten sich unter den Kleidchen! In 2 Monaten müsste das Gefieder wieder vollständig nachgewachsen sein und die modischen Gewänder können abgelegt werden.

.

Salli´s und Scarface Nachwuchs sind da!

Die glücklichen Eltern Salli und der kleine Scarface

Die glücklichen Eltern Salli und der kleine Scarface

Am 28. Mai 2013 wurden wir Eltern! Salli bracht 8 gesunde, proppere Welpen auf die Welt. Entgegen aller Befürchtungen entpuppt sich unser Riesenkaninchen bei ihrem ersten Wurf als Übermutter. Denn leider kommt es oft beim ersten Wurf zu Komplikationen und im schlimmsten Fall überleben nicht alle Jungtiere.

Doch Salli hat ihre Jungen in ein großes Nest aus Unterfell gewickelt, säugt regelmäßig und ist äußerst aggressiv gegenüber Eindringlingen. Selbst ihren geliebten Benni attackiert sie, wenn er die Nestkontrolle machen will.

Noch sind die Welpen nackt, blind und ihre Körperkoordination kann am ehesten als zwapseln bezeichnet werden. Warm und sicher eingepackt bleiben die kleinen nun ca. 3 Wochen im Nest, bis sie beginnen das Gehege zu erkunden.

Wenn sie in etwas mehr als einem Monat munter umherspringen können, dürfen die Knirpse mit ihrer riesigen Mama die erste Entdeckungstour auf der Farm starten.

Fotos können wir euch bald an dieser Stelle präsentieren!

:

Neue Mitbewohner

Neben den Welpen Sallis gibt es weitere neue Mitbewohner auf der Farm. Es sind so genannte Kulturfolger, die dem Menschen in die Siedlungsgebiete folgen, weil sie dort oft bessere Lebensbedingungen vorfinden als in der ausgeräumten Kulturlandschaft.

So einen Ort scheint unsere Kräuterspirale darzustellen. Vielen unterschiedliche Gesteine, die Salbeikiesfläche, Totholz und der Aufbau mit vielen Schlupflöchern hat ein Zauneidechsenpärchen angelockt. Der neue Lebensraum gefällt ihnen und sie haben sich fest eingemietet.

Unser Zauneidechsenmännchen

Unser Zauneidechsenmännchen
Foto: Florian Gierke

Oft sieht man beide sich auf ihren Lieblingssteinen in der Sonne räkeln, wenn denn die Sonne hinter den Wolken hervorkommt. Sie haben kaum Scheu vor dem Menschen, insofern er nicht versucht sie zu berühren. Im Gegenteil, es scheint als würden sie uns beobachten, wenn sie stundenlang auf Holz und Steinen ruhen, sie genießen wohl das Menschenkino auf der Farm.

Das Zauneidechsenweibchen

Das Zauneidechsenweibchen

Das leuchtend grüne Männchen ist mit Schwanz zwischen 15 und 20 cm lang, das braune Weibchen etwas kleiner. Auch scheint Madame Eidechse Nachwuchs zu erwarten, denn ihr Körper ist recht dick, wie von Eiern gefüllt. Da lassen wir uns gern überraschen, ob irgendwann viele kleine Eidechsen auf der Kräuterspirale umhersausen.

Zu Fressen gibt es in diesem Jahr mehr als Genug, denn zur Leibspeise zählen Ameisen, Käfer, Spinnen und auch mal ein Regenwurm. Leider sind die Eidechsen selbst die Leibspeise von Amseln, von denen mittlerweile eine große Familie auf der Farm lebt.

Im zeitigen Frühjahr begann ein Amselpärchen in unserem Werkzeugschuppen direkt auf dem Werkzeug ein Nest zu bauen. Leider war das nicht lange von Bestand, denn wir brauchen täglich unsere Arbeitsgeräte. So zog das Amselpärchen in die Hütte und baute dort in einer Rolle Kaninchendraht.

Das Amselnest

Das Amselnest

Doch auch dort hatten die beiden nicht die erwünschte Ruhe, sodass sie noch einmal umzogen und auf dem alten Trockenschrank ihr Nest bauten. Obwohl wir täglich in ca einem Meter Abstand vorbeiliefen, waren sie in 2 Meter Höhe gut versteckt.

So konnten wir vom Nestbau an alles verfolgen. Als die Eier gelegt waren, saßen die Amseleltern immer abwechselnd auf dem Nest und fütterten sich gegenseitig. Nach einigen Wochen schlüpften die Jungtiere und machten mit lautem Gepiepe auf sich aufmerksam. Die Eltern hatten nun alle Schnäbel voll zu tun, um die hungrigen Mäuler zu stopfen.

Und dann eines Tages war das Nest leer. Doch auf den ersten Schreck eine Katze oder ein Marder könnten die Tiere gefressen haben, folgte die Erleichterung. Mama und Papa Amsel sammelten noch immer im Garten Schnäbel voller Würmer und brachten sie auf das Nachbargrundstück. Dort gibt es keinen Menschenverkehr und die pluschigen braunen Amselkinder können ungestört das Flattern und Hüpfen üben.

Amseljunges Foto: wikicommons-Romate

Amseljunges
Foto: wikicommons-Romate

Doch auch bei uns gilt das Gesetz der Natur, Fressen und Gefressen werden gehören zum Alltag. So ließ sich an einem schönen Frühlingstag eine schöne Krähe im Pflaumenbaum nieder und beobachtete die jungen Amselkinder. Eines wagte sich zu hoch auf den Holzstapel hinaus. Das Geschehen dauerte nur Sekunden, der Krähe stieß sich ab und schnappte die kleine Amsel schneller als man schauen konnte. Da stürzten gleich die Amseleltern hinterher und attackierten den großen Vogel. Doch dieser ließ sich nicht beirren, auch Gezeter und Geschrei der Amseleltern und von Benni nützten nun auch nichts mehr. Die Krähe rupfte ihr Mittagessen gleich im Pflaumenbaum und nur die im seichten Wind schwebenden Federn erinnerten an das Amselkind.

Grausame Natur? Nein, nicht wirklich. Vielleicht hat auch die Krähe irgendwo ein Nest mit Jungtieren, die vor Hunger schreien und auf einen Happen Futter warten. So ist der Lauf der Natur, dem im Grunde auch wir unterliegen. Nur dass die Menscheit das ganze pervertiert und ihr Fleisch in Massenställen wegsperrt, es schlimmer quält als eine Katze die gefangene Maus. Es taucht erst wieder als gerupfte anonyme Amsel auf dem Teller auf.
Jede von der Krähe gefangene und gefressene Amsel hatte ein besseres Leben, als unsere Tiere in der Agrarindustrie. Grausame Natur?
Würde jeder von uns der Fleisch essen will, der Krähe gleich das Tier selbst fangen, töten, häuten, ausnehmen und zubereiten, dann wäre das Problem der industriellen Tierhaltung gelöst. Nur noch wenige würden Fleisch verzehren und jene die es tun würden, genössen den Braten mit sehr viel Ehrfurcht, Achtung und Dank.

Erntezeit

Seit einiger Zeit ist die für den Gärtner schönste Zeit des Jahres angebrochen, in der er die Früchte seiner Arbeit einfahren kann. Das Jahr war vom Wetter her optimal für Tomaten, Kürbisse und co, leider auch für die Schädlinge und Pflanzenkrankheiten. Wer uns schon besucht hat, dem ist sicher unsere Mehltauplage aufgefallen, die den Kürbissen und Gurken schwerst zu schaffen machte. Trotz intensiven Sprühens mit Jauchen und Levkojen bekam Benni weder den Echten noch den Falschen Mehltau unter Kontrolle. Doch trotz allem, ist unsere Kürbisausbeute dieses Jahr nicht übel.

Leckere Kürbisse auf der CityFarm!

Leckere Kürbisse auf der CityFarm!

Doch was machen mit den vielen Kürbissen? Diese Frage stellen sich sicherlich einige Kürbisgärtner. Da haben wir ein paar Tipps zum artgerechten Umgang mit Kürbissen für euch:

Lagerung: der Kürbis braucht Menschennähe und lebt am liebsten im unmittelbaren Umfeld zu seinen Bezugspersonen. Im dunklen und kalten Keller fühlt er sich so gar nicht wohl und setzt vor Traurigkeit Schimmel und Fäule an.
Und so lagert ihr eure Kürbisfreunde am besten: reinigt sie von eventuellen Bodenresten und setzt sie entweder dekorativ direkt in der Küche oder in der Speisekammer auf ein Tuch. Gern kann auch gestapelt werden, denn Cucurbita sind Rudelfrüchte. Nun müsst ihr regelmäßig eure Freunde kontrollieren, ob sie irgendwo weiche Stellen bekommen. Diese sollten dann möglichst bald gegessen werden.
Trocken und bei Zimmertemperatur halten Kürbisse ohne Wunden mehrere Monate. Auch der dekorative Aspekt ist nicht zu verachten. Wer braucht schon Zierkürbisse, die kann man ja nicht essen nachdem die Herbstdeko weg muss! Auch essbare Kürbisse sehen toll aus und können durchaus einige Zeit draußen der Treppe oder der Terrasse einen herbstlichen Erntecharakter verleihen. Und natürlich freut sich jeder Kürbis und wie auch sein Gärtner über erstaunte und lobende Worte der Besucher.

Schon wieder Kürbissuppe?
Die Kürbissuppe ist wohl die verbreitetste Variante kulinarischer Kürbisfreuden. Damit ihr aber nicht jeden Tag ein Schüsselchen Suppe schlürfen müsst, stellen wir euch unsere Lieblingsrezepte vor.
Aber Achtung, nicht jeder Kürbis lässt sich zu Mus kochen. Es gibt auch Spaghettikürbisse, die man einfach in den Backofen schiebt. Heraus kommt ein Kürbis dessen Fleisch sich in leckere spaghettiähnliche Schnüre verwandelt hat. Andere Kürbisse behalten ihre Konsistenz und eignen sich eher zum Einlegen und Einmachen. Klar kann man auch mit dem Zauberstab nachhelfen und pürieren was der Strom hergibt.
Die Schale kann nur beim Hokkaido mitgegessen werden! Alle anderen Kürbisse müssen geschält werden, was oft nicht so einfach ist wie z.B. beim Kürbis Türkenturban oder Bischofsmütze. Hier ist oft ein Löffel der Retter in der Not. Einfach das Fleisch rauskratzen, falls die Schale zu hart zum schälen ist.

.
Kürbis-Pie provencale
für 2-3 Personen

250g Blätterteig oder geriebener Kuchenteig
2 EL natives Olivenöl
500g mehliges Kürbisfleisch (Hokkaido oder Muskatkürbis schmecken am besten)
etwas gehackte Chili oder Peperoni
1 EL fein gehackte Rosmarinnadeln
1 Zweiglein Thymian, Blätter abzupfen und verwenden
Pfeffer
Salz

Guss
3 Eier von glücklichen Hühnern
120g Rahm oder süße Sahne
120g geriebener Parmesan (anderer Hartkäse geht auch)
Paprikapulver
geriebene Muskatnuss
Pfeffer und Salz

Kürbisfleisch klein würfeln und zusammen mit Chili oder Peperoni und den Kräutern im Öl einige Minuten dünsten. Das Fleisch darf noch nicht ganz durch sein! Danach würzen und erst einmal zur Seite stellen.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Den Teig ausrollen und auf das Blech oder in eine Auflaufform legen. Mit der Gabel mehrere Male den Boden einstechen.

Das Kürbisfleisch auf dem Teigboden verteilen und den Guss darüber schütten.

Noch ein paar Flöckchen gerieben Käse darüber (der Hauptteil des Käses ist im Guss) und ab in den vorgeheizten Backofen damit! Im zweiten Einschub von unten ca. 30 Minuten backen.

.

Kürbiskuchen (geht auch mit Zucchini!)

3 Eier
2 Tassen Rohrohrzucker oder Honig
1 Tasse Öl
2 Tassen geriebener Kürbis
3 Tassen Mehl
Vanille
½ Tasse Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse oder auch Sonnenblumenkerne
½ Teelöffel reines Salz (ohne Zusätze!)
½ Päckchen Backpulver
1 Teelöffel Zimt
nach Geschmack noch je 1 Teelöffel Muskat oder geriebene Nelken
1Teelöffel Natron

Eier, Zucker (Honig) und Öl verrühren

Kürbis zugeben und unterrühren.

Mehl, Backpulver, Natron und Gewürze nach und nach unterrühren. Nüsse erst zuletzt unterheben.

Den Teig in eine Kastenform füllen und im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad ca. 50 Minuten bis 1 Stunde backen.

.

Gefüllte Hokkis

Besonders lecker sind auch gefüllte Hokkaidos!
Hierzu nehmt ihr die kleinsten auffindbaren Hokkaidokürbisse, schneidet sie längs auf und entfernt die Kerne.

Die Auflaufform fetten und 3-5 klein gewürfelte Tomaten drin verteilen. Dann Kürbishälften einpassen und diese entweder mit Käse oder Hackfleisch (von fair gehaltenen Tieren) füllen.
Den Käse oder das Hack könnt ihr nach Belieben würzen!

Als Guss 1 Becher Sahne mit 2 Eiern verrühren und Gewürze (z.B. Rosmarin, Thymian und Basilikum, Salz, Pfeffer) zugeben und zwischen die Kürbisse schütten.

Käse darüber reiben, am leckersten ist Parmesan!

Im vorgeheizten Backofen ca. 45 – 50 min bei 170 Grad backen. 

Die Kürbis- und Chiliernte steht an!

Die Kürbis- und Chiliernte steht an!

Aber nicht nur die Kürbiszeit bringt uns viele Leckereien ins Haus, auch die Apfelernte ist im vollen Gange. Die Verwendung von Äpfeln ist sehr vielfältig, einfach nur essen ist nur eine Variante.
Vergangenes Wochenende hatten wir auf der CityFarm zwei Veranstaltungen mit dem Thema Apfelzeit. Wir haben leckeren Saft hergestellt, Apfelmus gemacht und Bratäpfel am Lagerfeuer gegrillt, was vor allem den Kindern Riesenspaß machte.
Wer noch einen alten Dampfentsafter aus Omas Zeiten besitzt, der weiß wie schnell und einfach man einige Flaschen puren Apfelsaft selbermachen kann! Heiß in saubere Flaschen abgefüllt, bleibt dieser verschlossen mindestens ein Jahr haltbar. Die „Reste“ können dann als leckeres Kompott oder als Apfelmus genascht oder auch in Gläser abgefüllt werden.
Wer keinen Dampfentsafter besitzt oder einfach zu große Mengen Äpfel, der kann sich an örtliche Obstbauvereine wenden, denn einige besitzen Saftpressen wie der Obst- und Gartenbauverein Thierhaupten. Auch die mobile Saftpresse der Gebrüder Bürgle aus Hurlach ist dieses Jahr wieder in und um Augsburg unterwegs.

Die ersten Äpfel!

Die ersten Äpfel!

Die Apfelernte macht natürlich viel Arbeit und auch müssen die Bäume gepflegt werden, damit auch in den kommenden Jahren reichlich Früchte wachsen.
Deshalb bieten wir euch an, euch bei der Apfelernte zu unterstützen. Selbst Hochstämme sind für Benni kein Problem, zur Not wird sogar mit Seil und Klettergurt geerntet. Auch kann Benni euch Tipps zur richtigen Baumpflege geben.
Als Ausgleich für unseren Einsatz würden wir gern einen kleinen Teil der Ernte in den CityFarm-Kreislauf aufnehmen.

Gerne dürft ihr uns auch euer Fallobst bringen oder wir holen es ab. Denn wir wollen auch dieses Jahr wieder Apfelsaft pressen lassen und sind über alle Apfelspenden (unser Termin ist der 11.10.12) dankbar.

Hier erreicht ihr uns:

Benni – 0157/34003658
cityfarmaugsburg@gmx.de